Kompass - Was führt mich her?!

  • Hallo zusammen,

    ich gehöre zu den Erwachsenen Kindern Alkoholkranker Eltern. Ich bin das jüngste Kind, mein Geschwister ist 6,5 Jahre älter. Mir ist erst mit ca. 25 (heute bin ich 42) bewusst geworden, dass meine Mutter eine stille Alkoholikerin ist. Mein Vater und mein Geschwister wollten diese Wahrheit nie sehen, sodass ich alleine mit meiner Wahrnehmung dort stand und mich ein Stück weit sogar rechtfertigen musste, dass ich meine Mutter "in diese Schublade" stecken würde. In der Konsequenz habe ich mich lange gescheut, die Wahrheit nach außen zu tragen, geschweige denn anzuerkennen, dass unsere "heile und zusammenhaltende" Familie in Wahrheit sehr dysfunktional war. Es lief lange so vor sich hin, die Konfrontation meiner Mutter hatte nur ein Erstarren ihrerseits zur Folge. Sie hatte Therapie gemacht und war auch selbst ehrenamtlich in der Seelsorge tätig - sie kannte den Weg zur Hilfe und ist ihn dennoch nicht gefolgt.

    Als ich Mitte/Ende 30 alt war und das Verhalten meiner Mutter immer "komischer" wurde, habe ich das Schweigen erstmalig nach außen gebrochen. Meine Mutter hatte einige schwere Stürzte und ihr Leiden begann. Sie ist eine sehr dominante und sture Frau und hat meinen Vater voll im Griff gehabt. Ich habe auch den behandelnden Ärzten die Wahrheit gesagt - mein Vater hat diese Wahrheit aus dem Arztbericht mit TIP-Ex herausgestrichen.

    Nach seinem Tod Anfang 2024 ist die Verantwortung meiner nun bereits mit beginnender Korsakow-Demenz und vielen weiteren Organschäden betroffenen Mutter auf mich über gegangen. Diese Zeit war die Hölle für mich. Mein Geschwister hat zur gleichen Zeit die Sucht in der Ehe erkannt und haderte mit der Trennung.

    Da ich keine Kinder habe, habe ich den Rücken frei gehalten und musste mich dennoch ein wenig zurück ziehen, weil ich den erwarteten emotionalen Support nicht zusätzlich leisten konnte. Das wurde mich quittiert mit: "Wie kann man nur so sein." Seit dem besteht der Kontakt nur bei Bedarf zum Austausch über unsere Mutter.

    Nach sehr harten Monaten und Szenen, die ein "Kind" niemals ertragen sollte, ist meine Mutter in ein Pflegeheim gezogen. Das war mein Glück. Ich habe eine Therapie begonnen und habe mich Ende letzten Jahres aus der Beziehung "frei geschwommen". Es war hart - diese Schuldgefühle, Angst, Trauer, Wut....

    Nach 9 Monaten Besuchspause habe ich sie aus einem Impuls heraus besucht - und konnte innerlich befriedet gehen. Es war gut. Am 12.10 haben wir ein paar Worte am Telefon ausgetauscht und einander auch die Zuneigung ausgesprochen.

    Dann kam die Nachricht, dass sie in die Sterbephase eintreten würde. Das hat mich wieder schier an die Decke gehen lassen. Angst, Trauer, Verantwortung, Pflicht, Scham - alles auf einmal. ABER: ich hatte keinen wirklichen Impuls sie nochmal sehen zu wollen und habe es bis heute gelassen.

    Aber das sind die Gedanken: Darf ich das? Was sagt das über mich aus? Was denken die anderen? Sollte ein Kind so herzlos sein? Es ist doch meine Mutter, der Tod unumkehrbar.

    Ich bin immer noch nicht gefahren und suche hier nach Menschen, die mir helfen können, meinen Weg durch diese Phase zu finden. Sind diese heftigen Gefühle "normal"?! Darf ich mich so hart abwenden, wo es doch immer noch meine Mutter ist?!

    Ich danke Euch von Herzen!

  • Hallo Kompass,

    herzlich Willkommen hier in der SHG.

