Alkoholiker helfen oder fallen lassen - Tipps für Co Abhängige

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  • Ich gebe zu, es belastet mich manchmal hier zu lesen. Ich stelle mal eine einfache Frage: Soll man einen Alkoholiker helfen oder fallen lassen? Auch wäre es schön, Tipps zusammenzutragen.

    Bei Co Abhängigen ist es so, dass viele dem Alkoholiker helfen möchten, verzweifelt sind mit ihrer Situation.


    Die einfachste Antwort auf diese Frage darf eigentlich nur lauten: Fallen lassen!


    Hier geht es, und das lese ich immer wieder, auch um die Angehörigen und Partner. Vielleicht sogar Freunde. Ihr solltet da eure Ketten sprengen und grade bei Neulingen ist das so, das ich leider vieles nicht verstehe, ja auch nicht nachvollziehen kann.


    Ich hoffe auf einen regen Meinungsaustausch, vielleicht kann ich das dann auch besser verstehen.


    Gruss

    Alex

    Wenn etwas möglich erscheint, mach ich das, wenn das nicht klappt gehts ans Unmögliche und ansonsten das undenkbare.

    Die stärksten Bäume wachsen nicht im besten Boden, sondern im stärksten Wind.

  • Hallo Alex,

    Fallen lassen ist ein sehr weiter Begriff, genauso wie helfen. Wo fängt die Unterstützung an und ab wann nimmt man die Sache zu sehr in die Hand. Es ist sehr unterschiedlich und kommt auch auf den Suchtkranken und seine Einsicht an.

    Mir wurde auch sehr oft geraten , meinen Mann fallen zu lassen, ein Stück weit habe ich es getan. Als er aber dann soweit war und Einsicht zeigte, war er einfach nur noch überfordert mit dem Suchhilfe System , also reichte ich ihm meine Hand und habe zusammen mit ihm eine geeignete Klinik gesucht. Er war sehr dankbar und hat alle Hilfe von mir und meine Familie angenommen . Wir sind jetzt im 8. Monat trocken und ich denke ohne meine Unterstützung wäre er noch nicht soweit.

    Liebe Grüße Jules

  • Ebendarum habe ich das Thema eröffnet, um auch Alkoholiker Angehörige Erfahrungen mal zu lesen. Ich verstehe das nicht so wirklich, also wenn meine Frau trinken würde, da wäre ich weg. Für immer und nicht nur ein bisschen.


    Aber jeder Mensch ist da anders. Mir würde dafür einfach der Nerv fehlen. Ich kann nicht an mehreren Fronten kämpfen, das würde ich nicht aushalten.

    Wenn etwas möglich erscheint, mach ich das, wenn das nicht klappt gehts ans Unmögliche und ansonsten das undenkbare.

    Die stärksten Bäume wachsen nicht im besten Boden, sondern im stärksten Wind.

  • Naja, wenn Kinder etc. mit dabei sind…. Und einfach so aufgeben liegt nicht in meiner Natur , dafür war es Zuviel gute Zeiten und er war auch für mich da. Es gab wahrscheinlich bei jedem von uns mal gute Zeiten und die will man zurück. Es müssen aber beide wollen sonst wird’s nichts.

  • Wenn der/die Abhängige dein/e Partner/in keine Einsich hat ist es schwer daran festzuhalten. Wenn Gewalt, psychisch oder physisch ist und ein Stadium erreicht ist fällt es schwere zu gehen. Man wird kleiner tlws unsichtbar schon.

    Wenn ein Licht im Dunkeln flackert hat man Hoffnungen, auf ab, Umstände aller facettenreich.

    Aus meiner Sicht wenn man die nötige Freiheit hat um sein Leben Lebensqualität zu geben ist es einfacher mal abzuwarten. Es ist nie einfach zu sagen geh oder bleib. Dennoch wollen alle den Menschen wieder der er einst war nur hat Alkohol eben schon so viel zerstört. Die Ungewissheit dass jemand trocken bleibt. Jaaaa wenn jemand ganz tief unten ist kann ich mir vorstellen dass dann die richtige Einsicht kommt. Aber bleiben alles über sich ergehen zu lassen ist der falsche Weg. Man muss konsequent sein, was man androht durchziehen kommt keine Einsicht hast du nichts falsch gemacht und wenn es besser wird auch nicht.

