Beiträge von Franzi

    Er wollte, dass ich zurückkomme. Er ist nicht nüchtern geworden weil er es aus tiefstem Wunsch selber wollte.

    Daran bin ich gerade hängen geblieben bei Auroras Antwort in einem anderen Thread. Weil es wieder genau auf die Situation hier passt.

    Mein Noch-Ehemann ist seit gestern tatsächlich in der Entzugsklinik. Nie hätte ich das gedacht. Lange war es genau das, was ich von ihm wollte, sogar verlangt hatte. Und jetzt stehe ich dem Ganzen völlig gefühllos gegenüber.
    Er: erwartet, das dieser Schritt honoriert wird von mir. Dass ich die Trennung nochmal überdenke. Ihm trocken noch eine Chance gebe. Versteht gar nicht, dass sich deshalb für mich nichts geändert hat. All die Verletzungen der letzten Jahre nicht ungeschehen sind (auch hier die Parallele zu Aurora: „Aber ich trinke doch jetzt nicht mehr, das ist kommt doch jetzt nicht mehr vor“). Betont im Gegenteil, wie sehr ihn meine Ablehnung jetzt doch verletzt. Dass ich ihn nichtmal besuchen kommen will!
    So lange habe ich gehofft, dass er seine Abhängigkeit mit ärztlicher Hilfe angeht. Aber es ist zu spät. Ich kann ihm da jetzt nicht die Unterstützung geben, die er sich wünschen würde. Ich merke, in diese Richtung habe ich einfach keine Kraft mehr.

    Vielleicht einfach nicht mehr so oft reagieren?

    Ja, da sollte ich wohl noch konsequenter umsetzen. Es fällt mir schwer, denn ich möchte ja auch nicht unhöflich sein, aber da ich ihm ja trotzdem abweise, kommt es so oder so „unhöflich“ bei ihm an und dann ist es ja auch schon wieder egal. Zudem wurde eigentlich alles schon zig mal gesagt. Ja, als verrückt würde ich es teils schon bezeichnen, wenn in zwei Stunden 78 Anrufe insAbwesenheit eingehen.

    Vielleicht hilft es, wenn ihm das mal klar kommuniziert wird? Dass dieses Gebettel echt Nix bringt?

    Leider hilft das auch nichts.

    Danke Cadda,

    so sehe ich das tatsächlich auch (nur konnte ich es nicht so gut in Worte fassen bisher). Nur diese gefühlte „Gehirnwäsche“ ständig macht mich ganz kirre. In endlosen Wiederholungsschleifen…

    Hallo,

    Danke für eure Antworten!

    Ich habe ja ganz lange noch gehadert, ob ich mich wirklich endgültig trennen will und auch „kann“, hab ihm erst Forderungen gestellt bzgl. Therapie / Trockenheit… nichts. Dann endlich für mich der Entschluss, nein, das wird nix mehr. Und dann, auf einmal: Termin für Entzugsklinik steht, Therapieplatz organisiert, alles möglich.
    Nicht ich schwanke jetzt - ich merke, ich will trotzdem nicht mehr. Zu viel ist kaputt gegangen.

    Aber er zieht alle Register: Das sei es doch, was ich wollte, ich kann doch nach Entzug etc. zurück kommen, wir könnten es doch dann nüchtern nochmal probieren, ich solle doch an die Kinder denken, usw. Es ist so schwer für mich, ihn immer und immer wieder abzuweisen. Er ruft an, schreibt E-Mails, kommt teilsweise vorbei, sucht auf alle möglichen Art und Weisen Kontakt.
    Ich weiß, ich will nicht mehr, er gibt mir aber das Gefühl ich „dürfe“ das gar nicht und als würde mit mir etwas niczt stimmen, und dass ich die Familie zerstöre. Ich bin fix und alle.

    Er lässt sich auf keine feste Regelung ein. Vorrangig will er, dass wir zurück kommen. Ansonsten versucht er nach wie vor spontane Absprachen (a la „kommen die Kinder heute?“). Aber keine festen Zeiten. Auch ein Gespräch mit dem Jugendamt hat nichts gebracht.
    Für die Kinder ist es halt auch ein auf und ab. Mal super beim Papa und sie wollen gern, dann wieder nicht… ich versuche ihnen halt so viel Stabilität zu geben wie ich kann. Der Umgang könnte jetzt noch übers Gericht festgelegt werden, aber da bin ich skeptisch (wegen dem Saufen und ob „Zwangsumgang“ so sinnvoll ist, wenn der Vater das selber gar nicht will).


    Unterhalt ist jetzt zumindest geregelt, das nimmt mir eine große Sorge.

    Hallo,

    ich habe lange nichts geschrieben… aber sehr viel weiterhin mitgelesen.
    wechselmodell und ähnliches hat sich bisher nur als heiße Luft herausgestellt. Im Gegenteil, besteht bis heute keine feste, regelmäßige umgangsregelung (leider). Wir leben nach wie vor getrennt, allerdings akzeptiert meine Nochmann nach wie vor die Trennung nicht und versucht alles mögliche, dies zu ändern.
    Er hat jetzt tatsächlich einen Platz in der Entzugsklinik. Das, was ich mir für ihn und uns so lange gewünscht oder erbeten hatte. Aber: ich glaube, odereigentlich weiß ich, dass er es nicht aus eigener, tiefer Überzeugung macht, sondern „nur“, um seine Familie zurück zu bekommen. Und dann wird das, fürchte ich auf Dauer eh nicht funktionieren. Es ist so traurig.

    es bringt doch nichts, ihn zu konfrontieren.

