Beiträge von Hartmut

    Deine Schlussfolgerungen passen, weil es deine Schuhe sind, die du alleine trägst.:whistling::thumbup:

    Allen Carr hat diesen Vergleich in einem seiner Nichtraucher-Bücher verwendet

    Er ist an Lungenkrebs gestorben, nachdem er wieder mit dem Rauchen angefangen hatte. Was mir das mit dem Rauchen sagt? Es kann jeden wieder treffen. Auch den, der glaubt, er habe für sich die Antwort oder den richtigen Weg gefunden.

    Nebenbei hatte er auch das Buch "Endlich ohne Alkohol" geschrieben. Er selbst war kein Alkoholiker, aber überzeugt davon, er könne verstehen, was im Suchthirn von Alkoholikern passiert. Das konnte er natürlich nicht, denn nur wer es selbst erlebt hat, weiß, wie es wirklich ist. Genau deshalb lese ich Bücher zu diesem Thema nur von Menschen, die selbst betroffen waren.

    Alles andere bleibt Theorie von außen, nützt dem Alkoholiker nichts, aber dem Geldbeutel des Autors. Denn nach seinem Buch habe ich es damals auch versucht , mit dem Ergebnis ein klassischer Rückfall. Irgendwo hier schon mehrmals geschrieben.

    Schaue mir auch keine Influencer, keine YouTube-Videos und kein Storytelling mehr an , das nur darauf ausgelegt ist, Leid maximal auszumalen, damit der kommerzielle Erfolg das eigene Leben finanziert. Das ist keine Hilfe, das ist Verwertung.

    Ich habe mal eine Frage. Was ist immer wieder mit nassen und trockenen Gedanken gemeint? Irgendwie hab ich das nicht verstanden.

    Nasse Gedanken sind unsichtbar, nicht greifbar und schwer zu erkennen. Sie zeigen sich nur in der „Alkoholiker-Sprache“. Trockene Gedanken haben nichts mit Alkohol zu tun, nasse Gedanken hingegen sind das Gegenteil. Doch oft tarnen sie sich, sodass der Alkoholiker glaubt, es seien trockene Gedanken da das Sucht Hirn jahrelang darauf trainiert wurde.

    Solche Gedanken kennen wir alle, leider nur zu gut.;) „Ein Bier am Abend schadet doch nicht, ich habe so lange durchgehalten, da kann man sich ja mal was gönnen.“ Oder: „Andere haben viel mehr gesoffen, so schlimm war es bei mir doch gar nicht.“ Der Klassiker: „Zur Entspannung brauch ich jetzt einfach was.“

    Früher war es ja auch schön, mit Freunden beim Trinken zu sitzen. Und wenn man nur am Wochenende trinkt, hat man es angeblich im Griff. Essen schmeckt ohne Wein einfach nicht so gut, und mit Alkohol scheint sowieso alles leichter zu ertragen. :whistling:

    Die harmlosen erkannte ich ziemlich leicht, aber die gefährlichen waren für mich. Es stört mich nicht, wenn andere um mich herum trinken, ich komme auch damit klar, wenn zu Hause getrunken wird, und ich kann anderen nicht verbieten, etwas zu trinken.

    Alle gesteuert aus dem Suchthirn Alle diese Gedanken können zu Saufdruck führen

    daher bin ich zwar körperlich trocken, aber meine Gedanken sind immer noch nass.

    Gut erkannt!

    Es ändert sich nicht von heute auf morgen alles. Wer 20 bis 30 Jahre lang getrunken hat, dessen Alltag war geprägt von Festen, Feierlichkeiten und den Menschen, die dabei mitgetrunken haben.

    Im Nachhinein wird dann auch klar, welche davon ein abhängiges Verhalten hatten. Als ich das überprüft habe, war ich fast der Einzige.


    Es braucht Zeit, bis sich das eine oder andere von selbst verabschiedet. Schneller geht es, wenn der Süchtige bereit ist zu handeln, andere Beschäftigungen suchen, das trockene Leben kennenlernen. Denn das ist zunächst fremd. Mit der Zeit lernt man neue Leute kennen – Menschen, die dieses Leben, das uns Alkoholikern fremd war, schon immer geführt haben.


    Auch die „nassen“ Freunde und Bekannten von früher waren ja nicht sofort da. Auch die musste man irgendwann kennenlernen.

    Was für "moderierte Erklärungen " meinst Du?

