Puuuh…
endlich geschafft. War interessant, aber die Autos, die mir gefallen haben, lagen alle im Bereich über einer halben Million. Der Rest hat mich kaum interessiert. Aber wir hatten trotzdem viel Spaß.
Keine Ahnung, warum sie Autos so spannend findet.
Naja, das Ende vom Lied war, dass ich der Pack- und Bezahlesel war.
Was macht man nicht alles für die Jugend von heute? 
Wobei… das mit dem Bezahlen stimmt nur zu einem Drittel. Sie hatte ordentlich Kohle dabei, die sie sich nebenbei verdient. Das finde ich echt cool. Trotzdem würde es mir besser gefallen, wenn sie wenigstens die Hälfte davon sparen würde. Vom Geldausgeben ist noch niemand reich geworden. Beim Thema Finanzen muss ich wohl noch leicht nachjustieren.
Die letzten drei Tage waren insgesamt ziemlich interessant. Das Publikum war bei jeder Veranstaltung komplett anders. Heute waren extrem viele junge Leute unterwegs. Alkohol gab es natürlich an jeder Ecke, aber das hat mich nicht wirklich tangiert. Klar nimmt man es bewusster wahr, aber langsam bekomme ich das Gefühl, dass man sich dem in der Öffentlichkeit sowieso kaum entziehen kann. 
Da war ich wohl etwas zu voreilig😬
Ja, offensichtlich. Aber die Argumentationskette ist die gleiche wie beim Konzertbesuch. Den hatte ich ja auch vorher entschieden, nur hier nicht noch einmal ausführlich geschrieben.
Gerade die Tage, in denen ich das Gefühl hatte, jetzt auf Dinge verzichten zu müssen, die mir Freude machen, haben innerlich ordentlich Druck erzeugt. War dann ehr eine Befreiung es doch zu tun. So wie ich es schonmal gesagt habe, wenn ich etwas nicht "darf" egal wie vernünftig oder unvernünftig, dann erst recht. Es sei denn ich will es wirklich nicht 
Okay, erzähl mal wie es wirklich war, die Stadionwurst hast du ja erfolgreich durch Pommes Spezial ersetzt. Was ging dir durch den Kopf als dein Team gewonnen hat oder ein Elfmeter entschieden wurde. Der Jubel der angetrunkenen Massen, überall Bier...und du mitten drin mit einer Cola in der Hand gerade mal ein paar Tage trocken. Ich kann mir gut vorstellen was dir durch den Kopf ging😉
Ganz so war es nicht. Das erste, was ich gemacht habe, war eine Bratwurst holen. In der zweiten Halbzeit gab es dann die Pommes. Getrunken habe ich gar nichts. Die Preise sind inzwischen echt unverschämt. Über fünf Euro für eine Cola. Bier kostet genauso viel. Davon habe ich sonst zwei..drei..vier getrunken und das zwei bis drei Mal im Monat. Hochgerechnet eine erstaunliche Ersparnis.
Wie es insgesamt war? Eigentlich wie immer. Ganz anders als beim Konzert, das sich wie eine völlig neue Erfahrung angefühlt hat. Warum das so ist, weiß ich nicht. Vielleicht, weil ich früher auch oft nüchtern im Stadion war. Oder weil ich nie angetrunken ins Stadion gegangen bin, sondern immer erst während des Spiels angefangen habe zu trinken. Meine Aufmerksamkeit war einfach überwiegend auf das Spiel gerichtet. Trotzdem sind mir ein paar Dinge aufgefallen.
In den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Stadion habe ich schon die ersten Leute mit Bier gesehen. Viele waren gut dabei. Früher wäre mir das nie aufgefallen. Danach rund ums Stadion: Jeder Zweite hatte eine Flasche in der Hand. Und ich habe zum ersten Mal bewusst gesehen, wie viel Pfand rumsteht. Im Stadion selbst hatte in meiner Reihe niemand etwas in der Hand, mein Sitznachbar sowieso nie. Aber die Reihe vor mir… das war eine größere Clique und die haben richtig gebechert.
Meine Gedanken dazu waren unter anderem:
- "Haben die alle Frau und Kinder zuhause?"
- "Wie fühlen sich die Frauen, wenn der Mann besoffen heimkommt?"
- "Diese glasigen Augen, dieser tote Blick… so war ich hier auch."
