Beiträge von Paolo

    Hallo Mustasch,
    Willkommen.

    Wenn einer schon so lange trocken ist wie Du, dann hat er bestimmt auch
    schon einige "Schlüsselerlebnisse", bzw. Situationen erlebt, in denen
    sich das Suchtgedächtnis zurück meldete.

    Kannst Du etwas dazu sagen, was Du in solchen Augenblicken gedacht,
    bezw. getan hast um nicht Rückfällig zu werden?

    Gruß
    Paolo

    Hallo Chrissi,

    Zitat

    Ich weiß das ich ganz am Anfang stehe und das wahrscheinlich grade nur die erste Euphorie ist.


    ... diese Euphorie, das ist was ganz tolles. Da kannste richtig
    Schwung nehmen und gleich einen Satz in die richtige Richtung
    machen. :D Warte mal bis der Frühling einkehrt, den wirst
    Du mir Deiner Euphorie sehr intensiv genießen können. 8)
    (Bei anhaltender Trockenheit. Natürlich) :!:

    Wir haben hier einen sehr netten Kollegen, der seine Threads
    stest mit den Worten "... das Schönste kommt noch" abschliesst.
    Ich kann das nur bestätigen, das ist so. :idea:

    LG
    Paolo

    Zitat

    also müsste ich, wenn ich dich jettz recht verstehe laut und deutlich sagen, wo ich bin wird nicht getrunken.
    das halte ich für egoistisch und ist auch nicht machbar.

    Hallo Krissi,
    ja das ist ein echtes Thema hier.
    Nun Du bist schon lange trocken, da brauch ich Dir nix zu erzählen.
    Mir hat es jedenfalls zu Anfang sehr geholfen, das ich alle Orte
    an den Alk. getrunken wird zu meiden. Wenn ich schreibe alle,
    dann meine ich das auch so.

    Heute, nach zwei Jahren ist das für mich so selbstverständlich geworden,
    das ich es so beibehalten habe. Ist schon klar, man kann dem Alkohol
    nicht gänzlich aus dem Wege gehen, doch da wo ich es machen kann,
    - z.B. Familienfeierlichkeiten, Feten im Bekanntenkreis, usw.- da
    bleibe ich fern. Sprich da wo ich hingehe wird nicht getrunken.
    In Restaurants z.B. würde ich mich nie zu trinkenden Menschen
    an den Tisch setzten. Nicht das ich Angst hätte dann gleich wieder
    Rückfällig zu werden, sondern weil ich dann meiner Überzeugung
    zuwider handeln würde.

    Mit meinen kompletten Bekanntenkreis, bzw. mit den Leuten die
    Alkohol trinken habe ich so gut wie keinen Kontakt mehr. Ist mir
    auch nicht schwergefallen, die Trockenheit als sich als wichtiger
    für mich herausgestellt.

    Ehrlich, ich könnte und wollte es mir heute nicht
    mehr anders vorstellen.

    LG
    Paolo

    Hallo Chrissi,

    das mit dem Stolz ist schon O.K. Achte nur immer darauf, das aus Deinem
    Stolz keine Überheblichkeit wird, so wie es bei mir früher mal war.
    Aus der Überheblickeit wurde Leichtsinn und irgendwann meinte ich nun
    wieder alles im Griff zu haben. Dann begann alles von vorne, aber von
    weiter unten.

    Dein (trockener) Weg beginnt jetzt und Deine ersten Schritte hast Du
    gut hinbekommen, darauf darfst Du auf jedenfalls stolz sein. :!:

    LG
    Paolo

    Hallo Espoir,

    ich denke viele von denen, die sich aufgemacht haben Trocken zu
    werden, können mit ähnlichen Reaktionen im Freundes- und
    Bekanntenkreis aufwarten.

    Bei mir war es jedenfalls so. Das dumme, bzw. gefährliche an so einer
    Situation ist, das man selbst ins Grübeln kommen kann und den
    eingeschlagenen Weg anzweifelt. So wie ich das die Jahre zuvor,
    - bei meinen Trinkpausen- immer getan habe.

