Schmidtty - Endlich weg vom Alkohol

  • Hallo Schmidtty,


    ich würde es auch mit deinem Therapeuten ansprechen - es kann ja auch sein, dass es eine suchtspezifische TherapieGruppe dort gibt.

    Zudem könnte ich mir vorstellen, das auch einige Mitpatienten zusätzlich eine Suchtproblematik haben.

    Was macht dir Sorgen, wenn du es ansprechen würdest?

    Viele Grüße

    Thalia

  • Das Suchtgedächtnis und der Suchtdruck sind glaube ich die Endgegner an denen es schon oft gescheitert ist.

    Als Gegner würde ich es nicht sehen. Bei einem Gegner gibt's Gewinner und Verlierer. Gewinnen kannst Du gegen diese Krankheit/Sucht nicht. Du kannst nur verlieren. Und das wäre ja totaler Blödsinn. Die Alkoholsucht ist immer ein Teil von Dir. Bei mir hat sich der Stellenwert der Sucht verändert. Was zuerst ständig präsent war, macht Platz für andere Dinge. Ein bisschen Zeit musst Du Dir schon geben.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Doch wenn ich trocken in den Sarg gehe...

    Guten Morgen Abstinenzler, falls du durch unsere Diskussion darauf kommst das du gewinnen kannst hast du was überlesen.

    Rene72 hat damit recht, den Kampf kannst du nicht gewinnen. Wenn du trocken in den Sarg steigen willst musst du aufhören dagegen anzukämpfen und wenn du noch zufrieden leben willst bis du in den Sarg steigst musst du glücklich werden.

    Mit dieser sprichwörtlichen Faust in der Tasche weil du es anderen beweisen willst das du es kannst wird es nicht klappen. Die Einsicht hattest du ja, der Wille zum handeln ist da, nun musst du deine Krankheit ganz akzeptieren dann wird das auch was.

    Ich gehe heute in den Garten zum Hecke schneiden, ich versuch mal ob ich darauf komme was bei mir den Schalter umgelegt hat aber ich denke es war einfach nur der absolute Tiefpunkt den ich erreicht hatte, halte dich an die Grundbausteine und halte dich an die Ratschläge der alten Hasen dann hast du gute Chancen.

    Also nicht kämpfen sondern tun. Lass dich auch nicht von der Euphorie blenden das sind temporäre Momente, die begleiten uns eine Weile.

    LG R/no

    P.S. ich bin kein alter Hase😉

  • Lass dich auch nicht von der Euphorie blenden das sind temporäre Momente, die begleiten uns eine Weile.

    Nach der Euphorie kamen auch wirklich schwierige Momente. Da hatte ich mich stellenweise echt satt. Wenn ich Blödbommel konsequent das "Lexikon der Abstinenz ", die Grundbausteine beachtet hätte, dann wären mir einige Dinge erspart geblieben.

    Allerdings ist das eben auch ein Lernprozess, den wohl viele erleben. Die Grundbausteine sind ein riesengroßer Fundus aus Erfahrungen wie es funktioniert und im Umkehrschluss wie es nicht funktioniert.

    Es heißt immer, dass man durch seine Fehler wächst. Ich glaube bei der Trockenheitsarbeit ist das fatal und unnötig.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Also, um mal auf das Henne und Ei Thema zurückzukommen….ich werde das mit der Therapeutin besprechen, aber grundsätzlich erstmal nicht in den Therapiegruppen. Wenn ich die Teilnehmer besser kenne, kann ich mich vielleicht öffnen. Tatsächlich habe ich da ein gewisses Schamgefühl.

  • Es heißt immer, dass man durch seine Fehler wächst. Ich glaube bei der Trockenheitsarbeit ist das fatal und unnötig.

    Ich sehe das anders. Fehler gehören für mich einfach dazu. Sie passieren, sie sind menschlich und ich kann sie nicht komplett vermeiden.

