Beiträge von stef2303

    Im Grunde trank ich seit meinem 17. oder 18. Lebensjahr bis knapp zu meinem 50. Geburtstag. Selbstverständlich nicht durchgehend, sonst wäre ich längst schon tot.

    Über 25 Jahre lang (oder so) ahnte ich zwar, dass da was nicht stimmt, aber so wie diese Gedanken kamen, so gingen sie auch wieder. Es gab Jahre (auch mehrere in Folge) dazwischen, da trank ich eigentlich nichts, in vielen Jahren monatelang nichts, dann wieder viel, regelmäßig und zu viel... Es verlief bei mir wellenförmig.

    Gerade das machte es mir auch so schwer, die Sucht zu erkennen bzw. diese zu akzeptieren. Bis es dann 2024 eben ziemlich klar war.

    Aus meiner Sicht bedeutet Alkoholiker zu sein nicht ausschließlich oder vorwiegend, täglich zum Glas / zu Flasche (dann aber in x-facher Zahl) greifen zu müssen. Die Sucht ist - wie in meinem Fall - auch dann da, wenn ich trotz monatelanger Abstinenz ohne groß zu überlegen und eigentlich im Wissen, dass es falsch ist, einfach so zum Glas greife, weil z.B. etwas passiert ist, mir etwas nicht passte, es Streit gab oder was weiß ich... Und dann wieder eine kürzere oder längere Phase eintritt, wo die Trinkerei regelmäßig - vielleicht auch täglich - stattfindet. Bis der Cut kommt. Das Problem ist nur: Gerade diese Entwicklung wiederholte sich bei mir immer und immer wieder. Das wiederum machte die Sucht.

    Bei Dir, Angler, sehe ich beides nicht. Weder den Zwang, täglich (oder fast täglich) zu trinken gehabt haben zu müssen (mit all den negativen Folgen), noch entsprechende sich aus ähnlichen Gründen immer und immer wiederholende "Trinkphasen", deren Beginn vor allem von der Sucht gesteuert waren. So interpretiere ich zumindest Deine Beiträge.

    Ist es vielleicht dann nicht doch eher eine Frage des Alkoholmissbrauchs in schwierigen oder unangenehmen Situationen?

    LG, Stef.

    Auch wenn ich noch ein Wrack bin, glaube ich bin ich stärker als es wirkt. Näher bei mir als je zuvor in den ganzen Jahren.

    Nein, Du wirkst nicht wie ein Wrack. Ganz im Gegenteil! Ein wenig dürften wir uns ähnlich sein. Ich lese es irgendwie bei Dir heraus, dass die Stimmung derzeit nicht so gut ist. Stimmungsschwankungen sind allerdings völlig normal. Das ist kein Weltuntergang. Trübe Gedanken kommen, sind da, aber sie gehen auch wieder.

    Darf ich es auf den Punkt bringen? Ist es nicht so, dass es gefühlt gerade eben halt nicht passt? Früher war es wohl einfacher, bequemer, besser, oder was weiß ich... Du wirkst derzeit ein wenig deprimiert, aber das ist doch vollkommen normal. Also DAS geht vorbei, das kann ich Dir versichern... Die Zeit heilt (wie schon gesagt) alle Wunden...

    Ich weiß nicht, ob Dir das was hilft, aber ich war um die 30 Jahre in mehreren Beziehungen. Aktuell bin ich es nicht, irgendwie bin ich aber auch froh darüber. Dennoch gehe ich davon aus, es wird sich schon mal wieder was ergeben... Aber derzeit möchte ich meine Ruhe haben und mein Leben leben... Sooo schlecht ist das auch nicht...

    Wie auch immer: Gibt es nicht stets ein Licht am Ende des Tunnels oder ist nicht immer dort, wo eine Villa ist, auch einen Weg?

    Als ersten Schritt würde ich freilich die Abstinenz pflegen. Der Rest kommt von selbst. Und in ein paar Monaten, schätze ich, wirst Du die Situation anders sehen...