    Nun diesesmal, -ich bin jetzt knapp 2 Jahre trocken- habe ich ohne
    Rücksicht meinen alten Freundeskreis hinter mir gelassen. In dem
    Moment wo mein Wunsch, -ein Leben ohne Alkohol zu führen-
    angezweifelt und meine Krankheit verharmlost wurde, dachte ich
    das es so nicht weitergehen kann.
    Zwar habe ich nach wie vor losen Kontakt zu den Leuten, doch
    eine enge Verbindung wird daraus sicherlich nie mehr werden.

    Missionieren liegt mir auch fern, ich denke jeder sollte sich selbst
    seine Gedanken über den eigenen Alkoholkonsum machen.
    Ich weiß aber 100% das der ein oder andere aus meinem
    Bekanntenkreis, -nachdem ich mich offenbarte- sich
    schon Gedanken darüber macht ab welchen Stellenwert der
    Alkohol in seinem Leben hat. Spätestens nach dem nächsten
    Blackout und den damit folgenden Selbstzweifeln.
    Wenn mich einer um Hilfestellung oder Erfahrungsaustausch
    bittet, gebe ich gerne Auskunft, aber das soll es dann auch gewesen
    sein. Der Rest muß von alleine bewerkstelligt werden.
    Es zu schaffen, sprich "trocken zu werden" bedeutet nun
    mal Veränderungen.
    In mir ... und um mich herum.

    LG
    Paolo

    Hallo Caro,

    Zitat

    ich habe einfach das Gefühl auf der Stelle zu treten, Ich bin jetzt seit über einem Jahr trocken, und bin stolz darauf, so viel erreicht zu haben, aber dann kommen wieder dies Selbstzweifel.
    Meine therapeutin hat z. Zt. Urlaub und ich bin echt verzweifelt. Dabei habe ich doch keinen Grund. Ich hoffe nur das dieses Sche... Gefühl bald verschwindet und ich wieder an mich glauben kann.


    ... ich glaube diese Phasen hat jeder von uns mal.
    Ich habe in solchen Situationen immer wieder über mein "neues" Leben
    nachgedacht. Die vielen Vorteile die meine Trockenheit bietet in den
    Vordergrund geholt, in die Zukunft geschaut und überlegt was alles
    möglich ist. Schau Dir all die aktiven Menschen um Dich herum an,
    die, die nicht in der Sucht leben, das alles kannst Du auch haben.
    Kannst noch so viel für Dich erreichen, mit Deiner Trockenheit.

    Wenn Du wieder saufen würdest, dann würde Deine Zukunft dunkel
    und verschwommen aussehen, Deine Ziele und Wünsche würden
    nur eine wage Fiktion bleiben, Deine Leben nicht selbstbestimmt.
    Mach was für Dich, scheuche die Selbstzweifel an die Seite, raff
    Dich auf zu neuen Ufern. Du schaffts das!!!

    LG
    Paolo

    Zitat

    Viele Dinge, die ich in der Vergangenheit besoffen angeleiert habe, entfalten in der Firma jetzt erst ihre negative Wirkung. Das ist ziemlich frustrierend.


    Hallo CF,

    ja das kenn ich. Bei mir war es so, das ich habe vieles Schludern lassen.
    Wo genug Geld da war, habe ich weder investiert noch modenisiert,
    habe das "Schiff" einfach führerlos treiben lassen.
    Das sich das eines Tages rächen würde war klar.
    Das was ich verbockt habe wird natürlich noch eine ganze Zeit auf der
    Fa. lasten, das dauert, bis man da wieder einigermaßen im Fahrwasser ist.

    Das nun noch das "Damokless-Schwert" der aktuellen Wirtschaftskrise
    über einem schwebt, macht die Sache natürlich nicht einfacher.
    Aber was solls, ich habe keine andere Wahl, als nach vorne zu
    schauen und das Beste aus der Situation zu machen und so langsam
    komme ich ja auch wieder in Tritt.

