Thess - Vater und Partner Alkoholiker

  • Hallo,

    ich bin 34 und mein Mann ist Alkoholiker. Letzten März hat er einen Entzug gemacht (ich hatte ihn sehr dazu gedrängt), aber nach etwa sieben Monaten hat er wieder angefangen, gelegentlich zu trinken. Soweit ich das einschätzen kann, sind das keine großen Mengen . Trotzdem beunruhigt es mich sehr, zumal er darin kein Problem sieht. Seit dem Entzug geht er auch in psychische Behandlung und ich hoffe irgendwie noch, dass sein Psychiater ihm helfen kann, komplett trocken zu sein.

    Ich selbst habe eine PTBS und bin seit knapp 2 Jahren in psychischer Behandlung. Meine Psychiaterin hat mir geraten, wegen des Alkoholismus meines Mannes eine Selbsthilfegruppe zu suchen. Da wir aber drei Kids haben, habe ich nach einer Vormittags-Gruppe geschaut (wenn sie betreut sind). Aber dann bin ich auf dieses Forum gestoßen und dachte, dass das auch eine Alternative sein könnte, da ich ja hier direkt schreiben könnte, wenn mich eine Situation belastet o.Ä. und ich hier auch von den Erfahrungen anderer Angehöriger profitieren kann.

    Weil mein Vater auch Alkoholiker ist, trinke ich selbst keinen Alkohol. Mein Vater trinkt abends jede Menge Bier und wird dann auch launisch, unhöflich, manchmal auch gemein. Wegen den Erfahrungen mit ihm bin ich bei meinem Mann auch noch mal sensibler und wünsche mir natürlich für unsere Kinder, dass sie nicht die gleiche Erfahrung machen müssen.

    Liebe Grüße von

    Thess

  • Hallo Thess, herzlich willkommen in unserer Online-Selbsthilfegruppe,

    es ist oft so dass ein Alkoholiker, der zum Entzug gedrängt wird, sei es durch Angehörige oder den Arbeitgeber, nicht dauerhaft trocken bleiben kann. Der Wunsch nach lebenslanger Abstinenz muss aus dem Abhängigen selbst kommen um erfolgreich sein zu können. Ich finde es gut, dass du deinen Kindern die Erfahrungen im Zusammenleben mit einem abhängigen Vater ersparen möchtest. Und dir Hilfe suchst.

    Um am Austausch teilnehmen zu können, klick auf diesen Link: https://alkoholiker-forum.de/bewerben/.

    Schreib dann einfach, dass du um Freischaltung bittest, dann wird dein Thema in den Bereich für Angehörige und Coabhängige verschoben. Dort ist dann die Selbsthilfegruppe und du kannst dich austauschen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Morgenrot 26. Januar 2026 um 09:42

    Hat den Titel des Themas von „Vater und Partner Alkoholiker“ zu „Thess - Vater und Partner Alkoholiker“ geändert.
  • Hallo Thess,

    herzlich willkommen bei uns.

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet,

    Jetzt kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo,

    jetzt war ich länger nicht hier, weil so viel anderes war. Ich habe mir aber fest vorgenommen, was zu schreiben, auch, wenn mir das schwer fällt.

    Ich mache mir Sorgen um meinen Mann und frage mich, wann und wie sich die Situation verändert. Auch, wenn ich weiß, dass ich selbst nicht wirklich etwas ändern kann, außer an mir selbst. An manchen Tagen verdränge ich das Alkohol-Thema einfach komplett, aber an anderen Tagen macht es mich wütend, bereitet mir Sorgen oder macht mich traurig. Unserer Beziehung geht es sonst gerade erstaunlich gut.

    Ich habe wieder angefangen, mit anderen darüber zu reden, dass mein Mann wieder trinkt. Das tut mir auf jeden Fall sehr gut - gerade dann, wenn die andere Person auch Erfahrungen mit dem Thema hat.

    Sonst weiß ich gerade nicht so richtig was zu sagen.

    Liebe Grüße an alle da draußen, die mitlesen. :)

  • Liebe Thess,

    ich/wir/du können keinen/niemanden trocken legen…

    Bei mir/uns ist es aktuell so, dass mein Mann eine ambulante Suchtreha macht… er schweigt sich, zu meinem großen Bedauern, über das Thema weiterhin aus.

