theel, Erfahrungen gesucht :)

  • Hallo an alle.

    Hier mal ein kurzes Update von mir. Ich habe gestern mit der Suchtberatung telefoniert und die Tagesreha ist eine Therapie. Also man muss einen Antrag stellen und die Dauer hat die Dame mir mit 12 Wochen angegeben. Ist in meiner Situation schwer zu realisieren, da ich meinen Job behalten will. Klar, kann ich mich krank schreiben lassen und das machen, aber in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage, ist mir das Risiko zu hoch meinen Job zu verlieren. Ich frage mich auch ehrlich gesagt, was ich in dieser Zeit machen soll. Das wäre eher ein Rückschritt für mich, da nicht weiß, ob ich wirklich eine Therapie brauche, also eine teilstationäre. Habe heute noch einen Termin beim Psychologen, der mich aber 95€ die Stunde kostet. Einen der über die Kasse abrechnet zu finden ist um die Zeit des Jahres so gut wie unmöglich. Es gibt aber wohl eine App edit , die die Suche erleichtert. Aber ja, ich bin jetzt auch nicht mehr total depressiv oder verzweifelt. Was mir fehlt ist halt die Beziehung, aber ich darf halt auch nicht vergessen, dass es einfach erst 3 Wochen her ist und ich Liebeskummer habe. Denk ich habe schon mit meinen Gefühlen ein wenig aufgeräumt und muss da halt dran bleiben.

    Ansonsten läuft es ganz gut. Hab zu vielem was ich früher getan hat Tschüß gesagt, also was meinen Alltag angeht. Die Arbeit tat auch gut und ich bin eigentlich zuversichtlich, wenn da der Liebeskummer nicht wäre. Aber mittlerweile kann ich das ganz gut trennen, was jetzt Liebeskummer ist und was vom Alkoholentzug kommt. Bekomm es auch immer besser hin auf meine Ernährung zu achten, hab an manchen Tagen nichts gegessen und eigentlich nur Kaffee und Alkohol getrunken früher und war meist zu verkatert um morgens etwas zu essen. Da ich abnehmen will, kann ich nicht zu meinen alten Gewohnheiten zurück was essen angeht, aber ist ja auch eine Aufgabe. Denk die brauch man auch um nach vorne zu blicken. Mein Selbstvertrauen baut sich langsam wieder auf, weil nicht alles stillsteht und zumindest langsam voran geht. Wollte heute eigentlich Sport machen, aber bin erkältet. Früher hätte ich trotzdem Abends Bier getrunken, nicht viel, aber die Sucht hätte mich dazu gebracht meinen Körper noch mehr zu vergiften. Der Gedanke mit dem Gift hilft mir immer noch. Glaub es braucht einfach bis das Hirn das wirklich gelernt hat.

    Also ja, bin heut eigentlich ganz zufrieden mit dem Fortschritt des Projektes. Was die Selbsthilfe Gruppen angeht, bin ich da viel digital unterwegs, also bin nicht nur hier angemeldet, aber glaub auch, dass es was anderes ist, wenn man die Leute auch sieht. Hab von der Suchtberatung Infos bekommen was es alles gibt. Finds irgendwie schade, dass es nicht "die eine" gibt. Gibt ja eigentlich genug Menschen mit dem Problem, aber Einsamkeit ist wohl eins der größten, wenn es darum geht durchzuhalten. Für mich zumindest.

    Einmal editiert, zuletzt von Linde66 (11. Dezember 2025 um 13:25) aus folgendem Grund: Keine Apps nennen, danke.

  • Hallo@theel,

    Musst oder willst du unbedingt in die Therapie/Psychologe ? Bei Liebeskummer können die dir ja auch nicht helfen, versuchen wird es der Psychologe aber bestimmt, für 95€, vielleicht genügt dir ja aber auch die SHG hier?

  • Hallo@theel,

    Musst oder willst du unbedingt in die Therapie/Psychologe ? Bei Liebeskummer können die dir ja auch nicht helfen, versuchen wird es der Psychologe aber bestimmt, für 95€, vielleicht genügt dir ja aber auch die SHG hier?