    LG!

    Ich kann gar nicht mehr fröhlich durchs Leben gehen und mich leicht fühlen.

    Vielleicht nicht jetzt und sofort. Aber das kommt.

    Und wieder: Du bist abstinent, Du merkst den Unterschied zu früher (hoffentlich). Es ist doch jetzt wohl - nüchtern betrachtet - besser, oder? Anders gefragt: Meinst Du, würde Dir die Sauferei hier und jetzt was bringen? Wäre etwas besser?

    Nachdem ich auf diese rhetorische Frage mit einem "Nein." spekuliere... Gib' Dir doch die eine oder andere Woche... Komm zur Ruhe.

    Und was die Sache mit Deiner Beziehung angeht... Es gibt einen Spruch, der anfangs - wenn man in einer solchen Situation war / ist - ich kenne das! - vermutlich dumm, banal, unpassend oder was weiß ich klingt: "Die Zeit heilt alle Wunden." Wenn etwas vorbei ist, ist es vorbei. Anfangs ist dies vielleicht gefühlt (oder empfunden) schlimm, vor allem, wenn man selbst verlassen wurde. ABER: Deswegen ist das Leben auch nicht vorbei.

    Mit den von Dir geschilderten Problemen bist Du jedenfalls nicht alleine - und: Der Ausweg ist meist näher als man denkt...

    Ich drehe jetzt mal zwei Sätze um bzw. reihe den zweiten Absatz vor:

    Es ist schwierig das in Worte zu fassen. Wenn ich mich fast zwinge an Bier zu denken steigt mein Puls und ich platze innerlich, so groß wird das Gefühl der Ablehnung. Einfach nur schnell was anderes denken bevor ich fast zu würgen beginne. Ich bin jetzt bald 3 Monate nach dem letzten Drink trocken, falls das zur Einordnung hilft.


    Ich trinke nicht, weil ich daran nicht denken kann. Es ist für mich ein unvorstellbares Mittel geworden. Das ist jetzt nicht nur gesagt, aber ich bekomme eine Art Übelkeit bei dem Gedanken an Bier, obwohl ich nicht mal mehr den Geschmack kenne. Er ist mir total fremd geworden.

    Doch, Du denkst nach wie vor an Alkohol, oder?

    Das ist aber meines Erachtens absolut richtig, sich der Gefahr immer gewahr zu bleiben. Wer ignoriert, vergisst. Und der Schritt zurück, lässt einen stolpern, vor allem wenn man sich gerade erst vom Abgrund ein wenig wegbewegt hat.

    Ich selbst denke auch immer mal wieder - wenn der Suchtteufel anklopft - an meine schlimmen (besser: schlimmsten) Zeiten zurück. Die kann ich nicht ändern oder rückgängig machen, ja sie sind vorbei. Gott sei Dank, möchte ich sagen. Mitunter hatte ich fast schon ein unsagbares Glück gehabt, heil aus so manchem Schlamassel herauszukommen; oft waren die Peinlichkeiten dann aber wirklich schlimm. Glücklicherweise habe ich stets die Kurve kratzen können...

    Wenn es mir nicht gut geht, denke ich daher auch ganz bewusst an an meine schlimmsten Erlebnisse zurück. Und komme zu dem Schluss: Alles JETZT (auch wenn vordergründig subjektiv nicht so empfunden) ist dennoch allemal besser, als wie es damals war.

    Als Denkanstoß.

    LG.

    Als ich Ende 2024 mit dem Trinken aufgehört habe - und man dies dann so langsam mal in meinem Umfeld realisierte - habe ich in einem halben Jahr sicherlich die Hälfte meiner Freundschaften verloren. Wobei, "verloren" ist hier vielleicht das falsche Wort... Wenn wir uns sehen, wird zwar nach wie vor nett geplaudert, doch wenn es um die sonst einst so üblichen Veranstaltungen, Ausflüge, Urlaube geht... ja, da werde ich auch gerne mal übersehen. Oder vergessen. Versehentlich oder absichtlich, wer weiß. Gut, ich bin halt auch nicht mehr so präsent (sprich: ständig abends unterwegs). Naja.

