Beiträge von achelias

    Die Hoffnung habe ich auch, dass die Gedanken sich mal sortieren. Nicht mehr so oft um den Alkohol kreisen.

    Das tun sie immer noch? Stellst du dir vor, was wäre wenn … im Sinne von „es wäre mal wieder schön ...“ ? Also verbindest du noch Verzicht bzw. positive Gedanken?

    Bei mir, waren diese Gedanken nach ½ … 1 Jahr durch, praktisch verschwunden.

    Du sprichst es an und hast die Chance:

    Ob es klappt, kann dir hier niemand sagen. Ich wünsche dir viel Mut und Kraft und drücke die Daumen!

    … und/ oder es eskaliert völlig, aus bisher friedlichem Zusammenleben wird ein zermürbender, dauerhafter Zustand.

    Davor hätte ich am meisten Angst!


    Die Frage bleibt, wie kann es dir gelingen, erst Mal ein Gespräch mit deiner Frau zu beginnen, ohne, daß sie sofort dicht macht, ohne daß sie sofort in den „Verteidigungsmodus“ geht, ohne daß es eskaliert.

    Ich habe begriffen, daß es nichts nützt, wenn man nur Gutes will, ggf. sogar Recht hat und am Ende alles schlimmer wird. Da nützen auch alle guten Wünsche nichts.

    Du allein kennst deine Frau, @Bolle`s Vorschlag wäre eine Möglichkeit, ein Brief vielleicht auch, da muß deine Frau nicht sofort reagieren und kann sich alles durch den Kopf gehen lassen.

    Die vorsichtige Frage, wie es weitergehen soll, wenn deine Frau (noch) mehr trinkt, wie du dich dann verhalten sollst, könnte ein Ansatz sein.

    Du fragtest: „Gibt es vielleicht auch Betroffene, die nicht solange gewartet haben und es erfolgreich früher angegangen sind? „

    Ich kenne keine.

    Hallo Schratte,

    du wolltest aufhören, aus welchen Gründen auch immer.

    Das ist der entscheidende Punkt! Freiwillig. #

    Dir war im Kopf klar: aufhören, nicht mehr trinken, du hattest begriffen, daß Alkohol auf Dauer nichts bringt, im Gegenteil.

    Bei mir war es ähnlich, nur daß ich täglich 3 bis 4 Bier trank, im letzten Jahr kam noch Schnaps hinzu.

    Doch ich wollte aufhören und tat es.

    Am Anfang war es alles andere als einfach, ich mußte mich sehr zusammenreißen, doch ich wollte es.

    Ob ich Alkoholiker bin oder nicht, ist für mich irrelevant. Ich trinke nicht mehr, das ist wichtig.

    Sicher bin ich Alkoholiker, ich könnte es ausprobieren...

    Ich leide weder unter Suchtdruck, noch unter Verlangen, Gier (craving).

    Ich weiß allerdings nicht, ob es immer sein muss, Fremden gegenüber total offen zu sein. Man könnte ja auch einfach etwas von einem Herzproblem murmeln.

    Wenn man sagt, ich trinke nicht mehr, weil ich die Gefahr bemerkte, bemerke zeugt das von Bewusstsein!

    Da muß man weder lügen, noch "den Arsch in der Hose" haben.

    Ich "schleiche" mich aus der Sucht nur für mich.

    Frage: Sind bei der beschriebenen Menge - 1 Fl. Wein plus 3 Halbliterbüchsen Bier tgl. - körperliche Entzugserscheinungen zu erwarten und könnte man die noch ohne Arzt zu Hause "aussitzen"? Oder ist das für dieses Forum eine nicht geeignete Frage.....?

    Entzugserscheinungen sind sehr wahrscheinlich.

    Doch wie heftig, bleibt im Reich der Spekulationen. Niemand kann genau sagen wie ein Körper reagiert, drum wird auch immer eine ärztliche Begleitung empfohlen, alles andere wäre grob fahrlässig.

    Lies dir bitte der Artikel „Kalter Entzug“ durch.

    Das Wort Alkoholismus ist ein "Kampfwort" , ein Stigma, es kann nicht sein, was nicht sein darf! Vielleicht kannst du dich herantasten (??) ... weniger trinken, später ... aufhören. Ich weiß, es ist ein sehr sensibles Thema, wie ein rotes Tuch.

    Kannst du deine Frau über das Thema Gesundheit (vorwurfsfrei) erreichen?

    Hallo JohnHohn,

    auch ich kenne diesen „guten Ton“ im Geschäftsgebaren, Alkohol zur Besiegelung eines Vertrages, Abschlusses, Einigung.

    Bei einen Geschäftsessen (gemütl. Beisammensein) erkläre ein Partner, daß er keinen Alkohol mehr trinke, er mache ein alkoholfreies Jahr, weil er selbst bemerkte, daß sein Konsum bereits erschreckende Ausmaße annahm und das wolle er stoppen.

