Beiträge von Whitewolf

    Hallo Mare,

    Es ist ungewohnt das mich jemand fragt wie es mir geht.

    Dann ändern wir das jetzt einfach mal. Ist eigentlich die normalste Sache der Welt.

    Mein ganzes Leben lang musste ich mich kümmern.

    Irgendetwas in Deinem Inneren treibt Dich dazu. Wie Cadda schon geschrieben hat:

    Du hast den Irrglauben, dass es Dich stolz machen kann, dass Du "durchhältst".

    Du definierst Deine Persönlichkeit über Deine Hilfe zu anderen Menschen. Dabei solltest Du eigentlich Dich an erste Stelle setzen. Erst wenn es Dir gutgeht, kannst Du die Kraft, welche evtl. noch über ist, für andere Menschen einsetzen.

    Bei Dir läuft es umgekehrt. Du pulverst Deine Kraft in andere Menschen bis zur Selbstaufgabe und hast dann keine Reserven mehr für Dein Wohlbefinden.

    Du funktionierst, und dabei solltest Du doch leben. Zum Leben gehört mehr als funktionieren.

    Stell Dir mal die Frage:

    Wenn Du jetzt plötzlich 1 Woche frei von Verpflichtungen wärest, um alles anstehende kümmern sich andere, Dein Mann ist versorgt und Du hast quasi Urlaub. Was würdest Du mit dieser Zeit anfangen? Würdest Du etwas für Dich tun, was für Dich schön ist und Dir guttut, oder würdest Du Dir die nächste Baustelle suchen damit Du wieder gebraucht wirst?

    Ich bin froh zu lesen das Ihr von verschiedenen Diensten Hilfe bekommt, Du über Deine Probleme sprechen kannst ( Therapeut, Betreuer )und evtl. hilft das ja in manchen Situationen viel weiter.

    Ich sehe da nur ein Problem ( siehe oben ) : Du musst die Hilfe auch annehmen und nicht alles selbst erledigen wollen. Rede mit den Leuten und nimm jede Hilfe an die von den Stellen möglich ist.

    Krankenfahrten, ärztliche Termine können mit dem Taxi erledigt werden. Du musst da nicht mit. Mach Dich da mal bei der Krankenkasse schlau, die Fahrten werden doch übernommen.

    Mir geht es schlecht, ich Weine viel, habe durch die Arthrose Schmerzen und durch die Bandscheibenvorfälle Taubheitsgefühle in den Armen und Händen.

    Ich fühle mich bei den Ärzten nicht ernst genommen, und jetzt wird mir gesagt das ist der Stress.

    Die meisten Ärzte untersuchen gar nicht mehr, die schreiben Medikamente auf und das war es.

    Die Depressionen holen mich immer wieder ein, ich kämpfe dagegen

    Das alles zusammen würde schon reichen um Dich komplett aus dem Rennen zu nehmen. Und das ist vermutlich noch nicht alles, Du willst ja nicht jammern.

    Viele Krankheitsbilder werden ja entscheidend von der Psyche mit beeinflusst, geht es Dir psychisch sehr schlecht dann hast Du auch mehr Schmerzen, bist trauriger und depressiver.

    Deswegen ja auch die Reha. Da wird alles nochmal neu bewertet und der Ist-Zustand behandelt. Du musst Dich um nichts außenstehendes mehr kümmern.

    Im Moment bist Du der Meinung das das alles ja nicht geht ohne Dich. Das hält Dich ( noch ) aufrecht. Aber irgendwann muss es ohne Dich gehen. Und das wird es dann auch. Auch wenn Du Dir das nicht vorstellen kannst.

    Ich wünsche Dir einfach mal viel Kraft und ein wenig Sonne in der Seele.

    lG Ww

    Hallo Mare,

    2 Fahrten in eine große Stadt, ich habe es geschafft, ich war stolz auf mich.

    Bei mir hat er keine Rücksicht genommen, wegen meiner Arthrose, er hat dann extra weiter weg geparkt.

    Begleitest Du Ihn zu den Untersuchungen oder fährst Du Ihn? Was ist mit diesem Mann los, das es für Ihn scheinbar ein Lebensinhalt ist Dich zu demütigen und zu verletzen? Hast Du eine Erklärung dafür? Warum lässt Du das immer wieder mit Dir machen?


