R/no - "lauf R/no lauf"

  • Wenn Du Dir bei Tiramisu nicht sicher bist, dann lass das Zeug einfach weg.


    Früher habe ich es auch gerne beim Italiener gegessen. Heute nasche ich an dem von meiner Frau, sofern sie es vorgekostet und für unbedenklich befunden hat.


    Und wenn tatsächlich mal was Alk in meinem Dessert oder Essen drin war, ja und? Ich will gar nicht wissen, ob und ggf. wie oft ich schon etwas Alk serviert bekommen habe, von dem ich trotz meiner grundsätzlichen Vorsicht nichts wusste. Schmecke oder rieche ich ihn, dann beende ich sofort den (weiteren) Verzehr. Mit dieser Vorgehensweise komme ich prima klar.

  • Nun frage ich mich oft, warum ich etwas konsumieren sollte, das normalerweise Alkohol enthält, aber nun ohne angeboten wird? Dabei spielt es keine Rolle, worum es sich handelt. Warum versucht der eine oder andere trockene Alkoholiker, sich da heranzutasten? Da speilt es keine Rolle ob es um Getränke, Speisen oder Düfte geht.

    Wenn ich etwas in Verbindung setze kommt es für mich nicht infrage . Als ich zu Beginn meines Weges Bitter Lemon trank, löste es sofort Alarm in meinem Kopf aus. Synapsen und Neurotransmitter schienen eine Symbiose einzugehen, tanzten wild und freuten sich auf Wodka. Der Lemmon Geschmack allein genügte, um alte "nasse" Muster zu wecken. Sogar Bierwurst habe ich anfangs gemieden, obwohl dort kein Bier enthalten ist.

    Ist es wirklich notwendig, solche Dinge auszuprobieren? Keine Ahnung. Aber für mich ist es absolut entscheidend, nicht rückfällig zu werden. Mein Suchtzentrum ist schlau und kennt alle Tricks. Zuerst der vermeintliche Verzicht, harmlos und kontrolliert und dann, ganz unbemerkt, der Rückfall. Ein bekanntes Muster.

    Für mich gilt eine klare Regel: Alles, was nach Alkohol schmeckt, riecht oder aussieht – weg damit. Ich lebe trocken, und das ist kein Spiel.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Geht mir ähnlich. Apfelschorle trinke ich nicht mehr weil es mich an Apfelwein erinnert, aber ich wühle nicht in jeder Zutatenliste ob nicht doch irgendwo 0.1% Alkohol versteckt ist. Wenn es nicht danach riecht, schmeckt oder sonst wie Assoziationen hervorruft ist doch alles gut.

    Gut ist, dass ich Alkohol in Süßspeisen eh nie gemocht habe- weder schnapspralinen noch Tiramisu mochte ich- also muss ich damit nicht anfangen.

  • Ja das ist ein Vanilieextrakt das durch Extraktion mit Alkohol gewonnen wird. Den % Gehalt auf eine Portion Tiramisu kann ich dir nicht sagen. Aber der Geruch und Geschmack ist da. Trigger? Streng genommen ein No Go müsst du entscheiden.

    Guten Morgen, nein ich habe es nicht gegessen und ja es würde mich triggern.

    Und wenn tatsächlich mal was Alk in meinem Dessert oder Essen drin war, ja und?

    Mir geht es genauso.

    Nun frage ich mich oft, warum ich etwas konsumieren sollte, das normalerweise Alkohol enthält, aber nun ohne angeboten wird?

    Weil es schmeckt, aber ich werde nicht mehr danach suchen. Hier zuhause weiß ich ja wo ich eins ohne Alkohol essen kann, der Besitzer ist Moslem... ansonsten werde ich es einfach selber machen wenn ich Heißhunger darauf habe. Bei Getränken bin ich ja konsequenter und gehe keine Risiken ein, essen ( Balsamico,Saucen etc.) triggert mich überhaupt nicht bis auf das Tiramisu halt. Die Situation war ja im Supermarkt, Frau sieht TMSU sagt hmm schade, dann lesen wir die Zutatenliste, dann frag ich die Verkäuferin, und dann wird es nicht gegessen....ob man diesen Aufwand treiben muss? Nein, aber ich mag es halt, ohne Alkohol sogar noch viel lieber. Und einen Versuch war es wert, in zukunft mache ich es aber selber.