    Natürlich hat mich das anfangs auch geärgert (oder eher irritiert), nicht mehr überall dabei zu sein (gerade bei den after-business-drinks fiel mir das extrem auf - aber klar, einer, der nichts trinkt, ist da eher ein Störfaktor - vielleicht das schlechte Gewissen, oder?), aber zu ändern ist diese Situation schwer. Zumindest wenn die Abstinenz vorrangiges Ziel ist.

    Die Zeiten ändern sich eben; in der Vergangenheit verhaftet zu sein, ist für trockene Alkoholiker nicht gut. Ich bin daher selbst immer ein wenig auf der Suche nach Neuem, neue Bekanntschaften, neue Hobbies, Betätigungen. Denn aus meiner Sicht ist die Langeweile der größte Feind der Abstinenz.

    Ich fürchte, als trockener Alkoholiker wird man immer mal wieder an die früheren Zeiten zurückdenken (tue ich ja auch so ab und an), die es so halt nicht mehr gibt. So wie an die erste Liebe, das erste Auto, den ersten Urlaub ohne Eltern oder was weiß ich...

    Andererseits: Mit der Zeit legt sich diese "Unzufriedenheit" oder auch Unruhe, glaub's mir.

    LG, Stef.

    Liebe Leute!

    Ich bringe hier mal zwei Bücher aufs Tapet (die gehören allerdings inhaltlich zusammen):

    Hermann Wenning (inzwischen 62 Jahre alt) kannte ich bis vor kurzem nicht, aber das, was er über sein Leben schreibt, gibt schon zu denken auf.

    Das erste Buch: "Lauf zurück ins Leben - Bericht einer Lebenskrise": Dieses Buch als Autobiografie erschien 2010 (glaube ich) und schildert die Situation, wie ein alkoholabhängiger westfälischer Bauernjunge zusätzlich auch noch in die Drogenszene abrutschte, aus allem wieder - in seinen Dreißigern - herausfand und inzwischen - nach Knast und Therapien - deutschlandweit Präventionsarbeit an Schulen, karitativen Einrichtungen udgl. leistet.

    Das zweite Buch: "Versoffene Jugend". Erscheinungsjahr 2017. Hier geht es um die Kindheit, Jugend und das Erwachsenwerden des Autors. Eines "Bauernjungen", dessen Leben und wie er immer tiefer in die Alkoholsucht abdriftet. Milieubedingt. Dieses Buch ist eigentlich das Prequel zu Teil 1 und so viel besser als der erste Teil. Weil man hier sehen kann, wie Familie, Gesellschaft und Alkohol ineinandergreifen...

    Wenn ich die Berichte des Autors lese, dann denke ich oft an meine Jugend zurück. Sie war zwar bei weitem nicht so "extrem", aber gewisse Parallelen gibt es da schon...

    Persönlich würde ich mit Teil 2 starten und dann mit Teil 1 fortfahren (der ist schon ziemlich hart)...

    Beide Bücher haben knapp 300 Seiten. Ich für meinen Teil saß meist bis 2 Uhr Früh in meinem Fauteuil - gelohnt hat sich's.

    LG, Stef.

    Mutig sich gegen den Vorgesetzten zu stellen. Ich hätte den Vorgesetzten "auf Spur gebracht" und dann gemeinsam mit ihm der Kollegin zur Lösung verholfen.

    Ja, ich weiß, das wäre auch richtig.

    Das richtige "Händchen" in solchen Dingen hatte ich allerdings noch nie...

    Mit ihrem "Chef" (dessen Vorgesetzter ich wiederum bin) kann ich nicht mehr sprechen - es gibt hier keine gemeinsame Basis mehr.

    Ich sagte ihm einst, was ich von ihm hielt, er wollte mich verklagen, ich sagte ihm daraufhin, ich werfe ihn raus. Nichts davon ist geschehen.

