Das tut mir so leid! Mein Beileid! Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit
Beiträge von Marli
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Ja, energielos trifft es genau.
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Meine Gefühle jedoch, das merke ich sind nur dann soweit, wenn es gerade ganz extrem ist
Liebe Samora,
deine Worte könnten 1:1 von mir stammen. In den extremen Momenten, wie du sie nennst, habe ich im Kopf schon meine Koffer gepackt. Und dann kommt am nächsten Tag die Kehrtwendung. Liebe Worte, Entschuldigungen, Versprechungen. Und zack, hat er mich wieder eingefangen.
Das schlimme ist: er weiß das. Er nimmt mich nicht ernst, wenn ich ihm sage: ich mache das nicht mehr lange mit.
Ich frage mich oft: was muss passieren, damit ich endlich sagen kann: das war’s! Bis hierhin und nicht weiter! Offenbar ist dieser Punkt (leider) noch nicht erreicht. Aber ich merke: der Gedanke, es zu sagen, wird immer weniger erschreckend. Vielleicht, weil ich es im Kopf schon so oft durchgegangen bin.
Zur Zeit vertraue ich auf mein Gefühl. Dass ich merken werde, wann es soweit ist.
So lange Dein Mann seinem Traum anhängt, dauerhaft zu einem kontrollierten, reduzierten Trinken zu gelangen, nachdem er im Rahmen einer Abhängigkeitserkrankung den dafür typischen Kontrollverlust schon hinter sich hat,
Vielen Dank für diese Worte, 9Leben! Du hast ein Händchen für augenöffner!
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Dass ich ihm, wenn er nachfragt, kindgerecht die Wahrheit sage, steht für mich fest. Anlügen werde ich ihn nicht. Wahrscheinlich wollte ich heute mit der Frage herausbekommen, inwieweit er schon etwas mitbekommt. Und wie er sich damit fühlt.
Nein, das will ich nicht für meine Kinder. Und nicht für mich. Ich schiebe das klärende Gespräch vor mir her, das weiß ich. Bisher konnte und kann ich den Mut nicht aufbringen. Ich weiß selbst nicht, worauf ich warte. Aber ich merke deutlich, dass das ich allmählich an meine Grenzen stoße.
Danke, ich werde mich nach weiteren Beratungsstellen umsehen. Den Tipp mit der Diakonie hatte ich von meiner Hausärztin bekommen.
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Ich bin sauer. Ich hatte am Montag eine op, bin die ganze Woche krank geschrieben. Und dieser vollidiot hat nichts besseres zu tun, als sich volllaufen zu lassen.
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Danke für dein Feedback Morgenrot . Mir stellt sich vor allem die Frage, ob ich ihn darauf ansprechen soll, auch wenn er mich nicht fragt. Also ob ich von mir aus etwas sagen soll. Meinem Sohn war heute morgen nichts mehr anzumerken, er war gut gelaunt wie immer.
Ach verdammt, mir geht es heute nicht gut. Eine dicke Erkältung, aber ich komme einfach nicht zur Ruhe. Die Gedanken kreisen, ich bin unmotiviert und fühle mich grad einfach sch….
Ich bin wütend, traurig, ängst, alles zugleich.
Ich habe gerade das Gefühl, festzustecken.
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Achso, ich habe heute bei der Diakonie angerufen um nach einem Beratungstermin zu fragen. Natürlich gibt es nur Termine am nachmittag, wenn die Kinder wieder zu Hause sind und auch nur an dem Tag, an dem der große seinen schwimmkurs hat. Ich habe jetzt erstmal keinen Termin ausgemacht, habe gesagt, dass ic h mich wieder melde. Da muss ich jetzt erstmal etwas organisieren.
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Gestern kam es wieder zu einer unschönen Situation. Als ich abends mit den Kindern nach Hause kam, war mein Mann sichtlich betrunken. Ich habe mich mit ihnen ins Kinderzimmer verpieselt und bin erst wieder runter gekommen, als er eingeschlafen war. Ich hatte das Gefühl, dass mein Sohn sehr abwehrend seinem Vater gegenüber war. Der Abend verlief dann etwas chaotisch, ich wollte meinen Sohn nicht alleine lassen, während ich die kleine Schwester ins Bett bringe. Somit musste die kleine etwas länger wach bleiben, damit ich sie zusammen ins Bett bringen kann.