    Der Psychologe wurde mir empfohlen. Also soll wohl gut sein. Ich denke ich sollte eine Therapie machen, weil ich im Moment alles noch vermische. Also den Versuch für sie aufzuhören und zu scheitern und das was ich jetzt gerade mache. Ich merk, dass ich nicht wirklich loslassen oder mir das verzeihen kann und will das jetzt nicht internalisieren in meinen Kopf. Aber mir ist auch klar, dass ich dafür selbst die meiste Arbeit leisten muss. Erwarte mir nicht, dass der Psychologe das für mich macht. Ich kenn mich nur und will nicht wieder Zeit verlieren indem ich jetzt 6 Monate das gleiche denke und da nicht rauskomme. Aber ja, merke schon, dass meine Psyche deutlich stabiler ist, ohne den Alkohol und sich auch mein Körper erholt. Ich weiß nicht wirklich, ob ich eine Therapie brauche, aber schaden kann es ja nichts mal hinzugehen. Habe keine finanziellen Verpflichtungen außer mir selbst gegenüber.

    Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung sich hier anzumelden. Aber es ist eben "nur" digital. Denke es ist wichtig, nicht nur digital Hilfe zu haben. Und wenn ich ehrlich bin, schau ich grad, dass ich jeden Strohhalm den es gibt greife, da ich es bisher immer allein versucht habe, was dann zu verstecken und heimlich trinken geführt hat. Je offener man sich macht, desto einfacher ist es auch dran zu bleiben, denk ich.

  • Du kannst auch eine ambulante Reha vor Ort machen, je einmal wöchentlich Einzel- und Gruppentherapie (mehrfach verlängerbar), kann ich nur empfehlen.

    Ja das gibt es hier wohl als offenes Angebot. War jetzt gestern beim Psychologen und geh das mal mit ihm an. Mein Problem grad ist, dass ich denke ich hab den Anschluss verloren mit 40. Wo lernt man da noch jemand kennen? Ich denk die meisten stehen da einfach schon im Leben und haben ihr Umfeld.

  • Mein Problem grad ist, dass ich denke ich hab den Anschluss verloren mit 40. Wo lernt man da noch jemand kennen? Ich denk die meisten stehen da einfach schon im Leben und haben ihr Umfeld.

    Da sind aber auch die ersten schon wieder geschieden und vielleicht sogar schon wieder bereit für etwas Neues. Gibt ja zum Glück immer unterschiedliche Sichtweisen ;)

  • Ich hab grad irgendwo gelesen, da gibts ne Partnervermittlung Ü50, da sind 80 % Frauen und da fehlen die Männer.
    Also Möglichkeiten gibts wohl immer.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hallo theel,

    Bevor du wieder auf Brautschau gehst wäre es besser du wärst schon etwas gefestigt, falls du das mit anschluss meinst. Stell dir mal vor es kommt zum Rendezvous und sie bietet dir Sekt an um locker zu werden, was würdest du tun? Trinken den du willst ja eine Beziehung oder die Wahrheit sagen, ich bin Alkoholiker, was der Dame dann in dem Moment keine hitzewallungen verschafft und sie dich vertrösten wird. Ein Alkoholiker ist nun mal nicht die erste Wahl an der Partnerbörse.

    Ich hab mir gestern Situationsbedingt Gedanken darüber gemacht was wäre wenn... und bin zu der Erkenntnis gekommen das ich mir ganz bestimmt keine "normale" Frau suchen würde, warum sollte ich das tun. Der Alkohol würde auch da früher oder später wahrscheinlich ein Problem werden, ich würde dann eher zu meinesgleichen tendieren. Natürlich darf da aber auch eins nicht fehlen, die Liebe...

    Lass dir Zeit und werde erstmal stabil, in 6 Monaten stehst du wahrscheinlich schon ganz anderst da. Wer weiß vielleicht ist die verflossene ja beeindruckt von deinem neuen Leben, vielleicht bist du aber auch wieder selbstbewusster und siehst die Sache dann ganz anderst oder entspannter.