    Ich bin auch EKA und habe gerade ähnliches erlebt. Für mich war und ist es in Ordnung, wie ich alles gehandhabt habe und auch weiterhin so mache. Es ist keine Entscheidung gegen das Elternteil, sondern eine Entscheidung für sich selbst. Das ist in Ordnung. Ich habe die letzten Monate sehr genau geschaut, wo meine Grenze verläuft und diese eingehalten. Sonst wäre ich nicht mehr handlungsfähig gewesen.

    Bitte folge diesem Link, schreibe einen Satz, das reicht. Dann wirst du fürs Forum freigeschaltet.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Linde66 25. Oktober 2026 um 13:01

    Hat den Titel des Themas von „Was führt mich her?!“ zu „Kompass - Was führt mich her?!“ geändert.
  • Du bist jetzt fürs Forum freigeschaltet und kannst überall schreiben, nur bitte in den ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Teilnehmern mit den orangeroten Namen.

    Dein Thema habe ich in den EKA-Bereich verschoben.

    Oben angepinnt ist eine Textsammlung "Merkmale für ein EKA". Vielleicht ist da schon etwas hilfreiches für dich dabei.

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • hallo Kompass

    schön das du da bist. bin alki sowol als auch EKA mit einer mutter die trinkt.

    Dann kam die Nachricht, dass sie in die Sterbephase eintreten würde. Das hat mich wieder schier an die Decke gehen lassen. Angst, Trauer, Verantwortung, Pflicht, Scham - alles auf einmal. ABER: ich hatte keinen wirklichen Impuls sie nochmal sehen zu wollen und habe es bis heute gelassen.

    Aber das sind die Gedanken: Darf ich das? Was sagt das über mich aus? Was denken die anderen? Sollte ein Kind so herzlos sein? Es ist doch meine Mutter, der Tod unumkehrbar.

    Ich bin immer noch nicht gefahren und suche hier nach Menschen, die mir helfen können, meinen Weg durch diese Phase zu finden. Sind diese heftigen Gefühle "normal"?! Darf ich mich so hart abwenden, wo es doch immer noch meine Mutter ist?!

    Ich danke Euch von Herzen!

    du musst in erster linie garnichts:idea: du bist dir selbst verpflichtet. die trinkerei hat schon zuviel platz in deinem leben eingenommen als das du dich rechtfertigen müsstest. ich habe auch den kontakt schon vor langer zeit abgebrochen und muss mich deswegen auch nicht schuldig fühlen. "ihre" entscheidung und "ihr" leben, nicht deines:idea:

    -"darfst du das?" ja natürlich darfst du...

    - " was sagt es aus über dich?" nicht sagt es über dich aus, es ist dein leben, nicht das der anderen...

    -"was andere über dich denken?" kann dir egal sein, sie stecken nicht in deinem leben und dem erlebten...

    -"herzlos" drehen wir es mal um, wie kann man als elternteil so herzlos sein und seinem kind das antun...

    es gibt nichts was dich nach dem erlebten dazu verpflichtet kontakt zu halten mit deiner mutter, egal wie rum du es auch drehst. du bist verpflichtet für dich selbst zu sorgen und das es dir gut geht. lass dich nicht beirren was das angeht.

    gruss

    Perfer et obdura, dolor hic tibi proderit olim.

    ("Ertrage und halte durch, dieser Schmerz wird dir einst nützen")

    (Trocken seit 26.03.2009)

  • -"herzlos" drehen wir es mal um, wie kann man als elternteil so herzlos sein und seinem kind das antun...

    es gibt nichts was dich nach dem erlebten dazu verpflichtet kontakt zu halten mit deiner mutter, egal wie rum du es auch drehst. du bist verpflichtet für dich selbst zu sorgen und das es dir gut geht. lass dich nicht beirren was das angeht.

    gruss

    Hallo _Eternal_

    Danke Dir! Die Tage nehmen zu, an denen ich das neu entdeckte Wissen im Herzen tragen.

    Ein drohender Tod stellt alles irrational in Frage.

