Baerenmama - Auf dem Weg der Trennung

  • Hallo zusammen,

    Ich bin Mama von zwei Kindern, unter 6 Jahren und mein Mann ist Alkoholiker, Kettenraucher und wahrscheinlich psychisch erkrankt.

    Wir sind seit 9 Jahren in einer Beziehung und seit einigen Jahren verheiratet.

    Es war wie ich es hier schon bei vielen gelesen habe, am Anfang war das Feierabendbier, dann fällt auf es gibt keinen Tag ohne Alkohol, dann fällt auf der Feierabend beginnt schon um 10 Uhr morgens usw. Er ist Pegeltrinker und aktuell bei 8-10 Bieren angekommen. In Konfrontationen kann er kurz zugeben, dass er ein Alkoholproblem hat und dann macht er wenige Minute später wieder dicht und schiebt mir und den Kindern die Schuld zu.

    Beide unsere Kinder sind absolut gewünscht und er liebt sie sehr, aber der Alkohol und die psychische Verfassung bewirken, dass er überhaupt nicht belastbar ist. Und auch nichts außerhalb des Hauses mit ihnen macht.


    Ich bin defakto alleinerziehend und habe ihm nach vielen Krisengesprächen in denen ich um mehr Unterstützung gebeten, gebettelt und geschrieen habe nun im Februar mitgeteilt, dass er seine letzte Chance von mir bekommt. Entweder er lässt sich professionell helfen oder ich bin raus. Die Frist war Anfang März erreicht er erklärte mir er lasse sich nicht drohen. Daraufhin habe ich ihm die Trennung ausgesprochen.

    Wir haben ein Eigenheim, er hat sich bereit erklärt auszuziehen und erklärt er werde diesen Monat seine Wohnung wegen Eigenbedarf freikündigen. Er weiß ganz genau, dass ich sonst gehe und er dann das Haus an der Backe hat. Er ist arbeitslos und Berufsunfähig.

    Ich brauche das Forum hier um mich immer wieder daran zu erinnern warum ich diesen Weg gerade gehe.

    Ich hoffe ihr könnt mir helfen den Weg weiter geradeaus zu gehen mit möglichst wenig Umwegen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Baerenmama (24. März 2026 um 21:20) aus folgendem Grund: Zu viele Details

  • Hallo Bärenmama,

    herzlich Willkommen hier bei uns.

    Da hast du ja schon einiges angekurbelt. Bitte achte aber selbst auf deine Anonymität und schreibe keine Details.

    Damit wir dich fürs Forum freischalten können, folge bitte diesem Link und schreibe einen Satz, das genügt.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Linde66 24. März 2026 um 20:29

    Hat den Titel des Themas von „Auf dem Weg der Trennung“ zu „Baerenmama - Auf dem Weg der Trennung“ geändert.
  • So schnell kann es gehen. :)

    Du bist freigeschaltet und dein Thema ist im Angehörigenbereich.

    Jetzt kann der Erfahrungsaustausch losgehen. Du kannst überall schreiben, nur bitte in den ersten 4 Wochen nicht bei den Teilnehmern mit den orangeroten Namen.

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Ich habe eine Frage an die Eltern mit kleinen Kindern.

    Wie habt ihr mit euren Kindern die Trennung besprochen, habt ihr die Alkoholkrankheit thematisiert? Wenn ja wie und wann? Ich muss ja noch etwas warten bis er geht und weiß noch nicht wann ein guter Zeitpunk ist...

    Und gibt es Hilfsmittel? Bilderbücher zum Thema Trennung mit Sucht/psychischer Erkrankung?

  • Hallo Baerenmama,

    du kannst auf der Seite von nacoa nach Literatur schauen. Dort gibt es auch Bücher für die Kleinen, wie z.B. Nono im Taumeltraumel.

    Ich rede mit meinen Kindern über das Thema Alkohol, sie sind jetzt aber auch schon etwas älter wie deine. Kinder bekommen viel mit, können es aber nicht einordnen. Besonders das wechselhafte Verhalten des Suchtkranken Elternteils ist schwer zu verstehen. Kinder beziehen sowas gern auf sich und suchen das Problem bei sich selbst.
    Ich persönlich finde, man sollte ehrlich und kindgerecht mit den Kindern sprechen und nichts verheimlichen. Eine wie ich finde, nicht sehr leichte Gradwanderung.

    Liebe Grüße, Wichtelmama

    Einmal editiert, zuletzt von Linde66 (24. März 2026 um 22:08) aus folgendem Grund: Webadresse entfernt.

