Schritte für die nächsten Wochen

  • Mh gestern kam ich nicht ins Forum (warum auch immer), deshalb schreib ich heute ;) .

    Gestern war ein schöner Tag, ich bin morgens um 6 Uhr aufgstanden, hab dann Brötchen geholt weil mein Freund erst später weg musste. Nachdem wir dann schön zusammen gefrühstückt haben ist er gefahren und ich bin zur Uni, arbeiten.
    Gegen Mittag gings wieder heim, dort hab ich Mittag gegessen und ein Mittagsschläfchen gemacht. Eigentlich wollte ich joggen, doch ich hatte ein bisschen Halsweh und hab es deshalb lieber gelassen. Gute Entscheidung, denn heute geht es mir gut und ich werde gleich vor der Uni losziehen ;) .
    Jedenfalls hab ich ein wenig gespielt und an einer Geschichte fürs Hobbyforum weitergeschrieben.

    Ich habe mir nochmal Gedanken gemacht bezüglich der Frage, warum es so viele Menschen gibt, die zwar hoch und heilig schwören vom Alkohol wegkommen zu wollen, aber weitertrinken und nicht wissen wieso. Das hat mich shcon lange beschäftigt, nun weiß ich auch wieso - ich war ja schließlich früher genauso.
    Ich hatte ca. vier Monate bevor ich wirklich aufgehört habe den starken Wunsch gehabt, endlich keinen Alkohol mehr zu trinken. Jedesmal wenn ich wieder total betrunken im Bett lag (und wusste, der nächste Tag wird schlimm werden) hab ich in Selbstmitleid gebadet und geschworen, das nächste Mal gibt es nicht.
    Aber wieso konnte ich dann immer noch nicht aufhören? Weil hinter "ich will keinen Alkohol trinken" bei mir der Gedanke steckte "trinken will ich schon noch, aber wieder kontrolliert wie früher". Und solange dieser Gedanke im Hinterstübchen lebte, konnte ich nicht trocken werden.

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    zwischen Ich will keinen Alkohol mehr trinken-sagen und Ich will keinen Alkohol mehr trinken-meinen besteht eben doch ein kleiner Unterschied. Die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber ist wohl ein ganz wichtiger Punkt bei unserer Erkrankung bzw. bei der Art und Weise, wie wir mit ihr umgehen. Sich selbst belügend oder anderen zum Gefallen eine Trockenheit anstrebend den Weg zu gehen, hat keinen Wert und führt dann auch zu dieser Überraschung: Weitertrinken und nicht wissen, wieso!

    Ansonsten: Schön, dass es Dir weiterhin gut geht :D!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Guten Morgen,

    wieder ein Morgenschrieb - mein Freund kam gestern abend nach Hause und brauchte meine Aufmerksamkeit, er hat seinen Job bei seinem Bruder hingeschmissen weil die beiden einen Streit hatten. Jetzt weiß er nicht was in Zukunft wird und war ein wenig depressiv, also hab ich lieber mit ihm geredet. Drum schreib ich jetzt ;) .

    Ansonsten war mein Tag gestern gut. Bin wie "versprochen" gejoggt, es lief richtig gut. Freitag werde ich wohl wieder morgens loslaufen, weil es ja warm werden soll. Ist besser so, und weil mein Freund ja jetzt überaschenderweise zu Hause ist kann ich den ganzen Vormittag die halbe Wohnung eh nicht nutzen.
    Wie dem auch sei, nach dem Joggen hab ich geduscht und bin dann zur Uni arbeiten gefahren. Anschließend hab ich noch ein wenig gespielt und versucht das U-19-Fussballspiel zu gucken, aber da kam dann halt mein Freund dazwischen.

    Er hat dann wieder ein paar Aussagen getätigt, die mir sehr in Bezug auf mich zu denken gegeben haben. Wie sehe ich solche Dinge inzwischen?
    Er hat gemeint, dass er sich jetzt was aufbauen will um es seinem Bruder und seinem Vater mal so richtig zu zeigen. Daraufhin hab ich ihn gefragt, was er denn macht wenn den beiden sein Ding nicht gut genug ist? Dann wird er sich umbringen, hat er gemeint (wie ihr seht, es geht ihm mal wieder nicht wirklich gut).
    Das System ist völlig klar: Natürlich wird nichts was er tut je gut genug für die beiden sein. Es ist eine Methode ihn klein und unmündig zu halten. Ich persönlich bin dabei mich aus solchen Systemen zu befreien und bin recht froh, so etwas inwzischen durchschauen zu können. Wenn ich eines gelernt habe in den letzten Monaten, dann das - ich tue Dinge für mich, weil ich etwas für mich erreichen will. Sei es trocken werden oder sei es sonst was.

