Beiträge von Die_Reisende

    Hallo Sheltimaus,

    ich kann Dich sehr gut verstehen.

    Auch ich lebe noch mit meinem Partner zusammen da eine Trennung im Moment aus verschiedenen Gruenden nicht in mein Leben passt.
    Auch mutiere ich ziemlich bald wieder zur Jungfrau;-)...und ich kenne diese Stimmungsschwankungen aus der Vergangenheit nur zu gut!

    Leider haben Skybird & Susanne vollkommen recht. Ihm kannst Du nicht helfen.
    Du kannst nur Dir selbst helfen!

    Geh in eine Beratungsstelle, nicht fuer ihn, sondern fuer Dich!

    Und hoere ganz tief in Dich hinein, finde Dinge die Dich gluecklich machen (abgesehen von Deinem Freund!)

    Gerne teile ich meine Erfahrung mir Dir:

    Ich habe mich ein ganzen Stueck aus meiner Abhaengigkeit befreit indem ich meine Beduerfnisse in den Vordergrund gestellt habe.
    Das Gefuehl "schlechtes Gewissen" gibt es in meinem Leben nicht mehr! Ich tu was mir gut tut egal ob mein Partner damit gluecklich ist.
    Und weisst Du was, mir geht es OK. Von 130% gluecklich bin ich noch entfernt, aber ich bin emotional stabil, kann sehr gut schlafen, habe keine Kopfschmerzen mehr und weiss das ich auf dem richtigen Weg bin;-).

    Bitte versuch die Sucht Deines Partner nicht persoenlich zu nehmen. Alkoholmissbrauch/abhaengigkeit ist eine Krankheit! Die Stimmungsschwankungen sind ein Symptom seiner Krankheit. Und Du bist weder fuer seine Krankheit noch seine Genesung verantwortlich!

    Mir hilft Sport, Yoga, Meditation, Spazierengehen...gibt es irgentetwas was Du schon immer mal machen wolltest und wofuer Du nie die Zeit hattest: Jetzt ist der Augenblick gekommen!

    Stell Dich in den Mittelpunkt Deines Lebens!

    Ich schick Dir ganz viel Kraft, Licht & Liebe
    Die Reisende

    Hallo Skybird,

    vielen Dank fuer Deine Worte! Du hast mit vielem Recht, allerdings moechte ich trotzdem meinen Senf noch mal dazu geben. Mehr wohl mir selbst zu Hilfe, um meine Gruende zu Reflektieren.

    Zitat von skybird


    Es gibt einen Satz, der mich damals bewogen hat ihn in Italien sitzen zu lassen, den Hund ins Auto zu packen und 800 km zurück zu fahren in die Schweiz. Diesen Satz habe ich hier gelernt:

    "Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe."

    Ja, ich will einen Weg finden gluecklich in meiner Ehe zu sein. Ich habe diesen Mann nicht ohne Grund geheiratet. Ich haenge sehr an ihm und wir haben immer noch viel Spass miteinander (rein platonisch). Auch wenn er mich manchmal zur Weissglut treibt ist er mein Partner. Ich habe bisher in meinem Leben noch keinen anderen getroffen mit dem ich mir haette vorstellen koenne den Rest meines Lebens zu verbringen.


    Zitat von skybird

    Dein Leidensdruck ist noch nicht so gross, dass eine Entscheidung zwingend erforderlich ist. Du liebst Dein bequemes Leben und Du möchtest (eigentlich) keine Veränderung.

    Trotzdem soll sich einiges ändern.

    Stimmt, mein Leidensdruck wird sogar immer weniger. Je mehr ich mich auf mich konzentriere desto besser fuehle ich mich. Ich bin stark, mir meiner Beduerfnisse bewust, habe gelernt "nein" zu sagen, und gehe erfolgreich meinen Interessen nach (ich habe grad eine Rolle in einem Film bekommen, JUPIEEEEE). Ich habe mich von der "Opfer"-Rolle verabschiedet. Ich zerfliesse nicht in Selbstmitleid. Ich gruebel nicht ueber meinen Mann, ich bin nicht von seinem (Ver)-Stimmungen abhaengig. Ich habe keine koerperlichen Beschwerden. Kurz, ich lasse mir meine gute Laune nicht mehr verderben und verbiege mich nicht mehr!

