Beiträge von Erna

    Liebe Cadda,

    auch ich möchte mich recht herzlich für deine Arbeit als Moderatorin bedanken und für deine inspirierenden Gedanken.

    Du warst eine der ersten, die mir hier geschrieben hat und deiner war der erste Faden, den ich komplett gelesen habe. Deine Worten hatten großen Einfluss auf mich und du bist ein klein wenig mein Vorbild.:)

    LG Erna

    Guten Morgen,

    in den letzten Tagen kommen mir häufig Momente vom Beginn meiner Reise in ein nüchternes Leben in den Sinn. Heute vor 2 Jahren habe ich mich verschämt und verkatert daran gemacht, im Netz nach Möglichkeiten für Hilfe zu suchen und stieß dabei auf das Forum hier. Das Lesen hier bewog mich endlich dazu, Schritte einzuleiten und mir Hilfe zu suchen. Und auch, wenn ich erstmal scheiterte, war diese erste nüchterne Etappe die Vorbereitung auf ein nun hoffentlich dauerhaft abstinentes Leben.

    Ich bin nun erst wieder bei Tag 50....noch nicht lange, aber immerhin. Aber wenn ich das Gefühl von Jetzt mit meinem Gefühl von vor 2 Jahren vergleiche, liegt da der eigentliche Fortschritt.

    In den nächsten Wochen wird mein Kind nicht da sein, es gäbe also einige Situationen, in denen ich ungehindert und unbemerkt trinken könnte. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass mein Suchtgedächtnis ordentlich Alarm schlagen wird, leisere Anflüge kommen schon jetzt immer mal. Aber ich bin ganz gut vorbereitet und sicher, dass ich dem nicht nachgeben werde. Und irgendwie freu ich mich auf ein wenig Zeit für mich.

    Am Wochenende habe ich mich mit einem fremden Herren getroffen. Bin bei einer OnlineDatingPlattform angemeldet und es war das erste Mal, dass ich mich überwinden konnte, mich mit jemandem zu treffen. Leider auch nicht die große Liebe, aber wir sehen uns am WE nochmal. Und er lebt auch abstinent. Das kann man auf dieser Platform angeben....also ob und wie oft man Alkohol konsumiert. Das bemerkenswerte war, dass ich relativ entspannt in die Situation reingegangen bin. Mein Selbstbewusstsein/Selbstwert hat einen riesigen Sprung nach oben gemacht. Und ich ziehe nach einigen Jahren zum ersten Mal wirklich in Erwägung, mir wieder einen Mann in mein Leben zu holen. Hatte dieses Thema beiseite gelegt, da ich gemerkt habe, dass ich erstmal mit mir selbst klarkommen muss.

    Ansonsten freu ich mich gerade über schnöden materiellen Konsum. Mit einem richtigen Gehalt, welches ich ja seit kurzem wieder habe, kann ich endlich wieder Geld ausgeben für unnütze Dinge, wie Klamotten :mrgreen: Und ich freu mich auf unseren Urlaub ab Mitte August :) Und aufs Paddeln und eine Radtour am Wochenende.

    Es grüßt euch eine positiv gestimmte und vorfreudige Erna

    Guten Morgen liebe Rennschecke,

    auch ich möchte dich zu deinem ersten halben Jahr Abstinenz beglückwünschen. Sehr gut!:thumbup:

    Und zu den Verzichtsgedanken....sie äußern, hast du ja gemacht. Das nimmt schon ein wenig den Druck raus.

    Kannst du denn an der Stelle, an der du auf Alkohol verzichtest, etwas neues Positives hinzufügen? Das war ja einer meiner großen Stolpersteine, ich habe es nicht auf die Reihe bekommen, die Lücke des Alks mit neuem Schönen(Hobbys, Aktivitäten, Menschen....) zu füllen. Wie ist das bei dir?

    Ich wünsche dir einen entspannten Tag

    LG Erna

    Fehlt die Einsicht, ist alles weitere Denken unnötig.