    Es ist derzeit eine etwas zweifelhafte Koexistenz.

    Die immer wieder eskaliert...

    Naja, das übliche Berufsleben halt...

    Ich habe vermutlich, was meine Karma-Punkte betrifft, recht viel aufzufüllen, damit ich wieder auf zumindest >null< komme.

    Aber ich bemühe mich.

    Auch heute, als eine Kollegin weinend bei mir im Büro saß, weil ihr Vorgesetzter ihr [ich führe das nicht näher aus] angekündigt hatte, ihr (bei notwendiger Betreuung von x Kindern, keine 10 Jahre alt) das Home-Office streichen zu wollen. Konsequenz: Job-Verlust, weil ohne HO geht es nicht. Klar, wie soll man so seine Kinder versorgen?

    Ich habe ihr heute garantiert, dass alles so bleibt, wie es ist. Auch meinerseits (obwohl ich es darf) mutig, ich weiß. Die Konfrontation ist vorausprogrammiert. Aber ich halte das schon aus. Sie ging einigermaßen gefasst und mit einem Lächeln im Gesicht aus meinem Büro.

    Mit Karma hatte das aber nichts zu tun.

    Ich habe in den letzten ein, zwei Jahren meine Einstellung geändert: Mir sind Menschen (und deren Schicksale) inzwischen sehr wichtig geworden. Und ich werde, so weit es geht, deren Bedürfnisse, die Lebensumstände, so weit es geht, berücksichtigen...

    Auch ein Ergebnis der Trockenheit...

    Das hätte ich nie von mir gedacht...

    LG, Stef.

    Liebe Leute!

    Ich denke, das kann ich hier ruhig posten.

    Da schenke ich (in dieser Materie: ich, keine Ahnung von nichts) einer Mitarbeiterin von mir (< 25 Jahre), die ein bekennender Harry-Potter-Fan ist, ein (simples) Kartenset - die schwierigsten Fragen für Potter-Heads, Quiz-Karten. ABER: Ich habe an sie gedacht! Das kostet praktisch nix; das [und vieles (vieles!) andere] zahle ich privat. Ich bin übrigens keiner - ich meine, ein Harry-Potter-Fan.

    Aber um das geht es ja auch nicht.

    Sie stand heute vor mir, mit Tränen in den Augen... Noch nie hatte sie anscheinend bei früheren Arbeitgebern etwas Derartiges bekommen. Ich selbst war hier echt irritiert... Ich hätte sie umarmen können, aber das tun wir (ich) nicht. Machen wir nicht, tun wir nicht.

    In nassen Zeiten hätte ich das niemals getan.

    Aber: Inzwischen ist mir das sehr wichtig; mir sind meine Mitarbeiter/innen wichtig..

    Was soll ich hier noch sagen,

    LG, Stef.

    Lieber Alex_aufdemweg !

    Wir beide (wie ich inzwischen weiß) sind Rechner...

    Das von Dir (die Anzahl der Wannen zu kommentieren, möchte ich hier nicht, aber ich hatte, in den Zeiten im Jahr, in denen ich auch entsprechend getrunken hatte, ähnliches) ist doch aber auch eine super Motivation nichts mehr zu trinken, oder? Pro Jahr hunderttausende Kalorien nicht mehr zu sich zu nehmen, das kann doch was, oder?

    LG, Stef.

    Konkrete Frage: Warum wird das Alkoholproblem bei Alkoholikern immer bestritten, obwohl es offensichtlich und beweisbar ist?

    Die Antwort liegt hier für mich auf der Hand: Weil wir es selber nicht so sehen oder wahrhaben wollen. Denn dann hätten wir ja ein Problem, oder? Dann müssten wir uns mit diesem Problem beschäftigen. Das ist unangenehm und auch mühsam.

    Liebe Leonie80 !

