Beiträge von Alex_aufdemweg

    Sollte sie Mittwoch wirklich nicht hingehen, werde ich den Kontakt abbrechen müssen

    Und wenn sie ungewaschen und ggfs. angetrunken kommt? Dann nicht? Braucht es dann noch ein bisschen, bis es Dir "schlecht genugtut"? Ich kann das durchaus nachvollziehen. Ich habe mein Leben auch erst geändert, als der Leidensdruck hoch genug war.

    Meine Mama möchte nun morgen den Termin zum Entzug absagen

    Weil sie, wie Du schon erkannt hast, weiter trinken möchte. Da würde auch der Termin, wenn sie hingegangen wäre, wahrscheinlich nicht viel daran ändern.

    Da gibt es hier einen guten Spruch. "Wer will findet Wege. Wer nicht will findet Gründe."

    So lange es Menschen gibt die mich so akzeptieren wie ich nüchtern bin ist der Rest Wurscht.

    Also ich akzeptiere mich nüchtern. Darauf kommt es mir an. Besoffen könnte ich mich selbst nicht mehr akzeptieren.

    plötzlich sieht man sie überall.

    Ja, das ist wie mit meinem neu gekauften Auto. Auf einmal sehe ich die Marke überall.

    Aber ein Alkoholiker-Radar hat sich auch entwickelt. Ich kenne es ja von mir. Natürlich habe ich dann einen Blick dafür. Ich versuche halt, z. B. an der Kasse, nicht zu auffällig hin zu glotzen. ;) Schließlich wäre mir das ja auch unangenehm gewesen (und hätte mich dennoch nicht abgehalten),

    mit geplatzten Äderchen

    Das fing übrigens bei mir auf der einen Wange gerade an. Da war mir klar, jetzt kann ich es nicht mehr verbergen. Da habe ich gerade noch rechtzeitig aufgehört. Hat sich nahezu verflüchtigt. Ein halbes Jahr länger saufen und dann wäre es das gewesen.

    Mein Körper hat wohl einfach gesagt "Genug ist genug". So hieß jedenfalls auch das erste Buch zu dem Thema, dass ich dann gelesen habe.

    Als sie sich in unserer "Sauna" Whatsapp-Gruppe zum Vorglühen, bevor sie ins Brauhaus gehen, verabredet haben, habe ich ihnen geschrieben, dass ich aus der Gruppe austrete und habe das dann auch getan.

    Sie haben sich einzeln bei mir gemeldet und jeder meinte, sie würden sich melden, wenn sie mal etwas machen, bei dem Alkohol nicht im Mittelpunkt steht. Das war jetzt vor zwei 1/2 Jahren. Ich habe bis jetzt nichts mehr gehört. ^^

    Zufällig habe ich die Gruppe mal in der Sauna getroffen. Aber auf meine Frage, wie es ihnen geht, kam nur sowas wie "muss halt". Und ich wurde erst gar nicht gefragt. Da ist nichts mehr. Da war nur der Alkohol als Bindeglied.

    Und ich vermisse auch gar nichts. Das hat mich selbst erstaunt. Auch mein damals bester Freund. Über 30 Jahre haben wir uns fast zweimal die Woche getroffen (und gebechert).

    Wenn ich etwas erzähle, nickt er und trinkt einen weiteren Schluck. Das hat nass sehr gut funktioniert. Aber jetzt nerve ich mich mit meinen Fragen und ihn stört es, dass er was reden müsste. Also, ist das auch vorbei. Habe ihn schon lange nicht mehr gesehen. Er hat mindestens genauso viel wie ich getrunken. Darum war er ja auch mein Freund. Aber er ist natürlich kein Alkoholiker und trinkt weiter. Tja. Das war es dann.

    Lies mal den thread von Alex auf dem Weg und seinen früheren Sauna-Saufkumpeln. Da findet sich etwas für Dich.

    Ja, da habe ich sehr gut sehen dürfen, wie das ausgeht.

    Leider ist der Thread im geschlossenen Bereich.

    Ich habe allen Bescheid gegeben. Sie haben sich dann fast jeder selbst hinterfragt und erklärt. Einer* hat sogar (ganz großzügig) ein nicht alkoholisches Getränk mit mir getrunken. Danach haben sie weiter gesoffen wie immer.

