Beiträge von Carl Friedrich

    Mein Glückwunsch zum ersten Jahr, das erfahrungsgemäß das schwerste ist.

    Gedanken wie "irgendwann kannst Du wieder normal trinken" hatte ich, ich lasse Sie zu, mit der Bedingung "nicht heute". Das funktioniert und das Suchthirn merkt dass es auf Granit beisst.

    Das funktioniert so bei mir nicht. Klar schossen mir in den letzten Jahren immer wieder mal Trinkgedanken, nicht zu verwechseln mit Trinkdruck, durch den Kopf. Ich habe sie abgeblockt. Das ist für mich am besten. Etwas zulassen, unter dem Gedanken "heute nicht" birgt für mich persönlich die Gefahr, dass der Gedanke morgen "wieder auf der Matte steht." Und genau das möchte ich nicht.

    Ich habe in all den Jahren bei Rückfällen von langjährigen Abstinenten beobachten können, dass der von Dir erwähnte "Trinkvorbehalt" der Paradegrund war, wieder zur Pulle zu greifen. Entweder war der Trinkvorbehalt nie wirklich aus dem Hirn verbannt oder hat sich später wieder eingeschlichen z.B. infolge mangelnder Selbstfürsorge, sich das Problem wieder und wieder zu spiegeln, manche nennen es Trockenarbeit. Für mich ist es einfach nur Training. Und ich trainiere unglaublich gerne.

    Dies nur als kleine Anmerkung aufgrund meiner eigenen persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen.

    Gestern Flohmarkt mit Hundchen und Freibad. 27 Grad, Eis, Currywurst Pommes. Freitag Sauna und Sonnen. Habe jetzt eine Jahreskarte fürs Freibad, das hatte ich noch nie. ^^ Bin jetzt auch noch ein Schwimmer zusätzlich zum Pumper und Saunagänger

    Bleib am Ball und schau Dir in ein paar Monaten mal die Veränderung im Spiegel an.


    Für mich war es besonders frappierend, als ich einen neuen Perso brauchte. Im alten Dokument ein Suffkopp, im neuen ein normaler Mensch, zwar 10 Jahre älter, aber deutlich frischer und lebendiger anzuschauen.


    Weiter so.

    Ein Monat sind schon mal ein guter Anfang. Weiter so.

    Jetzt gilt es, Routine hineinzubringen, dass sich die alkoholfreie Lebensweise festigt. Was ich so bislang von anderen mitbekommen habe und auch an mir feststellen konnte, ist das erste Jahr das schwerste.


    Mein erstes großes Tief hatte ich nach ca. 3 Monaten, nachdem die Anfangseuphorie verflogen war. Damals hatte es mich heftig durchgeschüttelt wie es nur noch ein weiteres Mal erleben musste.

    Ich möchte Dich nicht erschrecken, das liegt mir fern: mach einfach weiter, aber sei Dir nicht zu sicher, dass Du schon über den Berg bist. Weitere Herauforderungen dürften noch warten, sie lassen sich jedoch mit dem, was Du bis dahin gelernt hast und hier im Forum gepostet wird, bewältigen. Falls es mal etwas wackelig werden sollte, findest Du hier jederzeit einen Ansprechpartner. Sich den Frust von der Seele reden/schreiben entlastet ungemein. Die meisten hier können viele Drucksituationen nachempfinden, weil wir sie auch duchleben durften. Also teil Dich mit.


    Alles Gute

    Wie doch die Zeit vergeht. Vor genau 11 Jahren bin ich los gelaufen, anfangs noch etwas wackelig und aus Unwissenheit über die Krankheit mit reichlich schrägen Gedanken Kopf. Der Körper erholte sich schnell, die Reinigung der Gedanken dauerte etwas länger. Aber der Weg, den ich gewählt habe, der nicht exakt mit den Grundbausteinen hier übereinstimmt, ist für mich der richtige.

    Es darf gerne so weiter gehen.

    Allen hier eine gute Zeit, ich bleibe am Ball.

    Tatsächlich kann ich jetzt nach ein paar Jahren sagen, dass ich ein Weizenglas sehen kann und es kommt kein weiterer Gedanke hoch.

    Gewart sei vor dem Fehler, sich ein Wasser oder eine Saftschorle in so einem Glas reichen zu lassen. Das habe ich mal im ersten Jahr beim Grillen gemacht. Ruck-zuck kam ein fetter Suchtdruck um die Ecke. Das Glas mit dem vermeintlich falschen Inhalt in der Hand triggerte enorm.

    Meine Sammlung Weizengläser habe ich anschließend entsorgt.

    Mittlerweile sind mir Biergläser und Pullen völlig wurscht. Da pflichte ich Alex bei.

