Marleen - Vorstellung, Angehörige

  • Hallo,

    ich weiß nicht mehr weiter denn mein Mann trinkt täglich, wir haben zwei Kinder (eins aus erster Ehe) und die Stimmungsschwankungen, Lügen, Vorwürfe usw . setzen mir sehr zu.

    Ich möchte die Kinder und mich beschützen, aber möchte nicht, dass die Große schon wieder einen (Stief)Vater verliert und der Kleine ohne aufwächst.
    Ich weiß nicht, was weniger schlimm ist. Der Alkoholkonsum oder eine Trennung.
    Oft ist alles ganz schön, dann sind wieder Tage sehr deprimierend.

    Außerdem schäme ich mich bei dem Gedanken an wieder eine Scheidung mit Kindern.
    Ich würde so gerne in die Zukunft schauen können, was wäre wenn.

    Mein Mann geht zur Suchtberatung, trinkt aber weiter. Ich weiß nicht, ob er es ernst meint.

  • Hallo Marleen,

    Herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Ich kann dich und dein Befinden sehr gut nachempfinden. Die Kinder bekommen alles mit, dass ist nicht gut für sie.

    Meine Kinder sind damals mit jeweils 18 Jahren aus dem Haus gegangen. Ich konnte mich vorher nicht entscheiden mich zu trennen. Sie haben beide leider sehr viel mitbekommen.

    Wenn du dich hier austauschen willst, klicke unten auf den Link, schreib einen kurzen Satz dazu. Wir schalten dich dann für den Austausch frei.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/


    LG Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hab ich, danke.

    Ich bin mir nicht sicher, was die Kinder mitbekommen. Er trinkt nicht offensichtlich vor deren Augen. Nur die Stimmung und der Geruch sind da.

    Ich weiß auch nicht, in welchem Alter man den Kindern das erklären soll. Dazu kommt die Angst, dass man dann wieder bestraft wird, weil man das „Familiengeheimnis“ den Kindern erzählt. Und die reden vielleicht weiter.

  • Nicht körperlich. Lautstark beschimpft, beleidigt, eingeschüchtert, anschließend angeschwiegen und ignoriert. Und es wird dann immer wieder vorgehalten wie ich ihn so schlecht hinstellen kann. (Klar, er schämt sich und möchte nicht so gesehen werden).
    Er versucht doch schon, würde er sagen. Und ich frage mich, ob er das nicht wirklich tut und ich ihm damit nicht wirklich unrecht täte und in den Rücken fallen würde.
    Wie lange gibt man die „Chance“? Wie viel Geduld „muss“ man fairerweise aufbringen?

  • Aurora 8. November 2026 um 09:26

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellung, Angehörige“ zu „Marleen - Vorstellung, Angehörige“ geändert.
  • Guten Morgen und herzlich willkommen Marleen,

    ich habe dich für den Austausch freigeschaltet. Du kannst jetzt hier überall schreiben, nur bitte die ersten 4 Wochen noch nicht bei den ganz neuen Usern im Vorstellungsbereich.


    Ich hab auch lange geschwiegen. Jedenfalls nach außen. Innerhalb der Familie haben schon alle gemerkt, dass da was ganz schön aus dem Ruder läuft. Ich habe geschwiegen aus Scham darüber, dass ich " so einen" Mann hatte und in meinen Augen nicht fähig war, ihn vom Saufen abzuhalten.

    Dazu kommt die Angst, dass man dann wieder bestraft wird, weil man das „Familiengeheimnis“ den Kindern erzählt. Und die reden vielleicht weiter.


    Nicht körperlich. Lautstark beschimpft, beleidigt, eingeschüchtert, anschließend angeschwiegen und ignoriert. Und es wird dann immer wieder vorgehalten wie ich ihn so schlecht hinstellen kann. (Klar, er schämt sich und möchte nicht so gesehen werden).

    Okay, das was da passiert ist keine körperliche Gewalt. Aber es ist Gewalt! Es ist psychische Gewalt und die ist mindestens genauso schlimm. Dessen sind sich nur die wenigsten ( ich gehörte damals auch dazu) bewusst.

    Du darfst darüber reden, das ist wichtig. Auch und gerade für die Kinder. Deshalb ist es klasse, dass du dich hier angemeldet hast. Und wichtig dabei ist dass du ihm nicht von deiner Gruppe hier erzählst, hier ist DEIN Raum!

    Jetzt komm ganz in Ruhe an hier. Du hast einen sehr wichtigen Schritt gemacht und das ist gut.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich bin mir nicht sicher, was die Kinder mitbekommen. Er trinkt nicht offensichtlich vor deren Augen. Nur die Stimmung und der Geruch sind da.

    Ich weiß auch nicht, in welchem Alter man den Kindern das erklären soll. Dazu kommt die Angst, dass man dann wieder bestraft wird, weil man das „Familiengeheimnis“ den Kindern erzählt. Und die reden vielleicht weiter.

    Sie bekommen mehr mit, als uns Erwachsenen bewusst ist.

    In welchem Alter sind deine Kinder?

  • Guten Morgen Marleen. Für die Kinder und auch für dich, wirst du wohl irgendwann eine Entscheidung treffen müssen.Sonst wird das eine never ending Story.