    Das kann ich absolut bestätigen. Er würde vermutlich tausend Ausreden parat haben - das sei die Flasche/Kiste eines Kollegen, usw und du am Ende wieder an deiner Wahrnehmung zweifeln. Er würde ablenken, indem er dir irgendwelche Vorwürfe macht, du seist doch verrückt, paranoid, warum du ihm hinterherschnüffelst… Ich kenne das leider auch. Ich kann dir keinen Rat geben. Aber ich kenne es aus Erfahrung, dass solche „Konfrontationen“ eigentlich nie das erhoffte Ergebnis haben.

    Nun weiß ich nicht, wie alt die Kinder sind, aber dass er sich eventuell nicht darum kümmert, kann man ja nicht wissen, denn es ist ja eine neue Situation.

    Da hast du recht. Und wahrscheinlich ist es auch wieder ziemlich co, da am liebsten die schützende und schonende Hand dazwischen zu halten. Einfach mal allen (inklusive mir) mehr zutrauen.

    Wenn ich deine Denkweise richtig interpretiere, willst du ihm die Kinder komplett entziehen.

    Nein, das interpretierst du in dem Fall komplett falsch. Momentan ist eher der Fall, dass ich ihm die Kinder teilweise „hinterhertrage“, damit sie Kontakt zu ihm haben, dh ich fahre sie hin und hole sie ab und frage auch immer wieder nach.
    Ich glaube es ist eher die Unberechenbarkeit seiner Ansagen, die irgendwie immer Druck und Stress bei mir auslösen. Es gibt anscheinen keinen Mittelweg, keine gemeinsame Lösung mit ihm. Nur ganz oder gar nicht.

    Hallo,

    bin wiedermal ziemlich durch den Wind und muss mir das aktuelle von der Seele schreiben…

    Nachdem mein Mann die Unterhaltsberechnung erhalten hat, hat er von der aktuellen Phase „Alles versprechen und zurück ködern“ umgeschaltet auf „Angriff“ - aber nicht so unbeherrscht wie früher im Sinne von Beleidigungen und so (wäre mir fast lieber gewesen), sondern direkt mit: ich werde von ihm sicher kein Geld bekommen, er beantragt Wechselmodell, die Kinder wollen eh lieber im Haus bleiben (wollen sie) usw. usf.
    Erstmal ja alles sein gutes Recht und theoretisch auch schön für die Kinder, wenn sich ihr Vater endlich auch mal mehr kümmern würde.

    ABER. Mir macht das trotzdem große Angst. Ich wollte ja nur Geld, damit ich mir endlich eine Wohnung nehmen kann, in der sich die Kinder und ich auch längerfristig wohlfühlen.
    Ich habe Angst, dass er 1. wieder (mehr) das Trinken beginnt (hab aber keine Beweise und kann also offiziell nichts machen) und 2. dass die Kinder seinen krassen Launen und der manipulativen Art komplett ohne Schutz ausgeliefert sind. Also genau die Gründe warum ich ja weg bin.

    Oft auch zwischen nachts: "Trennung unausweichlich" und schon wenige Stunden später, wenn der Alltag wieder anfing "völlig ausgeschlossen".

    Komplett identisch war es bei mir. Wirklich krass. Mein „Glück“ war, dass es an dem Tag, an dem ich ging, tagsüber eskaliert ist und ich direkt mit den Kindern weg bin. Nachts war ich quasi immer in der Wohnung „gefangen“ (wollte die Kinder weder wecken noch mit ihm allein lassen) und am nächsten Morgen hab ich einfach weiter funktioniert…

    Hallo ihr Lieben,

    ein kurzes Update, die Wohnung habe ich zwar (vorerst) nicht genommen, weil es mir finanziell zu heikel war und mit einer Nacht Abstand auch ein paar andere Dinge nicht ganz optimal waren, aber ich suche weiter. Und, was noch wichtiger ist für mich: der Termin beim Anwalt war sehr gut, fühlte mich gut beraten und irgendwie sicher. Es wird dort jetzt alles berechnet und dann bin ich auch was die Wohnungssuche angeht auf sichereren Füßen. Außerdem bespreche ich mit meiner Chefin morgen, dass ich meine Stunden aufstocke und wie viel.
    Das alles hätte ich auch schon vor Monaten machen können!

    Auch wenn das mit der Wohnung nicht sofort was geworden ist, hat allein die Besichtigung was in Bewegung gesetzt (innerlich und äußerlich).

    Hallo,

    mal wieder was von mir. Ende der Woche habe ich endlich einen Termin beim Anwalt.

