Mein Glückwunsch zum ersten Jahr, das erfahrungsgemäß das schwerste ist.
Gedanken wie "irgendwann kannst Du wieder normal trinken" hatte ich, ich lasse Sie zu, mit der Bedingung "nicht heute". Das funktioniert und das Suchthirn merkt dass es auf Granit beisst.
Das funktioniert so bei mir nicht. Klar schossen mir in den letzten Jahren immer wieder mal Trinkgedanken, nicht zu verwechseln mit Trinkdruck, durch den Kopf. Ich habe sie abgeblockt. Das ist für mich am besten. Etwas zulassen, unter dem Gedanken "heute nicht" birgt für mich persönlich die Gefahr, dass der Gedanke morgen "wieder auf der Matte steht." Und genau das möchte ich nicht.
Ich habe in all den Jahren bei Rückfällen von langjährigen Abstinenten beobachten können, dass der von Dir erwähnte "Trinkvorbehalt" der Paradegrund war, wieder zur Pulle zu greifen. Entweder war der Trinkvorbehalt nie wirklich aus dem Hirn verbannt oder hat sich später wieder eingeschlichen z.B. infolge mangelnder Selbstfürsorge, sich das Problem wieder und wieder zu spiegeln, manche nennen es Trockenarbeit. Für mich ist es einfach nur Training. Und ich trainiere unglaublich gerne.
Dies nur als kleine Anmerkung aufgrund meiner eigenen persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen.