Beiträge von Alba_tros

    Guten Abend in die Runde und Danke an alle, die etwas Konstruktives zu meinem Thema beitragen konnten!

    Ich habe den Vater meiner Kinder heute Mittag gefragt, wie er denn einer Paartherapie gegenüber eingestellt wäre, denn ich brauche Hilfe.

    Ich möchte eine Paar- oder Beziehungstherapie machen, weil ich diese emotionalen Probleme eben nur in Beziehungen habe. Ich will auch nicht nur zur ner Paarberatung gehen, sondern zu einem/einer Psychologe/in, der sich mit Suchtstrukturen, Alkoholismus als Familienkrankheit und Beziehungsgefügen im Detail auskennt.

    Bei einer Beratung waren Mister X und ich ja schon mal, das ist mir zu oberflächlich. Ich will keine „Tipps“ , ich will Werkzeug für den harten Einsatz, arbeiten und den Misthaufen wegschaufeln.

    Mister X war sofort bereit mich bei dem Therapie-Vorhaben zu unterstützen und wird gerne mit mir mitkommen. Er wird mal bei seinen Therapeuten bei der ambulanten Therapie nachfragen, in welcher Richtung man da nach geeigneten Psychotherapeuten suchen muss. Vielleicht könnte man das ganze ja so gestalten, dass ich die Therapie schon alleine mache, er aber stark mit eingebunden wird bzw. es je nach den aktuellen Erfordernissen sowohl Einzel- als auch Paarsitzungen gibt.

    Habt ihr vielleicht Ideen, wo ich suchen muss um einen geeigneten Therapeuten zu finden? Wisst ihr, wie man die Kosten dafür stemmen kann? Paartherapien sind ja in der Regel selbst zu bezahlen… und so viel Geld hab ich gerade nicht zur Verfügung. Oder kann ich eine Therapie für mich alleine beantragen und dann den Vater meiner Kinder mit rein nehmen?

    Meine Probleme sind heftige, zum Teil der Situation unangemessene oder stark übertriebene Gefühle. Angst zu Vertrauen, Einsamkeit, soziale Unsicherheit. Ich bin zwischen dem starken Bedürfnis nach absoluter emotionaler Autonomie und der Sehnsucht nach 100% sicherer Bindung hin und her geschleudert.

    Meine Kindheit mit einer co-abhängigen, später alkoholkranken Mutter und einem beziehungs/sexsüchtigen manipulativen, psychisch-gewaltätigen Vater haben mich nachhaltig in meinem Gefühlsleben und Selbstwert geprägt. Die Beziehung und Familiengründung mit meinem damals aktiv-alkoholkranken Mister X haben diese Gefühlsmuster bestätigt und zusätzlich verstärkt.

    Ich sagte zu Mister X in unserem Gespräch am Mittag:

    Du bist Angehöriger einer psychisch Bekloppten. Ich kann dich nur bitten, es mit mir auszuhalten und mir zu helfen dran zu arbeiten.

    Alba

    Was spricht denn gegen eine Paartherapie? Da könntet ihr an den aktuellen Themen arbeiten und gleichzeitig kannst du dich Schritt fürs Schritt an deine tiefer sitzenden Dinge ran wagen 🤔 Du sagst, du bist offener als früher, redest mehr etc. vielleicht ist es doch an der Zeit einen Profi ins Boot zu holen.

    Liebe Lea,

    Da spricht eigentlich überhaupt nichts dagegen!

    Uneigentlich spricht dagegen, dass wir schon bei der Paarberatung waren, als er noch gesoffen hat und keinem klar war, dass er eine Suchterkrankung hat, die zuerst bearbeitet werden muss. Dementsprechend unfruchtbar und frustrierend waren diese Sitzungen für mich. Die Erfahrung mit Paartherapeuten muss ich abschütteln.

    Zum anderen befindet er sich gerade noch in seiner ambulanten Alkoholsucht-Therapie, das wäre zu viel auf einmal, denk ich.

    Aber ich sehne mich nach einem Profi, so er denn helfen kann! Ich werde meinem Mister X vorschlagen, dass wir uns ab August, wenn seine Therapie endet, in eine Paartherapie begeben. Da seh ich sehr viel mehr Potential vorwärts zu kommen als wenn ich alleine in einer Therapie nur an mir rumdoktore.

    Vielen lieben Dank!

    Alba

    Liebe Anni,

    Ich antworte dir hier im EKA-Bereich weil es von hier kommt.

    Zitat
    191-283f77724815f2c02d0cc06051d99d4b090c3bbc.jpeg Zitat von Alba_tros Ich hab ihm auch mal wieder frei gestellt zu gehen, wenn er unsere Vergangenheit, die mir so zu schaffen macht, nicht mehr mit mir aushalten und aufarbeiten möchte.

    Anekan: Das ist mir schon häufiger aufgefallen, dass du ihm "anbietest" zu gehen. Er ist doch erwachsen und kann gehen wenn er will.

    Dass ich ihm anbiete zu gehen ist eine reine Trotzreaktion meines EKAs.

    Wenn ich dir zu anstrengend bin, dann geh doch. Du liebst mich sowieso nicht genug um mich „auszuhalten“.

    Dazu kommt, dass ich auf keinen Fall will, dass er nur aus Pflichtgefühl, Bequemlichkeit oder emotionaler Abhängigkeit von mir bleibt. Ich will dass er bleibt weil mich aufrichtig liebt. Wenn das nicht der Fall ist, kann und soll er gehen.

    Als sunshine_33 geschrieben hat, dass sie denkt, ich hätte damals beim letzten Beziehungsschluss Mister X mit Absicht eifersüchtig gemacht damit er bleibt, war ich echt beleidigt.

    Was sie nicht wissen kann, ich bin mit einem wirklich manipulativen Vater aufgewachsen, ich weiß wie es ist manipuliert zu werden, wenn nichts was du bekommst umsonst ist. Mein Vater wollte Zuneigung, Respekt, Ehrfurcht und Bewunderung als Gegenleistung für alles haben.

    Gerade deswegen ist es mir so wichtig, Liebe umsonst zu bekommen. Wenn ich sie mir künstlich mit Eifersucht herbeimanipulieren muss, dann wäre das Abfall für mich.

    Deswegen schreibe ich es seitdem hier immer explizit mit auf, damit nur ja keiner denkt, ich würde auf dem armen Kerl nur rumtrampeln um ihn mir zurecht zu biegen.

    Es ist eher so, dass ich ihn nach Strich und Faden ehrlich und schonungslos mit all meinen schlechten Seiten konfrontiere um ihn zu prüfen. Falls er dann immer noch da ist, dann könnte es ja vielleicht sogar was „Echtes“ sein. Vielleicht kann ich dann ja auch auf seine Liebe vertrauen, weil er sie mir bewiesen hat. Mein EKA in mir kann gar nicht glauben, dass es tatsächlich noch einen anderen Menschen außer mir selbst gibt, der es um seiner selbst Willen lieben könnte. Wenn jemand zu mir sagt „ich liebe dich“, dann sagt die Stimme in meinem Kopf: Ach das klingt aber nett, gut dass du mich nicht wirklich kennst, so liebst du nur das, was du an und in mir siehst. Ich könnte mich noch netter verhalten, dann würdest du mich noch mehr lieben.

    ?( Es ist der letzte Scheiß.

    Liebe Grüße ihr da draußen.

    Alba

    Liebe Anni :)

    Dein Kommentar erfordert zwei Antworten, eine hier im Angehörigenbereich und eine bei den EKAs.

    Aber was vermutlich nicht aufhört, ist das Leiden und der Schmerz. Denn der hat mit Mr X doch eigentlich gar nichts zu tun. Ich schreibe das so direkt, weil es bei mir gerade klick gemacht hat. Meine Probleme sind nicht weg, nur weil ich mich von Mr Unbekannt getrennt habe. Schlimmer noch, jetzt sind da nur noch meine Probleme.

    Da hast du völlig Recht! Allerdings ist es bei mir anders gelagert: Ich hab nur in Beziehungen dieses Leiden und den Schmerz. Das fängt bei mir erst an, sobald bestimmte Gefühle im Spiel sind. Wie eben Vertrauen wollen, Liebe geben und bekommen, Geborgenheit erfahren und sich auf Verlässlichkeit ausruhen können. Allein als Single hab ich tatsächlich keine Probleme, keine Gefühle - keine Probleme = nichts zum bearbeiten.

    Ich bin jetzt 36, habe so ungefähr 6 bis 7 längere und kürzere Beziehungen durch und immer hab ich es beendet, wenn ich mich so gefühlt habe, wie zur Zeit mit Mister X. Das Schema läuft also immer gleich ab. In dieser Konstellation heute kommen noch meine Flashbacks aus seinen vergangenen aktiven Suchtzeiten obendrauf sowie zwei kleine Kinder dazu.

    Offensichtlich hab ich bisher nicht gelernt, anders und besser mit meinen Gefühlen umzugehen. Ich hab immer abgebrochen wenn ich unglücklich genug war.

    Ich sitze immer noch hier in dieser Situation und versuche alle möglichen Wege zu finden, wie ich in einer Beziehung besser klar kommen kann. Ich muss die Gefühle aber fühlen um mit ihnen arbeiten zu können, wenn ich gehe und nicht weiter arbeite, dann sitz ich in ein paar Jahren in genau der selben Situation wieder - nur mit einem anderen Mann.

    Ich will einmal wissen, was nach diesem Punkt, an dem ich mich gerade befinde, kommt.

    Beim letzten Mann hab ich geschwiegen und bin schließlich davongelaufen (Fremdgehen), diesmal rede ich über alles und kämpf mit mir mit allen Mitteln die ich habe.


    Aber anders herum: Wenn der Gaul tot ist, soll man absteigen. Das hab ich sehr wohl im Hinterkopf.

    Sei lieb gegrüßt!

    Alba

    Guten Abend in die Runde.

    Ich mag erzählen, was so passiert, denn immer wenn ich denke, jetzt hab ich einen guten stabilen Zustand erreicht, passiert wieder was für mich völlig Unerwartetes.

    Mister X war von Samstag-Mittag bis Pfingstmontag-Mittag „Draußen“ unterwegs. Soweit alles gut, dachte ich.

    Ich fing an, als er weg war, mich abends sehr einsam zu fühlen und deswegen ein paar Tränchen zu verdrücken. Hab´s auf irgendwelche Hormone geschoben (die haben Frauen ja ab und zu) und gehofft, dass es am nächsten Tag wieder vorbei ist, der Einsamkeitsanfall.

    Dann hatte ich einen verstörenden Traum indem ich dem Mister X fremdgehe. Es hat sich im Traum genauso angefühlt wie damals, als ich „meiner großen Liebe“ ungeplant fremd gegangen bin. Damals war ich emotional am Verhungern, hab es aber so gut ignoriert, dass es mir außer dem Gefühl sehr trauriger Resignation gar nicht so richtig bewusst war.

    Als Mister X daher kam und lieb zu mir war, hab ich zugegriffen. Mich an Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit satt gegessen.

    Nur in diesem Traum war es Mister X, der im Hintergrund herumgeisterte - da aber nicht anwesend - und ich mit irgendeinem gesichtslosen Typen rummache um mir etwas zu holen, dass ich schmerzlich vermisse.

    Der Traum hat mich richtig erschreckt, denn er handelt von einer Situation, in die ich nie wieder hinein möchte aber gefühlsmäßig anscheinend direkt drauf zu steuere.

    (BTW, Fremdgehen war das schlimmste, was ich jemals einem anderen Menschen angetan habe und was ich nie wieder tun werde. Sein Blick verfolgt mich heute noch als ich gebeichtet und die Beziehung beendet habe, in dem Moment ist sein Herz gebrochen.)

    Durch den Traum hab ich darüber nachgedacht, warum ich mit Mister X solche hoffnungslosen Gefühle habe und bin darauf gekommen, dass ich ihm nach wie vor nicht vertrauen kann, ich hab wahnsinnige Angst und das ist ganz schlimm für mich. Ich fühle ein kleines Fünkchen Liebe in mir für ihn wieder aufkeimen, bis auf den Flashback läuft es gut zwischen uns und mit den zugelassenen positiven Gefühlen für ihn kommt meine geballte Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und VERTRAUEN hoch.

    Das war schon alles sehr aufwühlend für mich, da war Mister X noch nicht mal wieder da. Als er zurück kam, sind wir wieder aus Nichtigkeiten aneinander geraten. Es war nicht mal ein Streit, ich war fordernd und hyper-empfindlich, er war genervt und störrisch und am Ende war ich so so so wütend auf ihn (Flashback), dass ich am liebsten Dinge geschmissen, Türen geknallt und ihn wieder raus geworfen hätte. Zum Glück hab ich nicht ganz die Beherrschung verloren, bevor ich Dinge sage oder tue, die ich nachher bereue, bin ich spazieren (Wutstapfen) gegangen.

    Nach 45 Minuten war ich abgekühlt genug um wieder Heim zu gehen, hab dann noch ausgiebig im Bad geweint und mich so langsam wieder auf normal runtergeschraubt.

    Ich hab viel darüber nachgedacht, was mit mir da eigentlich passiert, wie es zustande kommt und was ich dagegen tun kann/ tun möchte.

    Was mir zuerst bewusst wurde: Hier ist meine Grenze erreicht, weiter will ich nicht gehen. Wenn ich mit einem Menschen regelmäßig so ausflippe, es mir so schlecht geht, ich fast die Beherrschung verliere, dann ist das nichts was ich haben möchte. Das kann nicht gesund oder normal sein, nicht mal annähernd. Logische Konsequenz: Beende das Ding mit Mister X endgültig, dann hört auch das Leiden und der Schmerz auf.

    Dann fühle ich eine große Unsicherheit, irgendwie gaukelt mir immer noch vor, wir könnten es in eine stabile, gute Beziehung schaffen. Er ist seit 1 3/4 Jahren trocken und bis auf seine Zeiten für Suchtersatzverhaltensweisen, die bisher noch alle paar Monate auftraten (und die vielleicht im Laufe der Zeit weniger werden je länger er trocken ist???), ist unser Alltag gut. Ich würde sogar sagen, eigentlich bin ich zufrieden. Eigentlich, wenn ich jetzt nicht so schlimme Gefühle und Flashbacks hätte.

    Es gibt jetzt noch eine zeitlich begrenzte Zwischenlösung für mich, die ich ausprobieren werde. Anscheinend hab ich ja zu viele gute Gefühle mit und für Mister X, je „näher“ ich ihn emotional an mich ran lasse um so schlechter geht es mir. Also muss ich den Abstand erstmal wieder vergrößern um ihn anschließend entweder schrittweise, langsam und für mich verträglich zu verkleinern oder ich baue ihn endgültig aus, sprich wir trennen uns für immer.

