Beiträge von Nayouk24

    Danke für eure Rückmeldungen.

    Ich erinnere deine Fragen.

    Ich auch;)
    Hier konnte ich fragen und ich bekam Antworten, auch Antworten, die ich nicht erwartet hatte oder nicht hören wollte, weil sie nicht zu dem passten, was mir die Sucht im nüchternen Zustand zurechtgelegt hatte.
    An dieser Diskrepanz habe ich am meisten hier gelernt. Dafür musste ich Selbstreflektion zulassen.
    Was meint der/die damit? Ist da was dran? Wieso piekt mich das so an? Warum fühle ich mich missverstanden? Was passiert, wenn ich meinen Blickwinkel ändere?
    Das ist anstrengende und mühsame Arbeit. Ich nenne sie heute "Trockenarbeit, 1. Semester".

    Wer sich gleich beim ersten Gegenwind vertreiben lässt, hat schon verloren. Es geht nicht um mein Ego, es geht darum, die Suchtmechanik zu verstehen, denn nur dann kann ich sie auch kontrollieren.

    Vielen Dank für eure Anerkennungen, die nehme ich gerne auf, auch wenn meine Intension eine andere war.

    Zu Tränen wollte ich niemanden rühren, aber wenn ich etwas bewegen konnte, dann war das genau meine Absicht.
    Und dies gilt insbesondere jenen, die hier bisher still mitlesen und noch auf der Suche nach dem Ausweg sind.

    Wenn du mal zurückblätterst wirst du auch an die Stelle kommen, wo du die zufriedene Abstinenz unbedingt erreichen wolltest und es dir zu lange dauerte.

    Ja Bolle , ich erinnere mich sehr gut daran. Ich habe dann irgendwann aufgehört, zufrieden abstinent sein zu wollen.
    Wenn ich eine stabile Abstinenz (die kann ich mir erarbeiten) mit all ihren Grundwerten konsequent lebe, dann kommt die Zufriedenheit mit der Zeit von alleine, so war es jedenfalls bei mir.

    Wenn mir jemand vor ca. 3 Jahren vorhergesagt hätte, dass ich heute auf den Tag 1000 Tage abstinent bin, hätte ich ihn als gutmeinenden Phantasten abgetan.
    Ich habe ja noch nicht einmal mehr als 2 Tage am Stück geschafft und ich war der festen Überzeugung, dass ich aus dieser Nummer nicht mehr rauskomme.
    Denn wie sollte das gehen, ohne Alkohol? Mein Körper und mein Geist waren „ohne“ nicht mehr in der Lage, einigermaßen vernünftig und unauffällig am Leben teilzunehmen.

    Ich war in mir gefangen und der Weg, den ich ging, der wurde immer einsamer und dunkler.
    Selbst, wenn ich mir vertraute Hilfe geholt hätte, so wäre eine Zukunft doch ohne Alkohol gewesen und davor hatte ich eine Heiden Angst, ja sogar Panik.
    Angst und Panik bekam ich aber auch vor dem, was unweigerlich auf mich zukam, wenn ich einfach so weitermache. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis mein Körper völlig zusammenbrechen würde.

    Und dann war er plötzlich da, mein Tiefpunkt, der Punkt an dem ich die richtige Entscheidung treffen konnte. Warum gerade an diesem Tag?
    Mir ging es mal wieder miserabel und ich kann nur sagen, ich war wohl zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

    Wenn ich heute nach 1000 Tagen zurückblicke, dann weiß ich eines ganz bestimmt.
    Ein Leben ohne Alkohol ist möglich, es ist sogar hervorragend möglich und der Weg hinaus war einfacher als ich mir vorstellen konnte.
    Hätte ich damals gewusst, was ein qualifizierter Entzug (mit medizinischer Betreuung) bedeutet und wie ich innerhalb von Tagen plötzlich wieder Lebensmut und Zuversicht erlangen kann, ich hätte mich wohl nicht so lange quälen müssen.

    Das war der Anfang, der Alkohol war aus meinem Körper, mehr aber auch nicht.
    Es folgten Entwöhnung und Nachsorge und dieses Forum.
    Hier habe ich gelernt, was ich lernen kann, um stabil und zufrieden trocken zu sein.

    Hier habe ich Erfahrungen erlesen und gesammelt und ich habe mich unendlich viel mit mir selbst auseinandergesetzt, denn nur ich konnte dafür sorgen, dass ich abstinent bleibe, es war und ist meine Verantwortung, mein Tun.

    Ich nehme heute diesen Tag zum Anlass um denen Mut zu machen, die mich hier lesen.

    Es geht, wenn ihr euch jede Hilfe holt, die ihr bekommen könnt.
    Geht zum Arzt, legt die Karten offen auf den Tisch, das ist der erste Schritt.

    Und die Angst und die Scham? Ja sie ist da, sie war auch bei mir da, aber genau diese Angst und die Scham, zusammen mit dem Alkohol, hätten mich ins Grab gebracht.
    Ich musste und konnte einen Weg finden, diese Angst und diese Scham zu überwinden,
    denn wie ich heute weiß, beide sind rational betrachtet unbegründet und sie existierten nur in meinem Kopf.

    Das erste Arztgespräch war eine unglaubliche Befreiung. Ich war plötzlich nicht mehr alleine und da war jemand, der mich verstanden hat und der mir helfen konnte.

    Worauf wartest du? Pack es an!


    Nayouk

    Für den Anfang die "Grundbausteine" des Forums für dich.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Ganz wichtig am Anfang, ist dein Zuhause alkoholfrei?

    Leider haben wir nichts derartiges ausgemacht... Soviel Erfahrung hat er damit vermutlich auch nicht...