    Der Satz der mich hier im Forum am meisten erreicht hat innerlich war. Hilfe zur Selbsthilfe. Heißt für mich auch loslassen damit sich der Mensch selber helfen lernen kann ohne dass jemand darauf pochiert. Man kann sich genauso gegen die Wand stellen wo keine Einsicht ist ist kein Ausweg. Man hat ja auch selber noch ein Leben. Und wenn jemand nicht mehr daran teilhaben will dann ist das so. Es braucht lange bis man vieles sieht/einsieht. Selber wenn der Partner Einsicht hätte würd ich ihm die Hand reichen, aber nur wenn der Wille stark ist ansonsten ist der Weg ins co abhängige unerlässlich lange und nicht fördernd abhängigen gegenüber. Bleibt seine Komfortzone wie sie ist muss er nichts ändern weil es für ihn gerade so richtig ist.

  • Es müssen aber beide wollen sonst wird’s nichts.

    Das ist die wichtigste Voraussetzung!


    Wenn der alkoholerkrankte Partner keine Einsicht gewinnt, seine Sucht ernsthaft therapieren zu wollen, kann der Angehörige nichts, rein gar nichts bewirken.

    Dann wird es Zeit, eine Entscheidung zum eigenen Wohl zu treffen, damit man nicht im Alkoholsumpf mit versinkt......das könnte man als " Fallen lassen" definieren, um selbst zu überleben, Eigenschutz!


    Manchmal ist die Situation, dass der alkoholerkrankte Mensch endlich Einsicht gewinnt, aber die Liebe auf der Strecke geblieben ist, aufgrund vieler Enttäuschungen, Verletzungen, Kämpfe, die zermürbten......

    Dann hat auch ein weiterer gemeinsamer Weg keinen Sinn mehr......das wäre aus meiner Sicht kein " Fallen lassen ", sondern ein gegenseitiges "Loslassen", dem anderen Entwicklungsraum für ein neues selbstbestimmtes und glückliches Leben zu geben.


    Nur, wenn beide Seiten wirklich bereit und willens sind einen " Neuanfang " zu wagen, jeder an den täglichen Herausforderungen mit viel Selbstreflexion arbeitet, hat die gemeinsame Zukunft überhaupt eine Chance.....kann die Liebe wieder wachsen, stark werden.

    Damit meine ich auf keinen Fall, eine erneuerte "CO-ABHÄNGIGKEIT", das wäre fatal, sondern eine gegenseitige Hilfe und Unterstützung ohne Bevormundung, unter Bewahrung eigener Interessen, der Selbstfürsorge, Respekt und Achtung von Grenzen, Offenheit, Ehrlichkeit, ein neu gewonnenes tiefes Vertrauen....ja, das wäre (m)eine Wunschvorstellung.


    Ich merke momentan, wie sehr ich noch an mir arbeiten muss....."Vergeben und Verzeihen" ist mein Thema.....alte Wunden gehen immer wieder auf, bin emotional oft noch sehr "hart" zu meinem Mann, der sein Bestes im positiven Sinne gibt......alles braucht seine Zeit!


    Liebe Grüße,

    Christrose

  • Buchtipp


    " Mitgefangen in der Sucht"

    Wie du dich aus der CO- Abhängigkeit bei Alkoholismus befreist.....


    Von Julia Kessler


    Die Autorin berichtet aus eigenen Erfahrungen und erklärt Hintergründe, wie der/die Angehörige unbewusst das Suchtsystem unterstützt und damit selbst coabhängig vom Alkohol wird.

  • Keine leichte Frage. Es hängt stark an den Umständen, denke ich: lebt man zusammen, ist man betroffen von Gewalt? usw...