    Zitat von skybird

    Nur die Verantwortung dafür, die übernimmst Du nicht. Der andere soll sich ändern, damit Du Dein Leben wie geplant weiterleben kannst.

    Funktioniert nicht. Leider.

    So und da bin ich nun am Punkt der mich verwirrt.

    Er ist ganz definitiv weit von seinem Tiefpunkt entfernt. Er ist super erfolgreich, hat einen extrem guten Job. Lebt in einem schoenen Haus, in einem tollen Land wo immer die Sonne scheint, hat Freunde & Bekannte und eine super Frau an seiner Seite. Er hat sich erfolgreich von seiner "anderen" Drogenabhaenigkeit geloest. Er kann sich finanziell alles leisten, er faellt nie unangenehm als "Betrunkener" auf. Sprich, sein Alkoholkonsum macht ihm keine Probleme. Weder koerperlich noch sozial. Wir sind typisch "Jung, Dynamisch, Erfolgreich"
    Warum also etwas aendern?

    Das einzige Symptom ist die nicht vorhandene Libido (und davon weiss nur ich :lol: )

    Ich habe mich in den letzten 6 Moante extrem veraendert. Ich habe mich auf gleicher Augenhoehe postiert.

    Und da hoffe ich noch, was vielleicht sehr naiv ist, das er bewust oder unbewust mit mir zieht.

    Ich sehe naemlich - wenn auch kleine Veranderungen - an ihm und seinem Verhalten.
    Seitdem ich meine Konzentration auf mich gelenkt habe und nicht von meinen "Ego-Trip" :D abweiche hat es keinen Vollrausch gegeben. Keine Aggressionen. Er faengt an auf mich einzugehen (vielleicht ein Versuch meine Knoepfe zu druecken?)Ja, wir motzen hin und wieder, wir haben auch mal eine Meinungsverschiedenheit aber ganz ehrlich das kommt in den besten Familien vor und damit kann ich leben. Der Wahnsinn der uns noch in Deutschland begleitet hat ist verschwunden. Trinkt er abends sein Bierchen (er versteckt es uebrigens nicht mehr, das war wohl eine einmalige Sache), geh ich ins Bett und traume suess...

    Eine Trennung wuerde im Moment bedeuten das ich mein Leben hier aufgeben muss, meine Arbeit, meinen Freundeskreis, den Life-Style um in die Ungewissheit "kaltes & verregnetes" Deutschland zurueck zu kehren mit einem Kind das Deutschland hasst? Nein, dazu bin ich (noch) nicht bereit!

    Zitat von skybird

    Leben ist das, was passiert, während ich es anders plane - mein Lebensmotto, welches sich immer wieder bewahrheitet. Und wer nicht handelt, wird behandelt. Also warum dann beschweren?.

    Und da stimme ich Dir zu, Beschweren brauch ich mich nicht...ich merke schon das man mich sehr viel besser behandelt seit dem ich mich besser behandle! Ich moecht nur noch mehr Gelassenheit finden. Die Dinge so nehmen wie sie sind, seine "Krankheit" nicht persoenlich zu nehmen. Dem Universum vertrauen und das jetzt und hier geniessen.

    Zitat von skybird

    Dass seine Libido eingeschlafen ist, wundert Dich das? Dass er für den 6 wahrscheinlich garkeinen mehr hochkriegt ist ein Symptom eines gesteigerten Alkkonsums. Aber mal ehrlich, wäre Euer 6 dann nicht nur eine kurze Ausflucht in Deine Idealvorstellung Eures Lebens?.

    Ja waere es!

    Aber ich glaube mit einem befriedigendem S**ualleben waere ich trotzdem gluecklicher. Weil mich der fehlende 6 frustriert und weil ich denke zu wissen wo die Libido "hinschwimmt" geht mir das "Ploepp" halt so auf den Keks (und da bin ich im Kreislauf gefangen...)

