Beiträge von Hartmut

    Ich denke einerseits, dass ich eine Alkoholabhängigkeit habe, andererseits denke ich es, dass mein Problem nicht so schlimm ist. Rational gesehen weiß ich, dass ich nicht wie früher morgens schon anfangen kann zu trinken und, dass das ein Problem ist.

    Dann schlage ich dir mal vor, dass du dir erstmal bewusst wirst.

    Ich bin kein Freund von „Wischi Waschi“ und deswegen meist auch sehr direkt, was die Sucht betrifft. Hat nichts mit dir als Person zu tun. Das aus einem einfachen Grund. Alkoholismus ungestoppt endet eben tödlich. Da stirbt man nicht einfach, man verreckt elendig.

    Weil ich vor meiner Freischaltung nur hier schreiben kann und ich niemanden habe, mit dem ich wirklich über solche Themen sprechen kann, schreibe ich hier wenn ich in Situation komme, in denen ich früher mehr getrunken habe.

    Das hast du eventuell verkehrt verstanden. Wenn die Erkenntnis Alkoholiker da ist, kann er so lange hier schreiben bis nach der Entgiftung. Dann bekommt der bekennende Alkoholiker einen Link und kann sich mit anderen im offenen Bereich austauschen.

    Wenn ich richtig gelesen habe, hast du am 14.10 das letzte mal getrunken?

    Ich kann ihm nicht helfen....das ist so furchtbar! Aber ich kann ihn doch begleiten bei seinem Abstieg. Vielleicht dafür sorgen, dass er was isst, oder sich pflegt oder...

    Kannst du machen, aber das verlängert das Leiden. Hilfe durch Nichthilfe ist das Zauberwort. Und zwar in deiner Rolle als CO und in seiner Rolle als Alkoholiker. Zwei Ertrinkende können sich nicht lange über Wasser halten.

    Ein Alkoholiker kann sich nur selbst helfen. Er weiß genau, was zu tun ist, ohne den Partner mit vor den Karren zu spannen.

    ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher aber vermutlich ist es eine Alkoholabhängigkei

    Hallo Lapislazura,

    wenn du dir nicht sicher bist, dann bist du hier auch nicht richtig. Wir können keinen Alkoholismus diagnostizieren. Das musst du selbst tun. Es ist ein Alkoholiker Forum.

    Der Vorstellungsbereich ist auch nicht als Austausch gedacht, sondern mehr als Erste Hilfe zu verstehen. Der Austausch findet auch erst nach einer Freischaltung statt.

    Nun melden User sich ja nicht umsonst in einem Alkoholiker Forum an. Sie wollen ja erfahren, wie die ersten Schritte aussehen und wie sie sich ein Leben als Alkoholiker aufbauen können. Dazu sich einige sehr wichtige Punkte zu beachten. Arzt/ Entgiftung / Alkoholfreies Umfeld und das Verhalten als trockener Alkoholiker.

    Wenn ich deine ganze Post lese, frage ich mich, wie wichtig es dir überhaupt ist trocken zu werden /bleiben. So nebenbei funktioniert das nicht.

    Zitat
    Zitat von Hartmut liest sich für mich als Durchhalteparolen zum ersten Jahr hin an.
    Zitat

    Immer wieder schön von dir zu hören :*

    Wie kommst du darauf?

    Nun Veru,

    ich schreibe aus Erfahrung und bevor du mir wieder vorwirfst „was ich mir erlaube so zu schreiben“ mache ich es mal nett.

    Wenn ich deinen ganzen Thread lese, ist es ein Weg den ich „ Mit der Faust in der Tasche trocken bleiben.“ assoziiere.

    Ich schaue mir nicht immer auf die letzte, Post, sondern das Ganze. Angefangen vom kalten Entzug -Sich nicht bekennen, alkoholfreies Bier probieren, nasses Umfeld nicht konsequent meiden. Kein alkoholfreies Umfeld. Dazu das Gefühl immer wieder mal wegzuschießen und dann irgendwo geschrieben – Krise mit der Frau.

    Da ist mir zu wenig Umsetzen dessen drinnen, was dir die Langzeit trockene mit auf dem Weg geben. Es reicht nicht aus „Tipps“ zu reflektieren, wenn ich die „Tipps“ nie umgesetzt habe.

