Mvh - Wie helfe ich einem Alkoholkranken Vater

  • Hallo ich bin neu hier. Meine Mutter trennt sich gerade von meinem Vater. Er ist schon seit Jahren abhängig und will keine Hilfe. Ich weiß nicht was ich machen soll. Es ist ja mein Vater. Meine Mutter hat eine einstweilige Verfügung gegen ihn gemacht und er wird spätestens morgen darüber informiert. Ich habe solche Angst das er sich was antut. Aber ich möchte keine Hilfe. Habe ihn heute angerufen aber er lehnt jede Hilfe ab

  • Ja wenn er keine Hilfe will, hilfst Du ihm, indem Du ihm nicht hilfst.
    So lange er halbwegs bei Verstand ist, ist es seine Entscheidung, was er mit sich machen lässt.
    Da kommts nicht drauf an, was Du gut finden würdest, sondern es ist sein Leben und nicht Deins.

    Seine Aussagen sind doch eindeutig, oder nicht?

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • hallo mv

    dein vater ist ein erwachsener mensch und in unserem land hat jeder das recht sich mit legalen drogen langsam umzubringen. ich weiß das dir diese antwort nicht gefällt, aber es ist leider so.

    zumal kein mensche unter zwang trocken wird. sperr ihn ein und er wird genau so lange nicht trinken bis die tür wieder auf geht. leben muß man wollen.

    das ist jetzt wahrscheinlich ein schlag ins gesicht für dich. klar du liebst deinen vater und willst helfen. du könntest hier was für dich tun wenn du bleibst, du könntest hier lernen mit deinen schuldgefühlen klar zu kommen und diese irgendwann abzulegen um aus dem teufelskreis auszusteigen. hier sind etliche denen es geht wie dir, die meisten sind gekommen um einem elternteil zu helfen. nun helfen sie sich selbst und menschen die hilfe wirklich wollen.

    denk mal drüber nach ob es nicht auch für dich sinn macht hier zu bleiben und was für dich zu tun. denn sein trinken hat auch dir geschadet, das ist ziemlich sicher.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Danke für die Antwort. Im Moment ist alles so unwirklich. Ich kann meine Mutter auch verstehen, dass sie das nicht mehr will und endlich leben will. Mir fällt das echt noch so so schwer

  • klar, da ist der spagat zwischen herz und hirn. das ist eine zerreisprobe die niemand erleben sollte. dein vater zwingt sie dir auf weil er sich dazu entschieden hat sich in seiner abhängigkeit einzuigeln. bei uns gabs das ähnlich, ich hab die kurve gekriegt mein mann hat sich tot gesoffen und unsere kinder standen daneben. 2 haben sich lösen können die anderen beiden haben immer noch probleme, davon geht eine zur therapie die andere leider nicht.

    deswegen meine ich ja das du hier bleiben solltest um mit deinen gefühlen umgehen zu lernen, damit du dich aus diesem teufelskreis aus dem wunsch zu helfen selbstzweifeln und selbstvorwürfen raus kommst. ihm kannst du absolut nicht helfen. er will nicht und damit ist alles gesagt. sieh es von der seite, er will sich weiter aus der realität schießen und ihm ist es scheiß egal wie es dir und deiner mutter damit geht. das hilft oft den angehörigen den ersten schritt in die freiheit zu machen.

    hier wirst du für dich eine menge menschen und themen finden die dir helfen damit klar zu kommen ohne dich selbst zu zerfleischen.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Linde66 7. Mai 2026 um 16:50

    Hat den Titel des Themas von „Wie helfe ich einem Alkoholkranken Vater“ zu „Mvh - Wie helfe ich einem Alkoholkranken Vater“ geändert.
  • Hallo Mvh,

    herzlich Willkommen hier bei uns. Du hast vielleicht mit anderen Antworten gerechnet, einem guten Plan, Adressen oder ähnlichem. Aber es ist wie schon geschrieben, daß er nur von sich aus trocken werden kann. Die erste Adresse für ihn ist sein Hausarzt.

    Du hast unseren Bewerbungslink gefunden und ich habe dich gerade freigeschaltet und dein Thema in den EKA-Bereich (erwachsene Kinder von Alkoholikern) verschoben.

    Eine Frage noch, bist du über 18?

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Dann steht dem Erfahrungsaustausch hier im Forum nichts mehr im Wege.

    Du kannst dich jetzt überall beteiligen, nur bitte in den ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Teilnehmern mit den orangeroten Namen.

    Oben im EKA-Bereich ist ein Thema angepinnt: Merkmale für ein EKA. Wenn du mal reinlesen magst.

