Beiträge von Panama

    Mein Mann ist Alkoholiker. Allerdings noch nicht so lange, er hat schon immer missbräuchlich getrunken, schlimm bzw richtig krankhaft wurde es dann vor ca 2.5-3 Jahren. Es hat etwas gedauert, bis ich das realisiert habe. Es war dann aber schnell so schlimm, dass für mich klar war, dass ich das so nicht mehr ertragen kann (und die Kinder schon gar nicht).

    Er war zum Glück einsichtig und war dann auch in einer Klinik. Da wollte er aber noch nicht wahrhaben, dass er nie wieder trinken kann. Danach wurde es schnell wieder sehr schlimm, so dass ich ihn rausgeschmissen habe. Als ich ihm klar gemacht habe, dass ich mich trenne, wenn er nicht aufhört, scheint es bei ihm geklickt zu haben. Er ist jetzt seit über einem Jahr trocken.

    Am besten liest du dich hier mal bei den Angehörigen durch die verschiedenen Seiten.

    Dein Partner trinkt und es liest sich nicht ansatzweise so, als ob er wirklich aufhören wollte. Du kannst ihm nicht helfen, kontrolliertes Trinken ist nicht möglich und wenn er nicht von sich aus was ändern will, wird alles nur noch schlimmer werden.

    Edit: nasse Alkoholiker lügen wie gedruckt, vermutlich, weil sie sich schämen, es selbst nicht wahrhaben wollen oder keine Lust auf Diskussionen haben. Mein Msnn stand mal völlig betrunken vor mir und behauptete, er hätte nichts getrunken. Dazu sagte dann sogar mein 8jähriger Sohn, er hätte gerochen, dass Papa Wein getrunken hat.

    Lass dich nicht verunsichern. Wenn du denkst, dass er getrunken hat, liegst du bestimmt zu 99% richtig.

    Ich möchte dir auch Mut machen. Mein Mann hat eine Angststörung, bekommt Medikamente deswegen. Besonders schlecht ging es ihm immer nach Alkoholekzessen, verschiedene Situationen wie Flughäfen, Veranstaltungen mit vielen Menschen, Höhe, Supermärkte waren schwierig für ihn. Fliegen konnte er quasi nur, wenn er getrunken hatte.

    Er trinkt nun seit über einem Jahr nicht mehr.

    Flegen, Flughäfen, im Restaurant an einem Tisch mitten im Raum sitzen usw, ist alles kein Problem mehr ohne Alkohol. Das Psychomedikament konnte er reduzieren.

    Ich habe ihn letztens noch gefragt, wann er das letzte Mal Angst hatte bzw Panik bekommen hat. Er kann sich nicht mehr dran erinnern!

    Es wird also alles wesentlich besser ohne den Alkohol, bleib dran!

    Habe heute auch versucht, rechtliche Beratung zu bekommen, da hängt ja noch so viel mehr dran, zB auch, dass ich nicht möchte, dass er seine Kinder betrunken aus dem Kindergarten und der Schule abholt. Der Kindergarten ist zum Glück auf meiner Seite, schließlich müssen die ja auch die Kinder schützen. Aber ich habe nicht das alleinige Sorgerecht...

    Da kommt noch einiges auf mich zu. :(

    Zu dem Punkt möchte ich noch sagen, dass es da sehr gut ist, dass er seinen Führerschein verloren hat und in einer Klinik war, so gibt es ja Beweise für seine Alkoholkrankheit. So wirst du den Umgang bestimmt in deinem Sinne und zum Besten der Kinder regeln können.

    Ganz genau, du machst das Richtige! Und natürlich fühlt sich das falsch an, es ist so schwer einen Traum und auch die Gewohnheit aufzugeben!

    Mit den Kindern war und ist es mit meinem Mann ähnlich. Er fährt 12 Tage auf Geschäftsreise, telefoniert einmal kurz mit beiden, fragt mich einmal wie es ihnen geht und das reicht ihm Dann. Ich weiß nicht, ob das typisch Mann ist oder ob man als Mutter doch viel enger mit den Kindern verbunden ist. Ich kann das auch nicht verstehen, wie man so wenig Interesse an den Kindern haben kann.