    Schau nach vorne auch wenn es im Moment noch schwer fällt, aber es kommen bessere Zeiten wenn du es willst und es zulässt.

    Viele Mütter haben schöne Töchter😉

    Lies nur mal die ersten Seiten von meinem Faden durch, da war ich in einem wirklich schlechten Zustand (Beziehungsmäsig) jetzt geht es mir schon deutlich besser, ich verzweifel nicht mehr und versuche die Dinge entspannter zu sehen.

    Gruß R/no

  • Und ie Nächste will ja auch als Individuum gesehen werden und nicht nur als das Vehikel, das die Verflossene ersetzt.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
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  • ich mir ganz bestimmt keine "normale" Frau suchen würde, warum sollte ich das tun. (...) ich würde dann eher zu meinesgleichen tendieren.

    ^^ Deine Ratschläge sind Gold wert, lieber R/no *kleiner Spaß*

    ich bin Alkoholiker, was der Dame dann in dem Moment keine hitzewallungen verschafft und sie dich vertrösten wird.

    Mit Hitzewallungen ist generell nicht zu spaßen ;)

    Auch wenn ich R/nos Post unterhaltsam finde, stimme ich ihm zu:

    Bevor du wieder auf Brautschau gehst wäre es besser du wärst schon etwas gefestigt,

    Liebe Grüße

    Mattie

  • Ich meinte keine Frau. Mir geht es grad eher darum ein normales Umfeld zu haben. An eine Beziehung denk ich im neuen Jahr wieder, denke ich. Da mach ich mir grad keine Hoffnungen, bin auch nicht bereit, jetzt jemand wirklich kennenzulernen. Aber ich bin soweit, dass ich auch nicht mehr zurück will. Klar, wär das schön, aber wenn sie wirklich die richtige gewesen wäre, hätten wir uns ja gar nicht erst getrennt oder sie wäre von allein zurück gekommen. Ich weiß, dass ich noch am Anfang bin, aber hab mich schon genug im Griff um diese Sachen, die in der Beziehung schlecht liefen, nicht wieder passieren zu lassen. Natürlich glaubt sie mir das nicht oder will es gar nicht wissen, aber ist mir mittlerweile (fast) egal. Ich hab über diese Auseinandersetzung mit dem Thema Alkohol so viele gruselige Geschichten gelesen, was in Beziehungen passiert, dass ich mich eigentlich als passablen Partner sehen kann, auch wenn ich ein Eifersuchtsproblem habe. Der Alkohol ist für mich Geschichte und alles was schlecht war in der Beziehung hatte damit zu tun. Ob sie mir jetzt glaubt, dass das so ist oder nicht, kann ich nicht beeinflussen, hab ihr jedenfalls nie etwas böses gewollt oder sie wirklich schlecht behandelt. Mein einziger Fehler war eigentlich, dass ich nicht funktioniert habe, aber wer funktioniert schon wenn er jeden Tag mindestens 3 Bier trinkt. Dazu kommt dann noch diese emotionale Mauer, die man aufbaut. Ich hatte am Anfang des körperlichen Entzugs einen Tag an dem ich total glücklich war. Denk mittlerweile, dass ich durch den Alkohol auch mein Glücksempfinden kaputt gemacht hatte und da dann zum ersten Mal gefühlt hab, was ich eigentlich in der Beziehung empfunden hatte. Aber seis drum. Jedenfalls hab ich kapiert, dass Alkohol einen nicht nur abhängig macht, sondern auch die Seele offen legt und angreifbar macht. Weiß nicht genau wie ich das erklären soll, aber ich glaub das ist der Grund, warum Menschen durch Alkohol zu "Monstern" werden. Man könnte ja auch einfach nur lallen und schwanken, aber meist holt der Alkohol ja das schlechteste aus einem Menschen raus und man fragt sich hinterher was man da eigentlich gemacht hat. Ist vielleicht nicht für jeden was diese spirituelle Sichtweise, aber kann man ja auch mit Verhaltenspsychologie erklären wenn man mag. Wenn man das aber mal kapiert hat, fällt es einem gar nicht mehr so schwer darauf zu verzichten find ich.

