Beiträge von Kurswechsel

    Aber das mit dem Verzichten sitzt scheinbar tief...

    Hallo Morgaine,

    auch tief sitzende Muster können mit der Zeit überschrieben werden, jedenfalls dann, wenn sie durch neue Handlungsweisen ersetzt werden.

    Allerdings kann ich mir persönlich einen Clubbesuch heute nicht mehr vorstellen. Ich habe das früher eigentlich nie ausgehalten, ohne mich vorher ordentlich „vollzutanken“. Nüchtern war mir das schon immer einfach viel zu laut und zu viel Input. Irgendwie konnte ich das immer nur „benebelt“ ertragen..

    Von daher wird dieser Teil meines Lebens wohl auch nicht überschrieben. Und auch die Erinnerungen daran werden bleiben (und zugegebenermaßen habe ich daran nicht nur schlechte Erinnerungen). Aber auch diese Erinnerungen verblassen mit der Zeit, wenn ich sie nicht mehr regelmäßig füttere bzw. ich ihnen keine Aufmerksamkeit mehr schenke.

    aber jedenfalls würde ich mir das noch nicht zutrauen...

    Ich bin bei Geburtstagen grundsätzlich nach dem Abendessen wieder weg. So war es auch bei dieser Veranstaltung. Zum einen natürlich, um mich möglichen Alkohol-Triggern fernzuhalten, aber auch, weil mir das Ganze einfach nichts mehr gibt, ich da einfach keine Lust mehr drauf habe.

    Ich habe inzwischen andere Seiten an mir entdeckt. Ich brauche es nicht mehr laut um mich herum und auch keinen Trouble. Ich komme ganz gut mit mir allein zurecht und genieße das sogar zunehmend.

    Den besagten Abend hat mich die Musik getriggert, das kannte ich so auch noch nicht. Da kamen Erinnerungen an frühere Zeiten hoch…

    ich weiß jetzt nicht, wie lange Du schon trocken bist

    In einem Monat werden es zwei Jahre.

    sondern mit lauter Musik im Club...
    und ja, ich vermisse gerade das Gefühl, dass ich dabei hatte, das leider auch mit Alkohol verbunden ist.

    Hallo Morgaine,

    ich kenne das auch. Zuletzt habe ich voriges Wochenende auf einer Geburtstagsfeier an alte Partyzeiten denken müssen , als Musik lief, zu der ich früher in Clubs ziemlich heftig gefeiert und natürlich auch ordentlich getrunken habe.

    Aber auch das sind letztlich nur Gedanken und Erinnerungen, die mich entsprechend triggern können, wenn ich ihnen zu viel Aufmerksamkeit gebe. Mir hilft da nur den Aufmerksamkeits-Scheinwerfer von diesen Gedanken wegzurichten (quasi wie beim Meditieren).

    Am Anfang waren (ich nenne sie jetzt mal konkret für mich) Verzichtsgedanken ziemlich heftig. Mittlerweile melden sie sich kaum noch bzw. eigentlich nur noch anlassbezogen, wie bei dieser Feier.

    Will heißen, auch das geht vorbei.. Genieß jetzt erstmal in Ruhe deinen Tee und das Kuscheln mit deinem Kätzchen.

    Einen angenehmen Abend wünscht KW

    Hab das Bier erstmal nicht weggeschüttet für den Fall, dass ich es nicht schaffe und es dann doppelt kaufen muss... Ziemlich doof, wenn man so drüber nachdenkt... aber da hab ich vermutlich schon am 1. Tag gewusst, dass ich es nicht durchhalte und mein Hirn hat sofort angefangen nach guten Gründen bzw. Ausreden zu suchen

    Hallo Albert,

    ich lese hier immer mal wieder, dass zunächst einmal nur „heute“ zählt, also „heute“ das erste Glas stehen zu lassen. Dem stimme ich grundsätzlich auch zu.

    Für mich ist aber genauso dieser felsenfeste Entschluss, „nie wieder saufen zu wollen“ und auch „morgen und übermorgen das erste Glas stehen zu lassen“ unglaublich wichtig (auch wenn ich natürlich keine Glaskugel für die Zukunft habe).

    Allein diese klare Absicht bestimmt für mich schon die innere Haltung. Sonst schleicht sich (wie du ja sehr anschaulich beschrieben hast) die Sucht gleich wieder durch die Hintertür ein.

    Deshalb finde ich es auch so wichtig, sich an die Grundbausteine zu halten. Hast du die dir eigentlich schon einmal durchgelesen? Und hast du schon etwas in deinen Notfallkoffer gepackt?

    LG KW

    Wenn ich in Versuchung komme, soll ich mich sofort melden.

