Beiträge von Carl Friedrich
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Ich kämpfe mich langsam
Vielleicht hast Du Dich bloß etwas ungeschickt ausgedrückt. Ist es denn wirklich Kampf? Wer nach Jahren noch kämpfen muss, um nicht rückfällig zu werden, hat es verdammt schwer. Ich könnte es nicht.
Für mich war es in den ersten 3-4 Monaten ein Stück weit zwar auch ein Kampf gegen die alten Gewohnheiten, gegen das Suchtgedächtnis und gelegentlichem Suchtdruck. Mein neuer Weg musste erst gebahnt und eingeschliffen werden. Nach einem guten halben Jahr lief es dann, zwar nicht als Selbstläufer, aber es ging spürbar voran.
Vielleicht kannst Du den Begriff des Kampfes der so martialisch bzw. aus dem Fußball stammt (über den Kampf ins Spiel kommen) durch den des Arbeitens ersetzen. Du arbeitest an Dir und Deinem abstinenten Weg. Das klingt doch gleich entspannter.
Alles Gute
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Abstinenzler : Übertreib es nicht mit dem Krafttraining. Achte bitte auf Deine Gelenke. Wenn ich so manchem in meiner Fitnessbude sehe, denke ich: Der braucht in ein paar Jahren von oben nach unten jeweils einen neuen Satz Gelenke.

Daher steht für mich beim Training der Gelenkschutz an erster Stelle.
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Das lässt sich toppen. Als bei mir nach 5 Jahren Abstinenz einer neuer Person fällig wurde, gab es selbstverständlich auch ein aktuelles Passbild. Zwischen beiden Bildern lagen 10 jahre. Auf dem einen ein mürrisch drein blickender Suffkopp auf Entzug und auf dem anderen ein Mensch, der eine ganz andere Ausstrahlung hat.
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Wen es interessiert, der mag mal "Recovery Deuschland" und/oder "Recovery Walk" in einer Suchmaschine eingeben. Man trifft auf einen Verein, der sich gegen die Stigmatisierung von Suchtkranken einsetzt und am 12.09.2026 einen Spaziergang durch Düsseldorf mit anschließendem Programm organisiert.
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Das ist ein guter Start. Weiter so. Die Zeit, die früher ans Saufen ging, gilt es mit Tätigkeiten zu füllen, die Freude und Ablenkung bringen.
Kleiner Tipp: Bei Dir klingt zugleich ein Stück weit die typische Anfangseuphorie durch, die legt sich wieder und genau dann brachte sich bei mir, aber auch bei anderen Neulingen, das Suchtgedächtnis in Erinnerung und Position. Die Sucht schlummert nur, sie hat nur eins im Sinn, uns wieder ans Saufen zu bringen.
Genieß die Zeit, aber bereite Dich rein vorsorglich auch auf mögliche schlechtere mentale Zeiten vor. Nicht, dass Du dann auf dem falschen Fuß erwischt wirst.
Alles Gute.
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Was mich nachdenklich macht: Alkohol gehört geschäftlich dazu.
Wirklich? Ist das nicht eher die verengte Sichtweise des Neulings? Es gibt zig Leute, die keinen Alkohol trinken, da ist es alles andere als überraschend, wenn selbst kein Alkohol getrunken wird, es sei denn, es sind Leute dabei, mit denen früher gesoffen wurde.
Mich fragt bei einem Betriebsfest niemand, denn dort habe ich früher nie getrunken, um es dann nach Heimkehr krachen zu lassen. Und falls die Frage mal aufkommen sollte, bin ich selbstverständlich, was auch stimmt, mit dem Auto unterwegs.
Hier im Forum wird es unterschiedlich gehandhabt, wer alles von unserer Krankheit zu informieren ist. Ich fahre einen sehr defensiven Kurs, andere sind da wesentlich offener.
Allerdings nehme ich an keinerlei Veranstaltungen teil, bei denen der heftige gemeinsame Konsum von Alkohol im Vordergrund steht.
Es ging zu Fuss in eine Hütte.
In Saufhütten setze ich selbst nach über 11 Jahren keinen Fuß. Warum auch? Nicht, weil ich mich gefährdet sehe, sondern weil ich das besoffene Gequatsche, Gegröle und Gehabe einfach nicht mehr im Kopf aushalte. Dafür ist mir meine restliche Lebenszeit zu schade. Und den Fahrer für Besoffene spiele ich garantiert nicht. Damit darf sich die Taxi-Branche herumärgern.
Ich mache nur noch das, was ich vor mir, aber auch vor anderen verantworten kann. In Anlehnung an Anke Engelke: "Ich bin zu alt, um Dinge zu tun, an denen ich keine Freude habe."