    Alle Beteiligten wirken irgendwie betroffen und zollten Respekt, das Thema war vom Tisch, auch bei folgenden Zusammenkünften.

    Man weiß in der Regel selbst, daß man viel zu viel trinkt, gerade bei 1 Weinflasche+ /Tag, nur die Scham ist so groß, sich selbst gegenüber. Anderen gegenüber ist die Scham noch viel größer!!

    Du kennst deine Frau … versuche herauszubekommen, wie du dich zu ihrem Verbündeten machen kannst, ganz vorsichtig.

    Oft hilft auch ein geschriebener Brief, in dem du deine Sorgen ausdrückst und sie nicht sofort reagieren muß, sie nicht das Gefühl hat, sich sofort rechtfertigen zu müssen.

    Hallo Schratte,

    ich verstehe, daß du Angst hast, sie könnte es als Angriff sehen und sofort dicht machen, in den Verteidigungsmodus gehen, alles verharmlosen.

    Was könntest du dir als Argument zurechtlegen, außer daß Alkohol schädlich ist?

    Ihre Gesundheit? Wie kannst du ihre Vernunft, ihr Verständnis erreichen?

    Gestern Abend beim heimkommen durch die Feiermeile, dachte ich mt Wehmut daran, dass ich nie mehr unbeschwert an einem lauen Sommerabend um die Häuser ziehen kann.

    ... mich anders als mit Alk zu belohnen

    Es dauerte bei mir eine Weile, bis ich diese positiven Gedanken in Bezug auf Alkohol aus meinem Kopf herausbekam.

    Früher dachte ich auch immer … etwas trinken = Entspannung, Unbeschwertheit, Freiheit, Feierabend, Urlaub, Belohnung u.ä. , das war schon richtig exzessiv, drum trank ich ja auch täglich.

    So ein Schwachsinn, das weiß ich heute. Ich betäubte mich nur, ich veränderte mich, meine Umgebung blieb wie sie war.

    Am Anfang meiner Abstinenz mußte ich mich zwingen, verzichten, mich fernhalten.

    Der „Suchtteufel“ versuchte mich immer wieder zu verführen.

    Nach und nach verblasste der Gedanke an Verzicht, Zwang … ich tat es freiwillig, ich wollte es.

    Gibt dir Zeit, auch du wirst einmal gelassen durch die Feiermeile gehen können und das wird dann zum Dauerzustand.

    Wie geht ihr mit der Traurigkeit um weil ihr anderen weh getan habt mit dem Suff?

    Da gibt es leider kein Rezept, da kann man nur am Anfang aushalten und warten, bis die Wunden langsam wieder heilen, das benötigt Zeit, so meine Erfahrung.

    Ähnlich war es bei mir auch, als ich aufhörte zu trinken, meine eigenen Wunden brauchten Zeit, ich brauchte Zeit, bis ich mir selbst vergeben konnte, bis ich mir selbst wieder vertrauen konnte, dazu brauchte ich Stabilität, Sicherheit.

    Den Anderen geht es ähnlich, sie können erst nach und nach wieder Vertrauen fassen.

    Mein Selbstbewußtsein musste wieder reifen, die Scham war übergroß, auch hatte ich Angst mich wieder meinem Bekanntenkreis zu nähern.

    Gib dir Zeit, arbeite an deiner Trockenheit.

    Gerade am Anfang half mir viel Trinken, bei mir was es Tee, literweise, so nach und nach verschwanden die Gedanken an Alkohol, der Schlaf wurde zunehmend besser und ich mir immer sicherer.

    Alle suchen immer nach einem Ausweg, einer Erklärung, zweifeln an ihren Wahrnehmungen, hoffen, daß es nicht so sein möge, wie sie es täglich erleben. Daß die Beziehung wieder werden möge, wenn nur der Alkohol weggelassen werden würde.

    Sie setzen alle Aufmerksamkeit auf ihren trinkenden Partner und vergessen fast sich selbst.

    Würde der Partner nicht trinken und sich so verhalten, würden sie es dann auch so lange aushalten, ertragen, hoffen? Niemand will sich eingestehen, daß eine Beziehung über die Jahre hin, auch keinen Bestand haben kann, ob nun mit oder ohne Alk.

    Manchen wird sogar eine Persönlichkeitsstörung (Wahrnehmungsstörung) attestiert, sie haben es schwarz auf weiss, sie sind krank.

    Alle suchen immer einen Grund warum sie sich nicht trennen wollen, können, müssen. Die Kinder...

    Genau die leiden am meisten, unter nicht „funktionierenden“ Eltern, gestressten, unglücklichen, verzweifelten Müttern. Man hat die Wahl zwischen dem kleineren und dem größerem Übel, ob die Kinder einen kleinen oder großen Schaden erleiden.

