Same shit everyday...

  • Hallo zusammen

    Ich komme direkt vom Vorstellungs-Forum und weil ich seit gestern ziemlich unter Strom stehe, hoffe ich, es ist ok, wenn ich gleich drauf los schreibe.

    Ich denke, soviel muss ich gar nicht erzählen, denn die Geschichten hier ähneln sich ja leider alle mehr oder weniger.

    Mein Vater trinkt (oder darf ich säuft sagen?) seit ich denken kann.
    Bis vor drei Jahren war er mal für knappe zwei Jahre trocken.
    Es war seltsam zu der Zeit, weil sich das Arschloch auf einmal zum Wunschdaddy entwickelte, was für mich emotional ziemlich verwirrend war.

    Nun ja, alle waren hellauf begeistert und noch zuversichtlicher - "Jetzt ist alles schick und die Welt wieder schön..." ... alle, bis auf mich.

    Ich traute dem Frieden nicht wirklich und als er an Omas Geburtstag mit dem Kräuter daher kam, weil ja "ein Gläschen nichts ausmacht", war für mich alles klar.
    Da ich aber die Einzige war, die ein "Ist ja wohl jetzt nicht dein Ernst?!" in den Raum warf und alle Anderen nur komisch kuckten, aber trotzdem einschenkten, konnte ich nicht viel machen.

    Zudem war ich zu dieser Zeit in meiner Therapie gerade an der Stelle, mir wieder meine Tochter-Position zu erkämpfen und nicht die Mama zu spielen. Insofern.. tja... weiß ich nicht, ob ich es allein hätte verhindern können - wahrscheinlich nicht.

    Nun ja, auf diesen Abend folgten nicht viele Tage und es war wieder alles beim Alten.

    Ich versuchte noch eine Zeitlang das "Ich mische mich nicht ein"-Spiel, gab aber irgendwann auf und landete wieder in meiner Rolle der rettenwollenden und schlichtenden Tochter.

    Inzwischen ist es (wieder) so, dass er jeden Abend völlig zu ist.
    Das bedeutet, er ist nur am brüllen, Türen schlagen, beleidigen, drohen... ach, ihr kennt das wahrscheinlich :(

    Das Problem ist, dass ich jeden Abend wieder zu der kleinen Tochter mutiere, die lauschend und aufpassend auf der Treppe steht, um schlimmstenfalls eingreifen zu können - die "kleine" Tochter ist inzwischen allerdings 29 Jahre alt und fühlt sich, als hätte sie überhaupt nichts gelernt.

    Vom Kopf her weiß ich zu 100 %, dass ich nichts ändern kann und doch versuche ich es immer und immer und immer wieder...

    Ich habe mit ihm geredet, ich habe ihn angebrüllt, ich habe Sachen nach ihm geworfen, wollte ihn erschlagen, habe ihn ignoriert und was soll ich euch verraten? Es hat nichts gebracht - natürlich hat es das nicht.

    An Weihnachten vor zwei Jahren habe ich ihm einen Brief geschrieben, weil ich versuchen wollte, ihm mal klar zu machen, wie belastend das Alles eigentlich ist und wie schön es war, als er trocken war.
    Er kam dann zu mir und wir haben beide stundenlang geredet und geheult. Es endete mit dem Versprechen von ihm, wieder aufzuhören.

    Abends zur Bescherung bekam ich dann unter der Hand eine Karte von ihm, in der stand "An jedem Horizont brennt ein kleines Licht." und ich hab geheult vor Rührung, Freude, Hoffnung...
    ... es wurde immer dunkler...

    Gestern, als er wieder am toben war, habe ich ihn angeschrieen, dass ich heute seinen Fusel ins Klo kippen werde und wenn er sich unbedingt tot saufen will, er sein Zeug selbst beschaffen soll (ja, meine Mutter kauft für ihn ein...).
    Heute denke ich, dass ich es lassen werde (oder?).

    Das Schlimme ist, dass ich mit im Haus wohne, zwar in einer anderen Wohnung, aber trotzdem so, dass ich alles live mitbekomme und das macht mich KRANK!

    Keine halbe Stunde Ruhe, Beleidigungen an meine Mutter, die unter jedes Niveau gehen, Vorwürfe, dass immer alle anderen Schuld sind und immer wieder diese Drohungen "Irgendwann bin ich weg oder häng mich auf."

    Inzwischen denke ich ernsthaft, dass das Beste wäre und sage das auch ganz offen.
    Hier im Forum schrieb jemand, dass er innerlich Wetten abschließt, ob der Alk. es noch bis Weihnachten schafft... ich mache das auch...

    Ich weiß nicht, was ich tun soll.
    Ich bin kurz davor, ihm etwas wirklich Schlimmes anzutun.

    Ich weiß nur, dass ich am liebsten ausziehen würde und das auch das Beste wäre, aber dafür reicht mir das Geld hinten und vorn nicht und ich finde einfach keine geeignete Lösung für mich.