    *Das war "Schlappen". Er hatte in der Sauna einen seiner Schlappen Größe 39 mit meinen, Größe 45 verwechselt.

    Schreibe gleich weiter...

    hab sofort im Körper eine kleine Reaktion gespürt

    Als ich versehentlich in ein Likör-Ei gebissen habe, dachte ich auch sofort, ich fühle es in den Knien. Und ich habe es nicht mal runter geschluckt.

    Also, mir ist es auch schon passiert.

    Ich habe es ausgespuckt. Nachgespült. Zähne geputzt. Weiß nicht was. Und hatte auch die nächsten Stunden ein sehr ungutes Gefühl.

    Bei meinen Tropfen gegen Ohrenschmerzen (zum Einnehmen), habe ich im letzten Moment noch nachgelesen. 53 % Alkohol. Oder waren es 56%? Egal, hätten ja auch 0,01% gereicht. Tropft man direkt auf die Zuge. DAS wäre was gewesen.

    Dann ein Jahr später.

    Schenkt mir doch die Kollegin was Süßes. Ich schlucke es runter und sie "ach ne halt, da ist Alkohol drin". 8| Da habe ich mich 5 Minuten später übergeben.

    Also, dann bin ich wohl genauso doof. Auf alle Fälle bin ich aber lernfähig und jetzt wird genau geschaut. Denn das war unangenehm genug für mich.

    Mir war nicht bewusst, dass diese "Selbstmordsache" nicht unbedingt auf jeden Alkoholiker zutrifft.

    Alkoholiker sind, wie alle anderen Menschen sehr verschieden. Alkohol verstärkt auch sehr, was bereits in einem steckt.

    "ich sterbe jetzt"

    Ich habe sicher 25 Jahre getrunken und alleine das Wort "Selbstmord" ist mir nie auch nur eine Sekunde in den Sinn gekommen.

    Wenn ich das lese, sehe ich nur eine Selbstmitleids-Erpresser-Nummer. Und dann noch wieder löschen, damit es kein anderer sieht.

    Blockiere diesen Kontakt, sonst ist das unterlassene Hilfeleistung Dir gegenüber. Sonst nichts.

    Guten Morgen AnnaBlume,

    schön, dass es Dir besser geht und Du so gut auf Dich achtest.

    Ich finde es auch schön, dass wenn ich mich nicht gut fühle, irgendetwas ist. Vorher wusste ich ja nicht, ob das jetzt vom Alk kommt. Was im Übrigen meistens der Fall war.

    Dass bei dieser Szene Dein Suchthirn zugeschlagen hat, kann ich sehr gut nachvollziehen. Da wird es mir ja schon beim Lesen ganz anders. ;)

    Aber noch viel wichtiger ist, dass Du das auch als das, was es ist wahrgenommen hast. Dann hast Du praktisch sofort in den Notfallkoffer gegriffen und aktiv etwas dagegen unternommen.

    Dann sogar noch das Ganze reevaluiert und für die Zukunft eine Lösung bereitgestellt.

    In meinen Augen geht es nicht besser. :thumbup:

    Genau so würde ich es sehen und als Erfahrung ablegen.

    Genau. Ich glaube mir auch nicht alles was ich denke. 😅

    Nachdem mein Suchthirn das letzte mal zugeschlagen hatte, war ich auch verunsichert. War ich doch schon über ein Jahr trocken.
    Hatte Bedenken, dass das jetzt ständig passiert.
    Ich glaube, es hat mich nur noch stabiler gemacht. In der Weise war seit dem nichts mehr. (Über ein Jahr her)

    Und wenn es wieder passiert? Dann ist es halt so.
    HALT Regel beachtet? Notfallkoffer raus und los geht’s.

    Die einzige Option wäre, mich zu beschimpfen, dass ich halt wieder alles falsch gemacht habe und es nicht wert bin. Und

    Ich bin wirklich sehr froh, dass du hier schreibst. In dieser Aussage kann ich mich so unglaublich gut wieder finden.
    Tatsächlich war das genauso bei mir. Und genau hier lohnt es, sich nüchtern zu bleiben. Denn ich konnte das mit der Nüchternheit ablegen.
    Ich weiß jetzt, dass ich wertvoll bin.

    Du bist es auch, das wirst du auch bald erkennen.