    Die Frage ist für mich nur, wie ich darauf reagiere und was für ein Fehler passiert.

    Was auf keinen Fall passieren darf, ist, dass ich wieder zur Flasche greife. Das wäre für mich kein Fehler, sondern etwas anderes. Ein Rückfall. Ein Sich-Abwenden von der klaren Einsicht, dass Trinken für mich keine Option mehr ist.

    Aber wenn ich mal aus Versehen in eine Alkoholpraline beiße (ist mir passiert) oder das falsche Getränk erwische (ist mir passiert aber absichtlich von einer Person ausgehend) oder nicht damit rechne, dass auf einer Feier Alkohol in Strömen fließt, dann sind das Fehler, ja. Die hätte ich im Vorfeld vielleicht vermeiden können, aber sie passieren. Und genau aus solchen Fehlern nehme ich was für mich mit.

    Ich merke, wo ich beim nächsten Mal besser aufpassen muss (nicht kann).

    Am Ende geht es für mich nicht darum, perfekt zu sein, sondern ehrlich. Ehrlich mit mir selbst, mit meinen Reaktionen und mit dem, was ich daraus lerne. Abstinenz ist kein starres Ziel, sondern ein Weg, auf dem ich wachse, gerade auch durch das, was nicht perfekt läuft.

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Also, um mal auf das Henne und Ei Thema zurückzukommen….ich werde das mit der Therapeutin besprechen, aber grundsätzlich erstmal nicht in den Therapiegruppen. Wenn ich die Teilnehmer besser kenne, kann ich mich vielleicht öffnen. Tatsächlich habe ich da ein gewisses Schamgefühl.

    Hi Schmidtty,

    ich finde es sehr gut, dass Du für Dich einen Weg gefunden hast. Wichtig ist, dass Du in dem Klinikaufenthalt bezüglich Deiner Depressionen und Ängste etwas für Dich lernen und erreichen kannst. Wie geschrieben sind das zwei getrennte Erkrankungen von Dir, die Du auch getrennt angehen musst. Ich drück Dir die Daumen, dass das Gespräch mit der Therapeutin gut wird.;)

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Hat der jenige gewusst das du Alkoholiker bist? Ist ja super scheixxe wenn es so wäre

    Nein. Ich hab aber eindeutig gesagt, dass ich keinen Alkohol möchte. Ich bin beim Ansetzen dann von Tee ausgegangen, es war aber Glühwein. Das ist aber schon eine Weile her und war in einer Trinkpause…

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Nein. Ich hab aber eindeutig gesagt, dass ich keinen Alkohol möchte. Ich bin beim Ansetzen dann von Tee ausgegangen, es war aber Glühwein. Das ist aber schon eine Weile her und war in einer Trinkpause…

    Boah ich weiß nicht wie ich reagiert hätte, vor ein paar Monaten wäre ich wahrscheinlich in den Rumpelstilzchenmodus gekommen. Bei mir auf der Arbeit gibt es auch so Scherzkekse, bei mir kam es zwar noch nicht vor und es wissen auch nur 3 enge Freunde auf der Arbeit über meine Krankheit bescheid aber man hält besser die Augen offen....

    Da zeigt sich warum empfohlen wird an solchen Anlässen immer ein Getränk in der Hand zu halten.

    Einmal editiert, zuletzt von R/no (29. Oktober 2025 um 14:53)

  • Fehler gehören für mich einfach dazu. Sie passieren,

    Meine Aussage steht im Zusammenhang mit der Anwendung der Grundbausteine. Diese zu ignorieren ist ein Fehler, den man einfach nicht machen muss....Wenn ich es mache, dann wird es unter Umständen "blöd" für mich. An den Grundbausteinen für mich selbst rumbasteln wäre genau so fatal.