    JoeDoe : Überraschung ist in diesem Zusammenhang echt das richtige Wort. Ich hatte damals bisher alles über meinen Willen hingekriegt: Keiner hatte etwas von meiner sozialen Phobie bemerkt, ich habe mit meinem Willen meine Angst unsichtbar machen können. Aber der Alkohol hat meinem Willen immer widerstanden, und das hat mich überrascht. Ich habe angefangen an mir selbst zu zweifeln. Heute weiß ich, was richtig gewesen wäre ;) .

    So, mal gucken wie der heutige Abend so aussehen wird...

    LG
    Plejaden

  • So, heute war ich zum letzten Mal arbeiten für diese Woche, jetzt hab ich erstmal frei. Juchuh!

    Ich bin jedenfalls erst um 8 Uhr aufgestanden, hab Brötchen geholt und dann um 10 Uhr mit meinem Freund gefrühstückt. Anschließend ist er weggefahren und ich zur Uni, hab dort gearbeitet und bin dann wieder heim. Nach dem Mittagessen hab ich ein Nickerchen gemacht, dann gespielt und bis vorhin das Bad geputzt. Sieht jetzt wieder richtig gut aus! Und nun sitze ich hier und schreibe.

    Gestern hab ich meinen Freund noch etwas zerknirscht gesehen. Er hat aus einem Feinkostladen viele Desserts mitgebracht - leider ist in allen Alkohol enthalten, und er steht weit vorne auf der Zutatenliste. Nun ist er etwas geknickt weil er nicht drauf geachtet hat. Ich denke aber mal, aus so einem Feinkostladen kriegt man wohl eh nix an Desserts wo kein Alkohol drin ist. Schließlich gehört der doch zur "feinen Note" :roll: . Ganz großes Kino.

    Ich mache mir jetzt noch einen schönen Abend, bis morgen!

    LG
    Plejaden

  • Guten Abend zusammen,

    heute war mein erster freier Tag. Den habe ich gleich morgens genutzt und bin joggen gegangen, schließlich war es da noch kühl :lol: . Irgendwie trifft man vor allem morgens immer diesselben Leute ist mir aufgefallen. Danach habe ich geduscht und habe dann ein wenig aufgeräumt. Bin dann mit meinen Eltern einkaufen gefahren, anschließend gab es Mittagessen und ein kurzes Nickerchen. Nachmittags hab ich ein wenig gespielt und war dann einkaufen. Und den Abend über hab ich Leichtathletik geguckt, ich mag das irgendwie :lol: und nun schreib ich hier.

    Irgendwie freue ich mich schon vor allem auf Sonntag morgen, wenn es wieder zum Laufen geht. Gerade da sieht man diesselben Gesichter, wahrscheinlich (sicher weiß ich es ja nun nicht) andere Leute, die am Samstag Abend keinen draufgemacht haben. Und es sind beileibe nicht nur alte Omis, die ihre kleinen Hunde Gassi führen. Letztes Mal lief eine Gruppe junger Damen hinter mir (bevor sie überholten), die von einer Freundin redeten - die wollte wohl mitkommen, hat sich aber betrunken und würde wohl bis Nachmittags durchschlafen.

    Allmählich weiß ich wo ich Leute finden kann, kriege ein Gespür dafür wo die Orte ohne Alkohol im Vordergrund sind.

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plej

    Zitat von Plejaden


    Allmählich weiß ich wo ich Leute finden kann, kriege ein Gespür dafür wo die Orte ohne Alkohol im Vordergrund sind.

    Weiste was,das geht mir in letzter Zeit zunehmend auch so.Während ich erst lieber alleine sein wollte,such ich jetzt immer mehr Kontaktmöglichkeiten zu anderen Menschen und teste damit meine neue Beweglichkeit im Umgang mit anderen aus.
    Ich staune immer wieder ,wo ich alles Leute treffen kann,ohne das der Alk oder eine alk-trächtige Veranstaltung oder Ort in irgendeiner Form vorhanden sind.
    Zum Beispiel bin ich mal dienstags 18 uhr im Kino gewesen und dachte noch,da biste bestimmt fast alleine da...War gerammelt voll.Lach.