    Konkret bedeutet das, ich nehm das Plus aus unserer Freundschaftsbeziehung raus. Keine körperliche Liebe mehr, denn ich, Alba, kann nicht mit jemanden in die Kiste steigen ohne dass tiefere Gefühle bei mir entstehen. Irgendwie hatte ich diesen Sachverhalt bisher ignoriert, dämliche Eierstöcke, die flüstern mir nur Blödsinn ein. :rolleyes:

    Ich habe heute mit Mister X darüber geredet (und natürlich wieder viel geweint). Vor allem wie sehr mir das zu schaffen macht, dass ich ihm nicht vertrauen kann, wieviel Angst ich davor habe emotionale Nähe zu ihm zuzulassen und was ich geträumt habe. Ich hab ihm auch mal wieder frei gestellt zu gehen, wenn er unsere Vergangenheit, die mir so zu schaffen macht, nicht mehr mit mir aushalten und aufarbeiten möchte. Er ist nicht begeistert (kein Sex mehr), hat mich mit Taschentüchern versorgt und mich zum Trost in den Arm genommen und hat gesagt, er sitzt das aus, er bleibt.

    So kacke alles ist, ich bin erleichtert dieses Gespräch (Seelen-Striptease) mit ihm geführt zu haben. Es tut gut zu zeigen wo es wirklich weh tut, vor allem demjenigen, der die Wunden in der Vergangenheit verursacht hat. Noch besser wenn er Taschentücher bringt und versucht mich zu trösten.

    Ich werde berichten, wie es weiter geht. Liebe Grüße an euch

    Alba

    Guten Abend in die Runde.

    Es war okay.

    Mister X kam gegen Mittag hier an, hat kurz was gegessen und dann den restlichen Tag mit dem Größeren und teilweise auch dem kleineren Kind verbracht.

    Kurz nach seiner Ankunft begannen meine Gedanken nach „früher“ abzudriften und unschöne Erinnerungen kamen hoch. Ich hab mit Absicht aufgehört drüber nachzudenken und mir Mühe gegeben, der Situation eine neutrale, neue Chance zu geben. Hat funktioniert, Mister X hat sich nicht wie früher verhalten und meine Gedanken/Gefühlsspirale hat sich nicht weiter bis zum Flashback gedreht.

    Als er mit dem großen Kind raus in den Garten ist und das Kleine Mittagsschlaf gehalten hat, hab ich mir ein Salz-Vollbad gegönnt. Das war schön, ruhig und entspannend. Zeit für mich 8)

    Als das Kleine wieder wach war, sind wir auch raus zum Papa und tatsächlich zur normalen Tagesordnung übergegangen.

    Ich bin jetzt nicht total happy oder euphorisch, es war einfach in Ordnung. Wir werden das in Zukunft weiterhin so gestalten, haben wir in einer kurzen Rücksprache beschlossen. :)

    Liebe Grüße an euch

    Alba

    Hallo in die Runde!

    Der Vater meiner Kinder ist heute Morgen losgefahren in neue Outdoor-Gefilde, voraussichtlich bis Donnerstag.

    Wir haben vor Abfahrt nochmal kurz gesprochen, wie wir die Situation beide gestalten könnten, wenn er zurück kommt. Meine Triggerpunkte (die ich beim letzten Mal gut identifizieren konnte) versuchen wir zu berücksichtigen. Sprich, er versucht mir entgegen zu kommen und ich versuche positiv zu denken und nett zu bleiben.

    Konkret bedeutet das:

    Er kommt erst hier her, wenn er ausgeruht genug von seinem Trip ist, um ab Ankunft sich um die Kinder zu kümmern. Die freuen sich sowieso wie Schnitzel wenn der Papa wieder da ist und ich habe dann direkt eine Entlastung und kann die „Pause“ für meine eigene Gefühlspflege nutzen. Das wäre ziemlich konträr zu den früheren Saufzeiten und den letzten Malen - da kam er immer müde und hungrig zurück und hat sich für den Rest des Tages rausgenommen, während ich trotz seiner Anwesenheit weiterhin „alleinerziehend“ war.

    Ich hoffe das funktioniert um die Situation „des nach Hause kommens“ für mich neu und positiv zu besetzen und wir nach ein paar Stunden einfach geschmeidig in den Alltag übergleiten. Ohne Flashback, Stress und familiäre Spannungen.

    Liebe Grüße an euch

    Alba

    Hallo Daniela! 👋

    Ich bin auch ein EKA und mein Leben ist quasi ab dem Punkt kompliziert geworden als ich eigene Kinder bekommen habe. Ich glaube ich kann nachvollziehen was du meinst 🙃

    Schreib doch einfach drauf los, mir selbst hilft Schreiben sehr gut beim Aufarbeiten, Sortieren und Reflektieren um dann das "Kapierte" von der Theorie in die Praxis umzusetzen. Der Mistberg aus der Kindheit wird nur kleiner wenn man anfängt zu schaufeln. 😉

    Liebe Grüße

    Alba

    es wäre eine große Hilfe für dich, wenn du das mit therapeutischer Hilfe angehen würdest, denn das hat mir so sehr geholfen, auch von meiner Erwartungshaltung weg zu kommen und das fühle ich jetzt ganz tief in mir, dass das wirklich nicht gut ist.

    Und ich habe auch einen zweijährigen hier und mache immer noch meine Therapie ( nicht mehr wegen meines Mannes sondern meiner ursprungsfamilie) denn ich denke, es wäre für die Kinder wesentlich besser, wenn sie eine stabile Mutter und vor allem ein stabiles Elternpaar hätten.

    Liebe Blume52,

    Danke für deinen Beitrag! Wenn ich gar nicht weiter komme, dann werde ich mir therapeutische Hilfe suchen, schon aus Eigeninteresse. Bis dahin schreibe ich hier im Selbsthilfeforum und bin auch für kritische Beiträge - wie deinem - sehr dankbar!

    Du hast jedenfalls so toll geschrieben, dass ich gut verstehen konnte was du mir sagen willst ohne mich angegriffen zu fühlen. <3

    Danke für den ganzen Input, jetzt hab ich was zum Nachdenken.

    Ich habe gerade nochmal kurz mit meinem Mister X geredet und ihm gesagt, dass ich verstehe, wenn ihm meine emotionalen Entgleisungen zu viel werden sollten und er dem ganzen einen Schlussstrich verpasst und für immer geht.

    Ich sagte ihm, dass ich weiß dass ich ihn ungerecht behandle, vor allem wenn ich meine Erwartungen an ihn nicht direkt ausspreche, selbst wenn ich denke meine Erwartungen an ihn sind „normal“. Ich sagte ihm auch nochmal klipp und klar, dass ich ihn nur sehr mag, dass das was wir haben von meiner Seite aus eine Beziehung basierend auf Freundschaft ist.

    Er hat gelacht und gesagt, er kann und wird gehen wenn es ihm zu bunt mit mir wird. Dafür hat er genug Selbstbewusstsein und wir haben nicht umsonst alles so geregelt, dass jeder ohne Probleme sein eigenes Leben leben kann. Er ist freiwillig hier.

    Ihm geht es so, dass er uns als Familie auf keinen Fall aufgeben will. Wir haben gemeinsam so gekämpft und geackert um aus der Sucht und ihrem Strudel als Familie auf einen besseren Weg zu kommen, das wird er nicht so schnell wegwerfen bloß weil ich dazwischen mal biestig bin.

    Er findet Freundschaft als Basis für eine Beziehung ausreichend, ihm ist das genug.

    Momentan "eierst" Du herum und willst nur das Positive mitnehmen, das wird aber nicht funktionieren.

    Und irgendwie fehlt Dir der Mut zu sagen, und Dir selbst einzugestehen, dass Du die Beziehung beenden willst.

    Ist das so?

    Ja ich eiere rum. Ich will die Beziehung nicht beenden. Ich will nicht mehr leiden, weder an Flashbacks noch an unerfüllten Erwartungen. Die Lösung dazu finde ich wohl nur in mir selbst, Mister X ist nämlich anders als ich zufrieden damit wie es läuft (wenn ich nicht gerade ne Szene mache). Also ist es mein Problem und er ist nicht die Lösung.

