Schlimm finde ich das nicht. Wie heisst es so schön, "der Prophet gilt nichts im eigenen Land".
Ich war selbst in einer Suchtklinik und weiss , was die Krankenschwestern in ihrem Beruf leisten und mit welcher Geduld und mit welchem Einfühlungsvermögen sie den Süchtigen auf den Weg helfen. Sie haben meinen grössten Respekt. Ich habe noch heute sporadisch Kontakt zum "Stationszimmer".
Und das Urteil der Krankenschwestern, die ich kennenlernen durft, deckt sich mit deinem, Alkohol sei die schlimmste Droge von allen.
Ja, ich unterschreibe es tatsaechlich, dass Alkohol bei weitem das Schlimmste ist. Ich sehe viele illegale Substanzen hier, aber nichts ist so einfach zu bekommen wie Alkohol.
Ich freue mich riesig fuer dich, dass du trocken bist.
Seine Urfamilie wollte es nicht wahrhaben und wenn ich da was sagte, meckerte wenn sein Vater zum Beispiel bei Besuchen sofort mit der Pulle Bier und Schnaps ankam, dann wurde ich mit Verachtung angesehen. Da habe ich dann wenig gesagt weil sie es nicht verstehen wollten.
Das ist leider oft so. Meine Eltern konnten es Anfangs gar nicht fassen, sind aber sehr verstaendnisvoll. Es wird halt of vieles "klein geredet" wie z.B. "ist doch nicht so schlimm, es trinken doch viele... aber ich seh fast taeglich, wie schnell man abrutscht.
Ich versteh das nicht richtig. Soll er es anderen erzählen? Du möchtest, dass er das tut? Oder geht es darum, dass DU mit anderen offen über seinen Konsum sprichst?
Ich meine damit uns beide. Ich moechte nicht fuer ihn luegen, sondern sage ganz offen wie es ist. Vorallem seinem Sohn gegenueber. Ich moechte da nicht beschoenigen. Natuerlich erzaehl ich das nicht jedem x beliebigen Menschen, aber die die ihn naeher kennen, wissen es eigentlich alle. Ich wuerde niemals seinen Kollegen oder so etwas erzaehlen.
Alkoholismus betrifft nicht nur bestimmte Schichten, sondern kann jeden treffen und ich finde es sehr wichtig, damit offen umzugehen.