    Ciao,Lütze

    Trocken seit 2.11.2007

  • Hallo Plejaden,

    Zitat

    Irgendwie trifft man vor allem morgens immer diesselben Leute ist mir aufgefallen.

    Das stimmt. Deshalb bin ich ja in meiner Kontaktknüpfphase immer morgens zur selben Zeit an einem bestimmten Ort gewesen.

    Kommaline und ich sind uns allerdings anderswo und anderwannn begegnet. Wir haben uns sozusagen herangetastet :?

    Dir schöne Urlaubstage und gute Erholung

    LG kommal

    unterwegs...

  • Guten Abend zusammen,

    heute habe ich mich etwas schlapp gefühlt wegen des Wetters. Gegen Mittag zog auch so eine Art Dauergewitter auf, das erst vor einer Stunde aufgehört hat. Die ganze Zeit Donnergrollen im Hintergrund, was für eine Atmosphäre 8) .

    Wie dem auch sei, ich bin um 8 Uhr aufgestanden und war erstmal einkaufen und Brötchen holen. Dann habe ich ein wenig TV geguckt bis mein Freund aufgestanden ist. Wir haben zusammen gefrühstückt, dann habe ich ihm mit so einem Rasierer die Haare abgefrähst :twisted: . Guuut, er wollte es so und es sieht auch recht gut aus.
    Anschließend ist er weggefahren und ich hab ein Nickerchen gemacht, das Wetter hat mir doch zugesetzt, wenn auch nicht so schlimm wie sonst. Sport sei dank. Dann war ich nochmal einkaufen und bin rechtzeitig wiedergekommen bevor das Dauergewitter losging.
    Den nachmittag über habe ich dann gelesen, gespielt und ein bisschen TV geguckt, habe mich einfach nur total schlapp gefühlt. Ich hoffe mal, dass es morgen früh zumindest besser ist, wenn ich laufen gehen will

    Lütze : Ja, diese neue Beweglichkeit lerne ich auch kennen. Ich habe aufgrund der sozialen Phobie bisher nur wenige Verhaltensweisen gehabt (weiß nicht wie ich das besser beschreiben soll... ich hoffe ihr versteht was ich meine) und sobald jemand sich quasi "nicht normal" verhalten hat sind mir die Reaktionen ausgegangen. Dann hab ich entweder nervös und überzogen gekickert oder wie versteinert dagesessen, weil ich nicht wusste was ich anderes tun soll.
    Das versuche ich grad zu ändern, und ich bin immer wieder aufs Neue von mir überrascht.
    Und Kino folgt irgendwie seinen eigenen Gesetzen. Hab auch schon ein paar Mal gedacht "so, den Laden haben wir jetzt für uns allein" und dann war es doch gerammelt voll.

    kommal : ich würde mich noch nicht trauen dort jemanden anzusprechen, vor allem weil wir alle nur unterwegs sind. Man sieht sich nur kurz im Vorbeilaufen. Aber es ist irgendwie gut zu wissen, als ob ich eine Nische in der Gesellschaft entdeckt hätte. Ich werde das weiter verfolgen. Immerhin begrüße ich alle die halbwegs freundlich gucken mit einem "guten Morgen" :lol: .

    LG
    Plejaden

  • So heute Abend nur kurz, mein Freund quengelt ich soll ihm bei seinem Autorennspiel helfen ;) . Es war ein schöner Tag, auch wenn das Joggen heute morgen sehr anstrengend war irgendwie. Die Luftfeuchtigkeit war extrem hoch, und die "Gewitterluft" tut meinem Kreislauf nach wie vor nicht gut, auch wenn es wirklich sehr viel besser geworden ist.

    Ansonsten habe ich ein wenig gefaulenzt, denn morgen geht die Uni sozusagen wieder los - ich fange dann an die ersten Seminararbeiten zu schreiben. Mein Plan ist es dies an der Uni zu tun weil ich dort weniger abgelenkt bin als hier zu Hause. Die räumliche Trennung Arbeit - Freizeit tut meiner Konzentration gut :lol: , habe ich festgestellt. Ich nehme dann meinen Laptop mit.