    Mein Nochmann trinkt jetzt 2-3 Wochen nichts mehr und wäre auch endlich bereit zu einem alkoholfreien Haushalt (was ich vor einigen Monaten als Bedingung genannt hatte).

    Außerdem habe ich mir eine Wohnung angesehen, eigentlich einfach nur um mal aktiv zu werden. Die Wohnung ist allerdings unerwartet gut. Überlege ernsthaft sie zuzusagen, nur genaue Finanzierung der Mietkosten ist eben noch ein bisschen fraglich (allein aus meinem Einkommen nicht machbar, aber auch dafür ist ja dann der Anwaltstermin gut).
    Also eigentlich geht endlich was vorwärts! Ich habe ewig geschaut, nach einer passenden Wohnung in der passenden Lage. Aber anstatt mich zu freuen, positiv aufgeregt zu sein, bin ich grade total zittrig, mir ist übel, ich würde mich am liebsten unter der Bettdecke verkriechen und gefühlt 100 Stunden schlafen. Ich fühl mich total ängstlich.

    Danke für eure Antworten. Ja er versucht mich nach wie vor wieder in die Spur zu bringen. Hat ja bisher immer noch geklappt… 😔. Und er kennt eben auch meine Knöpfe.
    Folge davon ist, dass ich ihn die ganze Zeit im Kopf herum trage… verhalte ich mich jetzt richtig, müsste ich nicht… (zb die Kinder hinbringen, mit ihnen ein Geschenk für den Papa vorbereiten…). Es ist zum schreien.


    Ja ich bin noch in der „Übergangswohnung“. Aber ich bin dran und suche nach einer Lösung. Konnte mich einfach nicht durchringen, gerichtlich gegen meinen Mann vorzuziehen bzgl der ehewohnung. Da muss ich nochmal in mich gehen.

    Möglichst fröhliche und friedliche Festtage euch allen!

    Hallo ihr Lieben,

    Weihnachten steht vor der Tür, und so wie die Feiertage wohl auch für die trockenen Alkoholiker eine gewisse Gefahr darstellen, kommt es mir bei mir auch grad vor.

    Mein Noch-Ehemann hat seit 3 Wochen nichts getrunken, hat (der Kinder wegen) angeboten an Weihnachten zu kochen, gemeinsame Bescherung etc… und entschuldigt sich und bittet inständig um noch eine Chance. Wir sollen zurück kommen und es noch ein Mal miteinander versuchen. Ich habe ihm eine Absage erteilt, aber in mir ist ein heilloses Durcheinander zwischen Gefühl, Verstand, Furcht, Wunschdenken… puh. So „gefährdet“ war ich in den letzten Monaten kein einziges Mal. Vor allem wenn ich die Kinder sehe, ihre Sehnsucht nach „Zuhause“ und dem Papa… in mir zieht sich alles zusammen.
    Und doch, ich glaube er würde es nicht lange durchhalten. Und in mir ist zu viel kaputt gegangen. Tief durchatmen, irgendwie werd ich da durchkommen.

    Eines möchte ich zu all dem, was oben schon richtig geschrieben wurde, noch hinzufügen:

    Mir tut nur das kleine Angsthundle leid, aber darauf habe ich keinen Einfluss.

    Doch, hast Du zu einem gewissen Teil: wenn Du wieder zurück gehst, werden eure Hunde garantiert wieder solche Situationen erleben müssen (genauso wie du, aber du kannst daran etwas ändern). Ich wünsche dir ganz viel Kraft! Du bist es wert. Befreie dich und bitte: möglichst 0,0 Kontakt - sonst bist du ganz schnell wieder in der Gehirnwäsche drin.

    Deine Kinder sind danach auch nicht mehr so hin und her gerissen weil sie wieder eine stabile Heimat haben

    Das ist glaube ich auch ein wichtiger Punkt. Dieses Übergangszuhause, das so wichtig war, um schnell und unkompliziert weg zu kommen, und so wertvoll damit ich mich stabilisieren und „entnebeln“ konnte, ist halt trotzdem irgendwo nur Übergang. Und so steht für die Kinder halt immer irgendwie die Option „Zurück nach Hause“ im Raum (ich habe ja auch lange gehofft dass er es einsieht und selbst auszieht).

    Sie brauchen Klarheit und ich auch. Niemand macht für mich die nächsten Schritte also muss ich halt mal wieder selber ran.

    Hallo,

    Erstmal danke für eure Antworten!
    Bin dabei mich wieder etwas zu sortieren.

    Denn mit der Trennung scheinst Du ja grundsätzlich „fein zu sein“.

    Naja, so würde ich das nicht ganz ausdrücken. Ich weiß, das ein Zurück - so wie sich die Dinge leider darstellen- einfach keine Option ist. Es würde sich einfach alles wieder wiederholen. Aber ich bin schon extrem traurig darüber. Traurig darüber, dass mein Lebenstraum platzt, darüber, meinen Mann und besten Freund von früher (wir kennen uns schon sehr lange, auch lang vor der Sicht) wohl für immer verloren zu haben. Aber ich sehe keine Alternative zu diesem Weg.

    Panama & Matilda, auch euch danke für die Tipps. Ich werd mich da umschauen!