    Richtig.....mich hat die ganze Denkerei und das Hin und Her nun schlussendlich doch zu dem Ziel geführt, die Abstinenz als etwas Positives zu sehen. Ohne hätte es wahrscheinlich noch länger gedauert und zu einem tieferen Tiefpunkt geführt.

    Ich hatte mein Tun nicht immer hinterfragt, durchleuchtet oder bis ins Klein-Klein durchdacht. Das macht ja kirre und öffnet weitere Fragen.

    Zu mir hat jemand gesagt, dass es denen, die viel durchdenken, am schwersten fällt, nüchtern zu bleiben. War ja in meinem Fall auch so....aber vielleicht ist es auch umgekehrt....man durchdenkt alles, weil noch die nötige Klarheit fehlt...ich musste alles durchdenken und durchkauen, weil ich so unsicher war und nicht völlig überzeugt. Nun muss ich nicht mehr....

    Natürlich ist das nicht schön, aber die Art und Weise, wie Du das rausgehauen hast, hat mich so richtig lachen lassen ^^

    Lach du ruhig....:lol: Ich musste mich ja auch nicht in den Schlaf weinen:)

    Solche Gedanken hatte ich nie.
    ‚Hintertür schließen‘ …das war meine erste Lektion.

    Ich hatte diesen Gedanken auch nicht so richtig bewusst. Habe versucht, zu formulieren, was da im Hintergrund, unbewusst und eher auf Gefühlsebene abläuft. Mal sehen, vielleicht kann ich diese Hintertür nun schließen.

    Guten Morgen,

    nochmal vielen Dank für eure lieben Worte, das hat mich beim lesen ziemlich berührt.

    Warum schreibst du ,im Moment‘?

    Darauf hast du mich schon einmal hingewiesen. Das sind die letzten Selbstzweifel, die aus diesem kleinen Wort "Moment" sprechen. Ich kann das gute Gefühl des Momentes noch nicht einfach so stehen lassen und rechne mit noch kommenden Rückschlägen. "Die Macht der Worte" und "selbsterfüllende Prophezeiung" fallen mir dazu ein, aber vielleicht bin das auch nur "einfach ich", die eh fast nie etwas unhinterfragt stehen lassen kann.

    Ich hatte beim schreiben sogar noch kurz überlegt, ob ich dieses "im Moment" dazusetze und mich dann dafür entschieden, weil es ja nunmal nur eine Momentaufnahme ist. Aber ich lasse mir damit auch die Möglichkeit des Scheiterns offen und damit wieder eine kleine Hintertür und keiner kann was sagen wenn ich scheitere, weil ich es ja offen gelassen habe. Irgendwie doch "die Macht der Worte".....

    Du schreibst wenig und lässt viel Zeit vergehen bis zu Deinen nächsten Zeilen. Der regelmäßige Austausch ist gerade am Anfang wichtig, auch wenn Du meinst, es fühlt sich nicht frisch an.

    Ich habe im Moment wenig Zeit und wenig zu hinterfragen und zu durchdenken in Sachen Nüchternheit. Gerade mache ich einfach....bereits gelernte Fertigkeiten anwenden und leben. Das geniesse ich sehr. Ich lese hier aber regelmässig mit und besuche wieder regelmässig meine SHG vor Ort. Und ich habe wieder Menschen um mich, mit denen ich Dinge besprechen kann. Daher verteilt sich mein Output auch auf die:mrgreen:

    Außerdem habe ich das Gefühl, dass dieser Faden hier nicht für Alltagsnichtigkeiten gedacht ist, welche auch nicht immer für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Evtl sollte ich dafür mein Tagebuch im geschützten Bereich reaktivieren lassen.

    Wie ist das Treffen mit dem interessanten Mann verlaufen?

    Der interessante Herr hat mir nach dem Treffen eine interessante Abfuhr erteilt:lol:

    Aber wir waren nun schon zum zweiten Mal gemeinsam paddeln, der nächste Ausflug ist geplant und eine Freundschaft und ein neues Hobby, sind auch wunderbare Optionen.

    Vielleicht versuche ich es doch mal mit Onlinedating:)

    Erstmal LG und ich wünsche allen einen wunderbaren Start in den Tag

    Hallo ihr Lieben,

    nach nun 5 Wochen erneuter Nüchternheit mal wieder ein kurzes Update.

    Nachdem ich wieder angefangen habe, vernünftig zu Essen, geht es mir körperlich ausgezeichnet. Und in Kombination mit ein wenig Sport klappt es auch mit der Abspeckerei.:)

    Bin insgesamt wieder ausgeglichener, schlafe wieder gut....bin gespannt, ob sich das fortsetzt, wenn ich ab Freitag wieder Frühdienst habe.

    In der ersten Abstinenzrunde kam ich irgendwie aus dem "Verzicht" nicht mehr raus. War aus Panik vor einem Rückfall fast nur zu Hause und Arbeiten. Jetzt bin relativ häufig unterwegs, halte mich aber gleichzeitig konsequenter an die Grundbausteine. Endlich hadere ich nicht mehr mit der Nüchternheit und mein Leben fühlt sich nach einem guten Leben an. Im Moment bin ich zuversichtlich, dass dies auch so bleiben wird. Auch wenn ich wieder recht frisch Nüchtern bin, fühlt es sich nicht nach frisch. Eher machte es mit mir einen riesigen Satz nach vorn.

    Evtl fällt dies alles ja noch in die Anfangseuphorie, aber dann nehme ich es dankbar und so lange es geht, mit.

    Ich möchte mich nochmal bei euch für eure Arbeit hier bedanken, für eure klaren Worte, für Lob und Bestärkung, für Rat und Tipps, für eure geduldige Begleitung auf meinem holprigen Weg.

    Danke!!:)

    Erstmal LG von einer (anfangs?)euphorischen und sehr zufriedenen Erna

    Guten Morgen,

    habe heute frei und der Zwerg ist nicht da. In dem Zusammenhang hat mich der Suchtdruck gestern mal wieder heftig erwischt. Es wäre gestern der perfekte Tag gewesen, um sich mal wieder kräftig abzuschießen und ganz mechanisch kam der Gedanke auch immer wieder auf. Sah mich schon ganz deutlich im Späti....konnte aber recht gut dagegen angehen. Und der alte Trick mit den Sofaklamotten hat das Hirn dazu gebracht, endgültig Ruhe zu geben.

    Heute bin ich froh, nicht verkatert zu sein!!

    Ansonsten bin ich mental zwar gut drauf, körperlich aber völlig platt. Irgendwie hab ich verpasst, meinen Körper vernünftig zu versorgen. Ich schlafe schlecht und zu wenig, habe nicht richtig gegessen, weil ich unbedingt ein paar Kilo abspecken möchte, trinke bei der Arbeit zu wenig, weil ich es einfach vergesse oder schwer dazu komme....die Resultate sind nun Müdigkeit, Unkonzentriertheit und Schlappheit.

    Als erstes werde ich meine Ernährung wieder auf Vordermann bringen!

    Ich bin nachher mit einem Herren verabredet, den ich ganz interessant finde. Wir kennen uns schon eine Weile, machen aber heute zum ersten Mal allein etwas zusammen. Bin ich aufgeregt.:S

    Das Thema Partnerschaft ohne zu konsumieren.....Körperlichkeiten sind im Kopf für mich irgendwie mit Alkohol oder anderweitigem Konsum verknüpft. Kann mich nur schwer reindenken, wie es ohne sein wird.

    Na mal sehen, ich versuche erstmal entspannt zu bleiben:)

    Lg Erna

    Kannst du die Ursachen für deinen Saufdruck festmachen oder sind es Hypothesen?

    Manchmal, in offensichtlichen Situationen, ja.....häufig bleiben nur Vermutungen....gerade leuchtet mir ein, dass es besser ist, nicht durch Trail und Error, den Wahrheitsgehalt der aufgestellten Theorien zu überprüfen, sondern sich dann an einen halbwegs sicheren, vorgegebenen Weg festzuhalten.

    Saufdruck aushalten....ihn einfach annehmen....ich war bisher irgendwie immer der Meinung, dass der irgendwann aufhören muss und etwas negatives ist. Das ich dagegen kämpfen muss. Was im Nachhinein auf meine mangelhaft getroffenen Abstinenzentscheidung zurückzuführen ist. Bzw der häufige zermürbende Saufdruck hatte seine Ursache darin. (auch nur eine Hypothese)

    Ich schriebt hier mehrfach etwas von `nicht mehr kämpfen`, das konnte ich nicht richtig begreifen, nachvollziehen und umsetzen, es hat sich ziemlich lange nach Kampf angefühlt. Wie soll man einfach aufhören zu kämpfen? Nun ging es ganz automatisch....mit der Entscheidung und der Akzeptanz ist es auch kein Kampf und Saufdruck und das Suchthirn sind keine Schreckgespenster mehr.

    Das sind alles keine grandiosen Erkenntnisse, aber nach der ewigen Rumeier-und Quälerei für mich Meilensteine, und ich bin ich manchmal sooo glücklich, dass der Knoten endlich geplatzt scheint.:lol:

    Deine Zündschnur scheint ziemlich kurz zu sein. Aber wieso?

    Das weiß ich eben nicht genau....am ehesten ists die Arbeit....nach Abschluss der Ausbildung trage ich nun selbst die Verantwortung, muss mich in viele Dinge noch reinfinden. Will alles richtig machen und nichts übersehen. also nicht verwunderlich, dass ich da unter Stress stehe.

    Mache mich auch nicht total verrückt deswegen.

    Ist ja nicht verkehrt, wenn es mehr hilft, als es abbremst. Mit der Zeit kam bei mir die Einsicht, dass Suchtdruck mir nur eines sagen möchte. Sauf wieder, das unabhängig jeglicher Situation oder emotionalen Zustand.

    welch herrlicher Pragmatismus....macht vermutlich einiges leichter....

    Aber ist es wirklich egal, woher Saufdruck kommt? Wäre es nicht gut, die Ursache, falls man sie erkennen kann, zu beseitigen? Oder hab ich dich völlig mißverstanden?

    Ich wurde mir meiner Grenzen, die überschritten wurden, wieder deutlicher bewusst. Und diese Grenzen habe ich aufgezeigt; das war dann, auch zu meinem Erstaunen, sehr aufschlussreich und auch mal lauter.

    Nun flippe ich aber leider grundlos und wegen Kleinigkeiten aus......und ich stehe ja irgendwie auch nicht völlig am Anfang und kann meine Grenzen inzwischen oft relativ klar erkennen und aufzeigen.

    Nun hat nicht alles etwas mit der Sucht zu tun. Hin und wieder ist es das normale Leben.

    Ich kann ja auf Jahre hier zurückschauen und sehe da und dass sich der Süchtige manchmal selbst im Wege steht. Es wird da und da zu viel in die Sucht hereininterpretiert und das macht es dann schwierig. So halte ich die Sucht am Leben und arbeite mich an ihr ab.

    Ich schiebe auch nicht alles auf die Sucht....habe aber die Befürchtung etwas zu übersehen, was Auswirkungen auf die Sucht haben könnte und schaue daher auf meine Befindlichkeiten.

    Aber irgendwie hast du recht...ich neige ja eher zum durchdenken und sezieren, daher könnte mir ein wenig mehr `einfach machen `und `einfach annehmen` evtl nicht schaden. Es fällt mir schwer, da das richtige Maß zu finden, wie bei so vielem und befürchte, dass ich zu unbedacht durch meinen Höhenflug tappere.

    Und nein....ich bereite mich nicht mental auf einen Rückfall vor!!

    Guten Morgen,

    ein erneutes sonntägliches Update....es geht mir weiterhin blendend ohne Alkohol. Ich muss mir manchmal in Erinnerung rufen, dass ich vor 3 Wochen noch ein betrunkenes heulendes Elend war. Und ich habe manchmal Angst davor, dass dieses positive Gefühl irgendwann endet und denke, dass nach der ganzen Quälerei doch nun nicht alles so leicht sein kann.