    Und es ist nicht so das er keinen Hoch kriegt. Tagsueber funktioniert das ziemlich gut. Trotzdem will er nicht und findet immer wieder Ausreden warum es grad nicht passt (obwohl alles bereit steht). Und das verwirrt mich und verletzt mich und macht mich traurig. So hoere ich in mich, lausche meinen Gefuehlen ohne Wertung und lasse mich von der Trauer nicht ueberrumpeln...

    Wochenende!
    Am Montag beginne ich einen Shakespeare Kurs, muss noch viel Text lernen und freu mich wie ein kleines Kind auf Neues!

    Liebe Gruesse von der Sonneninsel!

    Hallo Susanne,

    In meinem Partner sehe ich ganz klar, das er die Schuld an seinem Trinkverhalten ausschliesslich bei anderen oder auch Situationen sucht. Der Job ist zu stressig oder zu langweilig, die Gesellschaft zwingt einen ja quasi dazu mitzutrinken, es macht ja niemand Sport mit ihm...usw...insofern denke ich das dies ein ziemlich *nasses* Verhalten ist.

    Zum Glueck wird die Schuld zwar nicht mehr bei mir gesucht, dafuer wird mir aber staendig ein "schlechtes" Gewissen eingeredet. Der Grund dafuer ist mein "Ego-Trip"

    Ich hoere Dinge wie "wir leben nebeneinander her" "Du machst ja nur Dein Ding"

    Fair finde ich das absolut nicht!!!
    Und ich merke das ich ziemlich enttauscht bin das mein gesundes Verhalten so schlecht gemacht wird. Ausserdem finde ich es mehr als legitim ein aktives und vor allem BEWUSTES Leben zu fuehren.

    Ich habe meinem Partner meinen Standpunkt versucht zu vermitteln. Ich konzentriere mich auf mich und Dinge die mir Spass machen und mich weiterbringen da er es vorzieht weiterhin allabendlich sein Bierchen zu konsumieren.

    Er scheint dies nicht zu verstehen, er ist sauer das ich nicht mehr da bin...

    Wie grenze ich mich ab?

    Ich muss mir immer wieder und jeden Tag bewust machen das der Partner seine Entscheidung selber trifft!

    Muss jetzt leider rennen...

    Schreibe morgen weiter...

    Alles Liebe von der Reise!

    Hallo Sanduhr,

    ich glaube es waere eine gute Idee fuer Dich eine Suchtberatungsstelle auszusuchen um dort mit fachkundigen Therapeuten ueber Deine Situation und Dein Verhalten sprechen zu koennen.

    Sucht & Co-Abhaengigkeit geht Hand in Hand und wenn ich Dich lese dann hoere ich auch alle Alarmglocken.

    Bitte ueberlege ob Du vielleicht genau so abhaengig bist wie Dein Freund und ebenso dringend Hilfe benoetigst.

    Das einzige was Du machen kannst ist Dich um Dich kuemmern!!!! Fuer Deinen Freund bist Du nicht verantwortlich!

    Ich schicke Dir viel Kraft!

    LG von der Reisenden

    Hallo Ihr Lieben,

    hier ein kurzes Update:

    Ich bin todtraurig ueber die Entfernung die mein Mann und ich mittlerweile zueinander haben.

    Auf der anderen Seite bin ich aber immer noch sehr gluecklich mit mir. Ich mache seit wir aus dem Schnee wieder gekommen sind wieder regelmaessig Yoga, Jogge fast jeden Tag, achte auf meine Gesundheit...sehe dementsprechend ansprechend aus und bekomme viele Komplimente. Das tut gut, sag ich Euch!

    Leider fehlt mir schon wieder meine Buehnenarbeit. Ich merke das mich die "Unkreativitaet" emotional ein bisschen mitnimmt. Mir fehlt die dadurch gegebene Ablenkung. Aber ich halte die Augen offen nach den naechsten Projekt...