    Ich komme auch aus so einer Familie, Vater Trinker, Mutter versuchte alles zusammen zu halten.Meine Eltern ließen sich nach 24 Jahren Ehe scheiden, wir Kinder waren groß, längst aus dem Haus. Jahre später, sagte meine Mutter, sie hätte sich viel früher scheiden lassen sollen, ja hinterher ist man immer schlauer.

    Jeder muß seine Entscheidungen selbst treffen.

    Ich fragte viele Großeltern, alte Menschen, wie es bei ihnen war, was sie taten, die mussten es ja wissen, die hatten ja das alles, so oder so ähnlich auch erlebt.

    Die Meisten hielten aus und versuchten aus der Not eine Tugend zu machen. Im Laufe der Jahrzehnte, wechselten die Ansichten, das Selbstbewußtsein der Frauen stieg mit der zunehmenden (finanziellen) Unabhängigkeit vom Mann (die Scheidungsquoten in Deut. der letzten 60 Jahre veranschaulichen es gut).

    Nun gehöre ich auch langsam zu den alten Menschen, der Großelterngeneration und habe immer noch nicht die ideale Vorgehensweise entdeckt.

    Fakt bleibt, auf Dauer wird das Zusammenleben mit einem Alkoholiker sehr, sehr anstrengend.

    Es liegt an uns, ob wir da mitmachen oder uns vom Grund allen Übels trennen.

    Ich, der Alkoholiker trennte mich vom Alkohol, der Grund meines größten Übels. Damit war nicht sofort alles gut, aber es wurde allmählich besser.

    ...

    Und als es mir richtig schlecht ging, "wusste" ich dass es mir "besser" gehen würde wenn ich jetzt trinken würde.

    Ganz ehrlich, nur auf den konkreten Zeitpunkt betrachtet bin ich auch immer noch fest davon überzeugt ...

    Genau das ist ja der Irrglaube. Es geht dir nicht besser, du betäubst ich nur.

    Ebenso könntest du auch in Ohnmacht fallen. Nur weil du nichts mehr merkst, geht es dir dadurch besser?

    Hmmm,

    Alkohol hilft leider auch nicht gegen Frust, das mußte ich auch feststellen.

    Nur du kennst, deine Lebensumstände und könntest Ideen haben, etwas zu verändern.

    Gedanken zum Gedanken

    Hi mexico,

    „zufriedene Abstinenz“ verwirrte mich anfangs auch!

    Bis ich begriff, daß NUR die Abstinenz gemeint ist, mit der ich zufrieden bin, ungeachtet meiner anderen Lebensumstände.

    Wenn es mir nichts mehr ausmacht, abstinent zu sein, egal ob ich an Existenzängsten leide, einer drohenden Beinamputation oder einfach nur die Scheidung bevor steht.

    :mrgreen:

    Warum reicht meine liebe nicht zu ihm aus...

    Irgendwann habe ich mich auch gefragt, ob er überhaupt noch welche empfindet/empfinden kann. Vielleicht kann dazu jemand etwas sagen, der auf der anderen Seite stand.

    Für "uns" mit dem Blick von außen ist vieles unverständlich und rational nicht nachvollziehbar. Aber das Monster Alkohol löst das aus und nicht der Mensch, der ihm verfallen ist. Aber diese Einsicht bzw. das Annehmen meinerseits hat gedauert. Weil man ständig mit dem Versuch beschäftigt ist, den geliebten Menschen zu "retten".

    Hallo ,

    wart ihr schon mal betrunken, richtig? Wart ihr da noch empfänglich für logische Worte, für Liebe, für Gefühle, Empfindungen?

    Ein Alkoholiker ist betäubt, wenn er betrunken ist. Wenn wir glauben, er ist nüchtern, ist er dann wirklich nüchtern (funktionierender Alkoholiker)?

    Selbst als ich mit dem Trinken aufhörte, dauerte es noch eine ganze Weile bis mein Hirn halbwegs wieder funktionierte. Es war nicht so, nach 10... 15 Tagen entgiftet = Körper alkoholfrei und alles ist wieder paletti.

    Kann der Alkoholiker überhaupt noch in diesen Kategorien denken … Liebe... Vernunft … realitätsbezogen?

    In erster Linie geht es, um die Befriedigung der Sucht. Vorher ist man unausgeglichen, gereizt, nun befriedigt, sind die Sinne benebelt. Auffassungsgabe, Problembewußtsein ist das überhaupt möglich?

    Nüchtern ist es schon schwierig, die Liebe nicht nur als Illusion zu begreifen, betrunken ? … mal ehrlich …

    Der Prophet im eignen Haus (der Partner) hat sowieso die schlechtesten Karten und nervt nur. Das war meine Erkenntnis.

    Alkoholismus (Drogensucht) ist nicht verständlich und rational.