    Es ist nun doch länger geworden, als ich wollte. Entschuldigung dafür.
    Ich hoffe sehr, dass jemand von Euch von Euch mich vielleicht in die richtige Richtung schubsen kann.

    Alles Liebe,

    Hoffnungslose


    Ach ja, Ratschläge, mich mit meiner Mutter zusammen zu tun o. Ä. bringen nichts, da sie absolut coabhängig ist. Sie leidet lieber weiter leise vor sich hin, als irgendwas zu ändern.

  • hi du, (mag das wort hoffnungslos nicht)

    ich bin selber alkoholiker und habe auch ähnliche erfahrungen mit meinem mittlerweile verstorbenen vater.

    du schreibst das sich das zusammentun mit deiner mum nicht lohnt bzw. es kein wert hat die sie absolut co ist und weiter leidet.

    du leidest auch!!! und zwar so das du bereit bist im ggfs. etwas anzutun. verständlich, ja. sinnvoll, NEIN!

    ich hoffe du kannst im co-bereich hilfe und auch notwendigen halt finden und ihn annehmen.

    du hast ein eigenes wertvolles leben.

    viel erfolg
    carnel

    7. Juni 2005

  • Hallo carnel

    Vielen lieben Dank für deine Antwort und gleichzeitig Entschuldigung wegen dem Nick. Ich weiß, er klingt nicht sehr schön, aber er trifft mein derzeitiges Gefühl am besten.

    Ich klammere mich immer wieder an die Hoffnung, werde immer wieder enttäuscht und klammere dann wieder, obwohl ich im Inneren weiß, dass es nicht gut werden kann.

    Ich hätte Hilfe, ja und Halt habe ich auch durch meinen Partner.

    Trotzdem habe ich mich hier angemeldet, weil ich eben denke, dass ihr mit denselben oder ähnlichen Erfahrungen besser verstehen könnt.

    Außenstehende können diese Hassliebe oft nicht nachvollziehen.

    Wenn du selbst Alkoholiker bist, würde ich dich gern etwas fragen und ich hoffe, dass ich dir damit nicht auf die Füße trete:
    Wissen Alkoholiker, was sie ihrem direkten Umfeld antun bzw. verletzen sie absichtlich?

    Ich bin im Moment einfach völlig ausgelaugt, gleichzeitig irre wütend, verzweifelt und verletzt. Es tut weh, wenn man immer wieder denkt, wenn man nur genug da ist, stützt, hilft etc... ändert sich etwas.

    Und ich hasse ihn für seinen Ego-Trip. Egotrip deshalb, weil er es ist, der alles zerstört (hat) und sich aber selbst als Opferlamm hinstellt. Das macht mich so wütend!!!
    Vor allem, weil ich das Gefühl habe, er hat überhaupt keine Einsicht.
    Ich kann mich tot argumentieren - es kommt nichts, aber auch gar nichts an.

    Und ich habe das Gefühl, ich stehe völlig allein da.

    Mein Bruder zieht sich da komplett raus, meine Mutter redet sich alles wunderbar schön und meine Oma bezieht überhaupt keine Stellung und wenn, dann schlägt sie sich auf die Seite meines Vaters.
    Sie konnte meine Mutter noch nie ertragen und sagt, meine Mutter wäre schuld, dass mein Vater säuft.

    Das ist doch alles eine Riesenungerechtigkeit.

    Entschuldigung, dass ich mir hier so dermaßen Luft mache, aber es hilft, einfach mal alles aufzuschreiben, obwohl ich das Gefühl habe, ich kann das Alles gar nicht in Worte packen.

    Liebe Grüße,

    Hoffnungslose

  • Hallo Hoffnungslose,

    ich begrüße Dich ganz herzlich hier im Forum.

    Deine Verzweiflung, Wut, Angst und Hoffnungslosigkeit kann ich sehr gut verstehen.

    Ich war auch schon so oft an dem Punkt angelangt wo ich einfach nicht mehr konnte und einfach nicht mehr weiter wusste.

    Ich habe mir so oft gewünscht, dass meine Mutter endlich stirbt damit diese ganze sch.... auf hört. Oder ich hatte solche Gedanken, ich bringe mich zusammen mit ihr um, dann ist es für uns beide leichter.
    Damals fand ich meine Gedanken sehr erschreckend.
    Doch heute weiß ich das sie wirklich ganz normal sind bzw. waren.
    Weil es eben verdammt hart für ein Kind ist zu zuschauen wie sich die Eltern zu tode saufen und ihr Leben und auch unseres kaputt machen.

    Verständlich das Du am Ende Deiner Kraft bist wenn Du des Spektakel jeden Tag mitbekommst.

    Ich bin vor fast zwei Jahren von daheim ausgezogen und es war die beste Entscheidung die ich getroffen habe, allerdings fiel mir das nicht leicht.

    Doch der Abstand hat mir sehr gut getan, ich denke, dass ist das beste für jeden Angehörgigen...

    Gibt es denn bei Dir gar keine Möglichkeit? Kannst Du nicht mit Deinem Freund zusammen ziehen?