    Beim Restaurantbesuch trinke ich ab und zu auch Tonic Water obwohl ich auch gerne GT getrunken habe. Mir hat es aber auch ohne G geschmeckt, es ist kein trigger für mich, nur ein bisschen Lebensqualität beim Abendessen.

    G R/no

  • nur ein bisschen Lebensqualität beim Abendessen.

    Empfindest du es so oder kommt das von deinem Suchthirn?
    Wenn ich solche Gedanken, Empfindungen habe, dann schaue ich genauer hin.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • nur ein bisschen Lebensqualität beim Abendessen.

    Ich finde diesen Satz sehr unglücklich. Genau diese Worte hat mir vor 2 Tagen jemand an den Kopf geworfen, als es um das Trinken von Wein zum Essen ging.

    Vielleicht ist es aber auch überflüssig, in jeder Aussage das berühmte Haar in der Suppe zu suchen.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Was mir derzeit auffällt, lieber R/no , dass Du Dich neuerdings sehr stark mit Dingen auseinander setzt, Speisen, die Alkohol enthalten. Seit Tagen schreibst Du über das Tiramisu und den Inhaltsstoffen. Das macht mich etwas stutzig, da ich Dich von Anfang an lese. Das bist irgendwie nicht Du.

    Sei wachsam, Großer 💪

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Weil es schmeckt

    Und das soll ein Grund sein, mich in Gefahr zu bringen, um vielleicht Saufdruck zu bekommen? Ich bin alkoholkrank und nicht auf einer Experimentier-Tour bei meinem Weg zur Trockenheit.

    Was hat das mit dem Menschen zu tun, der etwas anbietet, und was hat das Drumherum damit zu tun, wenn es in mir etwas auslösen kann? Das kommt bei mir in die Schublade "nasses Denken".

    Mir hat es aber auch ohne G geschmeckt, es ist kein trigger für mich, nur ein bisschen Lebensqualität beim Abendessen.

    Heute kein Trigger aber was ist morgen? Wer weiß das schon.

    Ich verstecke mich nicht hinter der Aussage "Es triggert mich nicht", nur um mir selbst etwas zu beweisen. Trigger sind flexibel. Sie kommen bei dem einen wie ein "Hammerschlag" bei dem anderen schleichend .

    Es ist ja deine Sache, aber Lebensqualität als Schutzschild zu nutzen, mit der Sucht zu spielen und die Grenzen auszutesten, um eventuell dann wieder saufen zu müssen, ich weiß nicht.;)

    Keine Kompromisse, kein Spielraum das ist einer der sichersten Wege. Andere Wege führen mich zu oft direkt in die Rückfallstatistik.

    Bevor sich jemand angegriffen, kritisiert oder sonst wie betroffen fühlt , entspannt Euch . Das hier ist meine persönliche Erfahrung. Kein Angriff, keine Provokation. Und deshalb braucht es auch keine Rechtfertigung.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Diese Aussage „es hat mich nicht getriggert“ kenne ich auch von mir. Als ich genauer hingeschaut habe, war es letztlich nur eine Form von Rechtfertigung. Nur weil es mich im Moment nicht triggert, heißt das nicht, dass es nicht später nachwirken kann, das habe ich mehr als einmal erlebt.

    Wenn ich meine Sucht ernst nehme und wirklich nicht wieder trinken will, dann muss ich akzeptieren, dass es eine Krankheit ist, die ich nicht beherrsche oder kontrollieren kann. Und genau deshalb spiele ich nicht mit ihr und gehe auch kein Risiko ein.

    Das war mein Wort zum Sonntag.

