Beiträge von Lust for Life

    So, ganz kurz, erstmal Danke an Hanseat für das Wort "Trockenbruder". Ich habe schon länger einen passenden Begriff gesucht und dieser gefällt mir gut :) . Noch etwas erfreuliches: Das mit dem Garten habe ich auch direkt geklärt, Mutti ist ein bisschen enttäuscht vielleicht, aber im großen und ganzen sind wir uns einig und sie kann auch verstehen, warum dieser Garten nicht das richtige für mich ist.

    Jetzt zum Unangenehmen: Ich komme gerade von der örtlichen Polizeidienststelle. Das letzte mal, als ich eine solche von Innen gesehen hatte, war ich nicht ganz freiwillig da (Schwarzfahren ohne Personalausweis) und für gewöhnlich meide ich diese Dienststellen. Jedoch stand gestern um 23:15 einer meiner Nachbarn vor meiner Tür - ein Mensch denn ich noch nie zuvor auch nur gesehen habe - und meinte, es wäre eine clevere Idee mir Schläge anzudrohen, falls "der Lärm" aus meiner Wohnung nicht sofort aufhört. Problem ist folgendes: Aus meiner Wohnung kommt kein Lärm. Nie, nicht mal aus Versehen und auch kein "um Mitternacht noch schnell was einspielen", sondern einfach überhaupt nichts. Ich schaue, wenn es spät ist, sogar Filme mit Kofphörern auf.

    Nachdem dieser Mensch jedoch für solche banale Darlegungen der Realität nicht erreichbar war, bin ich nun den Weg über die Behörde gegangen. Ein anderer Nachbar, der mir tatsächlich ein guter Freund zu werden scheint, hat zeitglich und unabhängig von mir eine Beschwerde bei der Hausverwaltung eingereicht. Ich hoffe, das dergleichen nicht noch einmal vorkommen wird, aber auf der Haben Seite beschleunigt dies meine Wohnungssuche doch ganz entschieden, da sowohl ich, als auch der erwähnte Nachbar mit dem ich befreundet bin, zum nächsten Monat kündigen werden.

    "Komm, zieh in die Provinz", haben sie gesagt, "hier ist es sooo schön ruhig", haben sie gesagt...naja, wird schon ^^

    Jugendidole werden wir wohl nicht mehr, aber zur Drogenkarriere und Verwahrlosung hat es auch ohne Plattenvertrag gereicht.

    Hmm und das schaffen die meisten sogar ohne jemals ein Instrument angefasst zu haben :) . Ich hatte, bevor ich es dieses Mal hoffentlich richtig angegangen bin mit dem trocken werden - bislang sieht es ja zumindest danach aus -, noch ein kleines Klamaukprojekt am laufen. Das lief überraschend gut, ich hab da so kleine Songs gemacht, in denen ich mich ein bisschen über Influenzer lustig mache und die besten Songs waren am Ende immerhin im fünfstelligen Bereich, was die Aufrufe angeht. Habe ich, bis auf ein paar Lieder aus Spotify zwar alles wieder gelöscht, aber da hatte ich gegen Ende auch hin und wieder ein paar ernste Songs eingebracht unter anderem zwei ziemliche ernsthafte Nummern über Alkohol - und das Feedback dazu hatte mir doch sehr gut gefallen. Im großen und ganzen könnte ich problemlos damit Leben, nicht mehr "groß raus zu kommen", aber es nicht mehr zu versuchen, würde mich dann doch wurmen. Ein Songwrite,r der mal eine Gegenthese zu dieser stumpfsinnigen Feiern/Drogen/Alkohol"kultur" liefert, wird schon gebraucht, aber jede Art von Öffentlichkeitsarbeit ist halt auch Stress und mit gerade mal 11 Monaten muss ich mir das jetzt noch nicht wieder im Übermaß geben. Ich werd die Tage mal wieder Straßenmusik machen, das reicht mir im Moment :) .

    Biotop trifft es schon ganz gut: Ich habe hier einen Gärtner kennengelernt, der ein meiner Meinung nach etwas zu großes Herz für streunende Katzen hat. Er hat den Tieren über mehrere Hütten verteilt Laufstege aus Brettern gelegt. Nicht ganz meins, aber die Art von Garten ist in der Gegend auch zu haben und ich wäre sehr gerne mehr draußen. Man findet allerdings bezeichnenderweise keine Angebote der Art im Internet, obwohl gerade der Leerstand mitunter offensichtlich ist. Mir ein wenig die Hacken dafür wundzulaufen stört mich aber auch nur geringfügig, sollte also machbar sein.

