Beiträge von Mattie

    Ohne anzugeben aber ich finde mich so toll :) Frisch und wach im Gesicht, keine roten Flecken mehr, 26 kg weniger Körpergewicht. Fit wie Turnschuh, mental stark, ach ich könnte grad so weiter machen............

    Das ist sooo toll, liebe Lebensmut! Ich freue mich mit dir - und 26 Kilo! O my god. Das ist ja der Wahnsinn. Hut ab, dass du das neben deiner Abstinenz auch noch hinbekommen hast. Mir wäre das auf jeden Fall zu anstrengend gewesen. Ich habe bislang vier Kilo abgenommen, aber dies nur, weil die Alk-Kalorien fehlten, ohne Ernährungsumstellung. Aber in den Spiegel schaue ich heute auch lieber als noch vor fünf Monaten. Und ich gefalle mir auf den meisten Fotos. Früher hatte ich 99% Ausschuss ;)

    Ich wünsche dir bei deiner Begegnung mit der Familie einen Sack voller Komplimente! Da sollen die alle mal gucken :)

    Liebe Grüße

    Mattie

    Ich bin immer noch nicht im Turbomodus, aber ich glaube, das passiert dieses Jahr sowieso nicht mehr, und vermutlich ist es auch gut so. Aber ich schaffe wieder Dinge, komme aus dem Quark, und leichte Vorfreude stellt sich ein.

    Ja, wir sind in der gefährlichsten Zeit des Jahres mit all den Feiertagen. Warnungen werden zu Recht ausgesprochen. Meine Gefahr liegt in diesen alltäglichen Arbeiten, bei denen ich früher heimlich oder ganz offiziell Alk getrunken haben. Den Weihnachtsbaum schmücken, die Lichterketten entwirren, die Rouladen vorbereiten, Plätzchen backen, Großeinkäufe verstauen ... Bei all diesen Tätigkeiten kommt die Erinnerung: Da hättest du dir jetzt ein Bier aufgemacht, hier hättest du jetzt das erste Glas Wein getrunken.

    Meine Strategie dagegen: Nicht an das erste Glas denken, sondern an das fünfzehnte. Dann vergehen eventuelle Anwandlungen sofort. Und mein Mantra: ich muss und will nicht herausragend, außergewöhnlich, perfekt sein in dem, was ich so vorbereite. Gut ist absolut gut genug! Das verhilft mir zur Ruhe.

    Craving kommt nicht auf, aber die Sucht lugt dreist über die Mauer. Trinken ist weiterhin keine Option, aber ich spüre deutlich das leichte Ruckeln beim Überschreiben alter Muster, verbunden mit dem Wohlgefühl: Du musst nicht mehr trinken, du hast das für immer hinter dir gelassen.

    Allen einen schönen vierten Advent!

    Mattie

    Hallo, Kyra,

    du gehst sehr geordnet und strukturiert vor. Das hört sich auf jeden Fall klasse an!

    Ich war, als ich im August aufgehört habe, auch in der Situation, einen trinkenden Mann an meiner Seite zu haben. Zum Glück orientiert er sich in diesem Bereich an mir und hat nicht nur vorangegangene Trinkpausen mitgemacht, sondern auch die nun lebenslang angelegte Abstinenz. Für mich weiß ich hundertpro, dass ich es nicht geschafft hätte, überhaupt den Ausstieg zu finden, wenn er weitergetrunken hätte. Ich könnte das auch jetzt nach vier Monaten nicht ertragen, nicht in meiner Gegenwart. Dieses ständige Bewusstsein, da ist Alk im Haus und der wird auch konsumiert, nur nicht von mir ... Das wäre keine Situation, in der ich mich wohlfühlen würde. Ich wäre ununterbrochen in Alarmbereitschaft. Kein Problem hätte ich, wenn mein Mann nur auswärts trinkt. Da kann er tun und lassen, was ihm gefällt, wenn es ihm denn einfiele, aber mein/unser alkoholfreies Zuhause ist mein sicherer Hafen.