    Ich habe mich oft gefragt: Wäre ich von meinem schrecklichen Suff früher abgekommen, wenn Schwestern, Mutter und Freunde mit mir gebrochen hätten? ... Darauf finde ich keine Antwort. Vielleicht... vielleicht auch nicht. Für mich war es "suffverlängernd", daß meine Mutter mir massiv finanziell geholfen hatte. Aber bei einem Abbruch des Kontaktes hätte es durchaus auch zu meinem ganz persönlichen Absturz kommen können, mit vielleicht tödlichen Folgen. Ich glaube, davor hatten sie Angst.

    Als ich einige Zeit trocken war, habe ich gefragt "Warum habt ihr das (meine Säuferzeit) mitgemacht?" und bekam als Antwort "Damit wir dich nicht vollkommen verlieren." Diese Antwort beschämt mich bis heute, auch über den Tod meiner Mutter hinaus.


    Wäre ich selber in der gleichen Lage und Angehöriger eines nassen Alkoholikers, würde ich das Weite suchen. Niemand kann erwarten, daß ein Angehöriger wartet, bis der Alkoholiker Einsicht zeigt. Der Angehörige kann in dieser Zeit eher untergehen, als der vermeintlich zu beschützende Säufer.

    Bei einer engen Beziehung ist es ein Abschied in Liebe, weil man keinen Einfluß auf einen nassen Alkoholiker hat.. "Geh und werd gesund."
    Das gilt manchmal durchaus für beide... den Alkoholiker und den Angehörigen.

    VG Peter

  • Kommt drauf an. Womit kann ich leben? Welche Erwartungen und Bedürfnisse habe ich? Dass ein anderer Mensch nicht für mein Glück verantwortlich ist, ist mir klar. Aber mich in einer Beziehung soweit abgrenzen zu müssen, damit ich nicht psychisch krank werde...muss auch nicht sein.


    Meine Tante ist Spiegeltrinkerin. Warum sollte ich den Kontakt abbrechen? Sie tut mir ja nix. Lebt alleine und macht ihr Ding. Wir verstehen uns gut. Ob es für sie ein "gutes" Ende nimmt. Vermutlich nicht. Ich werde sie trotzdem in guter Erinnerung behalten. Bei meinem Ex sieht die Sache ganz anders aus. Wir tragen die Verantwortung für Kinder. Wir arbeiten zusammen. Wenn ich ihn auf die Straße setze...stirbt er dann? Schneller als wenn er hier eventuell langsamer seiner Krankheit erliegt? Oder wird er doch irgendwann einsichtig? Alles hypothetische Fragen. Damit ich für die Kinder bestmöglich da sein kann, muss ich ganz genau auf meine Bedürfnisse achten und schauen, dass ich gesund bleibe. Eine Paarbeziehung ist für mich nicht mehr vorstellbar. Aber Eltern bleiben wir trotzdem.


    Hier melden sich ja nur die Angehörige, die ein Problem mit dem Alkoholkonsum des Partners haben. Ich frage mich, ob es auch die gibt, die damit gut leben können? Oder wie viele im Stillen leiden...

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Wenn ich ihn auf die Straße setze...stirbt er dann? Schneller als wenn er hier eventuell langsamer seiner Krankheit erliegt? Oder wird er doch irgendwann einsichtig?

    Hallo Anekan,


    Genau der Gedankengang ist das Paradebeispiel für Co Abhängigkeit. Du wirst gar nichts ändern, wenn du ihn "in Schutz" nimmst. Das ist nicht böse gemeint, es zeigt nur, das auch bei dringend Handlungsbedarf besteht.


    LG Sven

  • Hallo Sven,

    dringend Handlungsbedarf

    ich wäre nicht hier, wenn es keinen Handlungsbedarf gäbe 😉


    Ich habe meinen Blick mittlerweile auf mich und die Kinder gerichtet. Es steht ihm frei seinen Weg zu gehen. Ich weiß nur noch nicht aus welcher Entfernung/Nähe ich den Weg "neben ihm" weiter gehen kann (Elternschaft/Arbeit). Dazu hole ich mir ein Coaching. Mir meine Perspektiven anzuschauen, mit denen es mir gut geht.