    Und jetzt ist mir eingefallen, dass ich mein Profilbild ändern wollte hin zu einem meiner Radieschen.

    Danke, ich fühle mich etwas erleichtert. Ich habe mir so einen Kopf gemacht wegen diesem dämlichen Garten, das ist fast schon peinlich. Jetzt kann ich drüber lachen. Bisschen Schade ist es trotzdem, weil die Pflanzen doch recht fleißig waren bisher, aber zumindest die Tomate ist im Topf, die kann ich auf meine Arbeitsstelle retten und dort versorgen. Ansonsten muss Muttit dann schauen, wie sie zurecht kommt.

    In Bezug auf Deine Mutter, sei weiterhin wachsam. Aber das bist Du ja anscheinend auch.

    Da war noch etwas anderes heute. Meine Mutter hat vor ca. zwei Jahren einen Kleingarten angemietet zur "gemeinsamen Nutzung". Ich muss sagen, ich habe Gärtnern dadurch tatsächlich als Hobby schätzen gelernt, aber ich hasse diesen Garten. Ich komme mit diesen durchreglemtierten Kleingartenreglungen nicht klar und brauche einfach etwas vollkommen anderes.

    Zum Glück gibt es jedoch hier in der Region meinen Wunschvorstellungen entsprechende Gärten zuhauf und sehr günstig zu pachten. Aber dann ist da wieder so ein anstrengende Anwandlung von Sentimentalität, dass das ja "Muttis Garten" ist und ich mich schon alleine deshalb darum kümmern sollte und ich finde ganz ehrlich, dass ich diesbezüglich eigentlich einen Scheiß muss und tun sollte. Ich habe mich während meiner nassen Zeit auf soviele Kompromisse einlassen müssen, nur um irgendwie noch funktionieren zu können, dass ich Kompromisse einfach leid geworden bin: Lieber nichts, als wieder nicht ganz das richtige, weil so halb daneben, ist auch vorbei.

    Seit einiger Zeit gehöre ich wieder der berufstätigen Bevölkerung an. Versteht mich nicht falsch, ich habe längere Zeit tatsächlich mal nur von meiner Musik gelebt, aber mittlerweile ist das eher ein angenehmer Nebenerwerb. Den Großteil meines Einkommens hat die letzten zwei Jahre ALG II ausgemacht, was mich per se auch nicht stört, aber ich war halt auch echt unvermittelbar erkrankt, als nasser Alkoholiker.

    Das Jobcenter hier hat für Fälle wie mich tatsächlich eine Partnerfirma, die Coaches vermittelt. Konkret bekommt man zwei Termine die Woche, bei denen man über Gott und die Welt reden kann. Der Coach kann - muss aber nicht - im Bereich Psychologie fortgebildet sein. Fort- wohlgemerkt nicht ausgebildet, was man dem ganzen Programm leider etwas anmerkt. Ich wollte das schon früher erwähnen, weil es für die Einschätzung meiner Lage nicht unerheblich ist, aber irgendwie kam immer etwas dazwischen. Dieses Programm läuft neben meiner neuen regulären Arbeitsstelle, die nicht Vollzeit, dafür aber täglich ist, vermutlich bis Ende November weiter.

    Ich arbeite als Pferdepfleger im privaten Bereich. Die Stelle hat mir meine Mutter vermittelt. Das kann man bestimmt etwas faul finden, aber tatsächlich merke ich, dass ich mit meiner Mutter gut zurecht kommen kann. Das Problem war, dass Mutti und ich während meiner nassen Zeit eine Weile zusammen gelebt und wohlgemerkt beide! gesoffen haben. Das gibt dem ganzen leider immer noch so ein Geschmäckle, wie die Bayern sagen, aber ich bin zuversichtlich, dass es mich nicht all zu sehr triggern wird. Meine Mutter macht im übrigen momentan gesundheitlich übrigens einen recht soliden Eindruck. Gut möglich, dass die Erkenntnis, dass ihr Sohn sich fast totgesoffen hat, dazu beitragen konnte, dass sie ihr Trinkverhalten nochmal überdenkt. Ich habe diesbezüglich jedoch bislang nicht nachgefragt.

