Es heißt immer, dass man durch seine Fehler wächst. Ich glaube bei der Trockenheitsarbeit ist das fatal und unnötig.
Ich sehe das anders. Fehler gehören für mich einfach dazu. Sie passieren, sie sind menschlich und ich kann sie nicht komplett vermeiden.
Die Frage ist für mich nur, wie ich darauf reagiere und was für ein Fehler passiert.
Was auf keinen Fall passieren darf, ist, dass ich wieder zur Flasche greife. Das wäre für mich kein Fehler, sondern etwas anderes. Ein Rückfall. Ein Sich-Abwenden von der klaren Einsicht, dass Trinken für mich keine Option mehr ist.
Aber wenn ich mal aus Versehen in eine Alkoholpraline beiße (ist mir passiert) oder das falsche Getränk erwische (ist mir passiert aber absichtlich von einer Person ausgehend) oder nicht damit rechne, dass auf einer Feier Alkohol in Strömen fließt, dann sind das Fehler, ja. Die hätte ich im Vorfeld vielleicht vermeiden können, aber sie passieren. Und genau aus solchen Fehlern nehme ich was für mich mit.
Ich merke, wo ich beim nächsten Mal besser aufpassen muss (nicht kann).
Am Ende geht es für mich nicht darum, perfekt zu sein, sondern ehrlich. Ehrlich mit mir selbst, mit meinen Reaktionen und mit dem, was ich daraus lerne. Abstinenz ist kein starres Ziel, sondern ein Weg, auf dem ich wachse, gerade auch durch das, was nicht perfekt läuft.