Beiträge von Hartmut

    hallo Zwieback

    Nun hat es geklappt:

    Ich habe dich für den offenen Bereich freigeschaltet und an die richtige Stelle verschoben.

    Du kannst dich nun überall austauschen, aber bitte vermeide es, dies in den ersten vier Wochen im Vorstellungsbereich zu tun.

    Ratschläge und Empfehlungen nicht anzunehmen ist ja kein böser wille.wenn es jemand dann doch macht und hinterher Suchtdruck entsteht ist es eine erfahrung.im günstigen fall!

    Das mag sein, aber es ist eben das nasse Denken, das am Anfang vom realen trockenen Denken nicht unterschieden werden kann. Unser Forum ist klar auf den Grundbausteinen aufgebaut, nicht aus Willkür, sondern um aufzuzeigen, dass der Tod keine Alternative ist.

    Wer trotz Mahnungen die Situation ignoriert, hat vielleicht die Ernsthaftigkeit der Lage noch nicht erfasst. Dann soll er entweder noch einige Runden schwimmen oder untergehen. Aber das kann er ja auch woanders machen. Oder?

    Dass die Grundbausteine hier die Basis bilden, ist zu tolerieren.

    Und nun aus meiner Sicht: Die Diskussionen über zu weiche oder harte Worte mit dem richtigen Taktgefühl gehen mir langsam auf den Sack. Vielleicht sollten sich die Nutzer einmal überlegen, warum dieses Forum bald zwanzig Jahre besteht und warum es für Qualität steht. Sicherlich nicht, weil jeder neuen Idee aus der Schmiede der Fantasie für das Trockenwerden gefolgt wird.

    Wir tolerieren auch jeden, der trotz unserer Basis hier einen anderen Weg geht. Allerdings ist dies kein Freibrief, um hier risikoreiche Wege zu verbreiten. Da kann es schon mal zum Gegenwind kommen.

    Wir erheben nicht den Anspruch, jeden in seiner Denkweise retten zu wollen, aber wer zu uns kommt, erhält die größtmögliche Chance, trocken zu bleiben.

    Verarscht ist vielleicht ein zu harter Ausdruck.

    Na ja, verarscht ist kein Ausdruck, es ist ein Gefühl.:whistling:

    Habe ich etwas in meiner "Laudatio für das Forum" vergessen?:)

    Es freut mich , wenn jemand in seiner eigenen Not nicht den Blick für andere verliert. Danke!

    Vllt kann ich mit der Geschichte einige die hier lesen/registriert sind und sich noch nicht "eingestehen "wollen, dass sie Alkoholiker sind wachrütteln welche Folgen es mit sich bringt zu Saufen . Und Angehörigen helfen, die auch eine Geschichte wie meine mitmachen, dass sie nicht alleine sind.

    Typische Symptome sind jedoch das Verharmlosen und Herunterspielen der Lage, was oft dazu führt, dass notwendige Schritte ausgelassen werden, indem man sich einredet, es sei noch nicht so schlimm wie bei anderen.

    Sich an andere Alkoholiker oder Co-Abhängige orientieren, die mehr Wert auf Verständnis als auf die Umsetzung von Maßnahmen legen.

    Das Problem liegt nicht nur darin, dass nicht jeder Alkoholiker oder Co-Abhängige seinen Tiefpunkt erreicht, sondern auch darin, dass die Sichtweisen und Erfahrungen daraus weniger schrecklich waren. Sondern auch meinen, für andere sprechen zu müssen und mildern dadurch die Ernsthaftigkeit der Situation ab.

    Und wer wünscht sich denn nicht einen schönen Ausgang?

    Aber wir versuchen hier im Forum, es zumindest deutlich zu machen. Dazu hast du mit deinem leidvollen Erlebnis nun einen großen Teil beigetragen.

    Ich kann es noch immer nicht begreifen

    Zuerst möchte ich dir danken, dass du den Mut und die Kraft hast, hierher zu kommen und uns eine realistische, schonungslose ungeschönte Wahrheit über das Ende des Alkoholismus zu berichten.

    Obwohl es schwierig ist, kann man mit der Zeit und der Auseinandersetzung mit der Sucht diese zumindest einordnen.

    Jedoch alles zu seiner, oder besser gesagt, zu deiner Zeit. Im Moment der Trauer, so kenne ich es bei mir, ist jedes Wort erst einmal zu wenig, aber gleichzeitig zu viel.

    für mich macht es in der tat einen sehr großen unterschied ob jemand nach fast 2 jahren zu einer veranstalltung geht oder nach erst 3 wochen.