    Sollte ich falsch liegen, dann entschuldige.

    Letzteres, die mangelnde Ernsthaftigkeit, sehe ich nicht im Vordergrund.

    ch habe vor über 8 Jahren kalt entzogen. Heute würde ich das sicher anders machen

    Ich hole etwas mehr aus. Ich glaube, es kam auch etwas unverständlich rüber. Nicht jeder, der kalt entzieht, stelle ich die Ernsthaftigkeit in Frage, sondern denjenigen, die trotz besseren Wissens, was alles dadurch passieren kann. Wenn das bei dir so war, Burkhard, dann sind es deine Erfahrungswerte. Danke dafür!

    Nun melden sich hier tagtäglich im Forum Alkoholiker an, die den Weg aus der Sucht gehen wollen. Trotz mehrmaliger Aufklärung, was beim kalten Entzug passieren kann, meiden sie den Arzt. Meinen sie das dann ernst mit ihrem Weg? Oder ist es nicht mehr ein rausschleichen?

    obwohl die dortigen Insassen durchaus eine positive Motivationshilfe darstellen können, das eigentliche Ziel der Abstinenz ernsthaft anzugehen und fortzusetzen.

    Das sehe ich ähnlich. Es kann. Jedoch hebelt die Sucht vieles wieder aus. siehe Drehtürpatienten.

    Wichtig ist, dass eine Entgiftung immer unter ärztlicher Überwachung zu erfolgen hat. Der Arzt entscheidet, ob zu Hause oder in der Klinik.

    Wer trotz besseren Wissens, bewusst kalt entzieht, spielt nicht nur mit seinem Leben, ich stellt seine Ernsthaftigkeit damit in Frage.

    Hallo Veru

    liest sich für mich als Durchhalteparolen zum ersten Jahr hin an.

    Wenn ich weiß, dass kontrolliertes Trinken nicht funktioniert, aber in mir der Gedanke aufkommt, hat das einen Grund, einen Vorlauf. Entweder ich werde durch Sinnes – Reizungen oder andere Situationen animiert, nehme alte Gewohnheiten an oder tief in mir drinnen habe ich eben noch nicht abgeschlossen Alkoholiker zu sein.

    Wie ich bei dir rauslese, scheinst du dich im nassen Umfeld zu bewegen, das macht es nicht einfacher.

    Das Wissen, das kontrolliertes Trinken nicht geht, habe ich in den nassen Jahren immer wieder mal probiert. Ich kenne auch keinen Alkoholiker, der es nicht gemacht hatte.

    Zeiten gesetzt ab wann ich trinke, runter getrunken. Harte Sachen weggelassen. Und vieles mehr. Kontrollverlust ist ja die eigene Bestätigung, Alkoholiker zu sein.

    Darum beantworte ich hier auch jetzt täglich die Nachrichten und lese mit.

    Nun ist das hier der Vorstellungsbereich, indem man die ersten Schritte aufgezeigt bekommt. Wenn diese erfolgt sind Arzt/Entgiftet und der Wunsch eine lebenslange Abstinenz besteht, wird für den weiteren Austausch freigeschaltet.

    Nur darüber reden ist das Forum nicht gedacht. Da sollte schon merklich etwas passieren. Das ist unser Anspruch hier in dieser SHG.

    Was heißt ich versuche es. Ich mache es jetzt verdammt !

    Nun sind das ja Vorhaben, die dir, uns oder andere Alkoholiker nicht fremd sind. Schall und Rauch, mehr ist das nicht. Und tief in dir drinnen, zumindest glaube ich das, weißt du es auch. Du hattest das schon im August 2021 ähnlich formuliert. Wolltest zu den AA und vieles mehr.

    Woran liegt denn die Umsetzung? Zum Beispiel mit den Grundbausteinen? Du bist ja nicht erst seit heute hier registriert. Kennst sie doch.

    Nicht falsch verstehen, du kannst auch bis zum verrecken weiter Saufen. Ich möchte dich zu nichts drängen, aber ein wenig den Arsch bewegen musst du schon. Wir unterstützen dich gerne, aber ohne dein Zutun wird das nichts.

