Hey Halbmond,
ich hab mittlerweile Druck hier immer was tolles zu schreibe n😅. Aber gerade fällt es mir schwer - nicht wegen dir.
Fühl dich aber gedrückt.
LG
Hey Halbmond,
ich hab mittlerweile Druck hier immer was tolles zu schreibe n😅. Aber gerade fällt es mir schwer - nicht wegen dir.
Fühl dich aber gedrückt.
LG
Hallo Boss,
du musst hier garnix schreiben, denn das ist der Bereich für die Coabhängigen.
Du bist auch noch nicht lange dabei und da ist es eher wichtig, dass du mehr bei dir selbst und im Bereich für Alkoholiker bleibst.
Lieber Gruß Aurora
Hallo Halbmond,
da kann ich auch nicht viel zu sagen. Ich fühl mit dir und nehm dich ganz fest in den Arm. Ich wünsche dir viel Kraft.
LG ☀️
Danke Boss und Sonnenschein CoA . Das gute an der SHG hier ist ja, dass Mitgefühl und Verständnis genauso Berge bewegen können wie praktische Tips und Einschätzungen.
Mein Kater ist heute friedlich beim Tierarzt verstorben, meine Eltern waren bis zum Ende bei ihm. Mir geht es dementsprechend schlecht, ich trauere heute und gehe morgen nicht zur Arbeit.
Gleichzeitig habe ich es irgendwie geschafft, meinem Partner (wir sind immer noch in einer Beziehungspause, aber ihn so zu nennen fällt mir einfacher) zu schreiben, dass ich keine Geschenke bekommen und geben will zu Weihnachten. Er wollte es. Ich habe genau gesagt warum und bin bei meiner Grenze geblieben. Er hat es verstanden und sagt, er wünschte er könnte mich trösten wegen meines Katers und dass er weiß wie sehr er mir bedeutet hat und wie traurig ich gerade sein muss. Darauf habe ich nicht geantwortet.
Ich bin froh, dass ich das klären konnte und irgendwie, so dämlich es klingt, hat der Gedanke an meinen Kater dabei geholfen. Der will bestimmt nicht, dass es mir schlecht geht. Ich vergrabe mich nun in meiner Kuscheldecke neben einem Berg Taschentüchern.
- Halbmond
Es ist schwer ein geliebtes Tier zu verlieren, Halbmond!
Mein Mitgefühl zu Deinem Verlust.
Liebe Halbmond,
auch von mir mein aufrichtiges Mitgefühl für den Verlust deines Katers.
Weiter oben hast du etwas zu deinen Ängsten geschrieben, Weihnachten nicht mit deinem Partner zu verbringen. Hast du denn schon entschieden/geplant, die du Weihnachten dieses verbringst, sodass es dir gut tut?
Liebe Grüße von Seepandarine
Danke Seepandarine .
Heiligabend werde ich bei meinen Eltern verbringen und dann wahrscheinlich bei meinem Bruder übernachten, der wohnt um die Ecke. Für die Tage danach habe ich noch keinen Plan gemacht. Ich bin hin- und hergerissen. Ich könnte eine Woche bei meinem Bruder bleiben, aber ich weiß, dass ich meine Wohnung und mein Zimmer dann sehr vermissen werde. Mein Zimmer ist mein safe space, da fühle ich mich 100% wohl, alle meine Sachen sind hier, etc. Wahrscheinlich werde ich spontan entscheiden wie lange ich dort bleibe.
Ich weiß auch nicht, was mein Partner vor hat, denn wir reden nicht miteinander und meiden uns in der Wohnung - er bleibt in seinem Zimmer, ich in meinem. Die Vorstellung, dass mein Partner über Weihnachten alleine ist, macht mich ehrlich gesagt ziemlich fertig, denn seine Familie lebt im Ausland und ich weiß nicht wie es bei seinen Freunden aussieht. Die letzten Weihnachten waren es immer wir zwei. Ich weiß, dass das nicht "mein Problem" ist, aber irgendwie ist es das doch. Keiner von uns beiden hat sich diese Situation ausgesucht. Ich finde es sehr schwer zu navigieren. Vielleicht hat hier jemand ein paar Ratschläge oder Erfahrungen zu diesem Thema explizit?