Meine Abstinenz hat Prio 1 und ist nicht verhandelbar.
So beschreite ich meinen Weg und sehe keine Veranlassung, einen anderen Kurs einzuschlagen.
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Ich habe mich seinerzeit von meiner Sammlung Biergläser getrennt, die auch nicht gerade billig war. Was muss, das muss.
Meine Abstinenz hat Prio 1 im Leben, ihr wird alles untergeordnet.
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Mit diesem „Heute trinke ich nicht” konnte ich, seit ich hier im Forum bin, überhaupt nichts anfangen
Ich konnte sehr viel damit anfangen und habe es mir seinerzeit jeden Morgen fest vorgenommen. Mein eigener Horizont des damals frisch Abstinenten reichte halt nur bis zum Abend, alles andere, dieses "für immer", hätte mich seinerzeit überfordert.
Nach ein paar Wochen war ich dann stabiler unterwegs und ich habe diesen Spruch, der letztlich eine Art Autosuggestion darstellt, nur noch sehr selten benötigt. Allenfalls, dann, wenn ich mal Suchtdruck verspürte.
ich habe ihm damals keinerlei Trinkvorbehalt für einen der nächsten Tage beigemessen, sondern nur auf den aktuellen Tag geschaut, um den alk-frei zu überstehen.
So unterschiedlich sind halt die Sicht- und Herangehensweisen, nicht nur hier im Forum. Letztlich entscheident ist das Ergebnis der stabilen Abstinenz und die nehme ich für mich in Anspruch.
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Arztbericht da, scheint erst mal nicht dringend zu sein, nächster Termin Ende Oktober zur Nachvermessung und anschließender Punktion. Habe das mal mit 2 KIs gecheckt, die waren derselben Meinung.
Also erst mal in aller Ruhe nach vorne schauen, weiter arbeiten und mir ab Ende September noch etwas Urlaub gönnen. Es wird schon.
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Gebe ich die Dauerkarte ab - ist das für immer.
Ein Kollege, der noch eine weitere Dauerkarte eines anderen Clubs hat, gibt sie nach Bedarf an Kollegen, Freunde und Bekannte weiter. Die freuen sich immer. So könntest Du über die Saison kommen und behälst offiziell Deine Dauerkarte und sie wird auch immer bei Besuchen eingebucht. Und für Spiele u.a. gegen Bayern, die Blauen, RedBull, Köln, Gladbach, HSV, LEV und ggf. Bremen u. Stuttgart brauchst Du Dir wirklich keine Sorgen machen, da geht die so was von schnell weg.
Nur so als kleiner Tipp.
Zu einem absoluten Topspiel würde ich zwar grundsätzlich gehen, allerdings nicht in der Kurve oder der Hardcorefantribüne. So was tue ich mir in meinem Leben nicht mehr an. Lieber entspannt auf der Tribüne, da wird übrigens wesentlich weniger gebechert.
Aber wohlgemerkt, im ersten Jahr hast Du m.E. im DO-Stadion nichts verloren.
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Für mich als Alkoholiker war ein Sozialleben überhaupt erst wieder möglich, nachdem ich abstinent war.
Ein sehr schöner und absolut richtiger Satz. Vorher drehte sich alles um die Flasche. Dem Suff wurde alles untergeordnet, auch die sozialen Kontakte, die primär darauf ausgerichtet waren, Trinkfreudige um sich herum zu haben. Für andere war und ist da kein Platz.
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Versuche mit alkoholfreiem Bier, Wein und Sekt hab ich schon hinter mir. Der "Wein" taugt nichts, schmeckt wie Traubensaft. Bier und Sekt schmecken zu echt und lösen bei mir einen Placeboeffekt aus. Das endet immer mit einem Rückfall. Also Finger weg
Genau so.
Das ganze angeblich alkoholfreie Zeugs ist viel zu nahe am Original dran.
"Alles was aussieht, riecht und schmeckt wie Alkohol ist tabu."
Dazu noch die einschlägigen Trinkgefäße meiden, also kein Wasser oder Saftschorlen aus Wein- oder Biergläsern trinken. Ein Weißbierglas hat mich im ersten Jahr mal kräftig durchgeschüttelt, als ich Apfelschorle daraus trank. Mein Suchthirn regierte heftig, denn es erwartete aus dem Glas den "richtigen" Stoff = Alk. Daraufhin habe ich alle meine Bier- und Schnapsgläser entsorgt.
Und wenn Du zu Veranstaltungen gehst, achte darauf, dass Dir niemand mal eben ein Glas in die Hand drücken kann. Anfangs hielt ich in der einen mein Wasser und in der anderen etwas anderes z.B. mein Handy. Alles kleine Tricks für die Startphase.