    Hallo Anneliese,

    klassisches CO Denken, nicht despektierlich gemeint ;) Warum willst du deinem EX etwas argumentieren, wofür er selbst verantwortlich ist? Wenn es ihm wichtig ist, dann kann er sich für sich erkundigen. Trockenlegen funktioniert nicht.

    Ich brauche ein paar stichhaltige Argumente, warum es nichts bringt, wenn mein Ex nur für mich nichts mehr trinken will.

    Nö, brauchst du nicht. Lass dich nicht zum Spielball machen oder dir eine Verantwortung aufdrücken.

    Wenn er aufhört und irgendwann wieder säuft, bist dann du schuld? Er macht ja dein Verhalten ihm gegenüber, von seinem Trinkverhalten abhängig.

    Wenn er die Argumentation eingefordert hat, dann ist er eben noch nicht so weit. Ist keine Einsicht da und fertig.

    Immerhin ist mein Blutdruck wieder perfekt. Der war vor der Abstinenz viel zu hoch.

    Sollte er zu tief abfallen, sage Bescheid. Ich bin hin und wieder durch meinen Post bekannt, „Blutdruckerhöhungen“ auszulösen. :mrgreen:

    Ich bin kein Freund, jedes „Zipperlein“ der Abstinenz zuzuschieben oder in Verbindung zu bringen. Würde ja im Umkehrschluss für mich bedeuten. Ich muss da nur wieder saufen und alles ist gut. Das ist eine Hintertür. Das kommt bei mir in die Schublade „Nasses Denken.“

    Vieles hatte ich durch das Saufen nur nicht mitbekommen, anders wahrgenommen oder nicht wahrhaben wollen. Ich wurde auch nicht der, wer ich heute bin, sondern nur der, wer ich immer war.

    Ein User schrieb mir daraufhin „dann kannst du ja wieder trinken … also doch abhängig“.

    Diese Logik kann verstehen wer will.

    jou, das war ich.

    Trinke mal eine Tasse Tee und überprüfe dich, ob du weiter trinken musst? Wenn nicht, dann besteht eben keine Abhängigkeit. Bei Alkohol schon. Auch wenn sie im Moment gestoppt ist. Heilen kannst es nicht. Also besteht eine, zwar eine gestoppte, aber es bleibt eine Abhängigkeit.

    Ich kenne auch Alkoholiker die sagen sie wären keine so lange sie nicht Saufen. Das ist Nonsens. Sie wollen eben nach außen signalisieren, schaut, ich bin kein Alkoholiker. Ich bin nicht der stigmatisierte Versoffene von nebenan.

    Ich bin froh, dass ich ganz und gar es für mich akzeptiert habe. Mir ist es auch relativ egal . Aber nicht in einem Alkoholiker Forum, das von vielen gelesen und fehlinterpretiert werden kann.

    Erna

    für mich ist Suchtdruck immer eine Erinnerung, Alkoholiker, also abhängig zu sein. Quasi eine Nebenwirkung, die mir das signalisiert. Aber mit dem Wissen, dass ich das Rüstzeug habe dagegen zu halten und es ein temporärer Vorgang ist.

    Liebe Petra, ich mache Dich darauf aufmerksam, dass die Auswirkungen auf die Psyche der Menschen, die in so einem Umfeld aufwachsen, enorm sind. Auch wenn die Betroffenen später sagen, alles ok, ich hab das halbwegs gut überstanden.

    Wenn ich mich mal da kurz einmischen darf.

    In allen Dingen hast Du recht, jedoch betrachte ich das nicht einzeln auf die Alkoholkrankheit. Jedes Erlebnis, jeder Eindruck in der Kindheit tragen zur Psyche bei. Der eine kann es besser, der andere weniger verarbeiten.

    Nun schreibe ich als EKA aufgewachsen in der klassischen CO-Alkoholiker Familie. Also eigene Erfahrungen. Ich habe da auch der beste Vergleich zu meinem Geschwister, die die eigene Kindheit ganz anders wahr genommen haben.

    Mir wird da auch zu schnell alles über einen Kamm geschoben. Ich finde, die Eigenbetrachtung ist das Maß, was ich an mir ansetze und nicht als Maßstab grundsätzlich ansehe.