    Als ich kürzlich Deinen Faden nochmals gelesen habe, würde ich tatsächlich gerne wissen - bzw. wenn ich fragen darf -, wie es Dir geht?

    Seit Mitte Dezember 2025 bis Du ein wenig passiv, hier im Forum, was ich schade finde. Wenn alles so läuft, wie Du es Dir wünscht, dann ist das natürlich super. Und wenn nicht... ein wenig hier zu schreiben hat den meisten wohl doch geholfen...

    Wie auch immer, ich wünsche Dir natürlich alles Gute und ich hoffe, Du meldest Dich hier mal wieder.

    LG, Stef.

    Als nasser Alkoholiker hab ich mir für alles die Schuld gegeben und mich selbst als wertlos gesehen. Durch diese Unsicherheit ordnet man sich unter und akzeptiert alles was der Partner vorgibt.

    ...

    Und nur weil ich Alkoholiker bin, heißt das nicht, dass jede Entscheidung, die ich treffe, falsch ist, und jede Entscheidung, die meine Frau trifft, richtig.

    Wie wahr, wie wahr! Bei mir war es genauso. Ich brauchte leider nur über ein Jahr (nach der Trennung), um für mich festzustellen (bis ich es verstanden hatte), dass ich zwar so manches vermasselt hatte, manche Dinge aber auch heute wieder so tun würde, wie ich sie getan hatte. Auf so manche Entscheidungen bin ich tatsächlich heute sogar ein wenig "stolz", weil ich sie als richtig empfinde.

    Inzwischen bin ich soweit, nicht mehr die Alleinschuld an allem, was war, zu übernehmen. Weil ich getrunken hatte. Zu einer Beziehung gehören immer zwei; zu einer Trennung aber auch, finde ich.

    Lieber Alex!

    Ich merke, ich werde alt. Ich wollte heute auf Euer Vereinskonto noch eine Anfangsfinanzierung für 2026 überweisen, doch die neue Kreditkarte macht mir ein wenig das Leben schwer. Nicht die Karte, die Technik... Will heißen: Irgendwie funktioniert das alles nicht. Von Fa. x auf Fa. y, dennoch keine Chance, ich weiß auch nicht... Es mag nicht laufen...

    Sollte aber kein Problem sein... Habt ihr ein Vereinskonto (IBAN und BIC), dann würde ich halt dorthin überweisen. Könntest Du bitte die Kontodaten angeben (vielleicht haben auch andere das Problem).

    Danke und LG, Stef.

    PS: Den BIC bräuchte ich bitte, da ich ein wenig unter dem "Weißwurstäquator" lebe... ;)

    Darf ich fragen, was genau das schwierige für dich war (oder noch ist) und wie du dir das einfacher vorgestellt hast?

    Hallo Stern!

    Das ist schwer zu erklären. Anfangs dachte ich mir, Du hörst mit dem Trinken auf und alles kommt schon - so irgendwie - wieder in geregelte Bahnen. Im Grunde bleibt hoffentlich alles so, wie es ist, bloß ohne Alkohol.

    Ein Trugschluss, muss ich sagen.

    Ich trinke nicht (mehr), doch bleibt das Umfeld ein nasses, leider. Das kann ich nicht ändern. Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit habe ich x offizielle Termine wahrzunehmen; ja, und da wird ausgeschenkt; es ist jedes Mal ein Kampf, muss ich sagen. Mich hiervon zu distanzieren, ist nicht so einfach, eben weil so viel "dranhängt". Da geht es nicht nur um mich; ich muss auch auf mein Unternehmen schauen - hier geht es um so vieles.

    Die tatsächliche "Freiheit" hätte ich vermutlich nur dann, wenn ich ich meinem derzeitigen Job "Adieu" sagen würde. Bloß geht das nicht. Auch nicht mehr in meinem Alter. Meine existenzielle Grundlage werde ich nicht zerstören können / wollen. Also kann ich derzeit nur auf mich schauen, damit es mir besser geht. Insgesamt... naja...