    Mir schmeckt das gar nicht, aber ich versteh schon, dass ich so auch nicht weiter komme. Ich versuche jetzt erstmal mit den Flashbacks und meinem Frust besser umzugehen, tatsächlich bleibt es aber dabei, dass ich dann Abstand und Raum für mich alleine brauche. Vielleicht ist es wirklich so, dass man eine Beziehung nicht einfach in eine Freundschaft überführen kann weil die Altlasten zu groß sind ( Sunshine_33 ). Vielleicht überschätze ich mich und meine Beziehungsfähgkeit gnadenlos (sonst würde ich ja nicht so austicken oder?).

    Nächste Woche fährt er wieder weg nach Draußen, das ist doch ne super Gelegenheit zum üben.

    Im Moment bin ich emotional echt total zerissen ;(

    Bin ich die Einzige, die sich irgendwie darüber ärgert, wenn sich der trockene Alkoholiker darüber beklagt, dass der Partner nach (oft) Jahren, in dem er/sie die ganze Palette einer Alkoholikerkarriere live vom Wohnzimmer mitverfolgen durfte, die "Frechheit" besitzt nicht einfach zum Tagesgeschäft zurück zu kehren?

    Ja, Alkoholiker sollen sich gerade am Anfang auf sich konzentrieren, aber da kann man doch vielleicht einmal kurz auch darüber reflektieren, was man dem Partner eigentlich alles angetan hat. Die Liste ist nämlich lang und oft auch der Zeitraum, in dem das alles stattgefunden hat. Und wenn dann noch jemand kommt und mit dem Argument "selber schuld, hättest auch gehen können" um sich wirft brodelt innerlich etwas in mir. Es gibt Leute, die bleiben. Haben geholfen den anderen aus dem Morast zu ziehen, aus dem er selbst ohne Hilfe nicht mehr raus kam. Und als Dank werden sie nun gefragt, warum sie so schmutzig sind.

    Nachtschicht, du sprichst mir aus der Seele!

    Tatsächlich empfinde ich es im ersten Augenblick als bodenlose Frechheit!

    Zu Mister X sagte ich: Weißt du wie das für mich klingt? Ich kann es dir in ein Beispiel übersetzen. Wäre ich dein Hund gewesen und du hättest mich Jahre lang geschlagen, wirst es jetzt aber nicht mehr tun … natürlich zucke ich jedesmal zusammen wenn du die Hand hebst um mich zu streicheln. Jetzt überlegst du ernsthaft ob es nicht besser wäre mich ins Tierheim zu geben weil dich meine Handscheuheit und Angstbeißerei nervt. ODER WAS???

    Da kuckte er etwas betroffen und sagte: Nein natürlich nicht.

    Ich halte meinen Ärger und meine Kränkung darüber, dass er erstmal so wenig Verständnis für meine Reaktionen aufbringt nur deswegen im Zaum, weil ich nach all den Jahren weiß, dass er (anders als ich) emotional eher grob gestrickt ist. Für feine emotionale Nuancen hat er keine Begabung, man muss ihm Gefühlsdinge schon glasklar und drastisch erklären, damit er kapiert worum es geht. Ihm selber ist ein Gefühlsleben wie ich es habe eher fremd, er genießt den Umstand, einfach immer gut drauf zu sein (das ist z.B. eine Eigenschaft, die ich wirklich an ihm mag). Nur ganz selten ist er es nicht und dann ist in der Regel was Größeres im Busch. Ein fröhlicher Holzklotz sozusagen.

    Ich hab gelernt, dass ich mit ihm besser fahre wenn ich versuche die Botschaft des Gesagten zu erfassen und darauf reagiere und seiner Wortwahl/Ausdrucksweise einen zweitrangigen Platz gebe. Auch wenn ich da manchmal ganz schön schnaufen muss. X( X( X(

    Ich weiß nicht wie es anderen trockenen Alkoholikern mit ihrem Gefühlsleben geht, wahrscheinlich ist das sehr individuell. Die Antennen für andere Menschen, das Einfühlungsvermögen und Verständnis für die emotionalen Abläufe beim Gegenüber sind ja von Mensch zu Mensch wahnsinnig verschieden. Ich bin ein EKA, gefühlsstark und manchmal bilde ich mir ein vielleicht etwas hochsensibel, außerdem Mutter von zwei kleinen Kindern - ich bin mit jeder Faser drauf geeicht die Gefühle und Stimmungen meiner Mitmenschen aufzufangen und einzuschätzen.

    Mister X ist von Haus aus mit Antennenstummeln ausgestattet und hat sich Jahrelang seine Gefühle stumpf gesoffen.

    Da muss ja eine Lücke zwischen uns klaffen was das Verständnis und die Nachvollziehbarkeit für und von Gefühlen betrifft.

    Ich hab ihm in unserem Gespräch ja nochmal ausführlich erklärt wie es mir bei einem Flashback ergeht, wie er Zustande kommt, dass ich hoffe sie werden mit der Zeit weniger, dass ich mir Hilfe für mich suche, wenn der Zustand in einem Jahr immer noch so sein sollte und das er es einfach aushalten muss. So wie ich auch.

    Seitdem ist er wieder sehr freundlich, entspannt und gut drauf - ein angenehmer Zeitgenosse.

    Ich vermute, tragischer Weise kann ein Alkoholiker der trocken geworden ist, nicht vollumfänglich nachvollziehen, wie die Auswirkungen der aktiven Sucht die Angehörigen beschädigt haben. Wie auch, er war ja auf der anderen Seite der Medaille. Die Angehörigen zermartern sich das Hirn und wollen unbedingt verstehen, wie die Sucht funktioniert. Das können sie nicht, man muss schon süchtig sein um zu wissen was die Sucht ist. Sie müssen es akzeptieren wie es ist, ohne es nachvollziehen zu können.

    Dasselbe erwarte ich von „meinem“ trockenen Alkoholiker. Er muss nicht verstehen wie es ist Angehöriger eines Alkoholikers zu sein, dazu müsste er das ja selber erlebt haben einer zu sein (vorausgesetzt er ist kein EKA oder Co der selbst süchtig ist, aber die können nachvollziehen, wie es auf beiden Seiten ist. Vermutlich gleich sch….)

    Ich erwarte, dass er akzeptiert, dass ich so verletzt und beschädigt durch ihn bin wie ich halt bin, auch wenn er es nicht nachvollziehen kann.

    Liebe Grüße an euch!

    Alba

    Guten Abend in die Runde!

    Der Vater meiner Kinder und ich hatten heute noch ein zweites Gespräch und so langsam kommt vielleicht Licht für mich ins Dunkle.

    Mister X denkt, dass er in der Aufarbeitung seiner Suchtvergangenheit weiter ist als ich in meiner Angehörigenvergangenheit. Er findet ebenfalls, wenn ich „uns“ in Zukunft eine echte Chance geben will, dann muss ich wahrscheinlich auch Therapie machen. Er findet meine Flashbacks ziemlich belastend.

    Das hab ich erstmal knurrend so stehen lassen und dann ist mir eingefallen, er hat wahrscheinlich Recht! Aber ich musste es erst in meine Situation als Angehörige übersetzen.