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    Zitat

    Die räumliche Trennung Arbeit - Freizeit tut meiner Konzentration gut

    ...und sorgt für den nötigen Abstand. So habe ich es jedenfalls erlebt nach meinem Umzug- die Distanz, gerade im Kopf, wurde größer. Ich habe "genug Abstand" zum Abschalten. Das war auch für meine Tagesstruktur wichtig.

    Auch ich hatte Kreislaufprobleme. Am Samstag konnte ich am Rande die "Un"wetterentwicklung im bzw. über dem Ruhrgebiet erleben. Ein Blitz zuckte so nah vom Himmel, dass die Luft knisterte. Das war ein beeindruckendes Erlebnis.

    Als ich im Anschluss die Blitze fotografieren wollte bin ich allerdings an meine Grenzen gestoßen: DIE sind schneller!

    LG kommal

    unterwegs...

  • kommal : kleiner Tipp: Blitze kannst Du am besten mit einem Stativ und Langzeitbelichtung (1-4 Sekunden) erwischen. Kamera ausrichten und evtl den Auslöser mit einem Gummiband fixieren (Serienaufnahmen). Die Blitze sind zwar schneller, aber wir sind schlauer :wink:!

    Plejaden : Ich hoffe, Du verzeihst mir das Nutzen Deines Threads für den obigen Tipp an kommal :wink:.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Nein nein, ich bin über solche Tipps sehr dankbar. Immerhin gibt es ja Leute, die kriegen reihenweise Blitze auf lichtempfindliches Material gebannt, und irgendwie müssen die das ja hinkriegen ;) .

    Das mit der knisternden Atmosphäre ist übrigens sehr gut beschrieben - ich hatte eine zeitlang echt den Eindruck, mir würden hier irgendwann die Haare zu berge stehen. Aber gegen Abend ging es mir wieder besser...

    So morgen mehr, war bis grad im Chat ;) .

  • Huhu,

    ich schreibe jetzt mal außer der Reihe weil bei mir grad wieder ein Problem dräut, das ich mir gerne von der Seele schreiben möchte. Es ist mir egal ob jemand antwortet, helfen ist mir sowieso nicht dabei ;) .

    Ich hatte ja mehrfach zumindest angedeutet, dass meine Partnerschaft nicht immer so war wie heute. Genau genommen: Vor einigen Jahren hatten wir zwei beide einen absoluten Tiefpunkt. Mein Freund war damals arbeitslos und internetsüchtig (ist er wohl heute auch noch, wir wissen ja wie das mit Süchten ist ;) ). Will sagen, unser Tag sah folgendermaßen aus: Er hat jeden Tag bis 14 Uhr geschlafen, gerne länger. Ich habe bis 17 Uhr gearbeitet. Er ist dann aufgestanden und hing dann bis 3 oder 4 Uhr nachts vor dem Computer, hat oftmals nichtmal die Rollos hochgezogen - wochenlang den ganzen Tag kein Tageslicht. Da der Computer im Schlafzimmer stand (und immer noch steht) war an Schlaf für mich natürlich bis 4 Uhr nachts nicht zu denken. Licht musste an sein (wegen seiner Äuglein) und dann halt das Getippere und manchmal ein Telefonanruf... Wir haben uns eigentlich jede Nacht gestritten, er meinte er könne jetzt nicht einfach raus aus dem Chat, die XY bräuchte ihn ganz dringend und würde sich sonst umbringen. Und natürlich läge es überhaupt und generell sowieso an mir, er müsse sich ja in den Chat flüchten weil mit mir ja nix mehr los sei und so wie ich mit benehmen würde... (klingt bekannt, oder?). Ich bin damals fast jeden Tag völlig übermüdet bei der Arbeit aufgeschlagen.
    Da ich damals stark beziehungssüchtig (und co-abhängig?) war konnte ich echte Konsequenzen nicht ziehen. So blieb es bei meinem übermüdeten nächtlichen Gequengel und seinem heiligen Zorn, wenn ich ihn vom Chatten abhalten wollte.