    Mein Mann merkt auch das ich mich entferne und beschwert sich mittlerweile "das ich nur noch mein eigenes Ding mache und wir keine Gemeinsamkeiten mehr haben".

    Erklaerung meinerseits ist immer die Gleiche:

    Ich mach mein Ding, weil uns "sein" Ding, naemlich viel Bierchen trinken und wenig Intimitaet nicht weiterbringt und ich mich wenn er trinkt abwende - aus Selbstschutz.
    Ausserdem habe ich ihm gesagt das es fuer mich echt eckelig ist jede Nacht neben einer Fahne zu schlafen.

    Hat er einen Pegel kommt meist der Standard Spruch: "wenn's Dir nicht passt kannst Du ja gehen, Du wusstest das ich gerne mal ein Bierchen trinke..." blablabla...

    Ist er nuechtern, ist er manchmal ganz einsichtig und sagt von sich aus das er "kuerzer treten sollte" - whatever...

    Ich hab wenig Hoffnung das er sein "Problem" in den Griff bekommt oder es gar als Krankheit anerkennt.

    Gestern abend habe ich durch Zufall eine neue Macke entdeckt:
    Er hat sein 6-Pack versteckt :-o...sowas hat er noch nie gemacht...
    als ich ihn darauf ansprach, warum er denn seine Bierchen verstecken wuerde sagte er damit ich nicht denke das er soviel trinkt...

    Was soll das denn nu???

    Ich habe ihm nie verboten zu trinken, ich sage immer er ist alt genug zu entscheiden was gut fuer ihn ist. Aber ich wende mich von ihm ab und mir zu sobald ich es "ploeppen" hoere.

    Ich sag Euch das geht mir alles gehoerig auf den Wecker...am liebsten wuerd ich mir mein eigenes Haus suchen, wenn die bloede Visa-Geschichte nicht waere - shitshitshit...

    Naja, abwarten und Teechen trinken...


    Emma , ja ich bin meinem Partner auch dankbar. Ohne ihn waere ich jetzt nicht auf dem Weg zu mir;-)...ich hatte schlimme Zeiten in der Partnerschaft ohne welche ich nie haette wachsen koennen!

    Ich schick Euch viele Sonnenenergie!

    die Reisende von unten rechts;-)

    Hallo Kiramitz,

    ich bin ja auch nach wie vor mit meinem Mann zusammen. Auch wenn unser Zusammenleben eher einer WG gleicht. Ich habe ebenfalls das Gefuhel das die Kluft von Tag zu Tag groesser wird.

    Es scheint Du und ich sind in einer aehnlichen Situation...

    Wie auch immer...Es ist toll das Dein Mann eine Suchtberatung aufsucht! Trotzdem darf Dich das nicht von Deinem Weg zu Dir und mit Dir abbringen.

    Ich schlisse mich Doro an: Abwarten was passiert...

    Ich wuensch Dir jede Menge Licht und Liebe!!!

    dR

    Zitat von Doro

    ich soll einfach drauf vertrauen, dass sich diese Dinge irgendwie regeln lassen.
    Das hat mir geholfen und hilft mir immer noch: Einfach tun, was ich JETZT tun kann, und darüber hinaus: vertrauen.

    Ich hab versucht und versuche immer noch, all das, was ich noch nicht wissen kann, mir nicht zu Herzen zu nehmen. Im "Heute" leben, indem ich mich nicht verrückt mache.
    Das, was ich jetzt tun kann, tue ich, aber darüber hinaus muss ich auch da: loslassen! Und es geht, ich bin seltsam gelassen.

    Hallo ihr Lieben,

    ich klink mich hier mal kurz ein.
    Zu dem Thema gibt es ein Buch das mir sehr geholfen hat mein Gelassenheit zu finden, in der Gegenwart zu ruhen und wenn man so will dem Universum zu vertrauen :wink: .

    Der Titel:
    JETZT! Die Kraft der Gegenwart von Eckhart Tolle

    Liebe Gruesse!

    Zitat von dagmar007


    Wobei ich Julchen und die Reisende beneide, denn das finde ich schön und gelassen. ... das fehlt mir noch...