- "Hat sich mein Nachbar eigentlich nie an meinem Gesaufe gestört?"
- "Diese dummen Witze, die nur betrunken lustig sind."
- "Mit einem Becher in der Hand ist man doch eigentlich gehandicapt."
- "Den Kater morgen will ich nicht haben."
- "Bestimmt ist einer von denen, wenn nicht mehrere, genauso ein Alki wie ich."
Die Treppen im Oberrang sind ziemlich steil. Ich dachte mehrmals: Hoffentlich fliegt keiner von denen runter. Passiert ist aber wie immer nichts. Beim Pommesholen gab es noch einen Klassiker: Einer holt sich ein kleines Bier, der Hintermann ruft laut: "Was ist das denn? Ein Kinderbier?"
Der Witz war mies, aber ich musste trotzdem lachen, weil es genau dieser typische Volltrunkenhumor ist. Also so absurd.
Da war es wahrscheinlich ein dauerfeuer der Suchtgedanken die auf dein Unterbewusstsein eingeprasselt sind.
Hatte ich gar nicht. Meine zufälligen Suchtgedanken kommen unabhängig von der Situation. Momentan beschäftige ich mich durch das Schreiben hier einfach viel intensiver mit dem Thema. Früher habe ich am Tag nur darüber nachgedacht, ob ich Bier kaufen muss und wann ich endlich trinken kann. Was ich sagen will ist, es kommt so oder so. Gerade war der Trigger da, weil ich die Füße hochgelegt habe, nach dem anstrengenden Tag. Die Sucht wollte sich dann mit einem Bier belohnen.
Die Sucht schmunzelt auch schon und sieht dich schon im Bus zum nächsten Auswärtsspiel.
Ich fahre nicht zu Auswärtsspielen. 
Ich möchte dir auch nicht die Stimmung versauen aber denk nochmal nach.
Tut es auch nicht. Ich verstehe den Hinweis: Vorsicht, Demut, nicht übermütig werden. Aber ehrlich gesagt war in den letzten Jahren jeder Tag gleich. Ich habe kaum noch etwas gefühlt. Dass ich nach einem Spiel nüchtern heimkomme und ein Dauergrinsen im Gesicht habe – das kenne ich nicht. Es war fast berauschend, komplett ohne Alkohol.
Und nochmal zu dir Boss , es ist glaube ich ein Klassiker alle warnungen in den Wind zu schießen. Dir haben auch zwei echte Kaliber Empfehlungen gegeben, 10 und 18 Jahre trocken da steckt doch etwas Erfahrung dahinter.
Ich habe nichts davon in Frage gestellt. Im Gegenteil: Gerade diese immense Erfahrung der anderen macht mir großen Respekt. In vielen Beiträgen erkenne ich mich selbst wieder. Die Muster sind überall ähnlich, und vielleicht genau deshalb nehme ich diese Hinweise so ernst. Ignoriert habe ich davon wirklich nichts. Auch wenn ich für mich persönlich anders gehandelt habe.
Die Ratschläge sind im Kern auch immer richtig. Aber es ist eben schwer, hier alle Beweggründe, jeden Gedanken und jede Nuance mit reinzuschreiben. Und genauso schwer ist es für euch, meine Persönlichkeit nach ein paar Posts realistisch einzuschätzen. Ich bemühe mich, möglichst viele Details zu nennen, damit man meine Entscheidungen nachvollziehen kann.
Dass mir hier niemand sagt: “Jop, klasse Idee Boss, geh ins Stadion, geh aufs Konzert”, das war mir völlig klar
. Das war nie die Frage. Mir ging es darum, euch zu erklären, warum ich manche Dinge trotzdem mache, obwohl ich eure Empfehlungen kenne und respektiere.
Irgendwo anders hast Du das mit den 5% geschrieben, aber ich packe es mal hier rein, weil ich genau den gleichen Gedanken auch schon hatte:
365 Tage x 3 Vorstellungen pro Tag = 1.095 Vorstellungen pro Jahr x 0,95 prozentual gescheiterte Alkis = ~1.040 gescheiterte Alkis
Auf 10 Jahre gerechnet: 1.095 x 10 = 10.950 Vorstellungen x 0,95 prozentual gescheiterte Alkis = ~ 10.403 gescheiterte Alkis
Auf 18 Jahre gerechnet: 1.095 x 18 = 19.710 Vorstellungen x 0,95 prozentual gescheiterte Alkis = ~18.725 gescheiterte Alkis
Die Sucht hat schon ihr erstes Auswärtsspiel gewonnen den du bist obwohl du nicht wolltest ins Stadion, das ist quasi ein 1-0 Sucht gegen Boss, hör jetzt besser auf Hoeneß und Beckenbauer wenn ich die beiden vergleichen darf.