    Ich finde es klasse, dass dein Mann dich zur Suchtberatung begleitet. Und ich drücke dir die Daumen, dass er erkennt, wie ernst es dir ist.

    Liebe Grüße

    Mattie

    Dazu fällt mir noch ein: Ich lese immer voller Bewunderung, dass andere Schränke und Schubladen aufräumen und sich an der neuen Ordnung erfreuen. Ich bin sehr weit davon entfernt, irgendwo klar Schiff zu machen. Ich hoffe aber, dieser Energieschub erreicht auch mich irgendwann.

    Der Urlaub und das Feiern waren Highlights, nun hänge ich wieder im Loch. Ich bin so antriebslos, ich habe noch nicht mal Lust, schwimmen zu gehen, und schwänze das Training. Das finde ich schlimm. Am liebsten würde ich den ganzen Tag nur im Sessel hängen und aus dem Fenster zum Vogelhaus starren. Da kommt neuerdings regelmäßig ein Buntspecht zu Besuch. Ich schleppe mich durch den Tag mit bleiernen Knochen, ohne groß etwas geschafft zu haben. Eine Zeitlang gebe ich mich diesem Gefühl hin, aber Dinge müssen getan werden. Irgendwann muss Schluss sein mit dem Herumgammeln.

    Ich denke beim Starren darüber nach, dass ich unter Alk mehr 'funktioniert' habe. Da war das schlechte Gewissen mein ständiger Begleiter, und ich habe nach einem Ausgleich gesucht, um das Lotterleben 'wettzumachen' - ich war betrunken, aber fleißiger und effektiver, getriebener. Keine Sorge, das ist einfach nur eine sachliche Feststellung, kein Abbiegen in die falsche Richtung. Ich habe keinen Saufdruck und bin weiterhin sehr achtsam.

    Ich suche nach Möglichkeiten, den Antrieb für das alltägliche Leben zu steigern. So geht es jedenfalls nicht weiter. Ich glaube nicht, dass es eine handfeste Depression ist, eine Verstimmung vielleicht. Ich nehme sie an, halte sie aus, aber mir wird das allmählich zu lang, und ich dachte, nach dem Urlaub und dem schönen Fest wird alles leichter. Vielleicht muss ich doch mal zum Arzt. Ein paar Tage gebe ich mir noch. Und ja, ein kleines bisschen hilft es schon, dies hier festzuhalten.

    Liebe Grüße

    Mattie

    Diese Alkohol-Verniedlichungen. :roll:

    Ja, ja, Alex_aufdemweg und Bono59 , ihr habt ja Recht! Ich mag das selbst nicht, wenn Leute vom 'Bierchen' und 'Weinchen' sprechen. (Meine Mutter (89), als ich ihr sagte, gibt aber keinen Alkohol bei uns: "Och, da bring ich mir ein Piccolöchen mit!" Hab ihr natürlich gesagt, dass sie das fein lassen wird :) ) Das 'Weißweintrüppchen' habe ich ganz am Anfang in meinem Faden schon mal so benannt, und ich wollte den Wiedererkennungswert für diejenigen, die sich erinnern. Aber ich werde sie jetzt umbenennen. 'Weißweintrupp' okay?

    Ja, Sprache wirkt, und Verniedlichung ist unangemessen. Werde ich mich verstärkt drum kümmern, damit mir nichts mehr durchrutscht. Umgekehrt aber fühlt es sich für mich zum Beispiel wie ein Faustschlag in den Magen an, wenn jemand (mich oder andere) fragt: "Säufst du wieder?" Auch das kann Sprache.

