JuSe, Sucht und Suizid

  • Hallo JuSe,

    still ist es hier bei dir.
    Wie geht es dir denn heute?

    Ich hole mal zu dir, was du bei Aurora geschrieben hast.

    Er hätte mich und meine Tochter und alle seine Mitmenschen die ihm helfen wollten, bis aufs letzte getäuscht und mit Schuld beladen.

    Darf ich fragen, was du damit meinst?
    Das mit dem Täuschen bekomme ich noch hin. Ich bin Alkoholiker und habe genau das auch gemacht. Aus Scham konnte ich mich niemandem anvertrauen.

    Aber inwieweit hat er euch ‚mit Schuld beladen‘?

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Hallo Stern,

    zuerst Danke für Deine Nachfrage. Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht antworte ich meistens: Meinem Verstand / meinem Kopf geht es jetzt gut. Meinem Herz geht es schlecht. Einerseits ist es die Erlösung , andererseits die Trauer um einen geliebten Menschen. Meine große Liebe!

    Er hat uns mit Schuld beladen, indem er für all sein Tun und Handeln stets einen Schuldigen gebraucht hat. Seien es die Eltern, die Pflege brauchten. Seien es meine Eltern, von denen er zuwenig finanzielle Unterstützung bekommen hat. Sei es ich, die ihr Schweigen gebrochen hat und sich Hilfe gesucht hat und ihn somit, seiner Ansicht nach, durch die Schweiße gezogen hat und ihn deswegen alle auslachen (was NIE jemand gemacht hat). Mit dem rechtfertigte er stets sein Trinkverhalten....

    Sogar sein 2. Führerscheinentzug war meine Schuld. Und auch ,dass er den Schein nie wieder bekommen wird. Das hat er mir noch mitgeteilt als ich in der Psychiatrie Angaben zu seinem Trinkverhalten gemacht habe. "Weil DU das denen gesagt hast und das so nun im Bericht steht, werde ich den Führerschein nie wieder bekommen" lautete seine Nachricht....


    Viele Grüße

    Juse

    Einmal editiert, zuletzt von JuSe (6. November 2024 um 16:56)

  • Du meinst, seinem Empfinden nach haben immer die Anderen Schuld gehabt an allem, was bei ihm schief lief?

    Ich hatte das so gelesen, dass du dich schuldig fühlst an allem. Und darum habe ich nachgefragt, weil ich das so gar nicht verstanden habe.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Du hast recht, so hätte man es auch verstehen können. Natürlich hab ich mich auch irgendwo schuldig gefühlt.. Was hätte ICH anders machen können? Wie hätte ICH besser helfen können? War ich vielleicht oft zu verständnislos für sein Verhalten? Hätte ich die Trinkerei nicht schon viel früher als Krankheit sehen müssen? Sowas frag ich mich heute noch oft...

  • Das sind so schwierige Fragen, auf die ich auch keine Antwort habe.

    Ich weiß nur, dass keinem Alkoholiker zu helfen ist, wenn dieser nicht erkennt und akzeptiert, dass er Alkoholiker geworden ist und einsieht, dass nur die Abstinenz sein weiteres Leben lebenswert macht.
    Erst dann können Hilfsangebote (für mich dieses Forum) den Alkoholiker erreichen.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

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