    Ich vermute auch, dass noch irgendetwas im Busch hockt, kann es aber noch nicht richtig einordnen. Gehe momentan ab und zu kurz aber kräftig an die Decke. Schnauze dann das Kind an, weil es mal wieder diskutiert oder irgendwas nicht gemacht hat. Bin auch schon bei der Arbeit ausgeflippt.Stehe bzw mache mir bei der Arbeit momentan selbst Druck, alles richtig und gut zu machen. Vielleicht liegen meine Ausraster auch einfach daran.

    Evtl. bin ich im Moment auch versucht, zu sehr nach aussen zu gehen. Versuche, dies entspannt zu tun und nicht auf Zwang....habe einen Tag, den ich mit immer wiederkehrendem Trinkdruck verbracht habe, auf zwanghaftes Suchen nach sozialen Kontakten und den Drang gegen das Einsamkeitsgefühl anzugehen, zurückgeführt. Seitdem versuche ich es ruhiger angehen zu lassen und der Trinkdruck trat in der Intensität nicht wieder auf. Aber insgesamt war ich für meine Verhältnisse und im Gegensatz zu den letzten fast 2 Jahren, relativ häufig unterwegs. Es fällt mir plötzlich leichter, mich zu öffnen und die Distanz, die ich immer Menschen gegenüber aufrecht erhalten habe, zu überbrücken. Und dadurch ergeben sich, einfach so, Möglichkeiten, die ich auch ergreife.

    Heute bleibe ich bewusst zu Hause.

    Ich wünsche allen einen entspannten Sonntag

    LG Erna

    Liebe Hazel,

    Deine Beiträge haben mich gerade sehr berührt.

    Ich kann dir leider nicht helfen, außer damit, dir aus Alkoholikersicht zu sagen, dass du nicht schuld bist und nichts tun kannst. Unterstützung und Verständnis bringt erst dann etwas, wenn Krankheitseinsicht da ist, und der Alkoholiker angefangen hat, wirklich selbst etwas zu tun.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und fühl dich von mir in den Arm genommen.

    LG Erna

    Aber irgendwie konnten wir Dich nicht erreichen.

    Tja.....komisch.....ich wollte, konnte aber nicht. Ich verband immer noch positives mit dem Suff. Da konnte alle Vernunft nichts ausrichten.

    Aber in der letzten Trinkphase war nichts mehr positiv, selbst wenn sie bei weitem nicht so schlimm war, wie zuvor. Nur noch automatisches Volllaufen lassen, ohne Sinn und Funktion, außer mir alles einzureißen, was ich mir mühsam an Fortschritten erarbeitet habe und mich wieder die wegbeißen zu lassen, die emotional in meine Nähe gerückt sind. Zuletzt war ich eine Gefahr für andere....und plötzlich war klar....so will ich auf keinen Fall sein!

    Guten Morgen liebes Forum,

    wieder mal Tag 14......ganz schön frustrierend. Habe gerade meinen Faden gelesen. Und bei den Glückwünschen zum 1. Jahr brach es dann heraus.

    Aber nun ist es, wie es ist.

    Ich las auch von meiner Zerrissenheit, von meinen Ängsten, zwischendurch Hoffnung, darauf folgende Rückschläge......ich glaube, ich hatte das, was mir noch im Weg stand und letztendlich zum Rückfall führte, schon ganz gut herausgefiltert. Wenn jemand noch etwas anders sieht, möge er mich bitte darauf hinweisen. Vielleicht hab ich auch nur ein Brett vorm Kopf und sehe etwas einfach nicht.

    Wow

    Respekt zu dieser Selbstreflektion.

    Hier dachte ich erst, jetzt verarscht sie mich, weil ich die Erkenntnis leicht hätte haben können.......Und irgendwie war es mir auch die ganze Zeit klar. Daher habe ich mich so selbstgegeisselt. Ich war noch nicht soweit und am Ende war alles eine mit Willenskraft inszenierte Trinkpause, aus der ich aber immerhin ein paar Dinge mitgenommen habe und in der ich mich weiterentwickeln konnte.