Heute morgen habe ich meinen Sohn gefragt, ob er gemerkt hat, dass Papa am Abend komisch war. Er meinte darauf hin, dass er es doof fand, dass er so früh geschlafen hat und nicht gute Nacht gesagt hat. Ich meinte daraufhin zu ihm, dass ich das auch doof fand und es mir leid tut. Mein Sohn darauf: dass muss dir doch nicht leid tun, sondern ihn.
Jetzt zu meiner Frage: war es falsch, meinen Sohn darauf anzusprechen? Ich habe Angst, dass ihn diese Situationen verunsichern, ich wollte ihm irgendwie vermitteln, dass ich es auch mehr und das ich es auch nicht gut finde. Wollte ihn mit seinen Gedanken irgendwie nicht allein lassen. Hätte ich gestern nicht das Gefühl gehabt, dass mein Sohn genervt von seinem Vater ist (er hat ziemlichen blödsinn geredet, hat drei mal die gleiche Frage gestellt usw.) hätte ich es wahrscheinlich nicht nochmal angesprochen. Jetzt bin ich unsicher…
Liebe Grüße, Marli
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Wahrscheinlich meint Panama das in Hinblick auf Bequemlichkeit. Wenn ihr euch trennt, ist er für all das allein verantwortlich. Kann natürlich auch ein Hindernisgrund sein…
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So, heute hatte ich einen Termin bei meiner Hausärztin. Sie habe ich jetzt mit ins Boot geholt. Ihr Rat kurz und knapp: ich muss da raus. Sie hat mir aber, wie auch ihr, empfohlen, vorher einige Schritte zu gehen. Sprich: Beratungstermin bei der Diakonie, um, für den Zeitpunkt, dass ich einen Schlussstrich ziehe, auf sicheren Beinen stehe und informiert bin. In zwei Wochen machen wir den Antrag für eine Mutter Kind nur fertig und sie hat mir zugesichert, dass sie mich , sobald ich ihr das Go gebe, für unbestimmte Zeit krank schreibt. Einfach, damit ich mit den Kindern erstmal irgendwo unterkommen kann, bis alles geklärt ist. So weit so gut.
Momentan ist es hier wieder relativ ruhig, soll heißen, keine totalabstürze. Ich merke, dass ich in dieser Zeit wieder einen Schritt zurück gehe. Das teufelchen versucht mit wieder einzureden: ist doch alles halb so wild, ist doch alles gar nicht schlimm. Das Gespräch mit der Ärztin hat mich wieder etwas auf den Boden geholt.
Ich habe nachgedacht, warum ich immer wieder zurück falle. Ich glaube, ich habe mich mittlerweile so sehr an die Situation gewöhnt, dass ich die Dramatik teilweise gar nicht mehr erkenne. Kann das sein? Das dieses hin und her zwischen trinken und nicht trinken, Kontrollversuche, Wut, Trauer, Enttäuschung, Hoffnung zur Normalität wird?
Wenn dann wieder eine Situation auftaucht, dass sein betrunkensein nicht mehr zu verstecken ist, werde ich in die Realität zurückgeworfen.
Mein Plan: an solchen Tagen weitere Schritte einleiten, Beratungstermin ausmachen. Ich habe das Gefühl, dass ich nur dann handlungsfähig bin. Als bräuchte ich diesen Schlag ins Gesicht, um zu reagieren…
Ich habe furchtbare Angst davor, dass ich mich irgendwann so an diese Situation gewöhne, dass ich die nächsten Jahre verharre. Bis irgendwann alles kaputt ist.
Liebe Grüße, Marli
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Also aufhören zu schreien, diskutieren, bitten, betteln, drohen... Es ist ja schon längst alles gesagt.