Und auf Veranstaltungen, bei denen der gemeinsame Konsum von Alkohol im Vordergrund steht, hat ein frisch Abstinenter nichts verloren. Es gilt, erst mal festen Boden unter die Füße zu bekommen und das dauert schon eine gnaze Weile. Nicht umsonst wird immer wieder von einem Jahr gesprochen, bis eine gewisse Grundfestigkeit eingetreten ist.
Alles Gute
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Überlass die Karte einem anderen. Das wäre m.E. der einzig ratsame Weg.
Ich habe meine Abstinenz an oberste Stelle gesetzt und ihr alles andere untergeordnet. Fußball ist so was von unbedeutend im Vergleich zu meiner Gesundheit und somit meinem Leben. Mein Leben hängt von meiner Gesundheit ab und nicht von Fußballspielen.
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Zu dem Herrn fällt mir nur ein, was mir ein erfahrener Suchtmediziner mit aus den Weg gab: Der erste Schritt in Richtung Rückfall erfolgt, wenn man sich nicht mehr regelmäßig mit dem Problem auseinandersetzt.
Dem schließe ich mich nahtlos an.
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Richtig so. Kneipe mit Pfeilewerfen um Bier, das ist nichts für Abstinente.
Wenn ich mal kurz reflektiere, merke ich, dass ich seit meinem Ausstieg aus dem aktiven Teil der Sucht, in keinem Fußballstadion war, nicht einmal in einer Sportsbar. Das ist mir alles zu sehr mit dem Konsum von Alkohol verknüpft und der Sport diente mir in den letzten Jahren doch nur als Tarnung fürs Saufen.
Das brauche ich auch nicht mehr.
Mir fehlt auch nichts, ab- und an schaue ich mir mal ein Spiel im Free-TV an und/oder schalte samstags schon mal die gute alte Sportschau an und gucke die Zusammenfassungen. Das reicht mir.
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Da lese ich, dass der Alkoholiker Brad Pitt nach 7 Jahren rückfällig geworden ist.
Selbst Promis bleiben selbstverständlich nicht verschont von dieser "Volkskrankheit".
Ich bleibe hier am Ball.
Kleiner Nachtrag: Etwas später lese ich, dass der werte Herr Besitzer eines Weinguts ist und eine Roséwein soll prämiert sein.
Da kann sich jeder einen eigenen Reim drauf machen.
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Warum schaust Du hier nicht regelmäßig rein. Allein das Aufrufen der HP und das Lesen einiger Beiträge spiegelt Dir Dein Problem. Ich war in den ersten Jahren hier täglich drin. Mir hat das ungemein geholfen.
Das gilt erst recht bei aufkommenden Trinkgedanken.
Versuch es zu einem festen Ritaul zu machen, hier täglich für 10 Minuten zu lesen. Das hat mir sehr viel gebracht, denn hier posten Spezialisten fürs Saufen und das Aufhören.
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Ja, das "Wegbier" und erweitert das "Fahrbier" im ÖPNV ist in Kölle gesellschaftsfähig. Ob Anzug oder Blaumann mit Kölsch in der Hand, man erntet keine kritischen oder abwertende Blicke.
Auch das ist die geschönte Wahrnehmung eines Alkoholikers, der sich sein eigenes Trinken ein Stück weit schön reden will. Zugleich ist es ein Gruß vom Suchtgedächtnis, das nur eins im Sinn hat, Dich wieder an die Flasche zu bringen.
Ich teile diese eingangs zitierte Auffassung nicht. Falls dort wirklich im Bereich von Altstadt und Dom etwas mehr getrunken wird, als in anderen weniger attraktiven Städten, dann liegt es eher am höheren Touri-Aufkommen sowie der Kneipen- und Brauereidichte.
Getrunken wird in Deutschland überall, in Touri-Hotspots halt mehr.
Aber was kümmert es Dich, Du willst doch einen anderen Weg beschreiten, also blicke lieber auf Dich und rechtfertige nicht im Nachhinein deinen früheren Trinkkonsum.
Auf mich wirken Deine Ausführungen eher wie wehmütige Verlustgedanken, nicht mehr Mitglied dieser angeblich von gesellschaftlichen Schichten befreiten Trinkerszene zu sein.
Gehe Deinen begonnenen Weg Schritt für Schritt bewusst weiter und verschwende Deine Gedanken nicht an das Schöreden von Alk-Konsum. Das ist vertane Zeit und provoziert nur Dein Suchtgedächtnis. Blicke auf das, was Du ohne den Alk Schönes für Dich und Deine Familie machen und noch erreichen kannst. Das entfernt Dich dann zunehmend vom Alk. Und genau das ist nötig, um stabil abstinent zu werden.