    Ich habe immer noch das Gefühl, dass jetzt , mit der richtigen Entscheidung, alles anders ist. Leicht und natürlich, ohne ständigen Trinkdruck, aber ich stehe auch noch wieder am Anfang. Ok, nicht ganz....eigentlich fühle ich mich schon wieder voll drin in der Nüchternroutine, nur viel angenehmer und schöner als je zuvor. Weg ist der graue Schleier der letzten Monate und weg sind die positiven Gedanken an Alkohol.

    Warum schreibst du ‚im Moment‘?

    weil ich meinem inneren Frieden noch nicht ganz traue....und bestimmt auch wieder Rückschläge kommen werden.

    Mit diesem kurzen Update grüßt euch eine, die Nüchternheit genießende Erna

    Guten Morgen,

    ich danke euch für eure Denkanstösse! Muss im Moment alles sacken lassen.

    Der Hinweis meinen Faden zu lesen ist naheliegend. Aber irgendwie konnte ich bisher noch nicht.

    Etwas glaube ich trotzdem für mich ausgemacht zu haben und muss das rasch für mich festhalten.

    Ich hatte die Entscheidung nicht richtig getroffen. Nicht vollständig akzeptiert. Ich habe nur versucht, den Fakt, dass ich Alkoholikerin bin, mit dem Holzhammer (mit dem vielen gedanklichen Beschäftigen hier) in mich hineinzuprügeln. Gründe fürs nicht trinken gesucht, aber nicht wirklich für mich aufgehört.

    Dieses Mal habe ich aber für mich entschieden. Und es steht völlig außer Frage. dass ich mit Alkohol nicht umgehen kann. Ich kann nicht trinken. Deshalb ist zur Zeit alles relativ leicht. Ich fühle mich leicht....gerade beim Aufstehen schoss mir der Gedanke durch den Kopf...."wie schön, dass du so klar bist".

    Durch die Akzeptanz und die Entscheidung sind im Moment die Hintertüren zu.

    Und nun starte ich beschwingt in Tag 7.

    Lg Erna

    Liebe Viholi,

    ich weiss nicht, ob das als narzisstisch durchgeht.....vielleicht eher was mit Selbstwert-und Liebe. Ich meine bei dir herausgelesen zu haben, dass du damit auch ein Problem hast.

    Rückblickend kann ich bei mir ähnliche Verhaltensweisen feststellen. Fühle mich oft minderwertig im Umgang mit anderen, dümmer oder sonstwas. Obwohl ich mich eigentlich zu den Menschen hingezogen fühle, ziehe ich mich dann zurück und bleibe bei Leuten, bei denen ich mich nicht ganz so blöde fühle.

    Oder auch inneres abwerten von anderen....das ist wahrscheinlich wirklich narzisstisches Verhalten.....es geschieht ganz automatisch, ich möchte das nicht und merke es auch meist und meine, mich und meine Gedanken zurechtrücken zu können.

    Puh....ganz schön verkorkst. Evtl sollte ich doch einmal eine Psychotherapie anstreben. aber dann denke ich wieder, dass ich jemandem den Platz wegnehme, der es wirklich gebrauchen kann :mrgreen:

    Doch noch was....

    Mir gab ein erfahrener Suchtmedziner zum Abschluss meiner Therapie mit auf den Weg: "Der erste Schritt in Richtung Rückfall wird gemacht, wenn man sich nicht mehtr regelmäßig mit seiner Abhängigkeit befasst".

    Ich hab das hier immer wieder von euch gelesen, dass man sich ständig damit beschäftigen muss. Aber wirklich verstanden hab ich "dieses für immer"erst jetzt. Hoffe ich zumindest.

    Auch ich habe ein paar Monate benötigt, bis ich mich von diesem Gedanken verabscheiden konnte

    Aber wie verabschiedet man sich von diesen Hintertüren? Es ist ja nicht so, dass ich mich nicht wirklich bemüht hätte, die Gedanken blieben mir trotzdem.