Liebe Grüße, Halbmond
Liebe Halbmond02 !
Raten kann ich Dir nichts, weil wir doch alle anders denken, fühlen und leben.
Voriges Weihnachten (2024) war ich - physisch - das erste Mal echt allein. Das hatte ich seit 50 Jahren noch nie. Natürlich war das irgendwie traurig und irritierend. Klar, das kannte ich nicht und ich musste mich damit auch anfreunden (abfinden trifft es wohl eher).
War es aber wirklich "schlimm"? Nein. Wenn ich heute zurückdenke, so war voriges Jahr seit 10 Jahren (oder mehr) der erste Heilige Abend, an dem es keinen Streit gab. Das kannte ich nicht. Am Vormittag war ich mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt auf einen Kinderpunsch, dann machte ich eine Sporteinheit im Wald, gefolgt von einem Friedhofsbesuch am Grabe meiner Eltern, schnell was essen gefahren, dann zu Hause noch Weihnachtswüsche verschickt, ein wenig telefoniert, danach in die Christmette gefahren und um halb 2 Uhr in der Früh bei einem Hörbuch eingeschlafen. Eigentlich kein schlechter Tag. Hätte ich mir nicht gedacht.
Meine Psychologin meinte dazu: "Na, das hört sich doch sehr entspannt an." Ja, war es auch... Wider Erwarten. Ich werde das heuer auch wieder so (oder so ähnlich) machen.
Liebe Halbmond02 ! Warum ich das schreibe: Nimm Dir doch einfach einmal Zeit für Dich. Du musst nicht immer an andere denken. Denke doch an Dich und an das, was Du tun kannst, dass es Dir gut geht. Du hast darüber hinaus auch noch eine intakte Familie, also ich meine: Nutze doch die Zeit und verbringe ein paar schöne Stunden mit Deinen Eltern und Deinem Bruder! Andere haben das nicht mehr.
Seit einiger Zeit kommt mir in diesem Zusammenhang, wenn es mir nicht so gut geht, immer wieder ein sehr altes Lied (19. Jh.) in den Sinn (nein, ich zitiere jetzt hier nichts, ich weiß, das wird hier nicht gerne gesehen, wobei hier das Urheberrecht allerdings seit langem ausgelaufen ist), aber da geht es darum, seitens eines Jungen, der zum Armeedienst muss, die Sorgenmienen zu lassen und nicht Trübsal zu blasen. Ein recht bekannter Geiger hat das Stück auch mit seinem Ensemble in seinem ständigen Repertoire [bitte löscht mir nicht diesen eh schon so anonymisierten Hinweis nicht - ich finde das Lied so schön ;)]. Dieses Lied höre ich mir immer wieder an, und es geht mir dann irgendwie besser.
Ich wünsche Dir jedenfalls ruhige Weihnachtseiertage und glaube mir, ein paar Tage Ruhe haben noch jedem/jeder gut getan!
LG, Stef.,
Danke Seepandarine .
Heiligabend werde ich bei meinen Eltern verbringen und dann wahrscheinlich bei meinem Bruder übernachten, der wohnt um die Ecke. Für die Tage danach habe ich noch keinen Plan gemacht. Ich bin hin- und hergerissen. Ich könnte eine Woche bei meinem Bruder bleiben, aber ich weiß, dass ich meine Wohnung und mein Zimmer dann sehr vermissen werde. Mein Zimmer ist mein safe space, da fühle ich mich 100% wohl, alle meine Sachen sind hier, etc. Wahrscheinlich werde ich spontan entscheiden wie lange ich dort bleibe.