    Die Arbeit ist jedenfalls mindestens so großartig, wie es halt großartig ist, große und artige Vierbeiner zu versorgen. Im Ernst: Ich liebe Pferde und ich bin in dem Bereich zumindest soweit Firm, dass ich die gängigsten Arbeiten mühelos und die etwas komplexeren unter Anleitung solide durchführen kann.

    Damit habe ich jetzt auch die finanzielle Grundlage, um mich ausgiebig und vor allem guten Gewissens weiter meiner musikalischen Laufbahn zu widmen. Manchmal ist es direkt Schade, aber im Grunde genommen sehr gut, dass ich davon hier nichts teilen können werde :).

    Aus dem/n Alkoholiker*innen wird ein Substanzgebrauchsgestörter (*innen). Man muß nicht mehr trinken, um sich verwirrt zu fühlen.

    "Gestört" klingt mir aber arg diskriminierend. Machen wir doch besser einfach "Substanzgebrauchende" draus, so werden wir auch die meisten Problematiken los, denn die Grundlage der Genderideoligie ist nicht irgendeine verquere Art von Gleichstellung (klingt übrigens schon furchtbar), sondern in erster Linie die felsenfeste Überzeugung, dass Dinge erst durch Sprachakte so wirklich entstehen. Folglich sollte, nach Abschaffung der diskriminierenden Terminologie auch die Alkoholproblematik in der Bevölkerung verschwinden.

    Kurz im Ernst: Ich habe vor einigen Jahren mal eine Bekanntschaft beendet und zwar mit ordentlich Karacho, weil man mir erklären wollte, diese Genderideologie wäre schon ganz okay. Bereue ich bis heute nicht, diese Ideologie ist absoluter Krebs, aber wer sich jetzt drüber aufregt kommt etwas spät zur Party, die Unis sind nämlich schon längst voll auf Linie. Ich ignorier das einfach und wenn in meinem Umfeld jemand von CIS redet, dann weil er die Tonart meint und nicht das Gender (der Tränenlachende Smiley fehlt hier übrigens sehr!) :) .

    Als ich den Beitrag von Lust for Life gelesen habe, dachte ich mir, ähnlich wie Hartmut, er ist sich seiner Sache vielleicht ZU sicher.

    Kann sein, ich möchte aber mal anmerken, dass ich das hier:

    aber ganz so voller inbrünstiger Überzeugung wie Lust for Life bin ich wohl nicht in dem Glauben, "es geschafft" zu haben

    So nicht geschrieben habe. Nicht mal Sinngemäß. Hartmuts Kritik an meinem Text bezog sich auf eine spezifische Stelle, wo ich zugegebenermaßen sehr lapidar in Frage stelle, warum ich jemals wieder Alkohol trinken sollte. Die Vorstellung, es bei einer lebenslangen Krankheite irgendwie "geschafft zu haben", scheint mir schlicht und ergreifend ein bisschen dumm, oder nicht?. Ich denke jedoch, dass ich auf einem guten Weg bin, das ist alles und deshalb würde es mich auch freuen, wenn du deinen Standpunkt bei einer solchen Sache nächstes Mal mit Zitaten unterfüttern könntest. Das einzige mal, dass das Wort "geschafft" in meinem letzten Beitrag überhaupt auftaucht, ist folgender: "Elf Monate ohne Alkohol sind geschafft." - und das sind sie auch :) .

    Ich bin zwar einen Tag zu spät, aber geschenkt: Elf Monate ohne Alkohol sind geschafft.

    War tatsächlich ein ziemlicher Ritt, das ganze auch wirklich durchzuziehen, aber so viel kann ich schon mal sagen: Ich bereue nichts, ganz im Gegenteil. Heute war ich zum Beispiel schon 14 Kilometer unterwegs (Hälfte zu Fuß, Rest Rad) und ich fühle mich trotzdem noch absolut fit. Zum Vergleich: Vor einem Jahr konnte ich nach dem Entzug gerade so laufen. Meine Muskeln hatten ziemlich massiv abgebaut, aber das ist Geschichte.

    So richtig kann ich den Prozess, denn ich jetzt durchgemacht habe nicht in Worte fassen. Ich erinnere mich, dass ich mir ganz am Anfang mal etwas kryptisch notiert hatte, dass ich noch "die leeren Flaschen in der Seele" wegbringen muss. Damit ist Aufarbeitung der nassen Zeit gemeint denke ich und jetzt ist es wichtig, noch all die Flaschen abzuschreiben, die ich "hätte trinken können" respektive "trinken könnte".