    Ich fürchte, viel mehr kann ich hierzu nicht sagen...

    LG, Stef.

    Einen schönen guten Nachmittag, liebe Leute!

    Die Feiertage sind vorbei, ja leider (vielleicht aber auch Gott sei Dank). Aus meinen beabsichtigten 14 Tagen "Untertauchen" sind es letztlich leider nur 11 geworden; morgen muss ich wieder ins Büro... naja... Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

    Nachdem ich mich sehr weit im Landesinneren einquartiert hatte und einfach mal Ruhe haben wollte, ja, da ist dann auch viel Zeit zum Nachdenken: Was war, was ist und wie soll es weitergehen.

    Bestätigt hat es sich auch in der ländlich-winterlichen Idylle, mal wieder, dass in erster Linie die Langeweile der Grund für meine Trinkerei war. Langeweile gepaart mit Gewohnheit. Zwar auch der Stress bei der Arbeit, aber dies in untergeordnetem Ausmaße. Langeweile und Gewohnheit - eine gefährliche Kombination. Wenn nichts zu tun war, ja, da war es einfach üblich, eine Flasche Bier aufzumachen. Ging es heiß her, dann normalerweise nicht. Es ist schon interessant, finde ich.

    Als ich nun fort war und es kaum etwas zu tun gab, da klopfte der Suchtteufel in der Tat vermehrt wieder an. Da kamen immer wieder mal Gedanken, in die Gaststube zu gehen... Tat ich aber nicht, weil warum auch sollte ich mir durch solch eine Unüberlegtheit das zerstören, was ich mir jetzt nun seit über 13 Monaten so konsequent aufgebaut habe..?

    Jedenfalls bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass meine letzten 30 Jahre vor dem Entschluss, dauerhaft abstinent zu bleiben, im Grunde ein untragbarer Zustand waren. In vielerlei Hinsicht. So hätte es auch nicht weitergehen dürfen, das ist mir klar. Das "Jetzt" ist nach wie vor noch eine nicht ganz so einfache Phase, da eine nachhaltige Lebensumstellung schon viel Zeit, Energie und Motivation braucht. Andererseits gilt es, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, wobei ich denke, vermutlich werde ich wohl noch ein paar Jahre brauchen, um mein altes Leben gänzlich zurücklassen zu können. Das wäre dann auch meine Zukunftsvision: Im Grunde ein neues Leben, ohne den Ballast von früher.

    Lese ich hier im Forum von den Abstinenzen der ganz "Jungen", freue ich mich natürlich für sie und deren Anfangseuphorie. Wirklich schwierig wird es halt aber erst später, wenn es auch darum geht, sein Lebensumfeld und seine Lebensweise nachhaltig zu verändern. Das hätte ich mir auch bei mir einfacher vorgestellt, als es letzten Endes ist. Eben weil so viele Rädchen ineinander greifen... Und mit dem Hammer auf das Uhrwerk zu schlagen, bringt freilich auch nichts, weil dann alles zerstört ist und nichts mehr geht. Ja, nichts mehr trinken, das geht schnell, bloß das, was dann folgt, das ist ein sehr langwieriger Prozess mit vielen Höhen aber auch Tiefen.

    Wenn man - bewusst - in einem Zimmer ohne TV untergebracht ist und aufgrund der Lage die Internetverbindung auch sehr von der Witterung abhängig ist, dann ist viel Zeit da, sich mit so manchem zu beschäftigen. So bin ich auch zu dem Ergebnis gekommen, dass meine derzeitige Lebensweise in dieser Form nicht unbedingt das Wahre ist. Wenn die Arbeit das Leben dominiert und für Hobbies bestenfalls etwas und für Freunde und Familie dann praktisch kaum noch Zeit ist, dann muss ich auch insoweit etwas ändern. Hier werde ich dann 2026 ansetzen und ein wenig mehr in die work-life-Balance investieren. Wenn es denn auch geht...