Ja, das habe ich ihm im letzten Gespräch deutlich zu verstehen gegeben.
Super, daß du mit deiner Mutter geredet hast!
Tatsächlich weiß meine Mutter schon lang Bescheid. Genauso wie mein Vater und eine gute Freundin von mir.
Mein Vater gibt mir Rückendeckung, alle bieten Hilfe an für den Fall der Fälle.
Und meine Eltern halten sich auch nicht zurück wenn sie merken, er hat etwas getrunken. Sprechen ihn direkt darauf an. Und sagen ihm, was sie davon halten. Der nächste Schritt ist wie gesagt, auch die Hausärztin ins Boot zu holen. Ich möchte sie fragen, ob sie bereit wäre, noch kurzfristig krank zu schreiben, sollte hier sein Punkt erreicht sein, an dem das Wort Trennung im Raum steht. Damit ich zumindest Übergangsweise mit den Kindern weg kann.
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Vielen Dank für alle eure Antworten.
NIKA. genau das ist auch mein Eindruck. In der Anfangszeit unserer Beziehung war ich selbst abhängig, nicht von Alkohol sondern von essen. Ich hatte bereits viele Jahre Bulimie hinter mir, steckte noch mittendrin. Habe mitgetrunken, um auch mir das Leben schön zu trinken, andere Probleme zu verdrängen. Als ich die Bulimie in den Griff bekam, endlich beenden konnte, merkte ich, dass ich mich verändert habe. Auch den Alkohol nicht mehr brauchte. Da fing ich auch an zu bemerken, dass das trinkverhalten meines Mannes nicht normal ist. Ich entwickelte mich weiter.
Es war ein Gedanke, aber auch ich fürchte, dass eine Rückkehr zu mehr Nähe sehr schwierig ist. Einfach, weil ich gar nicht mehr so bin, wie ich früher war… ich hoffe, das war jetzt verständlich…
Marli, ich frage dich jetzt ernsthaft. Wieviele letzte Chancen willst du ihm denn noch geben? Auf wieviele versuche willst du es noch ankommen lassen.
Zur Zeit lasse ich meinen Mann einfach mal machen. Thematisiere das Problem gerade nicht. Ich habe ihm wie schon geschrieben gesagt, dass dies für mich der letzte Versuch ist . Auf trinken reagiere ich mir schweigen und Rückzug. Ansprechen habe ich aufgegeben. Vielleicht schlagen hier jetzt viele die Hände über den Kopf zusammen und denken: NEIN! Du darfst das doch nicht ignorieren. Aber ich ignoriere es nicht. Ich habe vor ein paar Tagen mit meiner Mutter gesprochen und ihr erzählt, wie es momentan zu Hause läuft. Her Antwort: „oh Kind, ich kenne dich gut. Jetzt muss er aufpassen. Wenn du aufhörst zu schreien und ruhig wirst, dann bist du schon sehr weit bei deiner Entscheidung.“
Und so ist es. Ich bin ruhig und gehe im Hintergrund meine Schritte. Am Mittwoch gehe ich zur Hausärztin, bespreche mich mit ihr, stelle einen Antrag auf Mutter Kind Kur. Ich rechne herum.
Aber ich überlege eben auch, ob es evtl doch noch eine Möglichkeit gibt, das Blatt zu wenden. Bisher hab ich es mit schreien, weinen, streiten versucht. Habe ihm meine Hilfe angeboten. Aber eben noch nicht, wieder auf ihn zu zu gehen. Im Sinne von Beziehung retten, ganz unabhängig vom Thema Alkohol.
Ich bezeichne meinen Weg gerade wenige als Kreis, sondern eher als Labyrinth. Es gibt einen Ausgang, wie auch immer der aussehen wird. Und dazwischen verdankt viele Sackgassen, viele falsche Wege. Da muss ich dann umkehren, einen neuen Weg suchen. Das merke ich aber erst, wenn ich diesen falschen Weg auch gegangen bin. Das dauert vielleicht, doch irgendwann werd ich den Ausgang finden.