    Für mich gilt das Gleiche. Habe ich vielleicht das Gegenteil behauptet oder war etwas unklar?

    Ich kenne allerdings auch Alkoholiker, die nach Jahren immer noch nicht auf Veranstaltungen gehen – das wollte ich nur ergänzen. Das erste Jahr ist grundsätzlich ein Tabu für die Umstellung von nass auf ein trockenes Leben.

    Ich sehe das genauso wie du. Wenn jemand um Hilfe bittet und wir die Grundbausteine empfehlen, auf denen dieses Forum basiert, aber der Nutzer dann doch macht, was er möchte, würde ich mich auch verarscht fühlen.

    Die Zeit könnte ich mir dann auch sparen, unabhängig vom freien Willen des Useres, der immer tun kann, was er möchte, auch wenn er sich zu Tode saufen sollte.

    Nun überlasse ich den Thread wieder dem User.

    Hier erkennst du, welche unterschiedlichen Dinge du noch mit Alkohol verbindest, obwohl sie ganz verschiedene Sachen sind. Alles in den Alkohol Topf.

    Mein Tipp . Betrachte es als Einzelnes und versuche die Verknüpfungen zu Alkohol gedanklich zu lösen. Es hat mir geholfen, zwar nicht über Nacht, aber je öfter ich es tat, desto besser wurde es. Und das nicht nur beim Saufdruck, den ich ohnehin recht selten hatte, sondern auch aufblitzende Gedanken an Alkohol.

    Dass die Sucht sich als Lösung anbietet, ist ihre Natur. Wenn du ihr nicht nachgibst, sorgt sie für Druck, denn die Sucht weiß nicht, was sie tut – sie verlangt bedient zu werden. So oder ähnlich würde ich es mal laienhaft interpretieren.

    Ich stamme aus der Ecke der Risikominimierung und bin ein Pragmatiker.

    Präventiv kann ich nur dem Sichtbaren entgegenwirken. Suchtdruck ist jedoch nicht sichtbar, sondern tritt sporadisch auf, und es ist nicht immer offensichtlich, woher er stammt. Ich kann versuchen es zu hinterfragen oder beim Aufkommen dagegen wirken.

    Was machst du, wenn Suchtdruck da ist? Außer nun die üblichen "Notfallkoffer" Hast du dir schon mal andere Strategien überlegt? Möglicherweise etwas Sinnvolles während des Saufdrucks tun?

    Hoffentlich führt das nicht (mal wieder) dazu, dass sich der Suchtdruck meldet und dann mühsam bekämpft werden muss.

    Ich schreibe mal aus meinem Erfahrungsschatz, unabhängig davon, ob es auf dich zutrifft oder nicht.

    Das Trockenwerden war für mich nie ein Wunschkonzert, sondern es gehörte dazu, die Grundbausteine umzusetzen. Sie hatten durchaus einen Sinn, auch wenn dieser hier und da verborgen blieb.

    Dass im ersten Jahr Sauf-Feste und andere Veranstaltungen meiden sollte, ist darauf zurückzuführen, dass man die Zeit nutzen sollte, um ein alkoholfreies Leben aufzubauen. Habe ich da was versäumt, dann sind sie eben nicht umgesetzt.

    Das endet ja nicht abrupt nach 12 Monaten. Wie sollte es auch? Es handelt sich lediglich um Richtwerte. Sucht ist nicht an eine Uhrzeit gebunden und lässt sich nicht von Gefühlen, ob gut oder schlecht, beeinflussen. Das ist ein Irrglaube, der schon vielen Alkoholikern das Genick gebrochen hat.

    Ich kenne Alkoholiker, die auch nach Jahren keine Feste aufsuchen, weil eben irgendwas nachträglich triggert. Ein alkoholfreies Getränk bestimmte Personen im Umfeld oder Gerüche können Auslöser sein und vieles mehr. Alkoholiker ist man mit allen Sinnen.

    Es ist auch logisch, dass sich nicht alles vermeiden lässt ,aber was ist logisch an der Sucht? Sie ist im Gehirn nicht greifbar.

    Wenn ich wiederholt Suchtdruck verspüre, könnte es sein, dass ich entweder einen Fehler mache, etwas falsch interpretiere, eventuell auch etwas was mir selbst nicht bewusst ist, oder ich meine Alkoholabhängigkeit eben noch nicht überwunden habe.

    Ich war auch mal richtig froh, wenn mal Tacheles geschrieben wurden und hatte mich nicht wegen jeder Kleinigkeit der Sprache wegen angepisst gefühlt. Es muss ja einen Grund geben, warum es ernst, laut und energischer wurde

    Das war es von meiner Seite. Entschuldige bitte die lange Einleitung.