    Du bist nicht alleine und auch wir werden versuchen Dir so gut es geht den Rücken zu stärken. Bei diesen ganzen negativen Prognosen fühlst Du Dich natürlich verantwortlich. Du bist in einem brutalen Helfermodus gefangen.

    Leider schreibst Du uns zu 80% wie es Ihm gerade geht, es wäre schön wenn wir mehr über Dich lesen könnten.

    Du bist es wert, vergiss das nie. Du hast ein Recht darauf das es Dir gutgeht und dabei versuchen wir gerne Dich so gut es geht zu unterstützen.

    Nimm Dir wann immer möglich etwas Zeit für Dich. Du könntest hier auch mehr schreiben, alle 2 Wochen ist, bei dem was da gerade bei Dir passiert, etwas wenig finde ich.

    Es wird Dich hier niemand verurteilen, beschimpfen, in eine Ecke drängen oder versuchen Dich zu etwas zu zwingen . Deine Befindlichkeiten werden auch nicht als Lappalie betrachtet.

    Meine Betreuerin wundert sich das ich noch funktioniere.

    Du läufst schon so lange im roten Bereich, das es für Dich einen Normalzustand darstellt. Irgendwann klappst Du einfach zusammen befürchte ich.

    Ich stelle einfach mal ganz provokativ die wichtigste Frage an Dich hier im Forum: Wie geht es Dir?

    Der Krankheitsverlauf von Ihm ist für uns nur am Rande interessant. Es ist Dein Thread hier, hier geht es nur um Dich. Wobei uns natürlich klar ist das es nicht zu 100% zu trennen ist.

    Wie gehst Du mit diesen schlechten Nachrichten um? Bereitest Du Dich jetzt auf das schlimmste vor? Was beschäftigt Dich, bist Du traurig, hast Du Schmerzen, kannst Du irgendwann mal schlafen / Dich erholen ? Woher nimmst Du Deine Kraft? Was machen Deine Erkrankungen von denen Du ja schon geschrieben hast? Hast Du alles zurückgestellt für die " große Aufgabe ", einschließlich Reha-Absage?

    Planst Du etwas für die Zukunft?

    Meine Therapeutin sagt, mein Kopf kann gar nichts mehr aufnehmen, weil in den letzten Jahren so viel passiert ist.

    Was sagt Deine Therapeutin denn was Du jetzt machen sollst? Da Deine Therapeutin ausschließlich Dein Befinden im Fokus hat, schlägt sie vermutlich die Hände über dem Kopf zusammen?

    Das sind eine Menge Frage in diesem post zusammengekommen, welche sich allerdings mit DIR beschäftigen.

    Versuch doch einfach mal Dir die Zeit zu nehmen und darüber Punkt für Punkt etwas zu schreiben. Manchmal hilft das um das Chaos im Kopf etwas zu sortieren, wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden.

    lG WW

    Er spricht immer noch davon, dass er sein Trinken reduziert und dann nur noch ab und zu mal völlig normal trinken will. Das wird er nicht hinbekommen, so wie es aktuell aussieht.

    Nein, das schafft er nicht mehr.

    Wenn man diese Abstürze doch blos verhindern könnte.

    Auch das schafft Ihr nicht.

    Aber Lügen wie - nein ich habe nicht getrunken, nein ich war nicht einkaufen, nein ich fahre nicht wieder einfach weg, ja ich erzähle Euch in welchem Hotel ich bin, ja ich melde mich usw. sind leider oft an der Tagesordnung.

    Das gehört leider zum Krankheitsbild. Das mach die Sucht mit Ihm. Da könnt Ihr auch nichts drann machen.

    Leider sieht unser Sohn das noch immer nicht so.

    Solange das so ist, wird es auch nicht besser. Selbst wenn Ihr Ihn zwingen würdet in eine Entgiftung oder in eine Therapie zu gehen würde das nicht viel nutzen. Er fängt dann schnell wieder an.

    Dann könnte man vielleicht früher auf einen drohenden Vollrausch reagieren und ihn empfehlen sich in der gerade aktuell schlimmen Trinkphase anders zu verhalten.

    Das liest sich als ob Ihr denkt das er da eine Kontrolle drüber hat. Wann der nächste Vollrausch ansteht wisst Ihr ja eigentlich schon. Es geht ja schon lange genug. Das lässt sich ja leicht an seinem Verhalten vorher beobachten.

    Aber wie wollt Ihr dann reagieren wenn Ihr das wisst? Einen Karton Vodka hinstellen damit er zu Hause trinkt?

