Wie kann Suchtprävention bei den eigenen Kindern und Jugendlichen gelingen?

  • Hallo zusammen, gerade bin ich durch einen Beitrag eines neuen Mitglieds daran erinnert worden, dass ich mir dazu schon lange einen eigenen Faden wünsche.

    @Mods: Falls es schon etwas in der Art gibt oder der Ort falsch ist, den neuen Faden bitte gern an die geeignete Stelle verschieben, danke.

    Dieser Faden richtet sich an alle, Alkoholiker wie Angehörige, die sich Gedanken machen, ob und wie sie die nachfolgende Generation (Kinder, Enkel, Schüler ...) davor bewahren können, selbst (alkohol)süchtig zu werden.

    Verbieten? Auf Statistiken oder Schreckensgeschichten verweisen? "Einfach" nur zufriedene Abstinenz vorleben? Oder...oder???

    Ich beschränke das Thema Sucht dabei nicht auf Alkohol, weil ich nicht davon ausgehe, dass andere Süchte "weniger schlimm" sind.

    Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen und Einschätzungen.

  • Ich habe den Thread hierher verschoben, da es alle betrifft, der andere Bereich ist für trockene Alkoholiker ab einen Jahr gedacht.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Dieser Faden richtet sich an alle, Alkoholiker wie Angehörige, die sich Gedanken machen, ob und wie sie die nachfolgende Generation (Kinder, Enkel, Schüler ...) davor bewahren können, selbst (alkohol)süchtig zu werden.

    Aus meiner Erfahrung heraus hilft Aufklärung nur begrenzt. Das zeigt schon die große Zahl alkoholabhängiger Menschen. Wenn sie wirkt, dann eher bei Jugendlichen, vor allem dort, wo riskantes Trinken bereits im Vordergrund steht. Für mich ist dabei entscheidend, erkennen zu können, ob es sich bereits um ein suchtgefährdetes Verhalten handelt oder nur um eine vorübergehende Phase.

    Geht es um die eigenen Kinder oder Enkelkinder, merke ich, wie schnell die eigene Emotionalität dazukommt. Dann rutscht man leicht von Prävention in Bekehrung. Besonders dann, wenn man selbst einmal Säufer war und aus dem eigenen schlechten Gewissen heraus spricht.

    Was ich tun kann, ist, meine Erfahrungen weiterzugeben, zum Beispiel in Vorträgen an Schulen oder in Jugendzentren. Aufklären, sensibilisieren, Denkanstöße geben. Aber irgendwann kommt auch der Punkt, an dem ich loslassen muss. Vertrauen und akzeptieren, dass jeder seine eigenen Erfahrungen macht.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Mich beschäftigt das Thema gerade sehr. Mein Mann ist Alkoholiker, ca drei Jahre trocken.
    Meine Tochter ist 14.5 und es geht jetzt los mit den ersten Partys zT bei älteren und da gab es alkoholische Getränke. Ich weiß, dass sie auch schon ab und zu was getrunken hat. Ich würde ihr das am liebsten verbieten, aber ich kann sie ja schlecht zuhause einsperren. Ich möchte auch lieber in Verbindung bleiben und mit ihr reden können, sodass sie sich auch traut zu sagen, wenn sie was getrunken hat und vor allem auch, was und wie viel. Strikte Verbote führen wahrscheinlich eher zu Lügen und Verheimlichen.

    Ach Mensch, ich wünschte wirklich, sie hätte das länger abgelehnt und würde nicht alles mitmachen wollen. Vapes sind wohl auch ein Thema, allerdings heimlich.

  • Ich würde ihr das am liebsten verbieten, aber ich kann sie ja schlecht zuhause einsperren. Ich möchte auch lieber in Verbindung bleiben und mit ihr reden können, sodass sie sich auch traut zu sagen, wenn sie was getrunken hat und vor allem auch, was und wie viel. Strikte Verbote führen wahrscheinlich eher zu Lügen und Verheimlichen.

    Fühle ich. Das ist wirklich nicht einfach.

    „Die Guten sind die gleichen Leute wie die Bösen. Es sind alles nur Menschen, die vor sich hinleben.“

  • Suchtgefahr ist das eine, das andere ist ja, dass das Gehirn da noch lange in der Reifung und jeder Tropfen schädlich ist.

    Ja, stimme dir zu. Dann ist auch eigentlich 18 Jahre zu früh.

    Für mich wird Alkohol zu wenig als Droge behandelt. Der gehört so zum Alltag, als wäre nix dabei.

    „Die Guten sind die gleichen Leute wie die Bösen. Es sind alles nur Menschen, die vor sich hinleben.“

  • Linde66 15. Januar 2026 um 09:23

    Hat den Titel des Themas von „Wie kann Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen gelingen?“ zu „Wie kann Suchtprävention bei den eigenen Kindern und Jugendlichen gelingen?“ geändert.
  • Hallo liebe User,

    keiner von uns kann per Fingerschnipp die allgemeine Situation in Handel, Gesetzen usw. usw. ändern.

    Ich habe den Titel ergänzt, um den Schwerpunkt der Diskussion auf der eigenen Situation als selbst Betroffene und den eigenen Möglichkeiten zu halten.

    Was kann ich ganz konkret in meiner Familie tun?

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Für mich wird Alkohol zu wenig als Droge behandelt. Der gehört so zum Alltag, als wäre nix dabei.

    Das finde ich auch verrückt. Wenn jemand sagt „ich brauche jeden Tag mein Feierabendbier“ findet das keiner komisch. Würde er sagen „ohne Joint kann ich nicht gut einschlafen“ oder krasser „ohne Speed kann ich nicht feiern“ wird das völlig anders bewertet. Diese Verharmlosung der Droge Alkohol ist echt heftig!

  • Dieser Faden richtet sich an alle, Alkoholiker wie Angehörige, die sich Gedanken machen, ob und wie sie die nachfolgende Generation (Kinder, Enkel, Schüler ...) davor bewahren können, selbst (alkohol)süchtig zu werden.

    Ich kann da nur von mir sprechen. Ich habe einen sohn aus erster Beziehung im Teenager Alter.

    Meine süchtige Ex-Familie hat dafür gesorgt, dass mein großer keine Lust auf Alkohol hat. Noch...

    Er hat diese Familie als mahnendes Beispiel. Er sagte mir mal, dass er niemals so werden möchte wie die.

    Ich hoffe er hält an diesem Glaubenssatz fest.

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