    Wenn ich Dich so lese höre ich nur eins: Die Stimme der Sucht.

    Du hast eine kurze Saufpause eingelegt und jetzt verlangt Deine Sucht wieder ihren Tribut, den Alkohol.

    Evt. bist Du noch nicht so weit und musst erst noch ein paar Runden drehen.

    Meine Worte klingen zwar drastisch, aber das hier ist eine Selbsthilfegruppe und keine Kuschelveranstaltung.

    Ich kann nur anraten: Halt ein, geh noch mal gründlich in Dich und überdenk Dein Handeln.


    Alles Gute

    Offenheit heist für mich: Klar und deutlich NEIN DANKE. Bei Nachfrage - Erläuterung individuell je nach Nähe. Das Wort Alkoholiker verwende ich nur hier im Forum.

    Eine für mich stimmige Beschreibung.

    Ich habe nur ganz wenige eingeweiht und bin damit die ganzen Jahre gut gefahren,

    Mittlerweile bin ich halt jemand, der keinen Alk trinkt. Warum, das interessierte anfangs nur wenige, die selbst zu viel soffen und noch saufen.

    Andern war und ist es völlig schnuppe, weil der Alk für sie nicht den Stellenwert hat, den er bei einem aktiven Alkoholiker einimmt.

    Was kann der Neuling damit anfangen? Auf seine eigene Situation und Umgebung schauen. Wer jeden erfolgreichen Arbeitstag oder Geschäftsabschluss mit den Kollegen mit Bier o.a. begossen hatte, wird sich schon was einfallen lassen müssen, warum er plötzlich nicht mehr den Vortrinker, sondern lieber rasch die Düse macht. Da ich auf der Arbeit nie aufgefallen bin, bei uns herrscht absolutes Alkoholverbot, war ich beim Thema Arbeit schon mal fein raus.

    Bei uns auf der Straße habe ich anfangs die Gesundheitsnummer gespielt und darauf verwiesen, dass es die letzten Jahre doch etwas viel war und ich jetzt mal für mindestens 1 Jahr 'ne Auszeit nehme. Dabei bin ich dann geblieben, weil es mir "ohne" besser geht als "mit". Das ist zwar nicht so ganz die lupenreine Wahrheit, aber zumindest dicht dran.

    Richtig geoutet habe ich mich nur bei Personen, die es wirklich was angeht. Das sind in meinem Fall die Nachbarn, Bekannte und Leute von der Arbeit defintiv nicht.


    Wohl gemerkt, das ist mein Weg. Ich möchte niemand animieren, es so zu machen wie ich. Ich schreibe hier nur von meinen eigenen Erfahrungen.


    Ich wünsche, ein glückliches Händchen.

    Kampf ist ein Begriff aus anderen Bereichen, z.B. im Fußball versuchen so einige Teams vom Kampf ins Spiel zu kommen.


    Klar musste ich anfangs mächtig gegen Suchtdruck angehen, also letztlich umgangssprachlich kämpfen müssen. Das legte sich mit der Zeit.


    Der Begriff "Kampf" ist etwas unglücklich gewählt. Ein Kampf richtet sich gegen einen Gegner. Dem Gegner Alkohol bin ich nicht gewachsen. Also kämpfe ich nicht mit oder gegen ihm, sondern weiche ihm aus und habe inzwischen meinen Frieden mit ihm gemacht.

    Kathrin Antje Arbeite an Deiner Abstinenz, das trifft es m.E. besser. Du arbeitest für etwas, nämlich Deine Gesundheit und nicht gegen etwas, nämlich den Alkohol.

    Dies fällt mir spontan dazu ein.

    Hallo und willkommen.

    Die Entgiftung hast Du hinter Dir und bist ca. 3 Wochen nüchtern, das ist schon mal ein Anfang.


    Wie gehst Du weiter vor? Strebst Du noch eine Therapie an oder besuchst Du neben dem Forum hier noch eine analoge SHG?


    Wie sicherst Du Dich ab? Hast Du einen alkoholfreien Haushalt?


    Verzeih die Frage, aber bei insgesamt 4 Entgiftungen, dürfte in der Vergangenheit nach den ersten 3 Anläufen etwas schief gegangen sein.


    ich wünsche eine guten Austausch

    aktuell schrecke ich vor lebenslanger Abstinenz zurück

    Als ich aus dem Suff ausstieg, ging ich davon aus, nach einer gewissen Weile, so in etwa 1 Jahr, könne ich vielleicht wieder etwas trinken. Ich habe diesen Gedanken erst mit der Zeit, es waren schon ein paar Wochen, aus dem Hirn verbannen können.