    "In den nüchternen Phasen sollten neue Regeln bekanntgegeben werden.

    Meinst du damit den Fehlerkatalog und die Konsequenzen von oben?

    Es sieht so aus als ob diese "nüchternen" 2 Wochen noch einen Zugang zu Ihm ermöglichen. Er muss wissen das Ihr Euch komplett aus der Krankheit rauszieht. Wenn er trinken will dann trinkt er. Er darf das , er ist alt genug. Nur sollte das ohne jede Unterstützung von Euch laufen.

    Was ich schlimm finde ist dieses Arrangement. Ihr arrangiert euch damit das er säuft und versucht die Brocken klein zu halten.

    Damit steckt Ihr richtig in seiner Krankheit mit drinn. Eigentlich kann er das aber auch alles alleine. Je länger er Euch in seine Saufeskapaden mit einbauen kann, sich darauf verlassen kann das Ihr die Scherben aufräumt und dafür sorgt das er wieder heile nach Hause kommt, umso länger ist der Leidensweg den er durchläuft.

    Warum sollte er aufhören? Es scheint ja für Ihn alles zur Zufriedenheit zu laufen.

    lG WW

    Hallo Berlin,

    das klingt wirklich schlimm.

    Da werden viele Fehler gemacht in Bezug auf die Alkoholkrankheit. Das hast Du vermutlich alles schon gelesen hier im Forum.

    Euer Sohn ist Alkoholkrank. Das ist nach dem was ich gelesen habe wohl sicher. Diese Alkoholmengen und diese Zustände welche Du beschreibst, lassen keinen anderen Schluss zu.

    Leider ist unser Sohn zunehmend alkoholabhängig

    Durch Deine vorsichtige Formulierung habe ich den Verdacht das diese Tatsache der Alkoholkrankheit in Euren Köpfen noch etwas schöngeredet wird.

    Alkoholabhängigkeit kennt keine Mengenangaben, viel , wenig, zunehmend, etwas weniger gibt es nicht. Die Krankheit ist da und irreversibel.

    Für Ihn gelten die Regeln eines Alkoholikers der seiner Krankheit Tribut zollen muss. Auch weiss er genau welche Knöpfe er drücken muss und das Ihr Angst um Ihn habt.

    Bevor hier ein Fehlerkatalog aufgeschrieben wird mit den zu treffenden Konsequenzen, würde mich eins interessieren:

    Wenn Ihr Euch darüber unterhaltet ( gezwungenermaßen, denn es ist ja eine Dauerspirale ), was schweben Euch für Lösungen vor? Was müsste geschehen damit es Euch besser geht? Die Option " das er einfach aufhört mit trinken und alles wird normal " gibt es hier nicht mehr.

    Ihr als Eltern bekommt Euren Sohn auch nicht alleine trocken, das funktioniert nicht.

    Die Erkrankung schreitet fort und wird immer schlimmer. Irgendwann schafft das auch sein Körper nicht mehr.

    Wenn Ihr nichts weiter tut als die bekannten Vorgehensweisen ( Wodka zu Hause, abholen aus den Hotels... ) und es passiert etwas, dann macht Ihr euch Vorwürfe nichts anderes getan zu haben.

    Zieht Ihr Kosequenzen aus dem Geschehen und verweist Ihn der Tür und es passiert etwas... habt Ihr auch Schuldgefühle.

    Es dreht sich alles um den Alkohol, er hat einen Riesenplatz eingenommen in eurer Familie, zerstört nicht nur Euren Sohn langsam, sondern auch Euch als Eltern.

    Um das für Euch zu beenden müssen Konsequenzen her, oder Ihr schaut live zu wie sich Euer Sohn unter die Erde säuft.

    Beratung von aussen wäre ein Weg, den ersten Schritt hast Du ja hier ins Forum schon gemacht. Suchtberatung vor Ort wäre auch eine Möglichkeit um Optionen aufzuzeigen.

    In den nüchternen Phasen sollten neue Regeln bekanntgegeben werden.

    lG WW

    Hallo Denisa,

    Ich fühle mich einfach wertlos… Ich bzw wir waren es ihm nicht WERT was zu ändern.

    Das ist eine selbst-zerfleischende und auch falsche Sichtweise.

