Tockenes Resümee eines Co's

  • Danke für die guten Wünsche, es muss sich nun erstmal zeigen, ob diese Aussagen auch wirklich den Tatsachen entsprechen, denn ich habe da schon eine Menge erlebt ;) Wenn nicht, Pech gehabt - wenn doch: schön. Ich denke mal, irgendwann mal Ende November wird "man" sich sehen und versuchen die Details zu besprechen.

    Ich habe wohl noch einiges am Laufen, aber als Teenagerspätlese in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation ist es nicht so ganz "easy" - wenn auch noch lange nicht aussichtslos.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • HI Dagmar,
    ich schreibe jetzt auf deinen Seiten weiter, damit ich für Christine Platz behalte. Sonst verliere ich ihre Zeilen aus den Augen.
    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, daß du nicht mehr belästigt wirst. Bei mir ist es wirklich anders. Ex kommt ganz zahm, aber alkoholisiert. Und das will ich auch nicht mehr, daher habe ich den Kontakt verboten. Nur in Notfällen. Und er war schon immer so, ein klares Nein, und er hat es angenommen. habe nur lange gebraucht, es zu akzeptieren. Heute nutze ich es. Ich brauchte nie die Polizei oder sonst was.
    Das muß ja wirklich schrecklich sein, wenn es anders nicht geht. Da muß ich ja ganz still sein mit meinen vergleichbar kleinen Problemen im Gegensatz zu anderen. Aber ich habe halt alles mit meinen Gefühlen abbekommen. Er schaffte es, mich 30 Jahre lang so zu haben, wie er wollte. Und auf einmal sage ich nein und das konsequent und ohne Aussicht auf Besseröung. Für mich weiß ich, daß ich nie mehr so ein Leben haben möchte. Egal, wie schwierig es oft wird, mit Haus, finanziell usw. Hauptsache, es geht mir gut. Da kann ich auf vieles verzichten.
    Nun wünsche ich dir viel Kraft für weiteres.
    Renate

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • Ja, liebe Renate, es ist ausgesprochen unschön, wenn nur noch solche Einsätze als Ende vom Lied übrig bleiben und nahezu nichts menschliches mehr.

    Nun gut, das ist eben der Verlauf von ungesunden Beziehungen, die nicht beendet wurden als es vielleicht noch nicht so eskaliert worden wäre. Wer weiß?

    Die gewünschte Kraft kann ich gut gebrauchen, denn leicht ist das alles gerade nicht, zumal ich bei meiner Katze um deren Überleben, vermutlich vergebens kämpfe wegen Niereninsuffiziens. Ein Teil meiner Möbel kommt "ums Verrecken" nicht, die Teile für den Kamin sind seit vier Wochen überfällig, eine Spüle funktioniert in der Küche auch nicht weil der Flaschner noch nicht da war. Holz kann aufgrund des vielen Regens nicht geliefert werden und so geht es weiter.

    Dennoch: ich kann versuchen diese Dinge selber zu regeln ohne sie einem anderen abzuverlangen. Ich muß da durch: mein Tier, mein Holz und meine Wärme im Haus sowie meine Couch, auf der ich vielleicht irgendwann mal Besuch empfangen kann.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Ja liebe Dagmar,
    mir geht auch so ähnlich. Aber ich habe gar nicht gewußt, was FRAU alles kann. Ich bin auch gerade beim Holz verräumen. 4m und ich bin nur 160 cm groß oder klein, wie mans nimmt. Versuche gerade, jede freies Luftloch noch zu füllen, damit ichs unterbringe. Auch im Haus habe ich schon einiges erlebt. Aber es steht noch immer und alles selbstständig repariert. Am Abend bin ich oft zum Umfallen müde von der körperlichen Arbeit, die ja Ex vorher erledigt hat. Aber gescheiter müde als verzweifelt. Du wirst sehen, auch deine Möbel werden irgendwann alle da sein und dann kannst du Besuch auf deiner Couch empfangen. Man freut sich jeden Tag wegen Kleinigkeiten, die vorher selbstverständlich waren. Mein Kater ist Gott sei Dank noch gesund, obwohl 16 Jahre, aber er versucht, mich einzunehmen. Er ist ja jetzt der Herr im Haus. Glaubt er halt. Da mußte ich auch lernen, nein zu sagen. Sonst habe ich den nächsten, der mich abhängig macht oder umgekehrt? Aber sonst verstehen wir uns gut.
    liebe Grüße, jetzt muß ich weiter schlichten, sonst werde ich zu müde. Merke schon, daß ich öfters weggehe, aber ich hab nicht mehr viel.
    Renate