    Du hast ja morgen noch Gelegenheit das mit ihm zu klären.

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Alberts Trockendock

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

    Da du in die Abstinenz gestartet bist und derzeit einen ärztlich begleiteten Entzug machst, sende ich dir den Link für deine Bewerbung zur Freischaltung für den offenen Bereich.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon vorgestellt hast.

    Nach erfolgter Freischaltung werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße
    Nayouk

    Hallo Albert,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.
    Es ist gut, dass du dir über deinen Alkoholkonsum ernsthaft Gedanken machst.

    Alkohol ist ein Nervengift und zerstört Körper und Seele.

    Wirst du beim Entzug ärztlich begleitet, denn wenn nicht befindest du dich im kalten Entzug und der kann lebensgefährlich für dich werden.

    Das Forenteam
    14. Mai 2021 um 22:29

    Wir raten grundsätzlich beim Schritt in die Abstinenz einen Arzt aufzusuchen.
    Er kann dich untersuchen und alle weiteren Schritte mit dir besprechen.

    Noch was Grundsätzliches bevor hier der eigentliche Austausch beginnen kann:
    In dieser Selbsthilfegruppe tauschen sich Alkoholiker aus, die sich dazu bekennen und eine lebenslange Abstinenz anstreben. Voraussetzung ist außerdem, dass sie entgiftet sind, oder begleitet entgiftet werden.
    Wenn dieser Entschluss gefasst ist, dann kann dich diese SHG auf deinem Weg in die Abstinenz begleiten.
    Wie sieht es da bei dir aus, siehst du dich als Alkoholiker und möchtest du ein dauerhaft abstinentes Leben führen?

    Viele Grüße

    Nayouk

    Bevor das untergeht...

    Konnte selbst kaum glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist und sich eine zufriedene Trockenheit eingestellt hat.

    Zufriedene Trockenheit, ein Zustand der sich irgendwann einstellt, nicht zwangsläufig, aber dann, wenn die innere Haltung es ermöglicht.

    Als ich hier aufschlug, da stand die Stabilisierung der Abstinenz im Mittelpunkt. Es gab Werkzeuge, wie die Grundbausteine und den Notfallkoffer und eine Fülle von mitgeteilten Erfahrungen.
    Dann fiel irgendwann der Begriff "zufriedene Abstinenz", aber wie zum Gaier sollte ich zufrieden abstinent werden.
    Ich begab mich auf die Suche, aber da gab es nichts, außer Zeit, selbst gelebte Erfahrung und wieder die Erfahrungen von anderen Usern.

    Ich habe dann die Suche nach der zufriedenen Abstinenz eingestellt, entweder sie kommt oder sie kommt nicht, mehr als ich tat konnte ich nicht tun.

    Und dann war sie plötzlich da, nicht sofort, sondern langsam und spürbar immer öfter.

    Das ich nun zufrieden war, hat mich zufrieden gemacht;)

    Liebe Grüße

    Nayouk

    Hallo Bingo,

    So oder so ähnlich habe ich das auch mal beschrieben und soweit ich das beurteilen kann, zeigt dein innerer Kompass in die richtige Richtung.
    Ich schaue immer wieder, ob mein Kompass eine Missweisung beinhaltet und dafür ist dieses Forum ein wichtiger Bestandteil.

    Glückwunsch zu 10 Monaten wiedererlangter Freiheit👍

    LG Nayouk

    oder wenn ich merke, sie denkt dran.

    ...oder wenn ich merke, es kommt vom Suchthirn.

    Das war eine meiner wichtigsten Erfahrungen, erkennen zu können und zu unterscheiden, wer denn da denkt, ich oder mein Suchthirn.
    Ich wollte einmal auf eine öffentliche Podiumsdiskussion mit anschließendem Austausch. Das zum Schluss Alkohol getrunken wird war mir klar, aber das Thema interessierte mich doch so sehr (!?) und ich konnte ja auch rechtzeitig wieder gehen.
    Trotzdem hatte ich ein ungutes Gefühl und hinterfragte das Thema. Naja, interessant ist was anderes. Ich kann es mir anhören, muss ich aber nicht.
    Das Suchthirn versuchte mich mit dieser Strategie auf die Veranstaltung zu locken. Ich bin nicht gegangen.
    Diese Erkenntnis fand ich erschreckend und zugleich war sie sehr lehrreich.
    Da habe ich angefangen, mich selbst zu beobachten, um zu erkennen, wer da was will, oder anders ausgedrückt ,nasses vom trockenen Denken zu unterscheiden.

    Hallo Dalida ,

    tja, was soll ich sagen. Natürlich wünsche ich dir einen schönen Urlaub und natürlich auch, dass du auf dich aufpassen kannst.

    So wie Rennschnecke es schreibt, es ist und bleibt ein Risiko. Du hast die Entscheidung getroffen und das ist dein gutes Recht, aber im gleichem Atemzug akzeptierst du damit das Risiko, denn wenn du das nicht tust, wird es noch gefährlicher.

    Ich habe gerade mal überlegt, wo ich nach 6 Monaten stand. Ich war auch im Urlaub am Meer, nur zu zweit, in einer FeWo ohne Einflüsse einer Gruppe. Wir waren weitestgehend Selbstversorger und ich hätte nicht gedacht, dass mir die Restaurantbesuche derart zusetzen würden. Da habe ich erkannt, dass da viel mehr ist, als ich mir bis dato vorgestellt hatte.
    Ich hatte schlichtweg keine Ahnung, was da noch in mir wohnt, zu was es fähig sein kann und wie ich damit umgehen soll.
    Das "Es" ist die Sucht.

    Pass gut auf dich auf!

    Viele Grüsse
    Nayouk