Beiträge von Miata

    Guten Morgen.

    Ja, hab völlig falsch reagiert, dessen bin ich mir bewusst. Große Hoffnung liegt in den Gesprächen bei dem Kreuzbund und der Caritas. Dort Ansätze finden, wie ich flüchten kann. Zumindest habe ich daraus gelernt, dass ich mir vorerst keine fremden Probleme aufladen darf. Wurde sauber veräppelt und das tat weh.

    Und wo kam der her? Bist Du einkaufen gegangen? Und ist jetzt noch etwas davon in der Wohnung? Der muss als Erstes aus Deinem Umkreis verschwinden.

    Aus dem Umkreis verschwinden ist schwer, da ich meist zu Hause alleine konsumiert habe. Vllt muss ich doch etwas weiter ausholen. In den 14 Tagen meines Klinikaufenthaltes lernte ich eine Person kennen, die mir scheinbar ähnlich gesonnen war. Mein Helfer-Syndrom verleitete mich dazu, eher der Person anstatt mir zu helfen. Nach der Entlassung stellte sich recht schnell und eindeutig heraus, dass diese Person sehr ambivalent ist und einem das sagt, was man gerne hört. Die Realisierung dieser Tatsache führte zu einer Handlung, die ich selbst kaum verstehe.. Ich fuhr an einer Tankstelle vorbei und kaufte mir Rum. Warum schaffe ich es nicht, den Fokus auf mich zu richten? Warum helfe ich lieber Anderen anstatt mir selbst?

    Hallo Miata,

    bist du denn noch in der Klinik? Dann solltest du das auf jeden Fall vor Ort mit deinen Therapeuten besprechen.

    Für die Zukunft ist wichtig, wie du alternativ in Stress-Situationen handeln kannst oder gar nicht erst in so eine Situation kommst.

    Seeblick

    Nein, bin seit 14 tagen draußen. Eig lief alles super. Bis zum ersten "Stresstest". Am Mittwoch habe ich einen Gesprächstermin bei der Caritas und auch beim kreuzbund habe ich mich gemeldet. Gerade wirkt es, als wären die letzten 4 Wochen für die Katz gewesen. Diese Stresssituation hat mich überrollt. Gerade merke ich zum ersten mal, dass solche Situationen zu groß für mich sein können. Früher war das kein Problem, plötzlich doch..

    Hallo Miata,

    Deine Themen habe ich wegen der Übersichtlichkeit zusammengefügt. Bitte eröffne für Dich keine neuen Themen, sondern schreibe hier unten drunter direkt weiter.

    Was bedeutet "Unfall"? Hattest Du einen Rückfall und wann hast Du zuletzt Alkohol getrunken?

    Hallo Elly. Kein Problem. ich stand auch vor der Frage, drunter schreiben oder neues Thema, danke für die Info.. "Unfall" bedeutet, dass ich im Stressmodus Alkohol getrunken habe (Rückfall). Bei Interesse gerne mehr. Das war gestern, heute nicht. Nun hab ich Panik.

    Hallo in die Runde.

    Nach 4 Wochen seit meiner Selbsteinlieferung in die Klinik hatte ich einen "Unfall". Nachgeben schien leichter als zu widerstehen. meine Frage wäre nun, wie weiter machen? Schwere Situation, die ich früher auch ohne Alkohol meisterte, fällt plötzlich "ohne" schwer. hat vllt jmd Tipps oder Ratschläge, wie man damit am besten umgeht?


    Vielen Dank

    Spricht mir aus der Seele. Wie du erwähnst, ich muss nix. Bin ebenso der Ansicht, mich nennen zu können wie ich möchte. Abstinenzler find ich gut, danke. Dennoch bin ich mir sehr bewusst, dass ich nie wieder ein "normales" Verhältnis zum Alkohol haben kann. Bei SHG schreckt mich auch eher ab, dass dort, wie du so schön geschrieben hast, mantraartig gewisse Worte immer wiederholt werden. War schon bei der Vorstellung der Gruppen in der Klinik so. Hat auf mich gewirkt, als müsse man sich selbst stigmatisieren. Dort haben Einige dann zu mir gesagt, dass ich das falsch sehe und Andere, dass ich meinen eigenen Weg finden müsse, mit der Krankheit "Alkoholismus" umzugehen. Ich rauche z.B seit 7 Jahren nicht mehr. Das kommuniziere ich auch so, nenn mich aber nicht mehr Raucher.