    Berni, das ist ganz sicher ein Trugschluss. Auch viele mit Kindern gehen nicht.

    Die meisten Betroffenen gehen nicht, weil sie nicht wollen. Da werden 1.000 Gründe vorgeschoben. Kinder, Haus, Wohnung, Schwiegermutter, Betrieb, Hunde und was weiß ich noch alles. Manche werden geschlagen, bedroht, betrogen. Und gehen trotzdem nicht.

    Das ist das gemeine an toxischen Beziehungen. Es geht einem schlecht, die Beziehung ist eine Katastrophe, aber man schafft es trotzdem nicht, sich zu trennen.

    Hey Berni,

    das ist wirklich eine ätzende Situation, in der du steckst.

    Du sagst, sie ist Spiegeltrinkerin, dann trinkt sie doch jeden Tag? Oder ist sie wirklich tatsächlich manchmal ein paar Tage am Stück nüchtern?

    Ich würde an deiner Stelle auf alle Fälle alleine zur Hochzeit gehen.

    Du kannst dich nicht drauf verlassen, dass sie da nüchtern hingeht/ bleibt.

    Und ich finde, das kannst du dir und deinem Neffen nicht antun, das Risiko einzugehen, dass sie sich eventuell völlig daneben benimmt. Und die Wahrscheinlichkeit dafür scheint ja doch recht hoch zu sein, nach den ganzen Vorfällen, die du bereits beschrieben hast.

    Hey Lotta,

    das kann ich gut verstehen. Das ist ja alles auch einfach scheiße, und du hast dir das alles mal ganz anders vorgestellt.

    Aber warte erstmal ab.

    Mir hat es damals echt gut getan, als mein Mann ausgezogen ist, so konnten wir ein wenig zur Ruhe kommen.

    Du musst auch nicht ohne Unterstützung zurecht kommen!

    Lass dich doch beraten, welche Hilfen es gibt.

    Nur, damit du weisst, was vielleicht mal möglich ist.

    Und das ist etwas, was du jetzt selbst tun kannst. Ansonsten sitzt du ja jetzt quasi auf heißen Kohlen rum und hoffst darauf, dass sich bei deinem Mann was ändert.


    Ich habe auch wochen- und monatelang zwischen Hoffen und Bangen gelebt (zum Glück waren es letztendlich nicht viele Jahre, zumindest bis jetzt nicht). Mir hat es sehr geholfen, dass ich mir eine Art Liste der schlimmsten Ausfälle, Erlebnisse, Situationen und Abstürze meines Mannes gemacht habe. Um mir mal wirklich vor Augen zu halten, wie schlimm das war.

    Und ich bin auch immer erst wieder weich geworden, wenn es ihm leid getan hat, wenn er selbst eingesehen hat, dass es so nicht geht, wenn er so lieb und anhänglich war usw.

    Aber dann hab ich wieder an die schlimmen Situationen gedacht. Und dass ich das auf keinen Fall auf Dauer ertragen will. ICH wollte das nicht.

    Und für meine Kinder wollte ich das schon gar nicht. Wobei man da wirklich aufpassen muss, dass man die Kinder nicht vorschiebt (heile Familie, er ist so ein toller Vater usw). Ja, kann alles stimmen, aber wenn man ehrlich ist, sind oft nicht die Kinder der Grund (oder der Hund, oder die schöne Wohnung, oder die kranke Mutter, oder oder oder), weshalb man bleibt, sondern weil man selbst nicht alleine sein und den Mann aufgeben will.

    Versuche doch, in den nächsten Tagen ein wenig zur Ruhe zu kommen.

    Und verschaff dir doch mal einen finanziellen Überblick.

    Hast du Zugriff auf Konten, Unterlagen, Steuerkram etc.?