    Wir bilden keinen Stuhlkreis, um jedes Detail von jemandem endlos zu diskutieren. Das hier ist keine Therapie und keine psychologische Praxisstunde. Es ist Selbsthilfe.

    Dazu zählt auch das ausufernde Diskutieren wissenschaftlicher Studien oder das Ansprechen von Aspekten, die nur als Ergänzung gedacht sind und nicht den Hauptteil ausmachen, gerade weil keine eigenen Erfahrungen vorliegen. Alles wurde bereits geschrieben, daher werden keine weiteren Fragen zu Forum-Philosophien mehr beantwortet.

    Bei Fragen zum Forum oder zur Vorgehensweise bitte per PN. Danke.

    Es reicht! Noch ein Satz, noch eine Anmerkung?

    Dann eben anders. Ich habe es mit langen, moderierenden Erklärungen versucht, jetzt halte ich mich kürzer sonst nimmt das hier kein Ende. Wir bilden keinen Stuhlkreis, um jedes Detail von jemandem endlos zu diskutieren. Das hier ist keine Therapie und keine psychologische Praxisstunde. Es ist Selbsthilfe.

    Und das ist zu akzeptieren. Sollte das weiter hochkochen, mache ich den Deckel zu. Also bleibt bei euch und tauscht euch mit eigenen Erfahrungen aus.

    Und deshalb habe ich entschieden hier heute doch nochmal einzusteigen. Auch wenn ich vermute, dass manch einer innerlich mit den Augen rollt und denkt: sie schon wieder.

    Irgendwann ist auch mal Schluss. Oder brauchst du noch das letzte Wort, eine abschließende Klarstellung? (rhetorische Frage) Dann sag es bitte, damit ich Bescheid weiß und mich zurückziehen kann. Dieses endlose Diskutieren bringt mir nichts, vor allem wenn es immer nur dieselben Erklärungen in anderen Worten sind. Ich gehe jetzt auch nicht mehr darauf ein.

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    Deswegen mal etwas Allgemeines, damit sich niemand wieder genervt fühlt oder persönlich angesprochen wird.

    Selbsthilfe heißt erkennen, handeln, Konsequenzen ziehen. Das kann auch durch Tests, Fachliteratur oder Diagnosen geschehen aber eben nur für sich selbst. Wenn es außerhalb des Forums nicht das gebracht hat, was erhofft wurde, stellt sich die Frage, warum man es hier weiterträgt.

    Wer hier ankommt, braucht erst mal Soforthilfe. Es geht um ein akutes Problem, nicht um das Bedürfnis nach Studien, Metaanalysen oder wissenschaftlichen Bruchstücken, die man jemandem pauschal überstülpt. Studien ändern sich ständig, relativieren sich gegenseitig und helfen in dem Moment weder beim Aufhören noch bei der Orientierung. Wären sie dafür ausreichend, wären viele gar nicht erst hier. Und deswegen sind sie hier auch nur in gewissen Maßen geduldet.

    Selbsthilfe heißt Praxis und Austausch darüber , nicht Theorieunterricht.

    Kleiner Hinweis mit Augenzwinkern für COs, die innerlich auf Spannung gehen, sobald sie hier „Alkoholiker“ lesen. Es macht einen Unterschied, ob jemand noch trinkt oder seit Jahren abstinent lebt. Das eine ist ein akutes Geschehen, das andere gelebte Erfahrung.

    In diesem Forum tauschen sich keine noch trinkenden Alkoholiker aus. Das ist bewusst so und dient dem Schutz von COs und EKAs. Der Austausch hier ist Selbsthilfe, und gelegentliche gegenseitige Unterstützung kann vorkommen. Wer nicht möchte, dass sich hier ein Alkoholiker tummelt, kann Bescheid geben, dann sorgt das Team dafür, dass es unterbleibt.

    Im Fokus stehen vor allem praktische Schritte, die im Alltag funktionieren.

    Allen einen guten, klaren Austausch.

    PS: Ja, ich bin trockener Alkoholiker. Ja, ich war und bin hier sehr aktiv. Ich darf das, weil ich Moderator bin und mich am Einklang des Forums orientiere, nicht an den Befindlichkeiten Einzelner.:saint: ( Schöne Ausrede, nicht wahr? :mrgreen: )

    Jetzt ein gutes neues Jahr, und heute ist ein guter Tag, um etwas zu ändern, das einen mehr belastet als guttut.