    Dann sehe ich dort den Menschen, der selbst von den eigenen Eltern zu dem gemacht wurde, der sie heute ist. Dann sehe ich überwiegend die "gute Mutter", die sich sehr für die eigenen Kinder eingesetzt hat und mich auch viele gute Dinge mit auf den Weg gegeben hat.

    Es ist so schräg, diese beiden Ansichten übereinander zu bekommen. Als stille Alkoholikerin kenne ich die meisten in den Foren beschriebenen Herausforderungen in der Kindheit nicht so sichtbar. Sie war offensichtlich eine Meisterin im Vertuschen.

    Erst, nachdem ich mit Anfang zwanzig ausgezogen bin, wurde es immer komischer und zuletzt unbegreiflich. Das Negieren meiner übrigen Familie erschwert es mir, so klar bei der einen Sicht zu bleiben.
    innerhalb von knapp 3 Jahren habe ich meine vollständige Idee über meine Familie verloren---- alles eine Lüge`?

  • ich persönlich glaube, dass wir alle eine gewisse vorstellung haben wie familie funktioniert und selbst da klaffen die vorstellungen von "wäre" wenn zur gelebten realität auseinander. du sagst es ja selber, nachdem du ausgezogen bist und auf eigenen beinen gestanden hast, waren diese erlebnisse(kindheit) und dein jetziges leben unvereinbar. zumindest sorgen sie für mehr fragen als es antworten gibt. das schlimme am EKA ist dass das erlebte nicht gleich triggert sondern erst in späteren lebensphasen ganz offen zu tage tritt. ich beschreib es immer gern wie eine datei die im kopf abgelegt wird und solang man sie nicht abruft sie auch nur vor sich hin schlummert. gibt es aber einen trigger der sie abruft, katapultiert sie dich sie dich sofort in die vergangenheit mit allem was dazu gehört, schuldgefühle, wut, hilflosigkeit... sowas lässt sich nicht so einfach wegwischen.

    was deine familie angeht kann ich nicht viel sagen(kenne sie ja nicht), aber ich glaube sie wollten den anschein wahren und sind unweigerlich in die co schiene gerutscht. ob nun bewusst oder unbewusst? ich glaube aber kaum das sie es böse gemeint haben, vielleicht wollten sie sie nur schützen... das sind aber nur vermutungen.

    gruss

    Perfer et obdura, dolor hic tibi proderit olim.

    ("Ertrage und halte durch, dieser Schmerz wird dir einst nützen")

    (Trocken seit 26.03.2009)

  • Lieber Kompass, dein Name ist Programm. Sei dir selbst dein bester Kompass u trau dir u deinen Gefühlen, auch den Gefühlen die sich sehr ungut anfühlen. Ich denke du fühlst u schätzt das alles richtig ein. Und nur weil deine Angehörigen das nicht so sehen, bist du deshalb nicht falsch, auch wenn es sich womöglich desöfteren so anfühlt.
    Ich bin eine Co.
    Mein Bruder, zu dem ich wegen seines Alkoholkonsums ein sehr distanziertes Verhältnis hatte, verstarb 2020 kurz vor seinem 60. Geburtstag an den Folgen seines jahrelangen Alkoholkonsums. Ich wollte ihn in dieser seiner letzten Lebensphase auch nicht mehr sehen u ihm beim Sterben zu schauen.
    Er lag im künstlichen Koma. Als dann beinahe eine Woche rum war, ich hatte eigentlich jeden Moment damit gerechnet, dass die Todesnachricht eintrifft. Es wurde dann Sonntag, da wusste ich u hatte ein Drängen in mir, zu ihm zu fahren. Es gab da plötzlich in mir kein Halten mehr. Mein Mann hat mich hingefahren, es waren etwas mehr als 300km.
    Einen Tag später wurden die Geräte abgeschaltet u er verstarb, wie er es in seiner PatVerfügung verfügt hatte.
    Heute bin ich froh, nochmal bei ihm gewesen zu sein.

    Kurz: Trau dir, deiner Wahrnehmung u deinen Impulsen.