    Nun, ich habe ja geschrieben dass er jetzt wieder arbeitslos ist. Und siehe da - es zeichnet sich derselbe Spaß von Neuem ab. Er schläft wieder bis in die Puppen und blockiert somit die halbe Wohnung. Ich kann nicht an den Computer um Bildbearbeitung oder Ausdrucke zu machen, nicht an meine Unterlagen für die Uni, im Schlafzimmer lüften wenn es morgens mal kühl ist kann ich auch nicht. Inzwischen ist es in der (Dachgeschoss-)Wohnung richtig schön stickig und ziemlich warm, weil in einem Zimmer lüften bildet ein kühles Zönchen einen Meter um das Fenster herum, mehr aber auch nicht.

    Gestern habe ich ein erstes ernstes Wörtchen mit ihm geredet, es folgte wieder ein schöner Streit. Naja, ich werde es trotzdem machen wie angekündigt. Bis 9 Uhr kann er gerne schlafen, danach nehme ich dann jedoch keine Rücksicht mehr auf ihn. Dann wird gelüftet, wenn ich an den Computer muss dann mache ich das halt. Ich habe einfach keine Lust mehr wie damals den halben Tag durch meine halbe Wohnung zu schleichen, immer Rücksicht zu nehmen dass ich ihn ja nicht wecke Mittags um 13 Uhr.
    Falls er vor hat wieder bis 4 Uhr nachts zu chatten werde ich eben auf der Schlafcouch im Wohnzimmer übernachten, dort ist es genauso gemütlich wie im Bett ;) und ich habe meine Ruhe.

    Entschuldigt diese Ausführung in epischer Breite, die in meinem bisherigen TB-Strang etwas zusammenhanglos wirkt. Aber die Situation grade weckt Erinnerungen an schlimme Zeiten, und ich möchte es diesmal anders machen - besser, für mich besser ;) . Und jetzt gehe ich lüften!

    LG
    Plejaden

  • Liebe Plejaden, das erinnert mich sehr an meinen Freund. Der spielt allerdings mehr und chattet wenn dann mit Bekannten, was es aber auch nicht besser macht. Er geht immer sehr spät ins Bett und ist morgens immer müde und verschläft oft. Als er noch Arbeitslos war war es genauso wie bei deinem Freund - wenn ich von Arbeit kam is er grad aufgestanden. Ich frag mich heute wie ich das so mitmachen konnte (das zog ja vieles andere auch nach sich)- die Coabhängigkeit läßt grüßen...
    Jetzt macht er so ne geförderte Ausbildung aber kann sich schlecht was merken, kann kaum schlafen und ist immer müde. Mit Ihm ist kaum was anzufangen und ein partnerschaftliches Leben kaum möglich. Ich hab mich damit arrangiert. Mach halt viel alleine bzw. mit anderen. (Er trinkt ja auch noch aktiv). Ich bin übrigens nicht mit Ihm zusammengezogen. Und oft froh darüber meine eigenen 4 Wände zu haben. Schlafen tut er hier nie...er sitzt ja Nachts vorm Computer. Aber es ist schon sehr schwierig dabei nicht coabhängiges verhalten an den Tag zu legen...z.b. wenn ich wach bin - ruf ich immer bei ihm an damit er nicht verschläft...total blöd.
    Wollt schon x-mal Schluß machen, da ich so eine Beziehung ja eigentlich nicht will. Ich möchte ja gern einen Partner der mit mir was unternimmt oder mich mal mitzieht etc. Und auch einen mit dem ich ne Zukunft planen kann bzw. irgendwann mal zusammenziehen...
    Is dein Freund sonst so wie Du es Dir wünscht? Oder warum bist Du noch mit Ihm zusammen bzw. wohnst mit Ihm zusammen?

    Grüße Karotte :roll:

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Hallo Plejaden,

    sooo zusammenhangslos ist Dein Post gar nicht. Immerhin hast Du ja auch ab und an über Deinen Freund berichtet und da er ein Teil Deines Lebens ist, gehört er (oder die Probleme mit ihm) natürlich auch in Dein TB.

    Dein Freund ist natürlich für sich selbst verantwortlich und auch für die Art seiner Freizeitbeschäftigung. An der Stelle, an der er Dich damit jedoch negativ tangiert, hast Du selbstverständlich auch das Recht, Deine Position offen darzulegen und eben auch Grenzen zu setzen. Rücksichtnahme ist ein edles Unterfangen, aber kann kein ganzheitliches Lebensmotto sein – Liebe hin oder her.