    Maßgeblich dafür waren meine begonnene Therapie, Fachliteratur, Internetrecherche und dieses Forum hier. Manchmal fällt der Groschen halt in Zeitlupe, so lässt es sich für mich beschreiben.

    Lies Dich hier ein, befasse Dich mit deiner Krankheit und nach ein paar Wochen Abstinenz bist Du dann evt. ein Stück weiter.


    Ich wünsche einen guten Start.

    So Gedanken blitzen bei mir nach all den Jahren auch noch mal sporadisch auf. Nicht im Sinne eines Trinkverlangens, sondern einfach nur ein spontaner Gedanke, dass ich in bestimmten Situationen früher getrunken habe.


    Ich würde es nicht überbewerten. Erst wenn sich Trinkgelüste oder wehmütige Verzichtsgedanken einstellen, wird es schwieriger und dann gilt es aufzupassen und ggf. gegenzusteuern.


    Ich kann meine Biographie nicht gedanklich bereinigen, indem ich die Zeiten des Suffs komplett lösche, das geht bei mir leider nicht. Ich habe gelernt mit meiner Geschichte leben. So Gedanken stören mich nicht, im Gegenteil, sie sind mir ein dankenswerter Hinweis, dass dort was ist, was womöglich nie mehr verschwindet.

    Auf dem alten Sofa fühle ich mich nicht mehr wohl.


    Finde ich eine gute Idee. Manche streichen/tapezieren auch gleich noch mal die Bude, stellen Möbel um, hängen andere Bilder auf, damit der frühere "Trinkraum" anders rüber kommt.

    Hab auch all meine Weingläser,und alle Gläser mit denen der Alkohol gern getrunken wird entsorgt.

    Die Gläser können ganz schön triggern So ist es mir mal nach ein paar Monaten ergangen, als ich Apfelschorle in ein Weißbuerglas kippte. Oh, das schüttelte mich heftig durch. Ich habe erst anschließend alles entsorrgt.


    Alles in allem klingt es nach einem guten Start. Weiter so.

    Vorhin zappte ich mal durch das Vorabendprogramm und landete bei einer Rateshow. Die Antwort auf eine Frage fiel auf "Grillsaucen", die Alkohol enthalten können. Bei den verdächtigen Namen "Wein, Whisky, Bier, Wein, Cognac/Brandy..." ist das recht schnell klar.


    Viele können jedoch Alk enthalten, ohne dass sich dies anhand der Namensgebung oder dem vorderen Etikett aufdrängt.


    Also schön die Augen offen halten, die Pulle mal drehen und hinten nachschauen.


    Dies als Rat an die noch Ungeübten, die sich zu einem Grillereignis begeben.

    Notfallplan

    Der für Dich beste Notfallplan sieht wie folgt aus:

    (1) Keinen Alkohol organisieren und bevorraten.

    (2) Mal für eine längere Zeit (nicht nur Tsge oder Wochen) die direkte Konfrontation mit trinkenden Zeitgenossen konsequent meiden d.h., dem Alk, so gut es eben geht, aus dem Weg zu gehen.

    (3) Die Grundbausteine dieses Forums

    Apropos: Kosenamen ("Jägi")für Hochprozentiges und sonstigen Alkohol sind hochgradig suspekt. Dadurch wird das Zellgift nicht nur bagatellisiert, sondern zugleich romantisiert. Ihre Verwendung deutet auf eigene schwere Verzichtgedanken und somit auf einen in Wirklichkeit nach wie vor bestehenden Konsumwunsch hin.

    Hallo und willkommen.

    13 Jahre sind eine richtige Hausnummer. Du bist mir 2 Jahre und ein paar Tage voraus.

    Doch hier kann ich mir jeden Tag ins Bewusstsein rufen, daß ich Alkoholiker bin und davon natürlich auch niemals geheilt werde. Doch die Krankheit ruht und ich bin symptomfrei, so lange ich nicht konsumiere.

    Genau so geht es mir auch. Ich bin hier, damit ich mir meine Krankheit spiegele und nicht auf die Idee komme, ich sei geheilt. Von da an wäre es bis zum Rückfall nicht mehr weit. Und von meinen Ausführungen können vielleicht der eine oder andere etwas für sich mitnehmen, zumindest diejenigen, die ihren Abstinenzwunsch ernsthaft angehen.

    Ich habe mir die Grundbausteine durchgelesen. Ohne die gekannt zu haben, finde ich mich darin wieder. So hat sich mein Weg aus der aktiven Sucht gestaltet.

    Daran können sich so manche Neulinge ein gutes Beispiel nehmen.


    Ich wünsche guten Austausch.