    Ob ich mit der Einstellung gut fahren werde, zeigt sich. Dass du mit dieser Weise gut gefahren bist, freut mich sehr für dich und weckt die Hoffnung, dass der Alkoholismus irgendwann in der Vergangenheit verschwindet und nur dann in Erinnerung kommt, wenn ich alkoholische Getränke ablehne. Und nicht nur, weil ich nicht mehr darf, sondern weil ich auch einfach nicht mehr will. Ich will schon jetzt nicht mehr, aber ich hoffe, es wird verstanden, was ich meine. In keinster, wirklich KEINSTER Weise möchte ich verharmlosen.

    Dir weiterhin alles Gute

    Das ist ein Mazda MX 5, ja :)

    Ich schau mich erstmal weiter hier um, nun hab ich ja erstmal genug Zeit dafür. Wie erwähnt, Klinikbericht kommt noch, ansonsten werde ich eher lesen als schreiben, da ich nicht das Gefühl habe, als "Frischling" viel beitragen zu können.

    Bis hier hin auf jeden Fall schon ein Danke an Alle.

    Ich möchte dem ganzen auch absolut nicht widersprechen. Hier habt ihr 1000 Mal mehr Erfahrung als ich. Bitte nicht falsch auffassen. Nur hab ich innerlich für mich festgestellt, dass es mir mit den Gedanken besser geht und auch leichter fällt. Vergessen darf ich nie. Dafür haben wir auch in der Ergotherapie so Armbänder gemacht, meins nenne ich Mahnbändchen. Der Alkohol hat die letzten 2 Jahre bestimmt. Bitte nicht auch noch die Zukunft mehr als nötig um nie zu vergessen, dass das Teufelsgebräu ist. Und übrigens.. Miata ist ein Auto und ich bin männlich :D

    Hoffentlich klingt´s für euch nicht allzu "dumm"

    Ich bin eigentlich technisch affin... Aber Foren sind mir was Neues :D

    Ja, ich empfinde das halt so.. Wenn ich was in den 14 Tagen gelernt hab: Jeder benötigt seine individuelle Hilfe/Selbsthilfe. Mich schüttelt es, wenn ich mich für den Rest meines Lebens als Alkoholiker bezeichnen MUSS. Nach einer gewissen Zeit würde ich gerne sagen: Ich war abhängig und war Alkoholiker, ohne dabei zu vergessen, dass ich eine Alkoholallergie habe. Oder bezeichnen sich ehemalige Raucher als Nikotinholiker? Meine Psychologin hat mir auch andere Dinge geraten, mit denen diese Einstellung gut einher geht, die ich hier aber als Unerfahrener nicht nennen möchte, da sie für Andere vllt nicht infrage kommen. Es kommt die Tage aber eine kleine Klinik-Story, die Anderen hoffentlich ein wenig die Angst nimmt. Denn ich empfand die 14 Tage als wunderschöne Zeit.

    Danke für den Zuspruch, Bewerbung ist auch schon raus, hat aber keine Eile. Heute Abend geht´s eh erst mal in die Klinik zurück :D

    Ja, blöde Ideen versuche ich gerne zu vermeiden. Auf der anderen Seite würde man auch gerne wissen, wo man anfällig ist. Soooo viele Fragezeichen aber auf der anderen Seite dieser Wille. Irgendwie kann ich´s schlecht erklären. Selbsterziehung? Vllt zu früh dafür. Aber deswegen hoffe ich ja hier auf den ein oder anderen Finger :D

    Vielen dank bei euch und bis die Tage. Grüße, Miata

    Ganz schön gefährliche Aktion. Ist ja nochmal gut gegangen.

    Ich kenne schon zwei Leute, bei denen eine der Flaschen plötzlich am Mund hingen. Aber jetzt ist erstmal alles weg.

    Wünsche Dir einen schönen Sonntag.

    Wenn die Flaschen am Mund gehangen hätten, wären 11 tage für die Katz gewesen. ich möchte mein Leben zurück und meinen Job behalten. Aber ich verstehe, was du meinst. Wir haben dort Dauergäste.

    Auch dir einen schönen Sonntag.

    Für mich hab ich nur den Weg mit dem Kopf durch die Wand als Sinnvoll erarbeitet. Im ersten Stadtausgang hab ich auch einen Abstecher durch die Alkoholabteilung des Supermarktes gemacht. Klingt sicher für Viele dumm. Aber die Tatsache, dass ich da keinen Druck bekommen habe und zu Hause erst mal alles ins Klo goss, hat die Motivation gestärkt. Da muss wohl jeder seinen eigenen Weg finden. Mir ist bewusst, dass noch viele, schwierigere Zeiten kommen können, aber zumindest ist ein strikter Plan vorhanden.