    Die suffbedingten Auseinandersetzungen zwischen uns begannen in der Schwangerschaft mit Kind Nr. 1. Als Kind 1 ein halbes Jahr alt war beendete Mister X aus heiterem Himmel die Beziehung für kappe 2 Wochen - dann kam er zurück. Ich hab funktioniert weil ich ein Stillbaby hatte. Die Alkoholsucht des Mister X ist mir bewusst geworden, da war ich gerade einen Monat schwanger mit Kind Nr. 2. Ich hab funktioniert weil ich ja auch Kind 1 hatte. Vor lauter Stress hatte ich im 7. Schwangerschaftsmonat eine Gürtelrose, die ich unbehandelt weil schwanger, durchgemacht habe. Im 8. Schwangerschaftsmonat hab ich die Beziehung zu Mister X beendet weil ihm sein Bier wichtiger war als alles andere. Ich hab weiterfunktioniert, Mister X hatte seine Einsicht und kam zurück. 3 Wochen vor errechneten Termin kam Kind 2 und ich hab die ganze Zeit einfach immer weiter funktioniert…

    Jetzt ist Kind 2 ein Jahr und acht Monate alt, es braucht mich nicht mehr ganz so sehr, das Leben mit Mister X läuft eigentlich in gefestigten Bahnen.

    Könnte es sein, dass jetzt die Zeit für richtige Aufarbeitung erst gekommen ist?

    Mister X ist trocken kein einfühlsamer Heiliger geworden und ich bin normalerweise auch nicht aus Zucker… Sein Verhalten finde ich nach wie vor nicht super, aber dass ich so ausflippe, so heftige Flashbacks habe dass ich zwischen 12 und 24 Stunden brauche um wieder ganz runter zu fahren… Vielleicht war die Vergangenheit für mich traumatischer als ich gedacht habe?

    In letzter Zeit stellt mein Gehirn auch in Zusammenhang mit Gerüchen bemerkenswerte Halluzinationen her. Mister X hat Zwiebeln gegessen oder irgendwas mit Käse/Salami und meine Nase meint eine Biernuance dahinter wahrzunehmen. Wenn ich dann nochmal richtig an ihm schnuppere rieche ich keinen Alkohol oder Bier aber im ersten Moment kommt es mir so realistisch vor, dass es mich echt verunsichert.

    Letztens hab ich ne halbe Panikattacke erlitten, weil Mister X im Garten ne braune Flasche in der Hand hatte, die er gerade zum Mund geführt hatte und trank. Ich hab zufällig aus dem Küchenfenster geschaut und obwohl ich rational wusste, dass höchst unwahrscheinlich (aber nicht unmöglich) ist, war ich so aufgewühlt, dass ich zum Kontrollieren rausgegangen bin (ich hab davor noch nie kontrolliert). Ich bin zu ihm hingestapft, hab „Karamalz“ auf der braunen Flasche gelesen und bin wieder rein gegangen. Da konnte ich mich dann wieder beruhigen. X/

    Das Gespräch zwischen uns ging weiter und ich sagte zu ihm, wenn ich in einem Jahr immer noch solche Flashbacks habe, dann such ich mir eine Therapie. Jetzt nicht, weil ich jetzt noch nicht bereit bin, mich zu 100% drauf einzulassen. In einem Jahr ist Kind 2 soweit, dass es mich noch weniger braucht als jetzt. Heute und hier hab ich keine Kapazitäten frei um ernsthafte Therapiearbeit zu leisten und ich will auch nicht als heulendes Häufchen Elend den Alltag mit den Kindern bestreiten müssen.

    Funktionieren kann ich, da kann ich das auch noch ein Jahr so weiter machen.

    Außerdem hoffe ich, dass meine Flashbacks weniger heftig und häufig werden indem ich ihnen Raum gebe wenn sie kommen, sie bewusst durchlebe und anschließend mit Mister X bespreche (eigentlich müsste es beheule heißen). Ich muss die Vergangenheit ja mit ihm aufarbeiten, ein Therapeut wäre da sicherlich hilfreich, aber ich hoffe es geht auch ohne.

    Deswegen muss er damit leben wenn ich ihn wegschicke und wenn ich nicht besonders nett zu ihm bin, dann möge er es bitte in dem Moment nicht auf die Goldwaage legen.

    Mister X macht sich Sorgen über die Zukunft, dass wir an der Aufarbeitung scheitern und diese Sorge ist nicht unbegründet. Diese letzte Attacke war so heftig, dass ich in dem Moment nur noch weg von ihm will. Ich will das alles nicht mehr fühlen und aushalten müssen. Wozu alles aufarbeiten wenn eine Trennung von ihm doch die Lösung all meiner Probleme mit ihm bedeutet? Ich würde auch neue Liebe finden, da bin ich mir sicher.

    Ich bleibe wegen der Kinder und weil ich auf eine Familie und Zukunft basierend auf Freundschaft baue. Wenn ich es aushalte. Hat hier jemand zufällig eine Kristallkugel in die ich mal kucken könnte?

    Liebe Grüße an euch

    Alba

    Die große Liebe, gibt's die überhaupt?

    Klar gibt´s die :D

    Die hab ich nämlich bestimmt schon 2 Mal selber gefühlt und von mindestens 3 Männern war ich sie. Sie ist also nicht einzigartig und sie findet in meinem Kopf statt.

    Ich war schon mal mit einem Mann zusammen, den ich geliebt habe wie davor und danach nicht nochmal einen. Aber er war (unbewusster) Alkoholiker mit Neigung zu Depression. Ich bin neben ihm emotional verhungert und schließlich in die Arme eines anderen davon gelaufen. ?(

    Die Erinnerung an ihn zieht mir heute noch im Herz und ich will ihn lieber nie mehr wieder sehen oder sonstwie Kontakt zu ihm haben. Viel zu gefährlich.

    Dieses Desaster hat mich dahingehend auch zum Umdenken gebracht. Was nützt mir die größte Liebe wenn sie mich nicht trägt? Lieber auf eine solide Freundschaft bauen, die hat wenigstens Bestand. So ungefähr denke ich. Ich kann noch so super beziehungsfähig, konfliktfähig, emotional gebildet und reflektiert werden, mein Herz bzw. meine Prägung steht nun mal auf psychisch/emotional beschädigte Menschen mit Hang zur Sucht.

    Guten Abend in die Runde!

    Wir haben geredet, der Zyklus kommt also langsam wieder zum Ende.

    Zyklus: es läuft gut, das Leben als Familie und der Alltag plätschern so dahin - es passiert etwas bzw. Mister X tut etwas worüber ich mich sehr sehr ärgere - wir haben eine Auseinandersetzung - wir gehen auf Abstand um Abzukühlen - wir führen ein klärendes Gespräch und vertragen uns wieder - es läuft gut, das Leben als Familie und der Alltag plätschern so dahin.

    Als wir uns damals ineinander verliebt hatten gab es noch keine Auseinandersetzungen, die kamen erst als die Sucht Fahrt aufgenommen hatte und da lief es dazwischen auch nicht mehr gut, das Leben als Familie und der Alltag holperten und stolperten nur noch dahin.

    Ich versuche die Ergebnisse des Gesprächs zusammenzufassen:

    Mister X versteht warum es mir so ergeht, warum ein paar bestimmte Trigger ausreichen um mir einen fetten Flashback zu verpassen. Er findet ich soll eine Therapie für Angehörige machen um mein Gefühlsleben in Bezug auf ihn besser bewältigen zu können.

    Er wird in der Situation sauer weil er sich von meinem Verhalten gekränkt und abgewiesen/unerwünscht fühlt. Er wird auch auf sich sauer, weil er weiß, dass mein garstiges Verhalten die Reaktion auf sein Verhalten aus der Saufvergangenheit ist.

    Seine Abwehrreaktion/Selbstschutzmodus auf/gegen mich bewirkt, dass er dann gar keinen Bock mehr auf mich oder die Kinder hat und sich zurück zieht (das bringt mich dann richtig zum überkochen).

    Ich hab ihm erzählt, dass es mir so schlimm ergeht während so eines Gefühlsanfalls, dass ich zwar weiß, dass ich auf sein Verhalten hin überreagiere, aber es nicht stoppen kann. Ich kann nicht nett zu ihm sein wenn ich innerlich am Ausflippen bin. Ich werde ihn dann auch in Zukunft weg schicken, weil ich in dem Moment keine andere Möglichkeit habe mich wieder zu beruhigen.