    Servus R/no,

    das erste Jahr gilt als das schwierigste, neu orientieren, organisieren, von "nass" auf "trocken" umstellen. Doch nicht jeder erlebt es so.

    Ich hatte Glück, denn ich habe die Ratschläge der Langzeittrockenen konsequent umgesetzt ohne Rücksicht auf Familie, Freunde oder Bekannte. Trotz innerem Widerstand und Unverständnis von außen habe ich gehandelt. Dieser radikale Schritt, egoistisch gegenüber anderen, war notwendig für meine Stabilität.


    Ob das Umfeld das respektiert oder akzeptiert hat, lag nicht in meinem Einflussbereich. Mit der Zeit haben sie sich selbst aussortiert.
    Floskeln, Ausreden, halbe Umsetzung oder ständige Zugeständnisse sind keine Stärke, sondern Schwäche. Grenzen setzen, nicht zerreden.

    Ich musste mich nicht nach außen stark verkaufen mit einer "ich hab’s schon drauf"‑Mentalität. Ich musste auch nicht jedes vorgegebene Risiko akzeptieren. Meine Stabilität kam aus Konsequenz, nicht aus einer Show für die anderen.

    Es war nicht einfach, auch nicht innerlich, aber es war notwendig.

    Zu deinem ersten Jahr meine Glückwünsche , ich sage nicht "weiter so" , sondern , setze dich und deine Nüchternheit an erste Stelle, dann wird das zweite Jahr ein anderes.

    Gerade gab es eine Diskussion/Streit 🙄 und ich habe gesagt "Dann kann ich ja wieder saufen" ...

    Nicht der herausgehauene Satz selbst ist das Problem, sondern das, was er innerlich bei dir anstößt. Wenn du dir aber Gedanken machst und abwägst saufen oder nicht ist das ein erhöhtes Rückfallrisiko. Solange ein Spruch bei dir nicht dazu führt, dass du überlegst, bist du auf relativ sicherer Seite. In dem Moment, wo diese Überlegung auftaucht, lohnt es sich für dich hinzuschauen und gegenzusteuern.

    Wenn ein Satz aus Wut heraus geboren ist, ist er irgendwo noch verankert. Aber wenn er aus Zorn heraus geboren wird, ist das auch nicht besonders prall , vor allem dann, wenn Saufen als Druckmittel verwendet wird.

    Mal vorweg.

    Wenn jemand abstinent lebt, nüchtern, trocken oder einfach gar nichts mehr bis zum Lebensende trinkt, dann hat er alles richtig gemacht. Und wenn er dabei noch zufrieden ist, ist alles gut. ;) Ob jemand Tage zählt, Monate, Jahre oder gar nicht zählt, ist nicht der entscheidende Punkt. Es ging letztlich nur um eine Frage Was ist Abstinenz, und was bedeutet trocken sein?

    Natürlich gibt es auch Menschen, die sich nicht etikettieren lassen wollen. Weder mit Krankheitsbezeichnungen noch mit der Sprache „der Alkoholiker“. Manche empfinden das als anstößig oder stigmatisierend. Auch alles gut.

    Nur: Das hier ist ein Alkoholiker und Suchtforum. Hier wird über alles gesprochen, was mit Sucht zu tun hat.

    Wer das grundsätzlich nicht mag oder für sich nicht braucht oder bei allem etwas zu meckern hat – da frage ich mich manchmal: Was will derjenige dann hier?
    Und ja, es passiert auch, dass jemand von seiner eigenen Denkweise überzeugt ist und abwertend wird, weil andere anders denken oder andere Erfahrungen haben. Dann fühlt er sich persönlich getroffen und reagiert entsprechend. Das lese ich hier jeden Tag.

    Aber das bringt ja dann das richtige Salz in die Suppe.:saint::mrgreen:

    Seit Jahren bringe ich immer wieder Themen ein, die eher reizen als gefallen. Ich bin auch kein Freund dieser „wir-haben-uns-alle-lieb“-Schreibweise, gerade im Suchtbereich. Dafür ist mir das Thema zu ernst.

    Gleichzeitig möchte ich aber auch ermutigen: Wenn jemand etwas Konkretes oder Spezielles zur Sucht wissen will, dann soll er hier in diesem Bereich einfach einen eigenen Thread aufmachen. Genau dafür ist er da.