    Hier im Forum bei den Co's wirst du immerwieder ähnliche Geschichten hören. Im Vordergrund steht die Hoffnung, das alles gut wird. Wird es aber nicht. Der Wunsch aufzuhören, muss vom Alkoholiker selbst kommen. Wenn nicht, kannst nur du etwas ändern..

    Ich bin trockener Alkoholiker und war auch schon mal Co. Deswegen kenne ich beide Seiten.

    Ich weis, das Entscheidungen diesbezüglich sehr schwer sind. Lies dich weiter hier im Forum ein, dann kannst du hoffentlich irgendwann die richtigen Entscheidungen treffen.Ich wünsch es dir von ganzem Herzen. LG von mir.

  • Vielen Dank für eure Worte.

    Guten Morgen Marleen. Für die Kinder und auch für dich, wirst du wohl irgendwann eine Entscheidung treffen müssen.Sonst wird das eine never ending Story.

    Hier im Forum bei den Co's wirst du immerwieder ähnliche Geschichten hören. Im Vordergrund steht die Hoffnung, das alles gut wird. Wird es aber nicht. Der Wunsch aufzuhören, muss vom Alkoholiker selbst kommen. Wenn nicht, kannst nur du etwas ändern..

    Ich bin trockener Alkoholiker und war auch schon mal Co. Deswegen kenne ich beide Seiten.

    Ich weis, das Entscheidungen diesbezüglich sehr schwer sind. Lies dich weiter hier im Forum ein, dann kannst du hoffentlich irgendwann die richtigen Entscheidungen treffen.Ich wünsch es dir von ganzem Herzen. LG von mir.


    Er geht zur Suchtberatung seit kurzem und Gruppengesprächen (aber nicht nüchtern).
    trotzdem keine Hoffnung machen?

  • Da kann er sich und Dir wunderbar einreden, dass er was tut.

    Aber Aufhören ist das definitiv nicht, wenn er angeschickert in die Gruppe geht.

    Da steht es immer noch in den Sternen und kann noch viele Jahre dauern, oder auch nie passieren, bis er aufhört.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hallo Marleen,

    Er geht zur Suchtberatung seit kurzem und Gruppengesprächen (aber nicht nüchtern).
    trotzdem keine Hoffnung machen?

    Ich halte dass ehrlich gesagt, für einen Versuch "dich ruhig zustellen". Du sollst sehen, dass er etwas tut, dass soll dich beruhigen, und er kann in Ruhe weitersaufen. Das ist Augenwischerei, die auch erlebt habe, und die dich immer wieder hoffen lässt.

    Oder auch einfach weiß sie nicht, was sie falsch gemacht haben soll.

    Sie hat überhaupt nichts falsch gemacht, dass können aber erste Zeichen sein, dass sie Verantwortung für ihn übernimmt, die sie gar nicht hat. Die hast du für ihn auch nicht, es geht um dich und deine Kinder, damit es euch besser geht.

    LG Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • DAS sollte im Vordergrund stehen. Beschimpft er sie denn auch?

    Nicht direkt. Aber ist manchmal sehr ungeduldig und fordernd, sehr wechselhaft und in seinen Aussagen oft grob. Oder es gehört ganz normal zur Erziehung, sie ist ja schon 6… und durch mich weil ich zu nett bin „hört sie so schlecht und verarscht uns“. Ich hab eher manchmal das Gefühl dass sie wie „erstarrt“ weil sie überfordert ist, wenn sie z.b. müde ist.

  • Vielleicht hört er dort ja zu und kommt zu einer Selbsterkenntnis.
    Aber zum Aufhören könnte er jederzeit in eine Entgiftung gehen.

    Mir erscheint das schon recht zögerlich. Als ich so weit war, aufzuhören, konnte es mir nicht schnell genug gehen, sofort aufzuhören.

    Und es gibt leider viele, habe ich selbst gesehen, die gehen Jahre in eine Gruppe und trinken trotzdem weiter. Wenn sie dafür dann noch Verständnis kriegen, weil "es ja so schwer ist", dann haben sie einen Freibrief.

    Eilig hat er es mit dem Aufhören jedenfalls nicht. Da würde ich mal vermuten, dass er schon noch sehr gerne trinkt.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Das ist Augenwischerei, die auch erlebt habe, und die dich immer wieder hoffen lässt.

    Sie hat überhaupt nichts falsch gemacht, dass können aber erste Zeichen sein, dass sie Verantwortung für ihn übernimmt, die sie gar nicht hat. Die hast du für ihn auch nicht, es geht um dich und deine Kinder, damit es euch besser geht.

    Ja, auf Dauer reicht es mir nicht. Ich überlege gerade wie weit ich noch mitmache. Wie viel Geduld ich noch aufbringe. Wann ich die reißleine ziehe und wenn ja wie und inwiefern ich ihm (und mir) ein Ultimatum stelle.
    Da ist meine Angst sowohl vor den Konsequenzen/ seiner Reaktion als auch dass ich es bereue. Ich will mir sicher sein dass es „keinen anderen Weg gibt“.

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!