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Hallo in die Runde!
Mir geht seit ein paar Tagen eine Frage im Kopf herum, von der ich gerne mal eure Meinungen wissen würde.
Meinem Mann zufolge ist einer der Hauptgründe für sein trinken, dass unsere Beziehung ziemlich eingeschlafen ist. Soll heißen: kaum Zeit zu zweit, weder abends noch am Tage, die Kids sind im Grunde immer dabei. Kein abendliches Fernsehen, kein kuscheln, keine Nähe. Sehr oberflächlich alles, es wird nur noch das nötigste, sprich, organisatorische besprochen.
Was soll ich davon halten? Mir ist natürlich bewusst, dass das noch lange kein Argument ist, zu trinken. Die Schuld dafür lasse ich mir nicht mehr zuweisen.
Dennoch kreist in meinem Kopf die Idee, es auf einen Versuch ankommen zu lassen. Zeit mit ihm verbringen, die Kinder mal zur Oma bringen, damit wir zusammen essen gehen können etc.
Mich abends mit ihm zusammensetzen, fern schauen, reden, Zeit verbringen.
Einerseits denke ich: Nein! Es ist jetzt erstmal an ihm, mit zu zeigen, dass er sein Problem ernsthaft angeht. Erst dann lasse ich mich wieder mehr auf ihn ein. Ein Teil von mir sträubt sich dagegen, sagt: das ist der falsche Weg.
Andererseits denke ich: was habe ich zu verlieren? Lass es doch auf einen Versuch ankommen, vielleicht wirst du überrascht. Wenn dann nach wie vor keine Veränderung einsetzt, habe ich Klarheit dazu bekommen, habe mir nichts vorzuwerfen und kann mir auch nichts mehr vorwerfen lassen. Kann mit guten Gewissen sagen, dass ich alles mit mögliche getan habe, die Situation zu verändern. Ist das wieder co denken?
Mein Mann und ich haben, bevor die Kids da waren, im Prinzip jede Minute miteinander verbracht. Waren viel unterwegs, viel Nähe.
Doch jetzt kommt das große ABER: Alkohol war immer im Spiel. Seit wir uns kennen. Doch da habe ich noch mitgetrunken. Es gab auch schon damals Situationen, in denen er deutlich zu viel getrunken hat, in denen er mir unangenehm war, regelrecht peinlich.
Mache ich mir etwas vor, wenn ich nun versuche, wieder zum damaligen Stand zurückzukehren, nur aber eben ohne Alkohol? Macht das überhaupt Sinn oder ist von vornherein zum scheitern verurteilt?
Ich weiß natürlich, dass jeder Mensch, jede Beziehung anders ist, doch mich würden einfach mal eure Erfahrungen/Meinungen dazu interessieren. Kann die Rückkehr zu einer engeren Beziehung einen alkoholiker dazu bringen, mit dem trinken aufzuhören bzw. sich Hilfe zu holen? Oder ist das nur wieder ein vorgeschobener Grund, um das trinken zu rechtfertigen? Und vermittelt das nicht ein völlig falsches Bild? So nach dem Motto: Super, sie hat aufgehört zu motzen und die Beziehung läuft wieder, dann kann ich ja ungestört weitertrinken!
Liebe Grüße, und ein schönes Wochenende euch,
Marli
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Hallo 9Leben!
Ich lese deine Beiträge mit sehr viel Aufmerksamkeit, erinnert doch so vieles an meine Geschichte (und die Geschichten vieler in diesem Forum)
Die Frage nach den ignorierten Ausgangspunkten beschäftigt mich gerade sehr. Und rückblickend betrachtet gab es davon viele. Der erste war wohl bei mir, als mein Mann nach drei Monaten Beziehung zum zweiten Mal seinen Führerschein verloren hat.