    Ich beiße mich nicht fest, ich stelle fest. Wenn mein Post eine ganz andere Interpretation erfährt, als er gemeint ist, dann benenne ich das und zwar auf Grundlage dessen, was ich in 19 Jahren hier an Erfahrung gesammelt habe.

    Wenn ich sehe, dass etwas gegen jede Erfahrung in eine Richtung läuft, die die Co‑Rolle festhält, dann schreibe ich das auch. Denn der offene Bereich ist für alle sichtbar, und dort wird nicht nur dem Thread‑Inhaber geschrieben, sondern auch denen, die mitlesen.

    Ich weiß nicht, wo du den Vergleich mit meiner Partnerin gelesen hast. Die jetzige kann es jedenfalls nicht gemeint gewesen sein. Ich hatte schon selbst gehandelt, als sie dazu kam. Muss ich selbst mal schauen, ob das im offenen Bereich war, damit nichts durcheinandergebracht wird. Also bitte nicht verwechseln.

    Wenn, dann war es eine der anderen Partnerinnen aus der damaligen nassen Zeit , inklusive Anhang. Die habe ich verlassen, weil sie mich beim Saufen gestört hat, weil sie versucht hat, mich trocken zu legen. Die letzte versuchte dann, mit den neuesten psychologischen Erkenntnissen zu argumentieren, weil sie aus diesem erweiterten Bereich tätig war, aber sie hatte nur etwas Küchenpsychologie aufgeschnappt und angewendet.

    Genau dasselbe Muster lese ich eben auch immer wieder hier. Co‑Rolle pur.

    Wenn ich mich hier festbeiße, dann nur, um anderen diesen Mist vielleicht zu ersparen. Klar, wenn es jemanden persönlich nervt aus welchen Gründen auch immer weil bestimmte Punkte getroffen wurden, Da geht man schnell mal in die Abwehrhaltung, reagiert mit Angriff, Gegenfrage und vorgetäuschtem Unverständnis. Ist ja nichts Neues für mich.

    Vielleicht bin ich da sogar selbst ein Stück Co oder ich weiß als Nasser wie auch als Trockener, was Alkohol mit einem Menschen macht.

    Sonst würde ich mir seit 19 Jahren den Austausch hier nicht immer wieder antun jede Kritik, jede Anfeindung, jedes Persönliche.

    Sucht ist etwas Zerstörendes, das auf beiden Seiten wirkt. Es sind nicht die Argumente, die einen hineinziehen oder herausführen, sondern die Sucht selbst.

    Das finde ich auch komisch. die Männer, deren Partnerinnen oder Ex Partnerinnen Co Verhalten zeigte, erklären jetzt wieder anderen Frauen wo der Hase lang läuft. Für mich ist das irgendwie schräg.

    Ich fände es seltsam, wenn das nicht zur Sprache käme in einem Forum, in dem sich Menschen genau über Co-Abhängigkeit oder Alkoholismus austauschen. Wenn nicht hier, wo dann?

    Jetzt wünsche ich euch allen einen guten Rutsch, mehr Gelassenheit und einen gesunden Start ins neue Jahr.

    Ist jetzt zum Glück nichts schlimmes passiert, durch den Rückfall

    Echt jetzt , was ist das denn für eine Verharmlosung eines Rückfalls? Du hast dir offensichtlich Gründe zurechtgelegt, um wieder saufen zu können, dich hier nicht vorab gemeldet , was zumindest darauf hindeuten kann , dass du es einfach wieder tun wolltest.

    Denn das Besorgen von Alkohol braucht Zeit, und diese Zeit reicht auch zum Nachdenken. Es ist keine Kritik, aber auch kein "es kann jedem passieren" Es ist eine schwerwiegende Krankheit, und ein Rückfall lässt sich nicht ausschließen.

    Aber ein großes Lob, dass du dich überhaupt gemeldet hast.

    Es gibt hier auch keine Diskussion darüber, wie man sich in einem Rückfall verhält. Das Einzige ist, wieder aufhören.

    Dazu alles Gute. Ich schließe jetzt auch den Thread. Melde dich einfach bei einem Moderator, wie es aussieht und was du jetzt vorhast – am besten erst nach sieben Tagen ohne Alkohol. Die Regeln sind dir ja bekannt.

    Ich weiß nicht, wie viel du dir reingeschüttet hast, aber kläre zumindest mit deinem Arzt, inwieweit du entgiftet werden musst.

    ich mich gern damit beschäftige.

    Ich bin hier meist moderativ unterwegs. Trotzdem möchte ich an der einen oder anderen Stelle genau hinschauen.