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • Liebe Dagmar,
    mir geht noch etwas durch den Kopf, was zu Deinem Satz, dass Du nicht mit seinen Aggressionen, die er gegen Dich richtet, zurecht kommst.

    Das ist ein Teil der Coabhängigkeit, wir können es nicht aushalten, wenn uns die Anderen nicht lieben, nicht gut behandeln. Wir machen doch immer alles richtig, wir bemühen uns doch so.

    Danke Dagmar, das habe ich heute mit Dir kapiert. Ich kann das auch nur ganz schwer ertragen, dieses Gefühl, dass ich doch eigentlich alles gemacht habe, um ihm zu genügen. Gedreht und gewendet habe ich mich, meine eigenen Bedürfnisse unterdrückt oder heimlich befriedigt. Und das reichte immer noch nicht... Tief drin weiß ich, dass ich tun könnte, was ich wollte, und es wäre ihm immer noch nicht recht. Er würde immer etwas Neues finden.

    Ich habe mir auch lange Vorwürfe gemacht, dass alles nur so gekommen ist, weil ich "heimlich" ausgezogen bin, ihn nicht früh genug davon unterrichtet habe. Diesen Satz bekomme ich auch jetzt noch nach 3 Jahren von Freunden oder Bekannten zu hören. Jedem so, wie er es braucht. Dann nehme ich ihn, den Satz, und lasse ihn in mir wirken. Fatal jedes Mal, Schuldgefühle!! Aber es stimmt nicht ,das weiß ich mittlerweile auch. ICH HÄTTE ES NICHT ANDERS GESCHAFFT, DA WEGZUGEHEN. Ich war schon zu klein, aufgelöst.. Damit muß ich leben. Das ist ein Teil von mir.

    Hauptsache, ich bin weg. Und meine Kinder dürfen wieder lachen und ich auch. Und das tun wir auch - ohne Zensur!

    LG Jule

  • Hochkalorische Mozartkugeln im Mund überlege ich gerade, liebe Jule, dass das tatsächlich die Krux sein könnte: alles doch recht gemacht und dennoch Gewalt und Hass. Und wieder "machtlos" obwohl Co's doch so gerne alles kontrollieren würden....

    So, nun muss ich mal versuchen dieses Spiel weiterzudenken um die passende Strategie für meine Sicherheit zu überdenken, denn da hänge ich nun wieder.

    Einstweilige Verfügung erwirken? Dadurch wird die Eskalation ja nicht kleiner - aber habe ich diesen Schritt vielleicht bisher nicht getätigt um eben "alles immer noch recht zu machen?"

    Oder ist es Eigenschutz, weil ich Angst vor den Kosten habe betreffend der Möbel, die er mir ja kostenpflichtig aufdoktrieren will? Bei jeder Anlieferung wird wohl meine Angst größer, aber eventuelle Kosten der Anlieferung geringer. Laut meinem RA ist das nämlich so eine zweideutige Geschichte.

    Du, liebe Jule hast in einem anderen Thread geschrieben von Angst vor Veränderungen bei Alkoholikern. Nun, dann packe ich mich doch gleich mal mit ein als Co ;)
    Hm vielleicht wieder eine Gemeinsamkeit der Süchte: Angst vor dem Neuen, anderen und Fremden. Hatte ich ja auch als es um den Umzug ging und um den Start in ein neues Leben.