    Wir werden versuchen, dass er bei Rückkehr von einem alleinigen Outdoor-Ausflug hier nur seine Sachen im Keller verräumt und sich dann wieder verzieht. Ich werde ihm Bescheid sagen wenn „meine rote Zeitzone“ abgelaufen ist und er wieder herkommen kann ohne dass ich ausraste.

    Wann ich mit ihm und den Kindern zusammen wieder fern ab vom Schuss Zelten, Lagerfeuer usw. machen kann, weiß ich jetzt noch nicht. Ich hab gemerkt, dass ich mehr Angst davor habe, abhängig von ihm da draußen zu sein als dass ich es mir wünsche diese Art von Unternehmungen endlich wieder zu machen. Solange meine Furcht noch so groß ist, setze ich mich selbst total unter Druck… ich möchte wirklich so so soooooo gerne wieder raus, ich vermisse es so sehr und gleichzeitig hab ich die Hosen getrichen voll. :(

    Ich bin z.B. auch immer neidisch wenn er für solche Unternehmungen abhaut weil ich das Schöne nicht erleben kann. Also Tempo raus und Erwartungen an mich selbst runter schrauben. Vielleicht klappt es dieses Jahr noch nicht wieder, weil ich noch nicht bereit bin mich mit ihm wieder auf sowas einzulassen.

    Ich hab ihm auch noch gesagt, dass ich mir wünsche, er würde seine Verantwortung der Familie und den Kindern gegenüber besser wahrnehmen. Bei mir kommt es immer noch so an, dass er fröhlich bei der erstbesten Gelegenheit aus der Verpflichtung aussteigt, weg ist und erst ziemlich spät wieder einsteigt. Er meinte dazu, mental ist es jetzt nicht mehr so, er macht sich wesentlich mehr Gedanken darüber wie es uns geht und ob er guten Gewissens wegfahren kann. Zu Saufzeiten war es ihm egal… Dennoch, es macht ja keinen Unterschied in seinem Verhalten uns gegenüber. Weg ist weg. Vielleicht denkt er mal drüber nach.

    Ich sag´s euch, das ist Schwerstarbeit so eine durch die Sucht zerüttete Beziehung wieder auf einen guten Weg zu bringen. X/

    Ich weiß auch nicht, ob ich das Richtige tue, indem ich weiter mit ihm „ackere“. Ich will meinen Kindern unbedingt eine stabile Familienstruktur mitgeben, ein zu Hause in dem zwar (ordentlich und nicht unter der Gürtellinie) gestritten wird aber genauso nach konstruktiven Lösungen gesucht und sich auch wieder vertragen wird. Mister X wird charakterlich nie meine große Liebe sein, aber ein sehr guter Freund ist er eben schon für mich. Für die Familie bin ich bereit weiter zu machen, ohne Kinder wäre ich schon längst weg, hätte aber nie so viel über mich selbst gelernt und mir so viele Fähigkeiten im Umgang mit mir selbst und anderen Menschen angeeignet. Das Leben mit Mister X ist eine der härtesten Herausforderungen, denen ich mich je gestellt habe.

    Gute Nacht

    Alba

    Mr. X ist übrigens wieder da. Hab ihm heute Nachmittag geschrieben dass ich mich wieder gefangen hab und er wieder hier sein und schlafen kann - wenn er mag.

    Er mag.

    Jetzt eiern wir noch ein bisschen umeinander rum, reden irgendwann und dann machen wir weiter. Bis zum nächsten Mal. 🙄

    Können wir das nicht einfach auslassen?

    Dein Mann trinkt nicht mehr, er hat seinen Teil erfüllt. Was vorher einfach weggetrunken wurde, tritt nun sehr offen zu Tage. Er kann nicht mit der Situation umgehen, wird er damit konfrontiert, schaltet er in den Schutz-/ Fluchtmodus.

    Ich weiß nicht, wie es in ihm selbst funktioniert, ich erlebe ja nur sein Verhalten…

    Was ich beobachten kann, er hatte schon immer die Tendenz, den unangenehmen, stressigen, anstrengenden Umständen des Lebens lieber zu entfliehen. Alkohol hat ihm da vortrefflich geholfen.

    Heute ist es so, dass er die meisten Anforderungen des Alltags gut meistert. Mit nur nicht Trinken ist es ja nicht getan, er hat inzwischen gute Strategien entwickelt und die meiste Zeit kann ich mich nicht über ihn beklagen… Außer dass er so alle 1 bis 3 Monate gekoppelt an die Outdoor-Aktivitäten aus unserem gemeinsamen Leben aussteigt und sich verhält wie früher zu Saufzeiten.

    Ich kann nicht mal einschätzen ob das in Ordnung ist (Alba, lass ihm doch mal seine Freiheit und seinen Spaß), ich weiß nur, dass ich dann freidrehe… :rolleyes:

    Denn vielleicht ist dein Mister X wie mein Mr Unbekannt ein Freiheitsminister (Google klärt auf 😉). Ich bin quasi konträr dazu in meinen Persönlichkeitsmerkmalen und da muss man in vielen Situationen extreme Kompromisse eingehen.


    Gestern hat Mr Unbekannt einen Satz gesagt, den ich noch wirken lassen muss. Aber es ist was wahres dran "es wäre schön, wenn du deine Enttäuschung darüber, dass ich nicht der bin, den du dir ausgemalt hast, nicht an mir auslässt". Alkohol hin oder her. Es ist einfach oft so ein "was-eckiges-in-was-rundes" stecken wollen. Einer muss sich für den anderen immer verbiegen.

    Jup. Genau so!

    Ich finde es in Ordnung, wenn sich beide ein wenig zueinander biegen. Nicht mehr, nicht weniger.

    Ich hab mal ein wie ich finde, gutes Paarbeziehungsbuch von einem recht erfolgreichen Paartherapeuten gelesen. Was hängen geblieben ist:

    - Eine Beziehung ist immer eine Zumutung weil man sich aneinander anpassen muss um erfolgreich zusammen leben zu können.

    - Wenn die Enttäuschung darüber, dass der andere nicht der ist den man sich ausgemalt hat verdaut ist, dann fängt die richtige Beziehung erst an.

    - Freundschaft ist eine fantastische Basis für eine beständige Beziehung weil jede romantische Liebe irgendwann vergeht.

    - Wenn es nicht passt, dann passt es nicht.

    Der Therapeut nimmt übrigens keine Suchtkranken, Persönlichkeitsgestörten oder geistig Behinderte in Behandlung. Da stößt die Paartherapie an ihre Grenzen.


    LG Sunshine

    Liebe Sunshine,

    Danke dass du dir die Mühe gemacht hast mir so ausführlich zu antworten. Im Moment kann ich mit deiner Sichtweise nichts anfangen aber ich schätze die Mühe, die du dir gemacht hast.


    Liebe Grüße an euch!

    Alba

    Was hat es mit der Kaffeemaschine und den Broten auf sich? Das klingt lächerlich.

    So klingt das für mich auch! ^^

    Da er die meiste Zeit bei mir wohnt hat er sein gesamtes Esszeug bei mir in der Küche, sein Kühlschrank in seiner Wohnung ist leer. Es ist einfach sehr viel bequemer für ihn, zu mir zu kommen und hier sein Essen und Kaffee zuzubereiten als sich was zu kaufen.

    Mir selbst war vor allem der Abstand wichtig, dass ich ihn an dem Abend/Nacht und am nächsten Morgen nicht sehen muss bis sich meine heftigen, negativen Gefühle wieder beruhigt haben. Ob er sich später am nächsten Tag hier Kaffee kocht oder sich Brote schmiert war mir zu dem Zeitpunkt egal, wichtig war, dass er JETZT weg ist.