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Guten Morgen!


    Ein sehr spannendes Thema .. ich habe für mich in erster Linie mitgenommen: keine Situation ist zu vergleichen, in keinen Menschen kann man wirklich hineinschauen, Hoffnung kann so unendlich groß sein und auch etwas bewirken, aber gewisse Muster sind gegeben und diese gilt es mit allem anderen zu vereinbaren.


    Ich habe aus mangelnden Selbstwert und wohl auch Selbstliebe 10 Jahre an einem Menschen festgehalten, der immer schon getrunken hat und in der Beziehung schlimme Dinge passiert sind. Ob auch aus seinem ursprünglichen Wesen heraus schon oder hervorgerufen oder verstärkt vorrangig durch den Alkohol, das kann ich nicht beurteilen, weil ich kenne seine Zugänge und Wahrnehmungen nicht (und wie ich unten schreibe, ich kann in keinen Menschen wirklich reinschauen - ich kann nur schauen, passen die Worte, das Verhalten und die Taten zusammen).


    Folgendes Resümee hab ich daher jetzt für mich gezogen und versuch daher die Fragestellung folgendermaßen für mich zu beantworten:

    - Mein eigener Mangel an Selbstliebe/-wert resultiert in meiner Biografie und hatte sich in der Beziehung manifestiert - das gilt es aufzubrechen und wieder meine Werte (für mich) kennenzulernen, wodurch dann auch die Entscheidung helfen oder fallen lassen beeinflusst wird.

    - Ich erkenne, welche Eigenschaften ich habe, die diese lange Beziehung auch begünstigt haben. Aber nichts desto trotz: dieser Mensch bin ich eben und werde wohl auch so bleiben: ich bin extrem verständnisvoll, nicht nachtragend, derartig hilfsbereit .. wahrscheinlich wird es mir immer wieder passieren, dass ich mehr gebe als nehme. Ist auch ok so, das bin ich als Person, aber ich muss die gesunde Grenze/Balance erkennen. Wieder ein Umstand, der helfen oder fallen lassen entscheidet.

    - Wesentlich ist es auch (glaub ich), wie schnell durchblickt man das Trinken. Am Anfang war es für mich auch irgendwie "normal", weil er nicht den typischen Alki verkörpert hat, wie man es so oft gesehen und gehört hatte. Im Gegenteil, mir hatte es auch oft Spaß gemacht, wie lustig wir unterwegs waren. Es hat lange gedauert, bis ich merkte, dass da was nicht passt oder wirklich zu hinterfragen begonnen habe. Daher ist es auch schwierig .. ab wann kämpfen und ab wann fallen lassen. Weil meistens ist man schon so lange drinnen, bis man merkt was los ist und dann hängt man emotional und aus div. anderen Gründen drinnen.

    - Wenn man es in etwa durchblickt, dann spricht man es an - vorsichtig, weil da glaubt man ja noch, etwas retten zu können .. ist ja auch normal und menschlich. Glaubt an die Versprechungen, hofft, usw. .. das dauert auch wieder, bis man die Muster erkennt, dass es nicht eingehalten wird. Man macht sich auch selber Vorwürfe, weil man erkennt, dass man tlw. auch "falsch reagiert" hat. Hysterisch war, Vorwürfe gemacht hat, gestritten hat .. einfach weil man es nicht besser wusste, weil man das alles noch nicht erkannte oder dachte "mah, das kann es aber jetzt nicht sein". Nage heute noch dran, nämlich mir einzugestehen, dass auch meine Reaktion damals nur "eine logische Schlussfolgerung" seiner Alksucht waren.

    - Die perfekte Manipulationsgabe durch den trinkenden Menschen ist auch nicht zu unterschätzen. Heute stelle ich fest, dass selbst wenn ich ausreichend Selbstwert gehabt hätte, wäre ich auf vieles reingefallen. Ich hätte u.U. nur nicht 10 Jahre gebraucht.

