Wir hatten ja so gut wie nie nüchterne Gespräche, mindestens war da Restalkohol vom Vortag. Das waren dann die "es-tut-mir-alles-so-leid-Gespräche".
Ich hab fast alles mit mir selbst ausgemacht, weil mir auch klar war, daß er, als ein Nicht-Süchtiger, mein Problem mit dem Alkohol nicht nachvollziehen kann - zum Glück für ihn.
Das mit dem Verlassenwollen hab ich dann natürlich gesagt und er meinte dann, ich soll es doch zumindest EINMAL versuchen. Das hatte ich bis dato ja nie.
Das hab ich ihm dann versprochen, aber hab gleich eingehakt, daß ich ihm nicht versprechen kann, daß ich es schaffe.
Es war also mein erster Versuch, daher mein Thread-Titel. Und ich wünsch mir so sehr, daß es mein einziger bleiben wird.
Und klar ist es tägliche Arbeit, Trockenarbeit nenn ich das.
Ich bin hier täglich, hab meine Abstinenz-App, lese Bücher über die Thematik, geh in die SHG und passe eben gut auf mich auf. Ich darf meine Krankheit nie mehr aus den Augen verlieren. Aber sie bestimmt keine 24 Stunden mehr mein Leben, so wie zu meiner Saufzeit: Wie komm ich an den Alk, was muss ich vorher noch zwingend erledigen, wo kauf ich heute meinen Wein, wann entsorge ich das Altglas, muss ich heute noch Autofahren....dieses Getriebene war unerträglich und doch konnt ich so lange nix dagegen tun.
Bisher klappt das sehr gut und ich will nie wieder dahin zurück, wo ich mal war.
Aber jetzt zieh ich mich mal zurück, denn in eure Co-Baustelle, in die kann ICH mich schwer hineinversetzen. Wollte dir nur meinen Blickwinkel aufzeigen, ohne Bewertung und ohne Ratschläge für dein weiteres Vorgehen.
LG,
Hera