Ich weiß auch nicht, was mein Partner vor hat, denn wir reden nicht miteinander und meiden uns in der Wohnung - er bleibt in seinem Zimmer, ich in meinem. Die Vorstellung, dass mein Partner über Weihnachten alleine ist, macht mich ehrlich gesagt ziemlich fertig, denn seine Familie lebt im Ausland und ich weiß nicht wie es bei seinen Freunden aussieht. Die letzten Weihnachten waren es immer wir zwei. Ich weiß, dass das nicht "mein Problem" ist, aber irgendwie ist es das doch. Keiner von uns beiden hat sich diese Situation ausgesucht. Ich finde es sehr schwer zu navigieren. Vielleicht hat hier jemand ein paar Ratschläge oder Erfahrungen zu diesem Thema explizit?
Liebe Grüße, Halbmond
Fühl dich gedrückt! Du bist nicht alleine damit falls es dich etwas tröstet. Wir haben uns das alle nicht ausgesucht und müssen das Beste draus machen. Ich war letztes Jahr an Weihnachten schon alleine, weil mein Partner mich einfach bei seiner Familie ausgeladen hat und zu meiner auch nicht mit ist und Weihnachten alleine verbracht hat. Ich war dann alleine bei meiner Familie und es war echt schön. Wir können froh sein eine Familie zu haben und sollten das schätzen. Ich werde meiner Familir sagen , dass sie keine Fragen stellen sollen. Vll hilft dir das ja auch :).
Grüße KAA
Hallo ihr Lieben, ich wollte mich auch mal wieder in meinem Faden melden.
Mein Weihnachten war absolut furchtbar, da mein Hamster zwei Tage vorher sehr krank geworden ist und ich zwei Tage lang zwischen Notfallkliniken hin- und herchauffiert werden musste und letztendlich ist er morgens am 24.12. verstorben. Das hat mich hart getroffen, denn er war mein "letzer Verbündeter" zuhause, habe mich immer zu ihm gesetzt, geredet, tschüss gesagt wenn ich aus dem Haus gegangen bin und jetzt fühlt sich alles noch leerer an. Habe die Weihnachtstage bei meiner Familie verbracht und meinen Hamster dort auch begraben. Am 27.12. kam dann heraus, dass meine komplette Familie inklusive mir Corona hat und nun sitze ich zuhause, kann nichts machen an Silvester. Einerseits denke ich mir: Wann hört diese heftige Pechsträhne endlich auf und andererseits bin ich dankbar, dass ich mir keine Silvesterplanung einfallen lassen muss und das Hamsterzimmer noch so lassen kann wie es ist. Jetzt habe ich wenigstens etwas Zeit alles einigermaßen zu verarbeiten.
Während mein Hamster krank war, musste ich ihn alle 2 Stunden päppeln, tagsüber und nachts, konnte nicht schlafen etc. und mein "Partner" ist in der Nacht vor der Einschläferung sturzbesoffen nach Hause getragen worden und ich habe fast einen Notarzt gerufen. Er konnte nicht mehr reden, musste ihn in die stabile Seitenlage bringen. Ich war so sauer und so enttäuscht und erschöpft. 2 Stunden später hat er mich geweckt und gefragt ob ich kuscheln möchte - er lebt in einer anderen Realität. Habe ihm von meinen Eltern aus einen saftigen Text geschrieben, natürlich kam keine Antwort. Seit ich Corona habe, fragt er mich ob er mir etwas mitbringen kann vom Einkaufen und ich lehne alles konsequent ab. Ich bin von dieser einen Nacht endgültig traumatisiert, es kam alles zusammen und es war einfach zu viel Schmerz auf einmal. Ich habe so viel geweint und ich merke, ich schließe ab. Er sieht mich einfach nicht. Das habe ich nicht verdient.
Morgen werde ich zu meinen Eltern fahren, denn wir haben sowieso alle Corona und ich bin lieber dort als noch einmal ungewollt einen weiteren Saufabsturz mittragen zu müssen. Während ich das hier schreibe, höre ich wieder Flaschenklimpern.