    Ich denke mal, da habe ich - in jeglicher Beziehung - noch manches vor mir.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • So, nun kommen die Dinge, vor denen ich am meisten Angst hatte, die ich nun aber auch lerne alleine zu bewältigen.

    Mein geliebter Kater xxl hat eine Niereninsuffiziens und alle Infusionen brachten nichts. Der Tierarzt ging davon aus, dass xxl jetzt am Wochenende aufgibt bzw. am Montag dann eingeschläfert wird.

    Bisher war ich nie alleine in solchen Situationen, auch später nicht beim beerdingen. Aber wenn es soweit kommen sollte, dann werde ich auch das bewältigen (sofern ich nicht belagert werde und mit dem Tier aus dem Haus komme).

    Derzeit hat mein geliebter xxl sich noch nicht genau für Leben oder Tod entschieden. Er frisst zu wenig zum Leben und trinkt zu wenige zum Leben, aber es ist zu viel um zu sagen, ich lasse Dich sterben.

    Es tut mir im Herzen weh, ihn wohl gehen lassen zu müssen, aber wenn er sich entscheiden sollte, dann akzeptiere ich das. Bis dahin muss ich mich wieder auf mein ganz normales Leben konzentrieren. Es sah die letzten Tage schlecht aus und ich habe die Zeit bei und mit ihm verbracht, damit er in der Stunde NULL nicht alleine ist.

    Alles Dinge, da hatte ich früher einen Beistand, zwar missmutig, aber er war zumeist da. Und nun bewältige ich es alleine - wohl eine der schwersten Angelegenheiten für mich, aber auch das werde ich schaffen.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Dagmar,

    das tut mir leid. :cry:
    Ich weiß, wie das ist, wenn man ein geliebtes Tier gehen lassen muß. Mein Brauni ging auch dieses Frühjahr, ein alter Wildkater, der die letzten 7 Jahre bei uns verbrachte und es da sehr schön hatte.
    Dann erkrankte er an Diabetes, ich konnte ihn allerdings noch lange spritzen.
    Aber dann wurde er immer elender und ich überlegte, ob es nun nicht Zeit ist ? Auch unser TA bereitete uns schon langsam drauf vor, dann fiel Brauni unbemerkt in einen Zuckerschock und alles ging ganz schnell, der TA erlöste ihn dann.

    Und es war auch wie eine Erlösung für mich, denn sein Verfall war schwer mit anzusehen. Und ich wußte danach auch, das es ihm jetzt besser geht, da im "Regenbogenland". Warte bitte nicht zu lange und mach es dem Tier nicht zu schwer, gehen zu können.

    Aber ich kenne auch den starken Überlebenstrieb der Katzen, auch Brauni ging bis zuletzt seine Runden, darum weiß man oft nicht, was richtig ist. Am besten den TA zu Rate ziehen, ich konnte mich da auf meinen verlassen, denn er hat sehr viel für Brauni getan.
    Geh mal morgen hin, auch wenn es evtl. ein sehr schwerer Gang wird. Aber wir haben auch die Verantwortung für unsere Tiere und dürfen sie nicht unnötig leiden lassen, nur weil wir so sehr an ihnen hängen. Und weißt Du, wo ein Platz frei wird, bleibt er nicht lange frei :wink: und Deine anderen Katzen werden Dich auch trösten, aber vermissen werden sie ihn auch. Hier heilt aber wirklich die Zeit alle Wunden….

    LG
    Lilly

  • Ach Lilly,
    ich hätte ihn schon letzte Woche erlöst, hätte der Tierarzt das für sinnvoll erachtet. Ich habe ja für zig Tiere die Verantwortung (gehabt), da gehe ich einen solchen Weg. Nur xxl hagt sich selber noch nicht entschieden ob er gehen oder bleiben soll.

    Letzte Woche tägliche Infusionen, AB und Vitamin b. Er war zu stark zum sterben, aber irgendwie doch nicht stark genug zum Leben. Der Tierarzt meinte aufgrund dieser nicht weiterentwicklung und des nicht fressens sollen wir es ihm leicht machen zu gehen und auf die Infusionen verzichten.