    Ansonsten hoffe ich, dass ihr den Jahreswechsel gut über die Bühne gebracht habt. Die kleineren Turbulenzen hier im Forum habe ich peripher mitbekommen; ich selbst werde mich in Zukunft auch hüten, bei den CO's zu schreiben (wobei es mir mancherorts vorkommt, als kenne ich die Geschichte und könnte da schon etwas erzählen...). Aber solange es bei der Diskussion nicht wirklich persönlich wird, ist ein Gedankenaustausch ja auch nicht wirklich schlimm, finde ich.

    In diesem Sinne: Starten wir also in ein hoffentlich gutes, neues Jahr.

    LG, Stef.

    Liebe Leute!

    Ab morgen bin ich dann für 14 Tage weg; ich lese zwar weiter, aber ansonsten halte ich mich dann vorerst mal im Abseits.

    Eine Erfahrung möchte ich aber hier noch bringen, zeigt sie mir doch tatsächlich, was die Abstinenz - und damit verbunden eine geänderte, freundliche(-re) und menschenbezogene(-re) Lebensweise - mit sich bringt:

    So schrieb mir nämlich heute im Zuge des Austauschs der Weihnachtsgrüße eine Kollegin, mit der ich meist nicht so gut zusammenkam, eben weil ich vielleicht früher nicht immer so ganz nett und freundlich war [warum wohl bzw. weil es oft recht unfreundliche Reibungspunkte gab], nun (Zitat:) "...Ich habe Sie in meinem Herzen wie meinen Sohn. ..."

    Das hat mir schwer irritiert...

    Auch wenn ich normalerweise nicht sentimental bin, und ich kenne diese Dame, aber das hat mich dann letztlich doch schon schwer gepackt. Eben weil ich sie kenne und sie so etwas nicht einfach so sagen würde. Und wir früher auch stets Gefechte miteinander ausgefochten haben...

    Vielleicht also hat mein geändertes (nüchternes) Verhalten doch etwas gebracht. Vielleicht merkt man das auch nach außen hin. Dass mir da, wenn ich so etwas lese (und das gibt es normalerweise überhaupt nicht), die Augen feucht geworden sind, ja, das war eine für mich vollkommen neue Erfahrung.

    Tatsächlich, so etwas hatte ich noch nie...

    Nun gut, jetzt seid ihr mich mal für ein paar Tage los.

    LG, Stef.

    Danke, stef2303, für Deine Worte. Mir ist bewusst, dass die Krankheit jeden treffen kann, egal welchen Bildungsgrad man hat. Ich denke nur, dass jemand, der so intelligent ist wie mein Mann, vielleicht in abstinenten Phasen das Problem auf intellektueller Ebene erfassen könnte. Er ist so ein bisschen wie der von Benedict Cumberbatch gespielte Sherlock Holmes in der BBC-Serie. Ein hochfunktionaler Soziopath. Das macht den Zugang zu ihm vielleicht noch schwerer… Ich weiß es nicht…

    Liebe Somadi !

    Ehrliche Antwort meinerseits: NEIN, solange keine grundsätzliche Akzeptanz der Sucht bzw. Krankheit besteht. Da helfen auch Intelligenz und Bildungsgrad rein gar nichts.

    Weil: Warum sollte ich als Abhängiger (ganz unabhängig vom Intelligenz- und Bildungsgrad) über etwas Überlegungen anstellen, wenn doch ohnehin alles in meinem Sinne läuft!? Mir war das früher ja auch alles so etwas von egal. Was ich damit meiner Frau und Familie angetan habe, das wurde mir erst viel später bewusst - als es vorbei war...

    Ich fürchte, so, wie Du es schreibst, kommst Du wohl nicht weiter.

    Früher gab es mal die Redewendung vom "Wink mit dem Zaunpfahl", später vom "Wink mit dem Atommeiler". Wenn Du nicht klar die Karten auf den Tisch legst, liebe Somadi , wird sich da bei euch wohl nicht viel ändern.

    Schlaf mal eine Nacht drüber!

    LG, Stef.