Ein bisschen von mir... Meni

  • Liebe Coraly,

    dankeschön für Deinen Zuspruch, der mir bestimmt ein bisschen den Rücken stärken wird; was ich im Moment und besonders heute sehr brauche: Gestern habe ich mich zum ersten Mal getraut, meinem Gefährten gegenüber anzudeuten, dass das Eine oder Andere in unserem Leben für mich nicht schön ist. Er weiß, dass ich das in einem Gespräch immer furchtbar schlecht in Worte packen und meinte, ich solle es ihm einfach mal als Diskussionsgrundlage aufschreiben. Und das will ich gleich tun.

    Mit meinem Selbstbewusstsein ist nämlich gar nicht so weit her, es ist nur die Vernunft, die aus mir spricht. In mir drin schlottert noch viel zu oft ein kleines Mädchen, den Tränen nahe und voller Angst, dass jemand laut wird oder böse oder sonst etwas.
    Meine Mutter, die in absehbarer Zeit praktisch die silberne AA-Nadel erhalten müsste, meinte, ich solle erstmal lernen, mich selber liebzuhaben, bevor ich etwas für andere tu' (Ist es nicht das, was Ihr mir hier die ganze Zeit ans Herz legt?). Ich würde sie an die Pferde erinnern, die im Frühjahr auf die Weide gelassen werden und voller unbändiger Lebensfreude sind. Sie hat mich allerdings auch ermahnt, nicht über den Zaun zu springen, sprich: meine Grenzen zu erkennen...

    Coraly, willst Du tatsächlich Laufen? Hoffentlich macht es Dir Freude!
    Ich musste ja wieder von vorne anfangen, eine böse Erkältung hat mich zurückgeworfen :? Ich habe schon überlegt, ob ich sonntags Schwimmen gehe, aber ich würde dafür erst gerne ein, zwei Polster abbauen :oops::D

    Nun aber ran an den Brief für Schatzi... :shock:

    LG, Meni

  • Hallo Berni,

    Du hast vollkommen Recht, mit dem Trinken aufzuhören, ist der erste Schritt überhaupt in die Richtung, sich liebzuhaben und gut zu sich zu sein. Und der Prozess, wer bin ich und was will ich eigentlich, setzt derzeit gerade bei mir ein (ich glaube, seit der Entgiftung). Das wird noch ein Stück Arbeit werden, aber ich freue ich darauf. Ich will lieber nicht in meiner Vergangenheit wühlen, lieber akzeptieren, dass es nun mal so war; den daran ist nichts zu ändern, möchte mich von diesem alten Kummer befreien und mich auf die Gegenwart konzentrieren, die mir soviel Schönes gibt.

    Ach, liebe Coraly, eine Therapie wäre sicher hilfreich, aber in meinem Fall sehe ich derzeit keine Möglichkeit dazu. Ich arbeite in einem Bereich, der die Kosten für diese Art von Therapien bearbeitet und möchte nicht, dass meine Unterlagen über den Schreibtisch einer Kollegin gehen. Und geredet wird über solche Dinge doch, das steht fest (man ist ja schließlich unter sich, nicht wahr)...

    Ja, meine Mutter ist trocken, seit rund 15 Jahren. Ich bin sehr, sehr froh, dass es so ist, wäre sie damals gestorben (es war kurz davor), hätten wir beide nicht die Möglichkeit gehabt, miteinander ins Reine zu kommen, was mir sehr gut tut.

    Hier herrscht auch ungemütliches Wetter, aber mit Kaputzenjacke geht es, grins. Außerdem mache ih jetzt imer öfter unauffällig Gymnastik, an der Halestelle, am Waschbeken usw. Mein Schweinehund wrd gerade in Ketten gelegt *grins*

    Huch, muss zur Arbeit, gute 24 Stunden für Euch!

    LG, Meni

  • Zurzeit bin ich ziemlich mit den Veränderungen, die sich durch die Nüchternheit entwickeln, ziemlich beschäftigt. Abends findet immer häufiger Familienleben statt, wir unternehmen auch langsam immer mal etwas. Ich schlafe immer besser und werde nachts nicht mehr so oft wach.

