Baerenmama - Auf dem Weg der Trennung

  • Hallo zusammen,


    ich habe mal ein positives Update!

    Zum Ende des Monats wird mein Mann ausziehen! Ich bin auf der einen Seite so erleichtert, dass endlich ein Datum steht, auf der anderen Seite steht da jetzt ein Datum... Dann ist dieser Abschnitt im Leben geschlossen und das macht mich wieder traurig. Es ist schon ein ziemliches Gefühlschaos. Die Kinder wissen es noch nicht so richtig. Zum Glück sind sie genau vor dem Datum ein paar Tage bei Verwandten, so können wir in Ruhe den Haushalt trennen. Und doch habe ich etwas Angst vor ihrer Rückkehr und der Reaktion. Die Kleine wird nur die Veränderungen sehen aber nicht wirklich verstehen und der Große ist aktuell wieder sehr jähzornig und hat viel Potential für Wutanfälle. Da sind noch viele Fragen: wie und wann bereite ich ihn vor, dass dieser Tag jetzt in greifbare Nähe rückt... Auch das werde ich schaffen aber es beschäftigt mich schon sehr.

    Ich versuche gerade eine Mutter-Kind Kur zu bekommen, mal sehen ob das klappt. Die Hausärztin meinte auch nur, ich sehe ihn fast jeden Tag mit einem Bier mir fröhlich zuwinkend...

    Also Einsicht ist noch immer nicht zu erwarten...

  • Herzlichen Glückwunsch.

    Wie geht es dir? Ich stecke ganz am Anfang vom Trennungsjahr. Finanziell stehen wir beide nicht so mega da, weswegen sich die Wohnungssuche ziehen kann. Mein Nochmann will sich ja trennen. Ich war bisher nicht mutig genug oder habe immer noch ein funken Hoffnung. Deswegen brauche ich andere Einschätzungen. Ich finde beide Situationen. Furchtbar für Kinder. Der Alkoholkranke Vater aber auch die Scheidung.

  • Geschafft, er ist aus dem Haus, seit ca einer Woche und ich merke wie viel Kraft ich endlich wieder habe. Natürlich nicht jeden Tag, die Arbeit ist anstrengend und ich kann mir zuhause mit den Kindern keine Pausen mehr nehmen.

    Die Kinder haben es ganz gut gemeistert bisher, natürlich sind sie immer mal wieder traurig und das ist ihr gutes Recht aber sie spielen mehr und ich warte nicht mehr innerlich darauf, dass mein Mann mit seiner Muffel-Laune wegen fast jedem Kindergeräusch anfängt zu maulen.

    Ich kann mein Haus wieder für Familie und Freunde öffnen! Das habe ich am meisten vermisst, immer dieses Lauern und Rücksicht nehmen, dann wieder erklären warum er nachmittags schläft...

    Bisher habe ich das große Glück, dass wir weiterhin fair miteinander umgehen können - für die Kinder.

    Pinguin um auf deine Frage zu antworten: Ich habe die Reißleine gezogen als ich merkte, dass das Suchtverhalten meines Mannes (Alkohol und Nikotin) meinen Großen in eine Mediensucht getrieben hat. Er hat ihn immer wenn sie alleine waren vor dem Fernseher geparkt und auch altersunangemessene Filme schauen lassen. Wenn ich dann nach 2-5 Stunden abschalten wollte hatte ich Szenen wie bei "Kinder vom Bahnhof Zoo" vor Augen...

    Ich denke unsere Situation ist elementar unterschiedlich weil ich diejenige war die gegangen ist. "Scheiden tut weh, aber das Scheiden macht das mir das Herze lacht..." das alte Volkslied ist doch sehr wahr.


    Ich bin ein paarmal in eine psychosoziale Beratungsstelle gegangen. Am Anfang um die Trennung zu rechtfertigen (auch vor mir) sie konnte mir das ein oder andere Verhalten erklären. Ein Satz hat mich sehr getroffen- ein hoher Prozentsatz der Angehörigen von Suchtkranken hat nach einiger Zeit Panikattacken oder einen Herzinfarkt.

    Wenn ich ausfalle wäre dies eine Katastrophe für meine Kinder. Mein Mann kann/konnte die Kinder nicht auf Dauer versorgen. Also hab ich in den sauren Apfel gebissen und die Trennung durchgezogen.

    Ich habe alle innere Verantwortung für ihn an ihn zurück gegeben. Das hat mal besser und mal schlechter geklappt. Aber es hat unheimlich geholfen viel darüber zu reden. Und sobald ich mit meinem Umfeld gesprochen habe habe ich jedesmal Hilfe angeboten bekommen.


    Wir sind nicht allein, aber man muss auch die Realität akzeptieren und das Leben anpacken.

    Ich denke ich werde jetzt eine längere Pause nehmen und mein Leben genießen.


    Ich danke euch allen fürs zuhören und unterstützen. Ich fühle mich jetzt bereit mein Leben zu leben und nicht mehr nur noch zu funktionieren!

  • Respekt für deine Stärke und deinen Mut! Hast du super gemacht!


    Kenn ich, ist so ein geiles Gefühl, wenn man diese Muffel-Laune nicht mehr ständig hat und sein Haus ganz unbeschwert wieder für Freunde/Familie öffnen kann. Wenn man auch irgendwo hingehen kann ohne den peinlichen Muffel-Mann im Schlepptau. Freiheit pur!


    Super das du bei einer Beratungsstelle bist! Ich bin damals tatsächlich weit über meine Grenzen gegangen, habe Panikattacken entwickelt, die mich noch bis 1,5 Jahre nach der Trennung regelmässig heimgesucht haben. Jetzt zum Glück seit über 6 Monaten Ruhe.

    Auch das mit der Verantwortung zurückgeben schön da wo sie hingehört, habe ich bei meiner Beratungsstelle gelernt.


    Ich wünsche dir, dass du den Elan beibehältst und in Zukunft auch schaffst dir Ruhe zu gönnen und diese zu genießen! Auf deinen Neuanfang, alles kann nur besser werden <3

    2 Mal editiert, zuletzt von orangeblau (4. September 2026 um 22:43)

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