Mom_of_two - Ein auf und ab…

  • Hallo Mom,

    das ist ja eines der großen Probleme im Zusammenleben mit einem Abhängigen. Du kannst nichts machen, ihn nicht ändern oder vom Trinken abhalten oder so. Wenn er es selbst nicht will. Machen kannst du nur was für dich selbst und für die Kinder.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich finde es auch nicht normal aber weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was ich noch sagen oder machen soll, damit er zur Besinnung kommt 🙁

    Ich glaube, es gibt nichts, was man da tun kann…

    Richtig, ihn kannst du nicht zur Besinnung bringen. Und das musst du dir ganz klar vor Augen führen. Du kannst gar nichts tun. Und das nichts damit zu tun, ob er dich und/ oder die Kinder liebt oder nicht.

    Aber du bist erwachsen und hast die Verantwortung für deine Kinder. Sie können sich nicht selbst aus der Situation befreien.

    Das muss man sich mal klar machen, deine Tochter kommt morgens in ihr vollgepinkeltes Kinderzimmer 8|8|8|. Wie hast du ihr das denn erklärt?! Kannst du deinem Mann nicht klar machen, dass das so nicht weitergeht und er für ein paar Tage zu seinen Eltern, zu nem Freund oder in eine Pension oder wo auch immer hin gehen soll, damit ihr mal Abstand bekommt und du mit den Kindern zur Ruhe kommen kannst?

  • Richtig, ihn kannst du nicht zur Besinnung bringen. Und das musst du dir ganz klar vor Augen führen. Du kannst gar nichts tun. Und das nichts damit zu tun, ob er dich und/ oder die Kinder liebt oder nicht.

    Aber du bist erwachsen und hast die Verantwortung für deine Kinder. Sie können sich nicht selbst aus der Situation befreien.

    Das muss man sich mal klar machen, deine Tochter kommt morgens in ihr vollgepinkeltes Kinderzimmer 8|8|8|. Wie hast du ihr das denn erklärt?! Kannst du deinem Mann nicht klar machen, dass das so nicht weitergeht und er für ein paar Tage zu seinen Eltern, zu nem Freund oder in eine Pension oder wo auch immer hin gehen soll, damit ihr mal Abstand bekommt und du mit den Kindern zur Ruhe kommen kannst?

  • […]

    Ich bin zu doof um auf Beiträge zu antworten… entschuldigt bitte!

    Meine Angst ist glaub ich, dass ich es mir nicht leisten kann zu gehen. Ich verdiene knapp einen 1000er im Monat und so viel kostet mindestens die Miete bei uns, wenn ich mir mit den Kindern eine Wohnung etc. nehme. Wovon sollen wir leben? Wisst ihr, was ich meine?

  • Alles eine Frage der Übung, nicht der Intelligenz 😉.

    Du bist ja nicht die erste Frau in dieser Lage. Dafür gibt es verschiedenste Hilfsangebote. Bestimmt können Dir hier andere Frauen aus eigener Erfahrung mehr dazu sagen.

    Du und Deine Kinder, Ihr müsst das nicht aushalten - zumal es mit der Zeit immer schlimmer werden wird, wenn die Sucht mehr und mehr Besitz von ihm ergreift.

  • Hallo Mom of two,
    ich habe in Deinem thread gelesen, bin selber Alkoholikerin und ich glaube, mein inzwischen verstorbener Vater war auch Alkoholiker... ich möchte gerne mit Dir teilen, dass ich ein paar Mal als Kind mitbekommen habe, wie er nachts sturzbesoffen nach Hause gekommen ist und sich im Bad (nicht in die Toilette) übergeben hat...
    Das war für mich als Kind unfassbar schlimm und ekelhaft. Dieser Kontrollverlust einer Person, die mir Sicherheit vermitteln sollte, hat mir große Angst gemacht. Bitte unterschätze nicht, was solche Dinge und generell das Trinken Deines Mannes mit Kindern machen können.
    Natürlich verstehe ich, dass eine (räumliche) Trennung schwierig ist, besonders wenn man erstmal nicht finanziell abgesichert ist... aber dafür gibt es Hilfsangebote und Unterstützung, wie hier ja auch schon geschrieben wurde.
    Wenn Du Dich selber nicht beschützen möchtest, dann aber vielleicht doch Deine Kinder?
    Ich wünsche Dir viel Kraft und Klarheit!

    Liebe Grüße
    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Hallo Mom of two,

    nimm das nicht mehr so hin, allein schon wegen der Kinder. Sie schämen und ekeln sich. Du bist die Einzige, die die Kinder schützen kann!

    Wo die Angst ist , ist oft der Weg. Such Dir Hilfe. Ein erster möglicher Anlaufpunkt kann für DICH die Suchtberatung sein.