    Huhu Dagmar,

    ja, waere zu schoen wenn ich die gleiche Gelassenheit gegenueber meines Lebensabschnittsgefaehrten auch haette :lol:

    Das fehlt mir auch noch :roll:

    Liebe Gruesse von der Reise!

    Hallo Dagmar,

    interessantes Thema, ich lebe hier in einer Gesellschaft in der das Feierabend Bierchen und der regelmaessige Pub-Besuch zum guten Ton gehoert. Allerdings habe ich kein Problem wenn Leute mal ein Bierchen trinken oder auch am Wochenende mal Gas geben - da geb ich Julchen recht, das ist nicht meins. Ich trinke auch mit Freunden mal einen Wein zum Essen und das finde ich nicht verwerflich.

    Allerdings bin ich mit dem Leuten die ich in der Kneipe sehe oder am Wochenende beim Tanzen gehen nicht emotional verbunden.

    Bei meinem Noch-Mann bekomm ich schon Kotzreiz wenn ich den Kronkorken ploppen hoere. Und dann mach ich ganz schnell zu, mach mein eigenes Ding und verzieh mich. Bei ihm ist es so offensichtlich das es sich bei dem Bierchen nicht um Genuss handelt sondern um eine selbstzerstoereische Sucht und das ist eben das Problem.

    Liebe Gruesse von unten rechts.

    dR.

    Zitat von dagmar007

    Auch denke ich, es kann keinem Menschen zugemutet werden sich eine ständig im Kreis drehende Geschichte anzuhören. Ihr dürft nicht vergessen, wir als Co leben uns ja nicht selber sondern sind fast immer bei ihm, seinen Aktionen und und ....

    Hallo Dagmar & Rosita,

    Vielen Dank fuer eure Antworten!
    Dagmar, Du hast recht. Ich glaube ich wuerde ein staendiges im Kreis drehen auch als zu viel empfinden. Und glaub mir, ich habe mich so lange im Kreis gedreht das ich mir selbst zu viel wurde :D

    In meinem Fall war es aber so das sie diese "Freundinnen" aus dem Staub gemacht haben als ich aufhoerte meinen Mann zu meinem Lebensinhalt zu machen und anfing wieder meinen Weg zu gehen. So habe ich nach einer laengeren Pause endlich wieder einen Job auf einer Buehne bekommen (ich habe Schauspiel studiert) was sich auf mein Wohlbefinden extrem positiv ausgewirkt hat - in Theaterlosen Zeiten werde ich immer leicht Depressiv. Die meisten meiner Freunde und Bekannten haben verstanden was es mir bedeutet wieder meinem geliebten Job nachzugehen (und nicht nur dem zum Geld-Verdienen) und mich durch einen Besuch im Theater unterstuetzt. Egal, ich habe andere gute Freunde auf die ich mich in guten und in schlechten Zeiten verlassen kann und diese waren wohl tatsaechlich nicht die richtigen.

    Leider bin ich nicht nur emotional von meinem Mann abhaengig:
    Wir befinden uns hier auf seinem Visa, wenn ich ihn verlasse muss ich auch das Land verlassen. Mit meinem Beruf kann ich keine Aufenthaltsgenehmigung bekommen.
    Mein Sohn will auf gar keinen Fall zurueck nach Deutschland, er liebt sein Leben hier. Ich kann hier keine Hilfe von offizieller Seite erwarten weil ich nur Anhaengsel eines Temporaeren Arbeitnehmer bin. Und selbst wenn ich meinem Sohn & Hund schnappe und wir nach Deutschland zurueck gehen, hab ich dort keinen Job, keine Wohnung und auch keine Familie bei der wir unterkommen koennten - ich verdiene zwar nicht schlecht, unser ganzes Gespartes liegt aber auch dem Konto meinem Mannes auf das ich keinen Zugriff habe. Es ist keine einfache Situation und eine Entscheidung zu gehen kann ich jetzt nicht treffen.