    In meiner nassen Zeit war das letzte was ich wollte das ich andere Menschen damit verletze. Passiert ist es aber trotzdem. Weil sie auf Deibelkommraus nunmal helfen wollten, es nicht verstanden haben wie man sich mit offenen Augen die Klippe runterstürzt.

    Es ist mir nicht gelungen wegen eines anderen Menschen von der Sucht zu lassen. Und es gab genügend Menschen die es "wert" gewesen wären, die alles mögliche versucht haben. Das Unverständnis von nichtsüchtigen Freunden / Partnern ob dieser vermeintlichen Ignoranz ist riesengross, es hat dann auch wehgetan wenn sie irgendwann resigniert haben. Dennoch war das der einzig richtige Weg für sie gewesen.

    Es ist kein Reinkommen möglich in den Süchtigen, nur oberflächliches kratzen ist möglich.

    Dem Co bleibt nur sein vermeintliches Verständnis von Sucht. Und das reicht eben für die letzte Konsequenz nicht aus.

    Sucht macht einsam. Und da schreibe ich von dem Süchtigen, weil er im Kopf damit völlig alleine ist. Die Sicht auf die Umwelt gleicht einem Tunnel, erst kommt der Alkohol und dann lange nichts. Wenn der Pegel stimmt sind Versprechungen möglich... ist aber meistens zum scheitern verurteilt.

    Das was ich bei Dir beobachte zwischen den Zeilen, ist eben dieses Unverständnis, das es doch für einen anderen Menschen möglich sein müsste aufzuhören ( der es wert ist ) und das aber nicht passiert. Es geht einfach nicht. Das darfst Du nicht persönlich nehmen, auch wenn es schwer fällt das zu glauben.

    Das ist die Erkrankung.

    Du kannst Dich in seinen persönlichen Krankheitsverlauf nicht sinnvoll integrieren, das ist nur nerven- und kräftezerfetzend für Dich.

    Ach , und als kleiner Beigeschmack: Falls derjenige es schafft und trocken ist, wird er Dir Deine kräftezehrenden Bemühungen nicht danken. Er kann es nicht nachfühlen und möchte davon auch nichts mehr wissen.

    lG WW

    Hallo Denisa,

    Ich erkannte den Menschen nicht mehr wieder - er verlor komplett die Kontrolle. Desinteresse, unzuverlässig, kalt

    Er ist suchtkrank und deswegen ein völlig anderer Mensch als wenn er lange Abstinent wäre. Du kannst keine Parallelen mehr ziehen.

    Ich hab ihn angeschrieben um zu wissen wie es ihm geht… er meinte es wäre ok. Er sei in Therapie und wäre dabei einiges in seinem Leben wieder im Griff zu bekommen. Ich sagte ihm das ich ihn mit ihr zusammen gesehen habe und er doch wüsste was er mir damit antut, er meinte nur, er weiß das es blöd ist - aber was soll er machen. Sie ist halt für ihn da .

    Er führt ein völlig anderes Leben und Du wirst das nicht verstehen können. Weil die Sucht vor Allem anderen steht. Es entzieht sich auch komplett Deiner Kontrolle. Selbst wenn er jetzt plötzlich aufhört, würde die Alkoholvergiftung ( und was auch immer noch so... multitoxisch ) noch lange für eine Wesensveränderung sorgen.

    Warum hast Du Ihn noch in Deinen Kontakten? Das Prinzip Hoffnung? Es ist gerade ein wenig Schorf über die Wunden gewachsen... und Du kratzt sie wieder auf. Das hat zur Folge das die Narben tiefer werden. Seelisch.

    Kompletter Kontaktabbruch und Abstand wäre gesünder. Das weisst Du alles und ich hoffe Du findest bald die Kraft dazu. Es wird nie wieder so wie es früher war.

    lG WW

    Hallo Mark,

    bei gewissen Einrichtungen, das bringt nichts, dort wird genauso gesoffen und keine Sau kümmert sich um dich.

    Das halte ich jetzt gelinde gesagt für eine Ente. Das kann sich keine Therapieeinrichtung mehr leisten heutzutage. In einer LZT werden engmaschig Blutkontrollen ausgeführt und wer dagegen verstösst darf nach Hause fahren. Sogar das nähere Umfeld ist mit der Klinik vernetzt und wenn jemand auffällig wird und Alkohol konsumiert, klingelt in der Klinik das Telefon.

