Aliceinwonderland - Vorstellung

  • Ich weiß dass es nicht mehr geht auch das Versprechen zum Arzt zu gehen wurde nicht eingehalten. Es ist jeden Tag was anderes was ich falsch sage und mache. Dann hat man keinen Bock mehr auf mich und verbringt den Tag alleine. Ständig Drohungen Schluss zu machen, Erniedrigung. Dann nüchtern irgendwann mal merken was man eigentlich fabriziert hat. Aurora ich hatte Tränen in den Augen. Danke dass du den Satz mit dem Ritter geschrieben hast. Er hilft mir sehr.

    Ich habe derzeit kein Geld eine Miete woanders zu zahlen und kann nirgends hin. Ich muss jetzt irgendwie durchhalten und irgendwie damit klar kommen dass ich nichts ändern kann so sehr ich es will.

    Ich bin eigentlich immer eine taffe Frau gewesen aber ich bin grade einfach hilflos und alleine. Danke dass es euch gibt

  • Ich bin einfach todtraurig. Ich will das alles nicht. Ich wollte mit diesem Mann alles erreichen. Keine Ahnung aber trotz allem liebe ich ihn einfach. Ich hab einfach nicht diese Stärke wie viele von euch. Keinen Selbstwert auch irgendwie. Er sagt immer ich will ihn zu sehr ändern , dass stimmt aber nicht. Der Alkohol ist mein absolutes Problem. Und zwar wenn er trinkt und wenn er nicht trinkt ist er auch viel reizbarer mittlerweile .

    Man echt sitze schon selbst mit einem Bier draußen weil ich einfach nicht heim will.

  • Hallo Aliceinwonderland!

    Ich lasse mich so schlimm beleidigen ich weiß nicht ob sich das überhaupt jemand von euch vorstellen kann. Es geht so tief dass ich mich so schäme .

    Da brauchst du dich doch nicht zu schämen, dein Partner vergreift sich im Ton, nicht du. Das Einzige was da helfen kann ist eine möglichst schnelle Trennung. Auch wenn es dir wehtut momentan, wenn du bleibst wird es vielleicht noch schlimmer.

    Ich weiß jetzt nicht auf wen läuft die Wohnung, auf dich oder auf ihn oder auf euch beide?

    Ich muss jetzt irgendwie durchhalten und irgendwie damit klar kommen dass ich nichts ändern kann so sehr ich es will.

    Das ist die schlechteste Lösung überhaupt, das hält kein Mensch aus. Ich war sehr viele Jahre bei meinem trinkenden Ehemann geblieben, mir hat das psychisch sehr geschadet.

    Keine Ahnung aber trotz allem liebe ich ihn einfach.

    Stellst du dir so die Liebe vor das wäre aber sehr traurig. Liebe ist doch gegenseitige Achtung, Verständnis füreinander, auf gleicher Augenhöhe sein, all diese Dinge. Du hast dir Besseres verdient als das was du erlebst, kein Mensch hat das verdient.

    Ich hab einfach nicht diese Stärke wie viele von euch.

    Auch du hast die Stärke in dir, sie muß nur aktiviert werden. Du hast dich doch hier angemeldet weil du selber merkst daß du etwas ändern möchtest oder mußt. Das geht nicht von heute auf morgen, du mußt Geduld mit dir haben. Ich habe auch lange gebraucht aber jetzt bin ich wieder glücklich das konnte ich mir lange gar nicht vorstellen.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Marie es ist so schön, dass ihr und du so verständnisvoll seid und es auch verstehen könnt, dass man so am hoffen und festhalten ist. Ohne zu verurteilen und trotzdem klar.

    Ich kann irgendwie diese großen Schritte nicht gehen , weil er mir immer wieder die Hoffnung macht, dass er einsieht dass er ein Problem hat aber einfach Zeit braucht und meine Unterstützung und Verständnis. Aber ich kann doch das nicht ewig so aushalten , es wird ja nicht besser sondern schlimmer und respektloser. Aber immer wieder zu hören, dass er es schaffen wird, schürt in mir dumme Hoffnung. Er muss selbst so die Nase voll haben dass er es lässt . Mich ärgert auch dass er nach außen immer Mr. Sunshine ist und bei mir so abgeht. Genau bei mir die ihn echt in allem unterstützt

  • Hallo Aliceinwonderland!

    Aber immer wieder zu hören, dass er es schaffen wird, schürt in mir dumme Hoffnung. Er muss selbst so die Nase voll haben dass er es lässt .

    Dazu möchte ich dir sagen daß das nicht ernstzunehmen ist solange keine Taten folgen. Er will dich damit wieder einlullen damit du nicht gehst.

    Solche Gespräche habe ich mit meinem Mann sehr häufig geführt, er tat immer so verständnisvoll bis zum nächsten Aussetzer. Er konnte auch so richtig gemein werden und mich beschimpfen, am nächsten Tag hat er sich entschuldigt und so ging das viele Jahre.

    Jeglicher Respekt ging irgendwann verloren und ich fühlte mich immer kleiner neben ihm. Es war aber auch Wut und Verachtung in mir.

    Aber es wurde immer schlimmer bis ich so tief unten war daß ich das Gefühl hatte wenn ich jetzt nicht gehe passiert etwas Schreckliches. Mir war irgendwann egal wohin, nur weg von ihm.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Was ist denn aus deinem Mann geworden? Schön dass es dir gut zu gehen scheint und du anderen hilfst. :)

    Freut mich riesig für dich.

