Hallo in die Runde,
ich habe tatsächlich immer gerne mein Bier zum Feierabend und in Geselligkeit getrunken. Blöd wurde es immer wenn ich Stress oder Probleme hatte. Da war es der Seelentröster. Der leicht verfügbare "Sanitäter in der Not".
Seit mir vor über einen Jahr, als pädagogische Fachkraft, sexueller Missbrauch vorgeworfen wird kam die Abwärtsspirale enorm in Schwung. Täglich und schon ab Mittag bis zum gewissen Pegel getrunken. Ab Ostern mit der Reduzierung begonnen, was Anfangs recht gut lief. Aber die kleinsten Probleme und Unvorhersehbarkeiten waren immer mit dem vermehrten Griff zur Flasche verbunden.
Erkenntnis war das es so nicht weitergehen kann und ich professionelle Unterstützung benötige. Entschluß gefasst und recht spontan einen Platz in der Klinik gekommen. 3Wochen Entgiftung hinter mich gebracht und jetzt auch schon wieder 2Wochen Zuhause. 5Wochen ohne Alkohol. Bisher ohne nennenswerten "Suchtdruck" oder Verlangen. Aktuell versuche ich einen Platz in einer Tagesklinik zu erhalten. Vielleicht klappt es bis Mitte Oktober. Ich brauche tatsächlich mehr Tagesstruktur. Als ehemalige Workoholig nicht verwunderlich.
Die klassischen Selbsthilfegruppen sind mir irgendwie zu destruktiv, daher versuche ich mich mal hier.
L.G. Sommerwind