    Und warum bringt es nichts wenn Du Dich mit Deiner Mutter zusammen tust?
    Will sie nichts daran ändern oder traut sie sich nur nicht?

    Hast Du Dir schon mal überlegt in eine Selbsthilfegruppe zu gehen?

    Weisst Du, meine Mum war zwar nie aggressiv oder beleidigend aber im Endefekt ist es alles schlimm und deshalb weiss ich genau wie es Dir geht.

    Fühl Dich umarmt.

    Gruss Mandy

  • Hallo mandy

    Danke für die nette Begrüßung *lächel*

    Ja, du hast recht, im Endeffekt ist alles furchtbar. Vielleicht auch gerade deshalb, weil man so oft denkt oder mitbekommt, wie schön es sein könnte.
    Mir zerreißt es z. B. jedes Jahr zu Weihnachten das Herz, wenn ich mitkriege, wie es bei anderen Familien abläuft und dann daran denke, was sich bei uns abspielt. Sicher ist da auch Neid mit im Spiel :oops:

    Zitat

    Oder ich hatte solche Gedanken, ich bringe mich zusammen mit ihr um, dann ist es für uns beide leichter.

    Ja, diese Gedanken kenne ich auch, allerdings haben sie mit der Zeit an Schrecken verloren, weil ich inzwischen (meistens zumindest) so "egoistisch" geworden bin, dass ich denke, es würden allen besser gehen.

    Zitat

    Doch der Abstand hat mir sehr gut getan, ich denke, dass ist das beste für jeden Angehörgigen...
    Gibt es denn bei Dir gar keine Möglichkeit? Kannst Du nicht mit Deinem Freund zusammen ziehen?

    Ich bin vor ein paar Jahren schon mal ausgezogen, weil meine Thera damals gesagt hat, entweder ausziehen oder Psychiatrie.
    Und ja, der Abstand hat mir auch sehr gut getan, diese Ruhe... du glaubst gar nicht (oder vielleicht doch?) wie ich Ruhe genieße, wenn ich sie irgendwo bekommen kann.

    Allerdings habe ich dann eine Ausbildung begonnen und musste aus finanziellen Gründen wieder zurück nach Hause, was aber damals kein Problem war, weil er da ja trocken war.

    Mit meinem Freund kann ich nicht zusammen ziehen, weil er berufsbedingt genau in die entgegengesetzte Richtung zieht und ich hier zwar eine feste und auch gute, aber eben schlecht bezahlte Stelle habe :(

    Egal, wie oft ich hin- und herrechne, ich komme auf keinen grünen Zweig.
    Ich werde aber nach einer 2er-WG Ausschau halten, das könnte evtl. grad noch reichen - Hauptsache raus.

    Zitat

    Und warum bringt es nichts wenn Du Dich mit Deiner Mutter zusammen tust?
    Will sie nichts daran ändern oder traut sie sich nur nicht?

    Ach, das habe ich schon x-mal mit ihr besprochen und dass sie nicht will und/oder kann hat mehrere Gründe.
    Zum Einen sind beide selbständig und haben ein Haus gekauft und sie will das Alles nicht hinschmeißen.
    Und auf der anderen Seite ist sie Meisterin im Schönreden und hat mir sogar schon gesagt, ich würde übertreiben - klar, deshalb lag ich auch jahrelang auf der Couch, weil ich mir alles aus den Fingern sauge und alles ja gar nicht so schlimm ist.

    So ist sie: es gibt immer Menschen, die schlimmer dran sind.
    Sicher, aber soll ich jetzt dankbar sein, dass ich nicht täglich verprügelt wurde?!?
    Scheinbar hat sie völlig verdrängt, was er schon alles mit uns angestellt und uns um die Ohren geworfen hat :cry:

    Zitat

    Hast Du Dir schon mal überlegt in eine Selbsthilfegruppe zu gehen?

    Ja, mit dem Gedanken habe ich schon gespielt, allerdings kommen mir dann Zweifel wegen dem Geschäft und dem bekannten Namen.
    Ich will ihn bzw. sie beide ja auch nicht ruinieren, indem ich dem Ruf schade.
    Denn auf Arbeit ist er ja der super Chef, zum Teil sogar Kumpel, jeder mag ihn. Wie so oft, ahnt dort keiner, was nach Feierabend abgeht.

    Zitat


    Fühl Dich umarmt.

    Hab ganz lieben Dank dafür, das kann ich gerade wirklich gebrauchen, denn irgendwie sitzt die Verzweiflung diesmal tiefer als gewohnt.

    Ich wünsche uns allen eine angenehme Nacht und morgen einen besseren Tag.


    Liebe Grüße,

    Hoffnungslose

  • Guten Morgen

    Zitat

    Ja, mit dem Gedanken habe ich schon gespielt, allerdings kommen mir dann Zweifel wegen dem Geschäft und dem bekannten Namen.