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Bei uns zu Hause gibt es Sprudel und Saft, ab und zu trinke ich ne Dose Cola oder halt dieses Tonische Wasser. Die Dose ist knallgelb und die Aufmachung schreit nach "ich bin kein Alkohol" genauso wie bei Cola. Im Urlaub hab ich auch gerne eine Cola oder...am Strand getrunken, das ist aber kein Ersatz für alkoholische Getränke, es ist einfach ein anderes Getränk, sonst trinke ich ja meistens Wasser. Im Restaurant hab ich die Getränke aus einem normalen Glas, oder wie oft in Italien aus der Dose getrunken und die Flasche Wasser war immer als erstes auf dem Tisch, zur Vorspeise...alles gut, ich hab mich nie einer Gefahr ausgesetzt. Ich habe kein Ersatzgetränk und suche auch keins. Auch im Supermarkt gibt es null Probleme, ich sehe da natürlich auch Alkohol aber ich suche ihn nicht, darüber bin ich auch sehr froh und dankbar.


    Mir hat der Urlaub gut getan, es war bis auf ein paar Momente alles entspannt, ohne Faust in der Tasche und ich für mich werde es nächstes Jahr wieder so machen. Ich hatte keine Momente der Trauer wegen der alten Zeiten oder so, eher das Gegenteil und Wehmut hatte ich erst am letzten Abend wegen der Heimreise.

    Für mich ist es so gut wie ich es mache aber ich gehe auch nicht blind oder im wahrste Sinne leichtfüßig durchs Leben. Ich befolge viele Ratschläge aus dem Forum aber nicht alle passen zu mir.

    Gruß R/no

  • Bin gerade von der Osteopathin zurück, die Sitzung ging 1 1/2 Stunden + Vorgespräch.

    Ich erzählte auch vom Alkoholkonsum, wurde aber zuerst wieder nicht ernst genommen denn Alkoholiker können nicht mit dem trinken aufhören....ich bin dann direkter an die Sache rann und habe ihr gesagt das ich für mich ein Alkoholiker bin und viel und lange getrunken habe, also ich habe das explizit gesagt "Alkoholiker" ich weiß nicht ob sie mich deswegen ernst genommen hat, auf jedenfall konnte sie mir doch ein wenig helfen. Ich werde jetzt nochmal ein MRT der HWS machen und dann nochmal zum Neurologen gehen und ihm auch nochmal mit Nachdruck erklären das ich Alkoholiker bin! Es kommt mir aber so vor als ob man mir nicht so richtig glaubt, immer dieses Glas Wein oder mal zuviel getrunken...nein ich hab gesoffen auch wenn man mir das nicht mehr ansieht, ich sehe auch wieder gut aus, bin sportlich, trainiert etc.

    Ich hätte nicht gedacht dass man das fast schon aggressiv ansprechen muss, wenn jemand sagt er ist Alkoholiker und die beschwichtigungen verneint und sagt er hat richtig gesoffen und das über Jahre dann sollte man ihm doch glauben. Sie fand es auf jedenfall gut das ich nicht mehr trinke und hat mich sehr gründlich untersucht mit dem Ergebnis das ich nochmal ein MRT brauche und nochmal zum Neurologen soll. Da rede ich dann nochmal klaren klartext bzgl. Alkohol und hoffe er findet heraus was ich habe. Die Erkrankung betrifft nur die Beine deshalb wird Parkinson auch ausgeschlossen, bin mal gespannt wie es weiter geht, da ich durch mein Training aber extreme Fortschritte mache denke ich das es kein rein neurologisches Problem ist, zum Glück.

  • Sie hat aber auch viel über die Leber erzählt und was die auch mit unserem zentralen Nervensystem zu tun hat und das es das einzige Organ ist das sich zu 100% erneuert vorausgesetzt es liegt noch keine zirrhose vor, die ich ja nicht habe, denke ich zumindest sonst wären die allgemeinärzte doch an mich herangetreten, oder? Zwei große Blutbilder mit 7 Monaten dazwischen bescheinigen mir super Werte...

  • Ganz ehrlich, die Vergleiche zwischen Trinken und Rauchen sind sicherlich deplatziert und falsch.