    Jetzt zu dir.

    Was könnte es da bei dir sein? Was quält dich zu Saufdruck? Wo bist du unzufrieden, und welchen Umstand kann Saufen lösen?

    Mir helfen das Verständnis, die kritischen Nachfragen und Anregungen. Ich habe lange über Deine Frage nachgedacht , Hartmut. Danke!

    Ich verrate dir mal etwas, aber das bleibt bitte unter uns.;) Ich habe festgestellt, dass direkte und unverblümte Fragen, die emotionslos erscheinen, am hilfreichsten waren, obwohl der Wunsch bestand, irgendwie Verständnis für mein Denken zu bekommen.

    Und nich was ganz anderes: ich habe mich entschieden keinen Alkohol mehr zu trinken. Ich habe ja in vergangener Zeit immer schön mit getrunken. Ich glaube, es war allerhöchste Zeit…!!!

    Inwiefern eine Abhängigkeit oder Missbrauch vorliegt, weißt nur du selbst. So wie jeder, den verdächtigt wird ein Alkoholiker zu sein.;) Dass ein Partner gelegentlich mittrinkt, ist nicht ungewöhnlich, und Schuldzuweisungen gegenüber ihm lenken da schonmal, von sich selbst ab.

    Es ist jedoch auch positiv, sich mal zu überprüfen .Sich kurz weg zu beamen, ist auch eine Flucht vor der Realität, denn plötzlich ist wieder ein Tag vergangen, an dem man keine finale Entscheidung treffen musste, konnte oder wollte. Oder? Interpretiere ich da zu viel hinein?

    ja hatten sozusagen eine Stammkneipe, viele kannten uns und da kamen dann die Sprüche. Wir leben seit ein paar Jahren zusammen und sie hat schon verdammt viele Rückfälle miterlebt, hat mir zum Teil das Bier besorgt. Wir haben niemals Alkohol im Haus.

    Eine Stammkneipe, in der jahrelang Alkohol konsumiert wurde, passt nicht zu einem alkoholfreien Umfeld ,besonders nicht, wenn sich dort auch ehemalige Mitsäufer versammeln. Oder habe ich das missverstanden und nur deine Partnerin geht dahin?

    Hallo nellyflx

    Willkommen bei uns.

    Zuerst einmal vorweg: Jeder kann es schaffen, so auch du.

    Du hast ja schon einiges in die Wege geleitet. Wie sieht es im Moment aus? Trinkst du noch, oder wann hast du das letzte Mal getrunken?

    Das Forum bietet hier eine Austauschmöglichkeit für trocken werdende Alkoholiker an, die eine lebenslange Abstinenz wünschen. Kannst du dich da einreihen?

    Ja, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

    Was ich bei dir lese, scheint es bisher auch gut zu funktionieren . Drei Wochen, nicht mehrere Wochen, unter der Käseglocke, und alles ist zeitnah und strukturiert zusammenhängend.

    Dann wurde als zusätzliche Unterstützung ein direkter Austausch in unseren zielorientierten und hochwertige Online SHG gefunden.:mrgreen: Was könnte sich das Herz eines Alkoholikers noch mehr wünschen?

    Das kommt meinem "Tun muss man Tun" sehr nahe.

    Es ist hier niemand stigmatisiert, wenn er Alkoholiker ist, und auch nicht, wenn er alles dafür tut, um nicht rückfällig zu werden. Das schließt alles mit ein.

    Ich denke nicht dass es nur den einen richtigen Weg gibt, nicht für Alkoholiker, nicht für Cos.

    Nein, es gibt nur den richtigen Weg für jeden selbst. ;) Die Herausforderung besteht darin, zunächst sich selbst nicht zu vertrauen und zwischen Suchtdenken und realistischem Denken zu unterscheiden.

    Hilfe ist dafür notwendig und ich ziehe eben Menschen vor, die dieses Problem bereits für sich gelöst haben und es mir ohne Umschweife auf den Kopf hauen.

    Ich bin nicht länger ein Opfer, wenn ich mich auf den Weg mache, aber ich bleibe eines, wenn ich nichts an meiner Situation ändere. Andere benötigen tiefere Hilfe, wenn sie sich in eine psychische Extremlage durch das Saufen manövriert haben oder bei Co die in diese Situation gebracht worden sind.

    Aber jetzt mal aus reiner Mitmenschlichkeit - sollte einem Alkoholiker nicht eine Suchttherapie vorgeschlagen werden, weil man annimmt, der packt das eh nicht?