    Das einzige was ich im Moment tun kann und worauf mein Fokus liegt ist das Beste aus der Situation zu machen. Es kann gut sein das wir in 2 Jahren einen anderen Visa-Status und ich damit individuelles Bleiberecht habe - Das ist dann ein ganz anderer Ausgangspunkt!

    Im Moment zaehlt fuer mich meine emotionale Selbststaendigkeit wieder zu erlangen, ihn nicht fuer mein "Glueck" verantwortlich machen. Grenzen ziehen und mich nicht durch seine Launen manipulieren zu lassen. Und das alles klappt ganz gut. Auch wenn ich es nicht als ideal empfinde nebeneinander her zu leben.

    Bloed ist das ich immer noch sehr starke "Sehnsucht" nach Zaertlichkeit und Intimitaet habe.
    Mein Mann anscheinend nicht. Er scheint gluecklich zu sein mit seinem allabendlichen Pegel. Seine Libido ist komplett "abgetaucht".

    So, ich muss jetzt noch ein bisschen schaffen!
    Viele Gruesse in die alte Heimat!
    Viel Liebe!

    Hallo,

    bin wieder da! War einige Tage Snowboard fahren und hab den Schnee & Sport sehr genossen!

    Ja, die Haerte...mein Mann scheint sie auch zu bemerken. Er fragt mich seit einer Woche fast taeglich ob ich ihn noch liebe, gibt sich wirklich grosse Muehe weniger zu trinken (er weiss ganz genau was mit ihm los ist!) und ist ganz handzahm.

    So wirklich gluecklich bin ich aber trotzdem im Moment nicht.

    Ich wuensche mir doch Naehe und Intimitaet, muss mich aber gleichzeitig selbst schuetzen, weil ich jedesmal wenn ich weich, warm und wie frisch verliebt war zutiefst verletzt wurde.

    Ich habe das Gefuehl mein Elefanten Gehirn laesst grad alle alten Wunden wieder alle aufflammen und ich muss echt viel Energie aufbringen um nicht staendig in Traenen auszubrechen.

    Grrrrr, jetzt hatte ich es schon so gut gelernt im hier und jetzt zu leben und mich zu geniessen und dann so was.

    Ich frage mich nur was diese Gefuehle triggert???
    Es gibt im Moment naemlich 2 Baustellen die mich beschaeftigen:

    Mein Mann, der mir versucht ein schlechtes Gewissen zu machen weil ich seiner Meinung nach "nur noch mein eigenes Ding mache"

    Oder 2 Freundinnen die mich vor ein paar Monaten "verlassen" haben kurz nachdem ich einen Riesen Dispute mit meinem Mann hatte und grade anfing mein Leben fuer mich neu zu ordnen.
    Auf meine Frage was ich ihnen getan haette kam die Antwort das sie nicht nachvollziehen koennten wie ich in der Beziehung bleiben koennte und sie keine Lust haetten mich weiterhin zu sehen. Sie wuerden mir ja helfen wollen aber da ich das nicht annehmen wuerde solle ich sie in Ruhe lassen. Ihre "Hilfe" sah eine Trennung von meinem Mann vor fuer die ich aber aus verschiedenen Gruenden nicht bereit war/bin.

    Irgentwie komisch, sie machen wohl genau das was man mit einem Junkie tun sollte - ihn fallen lassen. Fuer mich fuehlt sich das aber total unfair an. Ich bin entaeuscht und traurig ueber diese Art von "Hilfe".

    Eigentlich sollte ich die ganze Geschichte vergessen, irgentwie wurmt es mich aber sehr. Ich hatte erwartet das man mich (wenn man mich wie gesagt so fuerchterlich gern hat) einfach so nimmt wie ich bin.

    Habe ich doch einiges erreicht fuer mich in den letzten 3 Monaten: Voll-Zeit Job fuer finanzielle Unabhaengigkeit, Wiederaufnahme eines Nebenjobs fuer Spass (und noch ein bisschem mehr $), kauf meines Auto's (fuer noch mehr Freihei), und ein dickeres Fell im Bezug auf meinen Mann :wink: und dann kommen Menschen die vorgeben einem nah zu sein und machen das grosse Gefuehl von "ich kann Stolz auf mich sein" zunichte.

