Olli57 - co-abhängige Mutter

  • Hallo an Alle hier,

    ich bin 69 Jahre alt und meine Tochter ist 45 und lebt 500 km entfernt.

    So hab ich erst sehr spät erfahren, dass sie seit über zwei Jahren nach langer Trockenheit ( 3 Jahre) wieder rückfällig geworden ist.

    Wenn sie uns besucht hat gab es keinen Alkohol und sie hatte aus meiner Sicht keine Entzugserscheinungen.

    Nun hab ich von ihrem ehemaligen Lebensgefährten erfahren, dass sich meine Tochter fast täglich betrinkt. Euer Rat wäre hilfreich.

    Danke Olli

  • Hallo Olli,

    herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.
    Es ist als Vater bestimmt sehr schwer auszuhalten, aber du kannst nichts tun. Wir können unsere Angehörigen nicht vom Alkohol befreien, dass ist ein Wunsch, der sich nicht erfüllen wird, denn er muss von deiner Tochter ausgehen.
    Wenn sie 2 Jahre wirklich trocken war, sollte sie den Weg dahin kennen.

    Magst du dich hier austauschen, dann klicke unten auf den Link, schreib einen kurzen Satz dazu. dann schalten wir dich für den Austausch frei.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Marie04 5. Juli 2026 um 12:45

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellung“ zu „Olli57 - Vorstellung“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet,Olli57.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo,

    Nachdem ich mich vor Tagen angemeldet habe möchte ich nun mein Problem schildern. Ich bin fast 70 meine Alkoholabhängige Tochter 45 Jahre alt. Sie lebt 500 km von uns entfernt so dass wir uns nicht oft sehen aber regelmäßig telefonieren oder texten.

    Meine Tochter hat eine lange Alkoholgeschichte. Das führte dazu, dass Partnerschaften nicht lange hielten. Vor 8 Jahren hatte sie einen Entzug erfolgreich abgeschlossen und war 4 Jahre trocken.

    Vor drei Jahren wechselte sie den Ort und zog zu einem Partner.

    Wenn uns meine Tochter besucht hat gab es in unserem Zuhause keinen Alkohol und wir haben auch keinen getrunken. Ich trinke keinen Alkohol.

    Meine Tochter hat mir immer wieder versichert, dass sie trocken ist. Entzugserscheinungen oder Ausfallerscheinungen habe ich nie festgestellt auch im Urlaub nicht. Nach zwei Jahren Partner weg, neuer Partner her. Mutti hat Wohnung eingerichtet, Auto zum größten Teil finanziert und gehofft, dass es meiner Tochter gut geht.

    Nun hat mir ihr Lebensgefährte mitgeteilt, dass meine Tochter schon lange wieder trinkt, den Job verloren hat, keinen neuen findet weil sie sich mit einer Fahne vorgestellt hat. Sie erhält keine Grundsicherung vom Jobcenter weil die Unterlagen nicht vollständig waren und sie den Mimijob nicht angegeben hatte.

    Die Beziehung ist inzwischen beendet und der ehemalige Partner hat den Untermietvertrag gekündigt.

    Meine Tochter ist nicht mehr krankenversichert. Sie hat mir vor zwei Wochen fünf Zahnarztrechnungen gemailt, da ein Inkassobüro bereits beauftragt war. Ich hab natürlich bezahlt.

    Es gab dann noch ein Telefonat in dem ich ihr gesagt habe was sie alles tun muss um Ordnung zu schaffen.

    Zwei Tage später erhielt ich ganz bösartige Anrufe und Textnachrichten aggressiv, beleidigend, ich hätte ihr Leben zerstört. Ganz schlimme Anschuldigungen gegenüber meinem Mann, der sich immer um sie gekümmert hat.

    Das war alles so schlimm, dass ich den Kontakt blockiert habe. Meine Tochter wird am 05.08. Wohnungswesen, ohne Krankenversicherung,ohne Einkommen.

    Ich werde ihr nicht mehr helfen. Ich muss es laufen lassen alles Andere macht mich krank.

    Wie würdet ihr euch verhalten?

    Vielen Dank fürs Lesen.

    Olli 57

  • Linde66 9. Juli 2026 um 13:12

    Hat den Titel des Themas von „Olli57 - Vorstellung“ zu „Olli57 - co-abhängige Mutter“ geändert.
  • Hallo Olli,

    herzlich Willkommen auch von mir.

    Nicht wundern, ich habe deine Beiträge zusammengelegt, damit es übersichtlich bleibt.