    Die Frage wie ich damit in Zukunft umgehe, hab ich mir auch schon gestellt. Dieses Stigma das man als Alkoholiker oder eben trockener Alkoholiker hat, ist wahrscheinlich der größte Rückfallfaktor. Ich hab aber nicht vor, dieses Stigma anzunehmen, wenn ich ehrlich bin. Die meisten Menschen haben halt nicht dieses Verständnis für eine Suchtkrankheit und stempeln einen als ewigen Junkie ab. Ich find das aber fatal, da es einen dann immer wieder runterzieht bzw. in diese Position bringt, dass man schwächer als der Alkohol ist. Dabei muss man ja kapieren, dass man stärker ist und der Alkohol einfach nur ein Getränk, über dessen Folgen man sich lange nicht bewusst war, selbst wenn man es geahnt hat. Mir hilft das mehr als Angst zu haben. Im Angstzustand verändert sich das Hirn auch nicht. Also ich sollte vielleicht dazu sagen, dass ich beruflich mit Psychologie zu tun habe und mich privat auch dafür interessiere. Aber der Angstzustand ist eher was neurobiologisches. In dem Zustand lernt das Hirn nicht, weil es mit Überleben beschäftigt ist (selbst wenn es keine echte Bedrohung gibt). Alkohol zu trinken, versetzt einen permanent in diesen Zustand und man trainiert sich den Angstmodus an. Ich weiß nicht, ob da ein Stigma hilfreich ist, aber wem es hilft, sollte dabei bleiben, wenn es keine andere nachhaltige Lösung gibt. Also ich habe nicht vor, beim ersten Date zu sagen, dass ich ein Alkoholiker bin. Würde eher erklären, warum ich davon überzeugt bin, dass es besser ist, keinen zu trinken, aber ihr natürlich die Freiheit zu lassen, sollte sie das wollen. Wenn sie es dann mal weglassen würde, würde sie ja selbst merken, was das Zeug mit einem macht. Aber will jetzt auch nicht mein Problem an andere Leute abgeben. Ist ja mit der Eifersucht das gleiche, da kann die Partnerin ja auch nichts dafür. Glaub eine Frau, die viel trinkt würde eh nicht mehr zu mir passen.

    Sorry, jetzt hab ich selbst den Faden verloren. Also es ging um mein Umfeld. Hab zwar Kumpels und merk auch, dass ich mich bei vielen einfach nicht mehr gemeldet hatte, weil ich gar kein Interesse mehr hatte was zu machen, dass mich davon abhält dabei zu trinken. Mit 40 ist es halt anders Leute kennenzulernen, bilde ich mir zumindest ein.

  • Ja, wer soll auch sonst schuld sein ;)

    Genau stand da drin, dass Männer mehr dazu neigen, sich zurückzuziehen unds ab einem gewissen Alter lieber Single bleiben, als offen zuzugeben, dass sie Bedürfnise haben.

    Und wenn sie sich darstellen, dann glauben sie, dass sie mit Sonnenbrille am Grill attraktiv wirken.
    Während Frauen besser drauf achten, sich vorteilhaft darzustellen.

    Na egal, es ging ja drum, ob Du noch mal eine kriegst in dem Alter, und da ist das doch positiv.

    Und wenns nicht um Frauen geht, ich bin mit 57 noch mal umgezogen. Und ich habe auch neue Freunde gefunden.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
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    Einmal editiert, zuletzt von Lebenskuenstler (12. Dezember 2025 um 19:36)

  • Vielleicht reicht für dich eine ambulante Reha, dann kannst du weiterhin arbeiten!! Und 1 Mal die Woche zur realen Selbsthilfegruppe ist auch sehr sehr gut. Spreche aus Erfahrung.