    - Für mich besteht die Kunst daher auch darin, dann für sich einzugestehen: Auch wenn vieles falsch gelaufen ist und das immer wieder sich in der Alkoholsucht begründet oder daraus verstärkt zu Tage kommt, man die Sache mit den Gefühlen (woher die auch immer wieder resultieren) irgendwie beiseite schieben muss bzw. den Liebeskummer bewältigen muss, weil es einfach nicht mehr geht. Hier ist die Tendenz zum Fallen lassen erkennbar...oder notwendig.

    - Für meine Situation: wahrscheinlich wäre ich noch immer bereit mit ihm zu kämpfen, aber ich habe kapiert bzw. hole mir jede Hilfe um das wirklich, wirklich in den Kopf zu bekommen, dass das nicht ich entscheiden kann und werde. Er hat die Verantwortung. Ich kann für mich nur erkennen, dass das Fallen lassen für mich der einzige Weg war, um selber wieder gesund werden zu können. Er hat mir viel angetan und ich arbeite das derzeit alles bestmöglich auf und ich stelle heute - tief in mir drinnen - fest, dass ich mich, seit ich in Sicherheit bin, stückchenweise entwickle und mir wieder besser geht. Der Liebeskummer ist bewältigbar, es tut nicht mehr so weh und ich habe die Verantwortung für mich übernommen.


    Der ist mein IST-Stand zu helfen oder fallen lassen, bezogen auf die IST-Situation.


    GLG Anita

  • Guten Morgen,


    Eine sehr spannende Frage, die mich auch schon seit Wochen beschäftigt.

    Ich habe mittlerweile auch gelernt, dass es auf die Beziehung zu dem Alkoholiker ankommt. Meine Mutter als Ehefrau reagiert ganz anders und für sie ist „fallen lassen“ weniger stark ausgeprägt, als bei mir als Tochter. Jeder Weg muss individuell sein und das ist völlig ok! Ich denke jeder muss für sich selbst entscheiden, wie weit die Distanz sein muss, um sich gut zu fühlen. Denn nur so hilft man sich selbst und damit auch ein bisschen dem Alkoholiker.


    Liebe Grüße!

  • Ich finde auch, dass das eine sehr gute Frage ist. Da habe ich mir auch lange Gedanken drüber gemacht. Ich denke es geht da in erste Linie um uneinsichtige Alkoholiker*innen?


    Wenn ja, gibt es für mich da kein ODER. Dann ist mein „fallen lassen“ die einzige WIRKLICHE Hilfe, die ich geben kann. Ich sehe es so, dass ich sonst nicht der Person, sondern der Sucht helfe.

  • Ich finde auch, dass das eine sehr gute Frage ist. Da habe ich mir auch lange Gedanken drüber gemacht. Ich denke es geht da in erste Linie um uneinsichtige Alkoholiker*innen?


    Wenn ja, gibt es für mich da kein ODER. Dann ist mein „fallen lassen“ die einzige WIRKLICHE Hilfe, die ich geben kann. Ich sehe es so, dass ich sonst nicht der Person, sondern der Sucht helfe.

    JA, leider!

  • Je mehr ich bei den nichttrinkenden Betroffenen lese, desto häufiger, stellt sich auch mir die Frage:


    -Helfen oder nicht helfen?

    -Sich trennen oder weiter erdulden?

    -Wie lange den gegenwärtigen Zustand ertragen?


    Und wenn helfen/ unterstützen, wie lange??? 1 Monat, ein Jahr, 10 Jahre?


    Oft lese ich Sätze wie: „Hoffnung kann so unendlich groß sein und auch etwas bewirken oder ich liebe ihn ja“ u. ä. .

    Alles schön und gut … nebenbei wird der nichtrinkende Partner zum Wrack, von den Kindern ganz zu schweigen.


    Sobald Gefühle ins Spiel kommen, setzt die Vernunft aus, das wird dann Hoffnung genannt, obwohl jeder weiß, wenn die Ursache nicht bekämpft/ beseitigt wird, wird die Wirkung immer die gleiche sein.