    Liebe Grüße

    Mattie

    Hallo zusammen,

    das Feierwochenende habe ich nicht nur gut überstanden, sondern auch genossen. Die Familie ist unter Kaffee & Tee nicht weniger munter und verrückt als unter Alk – eine gute Erkenntnis. Nur ich für mich hatte so einen Moment, fünf Minuten Trauer darüber, dass ich mit dem legendären Weißweintrüppchen tatsächlich niemals mehr wieder die Gläser heben werde. Die waren alle auch nach Kaffee und Kuchen bei Pink Grapefruitsaft und Wasser bester Laune, es lag nicht an den anderen, es war nur mein Inneres, das mir da einen dunklen Gedanken geschickt hat. Der hat keinen Druck ausgelöst, aber eine kurze Traurigkeit, die ich allein mit mir abgemacht und dann auch wieder weggeschickt habe. Ich habe sonst praktisch kaum Verzichtgedanken, im Gegenteil, ich denke eher ein bisschen überheblich ‚Ihr Armen müsst trinken, ich aber nicht!‘ – zuletzt beim Frühstück im Flugzeug, als ein Passagier sich den Weißwein bestellte. Aber nun kam dieser Gedanke, und ich habe ihn ausgehalten und abgehakt.

    Die Familie weiß ja, dass ich abstinent lebe, aber eine alkoholfreie Feier bei uns war ein Novum. Merkwürdigerweise war Alkohol überhaupt kein Thema – ich hatte damit gerechnet, dass jemand es anschneidet und war auf ein solches Gespräch vorbereitet. Ich habe dann selbst in der Runde erklärt, wie toll ich es finde, dass sich alle auch ohne Bier & Wein amüsieren, worauf die jüngere Verwandte aus dem Weißweintrüppchen kichernd erwiderte: ‚Dafür freue ich mich hinterher auf meine Flasche Wein!‘ Und alle haben gelacht.

    Ich musste da an mich selbst als junge Frau denken. Ich war auch so. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich ‚gerne‘ trinke und mein abendliches Glas Rotwein sei festes Ritual, das ich mir von niemandem nehmen lasse (Daraufhin spekulierten dann manche gerne zur Erheiterung der anderen aus der Familie, welches Fassungsvermögen dieses Glas wohl hätte). Im Rückblick weiß ich nun, wie sich das entwickelt, wenn man so drauf ist. Ich habe die junge Verwandte zum Abschied in den Arm genommen und ihr ins Ohr geflüstert, sie solle auf sich aufpassen. Mehr kann ich nicht tun, glaube ich. Mich hätte auch niemand ‚retten‘ können. Und ich hätte es mir mit ausgefahrenen Krallen verbeten, dass sich jemand in mein Leben einmischt. Eine Veränderung zum Guten war nur möglich, als ich selbst die Einsicht hatte, dass alles den Bach runtergeht, wenn ich weitermache wie bisher. Jetzt ist es gut.

    Liebe Grüße

    Mattie

    Alex_aufdemweg Das sind diese Pumpkannen, die oft auf Vereinsfesten neben dem Kuchenbuffet stehen. Trägt man nicht mit sich herum und braucht man im Alltag normal nicht, aber bevor ich zwei Stunden Lärm mit dem Kaffeeautomaten mache, um alle Gäste mit Kaffee zu versorgen, erledige ich das lieber vorher (lasse erledigen ☺️)und befülle das Teil.

    ich mir ganz bestimmt keine "normale" Frau suchen würde, warum sollte ich das tun. (...) ich würde dann eher zu meinesgleichen tendieren.

    ^^ Deine Ratschläge sind Gold wert, lieber R/no *kleiner Spaß*

    ich bin Alkoholiker, was der Dame dann in dem Moment keine hitzewallungen verschafft und sie dich vertrösten wird.

    Mit Hitzewallungen ist generell nicht zu spaßen ;)

    Auch wenn ich R/nos Post unterhaltsam finde, stimme ich ihm zu:

    Bevor du wieder auf Brautschau gehst wäre es besser du wärst schon etwas gefestigt,

    Liebe Grüße

    Mattie

    Hallo zusammen,

    eine Feier zur Volljährigkeit des Kindes steht an. Dafür kehrt das Kind sogar vom Studienort in die alte Heimat zurück. Was tun? Vor fünf Monaten hätte es eine große Party mit allen und allem gegeben, diesmal musste ein neues Konzept entwickelt werden.