    Nun, er frisst kleine Mengen, ging gestern durchs Haus, trank so viel, dass er nicht verdurstet, ging auf die Toilette, sieht mich mit klaren Augen an und schnurrt auch in meinem Arm.

    Solange er noch Lebenswillen zeigt, so lange kämpfe ich mit ihm. Bei Apathei oder lethargie oder Schmerzen wird er sofort erlöst, denn das ist meine Verantwortung. Einen Menschen kann und darf ich nicht erlösen, ein Tier schon. Aber noch hat er sich nicht entschieden. Der Tierarzt meinte, dass er nicht mehr hochkommt, nicht mehr frisst und trinkt ohne Infusion - dem ist also nicht so, und somit warte auch ich noch.

    Ich hatte vor einigen Monaten einens solchen Fall, mein Red, dem es jetzt super geht, auch wenn er schlanker ist und nun richtig zierlich.

    Selbiger Fall bei einer Freundin, wo der Tierarzt auch meinte dass Tier muss entscheiden. Dieses Tier, 14, hat nun wieder voll an Gewicht zugelegt. Ich werde mit dem Tierarzt telefonieren, aber wir kennen uns so lange und durch so viele Tiere, dass ich seine Antwort kenne. So wie am Freitag: lassen wir ihn entscheiden, machen wir es ihm leicht und nehmen seine Entscheidung an. Die ist im Moment fressen und trinken...

    Es ist immer schwer ein Tier gehen zu lassen, denn es ist einfach ein Familienmitglied. Und nun haben sie hier ein so wunderschönes grünes Heim und es wäre wunderschön, wenn er hier noch Zeit hätte mein xxl. Aber das muss er entscheiden und erkämpfen, ich kann nur dabei unterstützen!

    Ich habe von ihm Abschied genommen, ich war der Meinung, es geht in die letzen Züge und war bereit ihn gehen zu lassen. Er ging : Wasser trinken, etwas wandern und kam dann zum schmusen ;) Nun gut, dann soll er entscheiden, ich akzeptiere jeden seiner Schritte oder Nicht-Schritte.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hi Dagmar,

    das mit der Katze ist echt schlimm.
    Ich habe die Erfahrung mit Abschied nehmen schon zweimal durch.
    Wobei es bei mir kein Einschläfern war, sondern sie sind einfach nicht
    mehr nach Hause gekommen. Das ist irgendwie noch schlimmer, da man
    nicht wirklich abschließen kann, man malt sich dann alles Mögliche aus, was passiert sein könnte und noch Wochen später hab ich sie miauen gehört oder dachte, jetzt kommt die gleich um die Ecke....ganz furchtbar.

    Aber das Thema oben, mit Jule ist auch interessant, ich kann es auch nicht ertragen ungerecht, lieblos, hasserfüllt behandelt zu werden. Mit Wutausbrüchen hab ich auch zu kämpfen (siehe meinen Tread) ich versuche so wenig wie möglich Angriffsfläche zu bieten, weiss aber auch nicht, ob das so recht ist, auf der anderen Seite will man ja seine eigenen Belange in den Vordergrund stellen, aber ich will auch keine endlosen , sinnlosen Machtspielchen jetzt in Gang setzen. Also geb ich wieder nach und schaffe meine Ruhezone...

    hoffe ich bin da auf dem Richtigen Weg, zwischen Nachgeben um Ruhe zu haben und darauf bestehen, weil ich das mal so will. Da bin ich noch recht unsicher.
    Mal sehen, das wird wohl von Aktion oder Situation abhängen.

    LG
    Verflixt

  • Horrortage liegen hinter mir, an denen ich am liebsten aufgegeben hätte. Natürlich sind die Möbel Couch ect. immer noch nicht da - wohl auch erst in einigen Wochen.

    Kaminrohr habe ich mal heute glücklich holen können mit viel Glück kriege ich auch am Freitag die Spüle gemacht.