Ich hoffe, ihr habt ein schönes Silvester. Liebe Grüße, Halbmond
Liebe Halbmond,
sei erst mal fest umarmt. Mein Mitgefühl zum Tod deines Hamsters. Ich habe selbst vier Katzen, die Tiere werden zu Familienmitgliedern und der Verlust tut entsprechend weh. Und dann ist es ja auch noch nicht lange her, dass du deinen Kater gehen lassen musstest...
Dass du zu der Zeit auch nochmal einen Totalabsturz deines Partners erlebt hast, ist hart. Aus deinem Text habe ich aber den Eindruck, dass es dir hilft klarer zu sehen und mehr Abstanz zu nehmen. Zu sehen, dass du in der Beziehung leidest und dein Partner sich keinen Millimeter bewegt. Ich wünsche dir die Kraft bei deinem Weg und der Kündigung für Ende Februar zu bleiben!
Herzlich,
Seepandarine
Hallo ihr Lieben, es gibt Neuigkeiten. Mein "Partner" kam in die Küche während ich mir einen Kakao gemacht habe und hat mich gebeten, ihm eine handschriftliche Adresse sauber aufzuschreiben, die er nicht lesen konnte. Es war ein Zettel von unserer Ärztin mit der Adresse und Nummer vom Zentrum für integrative Psychiatrie - dazu ein Überweisungsschein mit zwei Diagnosen. Ich war total überfordert, es kam aus dem Nichts. Habe ihm die Adresse sauber aufgeschrieben und dann gesagt, dass ich stolz auf ihn bin, dass er endlich etwas für sich tut. Er hat zum ersten Mal so richtig doll geweint und ich musste ihn einfach in den Arm nehmen. Er hat sich weinend wiederholt entschuldigt und gesagt, dass es ihm Leid tut, was ich wegen ihm alles aushalten musste. Ich habe nur gesagt, er muss das alles für sich selber machen. Kein "Danke, dass du das sagst", kein "Okay", kein "schon gut" - der Drang war so groß, aber ich habe mein Befinden nicht relativiert. Danach sind wir beide wieder in unsere Zimmer gegangen.
10min später kam die Frage, ob ich Milch mitbringen kann, wenn ich zum Supermarkt gehe und das habe ich auch gemacht - einfach weil ich selber eine seiner Diagnosen hatte und weiß, wie schwer es ist, damit zu funktionieren, vorallem wenn es so frisch und roh ist. Danach kam eine weitere Nachricht: Ob ich kuscheln möchte. Das ist mir sehr sauer aufgestoßen und ich musste erstmal weinen. Habe ihm eine klare Nachricht zurückgeschickt, dass ich das nicht möchte und mir das zu viel ist. Dass ich nicht ignorieren kann, was in den letzten Monaten alles passiert ist und gesagt wurde. Dass es mir Leid tut, dass es ihm so schlecht geht und es mir aber auch schlecht geht.
Jetzt sitze ich in meinem Zimmer, habe zum Glück schriftliche Unterstützung von einer Freundin und meinem Papa. Das muss ich erstmal verdauen. Und vorallem muss ich sehen, dass er es durchzieht. Ich weiß nicht, ob er überhaupt in der Lage ist, sich jetzt eine neue Wohnung zu suchen und umzuziehen, aber mit der Diagnose wohl eher nicht. Ich hätte es damals nicht gekonnt. Keine Ahnung, was das jetzt für mich bedeutet. Freitag habe ich endlich wieder eine Therapiestunde und werde mich hoffentlich besser sortieren können.
Danke fürs Lesen und liebe Grüße,
Halbmond
Hallo Halbmond,
so wie ich es hier schon ganz oft gelesen habe, macht eine psychiatrische Behandlung erst Sinn, wenn derjenige nicht mehr trinkt.
Deswegen ist das komisch, dass er nicht erstmal eine Entgiftung macht und dann seine psychischen Probleme angeht. Wer weiß, was er der Ärztin erzählt hat...
