hallo und willkommen Morgaine ,
schön das du her gefunden hast. nun, da du am anfang deiner abstinenz stehst, hast du auch ein ganz schönes päckchen mit dir herum zu tragen und es prasselt von allen seiten nur so herein.
Nasses Denken. Dieses Konzept ist mir neu und ich begreife langsam, was es bedeutet. Danke für Eure klaren Ansagen zum Traum vom Sonnenuntergang etc... vielleicht habe ich zu oft die edit-Werbung gesehen, ich weiß es nicht... aber mir wird immer mehr bewusst, welche Assoziationen, Bilder und Gefühle ich mit Alkohol verbinde und dass das nicht gesund ist.
Meine Gedanken kann und will ich mir nicht verbieten. Ich kann sie nur ziehen lassen und nicht weiter darauf eingehen, wenn ich bemerke, in welche Richtung das geht.
hier bist du der alk und werbe- industrie auf dem leim gegangen, die mit allen mitteln versucht dich an die flasche zu bringen. das grosse gefühl von freiheit, die pulle in der hand und vertrräumt in den sonnenuntergang zu starren. wenn es nicht so ernst wäre könnte man sich darüber eigentlich nur kaputtlachen, dass ganze funktioniert auch wunderbar mit einem kaffee oder tee in der hand. die werbetreibenden nutzen hier perfide verhaltensbiologische merkmale aus um dich wieder auf spur zu bringen. gerade zu anfang der abstinenz in verbindung mit der sucht birgt es viele tretminen wenn einem die alk-werbung um die ohren gehauen wird. deine gedanken möchte dir auch keiner verbieten, aber in deinem kopf herrscht momentan noch chaos. dein gesamtes belohnungssystem ist kollabiert und braucht einen neustart. nur das geht nicht von heut auf morgen. hangle dich, gerade am anfang, von tag zu tag und plane nicht schon wochen und monate voraus. das ganze lässt sich auch nicht in tagen, monaten oder jahren messen, aber es wird definitiv besser werden wenn du am ball bleibst![]()
Zwei Gedanken würde ich gerne noch zur Diskussion stellen:
- Ich habe mehrfach hier gelesen, dass es egal ist, warum ich getrunken habe und dass es keinen Sinn macht, sich damit aufzuhalten (so habe ich es jedenfalls verstanden). Ich stelle fest, mir hilft es, in Trigger-Situationen zu erkennen, was ich gerade jetzt mit Alkohol bezwecken wollen würde. Und dann kann ich mich dem eigentlichen Bedürfnis oder Gefühl widmen, dass unter dem Suchtdruck liegt...
damit bietest dem alk eine plattform, über das wie und warum zu philosophieren. bringt es dich wirklich weiter oder sind es nur nasse gedanken die dir ein hintertürchen suggerieren möchten? damit trittst du auf der stelle und bewegst dich kreis. du wirst es mitbekommen wann dich irgentwie etwas triggert und dann solltest du deinen notfallkoffer benutzen. im übriegen der suchtdruck ist kein permanenter begleiter. er blitzt ab und an auf, verschwindet aber wieder, meist nach 20- 30 minuten, dann heisst es aber gezielt gegen zu steuern. aber mit der zeit hat man irgentwann den dreh raus...
Meine Entscheidung zur Abstinenz steht felsenfest. Aber ich möchte Alkohol nicht verteufeln und möchte nicht-Süchtigen ihr Glas Wein gönnen können. Zwar sehe ich nach meinen Erfahrungen mit und Recherchen über Alkohol diesen sehr viel kritischer und bedenklicher als zuvor, aber ich fände es schön wenn ich in der Lage wäre, zB abends mit Freunden ins Restaurant zu gehen und es ok zu finden, wenn dann jemand (in unbedenklichen Mengen) etwas trinkt. Oder anders formuliert: ich möchte in mir so gefestigt sein, dass ich nicht darauf angewiesen bin, nur noch mit komplett abstinenten Menschen auch mal auszugehen. Das wäre jedenfalls meine Hoffnung, dass ich das kann...
warum solltest du den alk verteufeln und anderen ihr glas nicht gönnen? alk ist da er ist allgegenwärtig und gesellschaftlich akzeptiert. der rest mag zwar "kein problem" damit haben, du aber schon
warum also unnötig energie investieren in einen kampf den du schon vor langer zeit verloren hast? wenn es gute freunde sind werden sie es verstehen und dich dabei unterstützen. wenn nicht, würde ich mir die frage stellen worauf die freundschaft eigentlich fusst. geselliges beisammensein dass nur funktioniert wenn jemand ein glas in der hand hat? du wirst mit der zeit merken wer freunde sind und auf welcher basis ihr miteinander umgeht. aber wie gesagt schritt für schritt und ein tag nach dem anderen. du wirst auch merken das du dich weiter entwickelst und vieles viel klarer sehen wirst. ich weiss es klingt manchmal nach esoterik, aber versuche deine mitte zu finden, ein zustand mit dem du "leben" kannst ohne wieder die kontrolle zu verlieren. es liegt an dir, die spanne von der wiege bis zur bahre mit leben zu füllen und zu entscheiden was dir wichtig ist...
gruss eternal