    Aus reiner Mitmenschlichkeit würde ich nichts vorschlagen, sondern nur aus einer Notwendigkeit heraus.

    Hier geht es auch nicht um das Vorschlagen, sondern um das Aufzwingen und den Glauben von Co oder Angehörigen, dass Therapien ein Allheilmittel sei. Es mag für den CO oder Angehörigen sinnvoll sein, aber es ist eben nicht für jeden Alkoholiker etwas.

    Es geht nicht nur darum, ob eine Therapie wirksam ist, höchstens um den Sinn der verschiedenen Therapieformen. Das ist allerdings ein anderes Thema. Die Rückfallquote deutet jedoch darauf hin, dass es möglicherweise nicht ganz sinnvoll ist.

    Dann wird dem Rückfälligen mit auf den Weg, gegeben, er habe nicht richtig mitgewirkt, und es wird eine Wiederholung der Therapie vorgeschlagen. Dass ein Rückfall tödlich enden kann, wird meines Erachtens da nicht ausreichend berücksichtigt.

    Nochmals, es sind nicht die Therapien, das Übel , sie können durchaus helfen. Das Problem ist die weitverbreitete Annahme, dass sie jedem helfen. Nach dem Motto. Schublade Therapie auf-Alkoholiker rein . Fertig. Das kann es nicht sein.

    Ich habe allerdings im geschützten Bereich etwas dazu verfasst, um diesen Thread nicht zu verwässern. Deswegen ziehe ich mich hier auch raus.


    Ich weiß nicht, lieber Hartmut, meinst du, nur trockene Alkoholiker können gute Arbeit in der Suchtberatungsstelle machen? D

    Das war nicht gemeint, obwohl sie sich eventuell hineinfühlen können. Ich war auf einer Beratungsstelle und wurde mit Prospekten wieder weggeschickt.

    st da nicht sogar die Gefahr gegeben, dass der frisch abstinente Alkoholiker zu seinem "altbewährten" Mittel - den Alkohol - greift?

    Unabhängig davon, ob man eine Therapie macht oder nicht, ist das nur ein vorgeschobener Grund, um wieder zu saufen. Wenn man sich entscheidet aufzuhören und alles dafür tut, um es durchzuhalten, in Therapie geht, dann gehört Saufdruck dazu.

    Da würd eher die Frage aufkommen, ob er überhaupt schon so weit war. Sollte er saufen, dann würde es zum Thema passen.

    Therapie ist kein Allheilmittel, sowie auch keine Therapie ein Allheilmittel wäre.

    Zum Thema Therapie möchte ich noch was sagen. Erst mal gibt es ja einen großen Unterschied zwischen Sucht-Therapie und Psychotherapie. Das wird hier etwas durcheinander geworfen habe ich den Eindruck.

    Danke, dass du es ansprichst.

    Ich denke es handelt sich hier um Suchttherapie; andernfalls wäre dieses Forum nicht der richtige Ansprechpartner. Oder?

    Nicht jeder Alkoholiker weist psychische Defizite auf, leidet an Persönlichkeitsstörungen oder an Depressionen. Nicht jeder Alkoholiker hat das selbständige Denken verloren oder ist durch das Trinken unfähig selbst zu handeln. Die meisten Alkoholiker, die ich kennenlernen durfte, bestätigten mir, einfach den Absprung nicht geschafft zu haben.

    Ist das Überstülpen einer Langzeittherapie dann nicht der falsche Ansatz?

    Inwiefern etwas unterstützt wird, war für mich erstmal nebensächlich. Wichtig war für mich, einen Weg zu finden, der mich trocken hält. Wenn ich eine Suchttherapie beginne, sind doch erstmal im nassen Denken meine Erwartungen an den Therapeuten höher als an mich selbst.

    Nicht das er mich trocken legt, sondern um aktive Beteiligung, um zu verstehen, wie man Erfolg haben kann und wo die Risiken liegen – und das nicht psychisch, sondern in der realen Umsetzung.

    Ich halte es aber für sehr wichtig im Sinne der Rückfallprophylaxe, dass psychische Störungen behandelt werden nachdem jemand trocken wurde. Jemand mit selbstunsicherer Persönlichkeitsstörung wird vermutlich ein höheres Rückfallrisiko haben. Angststörungen, Depressionen - sind nicht direkt ursächlich, aber belasten sehr. Unbehandelt kann es die Trockenheit sehr erschweren.

    So denkt der CO? Nicht bös gemeint, aber woher nimmst du diese These?