    Man, warum brauche ich so viel Bestaetigung von aussen???
    Das sollte ich ablegen. Wichtig bin ich und ich und ob es mir gut geht mit meinen Entscheidungen.

    Huch das tut gut hier zu schreiben, habe mir naemlich meine Frage was dieses Gefuel von Traurigkeit und Wut triggert grad selbst beantwortet. Ich bin es! Weil ich mehr Wert auf die Meinung anderer lege als auf mich selbst!


    Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung und nun werde ich positive Gedanken anschalten und mich am Wetter freuen!

    Liebe Gruesse, Kraft, Licht und Liebe von der Reisenden

    @ Kaltblut, Danke fuer Dein herzliches WIllkommen.

    Hallo,

    Also, mir geht es immer noch gut, allerdings mache ich mir momentan ein paar Gedanken:

    Seit mein Fokus (fast ausschliesslich) auf mich und meine Beduerfnisse gerichtet ist geht es mir zwar erheblich besser (koerperlich wie auch emotional) aber ich stelle auch Veraenderungen in den Gefuehlen zu meinem Mann fest die ich nicht wirklich einordnen kann.

    Meine Ehe gleicht im Moment eher einer Wohngemeinschaft. Wir gehen ausgesprochen lieb und freundschaftlich miteinander um.
    Wir lieben uns nach wie vor, aber die Leidenschaft ist irgentwie komplett weg.
    War ich frueher ein sehr weicher, warmer, hilfsbereiter und emotionaler Mensch und bin ich heute eher hart und kalt.
    Und das find ich ein bisschen traurig. Ich vermisse das warme, mollige Bauchgefuehl, das "Verliebtheitsgefuehl" die Schmetterlinge...

    Nun kann es gut sein das meine Gefuehlskaelte ein Selbstschutzmechanismus ist da mein Mann nach wie vor froehlich seinem Lebensstil froehnt und ich mich einfach einmauern muss um mich abzugrenzen.

    Oder ist "Leidenschaft" einfach nur ein Symptom unserer "kranken" Beziehung???

    Wie war/ist es bei Euch?

    Liebe Gruesse von der anderen Seite!

    Hallo Ihr Lieben,

    Ich habe meinen Text mal aus dem Vorstellungs-Forum hierher kopiert...

    nachdem ich seit einigen Wochen bei Euch mitlese ist es an der Zeit mich Vorzustellen.

    Ich habe mich hier registriert um meinem Weg aus der CO-Abhaengigkeit mit Euch zu teilen, Unterstuetzung zu bekommen und der/dem einen oder anderen durch meine Erfahrungen vielleicht auch helfen zu koennen.

    Als ich vor 7 Jahren meinen zweiten Mann traf war ich wie vom Blitz getroffen. Er raubte mir mein Herz und meinen Verstand mit dem ersten Kuss und es war sofort klar das wir zusammen sein mussten. Meine erste Ehe und mein Sohn waren zwar Gruende die gegen unsere Beziehung sprachen aber sicherlich keine Hindernisse. Das ich zu dieser Zeit noch in den USA lebte war auch nur ein kleines Problem. Nach unserer Begegnung in Deutschland flog ich zurueck, verliess meinen ersten Mann, packte 2 Koffer und stand ein paar Monate spaeter mit meinem Kind an der Hand vor der Tuer meines Traumprinzen. Wir zogen zusammen und es versprach ein wunderbares Leben zu werden.

    Ich war nie ein Kind von Traurigkeit und genoss unseren Bohemian Lifestyle (Drogen (Kokain), Alkohol, S**, Parties) anfangs sehr. Mein Mann hatte einen sehr guten Job und genug Geld um dieses Leben zu finanzieren.

    Allerdings bin ich kein Suchtmensch (zumindest nicht wenn es zu Rauschmittlen kommt ) und so wurde mir das ewige Gefeiere schnell langweilig und andere Dinge wie Kind, Arbeit, Hobbies schoben sich wieder in den Vordergrund.