    Allerdings fühle ich mich trotz der postiven Folgen immer wieder deprimiert. Ich habe es nicht geschafft, meinem Gefährten den Brief zu schreiben, in dem ich ihm sage, was mich in unserer Beziehung bedrückt. :? Ich habe Angst, nicht die richtigen Worte zu finden und damit das kaputtzumachen, was ich durch die Nüchternheit gerade erst wieder aufbauen konnte. Auf lange Sicht wird das so natürlich nicht funktionieren, hat es bisher ja auch nicht (Bisher habe ich auch immer alles geschluckt, bis ich dann jedes Mal übers Maß hinaus getrunken habe und dann explodiert bin. Da hat dann sowieso keiner zugehört, ist ja klar.), aber explodieren ist ohne Alk nicht drin (ein Glück, ich hasste mich am nächsten Tag dafür :evil: ), bloß diese Inmichhineinfresserei macht mich krank. :(

    Naja, ich konzentriere mich erstmal weiterhin auf alles, was positiv ist und stark macht, so manches hat sich ja bereits durch die Nüchternheit zurechtgerückt...

    Ich hoffe, es geht Euch allen soweit gut, wünsche Euch einen schönen ersten Advent und gute 24 Stunden.

    LG, Meni

  • Hallo Meni,

    ich hab jetzt gerade den ganzen Thread durchgelesen und einfach nur gedacht: Was für ein bewundernswerter Mensch!

    Das soll keine Lobhuddelei sein oder sowas. Ich bin selbst gerade bei Tag 16 angelangt und merke auch, dass sich viele Türen nach und nach bei mir öffnen und angegangen werden müssen. Darum finde ich das so toll, wie ehrlich und offen du über dich schreibst und auch von den vielen anderen inneren Kämpfen (neben dem großen Kampf gegen den Alkohol). Und auch davon das man oft so ist, wie man gar nicht sein möchte - und genau daran arbeitet. Du machst mir echt Mut.

    Ich wünsch dir schöne trockene 24 Stunden

    Viele Grüße,

    Timster

  • Hallo Timster,

    danke für Deine lieben Worte, die mir ebenfalls Mut machen. Zu wissen, dass es mir in vielen Dingen nicht alleine so geht, dass es vielleicht nicht wirklich normal ist, sich so zu fühlen, aber dass ich nicht allein bin auf diesem Weg, das hilft mir wirklich sehr.

    Was beim Nüchternwerden hilft, ist vor allem die Ehrlichkeit mir selbst gegenüber, ich will mir nichts mehr vormachen. Weil mir die Offenheit anderer Forumsteilnehmer besonders am Anfang enorm geholfen hat, habe ich beschlossen, dies auch so zu handhaben. Wenn ich dadurch auch ein bisschen Mut machen kann, dann macht mich das froh; denn den können wir alle gebrauchen, nicht wahr?

    Durch das Trinken entsteht offenbar in vielen von uns eine große Einsamkeit, wie eine Gefangenschaft, in die wir uns selbst begeben haben (ich weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken kann) - der Gedanke mit den Türen gefällt mir daher gut, Timster. Wie gut, dass wir in ganz vielen Fällen selbst entscheiden können, durch welche wir hindurchgehen, nicht wahr?

    Nüchtern zu bleiben ist gar nicht so schwierig für mich - aber mich den Dingen zu stellen, scheint mir derzeit oft noch eine schier unüberwindbare Hürde zu sein. Wenn z.B. jemand laut wird, läuft in meinem Gehirn offenbar so eine Art Bunkerprogramm ab, ich ziehe mich in mich selbst zurück, nichts geht mehr. Ich bekomme dann auf der Stelle das Anti-Schlagfertigkeits-Syndrom, einhergehend mit größter Verstocktheit. Lange Zeit habe ich das mit Alkohol betäubt, aber nun denke ich nach, wenn mir einer etwas an den Kopf wirft (und lasse mir dafür auch die Zeit dafür, und wenn ich eine Woche darüber schlafe, na und?). Das macht mir zwar keinen besonderen Spaß, es deprimiert mich zu oft, aber es zieht mich nicht mehr so böse runter, wie sonst mit Alkohol. Und das ist für mich schon mal ein Riesenschritt; denn echtes Nachdenken über meine Gefühle und Bedürfnisse habe ich mir lange nicht erlaubt...

    LG, Meni

  • "Anti-Schlagfertigkeitssyndrom" in Kombination mit "Verstocktheit" (was für ein entsetzliches Wort!)...
    Hier, liebe Meni, setzt eine gute Therapie an; hier kann die beste SHG nämlich nicht weiterhelfen. :wink:

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

  • Ach, lieber Dante, womit Du bestimmt Recht haben wirst, aber zum derzeitigen Zeitpunkt eine Therapie anzugehen, könnte mich jobmäßig auf den Schleuersitz befördern, also werde ich noch eine ganze Weile herumgurken müssen... Das schaffe ich schon irgendwie, Hauptsache, ich trinke nicht.