    Im Grunde genommen ist es aber eigentlich egal in welcher Therapieeinrichtung Du landest. Die Kostenträger, welche ja für die Bettenbelegung zuständig sind, machen Vorgaben für die Therapien . Die müssen eingehalten werden, sonst gibt es keine Patienten mehr.

    Ein netter Wellnessbereich und eine tägliche Einzelsitzung mit einem Professor ändern übrigens nichts an der Tatsache, das Du selbst mit Dir an Dir arbeiten musst. Hilfestellung bekommst Du dafür in jeder LZT-Klinik und so ist es gedacht.

    Du könntest bei der Antragstellung eine Therapiestätte angeben in die Du gerne möchtest. Das sollte allerdings begründet werden. Der ärztliche Dienst entscheidet nach den Diagnosen ob das Sinn macht.

    lG WW

    Hallo Drea,

    Bin ernsthaft am überlegen die Hochzeit so kurz davor abzusagen, da es ja sicher nicht besser wird.

    Nein, das wird eher noch schlimmer. Wenn Du noch die Option für einen Rückzug hast solltest Du das auch machen.

    Egal was die Leute denken, Du musst jeden Tag damit leben und nicht die Anderen.

    Natürlich solltest Du Ihm auch sagen warum und Dich dann aber nicht von einer kurzen Schockabstinenz wieder einlullen lassen.

    Wenn er 6 Monate abstinent war, könntet Ihr die Überlegung ja nochmal aufnehmen. Wenn er dann noch da ist und sich nicht woanders für den Alkohol entschieden hat.

    lG WW

    Ich muss noch an Alternativen für alkoholfreie Getränke arbeiten, insbesondere in Restaurants. Das Süße, wenn auch zuckerfrei, langweilt auf die Dauer.
    Bitter Lemon mit Wasser verdünnt trinke ich gerne, hab ich hier aber noch nicht gefunden.

    Wenn trinken langweilig wird... tja, dann lass es doch einfach.

    Ich trinke zur Lebenserhaltung und warte nicht bei jedem Schluck auf den "Kick".

    Chininhaltige Limonade hat noch mehr Zucker als Cola und ist mit einem Arzneimittel gegen Malaria versetzt. Nicht unbedingt geeignet um den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren. Ist auch Kennzeichnungspflichtig.

    * Sarkaswolf aus *

    Inwieweit das trinken für Dich noch etwas besonderes darstellt, solltest Du im eigenen Interesse mal beobachten bei Dir. Bevor der alkoholfreie Cocktail interessant wird.

    lG WW

    Hallo Opalia,

    Ja, es sagen mir alle (Arzt, Therapeuten, SHG), dass die Herausforderung immens sein wird

    Natürlich, weil alle Ratschläge in dieselbe Richtung gehen. Alkoholfreies Umfeld, sowohl privat als auch beruflich. Du wirst hier auch nichts anderes lesen. Alles andere ist ein Ritt auf der Rasierklinge. Kontrolliertes ( Mit- )Trinken funktioniert auch nicht, wird hier auch nicht propagiert.

    Außerdem war der bisher ein starkes Bindeglied unserer Beziehung- es steht total in den Sternen, was jetzt von dieser übrigbleiben oder sich neu bilden wird.

    Diesen Zustand kannst Du in Zukunft nicht mehr halten ohne selbst wieder zu trinken.

    Was ist also wichtiger für Dich?

    lG WW

    Hallo Iphigenie,

    Aber mein Kopf hält mich da zurück. Irgendwie eine diffuse Angst, dass ich dann wieder trinken würde, wenn ich meine Lebensgeister anfache.

    Ich glaube zu wissen was Du da meinst. Ich versuche das mal aus meiner Warte zu beschreiben, evtl. trifft ja etwas davon zu bei Dir:

    Ich hatte damals ( und auch heute noch ab und zu ) das Gefühl keine positiven Erlebnisse oder Empfindungen verdient zu haben. Durch den Alkohol habe ich mir Euphorie verschafft, aber im Grunde genommen ging es mir dabei eher schlecht. Ein bekannter Zustand.

    Das hatte zur Folge, das ich mit (zuviel) positiven Emotionen nicht umgehen konnte. Ich habe das nie gelernt. Wohin also mit der Kraft und der gewonnenen Energie? Und habe ich diese ( glücklichen )Zustände überhaupt verdient ? ( ich kann nur von mir schreiben )

    Das passiert wohl, wenn schwere Depressionen mit Alkohol einhergehen und das Kind in mir stetig misshandelt wurde.

