Marleen - Vorstellung, Angehörige

  • Ist ihm denn klar, dass die einzige Lösung ist, dass er nie wieder Alkohol trinkt?

    Nein.. :(

    ich wollte gerade schreiben dass ich ihm das klarmachen sollte, aber er muss es ja selber einsehen.. vielleicht sollte ich es aber als einzige Lösung für die Eheerhaltung äußern und für mich verinnerlichen

  • Verständnis definitiv nicht, fast alle seien dort „überheblich“ und würden ihn fertig machen ..

    Aber dass er zum nachdenken angeregt wird habe ich schon den Eindruck. manchmal kommt eine gewisse Erkenntnis, aber die Sucht ist stärker.

    Und er hat gerade andere Probleme bzw Prioritäten, Entgiftung und Therapie würde ja bedeuten, er könnte (Probezeit) den Job verlieren. Er funktioniert. Ist auch der Meinung sowas braucht er nicht. Wenn er übernommen wird ist aber beides kein Argument mehr, da er gewisse Zeit hatte und Job fest ist. Dann ist da nur noch die Wartezeit bis man einen Platz bekommt.


    Ich danke euch sehr für eure Zeit ! Das regt mich alles zum nachdenken an und tut sehr gut

  • Verständnis definitiv nicht, fast alle seien dort „überheblich“ und würden ihn fertig machen ..

    dann sucht er nach Beweisen, dass er wegen der Gruppe auch nicht aufhören kann. Er sucht nach Gründen, um weiterzutrinken.
    Der arme Unverstandene, was bleibt ihm schon Anderes übrig...und irgendwie erwartet er, dass ihm Andere den Grund zum aufhören liefern.

    Wie nennen es das "arme-Sau-Syndrom" ... das hat fast jeder eine Zeitlang. Ist ein Super-Grund, um weiterzutrinken, so lange man noch nicht wirklich aufhören will oder später auch als Begründung für Rückfälle.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Für Deine Tochter ist es bereits fünf nach zwölf. Ich bin auch so aufgewachsen. Der Schaden, den sie in diesem Familiensystem nehmen kann, ist unvorstellbar.

    Es ist ja ihr Stiefvater. Der leibliche ist nicht für sie da und anfangs war ich sehr glücklich und sie auch, über eine männlich Bezugsperson.
    Nun weiß ich nicht, was verantwortungsvoller von mir wär. Trennung und somit wieder ohne Vater, ohne zurück. Oder eben diese giftige Dynamik zu Hause weiter - in der Hoffnung er wird doch noch richtig einsichtig.

  • Die Beziehung zum Alkoholkranken ist ein Problem (egal ob es ihr leiblicher Vater ist oder nicht - er gibt ihr keine Sicherheit) aber die Beziehung zu Dir bzw. Die ganze Dynamik ist das nächste riesengroße Problem für sie bzw. ihre Entwicklung. Durch Dich lernt sie, ob es möglich ist, sich aus einer Situation zu befreien. Du bringst ihr Selbstwirksamkeit bei - oder eben nicht.

  • Liebe Marleen. Ich kenne ein Beispiel im Bekanntenkreis. Der Mann pitschnass. Kleine Kinder ein unfertiges Haus.

    Seine Frau hat ihn vor die Wahl gestellt : Entweder du machst jetzt ernsthaft was, oder ich bin mit den Kindern weg. Das hätte sie auch gemacht. Es hat in dem Fall geholfen. Entgiftung, Langzeittherapie. Selbsthilfegruppe. ER ist nun schon einige Jahre trocken.

    Ich denke, es geht um die "Ernsthaftigkeit" und Beweise desjenigen, der das Problem hat.

    Trocken werden und auch trocken bleiben ist nunmal kein Spaziergang.

    Die Sucht kann man stoppen. Das ist die positive Nachricht. Halbherzige Versprechungen und eine Hinhaltetaktik verlängern das Leid für die Famielie nur.

    Alkoholiker können wunderbar manipulieren um weiterzumachen wie bisher. Vertrauen braucht allerdings Beweise.

    Ich weis das es dir schlecht geht. Ich schreibe dir nur meine ungeschönte Meinung.

    Du wirst durch die Erfahrungen der anderen User feststellen, das Sucht und Co Abhängigkeit in Abwandlungen immer dem gleichen Muster folgen. LG von mir.

  • Es ist ja ihr Stiefvater. Der leibliche ist nicht für sie da und anfangs war ich sehr glücklich und sie auch, über eine männlich Bezugsperson.
    Nun weiß ich nicht, was verantwortungsvoller von mir wär. Trennung und somit wieder ohne Vater, ohne zurück. Oder eben diese giftige Dynamik zu Hause weiter - in der Hoffnung er wird doch noch richtig einsichtig.

    Liebe Marleen,

    ich habe hier den Fall, dass ich meinen mittleren Sohn fast verloren hätte, weil ich meinem zweiten Mann (nicht der leibliche Vater meiner Kinder) so viele Chancen zum Aufhören gegeben habe und sehr lange zu ihm gestanden habe.

    Mein Mittlerer (meine Kinder wohnen hauptsächlich beim leiblichen Vater) hat mit mir die letzten 3 Jahre fast nicht mehr gesprochen, weil (und das habe ich erst jetzt nach der Trennung erfahren) er nicht mehr mit anschauen wollte, wie sehr seine Mama kaputt gemacht wird und er nicht verstehen konnte, warum ich das mit mir machen lasse.

    Meine Trennung ist jetzt fast 2 Monate her und endlich redet er wieder mit mir... Klar er ist ein ganzes Stück älter als deine Tochter (16 Jahre), aber Kinder leiden unter diesen Situationen und wenn es nur ist, weil sie das Leid der Mama wahrnehmen.


    Und noch zum anderen Thema: mein Mann hat mir jahrelang versprochen aufzuhören, war in Einzeltherapie und zweimal auf Langzeit und hat trotzdem immer wieder angefangen... Und er hat auch mit diesen Begründungen gearbeitet, von wegen: jetzt kann ich gerade nicht in die Entgiftung wegen des Jobs, danach war's, weil sonst jeder auf Arbeit weiß, was er für ein Problem hat usw.

    Viele Alkoholiker finden immer wieder Gründe, um weiter zu trinken. Leider.

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