Mein erster Mann war auch in psychiatrischer Behandlung wegen Depressionen. Als ich dann mal selbst bei diesem Arzt war weil ich für mich Hilfe gesucht habe wegen meiner Probleme aufgrund des Zusammenlebens mit meinem trinkenden Ex, da wollte dieser Arzt mir nicht glauben, dass mein Exmann Alkoholiker war. DAS hatte der nämlich diesem Arzt NICHT erzählt.
Ich habe viele Versprechungen und Heulattacken erlebt aber was draus geworden, also das Trinken aufzuhören, ist nicht. Was ich aber auch kenne ist "komm kuscheln" und sein Unverständnis, wenn ich nicht wollte. Und daraus resultierten dann irgendwann die gemeinsten Dinge von ihm. Schlimme Beschimpfungen. Irgendwann hab ich dann gedacht, dem geht es echt nur darum, seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.
Es ist gut, dass du Unterstützung hast. Dass du dir Hilfe suchst. Dass du auch für dich Grenzen setzen kannst.
Liebe Grüße Aurora
Hallo Halbmond,
so wie ich es hier schon ganz oft gelesen habe, macht eine psychiatrische Behandlung erst Sinn, wenn derjenige nicht mehr trinkt.
Deswegen ist das komisch, dass er nicht erstmal eine Entgiftung macht und dann seine psychischen Probleme angeht. Wer weiß, was er der Ärztin erzählt hat...
Hallo Aurora, danke für deine Antwort. Habe gerade nochmal recherchiert und in dem örtlichen ZiP werden tatsächlich auch stationäre/teilstationäre Entzüge angeboten.
Ich bleibe skeptisch, alleine aus Selbstschutz. Vielleicht wird er auch gar nicht hingehen.
Ich bleibe skeptisch, alleine aus Selbstschutz. Vielleicht wird er auch gar nicht hingehen
Hallo liebe Halbmond02 , daran tust Du absolut gut! Auch wenn er offenbar einen ersten Schritt gemacht hat, ist es ein weiter Weg vom Abholen einer Überweisung bis zum Trockenwerden. "Sauber aufschreiben" - auch ein interessanter Weg, um Dir zu demonstrieren: "Schau her, ich hab was getan". Ich verstehe auch, dass Du einerseits Mitgefühl hast und finde wie Aurora gut, dass Du trotzdem Grenzen setzen und die Situation verlassen kannst. Ich habe nicht Deinen ganzen Faden verfolgt - ist denn erkennbar, dass er sich um Wohnung bemüht?
Liebe Grüße!
Hallo EllaDrei , danke für deine Worte. Vor dieser Frage hatte ich Angst, denn ich kann sie nicht sicher beantworten. Ich sehe nicht, dass er sich um eine Wohnung bemüht, denn ich sehe gerade gar nichts - ich bleibe für mich in meinem Zimmer, koche mir Essen, putze, entmülle die Wohnung und er meidet mich, so wie ich ihn. Heute haben wir das erste Mal seit über einem Monat mehr als zwei Sätze miteinander ausgetauscht. Das Thema "Wohnung" ist für mich eine große Angstquelle, sowohl in Bezug auf meinen "Partner" als auch in Bezug auf Mitbewohnersuche, denn die kann ich erst anfangen, wenn ich weiß, dass er eine Wohnung gefunden hat. Die Mitbewohnersuche an sich wird eine riesige Herausforderung sein, denn ich hatte in all den WG-Jahren schon 12 Mitbewohner (3er WG) und selten war das eine gute Erfahrung.
Ich weiß, ich muss das Thema demnächst ansprechen und davor habe ich Bammel ohne Ende.
Liebe Grüße!
Hallo ihr Lieben. Mein "Partner" hat sich heute zur Klinik fahren lassen und hat mir textlich mitgeteilt, dass sie ihn aufnehmen werden, er aber noch Sachen von zuhause holen will. Zuhause wollte er dann etwas später mit mir reden. Ich habe zugestimmt, will ja wissen was jetzt überhaupt los ist, worauf ich mich einstellen muss.