    Du könntest dich doch mal unverbindlich beraten lassen bei sowas wie der Familienhilfe oder so.

    Damit du erstmal weißt, wie die Lage überhaupt ist.

    Und natürlich stünden dir und den Kindern Unterhalt zu, falls du dich trennen wollen würdest.

    Es ist auch völlig klar, dass du hoffst, dass er clean aus der Klinik kommt und das auch bleibt. Aber die Chance ist eben leider sehr gering.

    Wie ist denn da der Plan, ist er nur zur Entgiftung da oder macht er auch eine Entwöhnungstherapie etc.?

    Hey Teresa,

    du musst absolut kein schlechtes Gewissen haben, dass du dich um dich kümmerst, dich abgrenzt und die "Vorteile", die dir das Zusammenleben noch bringt, mitnimmst. Das ist auch kein bisschen egoistisch! Bzw es ist im völlig richtigen Rahmen, dich und die Belange deines Sohnes in den Vordergrund stellen. Es ist absolut nicht in Ordnung, dass dein Partner regelmäßig am Wochenende abhaut zum Saufen und dann 2-3 Tage wegbleibt.

    Hat er eigentlich richtige Freunde oder nur die Saufkumpels? Was sagt denn seine Familie zu seinen Saufeskapaden und dass er dich regelmäßig mit dem Kleinen hängen lässt?

    Ich finde wirklich, du machst das genau richtig. Grenz dich ab, blockier ihn, wenn er saufen geht. Nutz die Zeit für dich, die er in der Lage ist, sich um den Kleinen zu kümmern und sieh zu, dass du den finanziellen Überblick hast und sorg da für dich und den Kleinen vor.

    Wenn man Kinder hat, ist es immer sehr sehr hilfreich viel Kontakt zu anderen Eltern zu haben. Playdates, Spaziergänge usw., das macht meistens zusammen mit anderen Muttis mehr Spaß und wenn man ehrlich ist, machen sowas eh meistens die Mütter.

    Du könntest auch ein paar Wände neu streichen (oder eine Wand in einer knalligen Farbe), andere Bilder aufhängen, ein paar Pflanzen aufstellen. Damit kannst du dir recht preisgünstig ein neues Ambiente schaffen, was sich auch zeitlich zügig umsetzen lässt.

    Oder gönne dir neue Stühle und einen neuen Tisch.

    Ist immer noch günstiger als ein Umzug ;-).

    Es ist doch klar, dass dich das verunsichert. Da steckt ja auch so vi Hoffnung drin. Mein Mann war ja sogar in einer Klinik zur Entwöhnung. Da war er 2-3 Wochen vorher abstinent, in der Klinik auch und danach vielleicht nochmal 1-2 Wochen.

    Da wollte er aber noch nicht wahrhaben, dass er nie wieder trinken „darf“. Und dann wurde es nochmal richtig schlimm. Bis ich ihn eben gebeten habe zu gehen und ihm dann nach ein paar Wochen gesagt habe, dass ich mich trenne, wenn er nicht aufhört zu trinken.

    Das stimmt, wir haben offen gesprochen, er hat es auch eingesehen, dass er ein Problem hat und so nicht weitergeht. Aber bis er dann tatsächlich was unternommen und geändert hat, das hat einige Monate gedauert.

    Dieses phasenweise 1-2 Wochen weniger oder gar nichts trinken hatten wir auch, danach wurde es aber immer schlimmer als vorher. Bei uns hat dieser Prozess ca 9 Monate gedauert und zum Glück nicht mehrere Jahre.

    Bei mir hat es einige Wochen gedauert, bis ich mich entspannen konnte und mehr Vertrauen aufkam, dass er es tatsächlich durchzieht. Mein Mann ist jetzt fast ein Jahr trocken, Schreckmomente gibt es aber immer mal wieder.

    Und dass er wirklich lebenslang abstinent bleibt, kann ich auch immer noch nicht glauben. Dazu ist es für ihn auch noch zu sehr Verzicht.