Hallo.
Als
ich noch trank, wollte ich auch aufhören, immer nur so halb …
„lieblos“ … man könnte es ja probieren – so waren meine
Gedanken. Das hat natürlich nicht funktioniert, max. ein paar Tage,
dann überfiel mich wieder mein Selbstmitleid, ich nenne es Schwäche,
mein eigener Jammer, in den ich mich hineinsteigerte, ließ mich
wieder trinken, mich betäuben.
Sebstbewußtsein
war bei mir noch nie stark ausgeprägt, alkoholisiert war ich
selbstsicher und hatte eine Meinung.
Trinken
war einfach, alle Probleme waren weg, für den Moment, durch
ständiges Nachschütten wurde dieser Moment zum Dauerzustand und
wurde immer schlimmer, ich trank immer mehr und verlor völlig den
Überblick, den Bezug zur Realität. In dieser Zeit zerstörte ich so
ziemlich alles, was ich mir aufbaute, woran ich (nüchtern) glaubte.
Der
Satz Alkohol ist ein gutes Lösungsmittel bewahrheitete sich. Ich
löse nicht nur mein Arbeitsverhältnis auf, sondern auch mein
gesamtes soziales Umfeld.
Erst
als mir dieses bewußt wurde, hörte ich auf zu trinken, freiwillig.
Alles
was „Schwäche“ bedeutete verweigerte ich, ja auch Alkoholiker
haben ein Schamgefühl, wohl ein sehr ausgeprägtes.
Als
ich entgiftet war, hielt ich mich von allem fern, was auch nur im
entferntesten mit Alkohol zu tun hatte, selbst das Einkaufen wurde
zur Herausforderung, mußte ich doch an den Alkregalen vorbei, wenn
jemand in einem Film trank, mußte ich wegsehen. Es war nicht
einfach, ich mußte durchhalten!
Ich
hielt durch, es dauerte Wochen, dazu kamen Schlafstörungen und div.
Gefühlsschwankungen. Ich gestehe, es war nicht einfach.
Ich
frage mich immer wieder, muß man wirklich erst so einen Tiefpunkt
erreichen, so isoliert sein, um es zu kapieren?
Ist
es nicht möglich mit deinem Mann einen Plan aufzustellen
(vorausgesetzt er ist richtig nüchtern!!!) und alle Konsequenzen zu
erörtern, wo auch ihm klar wird, daß nicht nur dein, sondern auch
sein gesamtes weiteres Leben auf dem Spiel steht?
So
wie man es mit Freunden oder Vertragspartnern auch macht, natürlich
hat das den Charakter eines Ultimatums, doch Nichtstun oder
teilnahmslos hoffen, führt doch nicht zum Ziel.
Setze
„dieses Ultimatum“ für dich, damit du mit dir im Klarem bist.
Dein Mann muß seine Entscheidung in erster Linie für sich treffen,
erst dann könnt ihr weiter sehen.
Vielleicht
ist ein Therapieversuch die einzige Möglichkeit, mit dem „Alleine
schaffen“ scheint ja nicht zu fruchten. Doch wenn er nicht will ...
MfG