    Was meinst du mit ambulanter Reha? Es gibt soweit ich weiß kein Angebot, dass einem ermöglicht in Vollzeit zu arbeiten. Außer Psychotherapie und Selbsthilfegruppen. Ich werde Urlaub nehmen müssen, wenn ich sowas machen will, aber bis dahin ist Ende Januar. Hab mir jetzt ein Zen Kloster im Schwarzwald rausgesucht. Denke das werd ich machen. Aber im Moment zahl ich das alles selbst. Wenn man kein Geld hat, muss man allein klar kommen oder auf Entgiftung, hab ich das Gefühl. Abgesehen von dem was Online angeboten wird. Das hilft schon, aber wenn es bei mir nicht zu dieser Situation mit der Trennung gekommen wäre, die mich dann dazu gebracht hat wirklich aufhören zu wollen, wäre ich schon wieder am trinken, weil die Situation einfach zu viel ist, um damit allein zu sein. Wenn man sich mal entschlossen hat, dann kommt erstmal die Phase in der man in so einer Art Zwischenwelt lebt.

    Also nicht falsch verstehen, ich bin dankbar für den Austausch und wünschte ich hätte mich früher entschlossen, das nicht allein zu machen, aber ich glaub auch, dass 50% der Leute die weiter machen einfach keinen Anschluss irgendwo finden und dann in der Einsamkeit den Entzug durchmachen und es natürlich nicht schaffen, weil es einfach zu hart ist allein. Find das echt schade und bin als Sozialpädagoge auch am überlegen wie man das besser machen könnte. Ich merk es ja jetzt bei mir selbst wie das ist und wenn man mal über diesen Anfang hinweg ist und wieder mit Menschen nüchtern redet, dann ist es nicht mehr so schwer dabei zu bleiben. Aber diese erste Woche ist halt entscheidend, denk ich. Und wenn ich ehrlich bin, hab ich mich dazu gezwungen hier weiter zu schreiben, weil halt auch viel kommt das einen eher runterzieht. Aber das ist vielleicht subjektiv.

    Ich persönlich find es nur besser, wenn man nicht erst in einen Club aufgenommen werden muss, um aufzuhören. Ich versteh schon, dass das manche brauchen, aber es geht ja eigentlich darum, dass für sich selbst zu machen und dabei begleitet und unterstützt zu werden. Natürlich muss man da Menschen finden, die einem Mut machen. Und die findet man auch wenn man sich wirklich entschlossen hat. Aber in meiner ersten Woche hier, wurde ich als Säufer bezeichnet, weil ich von 5-10 Bier pro Abend auf 1-2 reduziert hatte, damit ich eben kein Delirium bekomme. Hätte ich das ernst genommen, wäre ich vielleicht nicht an diesem Punkt an dem ich bin. Und die Chance in der ersten Woche ist halt 50/50. Für mich war das jedenfalls so. Bin jetzt soweit ganz zufrieden, weil der Liebeskummer abflacht und sich alles zum relativ guten wendet langsam, aber ich versteh nicht wieso man es den Menschen die wirklich aufhören wollen, so schwer macht. Es wär viel einfacher, wenn man eine oder einen der sich wirklich dazu entschlossen hat aufzuhören mit Liebe aufnimmt, anstatt dieser Krankheit soviel Macht zu geben. Ist auch dieses Stigma Thema.

    Aber ja, ich hab aufgehört mich zu fragen, warum die Menschheit so ist, wie sie ist. Ich persönlich denk halt, dass es einfacher wäre, wenn man sich der Welt gegenüber öffnet. Will und kann nicht jeder, das versteh ich auch, aber für mich war es der Schritt der wirklich was verändert hat. Und da passt Angst nicht, also zumindest bei mir nicht. Wovor sollte man auch Angst haben, wenn man das richtige tut? Aber klar, der Alkohol Entzug bringt einen dann schon dazu, wenn man alleine ist. Und das müsste halt in vielen Fällen nicht sein, weil Sucht eigentlich immer eine Reaktion auf einen Mangel an zwischenmenschlicher Liebe ist. Das sieht man ja auch an den Zahlen. Die Rückfallquote ist höher, wenn man kein unterstützendes Umfeld hat. Hab das ja auch selbst in der Beziehung gemerkt. Ich hab es geschafft mit Rauchen aufzuhören, was ich mir jetzt grade mal so in der Theorie vorstellen kann. Und ich bin mir eigentlich sicher, dass es daran lag, dass diese Beziehung in mir genug körpereigenes Dopamin auszuschütten, damit ich das andere nicht mehr gebraucht habe. Und die Zahlen sprechen halt auch dafür. Darum kapier ich grade nicht, warum man nicht einfach hilft.