    LG, Meni

  • Hallo Meni !

    Danke für deine Zeilen. Hat mich echt Aufgebaut und mir geholfen.

    Habe mich mal etwas bei dir eingelesen. Das Thema Unsicherheit, und diese zu überspielen kenne ich aus eigener erfahrung.
    Aber las dir gesagt sein , die Unsicherheit wird weichen, denn für jeden Tag den du Trocken bist,wirst du von irgendeiner Seite anerkennung bekommen und das macht stark, ermutigt und stärkt das selbstwertgefühl.
    Übermorgen bin ich seit 13 jahren trocken und diesen tag feiere ich inzwischen als meinen Geburtstag. In den jahren habe ich nie von niemandem ein schlechtes wort in bezug auf meine apstinenz gehört im gegenteil nur schulterklopfen und respekt. Heute so denke ich ist meine unsicherheit , Vorsicht geworden gegenüber allem was mir gefährlich werden kann in bezug auf rückfall.
    Du bist auf dem richtigem weg. Aber über eine Therapie solltest du trotzdem nachdenken. Wenn du wieder trinkst ist der Job schliesslich auch weg.

    Viele Liebe Grüsse von >Bernd

    Trocken seit dem 06.12.1993 und das bleibt auch so !!!

  • Hallo Bernd,

    es freut mich, dass es Dir besser geht! Und ich hoffe sehr, dass Deine Ma gesundheitliche Fortschritte macht!

    Im Moment ist an eine Therapie wirklich nicht zu denken. Ich muss noch mindestens 22 Jahre für meine Rente arbeiten, und das werde ich, sofern ich irgend etwas etwas dafür tun kann, nicht in einem Minijob machen.
    Ich habe viel zu lange dafür gekämpft, in diesem Beruf Fuß zu fassen (wie gesagt, über die Schreibtische meiner Kolleginnen und mir läuft die Bearbeitung eben dieser Therapien), das werde ich weder durch eine Maßnahme noch durch Alkohol aufs Spiel setzen.

    LG, Meni

  • Hallo Meli,

    Ich bewundere Deine Art zu schreiben, Deine Art die Dinge zu Beschreiben. Sehr lesenswert und hilfreich.

    Sophia

  • Hallo Sophia,

    dafür stellst Du auf angenehme Weise direkte Fragen, etwas, was ich sehr gern lernen würde. Ich hatte davor immer ein bisschen Angst, ich hatte immer ein bisschen Angst, anderen zu nahe zu treten. Dabei dachten die anderen wohl bloß, ich habe kein Interesse an ihnen...

    LG, Meni

  • Ich muss jetzt nochmal etwas loswerden. Seit ich nicht mehr trinke, schlafe ich besser und träume mehr. Immer häufiger wache ich morgens (manchmal noch vor dem Wecker) mit einer Art "Aha!" oder "Ach so!" auf. Ich glaube, ich lasse mein Unterbewusstsein tatsächlich endlich mal arbeiten, indem ich ihm den Alk entziehe...

    Mein Gefährte und ich kriegen uns regelmäßig ein bisschen in die Flicken, weil er häufig bei Licht einschläft. Ich hab's beim Schlafen gerne dunkel, stelle mich damit auch ziemlich an. Heute Nacht, als mein Gefährte sein Licht anmachte, war ich im Halbschlaf gefangen: Ich bekam einen Albtraum, obwohl ich gleichzeitig mitbekam, wie er zu mir unter die Decke schlüpfte. Er kuschelte sich an mich und ich wimmerte, ohne etwas dagegen tun zu können. Er sagte mir, alles ist gut, alles ist in Ordnung. Irgendwann begriff mein Gehirn, dass es tatsächlich mein Gefährte war, und ich fühlte mich unendlich geborgen. Als ich aufwachte, war der Alb noch da, und ich begriff wieder ein Stück von mir:

    Als ich ein kleines Mädchen war (es waren vor allem die Jahre zwischen neun und zwölf), bestanden nachts Schutz und Geborgenheit immer solange alles dunkel war. Sobald Licht vom Flur einfiel, stolperte mein Herz und ich versuchte, mich in meinem Entsetzen schlafend zu stellen. Das mache ich auch heute noch so, ich werde sofort wach und erstarre förmlich, stelle mich aber überzeugend schlafend. Mein Herz bummert und manchmal brauche ich Stunden, um wieder zur Ruhe zu kommen.