    Ab morgen Nachmittag hat er ja sicher zu, habt ihr für die Fälle etwas abgesprochen (also wenn er am Wochenende nicht erreichbar ist)?

    Und leg dir bitte unbedingt einen Notfallkoffer zurecht. Was das ist und was da beispielsweise alles reingehört, kannst du hier nachlesen:

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

    LG KW

    Liebe Wilma, als erstes herzlichen Glückwunsch zu diesen Meilenstein 🥳

    Und dann wollte ich dich gerne mal fragen, wo du meine Sätze her hast, die kann ich genauso für mich unterschreiben 🙃

    Diese SHG ist für mich ein ganz wichtiger Bestandteil meiner Abstinenz und auch in meiner Tagesstruktur fest verankert.

    Yes.

    Ich muss zugeben, dass mein Weg bis hierher ziemlich gut gangbar ist/war. Ich denke schon, es liegt auch daran, dass ich nahezu keinen Kontakt zu Alk habe.

    Yes, durch meine Familien-Bubble.

    Dieses Leben im JETZT und HIER, das ist für mich der ausschlaggebende Punkt für Zufriedenheit.

    Und vor allem der Satz! Yes!

    Alles Gute weiterhin auf deinem Weg. LG KW 🙋🏼‍♂️

    ich glaube, es geht auch darum, sich mit der Innenwelt auseinanderzusetzen.

    Guten Morgen Morgaine,

    für mich geht es auf jeden Fall auch darum. Allerdings tickt da jeder anders, viele können mit solchen Themen auch nichts anfangen.

    Jedenfalls habe ich mich mit Beginn meiner Abstinenz wieder intensiver mit solchen Themen auseinandergesetzt, meditiere wieder regelmäßig, lese viel in der Richtung, besuche Seminare etc. Das habe ich allerdings auch schon vorher gemacht. Insofern war die „Innenerkundung“ bei mir durch die Trinkerei nur unterbrochen. Ich hab sie quasi wieder belebt.

    Mir gibt das Sinn und erfüllt mich.

    Liebe Grüße KW

    Und, ich kann dem auch nicht aus dem Weg gehen hier.

    Ja und genau deshalb kann ich es nicht nachvollziehen, dass du unter diesen Umständen (all inclusive und trinkende Gesellschaft) überhaupt dorthin gefahren bist.

    Für mich liest sich das alles , wie ein Tanz auf der Rasierklinge.

    Aber nützt ja nichts, jetzt bist du dort. Ich wünsche dir, dass das alles gut für dich ausgeht.

    Ja habe ich.

    Sehr gut 👍

    War daher eher allgemein gemeint.

    Puh … wo fange ich da an?

    Zum einen gibt es hier eine Menge zu lesen. Ich habe mir gerade in der Anfangszeit so manche Nacht hier im Forum um die Ohren geschlagen und alles regelrecht aufgesogen. Ich fand die hier geschilderten Erfahrungen unheimlich wertvoll.

    Und auch nach fast zwei Jahren ist es für mich immer noch unheimlich wichtig, hier täglich zu lesen.

    Besonders wichtig finde ich zum Beispiel, dass man sich ein zufriedenes Leben aufbaut und sich Hobbys und Beschäftigungen sucht, die einem Freude machen. Unzufriedenheit und Unglücklichsein sind für mich persönlich mit die größten Suchttreiber.

    Wie sieht es denn bei dir in der Richtung aus? Was machst du sonst noch so für dich außer Sport? Hast du eventuell „alte“ Hobbys, die du wieder beleben könntest?

    Zum Anderen, was mir aber oft schwer fällt, versuche ich mich selber mehr Wert zu schätzen und Entscheidungen bewusst für mich zu treffen. Ich bin der typische Ja-Sager dem es sehr wichtig ist was das Umfeld von mir denkt.

    Das finde ich einen guten Ansatz, Dirk. Das fällt für mich ganz klar unter Selbstfürsorge, also bewusst Dinge zu tun, die dir guttun und die du ganz für dich machst. Ich habe gerade den Sport wieder für mich entdeckt, aber auch so hab ich eine ellenlange Liste von Interessen, die ich gerne noch „abarbeiten“ möchte.

    Und zum „Ja-Sager“, wie heißt es so schön: Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.

    Ich finde es mega wichtig, dass ich für mich einstehe und auch mal „Nein“ sage. Alles andere erzeugt auf Dauer nur Frust und Widerstand und beides ist weder förderlich für ein zufriedenes Leben noch für meine Abstinenz.

    Manchmal ist ein „Nein“ zu anderen eben auch ein „Ja“ zu sich selbst 😉

    LG KW

    Diese anhaltenden Gefühle konnte ich natürlich als nasses Denken, als Gefühlsduselei der allerschlimmsten Sorte identifizieren.