    Hier mal mein Fazit aus dem ganzen Austausch . Mal einfach ungefiltert rausgehauen.

    Nun ja, für mich wirkt es schon wie Stigmatisierung, wenn „Krankheit“ in Bezug auf CO grundsätzlich negativ bewertet wird. Ehrlich gesagt kenne ich das vor allem aus dem Bereich von Alkoholabhängigkeit.

    Da stellt sich für mich die Frage. Ist Alkoholismus dann überhaupt eine sogenannte „Familienkrankheit“?

    Diese Bezeichnung scheint es oft nur dann zu geben, wenn Angehörige sich selbst nicht als krank etikettieren lassen wollen, gleichzeitig aber Teil des Suchtsystems bleiben mit entsprechenden Verhaltensmustern, Anpassungen oder auch Wahrnehmungsverzerrungen.

    Das gehört zur Realität, ob man es nun mag oder nicht.

    Wenn Erklärungen jedoch nur dazu dienen, sich selbst besser zu verstehen, sich darin wiederzufinden und sich dabei möglichst nicht als „krank“ zu empfinden, sondern sich mit dem eigenen Zustand wohlzufühlen, dann stellt sich für mich eine andere Frage.


    Warum wird dann nicht gehandelt, wenn doch klar und deutlich ist, dass man seinen eigenen Alkoholiker nicht trockenlegen kann? Ein sozialer Abstieg oder materieller Verlust mögen schwer und schlimm sein, ja – aber sie sind meist nur temporär. Sich jedoch dauerhaft abhängig von einem Abhängigen zu machen, ist für mich kein besonders weiser Weg.

    Und wenn es keine krankhaften Hintergründe gibt, dann ist es auch weder realistisch noch logisch, diesen Weg weiterzugehen

    Erklären und Verstehen kann helfen, aber ich verstehe es einfach nicht:saint:, denn ohne Konsequenzen bleibt es Teil desselben Systems.

    Ja, mir hilft das denn ich habe mich nie als krank oder cosüchtig empfunden. Dieses Wissen hilft mir zu erkennen, dass ich mit meinen Gefühlen immer richtig gelegen habe.

    Wäre es wirklich etwas anderes, wenn du dich als krank gesehen hättest? Ist „Krankheit“ an sich etwas Anstößiges? Wenn etwas morgen offiziell als Krankheit anerkannt wird, warst du dann rückwirkend nicht schon vorher betroffen?

    Ich verstehe, dass die Bezeichnung nicht prickelnd ist. Das geht mir genauso. Aber am Ende ändert sie nichts. Rein gar nichts. Weder an dem, was belastet, noch an dem, was man umsetzen muss oder eben nicht umsetzt.

    Ich komme aus dem Hause: Es ist, wie es ist. Wenn ich etwas ändern kann, dann ändere ich es. Ob man das nun Krankheit nennt, Verhaltensstörung oder sonst wie einordnet, ist mir ziemlich egal. Wenn mir eine Erklärung hilft, Dinge einzuordnen, okay. Wenn sie mir nur ein gutes Gefühl geben soll, weil etwas benannt wird, kann ich damit wenig anfangen.

    Entscheidend bleibt für mich nicht der Name, sondern das, was ich daraus mache.

    Du hast gehandelt, und das war gut. Auch wenn es aus meiner Sicht etwas länger gedauert hat. Aber am Ende ist das gar nicht so wichtig, was ich oder andere denken. Höchstens nimmt man es als Angriff oder persönliche Kritik wahr – das ist aber nicht mein Ziel.

    Wichtig ist, dass der Mensch für sich selbst handelt. Dafür ist jeder immer zuerst bei sich allein.

    Was ich bei anderen oft sehe, ist etwas anderes. Es wird nach Erklärungen gesucht, nicht nach Lösungen. Und selbst wenn Lösungen sichtbar sind – denn es gibt fast immer eine – wird sich wieder hinter Erklärungen oder Krankheitsbezeichnungen versteckt. Da wird alles sauber eingeordnet, analysiert und erklärt, aber das Tun bleibt auf der Strecke.

    Das ist zumindest meine Wahrnehmung im Austausch hier seit Beginn. Vielleicht ist das auch eine Wahrnehmungsverzerrung. Wenn ja, kann ich damit leben. Es ist am Ende auch nur eine Bezeichnung. Entscheidend ist, was man daraus macht.

