Hallo Kati
Was war denn für dich der ausschlaggebende Punkt, dem Alkohol den Kampf anzusagen? Und wie war dann deine Reise?
Nun Kati, der Weg aus der Sucht resultierte aus einem persönlichen Tiefpunkt. Körperlich, geistig, finanziell war ich am Ende. Familie war ja schon weg. Dem Tode näher als dem Leben. Ich hatte aber keinen Kampf angesagt. Ich hatte aufgegeben, hatte kapituliert und mich an die Fersen der Langzeit-Trockene gehängt.
Nicht bei denen, die sich irgendwas ausmalten, wie es funktionieren könnte, sondern an die Jahre schon trocken waren. Die mussten ja was richtig gemacht haben. Wir hatten auch in den Anfängen hier die Grundbausteine, wie der Weg am sichersten und besten aus den Erfahrungen der Langzeit-Trockene „vorgegeben“ war. Ist auch in den Artikeln hier zu finden.
Dabei nicht das Beste aus den Grundbausteinen herausgesucht und es für sich bequem umgesetzt. Oder je nach Laune abgeschwächt, weil die eigene Situation es gerade mal nicht zulässt.
Ich hatte auch in den nassen Jahren immer wieder von außen herangetragene Hilfe angeboten bekommen. Wollte jedoch nicht. War eben noch nicht so weit.
Auch CO an meiner Seite hatten alles versucht mich trocken zu legen. Ein bisschen Zugeständnis da, ein wenig „Ich werde mich bessern“ dort oder einfach mal in die Offensive gegangen und den Partner gekonnt um den Finger gewickelt. Aber nicht aus Boshaftigkeit, sondern um sein Saufen nicht zu gefährden.
Die Wesensveränderungen, die der Alkohol verursacht hatte, lies auch kein anderes Denken mehr zu und ein Verantwortungsgefühl war kaum noch gegeben. Durch gewisse Trennungen habe ich eben dann Partner gesucht, die entweder mit gesoffen hatten oder einfach die Füße still hielten.
Der Weg in die Trockenheit ist keine Wissenschaft, es ist mehr ein TUN. So konsequent wie ich am Saufen war so konsequent war der Weg heraus.