    Alkohol ist nicht mehr wichtig für mich. Ich weiß noch sehr genau, dass er existiert und das sein Konsum die Tendenz hat mich auf erschreckend unsubtile Weise umzubringen. Angesichts dieser Umstände weiß ich aber nicht mehr, warum ich ihn dann noch trinken sollte :).

    Ich muss rückblickend sagen, dass ich in manchen Dingen einfach unverschämtes Glück hatte (ist mir nicht neu 8) ), aber das ich auch einfach sehr konsequent in manchen Dingen war. Ich glaube meine Alkoholsucht ist eng verknüpft mit verletztem Stolz und Egoproblemen. Erwartungen wieder auf ein realistisches Maß herunterzuschrauben, um sie dann im Idealfall zu übertreffen, scheint mir als modus operandi hier erstaunlich funktional und bewährt sich.

    Ich wünsche euch allen, dass ihr das schöne Wetter genießen könnt.

    So, ich sichere mir hiermit schonmal den "Elf Monate geschafft Beitrag" für den 25.06, sonst ist Hanseat wieder schneller und wenn immer einer von uns die Jubiläen ausrichtet, reicht das denke ich. Ist nicht ganz ernst gemeint, aber ein bisschen schon :).

    Zu mir: Klingt jetzt etwas esoterisch, aber in Ermangelung eines besseren Wortes, würde ich mal behaupten, dass mein Energieniveau sich gewandelt hat. Bis vor ungefähr einem Monat kam es mir vor, als würde meine Maschine (Körper & Geist) noch auf Schonbetrieb laufen. Hat sich auch in meiner Musikauswahl gezeigt, ich habe jetzt nämlich wirklich lange kaum etwas anderes als LoFi und beruhigende Klassik gehört, nun aber auf 90er Jahre Rap amerikanischer Bauart gewechselt. Das ist erstaunlich unterhaltsam, da ich viele wirklich großartige Songs noch garnicht kannte und weil ich mich hin und wieder an die Übersetzungen erinnere, die ich mir noch zu meiner Schulzeit zurechtgebastelt habe. Da konnte ich die Texte nicht einfach nachschlagen wie heute, weshalb ich da doch recht fantasievoll in der Interpretation war. Ist überhaupt faszinierend, wie viele Erinnerungen so ein paar Songs wecken können.

    Insgesamt passiert recht viel und es geht überall voran. Ich arbeite an einem kleinen Album mit Instrumentalmusik, das in wenigen Wochen fertig sein sollte. Ist etwas neu für mich, weil ich eigentlich immer Texte zu meiner Musik geschrieben habe, aber ich finde es doch ziemlich großartig und bin sehr gespannt darauf, damit mal wieder auf die ein oder andere Bühne zu treten.

    Den ersten trinkenden Menschen bin ich auch schon begegnet, das passiert schnell, wenn man in der Öffentlichkeit Gitarre spielt und muss sagen, dass ich auf diese Art von Kontakten sehr gut verzichten kann. Triggern tut es immer noch etwas, Leute trinken zu sehen, in erster Linie wenn es sich um Dosenbier handelt, aber das ist nicht weiter dramatisch. Ich kann schließlich jederzeit woanders hingehen.

    Ich mache an der Stelle erstmal Schluss. Morgen geht es wieder mal in die Hauptstadt und ansonsten werde ich, wie Eingangs erwähnt, am 25. noch etwas ausführlicher darüber schreiben, wie es mir geht und wie ich mit meiner Trockenheit umgehe und sie festige.

    Ich möchte aber zu bedenken geben, das die gesamte Denke zum Entscheidungs-Zeitpunkt noch triefend nass ist. Und so auch Einfluss auf die Entscheidung nehmen kann?

    Das ist gut, denn genau darüber habe ich schon nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich nüchtern betrachtet meinen Entzug wohl etwas anders angegangen wäre. Jedoch ist es, wie du schon schreibst, das Denken war eben nicht nüchtern und nur weil es bei mir funktioniert hat, würde ich es nicht weiterempfehlen. Ich fühle mich jedoch allgemein nicht besonders berufen dazu, anderen Ratschläge für die Bewältigung ihrer persönlichen Suchtproblematik zu geben.

    Bietet man dafür hier eine Bühne würde, finde ich, eine Grenze überschritten.

    Würde ich so unterschreiben :thumbup:

    Da ich hier ja ankam kurz nachdem ich meinen kalten Entzug hinter mir hatte und den einen Arztbesuch, den ich dann später noch nachholte bis heute unter der Kategorie "nett, aber hätte ich mir auch sparen können" verbuche, mal noch kurz meine 10 Cent zu dem Thema.