    Ich bin da anfangs auch oft darauf hingewiesen worden. Es war Käse nicht auf alles zu "hören". Allerdings betrifft dies ja nur mich und meinen Weg.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Hi Schmidtty,

    kleiner Hinweis, dies ist Dein Faden. Wenn Du irgendeine Diskussion oder Beiträge hier nicht haben möchtest, kannst Du die Moderator*innen bitten, diese in den Faden der Beteiligten zu verschieben. Just saying.;)

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Hallo zusammen,

    Nun ist schon wieder einige Zeit vergangen, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Mir geht es soweit gut. Die Abstinenz ist mittlerweile wieder stabil, vor allem jetzt, wo es mir auch psychisch wieder erheblich besser geht.
    In diesem Zusammenhang kam mir die Frage, was eigentlich zuerst da war….die Sucht oder die Depression oder beides gleichzeitig? Naja, vielleicht werde ich das nie rausfinden, aber ich muss wachsam bleiben. In die Suchtspirale möchte ich nicht zurück. Auf gar keinen Fall.

    LG und einen schönen Adventssonntag,

    Schmidtty

  • Hallo Schmidtty,
    schön von dir zu hören und dass es dir gut geht.

    In diesem Zusammenhang kam mir die Frage, was eigentlich zuerst da war….die Sucht oder die Depression

    Die Frage habe ich mir auch einmal gestellt und kam zu dem Schluß, dass es für mich nicht wichtig ist.
    In jedem Fall muss die Alkoholsucht gestoppt werden, bevor die andere psychische Störung behandelt werden kann,
    egal welche zuerst da war. Das war und ist meine Aufgabe und wenn ich das Gefühl hätte, da ist noch was anderes in Schieflage,
    dann könnte ich dies heute ohne störende Einflüsse angehen.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hi Schmitty,

    zunächst einmal freue ich mich für Dich das es Dir besser geht und das Du stabil abstinent bist. Das ist die Hauptsache.;)

    Zu Deiner Frage. Meine Depressionen waren da, bevor ich abhängig wurde. Und in den letzten Jahren der Sauferei bin ich aus meiner Depression nicht mehr rausgekommen und mir ging es grenzwertig schlecht. Ich kann eine Depression nicht bewältigen, wenn ich saufe. Das konnte ich erst wieder, als ich stabil abstinent war. Außerdem war es für mich wichtig, dass ich meine Depression und meine Sucht strikt auseinanderhalte. Das sind zwei getrennte Krankheiten von mir, die ich getrennt angehen muss. Und die Reihenfolge ist zuerst die Sucht stoppen und dann die Depression angehen.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Hallo mal wieder,

    Euch allen wünsche ich einen schönen Jahreswechsel!

    Ich bin weiterhin stabil abstinent und habe auch keine Befürchtungen mehr, dass mich an Sylvester etwas triggern könnte. Mittlerweile habe ich tatsächlich einen Ekel vor der Idee, Gift in mich reinzuschütten. Das war noch vor ein paar Monaten nicht so. Da schlichen sich immer mal wieder „nasse“ Gedanken ein. Ich hoffe, sie kommen nicht wieder oder wenn, dann bekomme ich sie in den Griff.

    Das Jahr 2025 mit allen Ups and Downs lasse ich hinter mir und schaue einem hoffentlich besseren Jahr 2026 entgegen.

    LG,

    Schmidtty

  • und habe auch keine Befürchtungen mehr, dass mich an Sylvester etwas triggern könnte.

    Warum? Weil du den Triggern aus dem Weg gehst, oder weil du denkst, dass sie dir nichts mehr anhaben können;)

    Ich wünsche dir auch eine guten Rutsch und ein gesundes und trockenes Jahr 2026.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Ja, klar, natürlich werde ich mich Triggern nicht bewusst aussetzen. Sylvester ist komplett alkoholfrei. Sollte ich dann um Mitternacht dennoch draußen trinkenden Menschen begegnen, dann ist das halt so. Ich bin froh, dass ich nicht mehr trinken und mich mit schwerem Kopf durch den nächsten Tag schleppen muss. Keine Ahnung, was daran toll sein soll.

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