    Soweit wie ich mich informiert habe ist es so, dass Dich in den SH Gruppen niemand nach Deinem Namen fragt.. Der ist da egal ... :wink:

  • Servus Vaan,

    ich fände es schön, wenn Du hier nur von eigenen Erfahrungen berichten würdest. Meines Wissens hast Du noch keine SHG besucht - richtig? :?
    Besuche doch einfach eine SHG und dann kannst Du auch gelebte Erfahrung weitergeben. Das ist weitaus glaubwürdiger, als "Theorie" zu verbreiten -auch wenn die in diesem Fall stimmt.

    LG
    Spedi

  • Hallo,

    also in einer SHG geht wird alles anonym gehalten. Man muss auch nur das sagen wozu man bereit ist preiszugeben.
    Also brauchst Du Dir darum keine Gedanken machen.
    An Deiner Stelle würd ich es mal versuchen, zu verlieren hast Du ja nichts.

    Und wenn Deine Mutter das nicht so sehen will, was ich sehr traurig finde, dann ist es ihr Problem...

    Schau ob Du ne Wohnung findest, wenn es sein muß dann nimm Dir doch erstmal eine 1-Zimmerwohnung. Hauptsache raus.
    Denn sonst wirst Du so schnell keine Ruhe finden.

    An manchen Tagen bin ich auch sehr traurig, wenn ich zum Beispiel die Eltern von meinem Freund anschaue, da ist alles so normal... Und dann kommt auch bei mir der Neid. Warum hat er das und ich nicht?
    Natürlich gönne ich es ihm und ich wünsche niemanden des mitmachen zu müssen, aber wie gesagt an manchen Tagen find ich des auch unfair.

    Weisst Du, mir hat dieses Forum hier wiklich viel geholfen. Ich fühle mich hier total wohl und verstanden und möchte es nicht mehr missen.
    Hier habe ich erkannt das ich mit meinen Sorgen und Ängsten nicht allein bin und das ist für mich sehr viel Wert.

    Wenn Du möchtest kannst Du hier jederzeit schreiben und ich wünsche mir für Dich das es Dir auch so viel hilft wie mir.

    Wenn es ganz schlimm wieder ist, hast Du denn keine Möglichkeit zu einer Freundin zu gehen? Damit Du a bissle Abstand gewinnst?

    Gruss, Mandy

  • Guten Morgen mandy

    Inzwischen geht es mir etwas besser.
    Ich war am WE viel unterwegs und relativ abgelenkt.
    Und: ich werde ausziehen. Habe mit meinem besten Freund geredet und zufällig will der auch ausziehen, ergo werde ich jetzt WG-Bewohnerin :)

    Ich freu mich sehr, vor allem, weil er einer von nur drei Menschen ist, mit dem ich mir eine WG vorstellen könnte. Eigentlich wollte ich ihn nur aus Spaß fragen, aber er hat gleich zugestimmt - mensch, das ist grad echt meine Krücke *freu*


    Zitat von mandy26


    Wenn es ganz schlimm wieder ist, hast Du denn keine Möglichkeit zu einer Freundin zu gehen? Damit Du a bissle Abstand gewinnst?
    Gruss, Mandy

    Doch, die Möglichkeit hätte ich auf jeden Fall.
    Allerdings stehe ich mir da selbst im Weg, weil ich eben immer wieder in diese Aufpasser-Rolle rein rutsche alà "Eine muss die Situation ja notfalls im Griff haben und eingreifen können." Schlimm, ich weiß, aber da bin ich nie so richtig raus gekommen.
    Außerdem bin ich ein Mensch, der nicht gern Schwäche zeigt.
    In meinem Freundeskreis bin ich sowas wie die Mutter Theresa für alle, aber für mich selbst Hilfe beanspruchen fällt mir sehr schwer.

    Ich kann wild über meinen Vater schimpfen, ihn auf`s böseste titulieren und sonstwas - aber ich kann nicht zeigen, wie nahe mir das eigentlich geht und wie traurig und verletzend das für mich ist.

    Deshalb bin ich auch froh, dieses Forum hier gefunden zu haben. Die Anonymität macht es leichter, sich auszutauschen.

    Womit ich am meisten zu kämpfen habe, ist diese Hassliebe zu ihm.
    So sehr ich ihn hassen kann, so sehr liebe ich ihn auch - trotz allem.
    Ich komm damit gar nicht klar.
    Manchmal denke ich, wenn er wenigstens immer das A****loch wäre, wäre es einfacher, ihn nur zu hassen.
    Aber dadurch, dass er eben nicht immer so ist, sondern "nur", wenn er zuviel hatte und auch dann hauptsächlich gegen meine Mutter, macht es das für mich umso schwieriger.

    War/ist das bei dir auch so?