    Ich hoerte auf Stoffe zu konsumieren mein Mann allerdings machte froehlich weiter, was selbstverstaendlich zu Problemen fuehrte.

    Die klassische Situation entstand:

    Streit, verbale und koerperliche Gewalt, Reue, Verzeihen, Verprechen die nicht eingehalten wurden, Frust, Angst, Druck, Harmoniesucht, mein klaeglichen Versuche alles recht zu machen, noch mehr Streit, Drohungen meinerseits die ich nicht einhalten konnte usw...

    Wie auch immer, so schrecklich die Situation war, ich konnte und wollte mich nicht trennen. Der Gedanke alleine zu sein war so viel schlimmer als das Leben mit meinem Mann. Jedesmal wenn er sich entschuldigte konnte ich nicht anders als ihn in den Arm nehmen. Jedesmal glaubte ich ihm das nun alles gut werden wuerde.

    Unser gemeinsames Gespraech bei der Drogenberatungsstelle fuehrte dazu das ich brav zu meinen Sitzungen ging, waehrend er keine Zeit und zu viel Arbeit vorschob...sprich, ich fuehrte einen Kampf gegen Windmuehlen...

    Unsere Beziehung waere zerbrochen - oder besser gesagt, ich waere zerbrochen haette er nicht ein Jobangebot aus dem Ausland bekommen.

    Darin sahen wir beide unsere letzte und wohl einzige Chance.

    Wir loesten unsere Wohnung auf, kuendigten unsere Jobs und hatten 6 Wochen spaeter ein "neues Leben" am Ende der Welt.

    Selbstverstaendlich konnten wir beide unsere schlechten Gewohnheiten nicht komplett in Deutschland lassen.

    Was der Umzug aber mit sich brachte war eine neue Perspektive/andere Gesellschaft die zumindest seiner "Drogen"abhaengigkeit ein Ende setzte.

    Nun trinkt er "nur" noch (Suchtverlagerung?!)...

    Wie auch immer, es geht hier nicht um ihn sondern um mich.

    Auch wenn ich es immer noch nicht schaffe diese Beziehung aufzugeben, fuehle ich mich von Tag zu Tag staerker und unabhaengiger. Mein Herz scheint ganz langsam meinem Verstand zu folgen. Ich mache keine Vorwuerfe mehr wegen des Alkoholkonsums, versuche nicht mehr ihn zu stoppen, ich sage was ich denke ohne ihn abzuwerten und geh meinen eigenen Weg. Ich treffe mich mit meinen Freundinnen, bin ausgeglichen und zum ersten Mal seit ich ihn kenne nicht mehr staendig den Traenen nah. Ich habe einen guten Job, meine Hobbies, unseren Hund, mein Kind und bin gluecklich!

    Klar, mir fehlt die emotionale und auch koerperliche Intimitaet mit meinem Mann, solang er aber kein Krankheitseinsicht hat lebe ich auch gut und gerne ohne.

    Meine Einstellung zu ihm hat sich in den letzten 2 Jahren geaendert. Wenn er versucht mich klein zu machen (was mittlerweile selten passiert), lach ich ihn an...ich lass mich nicht mehr auf Endlosdiskussionen ein und mache nicht mehr alles recht...wenn das Haus unaufgeraumt ist, dann ist es eben so! Ich habe keine Angst mehr!

    Manchmal hoffe ich das er aufhoert zu trinken weil ich sehe das es ihm ganz einfach nicht gut tut, aber ich weiss auch das es nicht meine Aufgabe ist ihm die Augen zu oeffnen oder in meiner Macht steht ihm vom Alkohol wegzubekommen.

    Auf mich hoeren, meine innere Stimme wahrnehmen ist mein Aufgabe!
    Daran arbeite ich und ich freue mich wenn ihr mich auf meinem weiteren Weg (wo auch immer er hinfuehrt) begleiten und unterstuetzen koenntet.

    Ich schicke viel Licht, Liebe und Kraft!