Bergfloh - Ein grosser Schritt

  • Gestern war ein langer Tag mit einer anschliessenden Sitzung. Als ich in die Runde der Sitzungsteilnehmer schaute, sah ich, wer immer gerne nach den Sitzungen versumpft. Ich will nicht hochnäsig rüberkommen, aber ein Mitglied ist richtig aufgeschwemmt, hat rote Augen und den dicken Bauch gabs auch nicht umsonst.

    Für das anschliessende Essen mit Trinken habe ich mich schon vorgängig entschuldigt gehabt und da ich ausnahmsweise kein Auto hatte, bin ich einige Kilometer gelaufen, bis mein Mann mich aufgegabelt hatte.

    Eure Erfahrungen nehme ich ernst und gehe möglichst den Besäufnissen aus dem Weg.

    Heute habe ich frei und geb mir Sorg, Training und Friseur, was will man mehr? :lol:

  • Heute Nacht zum ersten Mal seit meiner Abstinenz einen Traum gehabt, in dem ich Trinke. Ich weiss, dass ich mich noch gewundert hatte, he, trinke doch nicht mehr.

    Beängstigend, dass das Unterbewusstsein so bringt. Vom Tabak träume ich nicht, obwohl ich seit mehr als einem Monat erst aufgehört hatte.

  • Traum gehabt, in dem ich Trinke

    Das kam und kommt bei mir öfter vor. Kein Grund zur Sorge. In Träumen wird halt ein Stück weit das eigene Leben verarbeitet. Ich habe viel gesoffen, warum sollte mein Hirn das plötzlich komplett ausblenden.

    Vom Tabak träume ich nicht

    Kenne ich, dürfte bei Dir noch kommen.

    Miss dem Ganzen bloß keine negative Bedeutung bei. Das wäre ein Fehler.


    Ich sehe es als kleinen Fingerzeig, dass da noch was ist, nämlich die Krankheit. Von all dem gesunden Leben könnte ich mich sonst noch für geheilt halten. ;) Nee, kleiner Scherz.


    Aber so ein gelegentlicher Anstubser kann mir nicht schaden, sei es in Träumen oder durch einen der selten gewordenen Trinkgedanken.


    Ich komme damit gut klar.

  • Beängstigend, dass das Unterbewusstsein so bringt.

    Nach meinem ersten Alkoholtraum war ich fix und fertig und heilfroh, dass es nur ein Traum war.
    Es folgten noch zwei weitere und das war es dann, bis heute.

    Das Gehirn verarbeitet den Tag, die Eindrücke und Dinge die uns auch über einen längeren Zeitraum beschäftigen.
    Es wird aufgeräumt, umgeräumt und sortiert und dabei stolpert es über Verhaltensmuster mit Alkohol, die gerade am Anfang noch immer oben auf liegen
    Das Gehirn testet diese Muster um sie neu zu bewerten und der Traum ist geboren.

    Für mich ist/war es ein gutes Zeichen, auch wenn ich keinen der Träume nochmal träumen will;)

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hässlich, wenn man von der eigenen Sucht träumt. Vor allem war es ein Whiskyglas, das ich geleert hatte. Ich trank nie harte Sachen, sondern Wein und Bier.

    Es geht mir so gut 🙃 heute gehts wieder ins Training. Bald habe ich den ersten Monat

  • Bald habe ich meinen ersten Monat voll.

    Mein Schlaf ist immer noch unberechenbar, aber letzte Nacht habe ich so toll und erholend geschlafen!

    Heute steht mir ein Gespräch bei der Arbeit bevor. Früher hatte ich mich dermassen geärgert und am Abend einen/zwei Weinflaschen geöffnet. Ich war eine Frustdrinkerin. Heute packe ich den Stier bei den Hörnern und gehe es endlich an! Ich habe das Gespräch gewünscht und will Verbesserungen, ansonsten suche ich mir etwas anderes.

    Also, Ärmel hoch, nicht jammern, anpacken. Und wenns nicht gut läuft, ab ins Training

  • Ich war eine Frustdrinkerin.

    Aha, und gute Laune und Erfolge wurden wohl ausschließlich mit Wasser begossen?:)

    Das klingt mir etwas nach Ausrede. So habe ich auch mal anfangs gedacht, um mir meine Sicht schön zu reden und zu denken. War ein Fehler. Ich habe immer gesoffen, den Frust runtergespült und die Erfolge gefeiert.