    Liebe Grüße und ein ganz großes Danke für deine Worte und deinen Trost,


    Hoffnungslose

  • hallo hoffnungslose

    auch von mir noch verspätet ein herzliches willkommen hier im forum!

    das mit der wg hört sich ja echt net schlecht an, wie weit is die denn von deinen eltern entfernt?

    das mit dem kontrollieren zu hause wirste net so einfach ablegen können, ein auszug is da scho mal ein guter schritt - am besten gaaanz weit weg :wink:
    denk aber du wirst eher was in der umgebung suchen, scho allein jobtechnisch her oder?

    ich weiß wie du das meinst, das es dir so schwer fällt zuzugeben, wie nahe dir das geht und dich zu öffnen. is auch nicht so einfach, wenn man immer derjenige is, wo zuhört und hilft, aber selber nie was sagt - da merken die anderen aber auch gar net, dass wir auch probleme haben!
    da müssen wir scho selber den ersten schritt wagen, andere können uns net an der nase ablesen, wenn was mit uns net stimmt. probiers doch einfach mal, ich bin mir sicher, keiner wird dich fressen! :wink:
    und wenn du meinst, das schaffst du nicht, vielleicht wäre auch ein brief ne möglichkeit... nur so als überlegung

    Zitat

    Manchmal denke ich, wenn er wenigstens immer das A****loch wäre, wäre es einfacher, ihn nur zu hassen.


    das is wohl das große problem an der ganzen sache! selten is wohl ein alkoholiker immer ein a..., daher wollen wir wohl auch so gerne helfen. nun gut, kann natürlich sein das es einige a...löcher gibt, aber da werden sich die kinder halt net so viel sorgen machen wie unserereins... vermute ich mal
    ich finde, du musst ihn gar nicht hassen, dein vater ist krank, vielleicht gelingt es dir ja ihn zu akzeptieren und dadurch auch zu verstehn, wie wichtig es ist, auf dich zu schauen!

    liebe grüße

  • hallo hoffnungslose,

    auch von mir noch ein willkommen hier.

    ja, deine geschichte - und auch deine gefühle - kannst du hier in ganz vielen threats eins zu eins wiederfinden. ein bisschen hat mich das am anfang erschreckt, aber mittlerweile finde ich das glatt "gut" :wink:, weil es den druck und die sorge von einem nimmt, "einfach nur so" anders, komisch, bekloppt, hilflos, unerwachsen.... usw. zu sein. die folgen eines trinkendenden elternteils auf uns kinder sind überall ähnlich, du befindest dich hier also in "bester gesellschaft" :wink:. die gefühle von hass und liebe kenne ich auch, auch das hoffen, wenn es mal gut geht, den neid auf die vermeintlich "normalen" familien, all das. auch die hilflosigkeit, den gedanken "irgendwer muss sich doch kümmern", all das. das hab ich so lange gemacht bis ich wirklich das gefühl hatte, kurz vorm durchdrehen zu stehen. erst da war ich soweit zu sagen "erst ich, dann meine eltern, und wenn sie in dere gosse landen, kann ich es auch nicht ändern". mag sich jetzt sehr kaltschnäutzig anhören, aber anders konnte ich nicht mehr. und wirklich besser ging es mir zumn ersten mal nach dem auzug, und zum zweiten mal, nachdem ich den kontakt völlig abgebrochen hatte. jetzt habe ich mit meiner mutter wieder kontakt, aber ich halte große distanz, und sobald ich auch nur das gefühl habe dass sie was getrunken hat, lege ich den telefonhörer auf. ihr leben, ihre entscheidung, ICH werde daran NIE etwas ändern können. also sorge ich für MICH.

    du hast in deinem threat gefragt, ob die alkis überhaupt wissen, was sie ihren kindern antun, und ob sie das mit vorsatz tun. diese frage hat mich auch lange umgetrieben. ich bin dann in eine gemischte selbsthilfegruppe gegangen (alkis uns angehörige), und hab dort den alkis sehr genau zugehört. und sie machen sich gedanken, sie schämen sich, sie bedauern - auch während sie trinken - aber sie können nicht anders. mich hat das ein bisschen frieden finden lassen, denn irgendwie hab ich früher meiner mutter auch unterschwellig bösartigkeit unterstellt, wenn sie gesoffen hat. das ist jetzt anders. das ändert nichts daran, dass es mich belastet, aber dieser gedanke, dass es ihr schnurz ist, der ist nicht mehr so stark, und das tut mir gut.

    und zum thema shg: mir hat das unglaublich geholfen, mit mir selbst frieden zu schliessen. in meiner shg waren sogar alkis, die ich richtig gerne gemocht habe. mir hat die shg geholfen zu sehen, dass (trockene) alkis ganz normale, liebenswerte menschen sein können, und mir hat enorm geholfen, quasi "fremden" all die fragen zu stellen, die ich meiner mutter nie stellen würde, wie zum beispiel, ob ihre kinder ihnen leid tun. bei uns wurde auch nicht nach details gefragt, aber ich kann mir schon vorstellen, dass du bammel hast, wiedererkannt zu werden. gibt’s vielleicht etwas weiter weg ne shg, der du dich anschliessen könntest?

    wünsche dir viel kraft.

    lieben gruß

    lavendel

  • Hallo Hoffnungslose,

    auch ich möchte Dich hier im Forum recht herzlich begrüßen.