    Wünsche Dir das Du auch alles wieder
    in den "Griff" bekommst. Trocken hat
    man die Möglichkeiten.

    LG
    Paolo

    Hallo Bernd,

    ich bin jetzt etwas über zwei Jahre hier im Forum und seitdem trocken.
    Natürlich habe ich, - begleitend zum Forum - viel über Alkoholsucht
    gelesen. Der Weg den wir hier gehen, das ist nicht besonderes.
    In jedem Fachbuch zum Thema, wird dieser Weg so oder ähnlich
    empfohlen. Für mich war das nur eine zusätzliche Bestätigung hier
    "meine" SHG zu finden.

    Das immer wieder mal Leute auftauchen, die meinen das Rad neu
    erfunden zu haben, liegt in der Natur einer Alkoholiker-Internet-Plattform.
    Davon sollte man sich nicht verunsichern lassen. Wer sich hier nicht
    verstanden fühlt, oder feststellen muß das sein Hang zur Selbstdarstellung
    auf Dauer ohne Resonanz bleibt, der geht auch schnell wieder.
    Bisher war es immer so.

    Wenn Du denkst das Dir das lesen solcher Threads nicht gut tut,
    dann lasse sie einfach aussen vor. So erging es mir auch schon
    während meiner Zeit hier und mir wurde von den LZT das gleiche
    empfohlen. Deine Trockenheit ist das wichtigste.

    LG
    Paolo

    Zitat

    Meines Erachtens ist die Sucht keine unheilbare Krankheit. Mit dieser Meinung stehe ich in diesem Forum wahrscheinlich ganz allein da.


    ... hallo Susanne,
    für mich ist meine Sucht eine Krankheit und diese Erkenntnis
    stellt für mich einen Grundpfeiler meiner Trockenheit da.
    Egal welcher SHG du angehörts, dieses Wissen das Alkoholsucht
    eine Krankheit, dazu unheilbar, ist stellt die Basis jeder Hilfe da.
    Das anzuzweifeln hieße alles was (trockene) Alkoholiker über
    Jahrzehnte vorgelebt, erreicht haben, ad absurdum zu führen.

    LG
    Paolo

    Hallo espoir,
    ein schöner Thread :D , zu dem ich gerne die
    Liste "nerviger Dinge" erweitern möchte:

    - warten vor (Damen) Schuhgeschäften
    - unentschlossene Kunden in der Bäckerei
    - klingelnde Handys im Restaurant
    - Bedienungsanleitungen für Handys
    - Scart Stecker

    LG
    Paolo

    Hallo Sandmann,

    Zitat

    Objektiv gesehen ist der Wunsch nach einem suchtfreien Raum nur das Eingeständnis der (noch) eigenen Schwäche gepaart mit der Knebelung des Partners.

    .. woher nimmst Du Dein Wissen?
    Für meine Frau war es ganz selbstverständlich das sie hier
    Zuhause keinen Alkohol mehr trinkt. Zu sehr hat die ganze
    Familie unter meiner Sucht gelitten. Da ich hier Zuhause
    der einzige bin der Alkoholiker ist, sehe ich auch keinerlei
    Problem darin wenn hier bei uns der Alkohol tabu ist.
    Meine Familie fühlt sich jedenfalls weder geknebelt noch
    bevormundet, weil sie die Problematik erkannt haben.
    Und als Schwäche habe ich meine Krankheit auch noch nie gesehen.


    Paolo

    Zitat

    Egal ob angeblich Alkfreie Getränke wie Alkoholfreies Bier,Malzbier ja sogar edit Karsten Markenname entfernt der Kinderpunch ist für mich Tabu


    ... ehrlich Günter, ich glaube anders gehts auch nicht. Alles andere wäre
    ein Spiel mit dem Feuer und könnte schnell einen Großbrand bei uns
    auslösen. Ich denke die meisten hier haben die "T-Pausen" mit z.B. Alk-
    freiem Bier schon hinter sich .... ohne anhaltenden Erfolg.