    Weiterhin gilt selbstverständlich: Kein Alkohol in unserem Haus. Also geht das Kind mit den alten Freunden und einem kleinen finanziellen Zuschuss von den Eltern ins Brauhaus. Da können sie tun und trinken, was ihnen gefällt. Die Verwandtschaft fällt dann tags darauf bei uns ein. Ich hatte ja erzählt, dass ich gerne Gäste bewirte und dafür mit Geschirr und Besteck und Deko auch ausgestattet bin. Die engste Verwandtschaft ist mit den Eltern, Geschwistern, Neffen und Nichten mit zwanzig Leuten recht groß. Nun aber habe ich sämtliche Wein- und Biergläser weggeräumt, und zum Weiterverschenken in Kartons verpackt. Schnüff, das tut mir ein bisschen leid um die Weingläser, das sind so große farbige Kelche. Man könnte meinen, kann man ja auch Saft draus trinken, aber dieser Anblick erscheint mir zu gefährlich. Dafür habe ich mir nun zwanzig besonders hübsche Kaffeebecher und eine edle Fünf-Liter-Thermoskanne gegönnt, die haben den Platz der Alk-Gläser eingenommen. Und jetzt mache ich mich ans Backen. Schokotorte, Schmandkuchen und Donauwellen sollen auf den Tisch. Dazu gibt es dann Kaffee, Tee und diverse Säfte.

    Die Gästebewirtung ist so einer der wenigen Aspekte, mit denen ich mich erst einmal arrangieren musste. Wie baue ich das weiterhin in mein Leben ein, ohne ein Risiko einzugehen? Ich glaube, wenn es künftig im Hause Mattie Kaffeetafeln und Frühstückbuffets gibt, kann ich langfristig gut damit umgehen. Und ausgerüstet bin ich ja nun :)

    Liebe Grüße, schönes Wochenende

    Mattie

    Weihnachtsmarkt kann ich meiden.
    Silvester kann ich meiden.
    Aber den Alltag? Geht nicht.

    So empfinde ich es auch. Mein größtes Risiko bin ich selbst, nicht die gängigen Veranstaltungen, nicht saufende Freunde. Den Alltag muss ich meistern und andere Wege finden, um runterzukommen - und ja, ich bin auch selbständig mit allen Höhen und Tiefen.

    Alkohol habe ich benutzt, um runterzukommen. Das ist jetzt weg.

    Ich habe für mich Alternativen gefunden - laute Musik aufs Ohr mit den ganz dicken Kopfhörern, im Relaxsessel mit Kuscheldecke schmökern, Schwimmen, Yoga, Badewanne, aber ich bin auch immer noch offen für neue Ideen, die mir so einfallen. Eine längerdauernde Suche, aber ich denke, es lohnt sich. Und manchmal ist es tatsächlich einfach ein Durchatmen und Durchhalten. Die Stimmung verfliegt auch wieder. Wenn man das oft genug erlebt hat, weiß man, dass man sich darauf verlassen kann.

    Ich mit einem Berg Bierflaschen im Flur.

    Was hat das noch an offenbar so prominenter Stelle im Flur zu suchen? Jetzt bring das Zeug halt mal zum Container.

    Mattie

    Lieber Theel,

    da bist du ja in einer schmerzhaften Phase. Das tut mir leid, aber umso mehr Respekt dafür, dass du in dieser Lebenskrise den Alk stehen lässt und deinen Weg in die Abstinenz begonnen hast. Ich kann mit meinen schlappen vier Monaten Nüchternheit noch keine große Erfahrung beisteuern oder aus dem Nähkästchen Tipps & Tricks präsentieren, aber ich kenne Lebenskrisen, wenn auch mit einem anderen Hintergrund als bei dir.

    Ob deine ehemalige Partnerin zurückkommt, wenn du fitter bist und nüchtern lebst, oder nicht, ob es sich lohnt, darauf zu hoffen, oder nicht - das alles kann niemand von uns beurteilen. Das weißt nur du selbst. Aber dass es sich lohnt, nüchtern zu bleiben - das würden vermutlich die meisten hier unterschreiben. Dein Selbstmitleid blitzt hier und da durch, und, ehrlich, ich finde das vollkommen nachvollziehbar und angemessen. Mit einem Freund in dieser Situation hätte man ja auch Mitgefühl. Für mich liest du dich aber dennoch vollkommen reflektiert.