    Ja, die Wut, die kenne ich nur zu gut. Auch wenn andere sagen, man soll ruhig bleiben, platze ich, wenn ich sehe, wie mein Vater sich gehen lässt oder mir eine Lüge nach der anderen auftischt. Auch ich hatte schon die Gedanken "Na hoffentlich hat das bald ein Ende!" Ich weiss, schlimm aber nicht zu ändern. Im Moment versuche ich mich zu distanzieren, obwohl es mir wie Dir geht. Ich sage mir auch immer, wenn nicht ich, wer soll dann aufpassen, nach dem Rechten sehen und alles wieder zurechtrücken. Aber ich denke mal, wir machen uns da zu große Gedanken - wir vertuschen mehr, als wir wollen.

    Mit dem Distanzieren finde ich persönlich nicht so einfach, aber ich will und muss es einfach für mich tun. Hier im Forum habe ich schon darum gebeten, mich auf "Verstöße" doch bitte hinzuweisen und ich denke, nur so schaffe ich es.

    Wenn das mit Deinem Freund und der Wohnung gut klappt, ist doch schon ein großer Schritt gemacht. Ich drücke fest die Daumen. Nicht mehr dort zu wohnen und alles live mitzubekommen, hilft Dir bestimmt sehr.

    In eine SHG gehe ich auch. Dort werden wir nur beim Vornamen genannt, die Nachnamen sind nicht erwünscht. Natürlich wäre es sicher besser, Du findest eine ein Stück weiter weg. Es hilft!

    Ansonsten wünsche ich Dir erst mal alles Gute und viel Kraft!!!

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  • Hallo Ihr Lieben

    Mensch, es tut so gut, verstanden zu werden; das ist grad wirklich Balsam für die Seele. Danke an Euch :oops:

    Dieses "kurz vor durchdrehen"-Gefühl hatte ich auch schon. Damals dachte ich, entweder ich fahre jetzt gegen den nächsten Baum oder direkt in die nächste Klinik. Ich hab aber bis zum nächsten Tag durchgehalten und bin zu meiner damaligen Therapeutin. Ich hoffe und glaube aber auch, dass mir das nicht mehr passiert.

    Mein Kopf sagt mir ja ganz klar, was zu tun und wa szu lassen ist, aber das blöde Herz ist oft noch stärker.

    Manchmal bin ich so stark (oder einfach nur hasserfüllt?), dass ich denke, macht doch was ihr wollt und von mir aus sterbt dran und ein paar Stunden später siegen dann doch wieder Angst, Mitleid und Hoffnung. Während ich das hier gerade schreibe, merke ich ja selbst, wie lächerlich das eigentlich ist.

    Und ja, im Grunde ist diese permanente Helfen wollen auch eine Art von Vertuschung, das habe ich so noch nicht gesehen.

    Im Moment bin ich voller freudiger Hoffnung, weil ich schon den ganzen Tag nach Wohnungen schaue und telefoniere.
    Obwohl ich genau weiß, dass ich dann in den ersten Tagen heulend in der Wohnung sitzen werde, weil ich mich fühlen werde wie eine Verräterin; weiß ich aber auch, dass mir das sooooo gut tun wird.

    Seltsamerweise (fällt mir auch gerade ein) ist mein Vater damals trocken geworden, als ich das erste Mal ausgezogen bin.

    Nun ja, ich bin eigentlich nicht die stillleidende Tochter, sondern haue ihm schon um die Ohren, was ich denke - vielleicht kriecht gerade wieder die Hoffnung durch... hmm.. ich glaube, ich denke zuviel :?

    Vor den SHG habe ich wirklich ziemlich Bammel. Ich bin so schrecklich nah am Wasser gebaut, vor allem, wenn ich mich schäme oder mir etwas peinlich ist.

    Aber selbst mit meinem Freund (Partner) rede ich über solch intime Dinge nur per E-Mail, weil ich so von Auge zu Auge überhaupt keinen Ton raus bekomme.

    Eigentlich sollte sich wer anders schämen :x

    Das ist, was ich so unfair finde und bei Ungerechtigkeiten könnte ich wirklich in die Luft gehen. Warum schämen wir uns? Warum vertuschen wir so lange und hgelfen ihnen somit auch noch? Warum leiden wir und sie blühen quasi darin auf?

    Ich fürchte, ich bin zu kopflastig, ich möchte immer so gern verstehen, mich hinein versetzen, weil man damit doch meistens etwas erreichen kann. In diesem Fall scheinbar nicht und das macht so hilflos. Schreckliches Gefühl...