    Ich habe am Anfang überhaupt nicht richtig verstanden, warum man mir gegenüber so lange auf diesem "geh zum Arzt" Thema rumgeritten ist. Mittlerweile kenne ich die Neuankömmlinge im Vorstellungsbereich aber auch und verstehe deshalb deutlich besser, warum das eigentlich so wichtig ist, denn in der Tat scheinen sich viele aus der Sucht "rausschleichen" zu wollen. Das war bei mir allerdings nie der Fall, im Gegenteil, alle wussten bescheid (Freunde und Familie) und nicht zum Artz zu gehen, sondern kalt zu entziehen war einfach meine persönliche Entscheidung, weshalb ich mich da doch sehr auf den Schlips getreten fühlte. Klar ist das gefährlich, aber es steht eben auch jedem frei hier seine eigene Entscheidung zu fällen und solange niemand des Forums verwiesen wird, weil er nicht exakt das macht, was andere von ihm erwarten, ist alles in Ordnung denke ich.

    Grundsätzlich sollte man sich wohl nicht zu sehr emotional investieren, da es viele eben einfach nicht schaffen werden, vom Alkohol loszukommen - und ja ich weiß: Man versucht immer seine Distanz zu waren, aber wenn man zum beispiel drei verschiedenen Neuanmeldungen Ratschläge gibt und die dann alle kurz darauf trotzdem wieder weitersaufen, ich glaube das macht schon was mit einem.

    P.S.: Ja, Pfingsten wurde der heilige Geist ausgeschüttet, allerdings nicht der alkoholische, da wird in der Apostelgeschichte übrigens explizit darauf hingewiesen, was mich immer wieder amüsiert, gerade auf Grund des schönen Hinweises, dass es ja noch zu früh zum besoffen sein war ;):

    "Andere aber spotteten und sprachen: Sie sind voll süßen Weines!

    Da trat Petrus zusammen mit den Elf auf, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen: Ihr Männer von Judäa und ihr alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sollt ihr wissen, und nun hört auf meine Worte!
    Denn diese sind nicht berauscht, wie ihr meint; es ist ja erst die dritte Stunde des Tages;"

    Laut neuesten Erkentnissen ernähren sich Spinnen mitunter auch vegetarisch: Eventuell knabbern die an deinen Zimmerpflanzen? Ansonsten verspeisen sie sich wohl auch gegenseitig, soll heißen: Ich habe absolut keine Ahnung, aber wollte trotzdem was dazu schreiben :)

    Es gibt jetzt nämlich auch gesalzene Choco Crossies, und die schmecken zum Erbrechen

    Lol, ich hab das jetzt sogar gegoogelt nur um mich über die Nutzerbewertungen zu amüsieren. Irgendwas sagt mir das: "Wir machen was richtig leckeres zu essen und garnieren es dann mit einer absolut unpassenden Zutat" ein Hipstertrend werden könnte. Egal, ja, bei mir auch weiterhin alles stabil und ohne Alkohol, wird mit der Zeit leichter und ansonsten viel Spaß beim auch mal Nichts tun.

    Sollten wir da im Vorstellungsbereich nicht vielleicht etwas toleranter sein? Auch wer gerade noch trinkt, hat ein Recht auf Hilfe.

    Völlig korrekt, aber: auch wer gerade noch trinkt, kann sich hier jederzeit Hilfe abholen, da muss man nicht ein Wort für schreiben. Hat bei mir zumindest geklappt, denn ich habe erst lange gelesen - und mich dann angemeldet, als ich der Meinung war, die Regeln hier einhalten zu können. Eine davon ist nun mal "niemand schreibt betrunken". Und ich persönlich finde das gut so, denn das Angebot ist niederschwellig genug. Die Gefahr hier Kneipenatmosphäre aufkommen zu lassen und sei es nur ein winziges bisschen, ist meiner Meinung nach die Beiträge nicht wert, die man dadurch evenutell verpasst. Den damit verbundenen Ärger ohnehin nicht.

    So, ich bin mal wieder von einer Reise nach Berlin zurück und mittlerweile habe ich die liebe Gewohnheit, danach erst einmal etwas zu schreiben: Heute habe ich 291 Tage ohne Alkohol "geschafft". War jetzt keine Youtube Challenge oder so, aber wenn ich mir etwas vornehme, dann bin ich gerne gut darin und angesichts dieser Zahl, attestiere ich mir das jetzt einfach mal selbst :).