    Trauere halt noch. Hintern hoch ist dann morgen wieder.

    Mir gefällt das, und ich drücke dir fest die Daumen, dass du in deinem Sinne weiterkommst. Bleib dran. Du bist hier nicht allein.

    Alles Liebe

    Mattie

    Hallo zusammen,

    hier ist ja was los :)

    Ich melde mich zurück, war eine gute Woche sehr weit weg von der Tastatur, raus aus der Empty-Nest-Melancholie, rein in die Sonne. In die Lichttherapie, sozusagen.

    Alkoholfreier Urlaub ist nicht wirklich etwas grundlegend Neues für mich: Ich kenne ihn noch aus den über zehn alkoholfreien Jahren, die wir mit dem Kind verreist sind. Das ist nun schon ein paar Jahre her. Aber damals lag der Fokus nicht auf mir, sondern auf dem Wohlergehen des Kindes. Damals habe ich mir längst nicht so viele Gedanken gemacht wie heute, da ich ja, nur für mich selbst verantwortlich, unkontrolliert in mich hineinschütten könnte.

    Ich werde jetzt hier nicht ins Schwärmen geraten, erzähle euch nur, bei welchen Gelegenheiten mir in diesem Urlaub der Alk in den Sinn kam (wie für ein Alkoholiker-Forum angemessen), und Spoiler: Er war kein überwältigendes Thema, aber Momente gab es.

    Wir haben uns etwas wirklich Phänomenales gegönnt: Das Geld, das wir in anderen Jahren an der Poolbar ausgegeben hätten, haben wir investiert in ein Upgrade und ein Zimmer mit Blick über den Atlantik. Was für ein umwerfendes Gefühl, am Vormittag mit dem Kaffeebecher in der Hand hellwach und klar auf den Balkon zu treten. Da kann das Suchtgedächtnis aus dem Verstand heraus spinksen und herumnölen, es hätte doch viel bessere Alternativen anzubieten. Nein, hast du nicht, und nicht nur das: Du bist zu toppen!

    Die Ausgaben, die wir beim Abendessen und in der Bar gespart haben, weil uns eine Flasche Wasser gereicht hat, statt wie üblich reichlich Wein, Bier und Mojitos zu bechern, sind ohne weitere Umstände in Wellness & Massage geflossen. Was für ein Gewinn.

    Ich erinnere mich noch daran, wie ich früher mal dachte: Wie soll ein Urlaub schön sein, wenn man nicht das Bier an der Strandbar trinkt oder den Wein beim Essen? Wenn man nicht den Cocktail im Sonnenuntergang postet? Der Gedanke war so dermaßen fest, dass alle anderen Visionen oder Vorschläge („Trink doch einen schönen Tee“) für mich absolut lächerlich klangen. Heute weiß ich (und nicht erst seit diesem Urlaub), sich zu erholen und die Zeit zu genießen bedeutet etwas grundlegend anderes, als sich ab Sektfrühstück volllaufen zu lassen.

    Ich hatte mich vorab bei der Buchung versucht, darüber zu informieren, ob es in diesem Hotel Minibars gibt (lieber Gruß an Alex_aufdemweg ), und ich habe nicht den geringsten Hinweis darauf gefunden. Gut so, dachte ich. Dann die Überraschung: Es gab doch eine! Ich habe mich geweigert, das Zimmer zu betreten, bis nicht nur sämtlicher Alk, sondern auch die dazugehörenden Wein- und Sektgläser sowie der Eiskübel entfernt worden waren und das Zimmer mit Cola, Fanta, Wasser und Saftgläsern clean war. Ansonsten gab es einen Wasserkocher mit hinreichend Kaffeetütchen und Teebeuteln (hatte ich auch noch von daheim mitgebracht), was ich generell für eine feine Sache halte und was wir auch ausgiebig genutzt haben.