Ich bin gerade dabei, die gesamte Zeit unserer Beziehung zu rekapitulieren und muss feststellen, das Alkohol schon immer ein großes Thema war. Als ich meinen Mann kennen gelernt habe, war ich selbst ziemlich kaputt. Ich steckte mitten in einer Essstörung, trank selber nicht wenig, auch alleine, um mir die Welt und mein Leben schön zu trinken. Ich war dankbar, dass ich einen Partner gefunden hatte, der mich mit all den Problemen nimmt, und sich zusammen mit mir das Leben schön trinkt. Immer mal wieder gab es Momente, in denen er deutlich übertrieb, beim abendlichen Feiern aggressiv wurde, Momente, in denen ich mich für ihn geschämt habe. Bei meiner Familie und meinen Freunden wurde sich schon darüber lustig gemacht. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit trank er so viel, dass er richtig besoffen war. Ich blieb, ignorierte weiter. Nach dem Motto: ich bin ja auch nicht besser…
Wir heirateten. Ein paar Jahre später kam der Kinderwunsch. Und ich dachte, wenn wir erstmal eine Familie sind, wird es schon alles werden. Was die Essstörung anging, war ich endlich an einem Punkt angekommen, an dem ich merkte: ich will das nicht mehr! Ich will so nicht weiterleben. Ich nahm es in Angriff, schaffte es mit Hilfe einer SHG und einer Therapie raus. Nach 16! Jahren.
Ich wurde schwanger, hörte auf zu trinken. Mein Mann leider nicht. Und erst ab diesem Zeitpunkt wurde mir bewusst, dass sein trinkverhalten nicht normal ist. Hier begannen die ersten streitereien. Ich weiß noch, dass ich einmal hochschwanger auf dem Balkon saß, und nur noch weinte. Unser Sohn kam auf die Welt, dass wurde natürlich mit seinen Kumpels gefeiert. Während ich also im Krankenhaus lag und mich von der Geburt erholte, betrank er sich. Was soll’s, dachte ich. Gehört ja irgendwie dazu. Ich ignorierte wieder mein schlechtes Bauchgefühl. So ging es die nächsten zwei Jahre weiter. Es kam das Gespräch auf nach einem zweiten Kind. Wir wollten beide, der Gedanke war so fest in meinem Kopf, dass ich das trinken wieder ignorierte. Und ich ignorierte, dass er häufig zu betrunken war, um intim zu werden. Nein, ignorieren ist das falsche Wort. Ich merkte es, wir stritten uns, ich machte ihm Vorwürfe. Aber ich schob den Gedanken, dass er abhängig sein könnte, ganz weit von mir weg. Warum stieg ich hier nicht aus?
Wir gingen auf häusersuche, fanden ein Haus, kauften es. Mittlerweile war ich mit dem zweiten Kind schwanger.
Und er trank weiter. Ich fand Dosen in seinem Auto, Flaschen in Schränken. Er trank heimlich, Wein und Schnaps.
Und ich dachte wieder: okay, er ist viel auf der Baustelle, da wird getrunken. Doch endlich, nach und nach machte es Klick bei mir. Ich gestand mir endlich ein, dass ich mit einem alkoholiker verheiratet bin. Ich begann, ihn zu kontrollieren , Flaschen zu suchen.
Er wurde krank, musste 3 Wochen ins Krankenhaus mit anschließender Reha. Ich begann, mit anderen zu reden, merkte, dass alle anderen schon Bescheid wussten. Ich genoss die Zeit, in der er weg war. Keine Verstecke suchen, keine Sorge darüber, ob er es da getrunken hat, wenn er nach Hause kommt. Keine Angst, dass er trinken könnte, wenn er alleine mit den Kindern ist.
Als er aus der Reha kam, schien erstmal alles gut. Ich hatte die Hoffnung, dass endlich Schluss ist. Es dauerte ca 1 Monat, bis er das erste Bier wieder in der Hand hatte. Es folgte Wein, wieder Schnaps, erneut versteckte Dosen.
So ist es bis heute.