  • Danke, ich schaue da mal nach. Es fällt mir noch sehr schwer ihn als Alkoholiker zu "outen". Vor allem, da ich bei einem befreundetem Paar nach Rat gefragt habe und es hintenrum bei einer verwandten Person von ihm angekommen ist. Da er sich aktuell einigermaßen kooperativ verhält will ich die Waage vor seinem Auszug nicht zu sehr kippen. Andererseits will ich ihn nicht mehr vor den Konsequenzen schützen und dann aber doch nicht über ihn "tratschen". Gleichzeitig tut es so gut endlich über diesen Teil meines Lebens zu sprechen, dass es manchmal aus mir heraussprudelt... Es soll aber bei den Kindern nicht einfach raussprudeln sondern gut überlegt sein.

  • Ich merke ich brauche es heute eine für mich sehr befremdliche/abstoßende Situation zwischen meinem Mann und Kind1 zu schildern.

    Ich weiß nicht ob das hier so wirklich hingehört, aber wohin sonst?

    Mein Mann hat sich noch nie wirklich und nachhaltig bei den Kindern durchsetzen können. K1 hat es raus, dass es nur lange genug weinen/nerven/diskutieren muss und Papa knickt ein und entzieht sich der stressigen Situationindem er seinen Trinkort aufsucht (mal war es der Keller, dann die Garage, etc.). Das sorgt auch immer wieder für Streit auf Erwachsenenebene. Heute versuchte er sich in einer Situation durchzusetzen und bei seinem Nein zu bleiben. Das ging soweit, dass ich beide weinend angetroffen habe. K1 quengelnd/schreiend nach dem was es forderte und den Mann weinend weil er Nein sagen muss. Ich habe schließlich die Situation übernommen weil ich die emotionale Verantwortungsübertragung von ihm auf K1 nicht mehr dulden wollte. Er war zunächst noch heulend im Raum bis ich ihn rausgeschickt habe, woraufhin er dann erstmal zum Trinken verschwunden ist... Ich durfte dann einen heftigen Emotionalen Ausraster mit K1 bearbeiten....

    Sowas trifft mich immer wieder heftig und lässt mich auf die getrennte Zukunft hoffen.

  • Hallo Baerenmama.

    Ich habe den Eindruck, du bist auf einem guten Weg. Und ich wünsche dir wirklich Bärenkräfte deinen Weg strikt weiterzugehen. Für dich und deine Kinder.
    Hut ab. Dass du dich nicht vor seinen Karren spannen lässt.

    LG, Simsalabim

  • Oh Bärenmama, ich habe gesehen, dass du auch in meinem Faden geantwortet hast! Wir 2 dürften gerade in der selben Lage stecken! :( Wie geht es dir damit dass dein Mann nun weg ist (er ist schon ausgezogen richtig?)? Hat sich bei dir schon dieses befreiende Gefühl eingestellt? Ich muss mir auch ständig vor Augen halten warum jetzt alles so ist wie es ist um nicht zu zweifeln zu beginnen... Ich hoffe deinen Kindern geht's gut- meine sagen mir tatsächlich jeden Tag wie froh sie sind, dass Papa nicht mehr bei uns ist. Das zeigt mir, wie richtig die Entscheidung war! Wünsche euch alles Gute 💖

  • Hallo releaseme,

    Nein mein Mann ist noch da. Ich bin aktuell sehr froh, dass wir es schaffen die finanziellen Aspekte der Trennung gemeinsam vorzubereiten. Er scheint die Trennung akzeptiert zu haben und auch, dass aktuell keine andere Option mehr besteht. Geplant ist, dass er zum Sommer auszieht wenn seine Wohnung wieder frei ist.


    Mir geht es aktuell trotzdem sehr viel besser. Ich schaffe es meistens mich auf mich und die Kinder zu konzentrieren, bzw alles vorzubereiten, dass es nach seinem Auszug gut organisiert ist. Es ist viel mit Arbeit, Kindern und Organisation aber ich habe viel mehr Kraft. Ich verstecke mich viel weniger in meinem Handy und schaffe deutlich mehr.

    Mein Mann dümpelt vor sich hin und trinkt weiter, aber ich schaue gar nicht mehr hin. Es interessiert mich nicht mehr (meistens😅).

    Den Kindern werde wir die Trennung und den bevorstehenden Auszug mitteilen, sobald klar ist wie wir das mit dem Haus und den finanziellen Verpflichtungen hinbekommen.

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