    Und wenn jetzt noch jemand sagt: "Jeder in seinem Tempo", ist das auch nichts anderes als: "Halte durch in deinem Leid, die Zeit regelt es" oder es sei eben nicht notwendig, etwas zu tun.

    Ich weiß, es wird sicher wieder seitenlange Erklärungen oder Rechtfertigungen geben, warum das so oder so ist. Aber betroffen ist nicht nur der Mensch, sondern das gesamte System.

    Ich will hier niemanden beeinflussen oder die Welt retten. Jeder darf sein Leid so lange ausleben, wie er will. Und jeder Alkoholiker kann auch wieder saufen, rückfällig werden – das ist mir am Ende relativ egal.

    Ein schöner, hilfreicher Austausch noch.

    Es geht nicht um Wortklauberei, sondern um Zuschreibungen und Pathologisieren.

    Ist am Ende wirklich die richtige Krankheitsbezeichnung das, was jemanden ins Forum führt? Oder ist es nicht eher das Leid, das sich über lange Zeit aufgestaut hat, bis man merkt: So geht es nicht mehr weiter. Co-Abhängigkeit ist nicht einmal als eigenständige Krankheit in den Diagnosesystemen anerkannt. Sie gilt eher als Beziehungsstörung oder als Verhaltensmuster. Aber hilft mir dieses Wissen wirklich dabei, mein Leid zu lindern? Oder erklärt es einfach nur, warum es da ist.

    Vielleicht liegt der eigentliche Punkt woanders. Nicht im Benennen, sondern im Handeln. In den Schritten, die man geht oder eben nicht geht. In dem, was man weiter aushält, obwohl man längst spürt, dass es einem nicht guttut. Begriffe können Orientierung geben. Veränderung beginnt meist erst dort, wo man sich selbst ernst nimmt.

    Aha. Die Co ist also mal wieder die Wahrnehmungs-Gestörte

    Ja, man kann meine ursprüngliche Aussage so interpretieren, sie war wohl sehr direkt und vielleicht auch missverständlich formuliert. Ich sage einfach immer alles, was mir in den Kopf kommt, manchmal etwas ungeordnet. Aber es scheint ja Wirkung zu zeigen.,;) Nur zu lesen und alles widerspruchslos stehen zu lassen, fühlt sich für mich auch nicht nach wirklichem Austausch an.

    Ohne Reibung entsteht zumindest für mich kein Erkenntnisgewinn. Aber ich bin ja nicht allein hier.

    Dann probiere ich es mal als "Sanftmut":whistling: Es wird nicht immer aktiv Hoffnung geschürt. Oft wird Hoffnung vom Co einfach wahrgenommen oder hineingelesen. Und das ist für mich ein gravierender Unterschied:saint:

    Ich weiß aber auch nicht, warum es so abwegig sein soll, dass es bei Co-Abhängigen auch Wahrnehmungsverzerrungen gibt. Die gab es bei mir in der nassen Zeit genauso. Damals war es mir ziemlich egal, ob man das pathologisch nennt, krank oder sonst wie einordnet. Es hat mich belastet, und ich musste da raus. Mir ging es nie um Krankheitsbezeichnungen oder um ICD-Nummern.

    Mir ging es darum, dass etwas nicht mehr tragbar war und sich etwas ändern musste. Alles andere kam, wenn später.

    Zudem versuche ich auch, bei Alkoholikern nicht zu pauschalisieren. Ich sage nicht, dass alles, was ich hier schreibe, auf jeden zutrifft. Wenn ich von „wir“ spreche oder von „uns Alkoholikern“ oder „uns Co-Abhängigen“, verliere ich mich schnell in der Masse und vergesse, dass es eigentlich um mich als Einzelperson geht.

    Auch wenn ich hin und wieder in einen Beratungsmodus rutsche, fühlt sich das für mich nicht stimmig an. Selbsthilfe lebt nicht davon, dass einer für alle spricht, sondern davon, dass jeder für sich Verantwortung übernimmt.

    So, jetzt verschwinde ich wieder.:whistling:

    Ich kann ja Saufen wenn ich will. Ich konnte noch nie mit Alkohol umgehen habe trotzdem 20 Jahre gesoffen.

    Merkst du den Widerspruch?