    Nicht zuletzt hast Du ja bereits Erfahrungen mit seinen Verhaltensmöglichkeiten gesammelt und auf diesen Erfahrungen kannst und solltest Du eben auch den für Dich notwendigen Freiraum definieren und durchsetzen.

    Dabei solltest Du dies hier:

    Zitat

    Falls er vor hat wieder bis 4 Uhr nachts zu chatten werde ich eben auf der Schlafcouch im Wohnzimmer übernachten ….

    vielleicht noch einmal überdenken. Ist das jetzt Deine Wohnung, oder seine? Wollte er nicht vor einiger Zeit in eine Eigentumswohnung investieren? Na dann sollte er ja wohl auch das Geld für einen kleinen Laptop haben! Chatten kann man damit doch auch.

    Lass Dich nicht unterbuttern und sei konsequent.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo Plejaden,

    Zitat

    Und siehe da - es zeichnet sich derselbe Spaß von Neuem ab

    ...Du hast es bemerkt!

    Zitat

    Gestern habe ich ein erstes ernstes Wörtchen mit ihm geredet

    Prima!

    Zitat

    Bis 9 Uhr kann er gerne schlafen, danach nehme ich dann jedoch keine Rücksicht mehr auf ihn. Dann wird gelüftet, wenn ich an den Computer muss dann mache ich das halt

    ...und kündigst Konseqenzen an.

    Zitat

    Aber die Situation grade weckt Erinnerungen an schlimme Zeiten, und ich möchte es diesmal anders machen -Aber die Situation grade weckt Erinnerungen an schlimme Zeiten, und ich möchte es diesmal anders machen - besser, für mich besser . Und jetzt gehe ich lüften!

    Deine Entschlossenheit strahlt Stärke aus. Verschaff Dir Luft!

    LG kommal

    unterwegs...

  • Hallo Pleja,

    als ich das in deinem TB las, habe ich mich irgendwie doch ein wenig erschrocken.
    Die Situation hört sich wirklich nicht sehr schön an, und ich stelle es mir ziemlich stressig vor (psychisch vor allem, dieses Tauziehen, erinnert mich vermutlich auch ein wenig an meine Mitbewohnerin, die bald wieder auftaucht).

    Wünsche dir ganz viel Kraft, dass du deine gesetzten Ziele erreichst.

    Liebe Grüße und an dich denkend
    Clare

  • Hallo und danke für die Antworten! Die Situation hat sich seither deutlich entspannt, er hat mir Recht gegeben, dass es nicht so werden darf wie früher. Ich hab da schon wieder ein bisschen Verantwortung-zuschieben gewittert ("Es soll nicht so werden wie früher, also pass auf mich auf!"), darum hab ich direkt nochmal klar gestellt, dass er das selbst in der Hand hat.

    Jetzt steht er jedenfalls immer spätestens um 10 Uhr auf und geht mit mir zusammen abends ins Bett.

    Ich muss dazu sagen, seit dieser schlimmen Zeit habe ich mir peu à peu Respekt erobert und das wirkt natürlich immer noch. Solange es mich nicht negativ tangiert respektiere ich ihn so wie er ist, und er tut dasselbe inzwischen auch mit mir. Hin und wieder versucht er mir immer noch die Verantwortung für sein Leben zuzuschieben, aber da blocke ich dann recht schnell ab.

    Wie dem auch sei, heute war bisher ein angenehmer Tag. Ich war heute morgen um 8 Uhr joggen, danach gab es Frühstück und ich hab anschließend an meinen Seminararbeiten für die Uni gearbeitet bis mein Freund aufgewacht ist. Dann Mittagessen und jetzt leg ich mich gleich ne Runde hin. Ich bin ein bisschen müde :lol: .

    Bis heute Abend!

    LG
    Plejaden

  • JoeDoe : Mh, ich treffe ihn gerade damit recht hart, dass ich nicht im gemeinsamen Bett übernachte sondern woanders. Ich weiß nicht wie ich es genau beschreiben soll, aber damals hat ihn das sehr sehr gestört. Irgendwann, als ich damals selbstbewusster wurde habe ich damit angefangen und es hat ihn mächtig gestört. So sehr, dass er deswegen nach nur einer Woche das nächtliche Chatten eingestellt hat.
    Vielleicht weil ich aus dem System ausgebrochen bin?