    Vllt werde ich nach Ende des stationären Entzugs einen Erfahrungsbericht verfassen. Die Zeit war bis jetzt schon prägend. Nicht nur bezüglich Erfahrungen, sondern es wird eine Zeit gewesen sein, die ich nie vergessen werde. Was man da erleben kann, ist teilweise sehr motivierend und erschreckend (abschreckend bezüglich Alkohol) zugleich.

    Hallo Linde. Ja, ich bin daheim. Heute bis 22 Uhr muss ich aber wieder in der Klinik sein. Werde wohl früher hin... Noch das Abendessen abgreifen ;)

    Es lief mit gemischten Gefühlen. Hab relativ schnell Gelände- und einen Tag Später Stadtausgang bekommen. 2 Tage danach eben das Wochenende. Daheim hab ich erst mal ALLES ins Klo gegossen, was noch an Alkohol übrig war und hab mir Tee gemacht. Gestern hatte ich zum ersten Mal leichten Druck seit der Entgiftung, da ich immer daheim getrunken habe. Nach 11 Tagen ist mir aber bewusst, dass das fast nur noch der Kopf ist. Der kann mich mal.. (Bezüglich Alkohol). Körperlichen Entzug habe ich zum Glück kaum gespürt, hatte auch eine sehr geringe Dosis und zeit an Medis. Man muss also nicht immer warten, bis der Karren komplett versunken ist.

    Reha ist auch schon genehmigt. Haben dort eine absolut geniale Sozialarbeiterin.

    Update: Befinde mich im Erprobungswochenende. Entzug lief eigentlich gut bisher. Einige nette Leute kennengelernt und sehr wertvolle Unterhaltungen geführt. Da Influenza unsere Station und jede Therapie die letzte Woche auf Eis legte, war das natürlich etwas schwieriger. Gerade mit der Gemeinschaft, dem Miteinander. Deshalb hänge ich noch eine Woche dran und hoffe, dass die Ärzte die Zeit erlauben, etwas nachzuholen. Erkenntnis.. Definitiv Alkoholiker aber sowas von froh, dass ich nach 2 Jahren krankhaftem Konsum selbst die Reißleine ziehen konnte.

    Allen einen schönen Restsonntag.

    Update: Habe einen Termin für den stationären Entzug am 31. Januar bekommen, vllt früher bei Anruf und freue mich irgendwie drauf, auch, wenn´s irgendwie doof klingt.. Ich freu mich auf die Hilfe. Wenn´s rum ist, geb ich Bescheid.

    Vielen Dank für die Willkommenswünsche. :) Es wird sich nach der Entgiftung zeigen, ja. Ich kann das noch nicht so beurteilen, wie weit die abhängigkeit schon vorhanden ist. Bin ich nämlich in der Arbeit, habe ich kein Verlangen, erst wieder zu Hause nach einer Stunde, wenn ich zur Ruhe gekommen bin und die Ängste triggern. Ich hab keine Ahnung, deswegen wird sich das dann zeigen. Ja, hab nen Termin für heute 17 Uhr, bin mir auch bewusst, dass das noch dauern kann. Hauptsache, es dauert dann nicht Monate. Hab mich aber schon bei einem Youtubekanal informiert, der da wirklich gute Sachen aus seiner "Alkoholkarriere" erzählt.

    Das mit den Triggern und dem was sich im Gehirn verschiebt, interessiert mich sehr. Gibt´s dazu mehr Infos? Weil ich mir die Angst wegtrinke und die Angst wird ja wohl leider noch etwas bleiben.

    Grüße, Miata

    Bei meinem Arzt habe ich schon einem Termin, heute Abend, wie bereits in der Vorstellung erwähnt. Ob ich mich als Alkoholiker sehe? Gute Frage, kann ich nicht beantworten. Auf jeden Fall steht bei mir ein Problem damit, nämlich der Missbrauch. Und der geht hin bis zu einer Flasche hochprozentigem Alkohol, wenn ich Morgens anfange. Ob jetzt Alkoholiker oder nicht, ich hab für den Rest meines Lebens vorgetrunken, das Maß ist voll und ich will nicht mehr.