    LG
    Paolo

    Hallo Susanne,

    wo ich noch getrunken habe, das versuchte ich alles aus meinem
    negativen Gedankenkarussell auszusteigen. Genutzt hat es wenig.
    Dazu kam ja auch noch das ständige Selbstmitleid, was die schlechten
    Gefühle zusätzlich verstärkte. Richtig "gut drauf" war ich nur noch
    wenn ich Alkohol getrunken hatte, oder in Erwartung eines Besäufnisses
    war.

    Heute, wo ich trocken bin, da gelingt es mir immer besser negativen
    Gedankengängen nicht weiter nachzugehen. Stattdessen such ich
    nach Lösungen. Generell kann ich aber auch sagen, das mein Leben
    sich erheblich "aufgehellt" hat. Nicht das ich nun im Wolkenkukuksheim
    leben würde, nein, aber trocken habe ich vielmehr Möglichkeiten
    mein Leben selbst zu bestimmen, auch meine Gedanken.

    LG
    Paolo

    Hallo Graffiti,
    das Zeug selbst, da kann ich nichts zu sagen.
    Bestimmt ist es aber immer bedenklich wenn
    ein Alkoholiker auf der Suche nach einem
    "exotischen" Getränk ist, das ihm als "Ersatz"
    dienen soll.

    LG
    Paolo

    Hallo Elli,

    Zitat

    vielleicht ist das ja gerade eine ganz einmalige Chance, mein Leben grundlegend zu ändern, wie ich es sonst nie getan hätte. Ich hatte das Thema mit meinem Therapeuten schon mal, dass man ja alle Stolpersteine im Leben, die einen Zwingen das bisherige zu überdenken und vieles zu ändern einfach als Chance nimmt, etwas zu lernen, im Sinne von Ich darf etwas lernen, was mich ja vielleicht für mich viel weiter bringt.


    ... genauso ist es. Ich sehe die Trockenheit auch als eine wirklich
    gute Chance meinem Leben einen neuen Sinn zu geben.
    Das geht weit über die Erfahrung der eigentlichen Trockenheit
    hinaus. So wie der Alkohol früher in alle Bereichen meines Leben
    hineinragte, so sind es heute die vielen postiven Dinge die mein
    Leben bestimmen. Wäre ich kein Alkoholiker, hätte ich bestimmt
    nicht soviel über mich erfahren, hätte niemals darüber nachgedacht
    was Zufriedenheit eigentlich für mich bedeutet. Deswegen sehe ich
    meine "nasse" Vergangenheit auch nicht als Unglück an, sondern
    als eine Zeit in der ich Erfahrungen gesammelt habe, die ich nun
    für meine trockene Zukunft nutze.

    Zitat

    eine Frau in der SHG gestern sagte über ihre Vergangenheit: "das alles hat sein müssen, damit ich so werden konnte, wie ich nun bin".

    ... ich finde da liegt sehr viel Wahrheit drin.

    LG
    Paolo

    Zitat

    Da ich eine Hütte in den österreichischen Bergen besitze kannst Du die vielleicht vorstellen das dort immer getrunken wird, was mir aber nix ausmacht.


    Hallo Mike,
    Du das haben schon viele gedacht... das macht mir nix aus...
    und sind daran gescheitert. Was heißt Dein Leben genießen?
    Ist es nicht das schönste wenn man nicht mehr saufen muß?
    Ein Jahr Trockenheit ist ja toll, aber Du solltest Dir überlegen
    ob Du in einem "nassen" Umfeld nicht zu vielen Gefahren
    ausgesetzt bist.

    LG
    Paolo

    Hallo,
    kann mich MannBerlin nur anschließen,
    möchte aber noch anbringen das ich
    den ganzen Thread Sch...e finde.
    Ich meine was bringt es wenn der Co. weiß
    wo der Alkoholiker das Zeugs versteckt, oder
    wenn trockene Alkoholiker hier mit ihrer "Pfiffigkeit"
    kokettieren?
    Meiner Meinung nach nichts.


    Paolo