    Das Holz, auf das ich seit zwei Wochen warte soll morgen kommen.

    Das schlimmste aber: mein geliebter xxl, ein 8jähriger Kater hat über 8 Tage mit mir zusammen um sein Leben gekämpft. Tägliche Infusionen, hoffen, bangen. Jede Nacht bin ich früh mit ihm ins Bett weil ich dachte, morgen lebt er so und so nicht mehr. Er hat wacker gekämpft, dennoch musste ich ihn heute in meinen Armen einschlafen lassen weil er während der ganzen Zeit nicht richtig gefressen hat und kraftlos wurde.

    Ich habe erst den Termin verschoben um dann doch zu sagen "heute" er hat das recht vor den Schmerzen zu gehen und nicht erst mit. Morgen früh wird er auf die Wiese beigesetzt und bekommt einen Ehrenplatz. All die Tage des Abschied nehmens, mit ihm im Arm einschlafen und nachts mit der Taschenlampe sehen ob er noch lebt, das war grausam - für uns beide.

    Dann noch die Drohungen und jedes Mal die Frage komme ich heil zum Tierarzt und wieder zurück. Eine Situation, mit der ich noch nie alleine war. Zu entscheiden wann er gehen muss, kann, darf, beisetzen ect. Alles das waren Dinge, die mein Ex - widerwillig - aber doch getan hat. Alles Dinge vor denen ich Angst hatte. Vielleicht macht es stärker, dass ich es mit Freunden an meiner Seite geschafft habe. Vielleicht fällt nun auch diese Belastung um xxl von mir ab, aber in den letzten Tagen hätte ich am Liebsten aufgegeben.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Dagmar,
    denk Dir, du hast alles getan, um deinen Kater ohne Schmerzen gehen zu lassen. Ich kann dir nachfühlen, wie weh das tut. Aber wir können unsere Tiere befreien von Schmerzen usw., das können wir Menschen nicht. Er ist sicher weiterhin für dich da. Du wirst es spüren. Mein Hund (´vor 2 Jahren eingeschläfert) sieht mich jeden Tag vom PC aus ganz frech an. Er ist auch immer noch bei mir. In meinem Herzen. Und meinen Kater hüte ich wie einen Augapfel, ist er doch der Letzte im Haus. Wenn er nicht mehr ist, bin ich ganz allein. Das kann ich mir noch nicht vorstellen, aber wird auch einmal passieren. Ist ja auch schon ca. 16 jahre.
    Vielleicht siehst du es positiv, daß du alles machen musstest. So hat dein Kater alle Liebe der Welt erfahren und nicht den Widerwillen deines Ex.
    Das hätte dein Kater gespürt.
    Ich drücke dich ganz stark, und versuche dir Trost zu schicken.
    Renate

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • Liebe Dagmar,

    Du hast mein ganzes Mitgefühl! Deinem Kater hast Du sicher das schönste gegeben, was er je bekam - Deine Liebe und ein sicheres Zuhause. Dieser Verantwortung, die wir als Mensch beim "Halten" eines Tieres übernehmen, gerecht zu werden, indem wir am Ende auch die Verantwortung fürs Sterben übernehmen - das ist so bitter! Und gleichzeitig auch ein Geschenk, das wir machen. Und wir, die zurückbleiben, leiden...

    Ich nehme Dich mal in die Arme, halte Dich und hoffe, dass ein bisschen Wärme und Energie zum weitermachen ankommt!
    :)
    LG Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Liebe Dagmar, ein schwerer Gang. Kann es nachvollziehen. Es ist schweer tröstende Worte zu finden. Wär ich bei Dir würde ich deine Hand halten und wir könnten gemeinsam auf die Wiese gehen.
    Ich habe vor 3,5 Jahren auch meine erste Katze verloren (Rosine) und vor längerer Zeit meinen kleinen Cookie (gerade mal 7 Monate alt - Hund) und vor 2 Jahren sind alle unsere Katzenbabys gestorben... Jedes Tier ist anders hat seinen eigenen Charakter und ist eine eigene Persönlichkeit. Oft sind die Tiere bessere Freunde als die Menschen und begleiten uns auch oft länger als Menschen. Ich finde es so schön das Ihr Abschied nehmen konntet und Du Ihn mit soviel Liebe beschenken konntest.
    Liebe Dagmar fühle Dich fest umarmt. XXL gehts bestimmt jetzt besser im Regenbogenland. Sein Leiden hat ein Ende.
    Mein Beileid .... :cry:

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Hallo Dagmar,
    ich hoffe du hast diesen schweren Tag gut überstanden!!
    Ich hab oft daran gedacht heute, habs auch selbst schon erlebt das so einer kleiner Kerl nicht mehr da sein kann.
    Hab zur Zeit auch einen Hund meiner Beiden, der immer ganz traurig dreinschaut.... Herrschen weg.... :( das tut mir auch weh. Ich drück ihn dann ganz fest und erzähl ihm, das ich immer für ihn da sein werde :)
    Ich hoffe es geht dir halbwegs gut und drück dich mal von hier aus.
    Liebe Grüße SMILE

  • Nun hat mein xxl ein Grab genau am Haus, wo er immer noch bei uns ist.

    Es tut weh, dass er nicht mehr da ist. Aber ich bin glücklich, dass ich die Kraft hatte ihn gehen zu lassen bevor er Schmerzen bekam (Geschwüre hatten sich schon gebildet) und zu einem Zeitpunkt, wo er in meinem Arm einschlafen konnte, als er mich noch als Freund erkannte.
    Ich durfte von ihm Abschied nehmen, wir konnten noch miteinander schmusen und uns so trennen, wie wir all die Jahre lebten "in Liebe".

    Eine Macht, die ich nicht gerne hatte - zu entscheiden über Leben und Tod. Eine Macht vielleicht, bei der es zuvor bequem war sie abzugeben? Ihn zu beerdingen, ein schwerer Schritt, von dem ich früher wohl froh war ihn abzugeben?

    Da ist ganz viel dran, wie Renate schreibt: er durfte in Liebe gehen ohne Zwischentöne! Das war auch für mich ein reiner Abschied!

    Ich bin glücklich, dieses Wesen über viele Jahre als meinen "Freund" gehabt zu haben. Alle die Jahre war er nie krank - er hatte eine schöne Zeit - und ich ein Lebewesen, welches ehrlich, tief und pur war.

    Vielleicht war auch das ein Weg des Lernens. Zum ersten Mal seit vielen, vielen Monaten gelang mir wieder das Weinen. Ich weiß nicht, ob sich um den Schmerz um ihn vielleicht noch die eine oder andere Trauer um die letzen Jahre meines Lebens bewegt hat?

    Übrigens, daran denke ich die letzten Tage immer: als der vorletzte Auftritt des Expartners war und er vor der Türe stand haben die Tiere hier durchgedreht und gefaucht wie wahnsinnig. Es kann sich meine Angst übertragen haben, das weiß ich nicht.

    Aber ich weiß, das meine Tiere und ich hier unsere Schutzburg haben.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo liebe Dagmar,

    ich habe Dir was bei Artep geschrieben auf eine Frage hin, die Du stelltest.
    Hätte auch hier antworten können, aber naja, vielleicht ist es auch was für Artep und ich weiß nicht, ob sie hier bei Dir liest ?

    LG
    Lilly

  • Ich würde mich freuen, liebe Lilly oder Spedi, wenn Du/Ihr bei mir weiterliest und mich berichtigt, korrigierst oder (aber bitte nur im Notfall ;) kritisierst. Natürlich auch von Seitens der anderen nunmehr trockenen Leidensgenossen, denen es so geht wie mir, die immer mehr die Zusammenhänge von Sucht und die Gemeinsamkeiten beginnen zu begreifen.

    Ich habe hier nämlich durch Zufall - und den Beginn der Geschichte die wahre Persönlichkeit des Partners nie gekannt zu haben ein grausames Aha-Erlebnis.

