Einen schönen guten Nachmittag, liebe Leute!
Die Feiertage sind vorbei, ja leider (vielleicht aber auch Gott sei Dank). Aus meinen beabsichtigten 14 Tagen "Untertauchen" sind es letztlich leider nur 11 geworden; morgen muss ich wieder ins Büro... naja... Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Nachdem ich mich sehr weit im Landesinneren einquartiert hatte und einfach mal Ruhe haben wollte, ja, da ist dann auch viel Zeit zum Nachdenken: Was war, was ist und wie soll es weitergehen.
Bestätigt hat es sich auch in der ländlich-winterlichen Idylle, mal wieder, dass in erster Linie die Langeweile der Grund für meine Trinkerei war. Langeweile gepaart mit Gewohnheit. Zwar auch der Stress bei der Arbeit, aber dies in untergeordnetem Ausmaße. Langeweile und Gewohnheit - eine gefährliche Kombination. Wenn nichts zu tun war, ja, da war es einfach üblich, eine Flasche Bier aufzumachen. Ging es heiß her, dann normalerweise nicht. Es ist schon interessant, finde ich.
Als ich nun fort war und es kaum etwas zu tun gab, da klopfte der Suchtteufel in der Tat vermehrt wieder an. Da kamen immer wieder mal Gedanken, in die Gaststube zu gehen... Tat ich aber nicht, weil warum auch sollte ich mir durch solch eine Unüberlegtheit das zerstören, was ich mir jetzt nun seit über 13 Monaten so konsequent aufgebaut habe..?
Jedenfalls bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass meine letzten 30 Jahre vor dem Entschluss, dauerhaft abstinent zu bleiben, im Grunde ein untragbarer Zustand waren. In vielerlei Hinsicht. So hätte es auch nicht weitergehen dürfen, das ist mir klar. Das "Jetzt" ist nach wie vor noch eine nicht ganz so einfache Phase, da eine nachhaltige Lebensumstellung schon viel Zeit, Energie und Motivation braucht. Andererseits gilt es, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, wobei ich denke, vermutlich werde ich wohl noch ein paar Jahre brauchen, um mein altes Leben gänzlich zurücklassen zu können. Das wäre dann auch meine Zukunftsvision: Im Grunde ein neues Leben, ohne den Ballast von früher.
Lese ich hier im Forum von den Abstinenzen der ganz "Jungen", freue ich mich natürlich für sie und deren Anfangseuphorie. Wirklich schwierig wird es halt aber erst später, wenn es auch darum geht, sein Lebensumfeld und seine Lebensweise nachhaltig zu verändern. Das hätte ich mir auch bei mir einfacher vorgestellt, als es letzten Endes ist. Eben weil so viele Rädchen ineinander greifen... Und mit dem Hammer auf das Uhrwerk zu schlagen, bringt freilich auch nichts, weil dann alles zerstört ist und nichts mehr geht. Ja, nichts mehr trinken, das geht schnell, bloß das, was dann folgt, das ist ein sehr langwieriger Prozess mit vielen Höhen aber auch Tiefen.
Wenn man - bewusst - in einem Zimmer ohne TV untergebracht ist und aufgrund der Lage die Internetverbindung auch sehr von der Witterung abhängig ist, dann ist viel Zeit da, sich mit so manchem zu beschäftigen. So bin ich auch zu dem Ergebnis gekommen, dass meine derzeitige Lebensweise in dieser Form nicht unbedingt das Wahre ist. Wenn die Arbeit das Leben dominiert und für Hobbies bestenfalls etwas und für Freunde und Familie dann praktisch kaum noch Zeit ist, dann muss ich auch insoweit etwas ändern. Hier werde ich dann 2026 ansetzen und ein wenig mehr in die work-life-Balance investieren. Wenn es denn auch geht...
Ansonsten hoffe ich, dass ihr den Jahreswechsel gut über die Bühne gebracht habt. Die kleineren Turbulenzen hier im Forum habe ich peripher mitbekommen; ich selbst werde mich in Zukunft auch hüten, bei den CO's zu schreiben (wobei es mir mancherorts vorkommt, als kenne ich die Geschichte und könnte da schon etwas erzählen...). Aber solange es bei der Diskussion nicht wirklich persönlich wird, ist ein Gedankenaustausch ja auch nicht wirklich schlimm, finde ich.
In diesem Sinne: Starten wir also in ein hoffentlich gutes, neues Jahr.
LG, Stef.