    Wenn Licht einfiel, kam im besten Fall meine Mutter, um ihren Kummer wegen der zerstörerischen Ehe mit mir zu besprechen (ich war ja immer so vernünftig und verständnisvoll). Oder eben mein Vater oder der eine oder andere Freund auf der Suche nach dem Kuss einer Jungfrau.

    Aber solange es dunkel blieb, kam niemand, so war das eben.

    Ich muss nicht mehr trinken, um in einen Komaschlaf zu sinken. Gefahr erkannt - Gefahr gebannt... Ein weiteres Mosaiksteinchen für ein gesundes Leben...

    Meni

  • Hallo Meni,

    ich bin zwar kein Psychologe, aber mir scheint, Du hast Deinen Traum recht treffend analysiert. Prima, dass jetzt immer ein Steinchen zum anderen kommt. Weiter so!

    Ich schlafe auch super, seit ich nichts mehr trinke, und auch die Horror-Alpträume sind angenehmen Träumen gewichen. UND ich wache morgens frisch und ausgeruht auf! (Obwohl, mich nochmal rumdrehen würde ich schon manchmal gern... :))

    Alles in allem: Ich bin so froh, dass ich nichts mehr trinke!

    Liebe Grüße

    pauly

    Es ist nicht leicht, das Glück in sich selbst zu finden,
    doch es ist unmöglich, es anderswo zu finden.

    Agnes Repplier

    Abstinent seit Oktober 2006

  • P.S.: Die Worte: "Alles ist in Ordnung", "Alles ist gut" oder "Ich hab Dich doch lieb" gingen einher mit den "Sprich-mich-bitte-von-jeder-Schuld-frei-Plüschaugen" der Onkel, die sich mir näherten ("Dein Papa hat gesagt, Du magst das richtig gerne...")

    Wie gut, dass ich kein Kind mehr bin. Und wie gut, dass ich nüchtern alle Sinne beieinander habe! Mir war gar nicht klar, dass ich all diese Dinge noch immer als Belastung mit mir herumgeschleppt habe. Ich bin dankbar, dass ich mich damit endlich auseinandersetzen kann, auch wenn dies erst der Anfang ist.

  • Hi Meni,

    das freut mich jetzt riesig! :D

    Liebe Grüße

    pauly

    Es ist nicht leicht, das Glück in sich selbst zu finden,
    doch es ist unmöglich, es anderswo zu finden.

    Agnes Repplier

    Abstinent seit Oktober 2006

  • Heute Abend - ich hatte gewagt, meiner Stieftochter die eine oder andere Aufgabe aufzuzeigen (hej, Schnegge, die Sachen in Deinem Regal krabbeln und flüstern....) - kam es zum Knall. Alle meine Fehler wurden wieder aufgewärmt und zählten doppelt und alleinig, weil ich im letzten halben Jahr nicht auf meinen Gefährten und seine Tochter eingegangen bin (durch Alkoholkonsum). Die Fehler der anderen scheinen immer und ständig davon abzuhängen, und dagegen wehre ich mich mittlerweile - aber das passt hier keinem ins Konzept.

    Meine (nahezu flehentliche) Bitte, im Forum doch einfach mal nachzulesen, was denn mittlerweile so vorgegangen sei, stieß auf verbockte Ohren. Man habe es nicht nötig, in irgendwelchen Foren nachzulesen, was man sich aus erster Hand erwünscht hat. Nicht einmal dann, wenn es mir über vier Wochen hinweg geholfen hat, trocken zu bleiben... Sind ja Fremde, außerhalb der Familie... Tja... Mein Gefährte meinte, es wäre für ihn schlichtweg zuviel verlangt, im Forum zu lesen. Oh, wie schade. Wie entsetzlich schade - es tut mir so weh. Ich will jetzt nicht weinen (und lache daher mit zugestopfter Nase (((harrr)), aber ich kann mich gar nicht dagegen wehren. Hmpf.

    Meni

    Meni

  • Heute Nacht hat mein Gefährte sich dann doch die Zeit genommen, im Forum zu lesen. Er fand nur eines gut, nämlich den Rat, in eine Therapie zu gehen. Alles andere hat ihm nicht gefallen. Ich sei hier nur am Jubeln, würde ihn und seine Familie schlecht machen und darauf hören, erstmal an mich zu denken. Genau das habe ich in den letzten zwei Jahren schon getan, ohne Rücksicht. Dass ich im Forum schreibe, finden mein Gefährte und seine Tochter nicht gut. Ich soll lieber mit ihnen reden.