    Du kannst zwar saufen, aber du kannst nicht damit umgehen. Unterm Strich heißt das. Du kannst es nicht, ohne dich systematisch zu zerstören. Und mal ehrlich – wer kippt sich freiwillig jeden Tag ein Gift in den Körper, denn nichts anderes ist Alkohol, wenn er nicht Alkohol trinken muss?

    Ich darf trinken, das kann mir keiner verbieten. Aber können ist etwas anderes. Aber wirkliche Freiheit heißt nicht, alles zu dürfen, sondern nichts mehr zu" müssen" Etwas Wortspielerei, aber mir hat es geholfen.;)

    morgen Silvester

    Wenn ich zurückdenke an die Endphase meines nassen Daseins, war ich an Silvester meist schon gegen 22 Uhr so dicht, dass ich ohnehin nichts mehr mitbekommen habe. Heute ist dieser Tag wieder ein Tag wie jeder andere nur nüchtern. Früher war jeder Tag wie der andere, nur "nass.“

    Du wendest Dich ja stets gegen das "Psychologisieren",

    Nein, das mache ich nicht. Jedenfalls nicht in einem Schwarz-Weiß-Denken. So einfach ist das nicht, es ist deutlich differenzierter. Psychologie war schon immer ein Bestandteil, das stelle ich gar nicht infrage.

    Was ich kritisiere, ist das inflationäre Psychologisieren von allem und jedem. Damit werden eigene Gedankengänge entwertet, Selbstständigkeit untergraben und Alkoholiker schnell in eine Schublade geschoben. Nach dem Motto: Ohne psychologische Betreuung geht es angeblich nicht. Das ist etwas völlig anderes als pauschal „gegen Psychologie“ zu sein.

    Es fängt ja oft schon beim Arzt an. Da wird ein jahrhundertealter Katalog hervorgeholt und im Anschluss fast automatisch eine Langzeittherapie übergestülpt, ohne zu schauen, wer da eigentlich sitzt und was wirklich gebraucht wird.

    Also bitte nicht so hoch hängen

    Nein, mache ich nicht, aber ich lasse so etwas auch nicht stehen, schon gar nicht, wenn es nichts zum Thema beiträgt, und das weißt du ja auch. Dafür kennen wir uns schließlich schon eine Ewigkeit.;)

    Und da sind wir bei den Zuschreibungen, die Angehörigen aufgedrückt werden. Das ärgert mich. Dass wir pathologisiert werden. Als selbst süchtig und krank bezeichnet werden.

    Das darf dich natürlich ärgern. Aber wenn das größte Problem angeblich laienhafte Bezeichnungen sind, dann rückt das eigentliche Thema der Anmeldung ziemlich in den Hintergrund, oder? Schön kaschiert.

    Es geht hier doch nicht um Begriffe oder Wortklauberei. Rund 90 Prozent der User hier haben kein medizinisches Hintergrundwissen. Sie sind hier, weil sie aus ihrem Leid raus wollen und einen Weg suchen.

    Darum geht es. Nicht um perfekte Begriffe, die vielleicht nerven, was ich auch verstehe, sondern um Selbsthilfe. Da wird viel rausgehauen, was hier und da fragwürdig ist. Aber im Co-Bereich kommt das aus dem Co-Lager, nicht aus dem Alkoholiker-Lager.

    Ich mache hier auch keine Ferndiagnosen, weil ich es nicht kann, sondern nur ein Gesamtbild gebe. Das Leid ist bekannt, wir sind nicht naiv. Solche Geschichten lese ich seit fast 19 Jahren.

    Und wenn ein Alkoholiker Hoffnung weckt, bekommt er keinen Maulkorb und kann es tun. Es ist ein gemischtes Forum. Damit macht er auch nichts anderes, als die vielen nassen Alkoholikern zu Hause , im Umgang mit ihren Co-Abhängigen.

    Es wird aber nicht immer eine Hoffnung geschürt, es wird nur vom Co so wahrgenommen was ein gravierender Unterschied ist. Das sollte zwar idealerweise nicht im Co-Bereich passieren, gehört aber zur Realität.

    Auch Alkoholiker befinden sich auf dem Weg, trocken zu werden. Genau dieses Recht auf Entwicklung ist auch auch bei co Abhängigen so.

    Und mal ehrlich: Ein Co, der noch im Kopf hat, jemanden trockenlegen zu wollen, schaut rüber zu den Alkoholikern, weil er eben noch nicht so weit ist so wie viele Alkoholiker jahrelang noch nicht so weit sind.

    Aber danke für deinen weiteren Einblick.