Liebe Christrose,
ich bin damals (vor 10 Jahren) gegangen und mir war es am Ende doch sehr egal, was aus unserer Ehe (21 Jahre) wurde. Für mich war klar, dass ich so nicht mehr weiterleben konnte/wollte. Es war mir aber auch genauso klar, dass ich nicht mit ihm zusammen gesunden konnte. Ich hab uns beide als krank gesehen und für mich war klar, wir mussten alleine gesund werden. Ich musste ja auch erst wieder lernen, meine Bedürfnisse zu spüren, meine Wünsche zu erkennen, mich in den Fokus zu rücken. Ich bin aus unserem Haus ausgezogen, weil es für mich anders nicht machbar gewesen wäre.
Er entschied sich dafür, um "unsere Ehe zu retten", seine Worte........seine Alkoholkrankheit ernsthaft therapieren zu wollen, davon hörte ich kein Wort.
Sehr dünnes Eis in meinen Augen. Damit hast Du wieder den schwarzen Peter. Denn wenn Du doch gehen solltest, muss er ja wieder trinken (Ironie aus).
Meine Intention hinsichtlich seiner Therapie ist aber nicht primär die Rettung unserer Ehe, sondern er soll sich erstmal selber retten, verzeihen und lieben lernen......die Gründe seiner Sucht mit Ehrlichkeit und Offenheit erfahren, erforschen.
Wenn er das realistisch angehen kann, ohne seine Sucht weiterhin als Charakterschwäche zu verleugnen und lernt Hilfe zur Bekämpfung anzunehmen, sich langfristig Handwerkzeug im Umgang damit anzueignen, dann hat unsere über 40 Jahre alte Liebe (eventuell) weiterhin Bestand.........die kommenden Wochen werden es zeigen.
Gut, wenn Du das so klar schon sehen kannst. Hast Du einen zeitlichen Fahrplan oder woran machst Du seine realistische Herangehensweise fest? Weißt du, ich brauchte damals diesen räumlichen Abstand auch, um mal gedanklich von ihm weg zu kommen. Es hat mich fast einen Monat gekostet um eine Kontaktsperre durchzusetzen. Und für ihn war es eben auch gut, dass er sich auf sich konzentrieren konnte und nicht mehr darüber grübeln musste, wie er mich zurück bekommt.
Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst.
sonnige Grüße
Lütte