    Was ich momentan spüre ist eine Veränderung in meinem Denken und Handeln: Aus Zuversicht wird langsam Vertrauen, gefestigter Glaube an die Hoffnung, dass der nächste kleine Schritt den ich mache, mich eben nicht im Matsch versinken lässt, sondern ich festen Boden unter den Füßen habe.

    Vieles muss ab jetzt bei mir auf absolut soliden Grundlagen fußen. Das Lari-Fari der alkoholgeschwängerten Zeit ist geschenkt: An mehr und mehr Tagen bereue ich es nicht mehr, mich in Permanenz wie ein Idiot aufgeführt zu haben, sondern akzeptiere es als unbedingt notwendigen Teil meiner Entwicklung. Ich fühle mich wirklich wie ein "besserer Mensch" - und das ist keinesfalls moralisch zu verstehen, eher wie ein Update, das einfach getan werde musste.

    Dinge, die ich nie wirklich angefangen habe, aber immer schon tun wollte, ermöglichen sich mir mit einer Klarheit und Unaufdringlichkeit, die das Leben mitunter zauberhaft erscheinen lässt. So habe ich in einem Westafrikaner einen wunderbaren Tandempartner für das Erlernen der französischen Sprache gefunden. Und klar, der weiß, dass ich nicht trinke. Das wissen mittlerweile, Gott sei Dank, alle die ich kenne :)

    Am Wochenende hatte ich tierische Zahnschmerzen. Ich hatte zwar ein paar Pillen in meiner Hausapotheke,

    Nimm nächstes mal Nelken: entweder mit dem Messer zerkleinern oder kauen. Dann auf die schmerzende Stelle auftragen und circa 20-30 Minuten warten. Zahnarzt ist natürlich besser, aber nicht immer verfügbar.

    Also einer der ersten Menschen dem ich offen gegenüber gesagt habe, dass ich Alkoholiker bin, war mein Vater. Ab dem Zeitpunkt war es allerdings auch schon nicht mehr zu übersehen. Der hat übrigens auch eine Weile gebraucht um das zu verstehen, also dass es sich hier nicht um eine Trinkpause und "irgendwann geht schon wieder ein Bier" handelt, sondern um eine Problematik, die lebenslang bestehen wird.

    Grundsätzlich stelle ich mir immer die Frage, inwiefern der Fakt, dass ich trockener Alkoholiker bin für das Verhältniss zu meinem Gegenüber von Relevanz ist. Wenn ich weiß: Mit diesem Menschen werde ich einen Teil meiner Freizeit verbringen, dann lege ich die Karten gleich auf den Tisch, damit nicht doch mal eine Überraschung nach dem Motto "Ich habe da mal ein paar Bier mitgebracht" kommt. Sollte ich mal wieder Konzerte spielen, würde ich auch den Veranstalter darauf hinweisen. Die meinen es nicht mal böse, aber dieses "Musiker trinken, da stellt man Bier hin", ist in der Branche einfach zu verbreitet.

    Da ich keinen großen Freundeskreis habe, wissen mittlerweile eigentlich alle Bescheid und freuen sich mit mir. Grundsätzlich habe ich überhaupt kein Problem damit vor anderen zu sagen, dass ich Alkoholiker bin, aber es muss halt schon in den Kontext der Unterhaltung passen oder aus dem Grund wichtig sein, dass ich nicht unvorbereitet Trigger vor die Nase gesetzt bekomme. Negative Reaktionen habe ich noch nicht erfahren, dass Gegenteil ist eher der Fall.

    Grüß dich Hanseat,

    Positiv konnotierte Superlative in Bezug auf meine Person nehme ich doch immer gerne mit. Der Satz ist so nicht ganz korrekt, aber er klingt gut und erst wollte ich Hyperlativ schreiben, bis mir aufgefallen ist, dass ich mich damit selbst Hops nehmen würde :/.

    Ich weiß nicht, was "Gosch" ist, aber eine kurze Gogglerecherche hat ergeben, dass es etwas mit Fisch und Jahresumsätzen im hohen zweistelligen Millionenbereich zu tun hat. Klingt nach Sylt, auch wenn ich nie da war.

    Dann will ich mal hoffen, dass deiner neue Sonnenbrille eine ihr preislich angemessen lange Lebensdauer vergönnt sein wird. Ansonsten: Willkommen zurück im Alltag :).