    Nicht der äußere Anlass war entscheident, sondern meine innere Sucht. Sie schrie nach ihrem Tribut und musste bedient werden.

  • Bergfloh, willkommen bei uns. Etwas spät, aber ich habe deinen Thread gerade einmal überflogen. Und ja, ich erkenne einiges davon aus meiner eigenen Erfahrung wieder. ;)

    Am Anfang versucht man, das eigene Trinkverhalten irgendwie zu sortieren. Viel von diesem nassen Denken nimmt man aus der aktiven Zeit mit ins trockene Leben: Frusttrinken, Stress, Belohnung, zu Hause schlimmer, auf Veranstaltungen kontrolliert. Das klingt erst einmal logisch. Ist aber eben noch die alte Einteilung aus der nassen Zeit.;)

    Nur: Wenn eine Sucht da ist, interessiert sie diese Einteilung herzlich wenig. Ob Frust, Freude, Stress, Feier oder Belohnung. Der Mensch liefert den Grund, die Sucht will das Ergebnis.

    „Ich war Frustdrinkerin“, um bei deinem Beispiel zu bleiben, beschreibt deshalb für mich ein Muster, aber nicht die Abhängigkeit. Heute ist es der Frust, morgen gibt es etwas zu feiern und übermorgen ist einfach ein schöner Abend. Die Sucht ist bei ihren Begründungen erstaunlich kreativ.

    Da arbeitet sie zuverlässiger als so mancher Sachbearbeiter. Auch dieses „dort hatte ich mich im Griff“ kenne ich. Im Nachhinein sehen solche Situationen schnell besser aus.

    Da ging es doch. Da habe ich nicht weitergetrunken. Da war alles kontrolliert. Nur sagt das über die Sucht wenig aus. Entscheidend ist nicht die einzelne Situation, in der es einmal funktioniert hat.

    Genau da sitzt für mich das nasse Denken. Nicht erst bei „Ich will trinken“, sondern schon dort, wo alte Erklärungen weiterleben und Alkohol im Rückblick noch Bedingungen bekommt, unter denen er angeblich funktioniert hat.

    Was ich bei dir gut finde. Du schaust hin, erkennst Muster und suchst andere Wege für Ärger und Frust. Das ist ein guter Anfang.

    Was dir später aber auf die Füße fallen kann, ist die fehlende Risikominimierung. Dieses „da muss ich halt dabei sein“ oder „das gehört eben dazu“ mag beruflich oder gesellschaftlich logisch klingen. Die Sucht interessiert das nur nicht. Sie diskutiert nicht darüber, ob ein Termin wichtig ist oder ob du glaubst, dort sicher zu sein.

    Trocken werden heißt nicht nur, nichts mehr zu trinken. Es heißt auch, nicht mehr jedes Risiko mitzunehmen, nur weil der Kopf noch eine vernünftige Begründung dafür findet.

    Dir weiterhin alles Gute auf deinem Weg.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Aha, und gute Laune und Erfolge wurden wohl ausschließlich mit Wasser begossen?:)

    Das klingt mir etwas nach Ausrede. So habe ich auch mal anfangs gedacht, um mir meine Sicht schön zu reden und zu denken. War ein Fehler. Ich habe immer gesoffen, den Frust runtergespült und die Erfolge gefeiert.


    Nicht der äußere Anlass war entscheident, sondern meine innere Sucht. Sie schrie nach ihrem Tribut und musste bedient werden.

    Du hast völlig recht, ich habe immer einen Grund zum Saufen gehabt 😅

    Ohweh, wenn ich ganz ehrlich bin, üüübel. Heute das Gespräch wegen dem Job gehabt. War richtig schlimm. Werde neuen Job suchen müssen.

    Aber ich bin es endlich angegangen, habe es angesprochen und gesehen, dass ich mit meinem Problem nicht durchkomme.

  • Werde neuen Job suchen müssen.

    Aber ich bin es endlich angegangen, habe es angesprochen und gesehen, dass ich mit meinem Problem nicht durchkomme.

    Wer weiß, wofür es gut ist. Schließt sich die eine Tür, öffnet sich womöglich ein anderes Türchen.


    Alles kein Grund zum Saufen. Nüchtern lässt sich so ein Jobwechsel besser und erfolgreicher angehen, sofern es wirklich dazu kommen sollte und heute nicht erst mal "Dampf ablassen" angesagt war.

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