    Ich wünsche dir von ganzem u sehr berührtem Herzen, dass du dich gut für dich einsetzt u die nötige Kraft findest, deinen Weg, ungeachtet der anderslautenden Stimmen, zu gehen.

    LG Simsalabim 🧙‍♀️🧹

  • Hallo Simsalabim ,

    danke für den Einblick, wie es für Dich verlaufen ist und es ist gut zu hören, dass Du für Dich diesen guten Abschluss finden konntest.

    So einen inneren Impuls hatte ich vor ca. 8 Wochen, wo ich einen ca. 30 Minütigen Besuch bei meiner Mutter hatte. War ich vorher noch sehr wütend, war nach dem Besuch viel Frieden in meinem Herzen - sie kann mir "nichts mehr anhaben". Seit 2 Jahren verabschiede ich mich so, als wenn es das letzte Mal wäre, denn sie hat sehr viele Organ- und Hirnschäden. Der Tod wäre eine Erlösung.

    Ich hatte totales Mitgefühl mit ihr, denn sie saß dort, nahezu bewegungsunfähig in ihrem Sessel. Es ist Wahnsinn, was ihr Körper alles aushält. Sie wollte nie in eine solche Situation kommen und nun ist sie gefangen in diesem Körper und durch das Korsakow weder noch "da" und im Verhalten wirklich schwer einzuschätzen.

    Sie fragt auch nicht nach mir - was ich jedoch tröstlich finde. Ich glaube nicht, dass sie das, was sie uns Kindern am Ende angetan hat, wirklich wollte. Das macht es mir am Ende nur nicht einfacher.

    So wie ich den Impuls vor 8 Wochen hatte zu ihr zu fahren, so war und bin ich mir zu 97% sicher, dass sie nicht mehr in diesem Zustand sehen möchte. Den Leichnam meines Vaters habe ich noch besucht - das hat mir geholfen, da er über Nacht plötzlich verstorben ist. Ich weiß nicht mal, ob ich sie nochmal so wiedersehen möchte. Es zerreißt mich innerlich.

    Sie hat mich in den letzten Jahren nach dem Tod psychisch so unter Druck gesetzt und alles aus mir heraus geholt. Mit Selbstmord gedroht und das sogar den Ärzten gegenüber zugegeben, dass sie mich "gefügig" machen wollte.

    Dabei wohne ich zwei Stunden von ihr entfernt. Sie wollte auch in meinen Ort ziehen - da habe ich geistesgegenwärtig "Nein" gesagt. Sie hat vier enge Freundinnen, die sie regelmäßig besuchen und begleiten. Das ist mein Glück, denn so ist sie nicht "allein". Mein Bruder besucht sie ebenfalls - nur, während ich die harten Entscheidungen treffen musste, konnte er einfach Zeit mit ihr verbringen. Ein Zustand, den ich mir gewünscht habe - nur, bei jedem Besuch habe ich nur Aufträge erhalten und sollte alles mögliche für sie tun. Ich habe ihr gesagt, ich sei kein Double von meinem Vater - da sagte sie: Doch!

    Ich regle seitdem alles aus der Ferne. So habe ich nach meinem letzten Besuch die Weichen für eine palliative Versorgung gestellt. Zum Glück, denn nun hat sie es gebraucht. Nun wird sie palliativ versorgt und hat keine Schmerzen. Kein Rein/Raus aus dem Krankenhaus, oder einen Tod in einer fremden Umgebung habe ich ihr so erspart.

    Ich glaube, weiter kann ich nicht mehr gehen. Ich entdecke gerade erst, dass ich Grenzen habe - wenn ich sie überschreite, verletze ich mich wieder selbst.

  • In deinem letzten Satz steckt sehr viel drin. :thumbup:

    Nein, du mußt nicht weiter gehen oder mehr geben oder mehr machen. Aus der Ferne regeln ist gut. Delegieren ist gut.

    Und immer wieder schauen, wonach dir ist, ob du den Abstand verlängern oder die Dauer bzw. die Häufigkeit der Besuche verändern möchtest.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Ich regle seitdem alles aus der Ferne. So habe ich nach meinem letzten Besuch die Weichen für eine palliative Versorgung gestellt. Zum Glück, denn nun hat sie es gebraucht. Nun wird sie palliativ versorgt und hat keine Schmerzen. Kein Rein/Raus aus dem Krankenhaus, oder einen Tod in einer fremden Umgebung habe ich ihr so erspart.