    Wenn man die Anspannung endlich mal loswurde, dann kommt ein Triggerpunkt und plötzlich baut sich alles genau so haushoch wieder auf wie vorher. Posttraumatische Belastungsstörung quasi.

    Ja genau so! :|

    Mich haut es da richtig um, erst baut es sich langsam auf und mit jedem weiteren Trigger (sein Verhalten) gerate ich am Ende in einen Strudel aus Wut, Trauer, Verzweiflung, Enttäuschung… aus dem ich nicht mehr raus komme. Ich versuche dann verzweifelt mich soweit unter Kontrolle zu behalten, dass ich wahlweise nicht in Heulkrämpfe ausbreche oder den Vater meiner Kinder mit Vorwürfen beballere und meinen Frust lautstark an ihm ablasse.

    Bei mir kocht alles hoch und über, ich bin in dem Zustand nicht in der Lage ein vernünftiges Gespräch zu führen oder wenigstens Normalität im Umgang miteinander aufrecht zu erhalten. Alle Emotionen mit Gewalt runter schlucken um den Frieden zu wahren ist genau das - Gewalt und zwar gegen mich selber.

    Die einzige Lösung, die ich in dem Moment sehe ist, das er geht. Wenn er weg ist beruhige ich mich wieder und fahre nach und nach wieder so runter, dass ich wie ein Mensch reden, handeln und reagieren kann. Nicht wie ein Stier dem man mit einem roten Tuch vor der Nase rumwedelt :rolleyes:

    Hört das irgendwann wieder auf?

    Stefanie Stahl ;)

    Sehr hilfreich um sich selbst besser kennen zu lernen! Die Innere-Kind-Thematik hat mir sehr geholfen überhaupt rauszufinden, warum ich immer so an meinen Typen hänge und mich von ihnen so blöd behandeln lasse. Wider besseren Wissens emotional so gebunden zu sein, dass man nur schwer los kommt und auch nicht checkt warum.

    Ich hab mich damals selbst gefunden und gerettet, die kleine Alba hab ich seitdem an der Hand und ich verteidige sie gegen alles und jeden. Sie sitzt nicht mehr in dem Loch in dem ich sie gefunden habe und wartet darauf, dass eine Mama, ein Mister X oder sonst wer kommt um sie zu retten. Das hab ich, die große Alba gemacht.

    Gerade wegen den ungestillten Bedürfnissen und Erwartungen die ich aus meiner Kinderzeit mit mir rumtrage, versuche ich immer ganz genau auszuloten, was normale Ansprüche, Erwartungen und Bedürfnisse an Beziehungspartner, Eltern, Freunde, Geschwister usw. sind…

    Mein Schattenkind fühlt sich sicherlich gekränkt und für nicht wichtig genommen - von ihm. Von mir selbst schon, weil ich ihm emotionalen Freiraum geschaffen habe und meine Gefühle nicht bewerte. Ich hab sie halt und sie dürfen sein, ob kindlich oder sonst was.

    Die große Alba erwartet und wünscht sich, dass Mister X aus eigenem Interesse und Motivation mehr Zeit und Energie auf seine Familie verwendet als er es getan hat.

    Ich wünsche mir, dass er eigenverantwortlich seinen Teil zum Gelingen unseres gemeinsamen Lebens beiträgt.

    Ich hoffe das ist normal.

    Danke für eure vielen Antworten! <3

    Das ist das Gute an einer Selbsthilfegruppe, man bekommt die unterschiedlichsten Sichtweisen auf die eigene Lage als Feedback, je nach dem was dem lesenden Gegenüber am meisten ins Auge sticht.

    Gleich vorweg, das Schreiben hier und die Antworten aus verschiedenen Blickwinkeln haben bei mir insofern für Klarheit gesorgt, dass ich in Zukunft auf diesem Weg bleiben werde: Wenn ich mich in der Anwesenheit von Mister X so besch….. fühle muss er gehen bis es mir wieder besser geht. Ich brauche diesen Abstand dann wirklich und es ist das netteste und fürsorglichste was ich für mich selber tun kann. Mir Raum für meine Gefühle geben.

    Wenn es darauf hinausläuft, dass ich den Vater meiner Kinder dann nur noch wegschicken muss und dadurch das Ende unserer Familienkonstellation einläute - dann ist das so. Wenn es ihm zu bunt wird, dass ich so emotional reagiere und er dann immer weggehen soll, dass es ihm so reicht und er für immer geht - dann ist es so.

    Ich weiß keinen anderen Weg wie ich mit den Hürden der Vergangenheit, mit seinem und meinem Charakter und den unterschiedlichen Prioritäten die wir haben, besser umgehen kann. Im Moment seh ich hier kein Ende, weder ein Happy End noch ein Ende mit Schrecken, ich sehe nur einen Weg und den werd ich laufen und sehen wohin er mich bringt.

    Alba

    Ist er psychisch/emotional gesund geworden?

    Jedenfalls kommt es mir so vor, dass die Suchtstruktur seines Denkens und Fühlens weg ist. Als wäre es ein Wahrnehmungsfilter zwischen ihm und der Welt gewesen, der auch ohne Alkohol noch lange weiter funktioniert hat.

    Anscheinend wird er niemals „gesund“ oder was auch immer ich darunter verstehe oder ich vielleicht einfach Erwartungen an einen Typen habe, der sie niemals erfüllen wird, weil er nicht der Typ dafür ist. :P

    Ich habe Mister X vorhin „rausgeworfen“ (ich hab ihm gesagt, er soll heute Nacht nicht bei uns/in meiner Wohnung schlafen - er hat ja auch eine eigene - weil ich Abstand von ihm brauche).

    Nun ist er ziemlich sauer auf mich und will gleich die nächsten Tage auch nicht mehr herkommen, nur zum Kaffee kochen und Brote für die Arbeit schmieren.

    Ja ja, ich vermute spätestens übermorgen hat er sich genug beruhigt um mit mir vernünftig reden zu wollen. Ich wollte ihm erklären, warum ich heute Abstand will, es hat ihn nicht interessiert.

    Deswegen texte ich jetzt euch, liebe Forianer zu:

    Eigentlich war geplant, dass wir dieses WE gemeinsam zum ersten Mal als 4köpfige Familie die Outdoor-Aktivität (ja die, wo er früher am liebsten und meisten gesoffen hat) zu unternehmen. Das beinhaltet u.a. Zelten, Essen überm Camping-Kocher zubereiten, evtl. Lagerfeuer, Toilettengang im Gebüsch erledigen… Ich hab mich einerseits total drauf gefreut, andererseits hatte ich auch seeeehr gemischte Gefühle. Ich hab halt viel Mist mit ihm auf solchen Trips erlebt und jetzt war ich schon ewig nicht mehr mit dabei, hab anders als früher zwei kleine Kinder mit im Schlepptau, hab mein neues Zelt noch nie aufgebaut, hab keine Ahnung wo meine ganze Ausrüstung verstreut ist, was fehlt usw.

    Eigentlich wollte ich das alles unter der Woche vor dem WE planen und organisieren aber es ging mir körperlich nicht besonders gut. ?(

    Ich hab´s nicht geschafft und dem Mister X am Mittwoch auch mitgeteilt, dass ich und die Kinder leider nicht mitkönnen, weil es mir körperlich nicht gut genug dafür geht und es mich total stresst, alles ohne seine Hilfe (er war ja unter der Woche arbeiten) organisieren zu müssen. Ich sagte wortwörtlich zu ihm: „Du kannst allein fahren, ich weiß du hast dich drauf gefreut.“

    Das hat er dann auch gemacht. Er war von Freitag Spätnachmittag bis Sonntag Mittag weg. Als er hier wieder ankam hat er sich erstmal was zu Essen gemacht, dann seine Post berarbeitet (die er am Freitag schon in der Hand hatte) und sein Kind abgewiesen, dass er jetzt keine Zeit hat um mit uns rauszugehen.