    Ich schaue, dass ich GUT mit mir bin. Unternehme immer wieder, meist intuitiv, etwas für mich oder auch mal gemeinsam mit lieben Menschen. Ich bevorzuge 4 AugenTreffen 😉.

    Oder kümmer mich um die Enkelinnen/ das machen wir auch oft gemeinsam.

    Liebe Grüße, Simsalabim 🧙‍♀️

  • Ich habe wieder angefangen, mit anderen darüber zu reden, dass mein Mann wieder trinkt.…

    an anderen Tagen macht es mich wütend, bereitet mir Sorgen oder macht mich traurig. Unserer Beziehung geht es sonst gerade erstaunlich gut.

    Daran bin ich hängen geblieben. Für mich ist es ein Widerspruch, dass dein Mann wieder angefangen hat zu trinken und du deshalb in Sorge und z.T. auch wütend bist … es euch sonst aber gut geht … Wie kannst du das so ausblenden?


    Aber wenn du dich in der Beziehung gerade „erstaunlich gut“ fühlst, scheint das für dich ja aktuell überwiegend zu passen?!

  • Daran bin ich hängen geblieben. Für mich ist es ein Widerspruch, dass dein Mann wieder angefangen hat zu trinken und du deshalb in Sorge und z.T. auch wütend bist … es euch sonst aber gut geht … Wie kannst du das so ausblenden?


    Aber wenn du dich in der Beziehung gerade „erstaunlich gut“ fühlst, scheint das für dich ja aktuell überwiegend zu passen?!

    Ja, irgendwie ein Widerspruch, aber es passt gerade für mich, solange ich Menschen habe, mit denen ich über die Sorgen bzgl. des Alkoholkonsums meines Mannes reden kann. Dann muss ich die damit zusammenhängende Last nicht selbst tragen. Vielleicht kommt irgendwann der Punkt, dass ich sage, dass ich das so nicht mehr kann oder will, aber gerade gibt es dazu keine Veranlassung. Und vielleicht ist das auch ok.

    Liebe Grüße an alle da draußen, die mitlesen. :)

  • Hallo,

    heute möchte ich zwei Sachen teilen, die mich gerade beschäftigen: Vor kurzem waren wir mit der Familie bei einem Zeltwochenende unserer Gemeinde. Mein Mann ist abends nach Hause gefahren, damit er besser "schlafen" kann. Immerhin würde er doch ansonsten mitmachen. In den Jahren zuvor hat er das auch so gemacht. Letztes Jahr, als er seine trockene Phase hatte, hat er mit uns dort übernachtet. Daher war ich dieses Mal traurig, dass er - vermutlich zum Trinken - abends nach Hause gefahren ist.

    Das Zweite: Ich war in den letzten Wochen gestresst und habe unruhig geschlafen. Heute Nacht ist mein Mann durch Schlafzimmer gegangen und ich habe mich erschreckt und fand es irgendwie gruselig. Eigentlich schläft er in einem anderen Zimmer, aber das Bad grenzt an das Schlafzimmer an. Ich konnte dann nicht mehr einschlafen, habe gegrübelt. Als ich ihn heute Morgen darauf ansprach, wurde er wütend. Er sei im Halbschlaf gewesen und hätte die Türe verwechselt. Könne doch mal passieren! Ob ich ihn jetzt gleich wieder in die Psychiatrische Klinik schicken wolle?

    Irgendwie hatte ich mir das Gespräch anders vorgestellt. Ich will sagen können, wie es mir geht, auch wenn es für ihn unbequem ist. Ich habe Angst davor, wie es weitergeht, gerade auch, weil ich weiß, dass ich ihn nicht ändern kann. Daher dachte ich, dass Schreiben und Austausch vielleicht gut tut und besser ist, als Grübelei.

    Liebe Grüße an alle da draußen,

    Thess

  • Hallo Thess,

    Irgendwie hatte ich mir das Gespräch anders vorgestellt. Ich will sagen können, wie es mir geht, auch wenn es für ihn unbequem ist. Ich habe Angst davor, wie es weitergeht,

    du erwartest ein Gespräch auf Augenhöhe. Das gibt es nicht mit einem nassen Alkoholiker. Genauso wenig wie schöne Familienausflüge und störungsfreie Nächte.

    Deine Erwartungen werden nicht erfüllt und es wird sehr wahrscheinlich immer schlimmer werden.

    Finde und setze deine Grenzen.

    LG ☀️

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