Sehe ich überhaupt nicht so. Die Sucht hat kein einziges Mal gewonnen. Ich habe nicht getrunken, ich hatte keinen Drang, und ich habe das trinkende Umfeld gesehen, ohne zu denken: "Boah, die haben es gut."
Ganz im Gegenteil: "So warst du? So hast du dich verhalten?"
PS.: Mit Bayern-Funktionären kriegst Du mich nicht 
Gestern Nacht ist mir noch ein schöner Vergleich eingefallen, wenn du schon von deinem Fundament der Abstinenz sprichst solltest du die ersten Grundsteine sorgfältig setzen sonst wird aus der möglichen Familia Sagrada die ja eine überwältigend schöner Kirchenbau ist, nur ein kleiner Kirchturm im romanischen Stil der in Unter Obergrützenbach steht und der FC Barcelona wird bestimmt gegen Grützenbach gewinnen um es durch Fußball verständlicher zu machen.
Die Kirchengeschichte kenne ich nicht, muss ich mir noch aneignen.
Zum Fundament: Ich habe das Wort einmal benutzt im Sinne von "Mal sehen, wie es in zwei Monaten aussieht." Nicht mehr.
mal blöd gefragt: das würde aber dann auch gelten, wenn ich ein Buch lese, einen Film schaue (Sachen, bei denen ich seit Jahren endlich mal wieder die nötige Konzentration aufbringen kann), Sport mache, Kreuzworträtsel löse oder oder oder...
Genau so sehe ich es. Ablenkung wird hier oft empfohlen. Sport mache ich gerade fast täglich. Das tut gut. Aber nach dieser Logik wäre alles Ablenkung: Filme, Lesen, Rätsel, alles. Dann dürfte man nur noch 24 Stunden am Tag über Abstinenz nachdenken. Das halte ich weder für sinnvoll noch für gesund. R/no Wenn für dich ein Film am Abend in Ordnung ist, was spricht dann gegen eine Runde daddeln? 
Da sieht es bei Boss bestimmt nicht anderst aus behaupte ich mal, auch ich hab damals mit meinen Kumpels oder allein während des zockens gebechert. Außerdem bin ich der festen Überzeugung das man gerade am Anfang einen klaren Kopf braucht um seine Abstinenz in die richtige Bahn zu lenken und sich halt Gedanken darüber macht was man will usw.
Doch. Bei mir war es anders (siehe erster Post). Beim Zocken habe ich nie getrunken, weil die Spiele Konzentration erfordern. Mit Alkohol würde ich ständig verlieren. Bei der Arbeit genauso. Ich arbeite mit dem Kopf. Mit Alkohol wäre das unmöglich.
Die Abstinenz braucht die volle Aufmerksamkeit
Möchte ich gar nicht bestreiten. Ich bin erst am Anfang und habe keine Referenz. Aber komplett dogmatisch sehe ich es nicht. Ja, sie ist auf Platz 1. Trotzdem besteht mein Leben nicht ausschließlich daraus.
Zum Schluss noch etwas Positives:
Ich bleibe hier. Ich will das. Ich will absolute Abstinenz und ich will auch nicht einer von 95% sein. Heute sind es 14 Tage. Es fühlt sich seltsam an, das zu sagen, und ich bin nicht stolz darauf.
Aber: Vor 15 Tagen hätte ich jeden ausgelacht, der behauptet hätte, ich würde bald nicht mehr trinken.
Mit Ausnahme von sechs oder sieben Tagen habe ich zehn Jahre lang jeden Tag getrunken. Also wirklich jeden. Keine Ahnung, warum der Umschwung so plötzlich kam, aber ich bin froh darüber.
Und lustigerweise war es genau das Zocken (siehe erster Post), das mich hierhergeführt hat.
Jetzt lege ich die Füße hoch. Einen ganzen Tag über eine Messe laufen, die einen nicht mal interessiert, ist erstaunlich anstrengend.
Bin ich eigentlich der Einzige, der davon Rückenschmerzen bekommt? 
LG