Hallo an alle...
ich muss zu dem Thema "besserer" Alki nochmal ausholen.
Versteht mich da bitte nicht falsch. Ich bin nicht so vermessen, dass wirklich zu glauben. Schäme mich eher für solche Gedanken. Wohlmöglich spuckt mein Hirn so etwas aus, um mir weiszumachen, dass ich ja trinken könne, wenn ich nicht ganz so kaputt bin. Und auch, damit ich mir nicht vollends eingestehen muss, kläglich gescheitert zu sein. Und es ist auch ein Mechanismus, um innerlich Abstand halten zu können und mich nicht einlassen zu müssen.
Im Moment bin ich eher dankbar, evtl jetzt noch die Kurve bekommen zu können, bevor ich auch richtig kaputt bin. Das ist neu....und wahrscheinlich ziemlich gut und ein kleiner Meilenstein.
was kannst du denn gut? was kreatives, sportliches, kulinarisches, handwerkliches, was auch immer. hier mußt du ansetzen und das für dich ausbauen. du weißt am besten was du gut kannst,
Da liegt das Problem. Ich weiß schon, was ich gut kann. Aber ich werte diese Dinge innerlich ab. Mein musikalischen Fähigkeiten sind nicht gut genug, meine sehr guten Leistungen in der Ausbildung habe ich nur geschafft, weil die Ausbildung nicht schwer war/es mir leicht gemacht wurde. Einerseits will das innere Kind gelobt werden, andererseits könnte ich in Grund und Boden versinken, wenn mir jemand sagt, ich hätte etwas gut gemacht.
In meinem Elternhaus wurde alles über Leistung definiert. Für Leistung gab es Zuwendung....und da ist der Knackpunkt....ich will nicht für Leistungen gemocht werden, will mich nicht wegen etwas, was ich gut kann selbst lieben. Ich muss das können, einfach nur dafür, dass ich da bin und genauso wie ich bin.
Warum willst du in der SHG vor Ort Freundschaften knüpfen?
Wieso benötigst Du Freundschaften in der SHG?
Weil ich keine Freunde mehr habe, ich aber ein soziales Wesen bin und mich manchmal einsam fühle.
Aber ja, die SHG sollte hauptsächlich Plattform zum Nüchtern sein und sich über die Sucht austauschen kann man unabhängig davon, ob man befreundet ist.
Grundsätzlich ist es aber so, dass mein Wunsch nach mentaler Nähe groß ist, und dass es auch ein paar Kandidaten für sowas in meiner Gruppe gibt, ich es aber einfach nicht hinbekomme, mich da wirklich einzulassen und zu öffnen.
Gestern habe ich gemerkt, dass ich in dieser Sache schon viel weiter bin, als ich wahrnehmen konnte und ich eigentlich nur etwas Geduld brauche. In letzter Zeit hat sich doch so etwas wie eine Freundschaft zu jemandem entwickelt, dem ich mich gestern offenbart habe. Das Gespräch war ziemlich gut.
Außerdem wurde ich in der SHG mit weit geöffneten Armen empfangen. Ein paar haben sich echt gefreut, dass ich wieder da war und ich war so entspannt und hab mich so wohl gefühlt, wie noch nie. Ich sollte mir das groß irgendwo hinpinnen, für Zeiten, in denen ich es mal wieder nicht so gut wahrnehmen kann.
Heute ist Tag 5 .... Suchtdruck ist regelmäßig da, aber er kommt und geht und ich kann ganz gut damit umgehen. Vom Gefühl her ist es ganz anders als vor knapp 2 Jahren. Nicht so quälend und angstbesetzt. Stattdessen bin ich erleichtert.....wirklich erleichtert und endlich sowas wie dankbar. Ich hoffe, es bleibt noch eine Weile so.
Ich wünsche erstmal allen ein tolles Wochenende
LG Erna