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hallo Mom,

    ich weiß jetzt nicht ob du schonmal über eine Trennung nachgedacht hast. Für mich war damals irgendwann eine Grenze erreicht und ich hab das. Aber gemacht hab ich es nicht. Ich habe meine Grenze immer wieder verschoben bis ich im Grunde genommen keine mehr hatte.

    Es wurde aber noch schlimmer mit meinem Exmann. Und da konnte ich wieder eine Grenze erkennen. Und da bin ich erst einmal zu einem Anwalt gegangen. Ich hab Teilzeit gearbeitet und mein Verdienst war nicht so hoch. Ich hatte aber keine kleinen Kinder mehr zu versorgen, die waren da schon erwachsen.

    Das Gespräch mit dem Anwalt hat mir viel Klarheit gebracht. Auch wegen meiner finanziellen Lage, die garnicht mehr so aussichtslos war. Ich hatte Infos über meine Rechte und Pflichten und das hat mir Sicherheit gegeben. Getrennt habe ich mich aber auch nicht sofort, das hat dann nochmal 1 Jahr gedauert.

    Was ich damit sagen möchte, ich hab sehr lange alles hingenommen und meine Grenzen nicht akzeptiert. Aus sehr vielen verschiedenen Gründen. Als ich psychisch am Ende war konnte ich zum Glück handeln. Und dieses Handeln hat mir Sicherheit gegeben.

    Du kannst auch handeln. Zumindest kannst du dich informieren über deine Rechte. Es gibt Sicherheit etwas zu tun. Das gibt dir das Gefühl Kontrolle zu haben, das ist ein gutes Gefühl.

    Du musst nicht gleich zum Anwalt gehen, es gibt einige Anlaufstellen. Zum Beispiel wie Tabsi geschrieben hat kannst du zu einer Suchtberatungsstelle gehen. Zur Caritas, Diakonie. Du kannst googeln was es in deiner Nähe für Beratungsstellen gibt.

    Ich wünsche dir Mut etwas zu tun, zu handeln. Für dich und deine Kinder.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Meine Angst ist glaub ich, dass ich es mir nicht leisten kann zu gehen. Ich verdiene knapp einen 1000er im Monat und so viel kostet mindestens die Miete bei uns, wenn ich mir mit den Kindern eine Wohnung etc. nehme. Wovon sollen wir leben? Wisst ihr, was ich meine?

    Das ist absolut verständlich, aber nicht du mit den Kindern solltest gehen, sondern er.

  • Alles eine Frage der Übung, nicht der Intelligenz 😉.

    Du bist ja nicht die erste Frau in dieser Lage. Dafür gibt es verschiedenste Hilfsangebote. Bestimmt können Dir hier andere Frauen aus eigener Erfahrung mehr dazu sagen.

    Du und Deine Kinder, Ihr müsst das nicht aushalten - zumal es mit der Zeit immer schlimmer werden wird, wenn die Sucht mehr und mehr Besitz von ihm ergreift.

    Ja es wird wirklich immer schlimmer. Leider… 🙁

  • Hallo Morgaine,

    das mit deinem Papa tut mir leid! 😢

    Denkst du, du hast wegen ihm zu trinken begonnen? Also weil er dir das vorgelebt hat?

    Einmal editiert, zuletzt von Mom_of_two (7. Oktober 2026 um 20:54)

  • Hallo Mom of two,

    nimm das nicht mehr so hin, allein schon wegen der Kinder. Sie schämen und ekeln sich. Du bist die Einzige, die die Kinder schützen kann!

    Wo die Angst ist , ist oft der Weg. Such Dir Hilfe. Ein erster möglicher Anlaufpunkt kann für DICH die Suchtberatung sein.

    Hallo Tabsi,

    das werde ich machen aber weiter weg. Bei der Suchtberatung in unserer Nähe, haben sie meinem Mann vor ein paar Jahren gesagt, dass er doch eh kein Suchtproblem hat, wenn er ein paar Bier in der Woche trinkt…

  • Hallo Aurora, ich habe schon x mal über eine Trennung nachgedacht…

    Was mich abhält ist, dass mein Mann eigentlich ein guter Mann ist. Also ein netter, hilfsbereiter, er hilft mir viel im Haushalt, unternimmt gerne was usw. Er ist nicht nur mein Mann sondern auch mein Freund. Er ist Zwillinge im Sternzeichen (die haben ja bekanntlich zwei Gesichter) und am Wochenende kommt leider immer seine andere Seite zum Vorschein.

    Mein Gedanke war auch bisher, wenn wir zusammen leben, kann ich die Kinder davon abschirmen. Wenn wir getrennt sind, weiß ich nicht, was er am Wochenende macht mit ihnen…

    Darf ich fragen, wie geht es deinem Exmann heute?

    Liebe Grüße Mum

  • Warst Du dabei als das gesagt wurde?