    Ich glaube, weiter kann ich nicht mehr gehen. Ich entdecke gerade erst, dass ich Grenzen habe - wenn ich sie überschreite, verletze ich mich wieder selbst.

    Ich finde du machst es spitze! Du hast alles organisiert und zeigst damit das du nur das Beste für wolltest!
    Würde es mein Vater auch nicht mehr geben würde ich es genau gleich machen!

    Wie alt ist deine Mutter wenn ich fragen darf?

  • Hallo Sonne_xx,

    danke Dir für den klaren Zuspruch. In den vergangenen Tagen habe ich damit so stark gehadert, weil "man doch" der eigenen Mutter, einem sterbenden Menschen, Beistand leisten sollte. Mir zu erlauben, nicht den "üblichen", sondern den für mich passenden Weg zu wählen, fühlt sich trotzdem vollkommen verboten an. Zumal ich ihr einmal zugesagt hatte, dass sie ich nach Möglichkeit beim Sterben begleiten werde. Ich breche also mein eigenes Wort mir selbst gegenüber. Dazu kamen ganz irrationale überwältigende Gefühle von Angst und Panik auf.... und doch, irgendwo ist eine Ruhe die sagt: fahr nicht.

    Meine Mutter ist 75 Jahre alt und lebt seit Ende 2024 im Pflegeheim. Dort bereits schon mit Pflegestufe 3, war aber absolut der Meinung alleine leben zu können - was auch das Heimpersonal ihr immer wieder bestätigen würde. Nun hat sie bereits PS 4.

    Begonnen hat nicht mehr versteckbare körperliche Abbau ca. Ende 2019 - Anfang 2020. Allerdings wurde mir nach dem Tod meines Vaters erst das Ausmaß der "Vertuschung" bewusst. Ich glaube auch, dass die Überforderung mit der Situation ihn aus dem Leben gekegelt hat - das kann ich nicht beweisen, aber zwei Wochen vor seinem Tod habe ich eine Nachricht erhalten, dass er nicht mehr könne. Natürlich habe ich versucht ihn zu unterstützen, dass das aber schon fünf vor zwölf war, konnte ich nicht ahnen. Er hatte zuvor alle Hilfsangebote konsequent abgelehnt.

  • das schlimme am EKA ist dass das erlebte nicht gleich triggert sondern erst in späteren lebensphasen ganz offen zu tage tritt. ich beschreib es immer gern wie eine datei die im kopf abgelegt wird und solang man sie nicht abruft sie auch nur vor sich hin schlummert. gibt es aber einen trigger der sie abruft, katapultiert sie dich sie dich sofort in die vergangenheit mit allem was dazu gehört, schuldgefühle, wut, hilflosigkeit... sowas lässt sich nicht so einfach wegwischen.

    was deine familie angeht kann ich nicht viel sagen(kenne sie ja nicht), aber ich glaube sie wollten den anschein wahren und sind unweigerlich in die co schiene gerutscht. ob nun bewusst oder unbewusst? ich glaube aber kaum das sie es böse gemeint haben, vielleicht wollten sie sie nur schützen... das sind aber nur vermutungen.

    gruss

    Ja, mit böser Absicht hat das niemand gemacht, dass glaube ich von tiefsten Herzen.

    Was ich einfach noch nicht begreifen oder absehen kann, worauf kann ich mich denn nun in meiner Wahrnehmung verlassen?

    Was bin ich, was ist das Überlebensprogramm meiner Kindheit? Ich stelle immer mehr fest, dass meine Fassade sogar vor mir selbst so gut funktioniert (hat), dass ich mir selbst erst Stück für Stück auf die Schliche komme.

    Wie befreist Du Dich davon? Ist man damit eines Tages mal "fertig"?! oder trage ich diese "Macken" nun auch die restlichen Jahre meines Lebens mit mir herum?!

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