Wenn ich darüber nachdenke, und zwar ganz ehrlich, gab es viele Momente, in denen ich hätte sagen müssen: stopp, nicht weiter, steig hier aus. Doch ich ignorierte es, mein Gefühl blockierte mich. Immer wieder die Hoffnung, wenn wir erstmal Kinder haben, dann…wenn wir erstmal das Haus fertig haben, dann…wenn es weniger stressig wird, dann…
Tja, hat leider nicht funktioniert. Mein Mann ist alkoholiker, punkt. Es gibt kein wenn, dann.
Und ich hoffe, dass ich endlich auf dem Weg bin, dass ich den nächsten Ausgang nehme und ihn nicht wieder ignoriere.
Liebe Grüße, Marli
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Hallo Eisregen!
Ich kann dir nur sagen: wenn DU das Gefühl hast, dass es Zuviel ist, dann vertrau deiner Wahrnehmung. Ich habe jahrelang gedacht: ach, alles halb so wild. Vielleicht übertreibe ich da in meiner Wahrnehmung.
NEIN! Du sagst, er trinkt auch heimlich. Das ist NICHT normal. Du sagst, er versteckt Flaschen. Natürlich tut er das auch, damit es keine Diskussion gibt. Aber er wird wissen, dass die Diskussion gerechtfertigt ist.
Diese selbstzweifel kenne ich nur zu gut. Ich habe gemerkt, dass ich, sobald es Mal ein paar ruhige Tage, sprich trockene Tage gab, die anderen Tage und Situationen verdrängt habe.
Nochmal: vertrau dir und deinem Gefühl. Wenn du denkst, da stimmt was nicht, dann wird es auch so sein.
Liebe Grüße, Marli
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Ja, so wird es hier auch versucht. Nur noch abends trinken, vielleicht mal beim grillen im Garten o.ä.
Nicht mehr heimlich trinken, nicht mehr, wenn die Kinder wach sind. Die Versprechen wurden bereits gebrochen…die Flasche Rotwein liegt unter der Matratze vom Gästebett. Hier wurde m.E. nach eingeschränkt, aber ich fürchte, das wird nicht von Dauer sein.
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Vielen Dank Saphira
Verzeih, dass ich da jetzt nicht ausführlich drauf antworte. Muss das erstmal sacken lassen.
Liebe Grüße!
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Und ja, ich kann mir schon euren Einwand bzw eure Meinung vorstellen: das ist co abhängiges Verhalten.
Und jetzt kommt das große ABER: es ist auch mein Verhalten als Partnerin, als Mutter von zwei Kindern. Die hier alles über den Haufen werfen müsste. Da brauche ich einen Grund und zwar einen handfesten, keine Vermutungen.
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Den Schein wahren hatte oberste Priorität.
Ich kann nur von mir berichten.
Ja, das Gefühl habe ich momentan auch.
Selbst wenn du es weißt, was ändert das?
Ja, was ändert das? Vielleicht, dass ich es endlich schaffe, die rosarote Brille abzusetzen. Entscheidung zu treffen, die getroffen werden müssen. Schritte einzuleiten, die ich dann machen muss. Und vor allem: mich von ihm zu verabschieden.
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Ich weiß, was du meinst. Dieses nicht-sicher-wissen ob er trinkt oder nicht macht mich kirre.
Bzw. nein, eigentlich ist es anders: ich weiß, dass er abends trinkt.
Ich merke vor allem, dass ich das gar nicht so schlimm finde. Solange er trinkt, wenn wir alle im Bett sind, ist es seine Sache. Mir ist es gerade in erster Linie wichtig, dass die Kinder das nicht mitbekommen.
Bei mir kommt dann nur die Unsicherheit hoch, ob er wirklich nur abends trinkt, oder auch am Tage. Er scheint nüchtern zu sein, aber ich merke, dass ich, sobald er nach Hause kommt, anfange, seinen Atem zu kontrollieren. Sind seine Begrüßungsküsse nur flüchtig, oder schmeckt bzw riecht er nach Kaugummi, frage ich mich sofort: liegt das daran, dass er getrunken hat? Manchmal meine ich, etwas zu riechen. Aber ich weißt es eben nicht. Das ist es, was mich wahnsinnig macht.
Ach verdammt, es ist einfach eine ätzende situation…