    Was passiert da? Ich habe plötzlich Kraft, Energie und Euphorie ( Lebensgeister angefacht ) und weiss garnicht wie mir geschieht. Um diese Hormonausschüttungen wieder in normale Bahnen zu lenken, hat mir das Teufelchen dann gleich mal den Alkohol vorgeschlagen zum runterkommen. Damit gehts mir dann garantiert wieder schlechter.

    Klingt ganz schön schräg, ich weiss.

    Das Problem lag also in der Psyche vergraben und ist demnach psychotherapeutisch angegangen worden.

    Das habe ich jetzt wirklich noch nie gehört. Je mehr ich meine Lebensgeister anfache, desto weiter bin ich vom Alkohol weg.

    Das stimmte bei mir z.B. nur bedingt. Heute hat die Trockenheit die Regie übernommen, es gibt genügend zum ausgleichen und mehr zulassen geht auch. Das dauerte aber bei mir.

    Das fiel mir nur spontan ein als ich Deinen Satz gelesen habe. Das mit dem unbegrenzten zulassen von "Lebensgeistern" ist so eine Sache. Ich muss da eine gewisse Balance halten. Wenn der Kessel überschwappt, muss etwas negatives her um das auszugleichen. Je nach dem wie lange diese alkoholischen ( und/oder sonstige )Unglückszustände angehalten haben, muss die andere Seite erstmal wieder erlernt werden.

    Klingt noch etwas schräger als sowieso schon.

    Seitdem ich hier im Forum schreibe, habe ich vor diesen Euphorie- Schüben schon gewarnt, weil es für mich ein ganz wichtiger Bestandteil der Abstinenz dargestellt hat. Verstehen tut das wohl nur wer das live erlebt hat.

    Ich halte also Deine Angst für begründet, könnte das aus meiner Warte verstehen. Langsam angehen lassen und eine gewisse Balance halten.

    Das bedeutet nicht, das man es von vorneherein sein lässt was einem gut tun könnte. Machen, ausprobieren und erleben was geht, aber auf der Hut sein in welche Richtung es geht.

    lG WW

    Rumkugeln, Weinbrandbohnen, Mo* Cherie

    Das sind wohl die Klassiker die auch jeder kennt.

    Was ist mit Bierschinken? Benutzt Ihr Senf oder Essig? Reife Bananen oder Apfelmus? Sauerkraut ?

    Tiramisu und Schwarzwälder dürfte auch klar sein.

    Ethanol wird ja als Konservierungsmittel und Geschmacksträger eingesetzt. Damit dürften wohl sehr viele Produkte wegfallen.

    Ich esse schon immer Rum-Trauben-Nuss Schokolade weils lecker ist. Aber da war bis dato nur Rumaroma drinn. ( Gibt es ja von vielen Herstellern)

    In Zukunft schau ich da etwas genauer drauf, ich hasse wegschmeissen. Auch wenns nur Schokolade ist.

    Mir ist vor nicht allzulanger Zeit mal etwas aufgefallen:

    Es gibt beim bekanntesten blau-weissen Discounter eine sehr leckere Schokoladenserie mit den dollsten Mischungen. Da greif ich gerne mal in das Sortiment und da habe ich bemerkt das in der Rum-Trauben-Nuss Schokolade tatsächlich echter Rum verwendet wird. Steht auch klein auf der Packung drauf...

    Hallo?

    Schokolade wird von Kindern konsumiert? Ich dachte da wird nur mit alkoholfreiem Rum-Aroma gearbeitet? Die Schokolade riecht und schmeckt auch richtig scharf nach Rum.

    Ich mag die Geschmacksrichtung eben und hab mir da nix bei gedacht, mit Rum hatte ich es eh nie. Von daher war das bis dato kein Problem für mich.

    Als ich das erste Stück gegessen habe sprangen plötzlich meine Sensoren an...

    Das ist doch wohl der Oberhammer das den Kindern da echter Alkohol ( und nicht wenig ) in den Kopf geschraubt wird.

    Man sollte tatsächlich mal probieren ob die das an der Kasse frei kaufen können...

    Ich tu mich so schwer unter Menschen zu gehen. Hat das jemand schon gehabt. Ich gehe einkaufen, ja, aber das ist für mich schon schwierig. Rein und schnell wieder nach Hause. Hab schon meine sportsachen an, das kann doch nicht so schwer sein. Verdammt.