    „Dann hole dir Hilfe oder er muss es wollen, Einsicht zeigen … „ wenn das alles nicht fruchtet – was dann? Weiter hoffen, auf ein Wunder?


    Allen eine zauberhafte Christi Himmelfahrt

  • Und wenn helfen/ unterstützen, wie lange??? 1 Monat, ein Jahr, 10 Jahre?

    wieso helfen? Wir sind doch eine Selbsthilfegruppe ;) Da muss doch der User sich selbst helfen.


    Ich sehe immer wieder das jemand aus einem Schreiben von einen User heraus schon spekuliert wie man helfen könnte. Ich kenne den doch gar nicht. Es gibt auch viele, die sich regelrecht bemühen, daraus psychologische Ansätze zum Besten zu geben und sich in der Beraterrolle wieder finden.


    Ist das notwendig oder dient es nicht nur seinem eigenen Denken?


    Nun halte ich da wenig davon. Wer mir helfen kann, ist derjenige, der aus seiner eigenen Erfahrung und aus der "Ich Sicht", sich mitteilt.

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Das hier trifft es genau. Besser kann man es fast nicht beschreiben. Hier erkenne ich auch mich und meine Gedanken wieder.

  • Alle suchen immer nach einem Ausweg, einer Erklärung, zweifeln an ihren Wahrnehmungen, hoffen, daß es nicht so sein möge, wie sie es täglich erleben. Daß die Beziehung wieder werden möge, wenn nur der Alkohol weggelassen werden würde.

    Sie setzen alle Aufmerksamkeit auf ihren trinkenden Partner und vergessen fast sich selbst.

    Würde der Partner nicht trinken und sich so verhalten, würden sie es dann auch so lange aushalten, ertragen, hoffen? Niemand will sich eingestehen, daß eine Beziehung über die Jahre hin, auch keinen Bestand haben kann, ob nun mit oder ohne Alk.

    Manchen wird sogar eine Persönlichkeitsstörung (Wahrnehmungsstörung) attestiert, sie haben es schwarz auf weiss, sie sind krank.

    Alle suchen immer einen Grund warum sie sich nicht trennen wollen, können, müssen. Die Kinder...

    Genau die leiden am meisten, unter nicht „funktionierenden“ Eltern, gestressten, unglücklichen, verzweifelten Müttern. Man hat die Wahl zwischen dem kleineren und dem größerem Übel, ob die Kinder einen kleinen oder großen Schaden erleiden.

    Ich komme auch aus so einer Familie, Vater Trinker, Mutter versuchte alles zusammen zu halten.Meine Eltern ließen sich nach 24 Jahren Ehe scheiden, wir Kinder waren groß, längst aus dem Haus. Jahre später, sagte meine Mutter, sie hätte sich viel früher scheiden lassen sollen, ja hinterher ist man immer schlauer.

    Jeder muß seine Entscheidungen selbst treffen.

    Ich fragte viele Großeltern, alte Menschen, wie es bei ihnen war, was sie taten, die mussten es ja wissen, die hatten ja das alles, so oder so ähnlich auch erlebt.

    Die Meisten hielten aus und versuchten aus der Not eine Tugend zu machen. Im Laufe der Jahrzehnte, wechselten die Ansichten, das Selbstbewußtsein der Frauen stieg mit der zunehmenden (finanziellen) Unabhängigkeit vom Mann (die Scheidungsquoten in Deut. der letzten 60 Jahre veranschaulichen es gut).

    Nun gehöre ich auch langsam zu den alten Menschen, der Großelterngeneration und habe immer noch nicht die ideale Vorgehensweise entdeckt.

    Fakt bleibt, auf Dauer wird das Zusammenleben mit einem Alkoholiker sehr, sehr anstrengend.


    Es liegt an uns, ob wir da mitmachen oder uns vom Grund allen Übels trennen.

    Ich, der Alkoholiker trennte mich vom Alkohol, der Grund meines größten Übels. Damit war nicht sofort alles gut, aber es wurde allmählich besser.

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