    Ja ich denke auch , es ist nur verzwickt da er andere Süchte auch besiegt hat . Damit argumentiert er auch. Er sagt auch klar dass Alkohol sein Ventil ist mit Frust umzugehen.

  • Was ist denn aus deinem Mann geworden?

    Bei mir ist es schon sehr lange her, ich bin seit vielen Jahren hier im Forum. Ich habe mir nochmal ein neues Leben aufgebaut. Er hat die Kurve nicht gekriegt und ist vor 8 Jahren an seiner Sucht verstorben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo liebe Aliceinwonderland,

    Meine Beobachtung nach wird es mit der Zeit noch schlimmer, die Respektlosigkeit nimmt zu, irgendwann geht es ausschließlich darum zu kämpfen, nicht beleidigt zu werden. Nicht normale Verhaltensmuster sind Normalität . An der Stelle bin ich bereits der Überzeugung, dass viele von uns nicht wirklich realisieren worum es dabei geht und wie vorprogrammiert schlimm das ist. Wenn ich im Krieg wäre, würde ich nicht um den hübschen Pullover weinen, weil er ein Loch abbekommen hat. Ich würde rennen um mein Leben zu retten und der Pulli ist an der Stelle egal.
    Welche sind deine Wünsche für deine Gegenwart und deine Zukunft? Sind diese mit diesen Mann realistisch? Wenn nein, dann überlege es dir, was hindert dich etwas zu verändern, was konkret macht die Angst. Zerstückele die Themen in greifbaren Teilen und schau was du brauchst, um die einzelnen Themen zu bedienen. Mit dieser Vorgehensweise hast du kein Monster mehr vor dir, sondern ein Plan was zu tun ist.
    Ich bin mir sicher, du hast genug Wille darauszukommen!

    Liebe Grüße Ino

  • Liebe Alice, Deine Gedanken und Gefühle kommen mir so bekannt vor!

    Ich schreibe nur kurz, weil ich los muss, aber ich wollte Dir kurz sagen, dass es vielleicht hilfreich sein könnte, wenn Du Dich mal mit Trauma-Bonding beschäftigst. Das steht eng in Zusammenhang mit der Co-Abhängigkeit und erklärt sehr gut, warum viele es nicht schaffen, sich aus mißbräuchlichen Beziehungen zu lösen.

    Ich stecke selbst noch mitten im Prozess, mit genug Rückfällen, aber das Verstehen von Trauma-Bonding hilft mir sehr beim Ablösungsprozess. Es ändert nichts an der Schmerzhaftigkeit und der Seelenqual - aber es ist, als würde das Begreifen, dass es hier nicht um Liebe geht, sondern um eine Sucht ( in dem Fall meine Sucht! ) langsam von meinem Verstand durch meinen ganzen Körper einsickern und mir helfen, aus dieser Sucht und dieser selbst auferlegten Gefangenschaft - ganz langsam, Schritt für Schritt - rauszukommen.

    Alles Liebe, hiiumaa

  • Liebe Alice

    Ich habe deine Geschichte gelesen und fühle sehr mit dir. Ich war verzweifelt, wusste weder ein noch aus. Ich liebte meinen Mann sehr, nur mit der Zeit veränderte er sich. Oder ich mich? Ich weiss es nicht..... Das Einzige was ich wusste: eine Beziehung sollte nicht so sein. Sie sollte nicht so ein Kampf sein. Und ganz wichtig: mit seinen Aktionen (Unfälle, besoffen Autofahren, Geld verschleudern) würde er meine und die unserer kleinen Tochter mitbestimmen und zwar in eine Richtung die abwärts zeigt. Ich komme aus ärmlichen Verhältnissen und habe immer viel gearbeitet. Es geht nicht ums Geld-es geht darum dass man sich bemüht etwas aufzubauen und dass das Ganze in einem Leerlauf endet-und zwar auf jeder Ebene.

    Ich fühle mich auch jetzt (fast einem Jahr nach dem Auszug) immer wieder hilflos und traurig. Aber der Abstand hilft eine gewisse Distanz zu wahren und mir immer wieder zu sagen: er ist ein erwachsener Mann, er trifft seine eigenen Entscheidungen. Er kann zum Arzt wenn er will. Wieviele Male hatte er es mir versprochen und ich habe immer gewartet. Wenn er nicht will dann wird das nichts.

    Immer wieder höre ich jetzt, dass ihm das Geld nicht reicht. Er müsste klar kommen, hat mehr als ich und meine Tochter. Sofort will ich wieder helfen - so gerne. Aber nehme mich bewusst zurück und überlege zuerst-ich musste mit meiner Tochter aus unserer gemeinsamen Eigentumswohnung ausziehen (ich hatte keine Kraft und keinen Mut dagegen vorzugehen). Ich habe ihm meinen Teil der Wohnun verkauft und zwar für einen niedrigen Preis. Heisst, er ist jetzt Besitzer dieser Wohnung mit Wiese, Doppgelgarage, eigene Waschmaschine etc. Ich sage mir das immer wieder. Und dann mach ich irgendwas im Haushalt um mich abzulenken :-).

    Das wurde schon, du wirst deinen Weg finden. Ich fühle sehr mit dir. Ich glaube es hat nichts mit Stärke zu tun, nur mit dem Wohlwollen dir selbst gegenüber. Komischer Satz, ich hoffe du weisst was ich meine :-).

    Ich drücke dir beide Daumen.

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