    Die Situation seines „vom Outdoor-Event zurück kommens“ war diesmal für mich emotional nicht so schlimm wie die letzte Heimkomm-Aktion, gut drauf war ich aber nicht. Er hat mich noch gefragt ob mit mir alles stimmt, ich hab geantwortet, ich hätte mit mir selbst zu tun.

    Als ich mit den Kindern raus in den Garten bin konnte ich mir nicht verkneifen, weil das Kind nochmal gefragt hat ob der Papa mit raus kommt, laut in seine Richtung zu sagen: Du, der Papa ist das ganze Wochenende weg und wenn er wieder da ist muss er erst die Sachen erledigen, die er vor sich her geschoben hat. Deswegen hat er keine Zeit um mit dir zu spielen. (Glanzleistung, ich weíß :rolleyes:)

    Ungefähr eine Stunde später bin ich vom Garten wieder in die Wohnung rein um für die Kinder was zu holen.

    Mister X saß am Tisch und sagte: Nanu, kommt ihr schon wieder rein? Ich wollte gerade auch raus kommen.

    Ich: Nö, nö, ich hol nur was, wir sind draußen.

    Und bin wieder zu den Kindern in den Garten.

    Eine weitere Stunde später in der er nicht auftauchte (er war nämlich eingeschlafen, Outdoor-Aktivitäten sind anstrengend) und meiner Gefühlsspirale, die sich zwar langsam aber konstant nach unten drehte, wurde mir vor allem eines klar: Heute will ich ihn nicht mehr sehen! Mir geht es so schlecht mit der Situation, ich kann nicht aussteigen oder meine Gefühle einfach abschalten, ich will das er weg ist.

    Deswegen hab ich ihm eine sachliche Nachricht geschrieben, in der ich ihn aufforderte, sich seelisch, moralisch und praktisch drauf vorzubereiten, heute nacht woanders zu schlafen, nicht bei mir in der Wohnung. Ich brauche Abstand und erkläre ihm später gerne warum. Da war es 17:15 Uhr.

    Mister X blieb verschollen, irgendwann ist er dann aber doch wieder aufgewacht und hat um 18:30 Uhr abends die Kinder zum schaukeln abgeholt. Wir waren dann ca. noch ne dreiviertel Stunde draußen.

    Drinnen in der Wohnung sind die Kinder schon so knülle - also putze ich schnell die Zähne und mache sie bettfertig (eigentlich übernimmt beim größeren Kind der Papa diesen Part aber der war mit Abendessen für sich zubereiten beschäftigt). Als wir um 19:30 Uhr auf dem Sofa sitzen um uns ein Bett-geh-Video anzusehen sagt Mister X zu mir:

    Wie stellst du dir das eigentlich vor, dass ich heute Nacht nicht hier schlafen kann? Ich muss doch morgen arbeiten!

    Ich: Na so wie wenn du unter der Woche über Nacht draußen bist, du kochst dir jetzt noch eine Kanne Kaffee für morgen und schmierst deine Brote für die Arbeit.

    Er: Dann darf ich also nicht einmal morgen früh hier her kommen?

    Ich: Nein, ich will dass du weg bleibst, ich brauch Ruhe.

    Er: Wenn ich jetzt gehen soll dann weißte aber schon, dass ich die nächsten Tage auch nicht komme!

    Ich: Okay….. Dann interessiert dich auch nicht, warum ich Abstand brauche? Ich wollte es dir noch erklären!

    Er: Nein, wenn ich so sauer bin interessiert mich das nicht.

    Er ist dann kurz nach 20 Uhr gegangen und mir geht´s seitdem deutlich besser!


    Was passiert hier, dass es so ausartet? Ich komm nicht raus aus meiner alten Haut - zum einen. Zum anderen hab ich halt doch leider unausgesprochene Erwartungen an ihn in Bezug auf Familie, die er nicht erfüllt.

    Die ganze Geschichte rund um die Outdoor-Aktivitäten ist so tricky für mich, weil die Trigger für meine alten, schlechten Gefühle quasi überall sind. Mister X müsste sich schon wie ein Heiliger verhalten um meine alten Erinnerungen und damit verbundenen Gefühle neu und besser zu überschreiben. Leider tut er das nicht. Sobald es um diese elendigen Outdoor-Geschichten geht, rutscht er mental in sowas wie den Saufmodus (ohne zu Saufen) zurück und merkt es nicht. Er kommt da auch nicht gleich automatisch wieder raus wenn er zurück zu Hause ist. Es ist fast wie früher, nur ohne Fahne und rote Augen.

    Mir klingeln dann nur noch die Sirenen in den Ohren, ich versuche irgendwie mein inneres Gleichgewicht zu behalten und nicht unfair ihm gegenüber zu werden. Es ist super-anstrengend, ich bin emotional total gestresst und dann will ich nur noch weg von ihm. :(

    Ich will meinen Seelenfrieden behalten auf dem er so leicht rumtrampeln kann. ;(

    So gerne ich sie nicht hätte und ich ein großer Fan verbaler Äußerungen von Wünschen/Erwarungen und Bedürfnissen bin… Diese eine unausgesprochene Erwartung an den anderen Elternteil und Möchte-gern-Beziehungspartner habe ich doch:

    Wenn er doch schon weiß, dass ich nicht mit kann weil es mir nicht gut geht und wenn ich ihm doch gönne (obwohl es mich emotional immer so schüttelt) dass er alleine weg fährt, muss er es trotzdem immer bis zum Letzten ausreizen?

    Er hätte doch auch einfach nur von sich aus bis Samstag Abend bleiben können und dann zurück fahren um mit mir die Kinder ins Bett zu bringen und einen schönen Sonntag morgen und restlichen Tag mit uns zu verbringen.

    Irgendein bescheuerter emotionaler Teil von mir wünscht sich immer noch, er würde wegen uns - von selbst - wieder her kommen. Weil wir ihm fehlen oder so, oder wir ihm wichtig sind und er sich Gedanken macht, wie wir ohne ihn zurecht kommen.

    Aber das tut er nicht. Ich weiß dass es ihm zur Zeit selbst nicht so gut geht, er ist etwas gestresst von den äußeren Umständen seines Lebens und schon nützt er die nächstbeste Gelegenheit zum wegrennen in seine Suchtersatzverhaltensweisen.

    Ich bin so froh, dass ich ihn wegschicken kann und das nicht mehr direkt aushalten muss!!! Ich bin so froh, dass ich für mich handle!

    Und wie es weiter geht? Mister X wird noch etwas Zeit brauchen um aus seinem Saufmodus ohne Saufen wieder rauszukommen. Dann wird ihn auch wieder interessieren, wie es mir geht und sich anhören wollen, was ich zu erklären habe.

    Wir werden uns wieder vertragen.

    Was es mit mir macht? Ich bin wieder ein Stück weiter weg von ihm. Ich bin nicht mehr am Boden zerstört oder todtraurig. Mein hauptsächliches Gefühl ist, dass ich das alles so nicht mehr will. Ich will nicht immer noch eine Runde drehen.

    Wahrscheinlich machen wir so weiter bis ich ihn nicht mehr mag und mich trotz Kinder/Familie endgültig von ihm trenne oder er gibt seine Suchtersatzverhaltensweisen zu Gunsten von weniger beziehungszerstörenden Stressabbaustrategien auf. Dann erholt sich unsere Beziehung vielleicht.

    Heute bin ich ratlos.

    Liebe Grüße an euch!

    Alba