    Liebe Grüße, Linde

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    - Nightbirde

  • An sich musst Du überhaupt gar nichts machen.
    Das ist nur insoweit Dein Problem, wie Du es zu Deinem Problem machst.
    Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, seinen Angehörigen zu helfen.
    Dein Vater kann selbst irgendwo hin gehen, wo er Hilfe kriegen würde, aber das will er ja nicht. Also muss er mit den Konsequenzen seines Handelns leben, auch wenn ihm das überhaupt nicht passt.

    Bei der einstweiligen Verfügung müsste man erst mal wissen, was drin steht, und Rechtsberatung darf hier niemand machen. Auch da muss er wo hin, wo jemand dazu berechtigt ist, ihn zu beraten.

    Was heisst, er steht vor dem Nichts? Wird er obdachlos? Und da gibts vermutlich ein Sozialamt, da muss er auch selbst hin.

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  • Da kannst Du nicht viel machen.
    ich lasse mir auch nicht in mein Leben reinreden, deswegen verstehe ich solche Haltungen wie seine. Und das muss auch niemand verstehen, was ich mache, nur akzeptieren.

    Es ist ja schon schwer genug sich selbst zu ändern, bei einem Anderen klappt das nie. Und auch wenn er Dein Vater ist, hat er eben sein eigenes Leben.

    In welche Richtung könntest Du Dich denn ändern, damit es Dir damit besser geht? Lebst Du in seiner Nähe? Kannst du mehr Abstand zu ihm halten? So wie Deine Mutter das vielleicht jetzt auch tut?

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  • Wir wohnen in einem Dorf. Ich habe ein Haus und er wohnt mit meiner Mutter in einer Wohnung. Sie ist jetzt seit fast einer Woche bei uns und hat beim Familiengericht eine einstweilige Verfügung gemacht so das er morgen aus der Wohnung muss. Was er dann macht, keine Ahnung. Ich habe heute nochmal mit ihm telefoniert und er meine, dass er seit Samstag nichts getrunken hat und er keine Hilfe braucht. Ich finde es so schlimm, dass er es nicht einsieht. Meine Mutter will sich definitiv scheiden lassen. Das kann ich auch voll und ganz verstehen. Wir haben schon seit Jahren mit seiner Abhängigkeit zu kämpfen. Ich bin Einzelkind und liebe einfach beide und mir geht es so schlecht mit dieser Situation. Ich habe Angst das er sich was antut.


    Ich weiß das es sein Leben ist aber hätten wir ihm nicht früher helfen müssen? Ich bin stolz auf meine Mutter, dass sie das endlich durchzieht trotzdem tut es mir wahnsinnig weh und leid

  • Mein Vater fragte bei solchen Gelegenheiten nur "willst Du mich kontrollieren" und gab den Leuten Hausverbot, damit ihm niemand reinredete. Er verweigerte Hilfe auch total. Ich hab ihn eines Tages gefragt, ob er in seiner Verwahrlosung leben will, da hat er ja gesagt und ich habe das akzeptiert. Da hat er halt so gelebt.

    Es gibt übrigens ein Gerichtsurteil, dass man so leben darf und dass das kein Grund ist, einzugreifen. Da steht das Recht zur Selbstbestimmung drüber.

    Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich Dir sagen, dass mich mehrere Menschen bearbeitet haben und meine Frau hat sich ca. 13 Jahre lang wegen meinem Alkoholkonsum mit mir gestritten und das änderte gar nichts. Ich hab zwar versucht, irgendwie was zu machen und zu reduzieren, aber wenn die Gier kam, kam eben die gier und dann war ich wieder betrunken. Aber ich konnte mir nicht vorstellen, aufzuhören, lieber wäre ich gestorben und das tatsächlich. Erst als ich das hatte, was man einen Tiefpunkt nennt, habe ich aufgehört. Und damit gehöre ich trotzdem noch zu den wenigen Prozent, die dauerhaft aufgehört haben. Die meisten kommen erst unten an, wenn anderthalb Meter Erde auf ihrem Sarg liegen.

    Das sage ich Dir von wegen dem früher. Erst habe ich selbst überhaupt kein Problem gesehen, dann fand ich das unverschämt, mir was zu unterstellen, und außerdem erlebt man das in dem Stadium nicht als Hilfe, sondern dass einem jemand das Liebste wegnehmen will. Und fast jeder glaubt, er könnte sowieso aufhören, wenn er wollte, die Anderen haben einen an der Waffel.

    Das ist die Situation. Und mit der musst Du irgendwie umgehen.

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  • Und da ist das Problem. Damit umgehen. Aber wie? Mir schnürt es fast die Luft ab und ich weiß nicht wie ich es begreifen soll. Mein Mann ist für mich da und er sagt auch es ist nicht deine Schuld sondern die deines Vaters. Er will und wollte so leben.