    XXL starb, es war der Horror, ich beerdigte xxl an einer schönen Stelle und begleitete seinen Tod. Ich hatte viele Jahre Angst vor genau einem solchen Moment.
    Ich zog um, hatte Angst ob alles klappt - nun vieles klappte, manches ist immer noch im Argen. Noch immer keine Couch, Spüle ect. Davor hatte ich lange Jahre Angst, aber ich habe es überlebt.
    Mein gutes, altes Fahrzeug kann reparaturbedrüftig werden, davor hatte ich Angst im Alleinsein keine Lösung zu finden oder finanzieren zu können. Nun gibt es hier einen Nachbarn, der recht günstig die Reparaturen tätigt.

    Manche meiner Ängste musste ich real bewältigen, die am meisten gefürchtetsten Reaktionen traten ein, aber ich schaffte es mit ihnen umzugehen.

    Der Polizeieinsatz, war für mich das schlimmst denkbare überhaupt, nie, nie, nie wollte ich so etwas einem Menschen antun, aber mir wollte ich Ruhe gönnen und Grenzen, die im Notfall durch die Justiz geschützt werden.

    Während ich mich scheinbar nun mit meinen Ängsten auseinandersetzen musste, so hatte ich in den Jahren zuvor einen "Partner" dem ich meine Ängste mitteilte, die er lapidar vom Tisch wischen konnte und sagen "erledige ich". Ungern, mit gemurre, aber eine Bestätigung, dass er Dinge bewältigt, das Leben und mich kontrolliert.

    Nun aber gehe ich selber mit diesen Dingen um, änngstlich, aber ich schaffe es. Im Gegenzug wurde mir erzählt, dass er sich im Hause verbarikadiert und es wohl nicht mehr häufig verlässt, entweder Urlaub habe (sein angekündigter Umzug müsste ja bereits im Laufen sein) und wenig Bewegung zu spüren sei, nur kleine Schlitze würden Tageslicht in dieses Geisterhaus lassen.

    Mir stellte sich nun die Frage, ob meine Ängste auf ein Gegenüber reflektiert, diese Person (von der ich weiß, dass sie "eigentlich" selber sehr ängstlich ist) gestärkt haben? Schwer das in Worte zu fassen. Meine Angst vor vielen Dingen war groß, dadurch ist es sicherlich möglich, für denjenigen der vor diesen Dingen keine Angst hat, sich ein Gefühl der Stärke zu erlauben, noch nicht einmal im bösen Sinne.

    Fehlt nun aber der Co, der es ermöglicht dass sich der Suchtkrnke über dessen Ängste stellt so sind die eigenen Ängste näher an der Person, kann das sein? Kann es tatsächlich sein, dass solche irren Kombinationen und Anziehungsmöglichkeiten von Co's und Süchtigen sich in solchen Relationen oder Reaktionen auswirken?

    Kann es tatsächlich sein, dass zwei ängstliche Menschen aufeinander trafen, die sich gegenseitig die Angst des anderen kompensierten und dadurch gegenseitig das Gefühl verstärkten "es ist doch alles nicht so schlimm, ich (wir) haben es im Griff.

    Da wo ich meine Fähigkeiten habe liegen seine Manko-Seiten. Kann diese Ergänzung uns als Paar zusammengeschweisst haben, um nach außen einen vermeintlich soliden und stabilen Eindruck zu vermitteln?

    Ich bin ehrlich gesagt recht geschockt über diesen Gedanken, von dem ich nicht weiß, ob er realistisch ist oder nur von mir eine Ansammlung von Vermutungen ist. Keine Ahnung! Aber es wirkt gerade so - auch wenn ich so die letzten Jahre überlege. Die Angststituationen - die dann auch zuweilen in Wut ausarteten - da sind genau diese Gegensätzlichkeiten im Spiel.

    Boahh, helft mir mal auf die geistigen Sprünge ob so was irres tatsächlich möglich sein kann....

    Lieben Gruß von Dagmar

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