    Guten Morgen Loris,

    Respekt, dass du das so für dich einordnen und erkennen konntest.

    Dass dieses Gefühl dann auch noch das ganze Wochenende da war, finde ich jetzt nicht sonderlich überraschend. Alles braucht seine Zeit und manchmal dauert es eben etwas länger. Am Ende steht das Ergebnis bzw. auch deine Schlüsse, die du daraus gezogen hast.

    danach heißen, gesüßten Tee zu trinken und Kekse zu essen, ist für mich eine gute neue Gewohnheit mit einem ähnlichen Aaah- Gefühl wie das frühere Feierabendbier.

    Da hast du doch eine prima „Alternative“ gefunden, um dir dieses Gefühl zu verschaffen. Das hat bei mir sehr lange gedauert, da neue Gewohnheiten an Stelle der alten nassen Muster einzuschleifen.

    Das geht ja richtig vorwärts bei dir 💪

    Liebe Grüße KW

    Ich lasse sie auch nicht vorbeiziehen, zumal es mir schwerfällt, mir vorzustellen, wie das funktionieren soll, ohne dass ich in der Zeit der Wanderung meiner Alkohol-Gedanken vor meinem geistigen Inneren dem Alkohol doch Raum gebe.

    „Vorbeiziehen“ ist da vielleicht doch etwas unglücklich in diesem Zusammenhang. Ich versuche, solche „Suchtgedanken“ weder zu bekämpfen noch sie bewusst wegzuschieben. Denn erstens kann ich diesen Kampf ohnehin nicht gewinnen und zweitens kommen sie, wenn ich sie verdränge, irgendwann (vielleicht sogar völlig unerwartet) wieder zurück.

    Ich richte meine innere Aufmerksamkeit schlicht von ihnen weg, wie einen Scheinwerfer, den ich in eine andere Richtung schwenke.

    Ohne Licht kein Schatten.

    Den Gedanken gebe ich schlichtweg keine Aufmerksamkeit und damit auch keinen Raum. Sie ziehen deshalb vielleicht auch nicht wirklich „an mir vorbei“, sondern sie berühren mich einfach nicht weiter.

    Meine Therapeutin sagte zu mir, dass ich etwas mindestens 100 mal umsetzen müsse, bevor es sich überhaupt als neue Gewohnheit im Gehirn etablieren kann.

    Setze ich gerade bei meiner regelmäßigen Sporteinheit um, „nur“ noch 80 Einheiten, dann läuft es von selbst 💪😬

    dass es normal ist, dass das Gehirn immer weiter nach Antworten sucht und nicht aufhören kann, sich damit zu befassen...

    Ja, das ist der Job deines Gehirns, aber teilweise kreisen Gedanken ohne letztlich zu was zu führen (außer dich zu belasten). Denn manche Dinge gehören abgeschlossen, da hilft meiner Meinung nach nur loslassen..

    Das Hirn unterscheidet nicht groß zwischen realer Situation und einer Erinnerung oder Vorstellung, du holst dann alles wieder hoch, auch die Emotionen, die damit verbunden sind.

    Die Suche nach innerem Frieden und Sinn

    Das ist es, genau das (jedenfalls für mich). Und auf diesen Weg habe ich mich begeben und bin es noch.

    In Alkohol wirst du jedenfalls keinen Frieden finden. Den aber wünsche ich dir sehr.

    LG KW

    Ich bewundere die Leute, die bei einem Glas bleiben können.

    Hallo Bergfloh.

    Ich hoffe, dass sich die „Bewunderung“ bald legt und es dir egal ist, was andere konsumieren. Ich war gestern auf einem runden Geburtstag und erst im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass ich überhaupt nicht registriert hatte, wer was getrunken hatte (wie noch am Anfang).

    Das Verhalten muss ich unbedingt abstellen.

    Insofern wird dir dieses „Muss“ im Weg stehen , Stevi. So hältst du es präsent, gibst diesem Verhalten Energie. Meiner Meinung nach legt es sich von selbst mit der Zeit, jedenfalls kann ich mich diesbezüglich an kein aktives Tun erinnern.

    Durch neue Muster und Verhaltensweisen werden neue Furchen im Alltag gelegt und die alten (der Sucht) nicht mehr benutzt, sie verblassen. Verschwinden aber tun sie nie..

    Der Besuch trank ein Glas Weisswein dazu. Mir machte es nichts aus

    So was in der Art habe ich anfangs auch oft geschrieben, aber das klingt mir zu sehr nach „rechtfertigen“. Wenn mir etwas nicht ausmacht, erwähne ich es nicht. Außerdem ist es schwierig , das so genau zu beurteilen, weil es nachwirken und sich in späteren Momenten / Situationen zeigen kann (gerade dann, wenn du nicht damit rechnest).

    LG KW