    Liebe Grüße,

    Hoffnungslose, die froh ist, hier her gekommen zu sein

  • hallo hoffnungslose,

    vor einer shg musst du keinen bammel haben. und wenn du da heulst: was solls. DIE werden dich gewiss verstehen: ich hab da auch oft rotz und wasser geheult, obwohl ich ansonsten nach aussen immer die starke bin, tough, immer lustig, immer für andere da. wie es mir wirklich geht, wissen nur ganz wenige, und ganz lange habe ich auch nicht darüber geredet, weil ich mich geschämt hab, gedacht, ich kann die anderen doch nicht damit belasten, was denken die denn von mir, ziehen die vielleicht rückschlüsse von meinen eltern auf mich (die "säufertochter"). war aber alles nicht.

    gut, leute die das nicht erlebt haben, können das nicht verstehen, wie sollen sie auch, aber trotzdem tut es mir gut, meine freundin anrufen zu können und ihr die ohren vollzuheulen, dann ist es meistens schon wieder viel besser. und nochwas: wenn man selbst anfängt zu reden, stellt man erstaunt fest, wie viele andere alkis es gibt. der vater meines ersten freundes ist es, die mutter eines anderen freundes, der vater meiner kollegin, der mann einer anderen kollegin... das kriegt man aber erst mit, wenn man den mund aufmacht.

    naja, und diese gedanken "dann verreckt doch" kennen wir kinder hier auch alle. und das hat nichts mit im stich lassen zu tun, auch das ausziehen nicht, sondern schlicht und einfach mit eigenem überlebenswillen. du siehst, im gewissen kontext bist du völlig "normal" :wink:. im übrigen hilft alles schreien, heulen, argumentieren ÜBERHAUPT NIX bei einem alki, da ist die sucht einfach stärker. vielleicht hört dein vater mal zu, vielleicht sagt er sogar "es tut mir leid", und genau damit schüren sie immer wieder unsere hoffnung, die dann doch immer wieder enttäuscht wird, solange der alki nicht ernsthaft etwas tut.

    kann dich also nur ermuntern einfach nur an DICH und DEIN LEBEN zu denken. denn auch du hast ein recht auf ein schönes leben!

    lieben gruß

    lavendel

  • hi hoffnungslos

    ich sehe das genauso wie lavendel, sehr zu bezweifeln das dich irgendjemand verurteilen oder weniger mögen wird, wenn du in der shg anfangen würdest zu weinen. die anderen kennen das doch, sie wissen wie's dir geht, können sich in dich hineinversetzen.
    ich war ja noch nie in ner shg, aber in ner runde auf dem angehörigenseminar auf der langzeit meiner mutter hab ich auch plötzlich rotz und wasser geheult, fast keiner wußte warum (war wegen etwas wo meine mutter da zu mir gesagt hatte, aber leise), glaub mir, mich hat da keiner blöd angeschaut, einige sind kurz gekommen, ham mich kurz getröstet - ich hätte danach nen handel mit taschentüchern aufmachen können :wink: wußte gar nicht mehr, wer mir etz welche packung gegeben hat...

    gleichzeitig gibt es für mich auch nichts schlimmeres als vor anderen zu heulen, leider läßt es sich manchmal nicht zurückhalten. einfach weil alles zuviel ist und wir uns ja eh immer gern am riemen reißen :roll:

    ich wünsche dir viel glück bei der wohnungssuche, auch wenn sie leider nicht allzu weit weg ist, mir hat unheimlich viel geholfen hier im forum zu lesen und zu schreiben, später hab ich dann auch mit büchern angefangen - das hat auch einiges dazu beigetragen, dass ich vieles verstehn konnte und damit auch endgültig begriffen habe, dass ich nichts für meine mutter tun kann - nur für mich!!!

    liebe grüße

  • Hallo

    Es ist wie ein schlechter Film: Kaum habe ich den Entschluss gefasst, auszuziehen, ist es hier seit 3 Tagen total ruhig. Da kann man sich nur wundern und hoffen, dass man nicht wieder weich wird.

    Hab`s heut meiner Mum gesagt, sie hat geweint. Wohl weil sie dann allein ist und genau das wollte ich nicht, ihr irgendwie weh tun oder sie im Stich lassen :(

    Gefühlschaos grad und der Wille, dabei zu bleiben.
    Wird schon werden, muss ja.

  • hallo hoffnungslose,

    du lässt sie nicht im stich, sie hat sich selbst im stich gelassen! du sorgst nur dafür, dass du zur ruhe kommst, mehr nicht.

    im übrigen: ziemlich sicher ist es genaus das, was sie will: dir ein schlechtes gewissen machen und dich weich klopfen. auch da ticken alle alkis gleich :?. mein exfreund (auch alki) hatte diese nummer immer hervorragend drauf. sobald ich ernsthaft angefangen habe stunk zu machen und konsequenzen zu ziehen, wurde er lieb, verständnisvoll, hat dann auch mal nichts getrubken, und ich hab immer wieder hoffnung geschöpft. bis mir dann die alkis hier erzählt haben, dass das genau ihre strategie war, um partner, kinder, chef... wen auch immer ruhig zu stellen. da hab ich bauklötze gestaunt, auf die idee wär ich garnicht gekommen, aber mittlerweile kann ich dieses muster auch erkennen.

    also: denk bitte mal nur an dich! ach ja, und was mir sehr geholfen hat ist tagebuch schreiben, über vorkommnisse und und meine gefühle dabei. das konnte ich dann in zeiten nachlesen wenn ich mal wieder so weichgekocht war, dass ich selbst geglaubt hab "so schlimm war/ist das doch garnicht". dann hab ich erst immer wieder gesehen: doch, es war/ist so schlimm!

    lieben gruß

    lavendel

  • Hallo lavendel

    *sehr schöner nick übrigens*

    Ich weiß nicht, ob sie mir ein schlechtes Gewissen machen will.
    Ich glaube, du hast es so verstanden, dass sie diejenige ist, die zuviel trinkt. Nein, mein Vater ist der Alkoholiker, meine Mutter "nur" Co, aber größtenteils Leidtragende.