    Auf dem Hinflug, frühmorgens, habe ich mich mit Schaudern daran erinnert, dass ich mir früher um diese Zeit im Flieger gleich mal das erste Bier bestellt hätte. Ist doch Urlaub, macht doch jeder, hoch die Tassen! Diesmal habe ich mich genauer umgesehen, und nein, es macht kaum einer, jedenfalls nicht die Paare, die um diese Zeit auf die Kanaren reisen. Nur einen hab ich gesehen, der hatte eine von diesen kleinen Flaschen Weißwein neben seinem Schinkenbrötchen. Armer Tropf, hab ich gedacht.

    Vor unserem Hotel gab es einen ‚Scheideweg‘: Nach links ging es zur Strandpromenade mit all den Kneipen und Bars, in denen die Leute mit ihren Bierhumpen und Sundownern herumlungerten. Nach rechts ging es zum kilometerlangen Strand und zu den Dünen. Keine Frage, dass wir auf dem rechten Weg geblieben sind :)

    Es ist so bereichernd und wohltuend, die eigenen Sinne deutlich wahrzunehmen: den körnigen, kalten Sand unter den Füßen, die schäumenden Wellen an den Knöcheln, den Wind in den Haaren, das Rauschen und Sandsingen im Ohr, die schnell ziehenden Wolken am Horizont, das Gesicht in der wärmenden Sonne. Und als dann nach langem Marsch doch eine Strandbar mit ein paar Plastikstühlen davor aufgetaucht ist, haben wir uns angesehen und der eine hat gesagt: ‚Da hätten wir jetzt ein Bier getrunken‘, und die andere hat geantwortet: ‚Und es wäre nicht unser erstes gewesen.“ Und zufrieden, uns unserer Nüchternheit aufs angenehmste bewusst, sind wir dann weiter marschiert, und ich habe mich auf das abendliche Buffet gefreut und auf die süßen kleinen Köstlichkeiten, die man sich zum Dessert auf den Teller häufen kann. Oder auf die ausgiebigen Runden im beheizten Pool.

    Ein Urlaub, der mich von Grund auf mit Licht und Wärme durchflutet hat. Und ich bin nur für mich selbst, für niemand anderen nüchtern geblieben. Ich hoffe, ich trage dieses Wohlbefinden auf meinem abstinenten Weg noch lange in mir. In diesen Tagen bin ich knapp vier Monate nüchtern. Es geht immer weiter :)

    Ich habe in der Zeit immer mal wieder hier mitgelesen. Wie sollte es auch anders gehen – das Forum hat sich wie ein Krake in meinen Gehirnwindungen festgekrallt und hilft mir, mein Bewusstsein für die überall lauernde Gefahr sehr wach zu halten. Ich grüße von Herzen alle Neuen und wünschte euch allerbestes Gelingen auf eurem Weg. Und ein Extra-Gruß geht an R/no Immer schön, dich zu lesen. Für mich gehörst du zur Seele des Forums.

    Allen weiterhin eine entspannte Vorweihnachtszeit. Man liest sich.

    Liebe Grüße

    Mattie

    Meine letzen Weihnachtserinnerungen sind, dass ich wartete, bis die Bescherung und das Singen endlich zu Ende sind, damit ich in die Kneipe gehen konnte, um mit den Kumpels zu saufen.

    Das hört sich übel an. Wie gut, dass es vorbei ist und ihr so einen entspannten Umgang mit Weihnachten für euch gefunden habt.

    Und so macht mich das auch nicht mehr wütend, es hat nichts aufgesetzes und keine vorgespielte Idylle.

    Aufgesetzt und vorgespielt geht wohl immer nach hinten los. Das will keiner.

    Liebe Grüße

    Mattie

    Lieber Boss :)

    Deine Probleme hätte ich gerne.

    Möglicherweise gibt es Momente, in denen ich auch lieber darüber nachdenken würde, ob ich ins Stadion gehe oder Battlefield spiele :mrgreen: Wir alle sind nicht nur unterschiedliche Persönlichkeiten, wir stecken auch in unterschiedlichen Lebensphasen, und jeder hat sein Päckchen zu tragen :) Kleinreden gilt nicht.

    Liebe Grüße

    Mattie