Er hätte direkt ein Bett für den stationären Entzug gehabt und die Ärztin hat ihm 1Std Zeitfenster gegeben bevor das Bett nicht mehr für ihn vorgemerkt werden kann. Er hat die eine Stunde zuhause ausgesessen. Er hat geweint, er hat extreme Angst, er fühlt sich alleine und sagt, er schafft es nicht. Wir haben lange geredet, über unsere Beziehung, die Wohnung, unsere Probleme. Ich bin dabei geblieben, dass er sich bitte eine Wohnung suchen muss und er hat gesagt, er ist komplett überwältigt von allem. Er liebt mich über alles, mag die Wohnung und was wir uns aufgebaut haben und es tut ihm Leid, dass er sich erst jetzt um sein Problem kümmert. Ich habe sehr doll geweint und er wollte mich ein paar Mal in den Arm nehmen, ich habe es 2x zugelassen, weil ich völlig fertig war. Es war sehr emotional und ehrlich, ich habe ihn noch nie so fertig gesehen, er hat auch sehr doll geweint und ich merke, wie er leidet und wie wichtig ich ihm noch bin. Und er mir auch. Ich kann aber nicht mehr zurück zu dem, wie es mal war. Es geht nicht. Er hat mich gefragt, wo die Probleme meiner Meinung nach angefangen haben, wenn man den Alkohol wegnehmen würde und ich habe gesagt, der Alkohol ist der Ausgangspunkt für vieles. Ich habe ihm gesagt, dass ich an mir arbeite und er das auch machen muss. Er will Therapie ohne Entzug, weil er Angst vor dem Leben in Abstinenz und vor dem Verlust von Freunden und den 4 Wochen stationären Aufenthalt hat. Ich habe ihm gesagt, dass die Therapie ohne Entzug nichts bringen wird, da einer der Gründe warum er überhaupt Therapie braucht, der Alkohol ist. Er hat sich entschuldigt für alles was er mir angetan hat und ich habe gesagt, mir geht es nicht um Schuld und er muss anfangen sich zu helfen. Dann bin ich spazieren gegangen.
Eben hat er mir gesagt, er wird morgen wieder dorthin zurück gefahren und er packt jetzt seine Sachen für den stationären Entzug. Ich habe ihn umarmt und nochmal betont, dass er das richtige tut. Auch, dass für ihn dort unsere Beziehung nicht im Vordergrund stehen sollte, sondern nur er selber. Dass er sich trotzdem um eine Wohnung bemühen muss und ich aber verstehe, wenn das nicht so einfach geht, wenn er jetzt 4 Wochen nicht da ist. Es ist außerdem nicht sicher, dass sie morgen direkt ein Zimmer für ihn frei haben.
Ich bin ehrlich, ich habe schon viel Schei**e in meinem Leben erlebt, eine schwere Depression gehabt und ich glaube ich war trotzdem noch nie so emotional aufgewühlt und mitgenommen wie jetzt gerade. Dieser Mensch ist mir trotz allem so wichtig. Ich kann mich mittlerweile besser abgrenzen als vor 3 Monaten und ich muss das auch weiterhin üben und machen. Vielleicht klingt das für viele hier wie eine Manipulation durch ihn und ich bin mir darüber bewusst, dass es so sein könnte. Ich habe ein paar Punkte weggelassen von unserem Gespräch, aber ich habe das Gefühl, zumindest jetzt gerade, dass er wirklich wirklich leidet und es angehen möchte. Er sagt er war vorher schon bei der Suchtberatung und hat dort gelogen, er hat zugegeben unsere Freunde über seinen Konsum belogen zu haben. Er sagt, er kann das jetzt nicht mehr, er sieht dass er bricht. Ich glaube ihm.