    Ja das fand ich heftig. Er musste dann ein Suchttagebuch schreiben mit den täglichen Mengen, wo er natürlich kompletten Blödsinn rein geschrieben hat und nach 3 Sitzungen ist er nicht mehr hingegangen. Problem war bestimmt auch, die Dame dort war die Schwester von einem guten Bekannten von ihm. Bei dem guten Bekannten hatte ich das Gefühl, er wusste das wir dort waren…Also blöd gelaufen das ganze dort. Ich hab ihm noch die anonymen Alkoholiker vorgeschlagen aber da wollte er auch nicht hin, aus Angst jemanden zu kennen. Mittlerweile gibt es aber keine AA Gruppen mehr bei uns.

  • Hallo Morgaine,

    das mit deinem Papa tut mir leid! 😢

    Denkst du, du hast wegen ihm zu trinken begonnen? Also weil er dir das vorgelebt hat?

    Danke, ist lange her...

    Warum jemand süchtig wird, dazu gibt es viele Theorien und ich maße mir nicht an, die Neurobiologie zu dem Thema genau zu kennen... aber eines weiß ich: es hat nicht geholfen, dass er jeden Abend Bier getrunken hat, Alkohol also immer präsent war, und Vollräusche auch Normalität waren... das gehörte halt dazu, war normal. Ist es aber nicht. Und dieses falsche Bild von normal hat mich sicherlich lange geprägt.
    Ich käme aber nicht auf die Idee zu sagen, dass ich deshalb süchtig geworden bin. Ich gehe davon aus, das hatte mehrere Gründe...
    Nur: ich würde jedem Kind aus tiefstem Herzen einen Vater wünschen, für den man sich nicht schämen muss und vor dem man sich nicht ekeln muss. Und Kinder bekommen mehr mit, als man gemeinhin so annimmt...
    Auch eine unzuverlässige, widersprüchliche und unangemessene Bindungsperson kann tiefe psychologische Wunden in einem Kind hinterlassen und die Bindungsfähigkeit stark beeinträchtigen... und ich gehe davon aus, dass Dein Mann bei seinem Konsum inzwischen kein zuverlässiger Vater mehr ist... aber korrigiere mich hier gerne, wenn ich da falsch liege!

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Hallo Mom,

    Darf ich fragen, wie geht es deinem Exmann heute?

    Mein Exmann hat als er gemerkt hatte, dass ich diesmal mit der Trennung ernst gemacht hatte, einen Entzug gestartet. Und hat ca 4 Jahre nicht getrunken. Ich hatte aber kein Vertrauen mehr. Er war auch völlig anders mit seiner Nüchternheit unterwegs als die trockenen Alkoholiker hier. Er hat es nicht wirklich ernst genommen.

    Ich hab dann meinen 2. Mann kennen und lieben gelernt und als ganz klar wurde, dass ich nicht mehr zurückkommen würde ( ich hab dann die Scheidung eingereicht) hat er nach einiger Zeit wieder angefangen zu trinken und sich schlussendlich 2018 totgesoffen.

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Danke, ist lange her...

    Warum jemand süchtig wird, dazu gibt es viele Theorien und ich maße mir nicht an, die Neurobiologie zu dem Thema genau zu kennen... aber eines weiß ich: es hat nicht geholfen, dass er jeden Abend Bier getrunken hat, Alkohol also immer präsent war, und Vollräusche auch Normalität waren... das gehörte halt dazu, war normal. Ist es aber nicht. Und dieses falsche Bild von normal hat mich sicherlich lange geprägt.
    Ich käme aber nicht auf die Idee zu sagen, dass ich deshalb süchtig geworden bin. Ich gehe davon aus, das hatte mehrere Gründe...
    Nur: ich würde jedem Kind aus tiefstem Herzen einen Vater wünschen, für den man sich nicht schämen muss und vor dem man sich nicht ekeln muss. Und Kinder bekommen mehr mit, als man gemeinhin so annimmt...
    Auch eine unzuverlässige, widersprüchliche und unangemessene Bindungsperson kann tiefe psychologische Wunden in einem Kind hinterlassen und die Bindungsfähigkeit stark beeinträchtigen... und ich gehe davon aus, dass Dein Mann bei seinem Konsum inzwischen kein zuverlässiger Vater mehr ist... aber korrigiere mich hier gerne, wenn ich da falsch liege!

    Nein er ist nicht zuverlässig. Ich traue mich am Wochenende (speziell am Abend) kaum was alleine zu machen. Von das ganze Wochenende weg zu sein, will ich gar nicht reden…

  • Hallo Mom,

    bleib bei Dir, denn es spielt keine Rolle, wie es anderen geht, sondern:

    Was macht es mit DIR und Deinen Kindern?

    Was es mit mir macht, weiß ich. Bei meinen Kindern weiß ich es nicht weil sie es (noch)wenig mitbekommen. Mir fällt nur oft auf, dass mein Sohn (7 Jahre) anders zu seinem Papa ist, als zu mir.

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