  • Es ist sogar relativ wahrscheinlich, dass er Dich als seine Feindin betrachten wird, wenn Du ihm die Hilfe aufdrängst. Hilfe bringt nur dann was, wenn sie von Gegenüber gewünscht wird. Alles andere ist auch übergriffig.

    Hier im Forum und auch anderswo gibt es richtiggehende Kriege, wenn jemand einen Angehörigen gegen seinen Willen vom Trinken wegbringen will. Eine altbekannte Erfahrung ist, es bringt überhaupt nichts außer Ärger und verschwendete Lebenszeit, wenn das nicht aus demjenigen selbst kommt.
    Und viele Angehörige probieren wirklich alles, was denkbar ist.

    Das geht nicht um Schuld. Alkohol ist eine Droge, und bei manchen wirkt sie so, dass sie zum Wichtigsten im Leben wird. So das Du Dir gleich die Kugel geben könntest, wenn Du aufhörst. Da spielen Angehörige keine Rolle mehr. Man würde die berühmte Großmutter dafür verkaufen.

    Was genau spielt es für Dich persönlich für eine Rolle, dass er so ist? Geht es da um den Ruf der Familie oder brauchst Du ihn für irgendwas? Irgendwann stirbt er doch sowieso vor Dir, auch wenn er jetzt nicht trinken würde, mal hart gesagt.

    Du kannst natürlich auch noch Jahre Deines Lebens da dran hängen, das wäre dann Deine Art, Dein Leben zu gestalten. Gut wirds Dir damit vermutlich nicht gehen. Das ist so Deine Entscheidung wie seine Entscheidung seine ist. Willst Du das?

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  • Es geht mir darum, dass er dann niemanden mehr hat. Keine Wohnung, keine Frau, keine Familie. Natürlich mache ich mir auch Gedanken ob er sich das Leben nimmt und was andere Menschen denken oder sagen. Ich brauche ihn nicht für irgendwas, da ich immer alles für meine Eltern erledige und geklärt habe. Und das geht dann jetzt eben nicht mehr.

  • Da kann ich jetzt nicht mehr mitreden, solche Familienverhältnisse wären mit viel zu eng. Da wäre ich schon lange draus ausgebrochen bzw. das bin ich auch.

    Ich kann Dir nur noch raten, hier Angehörigengeschichten zu lesen, damit Du siehst, dass es Anderen genau so geht und was die machen.

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  • Hallo Mvh,

    es ist verständlich, dass du aufgebracht bist, aber du musst dich beruhigen. Atme tief durch und sortiere deine Gedanken. Deine Mutter braucht dich.

    Ich möchte dir ein paar Gedanken mitgeben:

    Wie kann ich denn jetzt damit umgehen? Mein Vater steht quasi vor dem nichts.

    Du musst mit gar nichts umgehen. Das ist sein Problem, nicht deins. Das Problem kommt ja auch nicht von heute auf morgen. Er weiß, auf was er sich eingelassen hat.

    Ich weiß auch nicht wie das mit der einstweiligen Verfügung läuft?! Hat damit jemand Erfahrungen

    Auch sowas hat eine Vorgeschichte. Ich habe sowas damals für meinen Mann auch durchgezogen. Dafür muss etwas vorgefallen sein, was nicht zu bagatellisieren ist. Das Gericht teilt beiden Seiten mit, wie die Regeln sind. Und da wird auch berücksichtigt, ob es deiner Mutter weiter zugemutet werden kann, mit ihm unter einem Dach zu leben. Sieh es mal aus Ihrer Perspektive.

    Ich habe Angst das er sich was antut.

    Wenn er das will, dann kannst du ihn nicht davon abhalten. Es ist nicht deine Aufgabe und es liegt nicht in deiner Macht ihn davon abzubringen.

    Ich weiß das es sein Leben ist aber hätten wir ihm nicht früher helfen müssen?

    Nein. Du kannst ihm nicht helfen und das konntest du vor einigen Jahren noch viel weniger. Sei für deine Mutter da.

    Es geht mir darum, dass er dann niemanden mehr hat. Keine Wohnung, keine Frau, keine Familie.

    Mein Mann hat auch alles verloren und hatte dann keine Wohnung und niemanden mehr. Aber das ist nun einmal die Konsequenz aus seinem Handeln. Zieh dir den Schuh nicht über. Dein Vater hat jetzt damit die Chance Einsicht zu gewinnen und etwas zu ändern. Aber das kann er nur erfolgreich aus eigenem Antrieb. Je mehr ihr ihn betuddelt, um so geringer ist die Chance auf Änderung. Warum auch, wenn es weiter läuft?

    LG ☀️

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