Ich versuche weiterhin vorsichtig zu sein und bin in erster Linie erstmal überfordert. Ich wollte, dass er sich Hilfe sucht und nun ist es soweit und meine Gefühle sind gemischt. Ich glaube, was er gesagt hat und dass es ihm sehr schlecht geht und es nicht mehr aushält. Ich weiß gleichzeitig, dass ich es nicht tragen kann, dass ich mich distanzieren muss und ihm jetzt nicht die ganze Hand geben darf und der kleine Finger vielleicht schon zu viel war - ich weiß es nicht genau. Ich habe gemerkt, wie erleichtert er zwischen den Tränen war, dass wir reden und ich ihm wieder Aufmerksamkeit schenke, er macht sich Hoffnung. Das macht mir ein mulmiges Gefühl, ich kann gerade keine Hoffnung auf eine Beziehungswiederaufnahme gebrauchen, es ist viel zu früh. Habe auch versucht das rüberzubringen. Vorerst ordne ich es für mich als Produkt seiner Verzweiflung und Einsamkeit ein. Ich bin einfach nur besorgt um ihn und über mich. Mein Gefühl ihn im Stich zu lassen, ist riesengroß und ich muss aktiv dagegen ankämpfen. Es ist so tief in mir verankert: Wenn jemand Hilfe braucht, helfe ich. In den nächsten Tagen/Wochen werde ich mir viele Gedanken machen müssen, wie ich mit der Situation umgehen kann, sodass es sich für mich richtig anfühlt. Eine feine Linie, das wird schwer. Ich muss weiterhin versuchen und üben meine Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen nicht seinen unterzuordnen, selbstbewusster und gefestiger werden.
Bitte seid nicht zu streng zu mir, es ist viel passiert.
Liebe Grüße, Halbmond
Hallo ihr Lieben. Mein "Partner" ist jetzt stationär im Entzug.
Uff. Ich schwanke zwischen Optimismus und Pessimismus, zwischen Hoffnung und Angst. Ich muss den Fokus auf mich legen, denn er ist in guten Händen und wird versorgt, ich darf da nicht reingretschen. Er hat mir ein paar Updates geschickt und nun ist Funkstille - eigentlich gut. Ich bin allerdings total im Panikmodus, weil ich nicht glauben kann, dass er den Schritt endlich gegangen ist. Ich denke die ganze Zeit, er kommt gleich wieder zur Tür rein. Schwer abzuschütteln, weil es so frisch ist. Da muss ich durch.
Wie schon gestern geschrieben, muss ich extrem aufpassen nicht ins Kümmernmuster zu verfallen - er muss seine Erfahrungen selber machen, er ist für sich verantwortlich - nicht ich. Wenn er es durchzieht, muss ich schauen wie ich mich damit fühle. Wenn er es nicht durchzieht, dann bleibt der alte Plan bestehen. Ich muss mir klarmachen, wo meine Grenzen und Bedürfnisse liegen, meine Gefühle sortieren. Und unabhängig von allem muss ich weiter zu mir selber finden, mein Leben leben.
Und du musst dir klar darüber sein, dass es etliche Alkholiker gibt, die x Entzüge und Therapien und Rehas und Langzeit und was weiß ich was alles gemacht haben, die trotzdem kurz nach einer Maßnahme wieder anfangen zu trinken.
Du kennst ihn nur mit Alkohol, dass heißt, wenn es jetzt tatsächlich aus seinem Wunsch heraus trocken wird, dann lernst du einen anderen Menschen kennen. Und wenn du es schaffst, aus deiner Rolle auszubrechen und dich neu zu finden, dann lernt er auch einen anderen Menschen kennen.
Das wird herausfordernd, vielleicht ist es hilfreich, dass du dich drauf einstellst, dass eure Beziehung trotz bzw. aufgrund seiner Abstinenz nicht hält. Er wird nicht aus der Entgiftung zurückkommen und alles ist dann gut, nur weil der Alkohol aus der Beziehung verschwunden ist.
Ich will mich damit nicht traurig machen, aber dass ist die Erfahrung, die ich selbst gemacht und die ich auch häufig im Forum gelesen habe. Die richtige Arbeit kommt nach der Entgiftung auf euch zu, erst dann wird es richtig hart und ihr beide habt unterschiedlichen Baustellen, die jeder für sich bearbeiten muss und dann kommt auch noch die Paarebene dazu, falls dafür dann überhaupt noch Platz ist.
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