    Doch, ist es. Es ist für Dich so schwer wie Du es empfindest. Das kann niemand genau nachfühlen und niemand kann darüber urteilen.

    Aber Du musst ja auch nichts erzwingen. Aber akzeptieren für die Zukunft solltest Du es nicht.

    Deine ganz persönliche Geschwindigkeit. Zwei Schritte vor und einen zurück ist auch Fortschritt.

    Du hast schon sehr viel geschafft und Du solltest Dir die Zeit nehmen die Du brauchst. Vertraue auf Deinen inneren Antrieb. Irgendwann löst sich der Knoten schon.

    Wenn Du weinen musst dann weine. Das befreit Dich in kleinen Stücken und ist ein Zeichen dafür wieviel Du gelitten hast. Der Trennungsschmerz ist natürlich da, ist aber nur die oberflächliche Begründung dafür.

    Vielleicht hast Du Dir lange Jahre selbst sehr wehgetan, hast Dich verbogen und Dein Leben und Deine Persönlichkeit in fremde Hände gelegt? Das muss dann jetzt einfach mal raus. Leg in der Therapie die Karten schonungslos auf den Tisch .

    Du fühlst Dich schutzlos und alleine, dabei kannst Du eigentlich alles auch prima ohne Hilfe ( Wäre natürlich auch besser für das Selbstwertgefühl ). Vielleicht solltest Du mit der Psychologin dann mal genauer schauen was das ist, damit Dir das nicht noch einmal passiert.

    Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, wenn ich wie ein getretenes ängstliches Tier mit hängendem Kopf und eingezogener Rute durch die Gegend laufe, werde ich auch so behandelt von der Umwelt. Ich werde bemitleidet, evtl. beschützt , weniger belastet und auch bedauert, lebe wie in einem unsichtbaren Käfig. Will ich das wirklich? Ist das alles was das Leben mir noch bietet?

    Jeden Tag den Kopf ein paar Millimeter höher und die Schritte etwas länger und bestimmter beim auftreten. Dann bekommst Du von Deinem Umfeld plötzlich ein ganz anderes Feedback , wirst immer stärker und bist nicht mehr so verletzlich.

    Aber eins nach dem anderen. Wenn Du so weitermachst wie bisher und Dir in ein paar Wochen das hier alles nochmal durchliest, dann wirst Du vermutlich darüber etwas schmunzeln.

    lG WW

    Einzeltherapeut, 25 Jahre „trocken“, eine Herausforderung. Selbstmitleid nicht zugelassen.

    Ein Glücksgriff.

    Selbstmitleid ist noch vor der eigentlichen kompletten Entgiftung der Zustand, welcher am meisten Zeit verbrennt in den Maßnahmen.

    Weinen ist natürlich erlaubt, wir haben einen schlimmen Weg hinter Uns bis zu Klinik. Aber es muss auch zeitnah wieder aufhören und der Kopf muss wieder hoch. Wir wollen uns ja eigentlich nicht dauernd die Bodenfliesen anschauen und in der Vergangenheit verharren. Am Himmel passiert deutlich mehr, da ist Bewegung und da sind die Farben einer Zukunft.

    Einfach den Körper mal richtig gerade machen und strecken, den Kopf ganz weit nach oben und das Gefühl nachhalten. Das hat einen grossen psychologischen Effekt, ganz ohne Therapeut.

    lG WW

    Hallo NiLiHaMi,

    eine traurige Geschichte, aber notwendig denke ich. Kann sie eigentlich bei der Mutter weitertrinken?

    Sonst hatte ich dies immer gemacht, weil sie sich geschämt und nicht getrau hat.

    Ich hoffe diese Selbstverantwortung ist okay. Oder sollte ich wieder anrufen in der Klinik?

    Sie braucht nur 112 wählen und schon ist sie in einer Klinik. Bei dem Gesundheitszustand wäre das eh angebracht. Von da geht es dann irgendwie weiter.

    Es ist nachvollziehbar das sie da nicht anrufen will, trotzdem muss sie das selbst tun. Dann steckt da auch eine andere Motivation dahinter. Ich kenne dieses "Schamgefühl" nur zu gut, ich habe in meiner Saufzeit auch immer versucht jemanden zu finden der sowas für mich macht. Wenn ich dann einen Dummen gefunden habe, war ich so erleichtert und hab erstmal einen drauf getrunken. 90% dieser fremdausgemachten Termine hab ich dann eh nicht wahrgenommen.