    Karotte : Die räumliche Distanz tut schon gut, das kann ich mir vorstellen. Ich denke, dein Freund versucht dir auch die Verantwortung für sein Leben aufzubürden, genau wie meiner. Ihn morgens wecken, damit er rechtzeitig bei seiner Maßnahme erscheint, sich sorgen, an ihn denken... er selbst sorgt sich nicht um sich und denkt anscheinend auch nicht an sich.
    Ich denke, unsere "Männer" merken unterbewusst sehr genau, wie wir zu ihnen stehen. Dein Freund merkt denke ich genau, dass du trotz der räumlichen Trennung sehr oft an ihn denkst und quasi in Gedanken immer bei ihm bist. Er ist sich deiner sicher und deshalb benimmt er sich so.
    Bei meinem Freund habe ich das in den letzten Wochen sehr extrem festgestellt: Es ist mir egal geworden, ob er nun da ist oder nicht. Früher habe ich sehr geklammert, immer gefragt wann er denn kommt, wie lange er bleibt etc. ... da ist er oft tagelang einfach so weg geblieben. Jetzt spürt er wohl, dass sich etwas geändert hat und ist sehr auffallend bemüht ja so oft wie möglich hier zu sein... Und wenn er nachts um 2 Uhr von einer Party heimfahren muss. Früher hätte er einfach dort übernachtet und wäre auch am Folgetag vor dem späten Abend nicht gesehen worden...

    kommal : Ich habe in den letzten Jahren gelernt (lernen müssen) dass Taten letztendlich den Ausschlag geben und nicht Worte oder Drohungen oder Gejammer und Flehen.

    Wie geschrieben, vorher, als ich nur nachts gequengelt habe und mir den Mund fusselig geredet, um Verständnis gebuhlt habe, da hat sich monatelang nichts geändert. Ich hab kindischerweise sogar das Netzwerk so konfiguriert, dass der Router ab Mitternacht die Verbindung kappt und sie erst morgens um 6 wieder freigibt. Das ist ungefähr so sinnvoll wie einem Alki immer wieder den Sprit auszukippen...
    Erst als ich gesagt habe "ich übernachte ab jetzt im anderen Zimmer, weil ich gerne ausgeschlafen bei der Arbeit aufschlagen möchte" hat sich etwas geändert. Taten eben.

    @clare: Das Tauziehen hatte ich früher. Heute kommt es noch hin und wieder vor, aber ich denke das gibt es in jeder anderen Beziehung auch. Und irgendwie finde ich es auch wieder spannend... irgendwie.

  • Guten Abend,

    heute war mein letzter Arbeitstag für diese Woche, morgen ist frei. Hab es mir ab jetzt immer so eingerichtet, falls mich die Reiselust packt. Hatte ich ja versprochen ;) .

    Wie dem auch sei, heute bin ich um 7 Uhr aufgestanden und habe in Ruhe gefrühstückt, hier im Forum geguckt und mich dann um 8 Uhr hingesetzt und die erste Seminararbeit fertig getextet. Morgen fange ich die Zweite an, bevor ich die erste weitermache. Hat den Grund, dass es mir leichter fällt mit den Texten zu arbeiten wenn sie im Groben schonmal fertig sind. Bin dann um 10 Uhr zur Uni, hab dort für das Büro eingekauft und dann zwei Stunden gearbeitet. Wieder daheim gab es ein Mittagsschläfchen, ein wenig Krafttraining und dann Zocken, und nun schreibe ich hier.

    Wegen des Stresses mit meinem Freund (inzwischen entgültig beigelegt) habe ich ganz vergessen ein Erfolgserlebnis zu vermelden: Ich habe es geschafft bei meinem Computer einen neuen Arbeitsspeicher-Riegel einzubauen :D . Davor hatte ich bisher Respekt, weil ich meinen vorherigen Computer danach nicht mehr zum Laufen gebracht habe. Des Rätsels Lösung war damals, ich hätte den RAM-Riegel nur noch nen geschätzten halben Milimeter weiter reindrücken müssen :roll: .
    Aber, nun habe ich es auf Anhieb geschafft. Und beim Kauf des Speichers habe ich auch ein wenig geübt, mich mit meinem ausgedruckten Zettel hingestellt und mich beraten lassen. Schöne Tage ;) also alles in allem.

    LG
    Plejaden

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