    Trotzdem, das Rauchen zu beenden fiel mir persönlich wesentlich schwerer, als das Saufen zu stoppen. Oder ich habe es vielleicht nach über 20 Jahren schon vergessen. Ich denke aber, es war sehr anstrengend.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Ich hab 7 Jahre nicht geraucht und vir 5 Jahren in der C Zeit wieder angefangen...das werde ich wieder schaffen und diesmal wird es noch einfacher den ich bin ja trocken und der Alkohol erschwert die entwöhnung enorm, so stelle ich mir das zumindest vor.

    Zum Arzt nochmal, ich finde es gefährlich wenn man nicht richtig ernst genommen wird. Damit meine ich nicht die Osteopathin sondern meine Hausärztin da war ja das gleiche. Ich hab zwar nicht wie heute vom Alkoholiker gesprochen sondern vom viel trinken, aber sie verlässt sich auf die Leberwerte die damals aber nur im Rahmen waren und für einen Mann meines Alters anscheinend normal. Die Ärztin heute hat dazu gesagt das dass so nicht genau stimmt denn auch wenn die Werte noch im Rahmen sind kann ja schon etwas vorliegen, so denke ich auch.

    Gefährlich finde ich das besonders für Frischlinge, da kommt schnell der Gedanke auf, alles gut die übertreiben alle, vollalkis soweit bin ich noch nicht etc.

    Also immer raus mit der Wahrheit dann kann einem auch geholfen werden und zur Not den Arzt wechseln.

  • Gefährlich finde ich das besonders für Frischlinge, da kommt schnell der Gedanke auf, alles gut die übertreiben alle, vollalkis soweit bin ich noch nicht etc.

    Letztendlich bin ich trotzdem für mich selbst verantwortlich. Die Erkenntnis und Entscheidung dem Alkohol zu entsagen, kann nur von mir kommen. Ich finde den Begriff Frischling auch etwas deplatziert. Ich weiß selbstverständlich was Du meinst. Im Endeffekt macht der Arzt nur eine Bestandsaufnahme der Blutwerte. Die müssen nicht zwangsläufig mein Suchtverhalten widerspiegeln. Meine Leberwerte waren "zart", der Langzeitzucker minimal erhöht und die Harnsäure bissel drüber. Ich hatte da aber schon längst entschieden, dass ich mich als alkoholabhängig sehe. Schon vor den letzten 10 Laborterminen habe ich es für mich gewusst. Die Begrifflichkeit Alkoholiker, habe ich erst hier für mich realisiert. Ich bin der Überzeugung, dass nur ich entscheiden kann was mit mir falsch läuft. Der Arzt sieht mich maximal 1 mal im halben Jahr. Was soll er schon von mir wissen.

    Ich hätte auch gedacht, dass meine Ärztin mich etwas früher sehen will,da sie nun von mir weiß, dass ich Alkoholiker bin. Es ändert aber gar nichts. Selbsterkenntnis, Selbsthilfe stehen an erster Stelle. Das wird jeder anders sehen, weil jeder seinen Weg geht.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Hallo René, ich meine das nicht abwertend, ich bin ja selbst noch einer.

    Das ist aus dem Faden von Michl

    Bin heute wieder bei meiner Ärztin gewesen, sie meinte gleich, dass die Leberwerte bestens wären, ich wusste gar nicht, dass sie die auswerten lassen hatte, dachte eigentlich dass sie Blut nur wegen dem Cholesterin abgenommen hat. So hab ich es ihr halt mal gesagt.

    Einerseits bin ich natürlich froh über die Werte, andererseits spricht so ein kleines Teufelchen auf der Schulter, ach dann war und ist es ja nicht so schlimm...

    Nicht jeder geht mit der Einsicht Alkoholiker zu sein zum Arzt, auch manche Neulinge nicht. Ich hab auch ein bisschen gebraucht obwohl ich mich hier ja schon geoutet hatte. Meine ersten Werte waren auch super, im grünen Bereich nur halt an der Grenze zum roten Bereich, aber alles normal für einen Mann in meinem Alter....

    Mir war da schon klar das dem nicht so ist/war. Ich war nur noch nicht komplett ein Wrack.

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