    Respekt, wie du dich gegenüber deiner Tochter verhältst. :thumbup:Vielleicht wacht sie auf, vielleicht nicht. Das kann niemand vorhersagen.

    Aber du steigst aus der Co-Abhängigkeit aus. Du darfst dich schützen und abgrenzen und dafür sorgen, daß es dir gut geht.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Danke Linde für deine Antwort.

    Ich fürchte es wird dann aber noch schlimmer. Irgendwann wird meine Tochter vor der Tür stehen und um Einlass bitten. Das haben wir schon als sie noch jünger war zweimal erlebt. Wir haben sie aufgenommen und ihr geholfen ihr Leben wieder in Ordnung zu bringen.

    Ich kann das nicht mehr. Ich habe keine Kraft mehr. Ich bin so enttäuscht und verärgert dass ich sie wieder wegschicken möchte.

    Zu Ihrem Vater kann ich sie nicht schicken. Es ist ein episodischer Trinker, war er als ich ihn verlassen habe. Die Episoden wurden immer kürzer und ich wollte mich und meine Töchter schützen.

    Liebe Grüße Olli57

  • Hallo Olli,

    ungestoppt wird Alkoholismus immer schlimmer. Leider ist das so. Die Spirale dreht sich immer weiter abwärts, wenn der Betroffene nicht von selbst sein ganzes Leben umkrempelt.

    Ihr habt ja schon gefühlt alles mehrfach durch. Ihr könnt ihre Rechnungen bezahlen, ihr Leben in Ordnung bringen usw. usw., aber unterm Strich hat sie dann einfach nur mehr Geld übrig um Alkohol zu kaufen...

    Vielleicht macht es Klick, wenn sie ihren Tiefpunkt hat. Aber nicht einmal da gibt es eine Garantie, daß sie dauerhaft aufhört.

    Hast du dir schon überlegt, was du/ihr dann tut, wenn sie vorm Elternhaus auftaucht? Sie wird alle Register ziehen von Tränendrüse bis Aggression, das kannst du hier im Angehörigenbereich zig-fach nachlesen.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Liebe Lindi,

    Auch wenn das jetzt hart klingt, wir werden sie nicht mehr aufnehmen. Auch wenn wenn ich sie für immer verliere, auch wenn sie unter Tränen alle Register zieht, wir nehmen sie nicht mehr auf.

    Liebe Grüße Olli57

  • Das ist gut, Olli, sonst geht Ihr beide kaputt.

    Vielleicht ist es leichter für Dich, das im Fall des Falles auch durchzuhalten, wenn Du etwas vorbereitest, was Du Ihr dann in die Hand drücken könntest?

    Kein Geld natürlich, aber vielleicht eine Liste mit örtlichen Anlaufstellen inkl. Obdachlosenheim, vielleicht auch einen Glücksbringer und eine Art Abschiedsbrief, in dem Du die Verantwortung für ihr Leben noch einmal bewusst an sie zurückgibst?

    Und auch deutlich machst, dass Du notfalls noch mal die Polizei rufst, weil die ihr vielleicht noch helfen kannst - du aber nicht mehr?

    Wie sie damit umgeht, ist ihre Sache, aber Du zeigst damit noch einmal auf, dass sie Dir trotz Deiner absolut berechtigten und alternativlosen Abgrenzung nicht egal ist, es aber nur unabhängig von Dir Wege zur Hife gibt - und es ganz allein an ihr liegt, diese für sich zu nutzen.

    Vielleicht fühkt es sich durch dieses Ritual dann weniger herzlos für dich an?

  • Liebe Rennschnecke,

    Danke für deine guten Ratschläge. Ich leide wie ein Hund, sie ist doch meine Tochter.

    Aber ich werde mich für den Fall der Fälle vorbereiten und werde mich auch mal mit unserer Suchberatunghier vor Ort in Verbindung setzen.

    Liebe Grüße Olli57

  • Liebe Olli,

    nur Anregungen, keine R...schläge - und das auch nur, weil ich nicht nur trockene Alkoholikerin bin, sondern lange Zeit auch Co von zwei Geschwistern mit anderen Suchtmitteln war ...

    Ja, nimm alle Hilfe, die Du bekommen kannst, und lies dich hier ein.

    Ich stelle es mir für eine Mutter auch noch mal ganz anders schwer vor als für andere Betroffene.

    (Zu meinem einen immer noch seinem Suchtmittel voll verhafteten Geschwister habe ich gar keinen Kontakt mehr (Ghosting von ihm ) und bin inzwischen fast froh darüber. Für den verbliebenen hochbetagten Elternteil ist das weitaus schwerer und nach wie vor unbegreiflich.)

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