    Mit den täglichen Telefonaten klammert sie an Euch, versucht Ihr Territorium zu halten. Auch diese Spitzfindigkeiten mit anderen Frauen sprechen dafür. Darüber hatte ich schonmal was geschrieben. Sie braucht das für den Kopf und um nicht in Behandlung zu müssen.

    Versuch doch die Telefonate zu reduzieren, bei Euch ist alles im Lot, sie soll sich um sich selbst kümmern. "Nächstes Telefonat wenn Du beim Arzt warst" z.B. . Vorher nicht.

    Versuch so viel Distanz wie möglich aufzubauen. Mit den täglichen Telefonaten hilfst Du Ihr nicht. Das ist eher Leidensverlängerung.

    Nun gut sie sagt auch, dass sie nun weiß, was der Tiefpunkt des Lebens bedeutet

    Mitleidheischendes Rumgefasel. Sie hat keinen Schimmer davon. Aber wenn sie so weitermacht wird sie es evtl. noch erleben.

    Es läuft doch garnicht so schlecht für sie. Sie hat nen Dach überm Kopf, hat jetzt auch noch Ihre Mutter mit reingezogen in Ihre unmittelbare Suchtwelt. Sie kann Dir jeden Tag auf den Pils gehen und versuchen Dich weichzuklopfen. Ob und wieviel sie weiterhin trinkt entzieht sich Deiner Kontrolle.

    Tiefpunkt? Wohl eher Säuferparadies.

    Alles in Allem geht es mir und den Kids gut. Ich kann normal schlafen, mache im Moment was mir gefällt.

    Mit einem nassen Alkoholiker im Haus auf "häuslicher Entgiftung" bricht das alles wieder zusammen. Ich wünsche Dir die Kraft das durchzuhalten, ja, es sogar noch zu reduzieren. Damit Ihr wieder Luft bekommt, aufblühen könnt , mal wieder lachend und unbeschwert in einen Tag starten könnt.

    lG WW

    Ich pack das nicht. Kann mir von euch jemand helfen.

    Ich mache das immer so: Ich teile mir das in kleine Schritte auf und nähere mich an.

    Du könntest Dir vornehmen erstmal Deine Sportsachen zu packen. Wenns dann reicht, dann lass die stehen erstmal. Nix passiert.

    Beim nächsten Anlauf nimmst Du Dir vor schonmal hinzufahren. Die Sachen stehen ja schon, einfach mitnehmen. Wenns auf dem Parkplatz zuviel wird dann fährts Du eben wieder. Passiert auch nix.

    Irgendwann gehst Du dann rein und ziehst Dich schonmal um. Wenns reicht kannst Du jederzeit wieder gehen.

    At last nimmst Du Dir vor an ein bestimmtes Gerät zu gehen, Augen zu und durch. Wenn Du dann erstmal dabei bist klappts von selbst und Du machst die Erfahrung das nichts weiter passiert und alles fällt leichter.

    Also nicht das grosse Ganze samt Abschluss durchziehen wollen und schon im Vorfeld komplett abbrechen, sondern annähern mit kleinen Schritten.

    Irgendwann fragst Du Dich was eigentlich mit Dir los war.

    lG WW

    Ich fühle mich gerade so dumm und hilflos.

    Ich weiß noch nicht mal mehr, ob ich noch auf meiner Seite bin.

    Alles gut, alles richtig gemacht.

    Du schreibst von Traurigkeit, Scham, Angst, Hilflosigkeit und sogar von Dummheit.

    Warst Du schon immer so ( das kleine hilflose dumme Mädchen das an die Hand genommen werden muss )? Oder hat sich das erst im Laufe Eurer Beziehung entwickelt?

    Denk mal genau darüber nach wie Du vorher warst.

    Alkoholiker haben die Gabe zu manipulieren und die richtigen Knöpfe zu drücken, damit der Partner nicht aufmuckt und sie am saufen hindert.

    Das geht am Besten über das Selbstwertgefühl. Sie gaukeln Dir vor wie hilflos Du doch ohne sie bist.

    Du machst auf mich keinen dummen oder hilflosen Eindruck. Aber evtl. musst Du Dich ja erstmal aus dem Loch schaufeln und Dich wieder daran gewöhnen das Du etwas wert bist und auch etwas alleine kannst.

    lG WW