    Evtl ist es einfach eine Gedulds-und Zeitsache. Vielleicht gehen sie auch nie weg und ich muss damit leben, sie mir aber immer wieder bewusst machen und eben deshalb lebenslang an der Sucht arbeiten....

    Hallo an alle...

    ich muss zu dem Thema "besserer" Alki nochmal ausholen.

    Versteht mich da bitte nicht falsch. Ich bin nicht so vermessen, dass wirklich zu glauben. Schäme mich eher für solche Gedanken. Wohlmöglich spuckt mein Hirn so etwas aus, um mir weiszumachen, dass ich ja trinken könne, wenn ich nicht ganz so kaputt bin. Und auch, damit ich mir nicht vollends eingestehen muss, kläglich gescheitert zu sein. Und es ist auch ein Mechanismus, um innerlich Abstand halten zu können und mich nicht einlassen zu müssen.

    Im Moment bin ich eher dankbar, evtl jetzt noch die Kurve bekommen zu können, bevor ich auch richtig kaputt bin. Das ist neu....und wahrscheinlich ziemlich gut und ein kleiner Meilenstein.

    was kannst du denn gut? was kreatives, sportliches, kulinarisches, handwerkliches, was auch immer. hier mußt du ansetzen und das für dich ausbauen. du weißt am besten was du gut kannst,

    Da liegt das Problem. Ich weiß schon, was ich gut kann. Aber ich werte diese Dinge innerlich ab. Mein musikalischen Fähigkeiten sind nicht gut genug, meine sehr guten Leistungen in der Ausbildung habe ich nur geschafft, weil die Ausbildung nicht schwer war/es mir leicht gemacht wurde. Einerseits will das innere Kind gelobt werden, andererseits könnte ich in Grund und Boden versinken, wenn mir jemand sagt, ich hätte etwas gut gemacht.

    In meinem Elternhaus wurde alles über Leistung definiert. Für Leistung gab es Zuwendung....und da ist der Knackpunkt....ich will nicht für Leistungen gemocht werden, will mich nicht wegen etwas, was ich gut kann selbst lieben. Ich muss das können, einfach nur dafür, dass ich da bin und genauso wie ich bin.

    Warum willst du in der SHG vor Ort Freundschaften knüpfen?

    Wieso benötigst Du Freundschaften in der SHG?

    Weil ich keine Freunde mehr habe, ich aber ein soziales Wesen bin und mich manchmal einsam fühle.

    Aber ja, die SHG sollte hauptsächlich Plattform zum Nüchtern sein und sich über die Sucht austauschen kann man unabhängig davon, ob man befreundet ist.

    Grundsätzlich ist es aber so, dass mein Wunsch nach mentaler Nähe groß ist, und dass es auch ein paar Kandidaten für sowas in meiner Gruppe gibt, ich es aber einfach nicht hinbekomme, mich da wirklich einzulassen und zu öffnen.

    Gestern habe ich gemerkt, dass ich in dieser Sache schon viel weiter bin, als ich wahrnehmen konnte und ich eigentlich nur etwas Geduld brauche. In letzter Zeit hat sich doch so etwas wie eine Freundschaft zu jemandem entwickelt, dem ich mich gestern offenbart habe. Das Gespräch war ziemlich gut.

    Außerdem wurde ich in der SHG mit weit geöffneten Armen empfangen. Ein paar haben sich echt gefreut, dass ich wieder da war und ich war so entspannt und hab mich so wohl gefühlt, wie noch nie. Ich sollte mir das groß irgendwo hinpinnen, für Zeiten, in denen ich es mal wieder nicht so gut wahrnehmen kann.

    Heute ist Tag 5 .... Suchtdruck ist regelmäßig da, aber er kommt und geht und ich kann ganz gut damit umgehen. Vom Gefühl her ist es ganz anders als vor knapp 2 Jahren. Nicht so quälend und angstbesetzt. Stattdessen bin ich erleichtert.....wirklich erleichtert und endlich sowas wie dankbar. Ich hoffe, es bleibt noch eine Weile so.

    Ich wünsche erstmal allen ein tolles Wochenende

    LG Erna