    Er hat Recht, dass ich durch das Trinken vieles kaputt gemacht habe, ach, wie gerne würde ich das ungeschehen machen oder zumindest wieder gutmachen... Durch meine Schwierigkeit, mit Konflikten umzugehen, habe ich in dieser Zeit auch viele gute Gefühle zerstört. In sich reinfressen und dann explodieren - genau das habe ich gestern auch gemacht - und das nüchtern. :oops:

    Die Vorwürfe meines Gefährten treffen mich sehr, sie sind ja auch berechtigt. Wenn ich sie jetzt zusammenfasse, bin ich ein Mensch, der nicht viel taugt. Hab viele Dinge begonnen oder angekündigt und nicht durchgezogen (das fängt beim Sprachkurs an und hört bei einer Geschichte, die ich immer schreiben wollte, und erst jetzt tatsächlich in Arbeit habe, auf). Große Klappe, nichts dahinter. Hab wegen des Trinkens gelogen und nochmal gelogen. Hab im Rausch gekeift und mit Türen geknallt, zwei davon beschädigt. Hab missratene Kinder. Das sind Fakten. Sie sind abscheulich, aber nicht zu leugnen. Nicht wegzuradieren.

    Das ich nicht mehr trinken will und sich viele Dinge zum Guten gewandt haben, dass ich mich über jeden Tag Nüchternheit, über jeden kleinen Schritt zu meiner seelischen Genesung freue, erhält dadurch einen gewaltigen Dämpfer, ich fühle mich ziemlich mutlos. Ich habe den Eindruck, für meinen Gefährten und seine Tochter nur noch eine Belastung zu sein. Und das Schlimme ist, ich weiß nicht so richtig, ob ich daran etwas ändern kann.

  • Liebe Meni,
    da fällt mir jetzt wirklich nur noch der alte Ratgeber "Bibel" ein: "wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein". Das ist für Deinen Göttergatten mal was zum Nachdenken.
    Ganz im Ernst, auch wenn es jetzt sicher übertrieben ist und Dich nicht unbedingt weiterbringt: Wenn Deine Familie nicht mitziehen möchte, Dich auf Deinem Weg in die Trockenheit zu unterstützen, dann solltest Du Dich ohne sie auf Deinem Weg weiterentwickeln. Defizite hin oder her, gemachte Fehler ebenso: Du willst JETZT einen neuen Weg gehen, und das ist gut so. Wenn Deine Familie Dich dabei nicht unterstützen möchte oder nicht unterstützen kann, dann wirst Du über kurz oder lang ohnehin OHNE diese Familie dastehen. Denn sie wird ein ewiger Hemmschuh für Deine Entwicklung sein. Und die Familie wird Dir NICHT einen eventuellen Rückfall "abnehmen", den wirst ganz alleine DU ausbaden müssen (wenn es denn zu einem käme)!
    Vielleicht ist in diesem Zusammenhang auch noch mal der Hinweis auf eine Therapie erlaubt? Ich habe Deine Argumente gelesen und verstanden. Trotzdem muss ich Dir sagen, dass ich die Argumentation nicht teile. Lieber eine Therapie und damit eine Grundlage für dauerhafte und zufriedene Trockenheit geschaffen, als kurzfristig einen Arbeitsplatz zu erhalten und im schlimmsten Fall rückfällig zu werden und dann womöglich "die kurve nicht mehr" zu kriegen...

    Ich wünsch Dir viel Kraft, geh Deinen Weg weiter - auch wenn es manchmal verdammt hart ist....

  • Hallo Meni,

    du bist sehr wohl ein Mensch,der viel taugt,
    laß dir von niemanden sagen,daß du nichts wert bist.
    Sage deinem Mann,wie du dich jetzt fühlst,nach dem Gespräch.
    sag ihm,daß dir das Forum beim trocken sein sehr hilft und sei jetzt mal wirklich egoistisch und mach das,was du für richtig hälst.
    Wenn dir die Gespräche mit deinem Mann und Tochter so einen gewaltigen Dämpfer geben und dich mutlos machen,dann sag ihm,daß du das so empfindest.
    Das kannst du jetzt wirklich nicht brauchen.

    Ich glaub,ihm gefällt nicht,wie du hier über ihn schreibst.
    Immer warst du die schlechte,sie konnten dir ja an allem die Schuld geben,weil du ja trankst.
    Jetzt merkt er,daß du dich nicht mehr nur rumschuppsen läßt.
    Für ihn doch auch eine neue Situation.

    Geh deinen trockenen Weg bitte immer schön weiter und schau nach vorn und nicht zurück.

    mein Rückfall zeigte mir,wie kostbar ein Leben ohne Alkohol ist!

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