    Insofern kann ich sie verstehen, sie ist dann allein dort und ja, daran denken mag ich überhaupt nicht, sie tut mir wirklich sehr leid. So leid, dass ich in einem schwachen Moment wirklich alle Umzugspläne über den Haufen werfen würde, nur um ihr beizustehen.

    *argh* Warum muss es nur so kompliziert sein? Um vor dem Schuldigen weg zu laufen, muss man Unschuldige verletzen, schrecklicher Gedanke :(

    Tagebuch schreiben? Das hab ich ewig nicht mehr gemacht, daran hätte ich gar nicht gedacht. Ist aber ein sehr schöner Anstoss, danke dir dafür *lächel*

    Liebe Grüße,

    Hoffnungslose

  • hallo hoffnungslos

    das deine mutter traurig ist, kann ich mir vorstellen - hast du ihr auch erklärt, warum du ausziehn willst? das finde ich, sollte sie dann doch nachvollziehn können, aber gut, von einigen co's dürfen wir wohl au net zu viel erwarten...

    aber mal ehrlich, deine mutter ist eine erwachsene frau, wenn sie bei deinem vater bleiben möchte, dann ist das ihre entscheidung. das sollte dich nicht davon abhalten auszuziehn.

    kann sein, dass deine mutter vielleicht ja sagst, sie würde bei ihm bleiben, da sie dir keine scheidung zumuten will bzw. wollte, aber komm, das ein alkoholikerhaushalt alles andere als angenehm is, das weiß sie ja auf jeden fall - auch wenn sie es die ganze zeit ganz gerne herunterspielt so nach dem motto "ach is doch net alles so schlimm", "hast doch soviel bekommen, hast immer essen gehabt" bla bla bla :twisted:
    wenn man nach sowas geht, dürfte sich kein deutscher beschweren, hier hat jeder sein essen wo will, ganz im gegensatz zu manch anderen ländern...

    erwarte wohl am besten nicht viel verständnis von deiner mutter und erst recht nicht von deinem vater, wenn einer (z.b. du) aus der ihm angepassten rolle ausbricht , zieht das konsequenzen für den rest der familie mit sich, logisch das sie da nicht erfreut sein werden.

    ich hab mal das buch "helfen oder aufgeben" von ursula lambrou gelesen, da is die alkoholikerfamilie und die jeweiligen rollen ganz toll erklärt, da hab ich einiges mit verstanden - vielleicht wär des ja was für dich? gibt übrigens uns auch noch weitere bücher, auch speziell für kinder, da gibts auch gute.

    liebe grüße

  • Hallo zusammen

    Ich wollte mich mal wieder melden. Kam leider in letzter Zeit gar nicht dazu. Viel Stress auf Arbeit, privat und wegen des bevorstehenden Umzugs. Heute bekomme ich die Schlüssel; mir ist mulmig, aber die Freude (vor allem auf die Ruhe) überwiegt.

    "Zu Hause" wird es immer schlimmer, mittlerweise fängt er am WE schon mittags an und schläft dann ab 21 Uhr nachdem er ordentlich rum getobt hat seinen Rausch aus.

    Ich rede seit ca. einer Woche nicht mehr mit ihm, fürchte, es würde sonst eskalieren und ich würde ihm wieder Dinge an den Kopf werfen, die genauso unter der Gürtellinie sind, wie seine Sprüche manchmal. Hab auch gar keine Kraft mehr dafür, bin völlig resigniert.

    Neulich hat er wieder eine absolute Grenze überschritten und meine Mutter böse runter gemacht. Am nächsten Tag hat sie ihm sein Lieblingsessen auf den Tisch gestellt. Ich hab sie gefragt, ob sie noch ganz dicht ist und gesagt, dass sie auch mal Konsequenzen ziehen muss, wenn sie schon immer droht, sie macht das nicht mehr mit.
    Ihre Antwort: Er ist eben krank. :shock:

    Naja, sollen die mal ihren kranken Eierkuchen backen... Ich gebe auf.

    Er sieht schrecklich aus, es widert mich an, wie er tagsüber der tolle Kerl im Anzug ist und abends dasitzt wie ein Penner.

    Gesundheitlich geht es mehr als bergab.
    Nacht wimmert und stöhnt er sehr laut vor Schmerzen, brodelt sehr stark, sagt er kriegt keine Luft, wird wohl bald sterben; verbietet aber meiner Mutter, einen Arzt zu rufen.
    Ich denke, dass ist sowas wie das nahende Ende...


    Ich hoffe, Euch allen geht es gut und möchte mich nochmal für die vielen, lieben Worte und den Mut bedanken, die ihr mir geschenkt habt.

    Liebe Grüße,

    die Hoffnungslose

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