    Aber wenn ich mir dann denke, was dieses Stigma gesellschaftlich auslöst und wie Alkoholiker eigentlich als verdeckt Aussätzige behandelt werden, was ich ja an mir selbst auch merke, dann ist es eigentlich klar, warum die meisten sich nicht oder nur teilweise öffnen und dann halt in diesem Zustand stecken bleiben, bis sie wieder rückfällig werden. Und um meine Wut darüber noch mehr zu Ausdruck zu bringen. Es gibt im Internet "Mentoren" die 800€ dafür nehmen einem Menschen 30 Tage beizustehen, damit man das hinbekommt. Die meisten Menschen in der Situation haben aber nichts mehr. Aber das Stigma vom Habe Nichts sprech ich erst gar nicht an.

    Jedenfalls gibt es meiner Kenntnis nach keine Möglichkeit für mich einfach 2 Wochen mal woanders zu sein, als Geld dafür zu bezahlen. Die Entgiftung selbst darf auch nur im eigenen Landkreis stattfinden, also ich darf nicht mal das Krankenhaus in dem mein Bruder arbeitet meiden. Und ja, wenn ich nicht ernsthaft selbst aufhören wollen würde und diese Steine im Weg einfach ignorieren würde, wäre ich wahrscheinlich nach der ersten Woche wieder auf die bekannten Bahnen abgebogen. Und das nervt mich gerade. Sorry. Ist wahrscheinlich gar nicht so gemeint gewesen, aber es gibt in meinem Fall wenige Möglichkeiten. Selbst wenn ich auf Entgiftung gehen wollen würde, wäre das erste Ende Januar möglich.

    Einmal editiert, zuletzt von theel (14. Dezember 2025 um 01:48)

  • Diese Männer haben bestimmt schon Kinder oder wollen keine mehr. Was auf die Frauen in dem Alter auch zutrifft. Daher wirds mit 40 kritisch. Ob ich eine Beziehung will, ohne Familienplanung, muss ich erst noch entscheiden, aber ich denk auch eher nicht, außer das wär jetzt wirklich meine Traumfrau und sie würde Kinder adoptieren wollen.

  • Ich persönlich find es nur besser, wenn man nicht erst in einen Club aufgenommen werden muss, um aufzuhören.

    Hi Theel,

    die SHGs bei mir in der Nähe haben alle keine "Aufnahme" mit Formularen ausfüllen o.ä., da kannst Du einfach (einfach vielleicht nicht unbedingt)hingehen und schauen, ob das für dich was sein könnte. Bei den AA ist das generell überall so, da wird niemand abgewiesen, egal ob schon abstinent oder kurz vor dem Meeting noch Mut angetrunken.

    Hier im Forum stell ich mir das halt so vor, dass die 7tägige Abstinenz gewährleistet sein muss, weil der Austausch sonst keinen Sinn ergibt, wenn jemand Tag und Nacht stockbesoffen in die Tasten haut. Kennt man ja von sich selbst auch, dass man am nächsten Tag erschrickt, was man seiner Ex wieder für einen Müll geschrieben hat.

    Aber, um nochmal auf das ursprüngliche zurückzukommen, SHGs kosten nichts (kleine Spenden erwünscht)und stehen jedem offen. Falls du für dich noch auf der Suche bist. Und wer sich ein Zen-Kloster vorstellen kann, der passt bestimmt auch gut zu den AA. (einfach meine Vermutung wegen Glauben, Religiosität etc.)

    VG Soapstar

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